Schujaiyah im Gazastreifen wird nicht allzu bald wieder aufgebaut – es ist propagandistisch zu wertvoll

Elder of Ziyon, 1. Juni 2015

Die Deutsche Welle offenbart* etwas Interessantes zum Gazastreifen:

Ein Jahr nach Kriegsende erinnert hier noch alles an den Konflikt. Zwar sind inzwischen die Trümmer von den Straßen geräumt, doch rechts und links sieht man immer noch zerbombte Häuser und Trümmerfelder. Von Wiederaufbau ist nur wenig zu sehen.
Oft fahren Konvois mit gepanzerten Autos durch die Straßen. Eine Tour durch das Viertel steht fast auf jedem Programm der wenigen ausländischen Gäste. Zumeist sind es Politiker, die das von Israel und Ägypten abgeriegelte Gebiet besuchen, um sich “ein Bild der Lage” zu machen.

Auch Issam Alewa hat schon viele dieser Konvois gesehen. Es sei wichtig, sagt er, dass Ausländer nach Gaza kämen, um die Folgen des Krieges zu sehen. “Wir heißen sie natürlich willkommen,” sagt er, “sie sollten alle herkommen.” Dass sich deshalb irgendetwas an der Situation ändert, erwartet er aber nicht.

Alewas Haus ist eigentlich nicht mehr bewohnbar. Die meisten Seitenwände der Wohnung im ersten Stock fehlen. Das Treppenhaus ist mit Einschusslöchern durchsiebt. Trotzdem lebt der Vater von 13 Kindern noch immer dort mit seiner Familie. “Jeder sagt mir, dass das Haus nicht mehr sicher ist und dass ich es komplett abreißen soll”, sagt er. “Aber wo sollen wir denn hin?”

Etwas weiter gibt der Artikel zu, dass Zehntausend Gazaner ihre beschädigten Häuser wieder aufgebaut haben:

Zudem haben rund 60.000 Familien Hilfe erhalten, um ihre Häuser zu reparieren. Das Baumaterial dafür wird über den “Gaza Reconstruction Mechanism” (GRM) importiert, den die Vereinten Nationen mit Israel und der Palästinensischen Autonomiebehörde im Oktober ausgehandelt hatten. Dennoch, finanzieller Druck und die strikten Einfuhrkontrollen von Baumaterial aus Israel machen die Einfuhr zu einem sehr komplizierten Prozess.

Doch aus irgendeinem Grund ging der Reporter in keines der Viertel, um die Reparatur von Zehntausenden Häuser zu erleben. (Und wenn der Prozess so kompliziert ist, wie haben es dann 60.000 Familien geschafft ihn erfolgreich zu durchlaufen?)

Es scheint wahrscheinlich, dass die Hamas – und zu einem gewissen Maß NGOs wie die UNRWA – Schujaiyah als Zoo behalten wollen, um der Welt zu zeigen, wie böse Israel ist.

Um es einfach auszudrücken: Es gibt keine Rechtfertigung dafür den Schutt neun Monate nach dem Krieg nicht weggeräumt zu haben. Im Gazastreifen gibt es Bulldozer und sogar Unternehmer, die Schutt recyceln, um neuen Beton und Schotter zu machen. Gazas 40%-ige Arbeitslosenquote bedeutet, dass es jede Menge Leute gibt, die bereit sind diesen Schutt zu bergen und zu verkaufen.

Aber Schujaiyah bleibt fast genauso, wie es im August aussah, außer vielleicht, dass die Straßen für die ständigen, mit glotzenden Europäern angefüllten Konvois freigeräumt wurden.

Dieses Foto wurde im April von AFP gemacht:

Der „Gaza Reconstruction Mechanism“ sagt, dass 58.000 Familien 100% des Materials zum Wiederaufbau erhalten haben. Weitere 30.000 haben Teile des dafür Benötigten gekauft und sie können den Rest kaufen, wann immer sie da wollen. (Der Grund, dass keine vollständig zerstörten Häuser wieder aufgebaut wurden, ist die Bürokratie, keine Materialknappheit oder Einchränkungen durch Israel. Und sehr wahrscheinlich soll diese Bürokratie auch Schujaiyah in der Verfassung halten, in er sie sich heute befindet.

Angesichts dieser Fakten scheint es wahrscheinlich zu sein, dass die sehr PR-bewussten Führer in Gaza (und die NGOs) Schujaiyah gewollt in Trümmer liegend und die Einwohner im Elend halten wollen, um das für Propaganda zu nutzen. Reporter – freudig an einer Story beteiligt, die ihnen solch großartiges Anschauungsmaterial reicht – werden die harten Fragen nicht stellen und werden die Erlaubnis nicht bekommen die Bereich des Gazastreifens zu besuchen, die Menschen wieder aufgebaut haben – oder die ihren Zement auf dem Schwarzmarkt an die Hamas verkauften.

Menschen des Gazastreifens werden obdachlos gehalten, damit Reporter Fotos wie diese machen und Artikel wie diesen schreiben können.

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* Ich benutze den etwas anders gegliederten deutschen Text.

Experten für internationales Recht loben Israels Handeln im Gaza-Krieg

Elder of Ziyon, 26. April 2015

Aus Just Security:

Eine juristische und operationelle Bewertung der Zielauswahlpraxis Israels

Michael Schmitt und John Merriam

Israel hat sich lange geweigert seine Zielfindungsmethoden oder gar einige seiner bestimmten Haltungen zum Recht in bewaffneten Konflikten (Law of Armed Conflict – LOAC) öffentlich offenzulegen; es fürchtete, dies zu tun würde seinen Feinden einen operationellen Vorteil bieten und von oft kritischen Gesprächspartnern unter Staaten und der internationalen Menschenrechtsgemeinschaft ausgenutzt. Das könnte sich ändern. Kurz nach der Beendigung der offenen Feindseligkeiten lud die IDF uns nach Israel ein, um ihre Zielfindungspraktiken und die Anwendung der LOAC zu untersuchen. Wir besuchten eine Operationszentrum der IDF (die Gaza-Division) und beobachteten, wie sie ihre Zellen ins Visier nimmt; begutachteten die Zielfindungs-Prozeduren sowohl der Bodentruppen als auch der Luftwaffe; studierten die Organisation, das Training und die Methodologie der Obersten Militärstaatsanwaltschaft; besuchten einen Angriffstunnel der Hamas; untersuchten Kampfszenen, einschließlich der hier veröffentlichten Filmmaterial; und interviewten IDF-Offiziere – sowohl die juristischen Berater als auch die führenden Offiziere – auf vielen Kommandoebenen.

Unser Ziel war es nicht den gerade beendeten Feldzug (Operation Fels in der Brandung) zu bewerten, sondern uns eingehend damit zu befassen, wie die IDF Zielfindung in allgemeiner Form aus der Perspektive der Einzelpersonen betreibt, die die echte Erfahrung damit haben Ziele ins Visier zu nehmen und Fachkenntnisse in den LOAC besitzen. Die Ergebnisse der Recherche werden in zwei zusammenhängenden Texten veröffentlicht werden, einem für ein militärisches Publikum, der andere für ein akademisches juristisches Magazin.

Vereinfacht gesagt sind wir zu der Erkenntnis gekommen, dass die Haltung der IDF zum Recht der Zielfindung weitgehend denen des US-Militärs folgt. Darüber hinaus bleibt der israelische Ansatz da, wo er abweicht, innerhalb des Bereichs allgemein akzeptierter staatlicher Praxis. Der IDF dient eine Gruppe hoch kompetenter und gut ausgebildeter Rechtsberater, die mit einem bemerkenswerten Grad an Autonomie agiert und ihre Operationen unterliegen ausgiebiger juristischer Beobachtung. Es gibt zwar natürlich israelische juristische Positionen, die kontrovers sein können, aber wir stellten fest, dass ihre Vorgehensweise an die Zielfindung mit dem Recht übereinstimmt und in vielen Fällen wert ist nachgeahmt zu werden.

Michael Schmitt ist Charles H. Stockton-Professor für internationales Recht und Direktor des Stockton Center for the Study of International Law am US Naval War College.

John Merriam ist ein Anwalt der US Army, der aktuell als Associate Director des Stockton Center am US Naval War College dient.

Die beiden großen Abhandlungen selbst sind auch interessant. Zum Beispiel:

Wenn Zivilisten von einem Angriff betroffen sein könnten und es militärisch machbar ist, unternimmt die IDF umfangreiche Maßnahmen sie zu warnen.69 Einige davon, so der Abwurf von Flugblättern und allgemeine Ankündigungen an die Zivilbevölkerung, sind in Konflikten üblich. Sie kündigen typischerweise an, dass ein bestimmter Bereich angegriffen wird und weisen die Bevölkerung an wohin sie gehen soll, um dessen Auswirkungen zu entgehen. In vielen Fällen kontaktiert die IDF Oberhäupter der Viertel und fordert sie auf die Zivilisten anzuspornen den Bereich zu verlassen. Die IDF übermittelt auch exakte Warnungen vor bestimmten Angriffen. Wie unten beschrieben gehören dazu direkte Telefonanrufe an Zivilisten im Zielgebiet und sogenanntes „Anklopfen auf dem Dach“. Menschenrechtsorganisationen kritisieren beide diese Technik während der jüngsten israelischen Operation im Gazastreifen, gleichwohl finden die Autoren diese Kritik nicht gut begründet.70

Fußnote 70 verweist auf Human Rights Watch und Amnesty International, was praktisch heißt, dass deren Verständnis des internationalen Rechts mangelhaft ist.

Zum Schluss:

Obwohl Israels Positionen zu den Prinzipien und Regeln und Prinzipien des LOAC bezüglich der Zielfindung eher orthodox sind, hat das einzigartige operationelle Umfeld, in der es sich befindet, klare Auswirkungen auf Interpretation und Anwendung. Als Beispiel angesichts der Neigung der Feinde Israels menschliche Schutzschilde zu benutzen ist es nicht überraschend, dass Israel die Haltung eingenommen hat, dass Einzelpersonen, die freiwillig auf diese Weise handeln, als direkte Teilnehmer an Feindseligkeiten zu betrachten sind. Angesichts der ständigen Versäumnis seiner Feinde sich von der Zivilbevölkerung zu unterscheiden ist es gleichermaßen nicht überraschend, dass Israel das Prinzip der Angemessenheit bezüglich der Zielfindung begrüßt hat. Am vielleicht bemerkenswertesten ist der hohe Wert, den Israel auf die Sicherheit seiner Soldaten und seiner Zivilbevölkerung legt. Obwohl es nicht möglich ist, das zu quantifizieren, haben diese Anliegen zweifellos die Sicht der israelischen Kommandeure beeinflusst, wenn sie militärische Operationen planen und ausführen, Perspektiven, die oft bei der Anwendung von LOAC-Konzepten wie der Verhältnismäßigkeit ins Spiel kommen.

Nach Meinung der Autoren formt der Gebrauch von Lawfare durch Israels Feinde ähnlich – ob bewusst oder nicht – Israels Interpretation und Anwendung der LOAC. Insbesondere hat Israel einen inklusiven Ansatz zum Anreicht auf geschützten Status übernommen, besonders den Status von Zivilisten. Zu Beispielen gehört Israels Haltung zu Zweifeln, sein Umgang mit unfreiwilligen Schutzschilden wie Zivilisten, die nicht direkt an Kämpfen teilnehmen und seiner Ansicht, dass Einzelpersonen, die Warnungen ignorieren, ihren zivilen Status behalten. Obwohl diese Haltungen für einen Staat, der sich Feinden gegenüber sieht, die geschützten Status für militärische und andere Gewinne ausbeuten, gegen die Intuition zu stehen scheinen, passen solche Haltungen gut, um dem entgegenzuwirken, dass der Feind sich auf Lawfare verlässt. Diesbezüglich verbessern Israels LOAC-Interpretationen eher seine Position auf operationeller und strategischer Ebene, trotz aller taktischen Verluste. In die gleiche Richtung geht, dass die IDF in ihren Verfahrensweisen in vielen Fällen Einschränkungen aufbürdet, die über die Anforderungen der LOAC weit hinaus gehen.

Israels Handeln war nach jeder zurechnungsfähigen Interpretation des Rechts für bewaffnete Konflikte völlig rechtmäßig. Amnesty und HRW verdrehen das internationale Recht auf eine Weise, die es jeder modernen Armee unmöglich macht zu kämpfen.

Das Schweigen wirklich brechen 4: Matan Katzman

Elder of Ziyon, 14. Mai 2015

Aus Facebook:

Ich breche das Schweigen. Hier ist mein Bericht, er setzt eine wichtige Initiative unter dem Hashtag #האמת_שלי (Hebräisch für #My_Truth / #meine_Wahrheit) fort.

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Beit Hanun, Gazastreifen, 2006. Operation „Herbstwolken“. Wir gehen in ein Haus. Am Eingang treffen wir einen Mann und seine Ehefrau. Wir bringen sie in einen Nebenraum und bieten ihnen etwas zu trinken an. Wir fragen den Mann, ob er irgendetwas mit der Hamas zu tun hat. „Nein, natürlich nicht, wir haben keine Verbindung zu denen.“ Dann fragen wir, ob sie irgendwelche Waffen in ihrem Haus haben. „Nein, natürlich nicht“, antwortet er. Das Team bleibt ein paar Stunden im Haus. Bevor sie es verlassen entscheiden sich Soldaten in einem der Räume ein Sofa zu verschieben; sie legen einen Sprengsatz frei, der gepanzerte Fahrzeuge sprengen soll. Der Mann ist heil und unversehrt.

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Beit Hanun, Gazastreifen, 2006. Operation „Herbstwolken“. Wir suchen im Zentrum der Stadt (Kasbah) nach Waffen und gehen von einem Haus zum anderen vor. In einem davon fühlt sich ein Zivilist mittleren Alters nicht wohl. Unser Sanitäter, Roi, diagnostizierte mögliche Herzprobleme. Wir stoppen die Suche nach Waffen und gehen nicht zu anderen Häusern weiter, damit Roi ihn behandeln kann. Mit Hilfe der Tochter des Mannes, die fließend Englisch spricht, rufen wir den Roten Halbmond und dehnen unseren Aufenthalt in seinem Haus aus, womit wir uns exponieren und uns noch weiter gefährden.

Kurz danach hören wir einen mächtigen Knall und Splitter fliegen überall herum. Ein IDF-Team der benachbarten Einheit, die in der Nähe vorging und nicht erfahren hatte, dass wir dem Mann immer noch notfallmedizinische Behandlung im vorherigen Haus leisten, löste versehentlich eine Einbruchs-Sprengsicherung an der Tür des Hauses nur ein paar Meter von uns aus. Es ist ein Wunder, dass niemand verletzt wird.

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Das Viertel Zeithoun, Gazastreifen, 2009. Operation „Gegossenes Blei“. Mein Team hat den Befehl die Kontrolle über ein Wohnhaus zu übernehmen, in dem ein prominenter Hamas-Funktionärs, der dort mit seiner Familie lebte. Die IDF hätte es leicht aus der Luft bombardieren können, aber wir gefährden uns selbst und durchsuchen das Gebäude zu Fuß. Im zweiten Stock, in dem das Elternschlafzimmer ist, gibt es einen großen Kleiderschrank mit einem Spiegel darüber. In einem Fach des Schranks finden wir Granatwerfer, Mörsergranaten, Handfeuerwaffen, Gewehre, Handgranaten, Armeewesten, Funkgeräte, Handys und Tausende Kugeln.

Im Hof finden wir zwei Raketenwerfer zwischen den Olivenbäumen versteckt, wo wahrscheinlich die Söhne des Hamas-Funktionärs spielen. In einer Ecke des Hofs befindet sich eine verdächtige Bude, die wir bei der Durchsuchung als Werkstatt zum Zusammenbau von Raketen identifizieren. Die Bude ist voller Raketen, Sprengkörper, Dünger zur Herstellung von Sprengstoff und arabische Handbücher für den Zusammenbau und den Abschuss von Raketen – alles in einem Wohnhaus, in dem der Funktionär mit Frau und Kindern lebt. Obwohl die IDF einen starken Verdacht hatte, was wir in dem Haus finden würden, was sich alles – und darüber hinaus – letztlich als wahr erweist, wird es nicht aus der Luft bombardiert. IDF-Soldaten – ich und mein Team – werden abkommandiert das Haus zu durchsuchen um damit den Schaden für den Grundbesitz und die Hamas zu minimieren.

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Ich schreibe das, nachdem ich hier sitze und Dutzende Seiten anonymer Aussagen von „Breaking the Silence“ lese, die wie viele andere Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen sind, zu denen es keine Belege gibt, die die Komplexität des Krieges nicht erklären und die Realität der zynischen Benutzung von Zivilisten durch die Hamas ignoriert. Sie sind schlicht ignorant und eine weitere Gelegenheit auf israelische Soldaten einzuprügeln.

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Es gibt Geschichten, die tausendmal heldenhafter sind als meine. Ich suche nicht und brauche keine Aufmerksamkeit. Ich mache das, weil ich stolz auf die IDF bin, ich habe volles Vertrauen in die Soldaten, die an meiner Seite kämpften und ich glaube an ihren hohen moralischen Standard. Ich lehne es ab einer winzigen, anonymen Minderheit die IDF zu verleumden. Ich bin mir Fehlern bewusst, die Soldaten auf dem Schlachtfeld machen. Diese Fälle sind ein winziger Bruchteil der israelischen Soldaten. Sie sind eine Ausnahmen und stehen in keiner Weise für die Soldaten und Offiziere der IDF – einschließlich meiner selbst.

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Es wird höchste Zeit, dass wir Israelis unseren Zynismus abkratzen und anfangen unsere persönlichen Geschichten zu erzählen. Ich hatte neulich die Chance meine Geschichte in den USA bei einer Soldaten-Tour von StandWithUs zu erzählen. Israelische Soldaten: Teilt eure Geschichte mit und fügt den Hashtag #האמת_שלי #My_Truth hinzu.

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Im Bild: Zugang zu dem Haus des Hamas-Terroristen, das nicht aus der Luft bombardiert wurde; Zeithoun, Gazastreifen.

Das Schweigen wirklich brechen 3: Noch ein IDF-Soldat äußert sich

Elder of Ziyon, 13. Mai 2015

Von Avihai Shorshan, übersetzt ins Englische auf Facebook von Tomer Elias:

Auch ich breche das Schweigen.

Hier ist mein Bericht, nichts Besonderes, nur die Spitze des Eisbergs.

Während unseres Einsatzes in der Kasbah von Schem, als wir in einem Haus für einen Hinterhalt eingesetzt waren, bekam ein alter Mann, einer der Einwohner des Hauses, Schmerzen in der Brust. Weil der Rote Sahar eine Gruppe nutzloser Golems ist, evakuierten wir gegen unseren Befehl den altem Mann mitten in der Nacht auf einer Trage, während wir ernsthaft Soldaten in der Gegend gefährdeten und die Preisgabe unseres Hinterhalts riskierten.

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Während unseres Dienstes im Gazastreifen entschied der Bataillonskommandeur, dass als alle Lebensmittelvorratskisten, die der Einheit für einsame Soldaten geschickt wurden, währen des nächsten Einsatzes an die palästinensischen Familien zu verteilen sind. (Wir erhielten viel mehr Lebensmittelkisten als einsame Soldaten in der Einheit waren.) Währen eines unserer Einsätze vor Rosch HaSchana gingen wir zu Fuß in einen Bereich von Jabalia und das gepanzerte Fahrzeug hinter uns brachte die Kisten mit all den Lebensmitteln. Jedes Haus, das wir während des Einsatzes betraten, erhielt eine Feiertagsgeschenk.

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Während eines unserer Einsätze in den Außenbezirken von Sajaia (einer Stadt im Gazastreifen) wurde unser Standort entdeckt. Die Hamas wartete nicht lange und schickte uns einen 10-jährigen Jungen mit einem Sprengstoffgürtel am Körper.

Gegen das Protokoll und die Befehle den Terroristen zu töten entschied sich ein Freund der Gruppe, die zu diesem Zeitpunkt die Tür bewachte, das Feuer nicht zu eröffnen. Er ging in Deckung und befahl dem Jungen sich auszuziehen und den Sprengstoffgürtel abzunehmen. Wir nahmen den Jungen fest und nach einem Verhör in Israel wurde er gesund und munter entlassen. (Übrigens stellte sich während seines Verhörs heraus, dass sein Bruder, ein hochrangiges Hamas-Mitglied, ihm 10 Schekel zahlte, damit er losging und sich mit uns in die Luft jagte.)

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Nach zwei Wochen Vorbereitung für einen Einsatz, der ein wenig wahnsinnig war, zogen wir los, um die Hamas-Führung in Janin festzunehmen. Wir hatten Geheimdienstinformationen, dass sie sich alle im selben Café treffen wollten.

Nach einem langen Marsch und zwei Wochen Kampfbereitschaft erreichte die Truppe ihren Zielort und wir nahmen alle den Zielort ins Visier. Doch dann erkannte der Geheimdienst, dass das Café und die Umgebung mit Unbeteiligten vollgepackt waren und es kam der Befehl den Einsatz abzubrechen und mit leeren Händen zurückzukehren, um keine Unschuldigen zu schädigen.

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Was ich hier schreibe geschieht nicht selten und ist kein Sonderfall. Ich kann ein ganzes Buch nur über die Fälle schreiben, die wir persönlich in unserem Team erlebten.

Jeder Soldat, der in diesen Bereichen diente, kann viele weitere, ähnliche Erlebnisse schildern.

Ich verschließe nicht die Augen davor, dass im Kampf, besonders in einem urbanen Umfeld, unschuldige Zivilisten geschädigt werden. Ich weiß jedoch von ganzem Herzen, dass die Kommandeure vor Ort und die weiter oben über das Notwendige hinaus gehen werden, um die Zahl der Opfer zu minimieren. Selbst wenn es passiert, ist es ein Fehler, Dinge, die auf jede Weise unglücklich geschehen, überall auf der Welt.

„Breaking the Silence“ versucht zu diffamieren und einen Streit zu schaffen, nichts anderes. Die Organisation ist nicht bereit mit der IDF zusammenzuarbeiten oder ihr Ermittlungsmaterial zu teilen, trotz der ständigen Bettelei der IDF, sie sollten es tun. Abgesehen davon sind alle Aussagen anonym…

Jeder Mensch mit einem Kopf auf den Schultern wird seine eigenen Schlussfolgerungen ziehen…

Jeder, der in Judäa und Samaria (Westbank) und dem Gazastreifen kämpfte, weiß, was dort tatsächlich geschieht und wie die Befehle aussehen.

Das Schweigen wirklich brechen: Ein weiterer IDF-Soldat äußert sich

Elder of Ziyon, 13. Mai 2015

(Teil 1 ist hier.)

Shachar Eilenberg, ein IDF-Soldat, der im Gazastreifen kämpfte, schrieb als Reaktion auf die Veröffentlichung anonymer „Zeugenaussagen“ durch „Breaking the Silence“ einige seiner Erfahrungen in Facebook nieder.

Operation Fels in der Brandung – Khirbat Ikhza’a
In den frühen Morgenstunden identifizierten wir zwei Burschen, die in der Nähe eines Hauses herumgingen, in dem wir uns befanden. Vier Kämpfe begleiteten Kompaniechef Benaya Sarel und gingen hinaus, um sie „einzukassieren“ und zu uns zu bringen, damit wir sie verhören und sie fragen konnte, was sie in der Gegend machten, die seit eineinhalb Wochen frei von Zivilisten war, einem Gebiet, in dem Kämpfe stattfanden. Nach einer kurzen Befragung durch den Gefangenenvernehmer und Benaya Sarel wurde klar, dass die Burschen gekommen waren, um nach Essen zu suchen und keine Verbindungen zur Hamas hatten. Benaya entschied ihnen etwas von unserem Essen zu geben und sie nach Hause zu entlassen.

Operation Fels in der Brandung – Khirbat Ikhza’a, dasselbe Haus wie in beim obigen Vorfall
Wir sind schon seit einiger Zeit hier und entdecken, dass wegen einer Fehlberechnung der Menge an Lebensmitteln, die wir mitnahmen, unser Team von 13 Kämpfern jetzt nur noch eine Dose Thunfisch hat. In der Küche des Hauses gibt es Nudeln, die das gesamte Team versorgen können. Wir erklären dies dem Kompaniechef und fragten um Erlaubnis die Nudeln zu kochen. Wir bekamen folgende Antwort: „Ihr habt einen Fehler gemacht, ihr habt nicht genug Essen mitgenommen, seid stark und überlebt mit dem, was ihr habt. Die Lebensmittel der Familie zu essen ist Plündern und wir sind keine Armee von Plünderern.“
Und übrigens: Als wir das Haus verließen, haben wir es nicht zerstört.

Operation Fels in der Brandung – in den Außenbezirken von Rafah
1.8.14, 8 Uhr, der humanitäre Waffenstillstand tritt in Kraft

Minuten nach dem Beginn der Waffenruhe taucht ein Radfahrer auf; wir versuchen ihn zu stoppen, aber wegen des Waffenstillstands geht das nicht und er entkommt. Hinterher erkennen wir, dass besagter Radfahrer ein Hamas-Agent war, der losgeschickt wurde um unsere Position auszukundschaften und die Information der Hamas weiterzugeben.

Kurz darauf erspäht Benaya Sarel einen unbewaffneten „Zivilisten“ im zweiten Stock eines nahe gelegenen Gebäudes. Wieder, wie bei dem ersten Vorfall, entscheidet Benaya sich den Zivilisten „einzukassieren“ und herauszufinden, war er in einer Kampfzone tut, wo es seit zweieinhalb Wochen keine Zivilisten zu sehen gab.

Der aus sechs Kämpfern bestehende Kommandotrupp geht raus, um den Zivilisten zum Verhör zu uns zu bringen. Als sie besagten Zivilisten erreichen, ist eine schwere Explosion zu hören und heftiges Feuer wird auf sie eröffnet. All das natürlich während der „humanitären Feuerpause“. Von diesem Vorfall kehrten Major Benaya Sarel, Leutnant Hadar Goldin und Hauptfeldwebel Liel Gidoni nicht zurück. Ich betone noch einmal: Das war während einer Waffenruhe.

Wer immer sagt, unsere Armee sei unmoralisch und kriminell, ist blind und wenn die Soldaten einer solchen Armee Kriminelle sind, dann bin ich stolz ein Krimineller zu sein.

Gedankenverlorenes Territorium: Mossad warnt: Gaza lagert Abwasser

Preoccupied Territory, 8. Dezember 2014

Tel Aviv, 8. Dezember – Vertreter des Geheimdienstes warnten das israelische Militär und die politische Führung heute Morgen, dass der Gazastreifen begonnen hat Millionen Liter ungeklärtes Abwasser für einen noch unklaren Gebrauch zu sammeln.

Der Mossad und der militärische Geheimdienst entdeckten die Lager des gefährlichen Materials durch die Analyse von Drohnen-Bildern. Die Fotografien zeigen das Vorhandensein von Anlagen zum Umgang, zur Lagerung und Kanalisierung der zumeist flüssigen biologischen Risiken, die meisten davon offen zu sehen.

Wenn das stimmt, dann stellen die Informationen eine Eskalation der Nutzung von Zivilisten als militärische Aktivposten dar. In den letzten Konflikten mit Israel hatte die Bewegung ihre Kampf- und logistischen Einrichtungen in oder sehr nahe an zivilen Häusern und Einrichtungen gelegt, womit sie darauf zielte aus Bildern der Verstümmelten und Toten Kapital zu schlagen, um Mitgefühl und internationalen Druck auf Israel zu generieren, damit dieses Zugeständnisse macht. Das Abwasser bedeutet jedoch eine neue und besonders hinterhältige Ausdrucksform des Phänomens: Das giftige Material wird nicht nur in unmittelbarer Umgebung von Wohnhäusern gelagert, sondern auch von genau diesen Zivilisten produziert – was bedeutet, dass die Hamas dazu übergegangen ist nicht nur die Anwesenheit von Zivilisten auszunutzen, sondern sie aktiv in der Herstellung von militärischem Material zu benutzen.

Die Strategie stellt komplexe Gefahren dar, wie sie für israelische Militäroperationen noch nie vorhanden gewesen sind, sagten Experten. „Die Bilder ausgebombter Häuser und toter Kinder sind als Verleumdung für Israel schon schlimm genug, aber das macht alles noch schlimmer“, sagt Asla Pekukah vom Interdisciplinary Center in Herzliya. „Stellen Sie sich einen Angriff auf eine Abwasserlager und den daraus entstehenden Schrecken vor.“

Abwassergefahren haben Gaza früher schon getroffen. Die angespannte Abwasser-Infrastruktur ist gelegentlich schon zusammengebrochen, wodurch Sturzfluten des stinkenden Zeugs Häuser, Straßen und Geschäfte überfluteten. Die Palästinenser machen Israel dafür verantwortlich, weil es die nötigen Materialen für die Reparatur und Wartung der Einrichtungen nicht in den Gazastreifen lässt, während Israel fürchtet, dass die Metallrohre wieder für die Herstellung von Raketen abgezweigt werden und darauf besteht, dass für die Abwasserentsorgung andere Materialien verwendet werden.

Jedem israelischen Versuch die Abwasserlager zu zerstören würde vermutlich eine verstärkte Version dieser Auseinandersetzung folgen; eine solche Operation den Abfall komplett zu eliminieren schlüge fast unausweichlich fehl und würde ihn über ein weites Gebiet verstreuen. Die katastrophalen gesundheitlichen Folgen, die das darstellt, würden der Hamas einen poltischen und diplomatischen Coup bieten, da diese den Vorfall oder die Vorfälle dazu nutzen könnte Israel als wild entschlossen hinzustellen die Zivilbevölkerung des Gazastreifens zu schädigen, nicht sich zu verteidigen.

Israels Optionen bleiben trübe. Internationale Bemühungen die Abwasserlager im Gazastreifen zu reduzieren, würden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit fehlschlagen, da die Hamas alle offiziellen Aspekte des Gazastreifens kontrolliert und seine Verwaltung der Orte zu einer Grundvoraussetzung des Vorankommens für jegliches derartige Projekt macht, vermutlich über die Ableitung einiges des Abwassers, um ihr eigenes Süppchen zu kochen.