Islam bedeutet Frieden und …

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Wer ist der Feind?

Daniel Pipes, Commentary, Januar 2002

Gegen wen oder was führen die Vereinigten Staaten Krieg? Die Antwort auf diese Frage hat weit reichende Auswirkungen auf Strategie, Diplomatie und Außen- wie Innenpolitik. Man könnte meinen, die Antwort liege auf der Hand; das tut sie aber nicht.

Wann immer Präsident George W. Bush in den ersten Wochen nach dem 11. September von Feinden sprach, bestand er darauf, dass sie keine Afghanen, noch etwa Muslime waren, sondern Leute, die er „Übeltäter“ oder „die Bösen“ nannte. Diese sonderbare, seltsam klingende Wortwahl scheint ausdrücklich gewählt worden zu sein, um weder Personen noch Gruppierungen auf die Füße zu treten. Sie erlaubte Bush auch, eine Reihe von Ereignissen zusammen in einen Topf zu werfen, bevor man wusste, wer für welches verantwortlich war. Als mysteriöse Anthrax-Briefe aufzutauchen begannen, machte er wieder diese gesichtslosen „Übeltäter“ dafür verantwortlich, „weiterhin Amerika und die Amerikaner schädigen zu wollen“.

Was sind die Ziele dieser Übeltäter? Auch hier gab Busch mit Bedacht Floskeln von sich. Es waren „von Hass motivierte“ Leute oder etwas genauer „Leute, die kein Land“ hatten; bei anderer Gelegenheit „Leute, die versuchen können, ein Land zu übernehmen, Parasiten, die sich in einem Gastland einzunisten versuchen“. In Bezug auf die geplante Antwort der USA war der Präsident einmal mehr sehr vorsichtig und sprach meistens davon, „die Übeltäter zu jagen und vor Gericht zu bringen“.

Nicht einmal nach dem Beginn des Krieges Anfang Oktober bemühte sich Bush um präzisere Aussagen, sondern neigte eher dazu, die Feindseligkeiten als „gemeinsamen Versuch, das Böse auszumerzen, wo wir es finden“ zu bezeichnen. Einzige Neuerung war die Einführung des Konzepts des „Kriegs gegen den Terrorismus“, manchmal auch als „Krieg gegen Terrorismus und das Böse“ bezeichnet. Das machte aber noch weniger Sinn. Terrorismus ist eine militärische Taktik, die von unterschiedlichen Gruppen und Individuen auf der ganzen Welt zur Erreichung verschiedener Ziele eingesetzt wird. Von einem „Krieg gegen den Terrorismus“ zu sprechen ist in etwa so, als spräche man von einem Krieg gegen Massenvernichtungswaffen. Man muss wissen, wer diese Waffen besitzt oder einsetzt und mit welcher Zielsetzung.

Was sind die Ziele des Krieges? Diese waren ähnlich unklar (und sind es noch). Als Bush am 7. Oktober den Beginn der militärischen Aktionen verkündete, definierte er das Ziel als „die Zerschlagung … und den Sieg über das globale Terrornetzwerk“, eine sprachliche Neuschöpfung, die auch wieder Fragen aufwirft: Was ist z.B. das weltweite Terrornetzwerk? Welche Organisationen, außer Al Qaida, gehören dazu? Schließt das militant-islamische Gruppen wie Hisbollah und Hamas ein? Nicht muslimische Gruppen wie die Irisch-Republikanische Armee und die Tamil Tigers? Staaten wie den Irak?

Verteidigungsminister Donald H. Rumsfeld schien – nicht als einziger – durch das verschwommen formulierte, hoch gesteckte Ziel besorgt zu sein. Zu einem frühen Zeitpunkt tat er die „Idee, den Terrorismus von der Erdoberfläche verbannen“ zu wollen, als unrealistisch ab. Er schlug allerdings ein nicht weniger fassbares Ziel vor: Die Amerikaner seien ein Freiheit liebendes Volk, sagte er, daher müsse der Sieg so definiert sein, dass ein Umfeld geschaffen würde, in dem sie „tatsächlich diese Freiheiten vollenden und leben können“ und in dem andere davon abgehalten werden würden, „unseren Lebensstil nachteilig zu beeinflussen“. Das war zwar – besonders der letzte Teil – bewundernswert, aber kaum ein Ziel, das man einem General mit den Worten „Machen Sie das!“ als Auftrag überträgt.

Die Eröffnung des „Kriegs gegen den Terrorismus“ hat auch nichts dazu beigetragen, diesen Mangel an Klarheit auszuräumen. Anfangs war das erklärte Ziel in Afghanistan nicht, das Taliban-Regime zu beseitigen, sondern es nur dazu zu bringen Osama bin Laden und seine Kollegen auszuliefern. Erst, als die Taliban sich weigerten, ging die volle Wucht des amerikanischen Militärs auf sie nieder. Die gleiche Geschichte könnet sich in Bezug auf den Irak wiederholen. Ende November forderte der Präsident Saddam Hussein auf, die Wiederaufnahme der Waffeninspektionen zu erlauben oder die Konsequenzen zu tragen. Als er auf einer Pressekonferenz gefragt wurde, was diese Konsequenzen sein könnten, antwortete Bush rätselhaft: „Das wird er heraus finden.“

Wenigstens ein gut informierter Beobachter verstand darunter, dass Bush selbst nicht wusste, was er als nächstes tun würde.* In der Tat konnte man Anfang Dezember schien es sicher, dass über die Kämpfe in Afghanistan hinaus die Regierung noch keine Entscheidung über das zukünftige Vorgehen getroffen hatte.

All dies mag verständlich erscheinen. Konzeptionell ist der Konflikt, den die USA ausfechten, Neuland. Er wird gegen Schatten geführt; z.B. hat niemand bisher die volle Verantwortung für die Gräueltaten vom 11. September übernommen. Und dies hat so konventionelle Kriegsziele wie das Besiegen einer Armee oder die Eroberung von Land bedeutungslos gemacht. Außerdem wurden die völlig unvorbereiteten USA am 11. September überrascht. Egal, wie oft sie von Terrorschlägen getroffen worden waren – und es hat viele solche Fälle gegeben -, die Amerikaner rechneten niemals damit, sich in der Lage wieder zu finden, einen regelrechten Krieg gegen diesen Feind zu beginnen.

Darüber hinaus können Worthülsen in Kriegszeiten nützlich sein, besonders wenn man sozusagen im Nebel stochert. Als sie am 11. September das Krisenmanagement begann, scheute die Regierung instinktiv vor genauen Aussagen zurück, um sich nicht selbst die Hände zu binden. „Übeltäter“ und „Terrorismus“ ins Visier zu nehmen, außer Osama bin Laden keine Namen zu nennen, bietet größtmögliche Flexibilität. Indem man niemandem auf die Füße trat, konnte Washington einfacher um mögliche Partner für die von ihnen geführte „Koalition gegen den Terror“ umwerben. Gleichzeitig könnte die Administration zumindest theoretisch neue Ziele je nach Bedarf hinzu fügen oder streichen: Ein Partner von heute – z.B. Syrien – könnte der Übeltäter von morgen sein.

Mangelnde Klarheit kostet aber auch. Wenn Politiker ihren Militärs ungenaue oder widersprüchliche Zielsetzungen auftragen, schrieb Carl von Clausewitz in „Vom Kriege“ (1832), werden deren Anstrengungen so gut wie sicher vor große Probleme gestellt. Die Kriegsgeschichte bestätigt durch alle Zeitalter hindurch diese eiserne Regel, wie auch die Amerikaner in den letzten Jahrzehnten zur Genüge feststellen konnten (von Eisenhower, der Europa nicht schnell genug durchquerte, um das sowjetische Vordringen im Zweiten Weltkrieg abzuwehren, bis zu Norman Schwarzkopf, der Saddam Husseins Republikanische Garde in der Operation Desert Storm nicht eliminierte). Auch sind Generäle nicht die einzigen, die wissen müssen, gegen wen sie kämpfen und wofür sie kämpfen; auch andere in der Regierung, befreundete und feindliche Staaten müssen das wissen und natürlich das amerikanische Volk.

Wer also ist der Feind? Die Botschaft des 11. September war laut und deutlich und erlaubt keinerlei Doppeldeutigkeit: Der Feind ist der militante Islam. Kein Wunder daher, dass die Regierung zögerte, darüber zu sprechen, bevor sie wusste, wer genau dafür verantwortlich war. Zusätzlich zu den aufgezählten Überlegungen, gab es einen Vorfall in der jüngsten Geschichte, der das verhindert.

Als sich im Februar 1995 die erschreckende Gewalt zwischen bewaffneten und brutalen Islamisten-Gruppen und der repressiven Regierung in Algerien auf ihrem Höhepunkt befand, erklärte NATO-Generalsekretär Willy Claes, dass seit dem Ende des Kalten Krieges sich „islamische Militanz als vielleicht die größte Einzelbedrohung der NATO-Allianz und der westlichen Sicherheit erhoben hat“. Tatsächlich, sagte Claes, stelle der militante Islam nicht die gleiche Bedrohung des Westens dar, wie vor ihm der Kommunismus; sondern die Bedrohung sei noch größer, da der militante Islam Elemente des „Terrorismus, religiösen Fanatismus und die Ausbeutung sozialer und wirtschaftlicher Ungerechtigkeit einschließt“.

Claes hatte vollkommen Recht. Aber seine Aussagen stießen in der gesamten muslimischen Welt auf empörte Ablehnung, so dass er schnell einen Rückzieher machen musste und sie zurück nahm. „Religiöser Fundamentalismus“, so seine lahme Erklärung, „ob islamisch oder eine andere Variante, bereite der NATO keine Sorgen.“

In den Nachwirkungen des 11. September könnte es etwas einfacher sein zu sagen, was Claes damals nicht zu sagen erlaubt war; aber nur unwesentlich, und nicht für jeden in einer hochrangigen Position. Sicher ist, dass niemand Claes‘ peinlichen Rückzieher wiederholen möchte. Und doch, auch wenn es noch so unangenehm ist, dies zu sagen, gibt es keine Möglichkeit, dieser Tatsache aus dem Weg zu gehen.

Mindestens seit 1979, als Ayatollah Khomeini die Macht im Iran mit dem Kriegsruf „Tod den Amerikanern“ übernahm, ist der auch als Islamismus bekannte militante Islam der selbst ernannte Feind der USA. Inzwischen ist er der größte Feind. Ob es nun die Terror-Organisationen und einzelnen Terroristen sind, die Washington ins Visier nimmt, die Immigranten, die es befragt oder die Staaten, die es verdächtigt, alle sind sie Islamisten oder haben mit solchen Verbindung. Washington mach das zwar nicht sagen, aber seine Taten sprechen Bände.

Den militanten Islam als den bedrohlichsten langfristigen Feind der USA zu bezeichnen, bedeutet nicht, das Vorhandensein anderer Feinde zu bestreiten. Den Vereinigten Staaten mangelt es nicht an nicht-islamistischen Feinden: kommunistische Tyrannen in Nordkorea und Kuba, säkulare arabische Diktatoren in Irak, Syrien und Libyen, dazu weniger gewichtige Feinde in der ganzen Welt. Aber diesen Gegnern, sogar einschließlich Saddam Hussein, fehlen mehrere Eigenschaften, die den militanten Islam so bedrohlich machen: seinen ideologischen Eifer, seine Ausbreitung, sein Ehrgeiz und sein Durchhaltevermögen. Obwohl die potentielle Gefolgschaft des militanten Islam sich auf Muslime beschränkt, machen diese doch insgesamt rund ein Sechstel der menschlichen Rasse aus, die eine hohe Geburtenrate aufweist und in praktisch jedem Winkel der Welt zu finden ist.

Zu einem Zeitpunkt, in dem die aus Europa stammendenden Extreme der kommunistischen Linken und faschistischen Rechten ermüdet und insgesamt kraftlos sind, hat der militante Islam sich als die einzig wirklich bedeutende totalitäre Bewegung der heutigen Welt erwiesen. Einer seiner Führer nach dem anderen hat deutlich gemacht, dass der Islamismus sich als der einzige Rivale und der unvermeidliche Nachfolger der westlichen Zivilisation betrachtet. Obwohl eine Reihe von (falsch gepolten) westlichen Beobachtern ihn als im Aussterben begriffen betrachten**, wird er wahrscheinlich eine Kraft sein, mit der man noch für Jahre, wenn nicht Jahrzehnte zu kämpfen haben wird.

Lassen Sie mich versuchen, die „Kundschaft“ des militanten etwas genauer zu beschreiben. Sie kann in drei Hauptelemente unterteilt werden.

Den harten Kern bilden Typen wie Osama bin Laden gehören, die neunzehn Flugzeugentführer, al-Qaida, die Führer des Taliban-Regimes in Afghanistan und der Rest des Netzwerks gewalttätiger Gruppen, die von der militant-islamischen Ideologie beseelt sind. Diese Gruppen sind zum großen Teil in den 1970-er Jahren entstanden. und seitdem ein immer wichtigerer Faktor in der muslimischen Welt geworden. Zu diesem Netzwerk, das von manchen Moslem-Kritikern als „Islamintern“ bezeichnet wird, beinhalten schiitische und sunnitische Elemente, die an Reiche und Arme gleichermaßen ansprechen und in so weit auseinander gelegenen Gebieten wie Afghanistan, Algerien und Argentinien aktiv sind. 1983 begannen einige ihrer Mitglieder eine gewalttätige Kampagne gegen die USA, deren größter Triumph bisher die spektakuläre Aktion am 11. September war. Alles in Allem ist die Zahl der Anhänger dieses Netzwerks so lein, wie ihr Fanatismus groß ist. Es handelt sich vielleicht um ein paar Tausend.

Der zweite Kreis umfasst eine weit größere Zahl von Militanten, die mit Al-Qaidas radikal-utopischer Vision sympathisieren, ohne ihr selbst anzugehören. Ihre Gesinnung zeigte sich täglich seit dem Moment des Ausbruchs der Feindseligkeiten in Afghanistan: Zehntausende von Demonstranten und Mujaheddin brachten ihren entschiedenen Hass auf die Vereinigten Staaten und ihren Enthusiasmus für weitere Gewaltakte zum Ausdruck. Länder, von denen man normalerweise nichts hört und die kaum als Brutstätten des Radikalismus gelten können, machten sich auf um gegen die US-Kampagne zu protestieren.

Das Geschrei dieser Islamisten auf der ganzen Welt hatte eine gewisse, familiäre Ähnlichkeit:

Indonesien: „USA, fahr zur Hölle“.
Malaysia: „Fahr zur Hölle, Amerika“ und „Zerstört Amerika“.
Bangladesch: „Tod Amerika. Tod Israel. Taliban, Taliban, wir grüßen euch.“
Sri Lanka: „Bin Laden, wir sind auf deiner Seite.“
Jemen: „Amerika ist der Große Satan.“
Ägypten: „USA, fahr zur Hölle, die Afghanen werden siegen.“
Sudan: „Nieder, nieder, USA.“
Bosnien: „Lang lebe bin Laden.“
Großbritannien: „Tony Blair möge in der Hölle brennen.“

Die beste Schätzung, die ich aus Wahlresultaten, Umfragen, anekdotischem Material und den Meinungen informierter Beobachter heraus vornehmen kann, ist, dass dieses islamistische Element aus ca. 10 bis 15% der gesamten muslimischen Weltbevölkerung von rund einer Milliarde besteht – also rund 100 bis 150 Millionen Menschen weltweit.

Der dritte Kreis besteht aus Muslimen, die das militant-islamische Programm zwar nicht in allen Einzelheiten akzeptieren, aber mit seinem krassen Antiamerikanismus überein stimmen. Diese Haltung findet sich in praktisch der gesamten politischen Bandbreite. Ein säkularer Faschist wie Saddam Hussein teilt einen Amerika-Hass mit den extrem Linken der kurdischen PKK, die sie wiederum mit einer exzentrischen Figur wie Muammar Gaddafi gemein haben. Verlässliche Meinungserhebungen gibt es in der muslimischen Welt nicht, aber nach meinem Gefühl ist es die Hälfte der Muslime weltweit – also etwa 500 Millionen Menschen -, die mehr mit Osama bin Laden und den Taliban sympathisieren als mit en USA. Dass eine derart riesige Zahl von Menschen die USA Hassen, ist schlichtweg ernüchternd.

Das bedeutet nicht, dass Antiamerikanismus unter Muslimen universell ist, denn es gibt wichtige Bollwerke mit pro-amerikanischer Haltung. Dazu gehört das Offiziers-Korps des türkischen Militärs, die die eigentlichen Herren des Schicksals ihres Landes sind, einige Führer von Staaten mit muslimischer Mehrheit in der früheren Sowjetunion, die sich langsam zu Erkennen gebenden Dissidenten in der Islamischen Republik Iran und – etwas allgemeiner – die Muslime, die den militanten Islam aus erster Hand erfahren haben.

Aber diese „Gemäßigten“ bilden eine Minderheit. Ansonsten erhebt der Antiamerikanismus das Haupt: unter den abgeschirmten Frauen der saudischen Elite und den männlichen Einwohnern der riesigen Slums von Kairo, unter den Alten in den abgelegenen Gebieten Pakistans und den Studenten an muslimischen Schulen von Washington D.C. Auch ist Feindseligkeit nicht auf Gefühle beschränkt. Seit Vietnam – und noch vor dem 11. September – starben mehr Amerikaner durch die Hände von radikalen Muslimen als durch irgend einen anderen Feind.

Die Lage ist daher sehr düster. Aber sie ist nicht hoffnungslos, wie auch die Lage auf der Höhe des Kalten Krieges mit der Sowjetunion nicht hoffnungslos war. Wie damals ist auch heute nicht nur Genauigkeit und Ehrlichkeit in der Definition des Feindes notwendig, sondern eine konzeptionelle Klarheit, wie ihm zu begegnen ist. Und vielleicht ist der erste Schritt in dieser Richtung die Einsicht, dass – so paradox es im Licht der dargestellten Daten erscheinen mag – die Amerikaner nicht in einen Großkampf zwischen dem Islam und dem Westen verwickelt ist oder das, was „Zusammenprall der Zivilisationen“ genannt worden ist.

Diesem berühmten Begriff wurde von dem Polit-Theoretiker Samuel Huntington ein hoher Bekanntheitsgrad verschafft. Auf seine eigene, teuflische Art, hat Osama bin Laden ihn unterstützt. Der Gedanke übt einen unbestreitbaren Reiz aus, er ist aber nicht genau. Viele islamistische Elemente suchen tatsächlich eine solche Konfrontation; sie sind überzeugt, dass der Islam sich durchsetzen und die weltweite Vorherrschaft erreichen wird. Aber mehrere Faktoren sprechen gegen eine solch weit gehende Sicht der objektiven Lage.

Zum einen ist Gewalt gegen Amerikaner – und gegen Israelis, Abendländer und nicht-muslime überhaupt – nur ein Teil der Geschichte; die islamistische Feindschaft gegen Muslime, die ihre islamistischen Ansichten nicht teilen, ist nicht weniger erbittert. Machte die Taliban-Herrschaft in Afghanistan das nicht deutlich? Ihre vielfältigen Gräueltaten und mutwilligen Gewaltakte gegen ihre Mit-Muslime unterstellt eine Gewissenshaltung, die an Völkermord grenzt. Was es bedeuten muss, von dieser unterdrückenden Grausamkeit befreit zu werden, wurde in einem Bericht der New York Times aus einer Stadt in Afghanistan am 13. November gut eingefangen:

In den zwölf Stunden, seit die Taliban-Soldaten die Stadt verließen, breitete sich eine freudige Stimmung aus. Die Bevölkerung von Taliquan, die zwei Jahre unter der bedrückenden Herrschaft der Taliban-Herrschaft lebten, strömten in die Straßen, um die Beschränkungen abzuwerfen, die in bis die privatesten Bereiche ihres Lebens hinein gereicht hatten. Männer waren ihre Turbane in die Gosse. Familien gruben ihre lange versteckten Fernseher aus. Restaurants spielten laute Musik. Zigaretten flammten auf und junge Männer sprachen davon ihr Haar lang wachsen zu lassen.

Die Taliban sind auch keine Ausnahme: überall, wo er Macht errang und wo immer er nach Macht gestrebt hat, hat der militante Islam Muslime brutalst behandelt. Ich habe Algerien bereits erwähnt, ein Land, das Dank eines Jahrzehnts der Barbarei von Islamisten mit ungefähr 100.000 Toten (die Zahl steigt weiter) ein Synonym für Gewalt gegen Glaubensbrüder geworden ist. Kleiner, aber vergleichbare Tötungs-Orgien haben in Ägypten, dem Libanon und der Türkei statt gefunden. Und was kann über den Krieg des islamistischen Iran gegen den nicht-islamistischen Irak ab 1982 gesagt werden, der hunderttausende Muslime tot zurück ließ? Der militante Islam ist eine aggressive, totalitäre Ideologie, die letztlich kaum, wenn überhaupt Unterschiede bei denen macht, die ihm im Weg stehen.

Ein weiterer Grund dien Begriff des Zusammenpralls der Kulturen in Frage zu stellen: Er führt unvermeidlich dazu, die wichtigen und möglicherweise entscheidenden Unterschieden innerhalb der Kulturen selbst zu ignorieren. Diese Unterschiede tauchten mit besonderer Schärfe 1989 auf, als eine beträchtliche Minderheit der Muslime weltweit das Todesurteil des Ayatollah Khomeini gegen den Schriftsteller Salman Rushdie anprangerte – im Iran unterschrieben 127 Intellektuelle einen Protest gegen Khomeinis Erlass – während eine Reihe (säkularer wie religiöser) Prominente des Westens dieses Urteil entschuldigten oder Wege entschuldigten es zu „verstehen“. (In einer typischen Stellungnahme erklärte der Präsident der französischen Bischofskonferenz, dass die „Satanischen Verse“ eine „Beleidigung der Religion“ wären – als ob das auf irgendeine Weise die Bedrohung von Rushdies Leben angemessen rechtfertigen würde.)

Ein zeitlich und räumlich näher liegendes Beispiel liefern Umfragen im katholischen Italien nach dem 11. September; darin zeigte sich, dass ein Vierteil der Italiener der Ansicht sind, dass die Amerikaner bekamen, was sie verdienten. Sogar einige Amerikaner stellten sich auf die Seite der Angreifer oder zumindest hinter die Wahl ihres Ziels: „Jeder, der das Pentagon in die Luft jagen kann, hat meine Stimme“, verkündete ein Professor für Geschichte an der Universität von New Mexico. Macht das diese Leute Teil der Muslimischen Welt? Und wo stehen die hunderttausende Muslime, die von den Selbstmord-Flugzeugentführungen entsetzt waren? Gehören sie nicht zur muslimischen Welt?

Dies bringt uns zu einer großen und eng damit in Zusammenhang stehenden Frage: Liegt das „Problem“ im Islam selbst begründet? Wie alle großen Religionen ist der Islam einer Reihe von Interpretationen unterworfen, von der mystischen bis zur militanten, von der stillsten zur revolutionären. Seine Grundideen lassen höchst unterschiedliche Erklärungen zu. Gleichzeitig unterscheidet sich der Islam von anderen Religionen darin, dass er eine große Anzahl von Bestimmungen über das öffentliche Leben und die Beziehungen zu Nichtgläubigen einschließt; diese widersprechen recht stark modernen Empfindlichkeiten und wurden noch nicht zurück gelassen. Kurz gesagt: Die harte Arbeit, den Islam an die gegenwärtige Welt anzupassen, muss erst noch richtig angefangen werden – eine Tatsache, die beinahe die Attraktivität der militant-islamischen Ideologie erklärt.

Diese Ideologie ist kein völlig neues Phänomen. Seine Wurzeln reichen bis auf die Bewegung der Wahabiten im 18. Jahrhundert zurück, auf die Schriften des Ibn Taymiya im 13. Jahrhundert, sogar zu den Kharijjiten des siebten Jahrhunderts. Aber, wie es sich für eine moderne Ideologie gehört, umfasst die heutige Version mehr Lebensbereiche (einschließlich z.B. die wirtschaftliche Dimension), als alle vormodernen Vorgänger. Er hat auch weitaus größeren politischen Erfolg erlebt. Ein radikalisiertes Verständnis des Islam hat Fuß gefasst, wahrscheinlich in einen größeren Ausmaß als jemals zuvor in den vierzehnhundert Jahren muslimischer Geschichte; und er hat jede ernst zu nehmende Alternative vertrieben oder ruhig gestellt.

Dieser Radikalismus ist die wütende Antwort auf die Frage, die die Muslime seit 200 Jahren verwirrt, da die Macht und der Reichtum, mit denen die Welt des Islam einst gesegnet war, in den fünf Jahrhunderten vor 1800 tröpfchenweise verschwanden und sich andere Völker und Nationen vor drängten. Was war falsch gelaufen? Wenn der Islam, wie weitgehend angenommen, Gottes Gnade bringt, warum schneiden Muslime so schlecht ab? Muslime wandten sich in der Zeit der Moderne einer Reihe von extremistischen Ideologien zu – vom Faschismus und Leninismus bis zum panarabischen und pansyrischen Nationalismus -, immer im Versuch, auf diese Frage eine Antwort zu finden – durch fast alle Mittel außer der Selbstprüfung, Mäßigung und Selbsthilfe. Der militante Islam hat sich als die populärste, täuschendste und verhängnisvollste dieser Ideologien erwiesen.

Aber die beispiellose Natur seiner Dominanz bietet ironischerweise auch Grund zur Hoffnung. So erfolgreich die militante Interpretation gegenwärtig auch sein mag, in der Zukunft muss das nicht genauso sein. Der terroristische Heilige Krieg gegen den Westen ist eine Lesart des Islam, aber nicht sein ewig währendes Wesen. Vor 40 Jahren, auf dem Höhepunkt des sowjetischen Ansehens und während der Blüte des panarabischen Nationalismus, hatte der militante Islam kaum politischen Einfluss. Was dann passierte, um ihn in die erste Reihe zu bringen, ist zwar eine faszinierende Frage, aber der zentrale Punkt für unsere Zwecke ist, dass, da der militante Islam vor kaum 40 Jahren keine einflussreiche Kraft war, es absolut vernünftig ist anzunehmen, dass er in weiteren 40 Jahren seinen Einfluss eingebüsst haben könnte.

Wenn der heutige Extremismus tatsächlich nicht aus dem Islam herauszubringen wäre, dann gäbe es keine Lösung außer dem Versuch ein Sechstel der Weltbevölkerung entweder in Quarantäne zu nehmen oder zu bekehren. Keiner dieser Vorschläge ist realistisch.

Wenn der Welt erschütternde Zusammenprall unserer Zeit nicht zwischen zwei Zivilisationen statt findet, dann muss es einer zwischen dem Mitgliedern einer Zivilisation sein – also zwischen den Islamisten und denen, die wir mangels besserer Begriffe gemäßigte Muslime nennen wollen (wobei „gemäßigt“ nicht im Sinne von liberal oder demokratisch, sondern lediglich anti-islamistisch bedeutet). Ähnlich wie die extremen westlichen Ideologien des Faschismus und des Kommunismus den Westen herausforderten, erschütterten und ausgetrieben wurden, ist es mit dem militanten Islam und der muslimischen Welt. Die Schlacht um die Seele des Islam wird zweifellos viele Jahre dauern und viele Leben kosten; sie wird wahrscheinlich die größte ideologische Schlacht der Zeit nach dem Kalten Krieg sein.

Welche Rolle bleibt dabei für uns? Die Vereinigten Staaten, ein überwältigend nicht muslimisches Land, kann zweifellos nicht die Probleme der muslimischen Welt lösen. Sie können weder das Trauma des modernen Islam lösen, noch viel dazu beitragen, den in der muslimischen Welt blühenden Antiamerikanismus zu verringern. Während der Kampf unter den Muslimen sich entfaltet, werden sich Nicht-Muslime hauptsächlich in der Rolle des außen vor Stehenden wiederfinden.

Die außen Stehenden und besonders die USA können jedoch maßgeblich zur Beschleunigung des Kampfs beitragen und zur Beeinflussung seines Ausgangs beitragen. Das können sie tun, indem sie die militante Seite schwächen und der gemäßigten helfen. Tatsächlich hat dieser Prozess mit dem sogenannten Krieg gegen den Terrorismus schon begonnen und im Kleinen sind dessen Ergebnisse in Afghanistan auf dramatische Weise sichtbar geworden. Solange Washington abseits stand, waren die Taliban im Lande and er Macht und die Nordallianz schien und war eine glücklose Kraft. Sobald das US-Militär beteiligt war, brachen die Taliban zusammen und die Nordallianz stürmte in wenigen Wochen durch das Land. Bezogen auf die Gesamtschau ist die Aufgabe dieselbe: die Islamisten schwächen, wo sie an der Macht sind, sie von ihrer Ausdehnung abhalten und die gemäßigten Elemente ermutigen und unterstützen.

Um den militanten Islam zu schwächen, wird eine phantasiereiche und anspruchsvolle Politik notwendig sein, die auf die Bedürfnisse der jeweiligen Länder zugeschnitten ist. Der Stempel amerikanischer Macht hat sich bereits an einigen Orten aufgedrückt, von Afghanistan, wo sie die Regierung stürzte, bis zu den Philippinen, wo 93 Millionen Dollar in Militär- und Sicherheitshilfen samt einem Beraterstab der Regierung helfen, den militant-islamischen Aufstand zu besiegen. In Pakistan bildet das FBI Einreise-Beamte in der Entdeckung verdächtiger Terroristen aus, die aus Afghanistan einsickern. Die anarchistischen Gegenden Somalias könnten als nächste an der Reihe sein.

In einigen Fällen könnten die Veränderungen dramatisch und schnell herbeizuführen sein; in anderen wird die Entwicklung langsam voran schreiten und lange andauern. In Pakistan muss der Staat gezwungen werden, die Kontrolle über die berüchtigten Madrassas (religiösen Schulen) zu übernehmen, die Extremismus lehren und Gewalt befürworten. Im Iran und Sudan werden weitaus energischere und vielfältigere Anstrengungen notwendig sein, um die Herrschaft des militanten Islam zu beenden. In Qatar, Heimat des al-Jazira-Senders – bin Ladens Sprachrohr -, muss auf die Regierung Druck ausgeübt werden, die Lehren eines moderaten Scheichs zu fördern, statt jene des tief im Schützengraben eingegrabenen Extremisten Yussuf Al-Qaradawi („Am Jüngsten Tag werden Muslime die Juden bekämpfen und sie töten“).

Saudi Arabien ist ein besonderer Fall. Es ist die Heimat von Osama bin Laden selbst und fünfzehn der neunzehn Selbstmord-Entführer, die Brutstätte der Grundideen, die für das Herz der Taliban stehen und die Finanzierungsquelle des weltweiten islamistischen Netzwerks. Obwohl die saudischen Behörden es geschafft haben, mit dem Westen seit Jahrzehnten funktionierende Beziehungen zu pflegen, haben sie es auch zugelassen, dass der öffentlichen Diskurs vom militanten Islam übernommen wurde. Es muss dringend von einem Schulsystem befreit werden, in dem beispielsweise Schulbücher der zehnten Klasse warnen: „Die Muslime schulden sich gegenseitig Loyalität und haben die Ungläubigen als ihren Feind zu betrachten.“ Für die Medien, ganz zu schweigen von anderen Bereichen des öffentlichen Lebens, gilt das Gleiche.

An anderer Stelle müssen Finanzzentren auf der ganzen Welt, von den Vereinigten Arabischen Emiraten bis nach Hong Kong dazu gezwungen werden, die Geldwäsche durch „islamische Wohlfahrtsorganisationen“ für Al Qaida und andere Terror-Organisationen zu unterbinden. Frankreichs Präsident Jacques Chirac hat zugegeben, dass „Europa ein Zufluchtsort“ für islamistische Extremisten geworden ist. Dieses Problem muss ernst genommen werden und dem müssen Taten folgen.

Der Krieg gegen den militanten Islam hat auch innenpolitisch Konsequenzen, denn die Gefahr im Inland ist nicht weniger unheilvoll als die von außen. Das Ziel ist, Schaden durch radikal antiwestlich Eingestellte unter uns zu verhüten; die Mittel dazu müssen Ausweisung, Gefängnis oder andere Einschränkungen einschließen. Das beinhaltet eine Änderung der Einwanderungsgesetze und besonders ein Ende der unbedarften Annahme, dass alle, die zu Besuch oder als Immigranten in die USA einreisen wollen, es gut mit dem Land meinen. Es bedeutet die Aufnahme eines ideologischen Filters in die Einreisebestimmungen und in den Worten des Präsidenten: „Es müssen viele Fragen gestellt werden die vorher nicht gestellt wurden.“ Es bedeutet, scharf gegen islamische „Wohlfahrtsorganisationen“ vorzugehen, die Gelder an islamistische Gruppierungen schleusen. Außerdem werden Militärgerichte notwendig sein. Die Anwalt-Klient-Beziehung wird unter Umständen gewisse Einschränkungen hinnehmen müssen. Wo angemessen, muss ernsthafter Gebrauch der Rasterfahndung zur Entdeckung von Schläfern und anderen Terroristen eingesetzt werden. Und vor allem muss der Präsident aufhören, sich mit militant-islamischen Führern zu treffen, wie er das vor und nach dem 11. September getan hat***, da er diese damit legitimiert.

Wir sollten uns aber nicht vormachen. Wenn die USA mehr als 100 Millionen islamistische Feinde haben (ganz zu schweigen von der noch größeren Zahl der Muslime, die uns aus den verschiedensten anderen Gründen Schlechtes wünschen), dann können sie nicht alle ausgeschaltet werden. Statt dessen muss das Ziel sein, sie abzuschrecken und im Zaum zu halten. Der militante Islam ist zu populär und zu weit verbreitet, um militärisch ihn militärisch zu vernichten. Er kann nur abgewehrt werden.

Um die Worte George Kennens in „Die Quellen der Sowjetischen Haltung“ (sein berühmter Artikel über die Bedrohung durch den sowjetischen Kommunismus von 1947) zu übernehmen: „Das Hauptelement jeder US-Politik gegenüber dem militanten Islam muss die einer langfristigen, ruhigen, aber strengen und wachsamen Eindämmung seiner expansiven Tendenzen sein“. Ziel muss sein, ihre Anhänger zu überwinden, dass der Gebrauch von Gewalt gegen Amerikaner bestenfalls fruchtlos und schlimmstenfalls kontraproduktiv ist – dass Algerier und Malaysier ein Recht auf ihre antiamerikanische Meinung haben, aber nicht aus ihnen heraus handeln und Amerikanern Schaden zufügen. Sie das Fürchten zu lehren ist der einzige Weg, dieses Ziel zu erreichen. Und dazu braucht es Härte, Entschiedenheit – und Durchhaltevermögen – von einer Art, die Amerikaner seit langem nicht aufgeboten haben. Außerdem werden Verbündete benötigt.

Das ist der Punkt, an dem die moderaten Muslime ins Spiel kommen. Wenn rund die Hälfte der muslimischen Bevölkerung Amerika hasst, tut es die andere Hälfte nicht. Unglücklicherweise sind sie unbewaffnet, unorganisiert und praktisch ohne Stimme. Die USA brauchen sie nicht wegen ihrer Macht. Sie brauchen sie wegen ihrer Ideen und der Legitimität, die sie verleihen, und diese Aspekte ihrer Stärken ergänzen die Washingtons sehr gut.

Der US-Regierung fehlt die religiöse Autorität, um über den Islam zu reden, obwohl sie das nicht zu merken schient. Hier steht Osama bin Laden und behauptet, dass die Welt sich in die guten Moslems und die bösen Nichtmoslems teilt und dann zum Heiligen Krieg gegen den Westen aufruft. Wie kann eine säkulare und mehrheitlich christliche Regierung möglicherweise antworten? Mit Sicherheit nicht direkt – obwohl die Regierung ohne Erfolg genau das zu tun versuchte.

So sprach am 3. November Christopher Ross, ehemaliger US-Botschafter, für die US-Regierung auf Arabisch 15 Minuten lang im Al-Jazira-Fernsehen. Seine Aufgabe bestand aus nicht weniger als der Entkräftung der Beschuldigung Osama bin Ladens, dass Amerika der Feind des Islam sei. Ross ging auch in die Offensive und erzählte den Zuschauern, dass die, „die die Verbrechen durchführten, menschliches Leben nicht respektieren, nicht einmal unter Muslimen“ und dass bin Laden der wirkliche Feind des Islam sei.

Ross‘ Auftritt bei Al-Jazira war nur eine von vielen Schritten, die von Charlotte Beers entwickelt wurde, der Staatssekretärin im Außenministerium, die mit damit beauftragt wurde, Amerikas Botschaft zur muslimischen Welt zu bringen. Beers, mit dem Spitznamen „Königin der Markennamen“ und ehemalige Leiterin von J. Walter Thompson und Ogilvy & Mather, ist teilweise verantwortlich für die Eröffnung des Coalition Information Center (CIC), einem für Public Relations-Kampagnenzentrum. Es bietet mit seinen zwei Dutzend Mitarbeitern tägliche und wöchentliche Gesprächsthemen für Journalisten und hat eine Kampagne entwickelt, um Muslime von der freundlichen amerikanischen Haltung ihnen und ihrem Glauben gegenüber zu überzeugen. Es sorgte dafür, dass zu Beginn des Fastenmonats Ramadan mehr humanitäre Hilfspakete über Afghanistan abgeworfen wurden, verschickte einen „Katalog der Lügen der Taliban“ an pakistanische Zeitungen und arrangierten Treffen von Journalisten aus mehrheitlich muslimischen Ländern mit amerikanischen Politikern. Es ist auch für die Nutzung der Populär-Kultur zur Verschiebung der Wahrnehmung in der muslimischen Welt verantwortlich, indem – so (das Magazin Variety – zum Dialog zwischen jungen Amerikanern und jungen Zuschauern des Nahen Ostens auf dem Musikkanal MTV ermutigt wird.

In Bezug auf den Islam selbst, versucht das CIC nach Beers, es unmissverständlich klar zu machen, dass Amerikaner die Religion anerkennen und respektieren. Das heißt, dass Beamte darüber sprechen, dass amerikanische und islamische Werte vereinbar sind und dazu Bänder eines muslimischen Imam versenden, der das Bittgebet vor dem Kongress hielt sowie Poster der „Moscheen Amerikas“ druckt. Besonders herausgestellt wurde die Einladung des Präsidenten an 50 muslimische Botschafter zum Fastenbrechen im Weißen Haus am Ende des Ramadan, eine Beispiel, dem Außenminister Colin Powell und US-Botschafter weltweit folgten. Ein ranghoher Beamter des Außenministeriums erklärte das nicht einleuchtende Ziel dieser Aktion damit, dass der muslimischen Welt demonstriert werden sollte, dass „Amerikaner (islamische) Feiertage genauso ernst nehmen wie die christlichen und jüdischen Feiertage“. Zukünftige Vorhaben sind ehrgeiziger und drehen sich um ein Nahost-Radio, das im Februar auf Sendung gehen soll; es ist geplant, ein Programm in 26 Sprachen zu bringen und sich an jugendliche Muslime wendet.

Werden diese Programme den gewünschten Erfolg haben? Wahrscheinlich nicht. Lassen wir die eher absurden Teile außer Acht – MTV zum Brückenbau zwischen Zivilisationen nutzen oder Eid ul-Fitr (Fastenbrechen) für Amerikaner ebenso wertvoll wie Weihnachten machen zu wollen. Sogar die Aktion mit Christopher Ross war ein Rohrkrepierer: „Sein Auftritt war furchtbar… Er wirkte wie ein Roboter, der Arabisch spricht“, kommentierte ein arabischer Kritiker. Etwas tiefer gehend: Obwohl die Zielsetzung des CIC gut und richtig ist – es handelt sich schließlich um einen Krieg der Ideen -, sind seine Voraussetzungen vom Grundsatz her mangelhaft. Man muss andere Typen haben als die der Madison Avenue, gar keine Amerikaner, um die anti-bin-Laden-Botschaft zu konzipieren und an den Mann zu bringen, jemanden mit dem nötigen islamischen Ansehen und einem tiefen Verständnis der Kultur. Dieser Jemand ist ein moderater Muslim, der Muslim, der die Aussicht auf ein Leben unter der Herrschaft des militanten Islam hasst und sich etwas besseres vorstellen kann.

In Bezug auf den Islam ist die Rolle der USA weniger, ihre eigenen Ansichten anzubieten, als denjenigen Muslimen zu helfen, die vereinbare Ansichten haben, besonders in Fragen wie den Beziehungen zu Nichtmuslimen, Modernisierung und den Rechten der Frauen und Minderheiten. Das heißt, den Moderaten dabei zu helfen, ihre Ideen von US-finanzierten Rundfunkstationen wie dem neu geschaffenen Radio Free Afghanistan zu verbreiten und, wie Paula Dobriansky (Staatssekretärin für Außenbeziehungen im Außenministerium) vorschlug, sicher zu stellen, dass tolerante islamische Persönlichkeiten (Gelehrte, Imame und andere) in von den USA finanzierten akademischen und Kultur-Austauschprogrammen eingebunden werden.

Anti-Islamisten sind heute schwach, gespalten, eingeschüchtert und generell ohne Einfluss. Die Aussichten für eine Wiederbelebung der Muslime sind selten schlechter erschienen als in dieser Zeit des Radikalismus, Jihad, extremistischer Rhetorik, Verschwörungsdenken und Todeskult. Aber es gibt Moderate und sie haben den Vereinigten Staaten in ihrer eigenen Schlacht gegen den militanten Islam viel zu bieten, nicht zuletzt ihre intimen Kenntnisse des Phänomens und seiner möglichen Schwachpunkte. Zudem ist die Legitimität unbezahlbar, die sie im Kampf gegen den militanten Islam einbringen. Allein durch ihr Mitwirken wird der Vorwurf der „Islamophobie“ einfach unhaltbar.

In Afghanistan haben die USA zuerst das Taliban-Regime zerschlagen und dann das Land in die Hände der gemäßigteren Nordallianz übergeben. Es liegt nun an der Allianz, diese durch die USA eröffnete Chance zu nutzen. Das gleiche gilt für den Islam insgesamt. Weiter kann Washington nicht gehen. Ob aus seinen militärischen Siegen politische werden, hängt letztlich von den Muslimen ab. Der Kampf gegen den militanten Islam wird gewonnen werden, wenn Amerika den Willen und das Durchhaltevermögen hat, ihn durchzustehen und begreift, dass seine Botschaft letztendlich durch andere als die amerikanischen Hände getragen werden muss.

Anmerkungen:
* Robert Kagan, „On to Phase II“, Washington Post, 27. November 2001.
** vgl. meine Rezension von Oliver Roys „The Failure of Political Islam“ im Commentary, Juni 1995.
*** vgl. meinen Artikel „The Danger Within: Militant Islam in America“ in der Novemberausgabe des Commentary.

Den Unterschied zwischen Muslimen und Juden zusammengefasst

Elder of Ziyon, 2. Oktober 2017

Anfang der Woche verschickte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg eine Yom Kippur-Botschaft:

Heute geht Yom Kippur zu Ende, für Juden der heiligste Tag des Jahres, an dem wir über das vergangene Jahr nachdenken und Vergebung für unsere Fehler erbitten. Diejenigen, die ich in diesem Jahr verletzt habe, bitte ich um Vergebung und werde versuchen es besser zu machen. Für die Arten, wie meine Arbeit genutzt wurde um Menschen zu trennen statt uns zusammenzubringen, bitte ich um Vergebung und werde daran arbeiten es besser zu machen. Mögen wir alle im vor uns liegenden Jahr besser sein und mögt ihr alle im Buch des Lebens eingeschrieben sein.

Das scheint aufrichtig zu sein und es ist insgesamt eine Botschaft.

Öffentlich um Vergebung zu bitten, ist ein direkter Beleg dafür, dass jemand in einer Schuldkultur lebt, in der Menschen persönlich Verantwortung für ihr Tun übernehmen.

Wir haben hier häufig festgehalten, dass die arabische und muslimische Welt mit einer anderen Einstellung lebt, der Ehre/Schande-Kultur, in der nicht was du tust wichtig ist, sondern was andere glauben, dass du tust. Dein eigenes Handeln spielt keine Rolle.

Wie sehen also die Araber diese Botschaft von Zuckerberg?

In Al-Quds al-Arabi wird diese Bitschaft als für Zuckerberg „peinliche Situation“ bezeichnet. Eine Person, die öffentlich Fehler eingesteht, ist in der Ehre-Schande-Welt eine Person, die sich in der Öffentlichkeit selbst ein Armutszeugnis ausstellt.

Genau das, was Menschen hilft sich zu verbessern – sich selbst ehrlich anzusehen und zu versuchen aus Fehlern zu lernen – ist für die meisten Menschen, die in Ehre-Schande-Gesellschaften aufwachsen, Anathema; dort besteht die Hauptsorge darin, sich nicht selbst niederzumachen, sondern sich um des Erscheinens willen aufzubauschen. Die Idee einer öffentlichen Entschuldigung klingt für die Menschen in der Schande-Kultur geistesgestört. Die Entschuldigung selbst bringt Schande., ob sie nun angebracht ist oder nicht.

Mit Zuckerbergs Tweet und der Reaktion von Al-Quds al-Arabi kann man eine Menge über den Unterschied zwischen Arabern und selbst den am stärksten assimilierten Juden lernen.

Wo bleibt der Mut des Westens?

Kleine Kinder, Straußenvögel und Europa haben alle etwas gemeinsam: Wenn sie ihre Augen schließen oder ihren Kopf in den Sand stecken, glauben sie sie seien sicher.

Giulio Meotti, Israel National News, 13. September 2017

1978 hielt der russische Schriftsteller Alexander Solschenizyn an der Harvard University eine berühmte Rede. „Ein Rückgang beim Mut könnte das auffallendste Merkmal, das ein außenstehender Beobachter im Westen heutzutage bemerken dürfte“, sagte der Auto von „Archipel Gulag“ damals. „Die westliche Welt hat ihre Zivilcourage verloren, sowohl als Ganzes als auch getrennt für sich, in jedem Land, jeder Regierung, jeder politischen Partei und natürlich in den Vereinten Nationen. Ein solcher Rückgang beim Mut ist besonders in den regierenden Gruppen und der intellektuellen Elite bemerkbar, was den Eindruck eines Verlustes an Mut in der gesamten Gesellschaft verursacht. Natürlich gibt es viele mutige Einzelpersonen, aber sie haben keinen bestimmenden Einfluss auf das öffentliche Leben.“

Solschenizyn äußerte diese wichtigen Worte in einer Zeit, in der der Westen immer noch etwas Mut gegenüber dem Kommunismus hatte. Was hätte er heute gesagt, hätte er Europas Reaktion angesichts des islamischen Terrorismus erlebt? Und gegenüber Nordkorea?

„No tinc por“, ich habe keine Angst, ist der Slogan des Antiterror-Marschs in Spanien. Das Time Magazin nannte sie „Friedensmarschierer“. Frieden? Nachdem 15 Menschen von einer Zelle des Islamischen Staats abgeschlachtet wurden? Warum nicht stattdessen ankündigen, dass ein spanisches Bataillon sich der internationalen Koalition anschließt, die damit beschäftigt ist Raqqa zu befreien, die De-facto-Hauptstadt von ISIS in Syrien?

Unsere Offenheit vor all unseren von Terroristen Ermordeten, eine Mischung aus Nihilismus und unechtem Optimismus, ist verblüffend. Es ist so, als würde der Westen einwilligen dem radikalen Islam diesen Preis zu zahlen.

Sie haben Angst, trotz dessen, was sie behaupten. Sie schützen öffentliche Gebäude, Schulen, Einkaufszentren und öffentliche Plätze wie militärische Ziele. In Frankreich ist die Hälfte des militärischen Personals damit beschäftigt die Heimatfront zu schützen. Auf der London Bridge erschienen nach den Terroranschlägen Betonsperren als Mittel die Bürger zu beschützen.

Angst zu haben ist in dieser Situation eine natürliche Reaktion, aber Angst kann nicht das hautpwort einer Kundgebung gegen Jihadismus sein. Und nicht diese Art von „Angst“. Was ist mit Freiheit? Und westlicher Kultur? Wir sind von unserer eigenen Angst gelähmt worden.

Wir haben bei uns selbst herangezogene Jihadisten und ihre Führungspersonen in Nordafrika und dem Nahen Osten, dem Iran und Nordkorea – alle darauf aus den Westen zu vernichten. Sie verbergen ihre Absichten nicht. Wir sind diejenigen, die sich verstecken.

„Schließt eure Augen, habt keine Angst“, sagt ein Lied von John Lennon, der klägliche Tonstreifen eines Westens, der definitiv seinen militärischen, politischen und kulturellen Mut verloren hat. Nach den Terroranschlägen in Paris waren viele Menschen von John Lennons Liedern inspiriert. Es war eine klare Botschaft an die Jihadisten: Ihr könnt uns weiter abschlachten, uns ist es egal.

Erziehung mit Mord in Holland

Daniel Pipes, The New York Sun, 16. November 2004

Erziehung durch Mord“ beschreibt die langsame und schmerzliche Art und Weise, in der Menschen gegenüber dem Problem des radikalen Islam wach werden. Es waren 3.000 Tote nötig, damit die Amerikaner aufwachten, zumindest ihre konservative Hälfte. Ähnlich mussten Hunderte bei der Explosion in Bali sterben, um die Australier halbwegs zu wecken, für die Spanier war der Anschlag in Madrid notwendig und für die Russen die Gräueltat von Beslan. Zwölf im Irak geköpfte Arbeiter weckten die Nepalesen.

Es war aber nur ein Toter nötig, um viele Holländer zu wecken. Ein grauenvoller Mord könnte tatsächlich mehr getan haben, um die Niederlande aufzurütteln als der 11.9.2001 für die Amerikaner.

Der Grund dafür liegt in der Identität des Opfers und der Natur des Verbrechens. Es war Theo van Gogh, 47, ein bekannter, radikal liberaler Freidenker, Filmemacher, Fernseh-Produzent, Talkmaster, Zeitungskolumnist und rundum-Unruhestifter, der sich des Unterschieds erfreute ein Verwandter von Hollands berühmtesten Künstler, Vincent van Gogh, zu sein. In den letzten Jahren sammelte Theo Aufmerksamkeit durch Kritik am Islam in seinem Buch von 2003 (Allah weiß es am Besten) und einem Film von 2004 (Unterwerfung).

Er wurde am 2. November um 8.40 Uhr in seiner Heimatstadt Amsterdam ermordet, als er auf einer belebten Straße zur Arbeit radelte. Während wiederholt auf ihn geschossen wurde, flehte van Gogh seinen Killer an: „Tu es nicht. Tu es nicht. Gnade. Gnade!“ Dann stach der Killer ihm mit einem Messer in die Brust und schlitzte ihm mit einem anderen die Kehle auf, wobei er van Gogh fast enthauptete.

Der Mordverdächtige, Mohammed Bouyeri, 26, ein in Holland geborener marokkanischer Niederländer, hinterließ eine fünfseitige Note in arabischer und holländischer Sprache, das er van Gogh an den Körper heftete. Darin drohte er Jihad gegen den Westen allgemein an („Ich weiß sicher, dass du, o Europa, vernichtet werden wirst“), insbesondere aber gegen fünf prominente Holländer.

Die Ermittler der Polizei erkannten schnell, dass der Mörder ein Islamist war, den sie gut kennen und den sich bis zwei Wochen vor der Tat überwachten; sie hatten ihn sogar ins „Hofstadsgroep“-Netzwerk eingegeben und warfen ihm und sechs seiner Freunde „Verschwörung mit terroristischen Motiven“ vor. Die Behörden sagten außerdem, dass sie möglicherweise Verbindungen zu den Terrorgruppen Takfir wa’l-Hijra und Al-Qaida hatten.

Dass ein nicht muslimischer Kritiker des Islam rituell ermordet wurde, weil er seine Ansichten künstlerisch ausdrückte, war beispiellos, nicht nur in Holland, sondern überall im Westen. Die holländische Abscheu angesichts der Tat erschütterte die tiefe Selbstgefälligkeit der vielleicht tolerantesten Gesellschaft der Welt. Einwanderungsministerin Rita Verdonk, eine der fünf bedrohten Personen, verwünschte öffentlich, dass das Land lange die Präsenz des radikalen Islam ignoriert hat. „Zu lange haben wir gesagt wir hätten eine multikulturelle Gesellschaft und alle könnten einfach miteinander auskommen. Wir waren zu naiv zu glauben, die Leute würden in unserer Gesellschaft miteinander leben.“

Jozias van Aartsen, parlamentarischer Leiter der VVD-Partei, ging weiter und warnte, dass der „Jihad in die Niederlande gekommen ist und eine kleine Gruppe jihadistischer Terroristen die Prinzipien unseres Landes angreifen. Diese Leute wollen unsere Gesellschaft nicht verändern, sondern sie wollen sie zerstören.“

Einen Tag nach dem Mord versammelten sich 20.000 Demonstranten, um die Tötung zu verurteilen; dreißig wurden verhaftet, weil sie Hass gegen Muslime schürten. Innenminister Johan Remkes verkündete, dass er Unruhen nicht ausschließen könne. „Das Klima hat sich ernstlich verschärft.“ Er wurde bestätigt, als in den nächsten beiden Wochen mehr als zwanzig Brand- und Bombenanschläge und Gegenangriffe auf Moscheen, Kirchen und andere Einrichtungen stattfanden, dazu einige größere Polizeiaktionen, was dem Land das Gefühl eines Bürgerkriegs auf niedrigem Niveau vermittelte.

Die holländische Haltung gegenüber den Muslimen verhärtete sich sofort und stark. Eine Umfrage stellte fest, dass 40 Prozent er Bevölkerung sich wünschen, dass die fast eine Million starke Gemeinde der Muslime sich in den Niederlanden nicht länger Zuhause fühlen. Die doppelte Zahl befürwortete eine strengere Politik den Einwanderern gegenüber.

Die führende Zeitung „De Telegraaf“ veröffentlichte einen Kommentar, der vor dem Mord an van Gogh unvorstellbar war: er forderte „ein sehr öffentliches, hartes Vorgehen gegen extremistische Muslim-Fanatiker“. Selbst linke Politiker kamen zu der Einsicht, dass es nötig ist „harte Wahrheiten“ zur Einwanderung auszusprechen und konzentrierten sich auf die unverhältnismäßig hohe Kriminalität der Muslimen.

Islamistischer Terror im Westen ist kontraproduktiv, weil er die schlafenden Massen aufweckt; kurz gesagt: der Jihad provoziert Kreuzzüge. Ein raffinierterer islamistischer Feind würde sein totalitäres Programm durch mafiaartige Einschüchterung voran treiben, nicht durch dreiste Morde.

Aber wenn die Islamisten mit offenem Terror weiter machen, wird sich die harte holländische Reaktion überall wiederholen.

Das muslimische Europa

Daniel Pipes, The New York Post, 11. Mai 2004

„Europa wird immer mehr zu einer Provinz des Islam, einer Kolonie des Islam.“ Das behauptet Oriana Fallaci in ihrem neuen Buch „La Forza della Ragione“ (Die Kraft der Vernunft). Und die berühmte italienische Journalistin hat recht: Die alt hergebrachte Festung Europa des Christentums macht rapide dem Islam Platz.

Hauptsächlich zwei Faktoren tragen zu dieser die Welt erschütternden Entwicklung bei.

  • Die Aushöhlung des Christentums. Europa ist zunehmend eine post-christliche Gesellschaft, eine mit einer sich vermindernden Verbindung zu ihrer Tradition oder ihren historischen Werten. Die Zahl gläubiger, praktizierender Christen ist in den letzten zwei Generationen so weit zusammengebrochen, dass einige Beobachter es den „neuen dunklen Kontinent“ nennen. Analysten schätzen bereits, dass die britischen Moscheen jede Woche mehr Beter zu Gast haben als die Kirche von England.
  • Eine schwache Geburtenrate. Die einheimischen Europäer sterben aus. Um eine Bevölkerung zu erhalten, muss eine jede Frau im Durchschnitt 2,1 Kinder zur Welt bringen; in der Europäischen Union liegt die gesamte Rate um ein Drittel zu niedrig, bei 1,5 Kindern pro Frau, und fällt. Eine Studie befindet, dass, sollte sich der gegenwärtige Bevölkerungstrend fortsetzen und die Einwanderung aufhören, die heutige Bevölkerung von 375 Millionen bis 2075 auf 275 Millionen fallen könnte. Um die Zahl seiner Arbeitskräfte auf dem heutigen Niveau zu halten, braucht die EU jährlich 1,6 Millionen Einwanderer; um das heutige Verhältnis von Arbeitnehmern zu Rentnern zu halten, müssen im Jahr erstaunliche 13,5 Millionen Menschen einwandern.

Die Lücke füllen der Islam und Muslime. So, wie das Christentum nachlässt, so robust ist der Islam, so durchsetzungsfähig und ambitioniert. Während die Europäer sich erst in höherem Alter und in geringer Zahl vermehren, tun Muslime das in großer Zahl in jungen Jahren.

Rund 5 Prozent der EU – oder fast 20 Millionen Menschen – identifizieren sich derzeit als Muslime; sollte der gegenwärtige Trend sich fortsetzen, wird diese Zahl bis 2020 zehn Prozent erreichen. Wenn Nicht-Muslime vor der neuen islamischen Ordnung fliehen, was wahrscheinlich erscheint, dann könnte der Kontinent innerhalb einiger Jahrzehnte mehrheitlich muslimisch sein.

Wenn das passiert, werden große Kathedralen als Spuren einer früheren Zivilisation erscheinen – zumindest, bis ein Regime im Stile der Saudis sie in Moscheen verwandelt oder ein talibanartiges Regime sie sprengt. Die großen nationalen Kulturen – die italienische, die französische, die englische und andere – werden vermutlich verkümmern, ersetzt durch eine neue, transnationale muslimische Identität, die nordafrikanische, türkische, subkontinentale und andere Elemente verschmilzt.

Diese Vorhersage ist nicht neu. 1968 hielt der britische Politiker Enoch Powell seine berühmte „Ströme von Blut“-Rede, in der er warnte, dass das Vereinigte Königreich durch die Erlaubnis übermäßiger Immigration „sich das eigene Grab schaufele“. (Diese Worte bremsten eine bis dahin viel versprechende Karriere.) 1973 veröffentlichte der französische Schriftsteller Jean Raspail „Das Lager der Heiligen“, ein Roman, der Europa als der massiven, unkontrollierten Einwanderung aus dem indischen Subkontinent zum Opfer fallend beschreibt. Die friedliche Verwandlung einer Region von einer Zivilisation zu einer anderen, die jetzt im Gange ist, hat es in der Menschheitsgeschichte noch nie gegeben, was es einfacher macht, solche Stimmen zu ignorieren.

Es gibt immer noch eine Chance, dass diese Verwandlung sich nicht abspielt, aber diese Aussichten verringern sich mit der Zeit. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das aufzuhalten:

  • Veränderungen in Europa, die zu einem Wiederaufleben des christlichen Glaubens führt, einer Erhöhung der Geburtenrate oder die kulturelle Assimilation der Einwanderer; solche Entwicklungen könnten theoretisch geschehen, aber was sie auslösen sollte, kann man sich nur schwerlich vorstellen.
  • Musilimische Modernisierung: Aus Gründen, die niemand bisher richtig herausgefunden hat (Frauenbildung? Abtreibung auf Verlangen? Sind Erwachsene zu sehr auf sich selbst gerichtet, um Kinder zu haben?), führt die Moderne zu einer drastischen Reduktion in der Geburtenrate. Würde sich außerdem die muslimische Welt modernisieren, verringerte sich die Attraktivität eines Umzugs nach Europa.
  • Einwanderung aus anderen Quellen: Lateinamerika als christlicher Kontinent würde Europa mehr oder weniger erlauben, seine historische Identität beizubehalten. Hindus und Chinese würden die Vielfalt der Kulturen erhöhen und es damit weniger wahrscheinlich machen, dass der Islam dominiert.

Die gegenwärtigen Trends lassen vermuten, dass die Islamisierung stattfinden wird, denn die Europäer scheinen es anstrengend zu finden Kinder zu haben, illegale Zuwanderung zu stoppen oder die Herkunft ihrer Einwanderer vielfältiger zu machen. Stattdessen ziehen sie es vor sich unerfreut in zivilisatorischer Senilität niederzulassen.

Europa hat gleichzeitig nie da gewesene Höhen an Wohlstand und Friedfertigkeit errecht – und eine einzigartige Unfähigkeit gezeigt, sich selbst zu erhalten (der Demograph Wolfgang Lutz vermerkt, dass „man das negative Moment in der Weltgeschichte noch nicht in großem Stil erfahren hat“).

Ist es unvermeidlich, dass die brillanteste erfolgreiche Gesellschaft auch die erste ist, die Gefahr läuft zu kollabieren, weil es ihr an kulturellem Selbstvertrauen und an Nachkommen fehlt? Ironischerweise scheint die Schaffung eines Ortes, an dem man enorm gerne lebt, auch ein Rezept für Selbstmord zu sein. Die menschliche Komödie geht weiter.

Zum Judenhass in Europa

vgl. auch: http://www.verteidigt-israel.de/Zum%20Judenha%DF%20in%20Europa.htm

Ein französisches Gericht wies am 20. November 2002 eine Klage ab, den Verkauf von Oriana Fallacis Bestsellerbuch „Die Wut und der Stolz“ zu verbieten, von dem Kritiker sagen, es schüre Hass gegen Muslime. Die 73-jährige Oriana Fallaci ist eine ehemalige Widerstandkämpferin gegen die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg und Kriegsberichterstatterin, die besonders für ihre kompromisslosen Interviews mit Politikern der ganzen Welt bekannt ist.

Oriana Fallaci ist seit Jahrzehnten die berühmteste Journalistin in Europa. Am 17. April 2002 hat sie in der italienischen Zeitschrift „Panorama“ folgenden, sehr polemischen Artikel veröffentlicht, gerichtet gegen die Einseitigkeit, mit der der israelisch-palästinensische Konflikt in den Medien und der Öffentlichkeit in Europa betrachtet wird, was zu einer neuen, gefährlichen Welle von Antisemitismus geführt hat.

Auf Englisch erschien der Artikel mehrfach bei renommierten Zeitschriften, u.a. auch am 3.12.02 im Frontpage Magazine. Deutsche Übersetzungen von Fallacis Artikel sind in Auszügen auf mehreren Internetseiten zu finden, die vollständigste unter der oben angeführten URL von verteidigt-israel.de. All diese Artikel waren unvollständig oder enthielten sprachliche Fehler. Daher habe ich mir die Freiheit genommen, anhand der mir vorliegenden englischen Texte die bisherigen Übersetzungen zu ergänzen und (meines Erachtens) zu verbessern. – heplev

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Ich finde es beschämend, dass es in Italien eine Prozession von als Selbstmordattentätern angezogenen Leuten geben kann, die wüste Beschimpfungen gegen Israel ausstoßen, Bilder von führenden israelischen Personen tragen, auf deren Stirn sie das Hakenkreuz gemalt haben, die Menschen aufhetzen die Juden zu hassen. Und die ihre eigene Mutter in einen Harem verkaufen würden, um die Juden erneut in Vernichtungslagern zu sehen, in den Gaskammern, in den Öfen von Dachau und Mauthausen und Buchenwald und Bergen-Belsen, und so weiter.

Ich finde es beschämend, dass die Katholische Kirche es einem Bischof, der sogar eine Wohnung im Vatikan hat, einem heiligen Mann, der in Jerusalem mit einem Arsenal von Waffen und Sprengstoff ertappt wurde, der Geheimfächern seines heiligen Mercedes versteckt war, dass sie es diesem Mann erlaubt an dieser Prozession teilzunehmen und sich vor dem Mikrophon zu stellen und im Namen Gottes den Selbstmordattentätern zu danken, die die Juden in Pizzerien und Supermärkten töten. Diese als Märtyrer zu bezeichnen, „die in den Tod gehen wie auf eine Party“.

Ich finde es beschämend, dass sie in Frankreich, dem Frankreich von „Freiheit-Gleichheit-Brüderlichkeit“, Synagogen niederbrennen, Juden terrorisieren und ihre Friedhöfe schänden. Ich finde es beschämend, dass die Jugendlichen in Holland und Deutschland und Dänemark mit der Kaffieh paradieren, so wie Mussolinis Avantgarde mit dem Knüppel und den faschistischen Abzeichen herumstolzierten.

Ich finde es beschämend, dass an fast allen Universitäten Europas palästinensische Studenten Antisemitismus nähren und fördern. Dass man in Schweden gefordert hat, dass der Friedensnobelpreis, der Shimon Peres 1994 verliehen wurde, zurückgenommen werde und man diesen der Taube mit dem Olivenzweig – also Arafat – allein zugespricht.

Ich finde es beschämend, dass die ehrwürdigen Mitglieder des Komitees, einem Komitee, das (allem Anschein nach) eher politische Couleur als Verdienste in Betracht zieht, eine solche Forderung überhaupt in Betracht ziehen und sogar eine Antwort darauf formulieren. In der Hölle ehrt der Nobelpreis den, der ihn nicht erhalten hat.

Ich finde es beschämend (wir sind zurück in Italien), dass staatliche Fernsehsender zum wieder auflebenden Antisemitismus beitragen, indem sie Tränen nur für die palästinensischen Toten vergießen während sie gleichzeitig die israelischen Toten herunterspielen und diese in unwilligem Ton unter den Teppich kehren. Ich finde es beschämend, dass sie in ihren Debatten die respektvollen Gastgeber spielen für Halunken mit Turban oder Keffieh, die gestern Hymnen über das Massaker in New York sangen und heute Hymnen über das Abschlachten in Jerusalem, in Haifa, in Netanya, in Tel Aviv singen.

Ich finde es beschämend, dass die Presse dasselbe tut, dass sie darüber empört, dass israelische Panzer die Geburtskirche in Bethlehem belagern, aber nicht darüber empört, weil in derselben Kirche 200 palästinensische Terroristen, schwer bewaffnet mit Maschinengewehren, Munition und Sprengstoff (unter ihnen sind auch verschiedene Führer der Hamas und der al-Aqsa-Brigaden), nicht unwillkommene Gäste der Mönche sind (die dann Mineralwasserflaschen und Honigkrüge von den Soldaten genau jener Panzer entgegennehmen).

Ich finde es beschämend, dass angesichts der Zahl der seit Beginn der zweiten Intifada getöteten Israelis (412) eine angesehene Tageszeitung es angemessen fand mit Großbuchstaben zu unterstreichen, dass mehr Menschen [in Israel] durch Autounfälle umkommen (600 im Jahr).

Ich finde es beschämend, dass der „Osservattore Romano“, die Zeitung des Papstes – ein Papst der vor nicht allzu langer Zeit in der Klagemauer einen Entschuldigungsbrief an die Juden hinterließ – ein Volk des Vernichtungskrieges beschuldigt, das millionenfach von Christen, von Europäern, vernichtet wurde. Ich finde es beschämend, dass diese Zeitung den Überlebenden jenes Volkes (Überlebende, die immer noch ihre auf den Arm tätowierte Nummer tragen) das Recht abstreitet zu reagieren, sich zu verteidigen, sich nicht erneut ausrotten zu lassen.

Ich finde es beschämend, dass im Namen von Jesus Christus (einem Juden, ohne den sie alle arbeitslos wären), die Priester unserer Gemeinden oder Sozialzentren oder was auch immer sie sind, ungeniert flirten mit den Mördern jener Menschen in Jerusalem, die nicht zum Essen ausgehen können, sich keine Pizza oder einen Karton Eier kaufen können, ohne in die Luft gesprengt zu werden.

Ich finde es beschämend, dass sie sich auf die Seite genau derjenigen stellen, die den Terrorismus begonnen haben, uns an Bord der Flugzeuge, auf den Flughäfen, bei Olympischen Spielen, töten und die sich heute damit unterhalten westliche Journalisten töten. Indem sie sie erschießen, entführen, ihnen die Kehle durchschneiden, sie enthaupten. (Es gibt jemanden in Italien, der seit der Veröffentlichung von „Die Wut und der Stolz“ dasselbe gerne bei mir tun würde. Er zitiert Verse aus dem Koran und ruft seine „Brüder“ in den Moscheen und in der Islamischen Gemeinde auf, mich zu züchtigen. Mich zu töten. Oder eher mit mir zusammen zu sterben. Da er jemand ist, der gut Englisch spricht, werde ich ihm auf Englisch antworten: „F… you.“)

Ich finde es beschämend, dass fast die gesamte Linke, jene Linke die es vor 20 Jahren einem ihrer Gewerkschaftsparadeure erlaubte (im Stil einer Mafia-Warnung) einen Sarg vor der Synagoge von Rom zu platzieren, den Beitrag der Juden im Kampf gegen den Faschismus vergisst. Ein Kampf, der auch von Carlo und Mello Rossini geführt wurde, von Leone Ginzburg, von Umberto Terracini, von Leo Valiani, von Emilio Sereni, von Frauen wie meine Freundin Anna Maria Enriques Agnoletti, die am 12. Juni 1944 in Florenz erschossen wurde, von 75 der insgesamt 335 Menschen, die in der Fosse Ardeatine getötet wurden, von den unzähligen anderen unter Folter oder im Kampf oder durch Erschießungskommandos Getöteten. (Die Kameraden, die Lehrer meiner Kindheit und meiner Jugend).

Ich finde es beschämend, dass teilweise durch die Schuld der Linken – oder eher hauptsächlich durch die Schuld der Linken (denken Sie an die Linke, die ihre Parteitage eröffnet, indem sie dem PLO- Vertreter Beifall spendet, dem Anführer der Palästinenser in Italien, die die Vernichtung Israels wollen) -Juden in italienischen Städten wieder einmal Angst haben. Und in französischen Städten und in holländischen Städten und deutschen Städten und dänischen Städten ist es genauso. Ich finde es beschämend, dass Juden zittern, angesichts des Vorbeizugs von als Selbstmordattentätern angezogenen Halunken, so wie sie in der Kristallnacht zitterten, der Nacht in der Hitler die Jagd auf die Juden frei gab.

Ich finde es beschämend, dass in Gehorsam gegenüber der dummen, abscheulichen, unaufrichtigen und für sie extrem vorteilhaften Political Correctness die gewöhnlichen Opportunisten – oder, besser gesagt: die gewöhnlichen Schmarotzer – den Begriff Frieden ausnutzen. Dass in Namen des Wortes „Frieden“, das inzwischen noch verkommener ist als die Worte „Liebe“ und „Menschlichkeit“, sie lediglich einer Seite für ihre Hass und ihre Bestialtität die Absolution erteilen. Dass im Namen eines Pazifismus (soll heißen: Konformismus), der an die singenden Grillen und Possenreißer abgegeben wurde, die Pol Pots Füße zu küssen gewohnt waren, Menschen von ihnen aufgehetzt werden, die verwirrt oder genial oder eingeschüchtert sind. Dass sie sie austricksen, sie korrumpieren, sie um ein halbes Jahrhundert zurückwerfen in die Zeit des gelben Sterns auf dem Mantel. Diese Scharlatane, die sich genauso viel um die Palästinenser scheren, wie ich mich um die Scharlatane schere. Nämlich überhaupt nicht.

Ich finde es beschämend, dass sich viele Italiener und viele Europäer als ihren Flaggenträger den Herrn – so soll es höflich gesagt sein – Arafat ausgesucht haben. Diese Null, die Dank des Geldes der saudischen Königsfamilie den Mussolini ad perpetuum spielen kann und in seiner Megalomanie glaubt, er würde als der George Washington von Palästina eingehen. Dieser ungrammatikalische Schuft, der, als ich ihn interviewte, unfähig war einen vollständigen Satz zusammen zu bekommen, ein artikuliertes Gespräch zu führen. Das zusammenzufügen, es zu schreiben, zu veröffentlichen, kostete mich enorme Mühe und ich gelangte zu der Schlussfolgerung, dass sich im Vergleich zu ihm sogar Ghaddafi wie Leonardo da Vinci anhört. Dieser falsche Krieger, der immer wie Pinochet in Uniform herum läuft, nie Zivil trägt und doch trotz allem nie an einer Schlacht teilgenommen hat. Krieg ist etwas, wohin er andere an seiner Stelle schickt, immer geschickt hat. Das sind die armen Seelen, die an ihn glauben. Dieser aufgeblasene Inkompetente, der das Staatsoberhaupt spielt, verursachte das Scheitern der Camp David-Verhandlungen, Clintons Vermittlung. Nein-nein-ich-will-Jerusalem-für-mich-allein. Dieser ewige Lügner, der nur dann einen Moment aufrichtig ist, wenn er – ganz privat – Israel das Existenzreicht verweigert und der, wie ich in meinem Buch sage, alle fünf Minuten sich selbst widerspricht. Er spielt immer ein doppeltes Spiel, lügt selbst, wenn man ihn fragt, wie spät es ist, so dass man ihm niemals trauen kann. Nie! Von ihm wird man immer systematisch betrogen. Dieser ewige Terrorist, der nur das eine kann: ein Terrorist zu sein (während er immer in Sicherheit bleibt) und der während der 70-er Jahre, als ich ihn interviewte, sogar die Terroristen der Baader-Meinhof-Gruppe ausbildete. Und mit ihnen 10-jährige Kinder. Arme Kinder. (heute bildet er sie dazu aus Selbstmordbomber zu werden. Einhundert Baby-Selbstmordbomber werden gerade gemacht: 100!). Dieser Wendehals, der seine Frau in Paris leben lässt, die wie eine Königin bedient und verehrt wird, und sein Volk im Elend hält. Er holt sie nur aus dem Dreck, um sie in den Tod zu schicken, um zu töten und zu sterben, so wie die 18-jährigen Mädchen, die sich mit dem Schicksal ihrer Opfer die Gleichberechtigung verdienen. Und trotzdem lieben ihn viele Italiener, tatsächlich. So, wie sie Mussolini liebten. Und viele andere Europäer tun dasselbe.

Ich finde es beschämend und ich sehe in all dem das Aufkommen eines neuen Faschismus, eines neuen Nazismus. Ein Faschismus, ein Nazismus, der noch grausamer und widerlicher ist, weil er von jenen betrieben und gefördert wird, die scheinheilig als Gutmenschen, Progressive, Kommunisten, Pazifisten, Katholiken oder eher Christen posieren und die die Frechheit haben, jeden, der, wie ich, die Wahrheit hinausschreien, als Kriegshetzer abzustempeln. Ich sehe es, ja, und ich sage dazu das Folgende: Ich bin nie sanft gegenüber der tragischen und shakespeareschen Figur Sharon gewesen („Ich weiß, Sie sind gekommen, um sich einen weiteren Skalp für Ihren Gürtel zu holen“, murmelte er, beinahe traurig, als ich 1982 zu einem Interview mit ihm ging.) Ich habe oft Meinungsverschiedenheiten mit den Israelis gehabt, hässliche, und in der Vergangenheit habe ich die Palästinenser sehr oft in Schutz genommen. Vielleicht mehr, als sie es verdienten. Aber ich bin auf der Seite Israels, ich bin auf der Seite der Juden. Ich bin auf ihrer Seite, so wie ich es als junges Mädchen in der Zeit war, als ich mit ihnen zusammen kämpfte und als die Anna Marias erschossen wurden. Ich verteidige ihr Recht zu existieren, sich zu verteidigen, sich nicht ein zweites Mal vernichten zu lassen. Und vom Antisemitismus vieler Italiener, vieler Europäer angewidert, bin ich beschämt von dieser Schande, die mein Land und Europa entehrt. Das ist bestenfalls keine Gemeinschaft von Staaten, sondern eine Truppe vieler Pontius Pilati. Und selbst, wenn alle Bewohner dieses Planeten anders denken sollten, würde ich weiter so denken.