Die unglaublichen Täuschungen des Islam offen gelegt

Der Bombenanschlag in Liverpool im Kontext.

Vorbemerkung: Ich persönlich kenne viele ehemalige Muslime, die heute Christen sind. Dieser Text kann und will lediglich eine Warnung sein, dass auch das beschriebene Problem nicht aus dem Blick gerät, wie es bei der Kirchengemeinde in Liverpool war.

Raymond Ibrahim, 29. November 2021

Am 14. November 2021 zündete nahe des Haupteingangs des Liverpool Women’s Hospital in England ein Mann einen improvisierten Sprengsatz. Er allein starb, allerdings wurde auch der Taxifahrer, der ihn dorthin gebracht hatte, verletzt. Obwohl er die Sache vermasselt hatte, kamen die Ermittler zu dem Schluss, dass es sich um einen Terroranschlag handelte, der Monate lang geplant wurde.

Emad al-Swealmeen (32), der fragliche gescheiterte Terrorist, war ein geborener Muslim, der 2014 in Großbritannien ankam und Asyl beantragte, wobei er behauptete aus Syrien geflohen zu sein. Es stellte sich heraus, dass er aus dem Irak oder Jordanien kam und sein Asylantrag wurde abgelehnt.

Bald danach konvertierte Emad formell zum Christentum: 2015 wurde er getauft und 2017 in der Kathedrale von Liverpool konfirmiert. Obwohl es üblich ist, dass muslimische Migranten vorgeben Christen zu sein, um Asyl zu erhalten – aufgrund ihrer allerdings irrtümlichen Annahme, dass westliche Staaten Christen natürlich eher willkommen heißen – sagen die ihm nahe stehenden Christen, dass sein Übertritt aufrichtig war.

So sage ein Kirchenmitarbeiter in Liverpool, der Al-Swealmeen einmal bei sich unterbrachte, er glaubte, dieser sei ein „echter Christ“ … Gemeindemitglieder der Emmanuel-Kirche in Fazakerley in Liverpool, die Al-Swealmeen von 2017 bis 2019 besuchte, er sei „ein engagierter Christ“ gewesen, der Kuchen zum Kirchenverkauf backte. Pfarrer Mike Hindley sagte, Al-Swealmeen … war „ein wirklich netter Kerl“.

Nach Angaben eines Sprechers der Kathedrale, wo al-Swealmeen getauft und konfirmiert wurde,

hat die Kathedrale von Liverpool robuste Prozesse für die Feststellung entwickelt, ob jemand eine echte Hingabe zum Glauben hat. Dazu gehören die Forderung regelmäßiger Teilnahme an einem anerkannten christlichen Grundkurs. Wir erwarten von jemandem, dass er mindestens zwei Jahre eng mit der Gemeinde verbunden ist, bevor wir überlegen einen Asylantrag zu unterstützen.

Gleichermaßen argumentierte ein Sprecher der Church of England, ihr Klerus würde niemanden taufen, ohne zuerst „überzeugt zu sein, dass derjenige, der die Taufe möchte, vollständig begreift, was sie bedeutet… Wir sind uns keiner Beweise bewusst, die eine weit verbreitete Korrelation zwischen Konversion zum Christentum oder sonst einem Glauben und Missbrauch des Asylsystems nahelegt.“

Hier aus wird das Problem deutlich: Wenn al-Swealmeen ein echter Christ war – und jeder scheint zuzustimmen, dass er das war – was motivierte ihn einen Terroranschlag zu planen und auszuführen?

Die Argumente dener, die überzeugt waren, er sei ein wahrer Christ, reichen von Behauptungen, er leide an einer Geistesstörung bis zu Behauptungen, das Christentum propagiere nicht weniger als der Islam „Märtyreraktionen“ (hier widerlegt). Andere argumentieren, dieser Übertritt sei tatsächlich ernst, aber er haben ihn später bereut und versucht ihn damit abzubüßen, dass er ein jihadistischer „Märtyrer“ wurde.

Wenige sind hingegen bereit in Betracht zu ziehen, dass er von Anfang an vorgetäuscht haben könnte Christ geworden zu sein. Immerhin: Wer würde Jahre damit verbringen sich als etwas zu tarnen, was er nicht ist – regelmäßig in die Kirche gehen, beten, die Bibel lesen und insgesamt echten Glauben zum Ausdruck zu bringen – sogar Kuchen für Kirchenverkäufe zu backen?

Das Problem mit dieser Haltung ist, dass sie das Ausmaß nicht in Betracht ziehen, zu dem manche Muslime bereit sind auf sich zu nehmen, um ihre ungläubigen Feinde zu täuschen – besonders wenn ihnen die Abschiebung aus den Wohltaten des Lebens bei den Ungläubigen droht.

Die Geschichte bietet ein besonders geeignetes Beispiel. 1492 wurde Granada, die letzte muslimische Bastion in Spanien, erobert. Seinen Muslimen wurden zunächst milde Bedingungen gewährt, einschließlich dem Recht ins Ausland zu reisen und den Islam frei zu praktizieren. Aber wann immer sich die Gelegenheit ergab begannen sie viele schwer niederzuschlagende Aufstände – mehrere, „die Steinigungen, Zerstücklung, Enthauptung, Pfählung und Christen bei lebendigem Leibe zu verbrennen beihalteten“ – und konspirierten regelmäßig mit muslimischen Kräften des Auslands (z.B. den osmanischen Türken) im Versuch Spanien zurück zum Islam zu unterwandern.

Die spanische Krone gab schließlich ein Edikt aus, dass Muslime entweder zum Christentum konvertieren – und damit ihre jihadstische Feindschaft abstreifen – oder die Halbinsel verlassen müssen. In Reaktion nahm die gesamte Bevölkerung von Granada – hunderttausende Muslime – offen das Christentum an, sie blieben aber heimlich Muslime. Öffentlich gingen sie zur Kirche und tauften ihre Kinder; Zuhause sagten sie den Koran auf, predigten unsterblichen Hass auf die Ungläubigen und ihre Verpflichtung Spanien dem Islam zu unterwerfen. Und all diese Täuschung wurde von den Fatwas führender islamischer Kleriker legitimiert.

Ein Historiker erklärt die Mühen, die diese „Moriscos“ – dass sind muslimische Konvertiten zum Christentum, die immer noch „maurisch“ oder islamisch waren – unternahmen, um die Christen zu täuschen:

Damit ein Morisco als guter Christ durchging, brauchte es mehr als eine einfache Erklärung diesbezüglich. Es erforderte eine ununterbrochene Aufführung mit hunderten individueller Äußerungen und Handeln unterschiedlicher Arten, von denen viele wenig damit zu tun haben Ausdruck von Gaube oder Ritual zu sein. Verstellung [taqiyya] war eine institutionalisierte Praxis maurischer Gemeinschaften, zu denen regelmäßige Verhaltensmuster gehörten, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden.

Trotz dieser aufwändigen Maskerade bekamen die Christen das zunehmend mit: „Mit Erlaubnis und Lizenz, die ihre verfluchte Sekte ihnen gestattete“, führte ein frustrierter Spanier im 17. Jahrhundert an, „konnten sie ohne zu sündigen äußerlich jede Religion vortäuschen, solange sie ihre Herzen trotzdem ihrem falschen Hochstapler von Propheten widmeten. Wir sahen so viele von ihnen, die starben, während sie das Kreuz verehrten und gut von unserer katholischen Religion sprachen, die aber innerlich ausgezeichnete Muslime waren.“

Kurz gesagt: Generation um Generation Muslime gab vor in Spanien vorbildliche Christen zu sein und als solche zu leben – obwohl sie nichts als Hass für das Christentum und Christen empfanden – und alles, um vor Ort zu bleiben und Spanien für den Islam zurückzuerobern.

Muslime unternehmen auch keine solch großen Täuschungen, um Ausweisungen zu entgehen. Manche setzten sie ausschließlich für mörderische Zwecke ein. 2013 wurde zum Beispiel ein Mordkomplott gegen einen christlichen Pastor in der Türkei aufgedeckt; 14 muslimische Verdächtige, darunter mindestens drei Frauen, wurden verhaftet. Nach Angaben des betroffenen Pastors Emre Karaali „besuchten zwei von ihnen mehr als ein Jahr lang unsere Kirche und waren wie Familie“. Eine wurde sogar getauft. In Wirklichkeit „hatten diese Leute unsere Kirche infiltriert und sammelten Informationen über mich, meine Familie und die Kirche und bereiteten einen Anschlag auf uns vor“.

So betrachtet erscheint die Vorstellung, dass Emad al-Swealmeen getauft wurde und einige Jahre zur Kirche ging, um Asyl zu erhalten – und dann sein wahres Gesicht zeigte, indem er nach der Ablehnung komplett in den Jihadistenmodus wechselte – gar nicht so weit hergeholt.

Welche Beziehung hat der Islam zum Christentum?

Theologische Analyse der Bibel und des Koran

Mark Drurie, Lausanne Global Analysis, November 2021 (s. auch: Middle East Forum, November 2021)

Der Koran ist in der heutigen Welt ein Buch von höchster Bedeutung und Einfluss. Er ist der Grundtext des Islam und über die islamische Scharia formt er Rechtssysteme, Politik, Ethik, Kulturen und Gottesdienst eines Viertels der Weltbevölkerung.

Der faszinierende Koran

Es gibt vieles am Koran, das schwer zu versehen ist und rätselhaft erscheinen kann. Er ist nicht einfach zu lesen. Das für Christen Faszinierende am Koran sind jedoch vielleicht seine vielen Anspielungen auf biblische Geschichten und Personen. Obwohl der Islam sich in den letzten 1.400 Jahren als die härteste Herausforderung der Christenheit herausgestellt hat, indem er vier der fünf Patriarchate der Pentarchie der Spätantike eroberte und dann islamisierte – Alexandria, Jerusalem, Antiochia und Konstantinopel – bezieht der Koran vieles aus der Bibel. Die zwei am häufigsten angeführten Personen im Koran sind Moses (136-mal) und Abraham (69-mal). Jesus wird mit sechsmal namentlich so oft angeführt wie Mohammed.

Eines der auffälligsten Dinge bei der Bibel im Koran ist die rätselhafte Kombination von Wissen und fehlender Kenntnis. Obwohl er zum Beispiel hunderte Verweise auf biblische Personen und Ereignisse enthält, scheint der Koran Maria, die Mutter Jesu (Hebräisch: Miriam) für dieselbe Person zu halten wie die Schwester von Moses und Aaron. In einer Sure (Kapitel) des Koran namens „Die Familie von Imran“ (das biblische Amram aus Exodus/2. Mose 6,20) gibt es einen Bericht, gemäß dem Maria „der Frau Amrams“ geboren wurde, woraufhin von Zacharias, dem Vater von Johannes dem Täufer groß gezogen wird (Sure 3,35-37). Dann wiederum wird Maria in Sure 19,28 die „Schwester Aarons“ genannt. [1] Diese Beobachtungen werfen die Frage auf: „Wie kann der Koran so viel von der Bibel wissen, während er gleichzeitig nicht weiß, dass zwischen der Familie von Amram und der Familie von Jesus von Nazareth tausend Jahre lagen?“

Das ist beileibe nicht die einzige Ungereimtheit zwischen Bibel und Koran. Einige andere sind das Auftauchen von Haman, ein aus dem Buch Esther bekannter Name, am Hof des Pharao zur Zeit Moses (Sure 28,6), die Teilnahem eines „Samaritaners“ am Tanz um das goldene Kalb aus Exodus 32 (Sure 20,85/87/95) und ein Hinweis darauf, dass Saul seine Krieger aufgrund dessen aussuchte, ob sie Wasser mit ihren Händen schöpften oder direkt mit dem Mund tranken (Sure 2,249), was mit Sicherheit auf die Geschichte von Gideon in Richter 7 zurückgeht.

Ich erwähne diese Diskrepanzen zwischen Koran und Bibel nicht aus apologetischen oder polemischen Zwecken, sondern einfach um die Bedeutung der Frage zu unterstreichen: „Was macht so viel aus der Bibel im Koran?“

Eine „christliche Irrlehre“?

Im Lauf der Jahrhunderte bestand eine wiederholte Reaktion auf das reichhaltige und merkwürdige biblische Material im Koran in dem Schluss, dass der Islam aus dem entstand, was ursprünglich eine Art sektiererisches Christentum sei. So behauptete Johannes von Damaskus in einem Schreiben ein Jahrhundert nach Mohammed, dass dieser „nach einem Gespräch mit dem arianischen Mönch über das Alte und das Neue Testament seine eigene Irrlehre erschuf“.[2] Zu anderen Berühmtheiten, die ähnliche Ansichten vertraten, gehören Thomas von Aquin, Nikolaus von Cusa und Martin Luther, von denen einige arianschen Einfluss angeben, andere nestorianischen. Bis in moderne Zeiten ist diese Sichtweise so verbreitet, dass es als konventionelle christliche Erklärung für das im Koran gefundene biblische Material betrachtet wird.

Diese Einordnung des Islam als christliche Irrlehre hat zwei gegensätzliche Impulse gefördert. Einer besteht in der Korrektur der Dinge, die als „Fehler“ angesehen werden. Das war der Ansatz von Johannes von Damaskus. Eine gegensätzliche Antwort ist das gewesen, was Bischof Kenneth Cragg einen Prozess der Wiederherstellung bezeichnete.[3] Craggs Idee der Wiederherstellung lautete, dass Christen die Abweichung vom Evangelium rückgängig machen sollten, indem sie das Böse beseitigen, das den wahren Christus im Islam verdeckt. Dieser Ansatz will bestätigen, was im Koran wahr ist, indem es enthüllt wird. Einige Autoren – und Cragg ist ein Beispiel – haben argumentiert, dass das Böse nur aufgrund christlichen Versagens vorhanden ist, weil „der Islam sich in einem Umfeld der unvollkommenen Christenheit entwickelte“.[4] Folglich ist für Cragg die Rückgewinnung ebenfalls eine „Wiederherstellung“.[5]

Eine alternative These

Was aber, wenn „Korrektur“ wie auch „Rückgewinnung“ fehlgeleitet sind? Was, wenn die Gesamtvorstellung, der Islam sei aus christlichen Wurzeln entstanden, ein abwertender Fehler ist? Ist es möglich, dass weder der Korrektur-Ansatz noch der Wiederherstellungs-Ansatz gilt?

In meinem Buch The Qur’an and Its Biblical Reflexes[6] (Der Koran und seine biblischen Reflexe) erkundete ich eine alternative These: dass es eine tiefe theologische Trennung zwischen der Bibel und dem Koran gibt, die zu tief ist, als dass man die Ansicht aufrechterhalten kann, der Islam sei auf irgendeine sinnvolle Weise aus dem Christentum oder Judentum entstanden. Ja, der Koran integriert biblisches (und außerbiblisches) christliches wie jüdisches Material, funktioniert sie aber um, damit sie einer radikal anderen Agenda dienen: Der Koran marschiert zum Trommelschlag seiner eigenen theologischen Trommel. Ich kam zu dem Schluss, dass schon der schiere Umfang biblischer Spiegelungen im Koran kein wirklicher Beleg für eine tiefer gehende „Stammbaum“-Verwandtschaft zwischen Islam und Christenheit gibt.

Ein mittelalterliches persisches Manuskript zeigt Mohammed, wie er Abraham, Moses und Jesus beim Gebet leitet.

In einem Beispiel verweist der Koran wiederholt auf Jesus (Isa) und bezeichnet ihn sogar als den Messias (al-Masih), aber dabei handelt es sich um einen Christus ohne Christologie, denn es gibt keine Erklärung dafür, was ein Messias ist. Der Klangzustand des messianischen Titels ist in den Koran übertragen worden, aber nicht seine Bedeutung.

Der theologische Unterschied zwischen Bibel und Koran geht tiefer als oberflächliche Ähnlichkeiten anfangs nahelegen könnten. Zum Beispiel fehlt dem Koran eine Bundestheologie, um eine rettende Beziehung zwischen Menschen und Allah zu formulieren. Eine sorgfältige linguistische Analyse der arabischen Worte mithaq und ahd im Koran, die manchmal als „Bund“ übersetzt werden, offenbart, dass der Gott des Koran keine wechselseitigen, verpflichtenden Bindungen zu Menschen eingeht; solche Beziehungen gibt es nur zwischen menschlichen Wesen. Vermeintliche koranische „Bündnisse“ zwischen Gott und den Menschen im Koran sind in Wirklichkeit Verpflichtungen, die dieser Gott seinen menschlichen Sklaven auferlegt.

Selbstverständlich entlehnt der Koran üppig Material aus christlichen und jüdischen Quellen, aber nicht, um seine Theologie auszuformen. Zum Beispiel war die Vorstellung von Kriegsführung im Namen Gottes bei Christen zur Zeit des Koran aktuell; dieser griff das auf und arbeitete Ideen und Praktiken aus dem zeitgenössischen Christentum ein,[7] aber der Koran macht das ohne auf biblische Theologien der Kriegsführung zurückzugreifen. Stattdessen entwickelte er auf kreative Weise seine eigene Kriegstheologie, die in das passt, was aus zeitgenössischen christlichen Methoden in einen Rahmen vorislamischer arabischer Überfallskultur entnommen ist.[8]

Auf den ersten Blick ist der Monotheismus eine theologische Idee, die Bibel und Koran gemeinsam haben, aber der erste Eindruck kann täuschen. In der Thora geht es im Aufruf zum Monotheismus ausschließlich um Bundestreue zu Yahwe: „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“ (Deut./5. Mose 5,7). Die Vorstellung des Koran zu Gottes Einzigkeit gründet hingegen in arabischen Vorstellungen von einer Auftraggeber-Günstling-Beziehung und ist in der Aussage negativ, dass keine Vorstellung von Anstandspartnerschaft (schirk) auf Gott angewendet werden kann. Diese Metaphern verdanken der Bibel wenig bis gar nichts, sondern gründen in den Werten der arabischen Kultur, zum Beispiel der Erkenntnis, dass es für Sklaven verheerend ist zwei Herren zu gehören (Sure 39,29).

Zur Liste biblischer theologischer Schlüsselkonzepte, die nicht in die koranische Theologie aufgenommen wurden, gehört die Vorstellung der Anwesenheit Gottes, das Konzept der Heiligkeit und die Idee, dass Sünde eine Verletzung der Beziehung ist, die durch Buße repariert werden kann.

Wenn kein Stammbaum, was dann?

Viele Christen gehen davon aus, dass der Islam sich aus dem Judentum und dem Christentum entwickelte. Das ist selbst eine Ausdrucksform der herkömmlichen Ansicht des Islam als „christlicher Irrlehre“. Dahinter steckt die Annahme eines „Stammbaum“-Modells, in dem die Wurzel das Judentum ist. Diese bildet dann das Christentum und dann später den Islam als Zweige aus. Meine Forschung legt nahe, dass diese Denkart ein Irrtum ist, der zu viel auf oberflächliche Ähnlichkeiten und nicht genug auf Theologie achtet.

In The Qur’an and its Biblical Reflexes schrieb ich, dass „eine Herausforderung die Beziehung des Islam zu Judentum und Christentum darin besteht auf einen konzeptionellen Rahmen für die Entstehung eines Glaubens zu verweisen, der ein Muster umfangreicher Einflüsse in Kombination mit Beweisen bedeutender Abkoppelungen aufweist, von dem wir wissen, dass es beim Koran der Fall ist.“[9] Wenn Islam und Christentum nicht in einer Art Verwandtschaftsbeziehung stehen, wie sollen wir dann eine Beziehung in Begriffe fassen, die in einem sehr großen Ausmaß biblischer Inhalte resultierte, die in den Koran übernommen wurden? Wenn nicht Stammbaum, was dann?

In The Qur’an and its Biblical Reflexes habe ich mich auch auf zwei Metaphern gestützt. Die eine ist eine Bau-Metapher. Die Beziehung des Islam zum Christentum ist nicht wie die einer Kirche, die in eine Moschee umgewandelt wurde, wie die Hagia Sophia in Istanbul. Sie ist mehr wie eine Kirche, die abgerissen wurde und deren Material für den Bau einer Moschee umfunktioniert wurde; eher wie die Säulen in der Moschee in Qairawan in Tunesien, die aus lange abgerissenen früheren Kirchen neu verwendet wurden.[10]

Die andere Metapher, auf die ich mich stützte, war linguistische Bastardisierung. Einige Sprachen werden dadurch gebildet, dass man Material aus einer Superstrat-Sprache und einer Substratsprache (oder mehreren) vermengt. Ein Beispiel ist das haitianische Kreolisch, für das Französisch das Superstrat war und die Substratsprachen untergeordnete westafrikanische Sprachen waren. Das Ergebnis ist, dass Wörter aus dem haitianischen Kreolisch weitgehend französisch sind, aber seine Grammatik, Morphologie und Phonologie – ihr Kern – rein westafrikanisch.

Ich regte an, dass der Koran aus einem Prozess der Hybridisierung hervorging, in dem christliche und jüdische Einflüsse das Superstrat boten, während die vorislamische arabische Sprache und Kultur das Substrat lieferte, einschließlich eines Großteils der Theologie.

Abschließende Überlegungen

Die Beobachtung, dass der Koran keine „Stammbaum“-Beziehung zu Judentum und Christenheit hat, sollte keinesfalls als herabsetzend angesehen werden. Wenn der Koran „weder ein textlicher Ableger der Bibel ist, noch zu einem genetischen Stammbaum an ihrer Seite verbunden ist“,[11] dann können Christen von dem Denken befreit werden, der Islam sei eine Art christlicher Irrlehre und anfangen ihn als das zu begreifen, was er tatsächlich ist und nicht, was er Christen scheinbar auf den ersten Blick sein könnte.

Die hier angebotene Sichtweise, so sie gültig ist, könnte tiefgreifende Auswirkungen für die Koexistenz zwischen den beiden Religionen haben, darunter für den religionsübergreifenden Dialog. Sie hat auch Folgen für Mission. Sie bedeutet, dass sowohl Missionare als auch Dialogpartner die Aufgabe der „Korrektur“ oder der „Rückholung“ beiseitestellen können, denn diese beiden gegensätzlichen Ansätze sind eigentlich nur zwei Seiten derselben „Irrlehre“-Münze.

Meine Ergebnisse bieten eine Einladung an Christen, mit frischem Blick über die Ähnlichkeiten und (großen) Unterschiede zwischen Islam und den beiden biblischen Glauben – Judentum und Christentum –nachdenken.


[1] Muslimische Gelehrte waren sich natürlich bewusst, dass dieser Identifikation im Widerspruch zu den biblischen Berichten steht und einige Muslime den Vorschlag ablehnen würden, dass der Koran die Maria aus den Evangelien mit Mirimam vom Exodus identifiziert. Stattdessen schlagen sie vor, dass diese Koranabschnitte so typologisch interpretiert werden, d.h. „Schwester von Aaron“ bedeutet, dass sie vom selben Stamm wie Aaron war.

[2] Daniel John Janosik: John of Damascus, First Apologist to the Muslims: The Trinity and Christian Apologetics in the Early Islamic Period (Eugene, OR: Pickwick, 2016), S. 261.

[3] Kenneth Cragg, The Call of the Minaret 2nd edn (Maryknoll, NY: Orbis, 1985), S. 218-42.

[4] Cragg, The Call of the Minaret, S. 219.

[5] Cragg, The Call of the Minaret, S. 220.

[6] Mark Durie: The Qur’an and Its Biblical Reflexes: Investigations into the Genesis of a Religion (Maryland: Lexington, 2018).

[7] Thomas Sizgorich: Violence and Belief in Late Antiquity: Militant Devotion in Christianity and Islam (Philadelphia: University of Pennsylvania Press), S. 275.

[8] Durie, The Qur’an and Its Biblical Reflexes, S. 229–39.

[9] Durie, The Qur’an and Its Biblical Reflexes, S. 254.

[10] Ich verdanke diese hilfreichen Metaphern Dudley Woodberrys „Contextualization among Muslims Reusing Common Pillars, International Journal of Frontier Missions 13:4, (1996), S. 171-86.

[11] Durie, The Qur’an and Its Biblical Reflexes, S. 256.

Projekt Wikipedia – darf ich Ihnen die antisemitischen und terroristischen Unterstützer-Redakteure vorstellen?

David Collier, Beyond the Great Divide, 23. September 2021

Radikalisierung wird definiert als „das Handeln oder der Prozess jemanden dazu zu bringen radikale Positionen in politischen und sozialen Fragen zu übernehmen“. Extremisten wissen, dass sie auf traditionellem Weg nicht einfach in den Mainstream reinkommen, aber Wikipedia, eine der populärsten Internetseiten der Welt, hat ihnen über den Online-Zugang eine direkte Stimme in jedem Haus geboten.

Redaktionelle Arbeit bei Wikipedia, gewiss auf hohem Niveau, die nötig ist, um ständig Wikipedias „jüdische“, „Israel“- oder „Palästina“-Seiten zu bearbeten (bitte sagen Sie mir nicht, dass jeder bei Wiki redaktionell bearbeiten kann – das ist ein Märchen), ist fast eine Vollzeit-Tätigkeit, die einen besonders obsessiven Charakter benötigt. Wer macht das – und  wichtiger: Warum? Ich habe keinen Zweifel, dass die Motive von einigen harmlos sind – aber was ist mit denen, von denen Sie nicht wollten würden, dass sie direkt mit ihren Kindern sprechen – und bestimmt nicht, wenn ihre wahren Absichten getarnt sind?

Dieser Artikel ist Teil einer andauernden Recherche zum Thema der Radikalisierung von Wikipedia. Er ist sogar noch zeitgemäßer, bedenkt man, dass Wikipedia derzeit wieder auf Spendenzug ist. Bitte stellen Sie sicher, dass jeder, den Sie kennen, sich der Gefahren bewusst ist, die der Nutzung und Finanzierung der Internetseite Wikipedia anhaftet.

Das Beispiel StandWithUs

Ich beginne diese Tour mit einem Blick auf die Seite für StandWithUs. SWUs Hauptfunktion ist Bildung – junge Juden mit genügend Wissen zu stärken, um die unablässige Dämonisierungskampagne zu kontern, der sie sich besonders an Universitäten gegenüber sehen.

Das hier ist Wikipedias Eröffnungsabsatz auf der StandWithUs-Seite:

StandWithUs (SWU, auch bekannt als Irael Emergency Alliance) ist eine amerikanische rechte pro-Israel-Interessenvertretungsgruppe. Die Gruppe ist dafür bekannt mit der israelischen Regierung zusammenzuarbeiten, konzentriert sich auf Bildung und ist an amerikanischen Universitäten aktiv. SWU unterstützt israelische Siedlungen und glaubt nicht, dass die Westbank besetzt ist.

Hier gibt es drei Probleme:

Der erste Satz behauptet, dass es sich um eine rechte Organisation handelt; sie sei dafür bekannt, eng mit der israelischen Regierung zu arbeiten und das Intro liefert Information über angebliche Positionen zu „Siedlungen“ und der „Westbank“. Alles andere über SWU geht nach diesen inhaltsleeren Verleumdungen verloren. Was bedeutet „arbeitet eng mit der israelischen Regierung zusammen“ überhaupt? Und will Wikipedia andeuten, wenn isarel eine Vereinbarung mit den Palästinensern erzielen und von einigem Land abziehen würde, um die Gründung eines lebensfähigen Palästinenserstaats zu ermöglichen, SWU sich gegen die israelische Regierung wenden würde? Wie soll das überhaupt Sinn machen?

Und woher kommt das Etikett „rechts“? Als die Seite ursprünglich bearbeitet wurde, damit sie die Verleumdung beinhaltet (und das war als Verleumdung gedacht, weshalb ich sie als solche bezeichne), verließ sie sich auf eine einzige Quelle. Inzwischen vertraut sich auf vier.

Mit anderen Worten – „all die Quellen“, auf die Wiki sich verlässt, um StandWithUs im Eröffnungssatz zu verleumden, sind unzuverlässige, Israel hassende BDS-Aktivisten.

Die nicht vergleichbare Einseitigkeit gegen StandWithUs

Ich habe solide Beweise geliefert, dass Online-Terroristen die Seite von StandWithUs verhunzen – die Organisation mit dem ersten Absatz erfolgreich verleumden. Das Kaninchenloch besteht hier darin, Zeit damit zu verbrinen über subjektive Einstellungen zu streiten oder wo eine Information auf der Seite stehen sollte. Ich beschäftige mich nicht mit Kaninchenlöchern. Alles, was man braucht um unbestreitbar zu „BEWEISEN“, dass StandWithUs von israelfeindlichen Online-Terroristen angegriffen worden ist, besteht darin die SWU-Seite mit anderen Setien von NGOs zu vergleichen, die zu Bildung und Aktivismus in dem Konflikt in Verbindung stehen. Die Frage ist einfach – wird SWU anders behandelt, weil es als proisraelische Gruppe betrachtet wird?

  • Auf der Seite zur britischen NGO „Yachad“ gibt es nirgendwo das Wort „links“. Sie beginnt mit einem trockenen Enzyklopädie-Eintrag zur Identität von Yachad und seiner Aktivität. Die Seite enthält überhaupt keine Kritik.
  • Die Seite für die „Palestine Soldarity Campaign“ beginnt ebenfalls mit einer direkten und harmlosen Beschreibung. Unglaublicherweise – angesichts der Geschichte der Gruppen – gibt es dort nirgendwo auf der Seite das Wort „Antisemitismus“. Fakt ist, es gibt überhaupt keine Kritik an der Gruppe und die Seite ist rundum eingezäunt worden, um sie zu schützen.
  • Der Eintrag für die hoch toxische und stark kritisierte Gruppe Students for Justice in Palestine ist ebenfalls geradeaus.
  • Eine weitere extremistische Gruppe, „War on Want“. hat ebenfalls eine Seite, auf der es keinerlei negative Kommentierung gibt.
  • Die Seite für die „Jewish Voice for Labour“ liest sich fast wie Werbung.

Einzig pro-israelische Gruppen werden angegriffen und verleumdet. Bedenkt man, dass der erste Absatz zur SWU eindeutig subjektiv ist und auch an zahlreichen Stellen mit Wikipedias Standards bricht, ist es unentschuldbar, dass diese so stehen gelassen worden sind. Lassen Sie uns also einen genaueren Blick auf das werfen, was geschah.

Unter der Decke von Wikipedia – der Zusatz „rechts“

Jeder, der dieser Recherche folgt, versteht, dass mein Fokus immer auf dem liegt, was „unter der Decke“ stattfindet. Was auf den Seiten erscheint, ist das, was diese Propgandisten Sie sehen lassen wollen. Aber Wikipedias innerer Antrieb ist transparent. Die ganze Hintergrundinformation ist online verfügbar – was es uns erlaubt einen genaueren Blick auf die Motivation der Leute zu werfen, die die Bearbeitungen vornehmen.

Bis zum 11. September 2020 war auf der Seite für StandWithUs nichts von „rechts“ zu finden, außer in einer Entkräftung in der Sektion Kritik (denken Sie daran, dass die Seiten für Yachad, die PSC, War on Want gar keinen Abschnitt für Kritik enthalten – Sie sehen, wie diese Einseitigkeit funktioniert). Am 11.9. fügte ein Wikipedia-Editor namens „ImTheIP“ eine Einleitung hinzu, die „ALLE DREI“ der erwähnten Dinge beihaltete.

Im Januar 2021 versuchte ein Wikipedia-Editor das Etikett „rechts“ zu entfernen und den dämonisierenden Eröffnungsabsatz zu ersetzen. Diese wurden von einem notorisch israelfeindlichen Wikipedia-„Administrator“ „Zero0000“ (richtiger Name: Brendan McKAy) schnell wieder zurückgesetzt. Als mächtiger Wiki-Administrator kann er Sie, wenn Sie mit McKay streiten, sperren oder suspendieren. Daher die Zementierung der Verleumdung von SWU in Wikipedia.

Auf den Spuren von ImTheIP

ImTheIP öffente den Accoutn im März 2015. Seine anfänglichen Kommentare und Bearbeitungen erfolgten allesamt zum Holocaust. Was ärgerte ihn an der Holocaust-Seite? Die Tatsache, dass nichtjüdischen Opfern dort nicht mehr Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Das ist das Thema, das ihn offenbar motivierte seinen Account zu registrieren. Seitdem sind seine Bearbeitungen inhaltlich fast ausschließlich israelfeindlich gewesen.

Ich glaube, ich bin nahe daran die wahre Identität von ImTheIP aufzudecken. Der Account-Inhaber könnte Schwede sein und mit der Universität Stockholm in Verbindung stehen (möglicherweise der Kista-Campus – wenn Sie dort also einen israelfeindlichen akademischen Aktivisten kennen – vermutlich mit Hintergrund in Mathematik/Physik /IT – lassen Sie es mich wissen).

Die Beweise, dass es sich um einen Hardcore-Israelhasser handelt, sind in seinen gesamten Bearbeitungen sichtbar. Alles davon ist israelfeindliches und BDS unterstützendes Material. Einer seiner „nützlichen Links“ wurde sogar als Link zum Einreichen eines Artikels beim Online-Hassmagazin „Electroni Intfada“ gespeichert.

ImTheIP glaubt, dass pro-israelische Gruppen per Definition nicht glaubwürdig sind. Über ihre Verwendung als Quellen hatte er dies zu sagen:

Nirgendwo wird erklärt, dass beide pro-israelische Organisationen sind und dass das, was sie sagen, mit viel Vorsicht genossen werden sollte.

Hardcore-israelfeindlichen Gruppen wird aber nicht dieselbe Verachtung zuteil – und oft verlässt man sich auf sie als Quellen. Die verdrehte Einseitigkeit dieser Person bedeutet, dass sie nicht geeignet ist ein Buch über das ABC zu bearbeiten, ganz zu schweigen von einem weithin verwendeten Online-Referenzmittel.

Gleichzeitig zu Verleumdung von SWU über ihre Wikipedia-Seite griff „ImTheIP“ auch die Seiten von AIPAC, der Israel Allies Foundation, der Milstein Family Foundateion, der Reut Group und des Simon Wiesenthal Center an. Der Modus operandi des Redakteurs war oft derselbe.

Ein Beispiel: Er fügte einen irrelevanten Satz ohne Quelle in den Einleitungsabsatz der Seite zur Israel Allies Foundation ein.

Überarbeitung vom 13.37 Uhr, 10. September 202
Die Israel Allies Foundation (IAF, auch bekannt als die Interational Israel Allies Caucus Foundation) ist eine israelische Dachorganisation für internationale Netzwerke pro-israelischer Lobbygruppen. Die IAF arbeitet mit Politikern rund um die Welt, um Unterstützung für israelbezogene jüdisch-christliche Werte zu mobilisieren. Eines ihrer Hauptziele besteht darin Jerusalem komplett unter israelischer Souveränität zu halten. Die Palästinenser wollen, dass Ostjerusalem die Hauptstadt ihres zukünftigen Staates Palästina ist.

Es mag stimmen, dass *manche* Palästinenser Ostjerusalem als irhe Hauptstadt haben wollen (manche wollen es komplett haben) – aber nichts davon ist für den Einleitungsabsatz zur IAF relevant.

ImTheIP verunstaltete aufgrund seiner ideologischen Einseitigkeit die Wikipedia-Seite von StandWithUs, Ich habe weder das Bedürfnis noch den Wunsch jede seiner Handlungen durchzugehen, aber der Abschnitt Kritik war auch mit Bearbeitungen desselben Users überschwemmt (s. Beispiele 1, 2).

Die Messerangriffe von Pisgat Ze’ev

Eine Seite von Interesse, die „ImTheIP“ auf Wikipedia schuf, war die zu den Messerangriffen in Pisgab Ze’ev im Jahr 2015. Keine der frühen Bearbeitungen der Seite beinhaltet irgendeine Information über die eigentlichen Opfer und ihre Verletzungen – konzentrierte sich stattdessen auf die Angreifer, ihre mögliche Unschuld. Die Tatsache, dass ein 13-jähriger israelischer Junge schwer verletzt wurde, wurde ignoriert, als die Seite erstellt wurde – die Anliegen lagen ganz woanders. Die anfängliche Erstellung liest sich fast wie eine Verteidigerakte.

Aber der vernichtendste Vorfall von allen – und der wahre „erwischt“-Moment – war auf der Seite für Students for Justice in Palestine. Am 28. August 2020 – nur zwei Wochen, bevor er die Seite von SWU verunstaltete – räumte der Bearbeiter „ImTheIP“ Kritik wegen Antisemitismus aus dem ersten Absatz zur Wiki-Seite von SJP.

Vor der Bearbeitung:

gelb unterlegt: Kritiker haben SJP vorgeworfen, dass sie Antisemitismus fördern.

Nach der Bearbeitung – der Antisemitismus ist der Kommentar verschwunden:

ImTheIP“ argumentiert, der Kommentar über Antisemitismus im ersten Absatz sei „Kritik“ und gehöre daher woanders hin – und verschob ihn (versteckte ihn) an eine Stelle weiter unten auf der Seite.

Das ist ein großes Beispiel dafür, wie die Wikipedia-Einseitigkeit funktioniert und wie der institutionelle Antisemitismus sich selbst trägt. Auf dieser konkreten SJP-Seite – „ImTheIP“ kann sich behaupten, weil sie einen Punkt hat, mit dem er argumentiert – und wenn Sie das anfechten, dann werden Sie wahrscheinlich verlieren. Aber das ist derselbe User, der zwei Wochen später zur SWU-Seite ging und die Einleitung auf eine Weise verhunzte, die völlig im Widerspruch zu ihrer früheren Haltung gegenüber SJP steht – und das ist der Unterschied, der den Online-Terrorismus entlarvt.

Ein weiteres einfaches Beispiel: Vier Tage vor der Bearbeitung der SJP-Seite nahm ImTheIP auf der Seite zu Raed Saleh Dutzende von Änderungen vor; unter anderem nahm er aus der Einleitung jegliche Erwähnung von Gewalt und mögliche Verbindungen zur Hamas heraus. Er sah sich sogar veranlasst (in der Einleitung) darauf hinzuweisen, dass Salehs Vehaftungen „seine Popularität gesteigert haben“.

Das ist der Grund, dass man, um die Einseitigkeit von Wikipedia zu begreifen, die Art vergleichen muss, wie mit diesen Seiten umgegangen wird.

Angesichts der krassen Diskriminierung ist der Angriff auf die SWU-Seite eindeutig antisemitischer Natur.

ImTheIP hat eine Gesamtzahl von 13.000 Bearbeitungen auf Wikipedia vorgenommen.

Die toxische Motivation von Wikimedia-Editoren

Das Thema der Motivation wird oft übersehen. Es ist schwierig Top-Wiki-Editor zu werden und es erfordert intensive Arbeit – die oft Einsatz über Jahre benötigt. Es wäre nett sich Reihen Forscher vorzustellen, die alle fest entschlossen sind der Welt Wissen zu liefern und die bereit sind nach einem langen Tag, an dem sie woanders lehren, bis spät in die Nacht für Wiki zu arbeiten – aber das Bild ist so real wie Narnia. Im wahren Leben werden Menschen von wenig so motiviert wie von obsessivem Hass.

Nehmen Sie die Seite zu „Israel Lobby in the United Kingdrom“ [Israel-Lobby in Großbritannien]. Eine Kloake des Antisemitismus, von der ich früher schon gesprochen habe. Die Seite wurde von einem User namens „Arthur Warrington Thomas“ geschaffen. Er erstellte auch 231 andere Wikipedia-Seiten, darunter die für die „JLC“, „Christian Zionism in the UK“ (Christlicher Zionismus in Großbritannien), „Lobbying in the UK“ (Lobbyarbeit in Großbritannien) und „They Dare to Speak Out“ (Sie wagen es sich zu äußern, ein Buch über Israels Einfluss in der US-Politik).

Geht man nach seinen Bearbeitung, so erscheint Arthur Warrington Thomas als rasend antisemitischer Verschwörungstheoretiker, der einen kräftigen Fetisch für den Nazi-Okkultismus hat. Er scheint auch ein Faible für radikale Islamisten zu haben (und könnte etwa 2007 durchaus konvertiert sein). Ein Beispiel für seine Bearbeitungen: Er fügte schmeichelhafte Ansichten auf der Seite über den Holocaust-Leugner David Irwing ein. Er ist auf so ziemlich allen Wikipedia-Seiten zu Verschwörungstheorien über den 9/11 und die Bombenanschläge in London vom 7. Juli 2005 zu finden. Es besteht wenig Zweifel an seiner Motivation. Auf Wikipedia finden sich immer noch 8.350 seiner Bearbeitungen.

Die Userin „Tiamut“ liefert ein weiteres gutes Beispiel. Tiamut unterstützt offen Terrorismus:

Diese Userin unterstützt das Recht aller Einzelnen und Gruppen miltiärischer Aggression durch andere mit Gewalt Widerstand zu leisten, aber wegen eines angeblichen Konsenses hat sie Angst bestimmte Einzelne oder Gruppen zu nennen, die gewisse Administratoren als inakzeptabel empfinden.

Diese Terrorunterstützerin hat auf  Wikipedia 149 Seiten geschaffen. Daszu gehört eine Seite über „Tötungen und Massaker im Mandat Palästina“. Ihre Version der Ereignisse behauptet, die Juden seien „prinzipielle Anstifter“ der frühen Massaker (z.B. 1929), die gegen sie verübt wurden. Zu weiteren Beispielen ihrer Bearbeitungen gehört warmer und humanisierender Inhalt auf der Seite zu Yahya Ayyasch – dem Chef-Bombenbauer der Hamas, der für furchtbare Selbstmord-Bombenanschläge während des Oslo-Friedensprozesses verantwortlich ist. Wir können hier wenig Zweifel zur toxischen Motivation haben – Tiamut ist eine weitere Online-Terroristin. 31.514 der Bearbeitungen von Tiamut „informieren“ derzeit die Leser auf Wikipedia.

Auch den User „Onceinawhile“ habe ich bereits diskutiert. Ich bin nicht der einzige, der seine Einseitigkeit bemerkt hat. Onceinawhile hat 280 Wikipedia-Seiten erstellt, viele davon um es zu ermöglichen Quellen hinzuzufügen, im Versuch die Geschichte der „Palästinenser“ zu „korrigieren“ (sprich zu verfälschen). Onceinawhile verbringt auch sein/ihr Leben damit von Bearbeitung zu Bearbeitung zu ziehen, Seiten über Angriffe auf Juden zu verwässern. Zum Beispiel verunstaltete der User die Seite zu den Anschlägen auf Juden während des Nebi Musa-Festivals 1921, um die Wahrheit dessen zu veschleiern, was wirklich geschah. Aktuell helfen 36.002 der Bearbeitungen dieses Users dabei Leser auf Wikipedia zu „Informieren“.

Wikipedias nie endende Unterstützung von Terroristen

Die Wikipedia-Editorin Nableezy unterstützt ebenfalls offen Terrorismus:

Userin unterstützt das Recht aller Einzelnen und Gruppen gewalttätigen Widerstand gegen militärische Aggression durch andere zu leisten, aber wegen eines angeblichen Konsenses hat sie Angst bestimmte Einzelne oder Gruppen zu nennen, die gewisse Administratoren inakzeptabel finden.

Nableezy hat auch einen Online-Krieg gegen zionistische Editoren geführt, wobei sie falsche Anschuldigungen gegen diese erstellte, was dazu führte, dass viele verboten wurden. Diese Art von Aktivitäten vertieft die Konzentration judenfeindlicher Hasser und verzerrt Wikipedias antisemitische Voreingenommenheit noch weiter.

Ein Beispiel für Nableezys Einseitigkeit bestand darin eine Liste der Namen der Opfer von der Seite über das Pessah-Massaker im Park Hotel in Netanya 2002 zu entfernen. Aus irgendeinem Grund beleidigte ihn eine Liste jüdischer Opfer. Dennoch fand es Nableezy, die auch Bearbeitungen der Seite zum Massaker in der Patriarchenhöhle 1994 vornahm, nicht notwendig eine ähnliche „Gedenk“-Liste von Namen arabischer Opfer zu entfernen. Die Patriarchen-Seite hat die Liste der Opfer immer noch – aber auf der Pessah-Seite mit den jüdischen Opfernamen wurden diese entfernt. Das ist ein weiteres Beispiel für judenfeindliche Einseitigkeit bei der Bearbeitung auf Wikipedia und durch diese Terrorunterstützer.

Auf Wikipedia gibt es 38.938 aktive Bearbeitungen, die von dieser Terroranhängerin vorgenommen wurden. Nableezy scheint auf Seiten oft eine gemeinsame Kampagne mit einem anderen israelfeindlichen Online-Saboteur namens „Nishidani“ zu führen. Ihre Namen erscheinen regelmäßig gemeinsam. Nishidani zeichnet für nicht weniger als 83.785 Bearbeitungen auf Wikipedia verantwortlich.

Wikipedia und endloser Antisemitismus

Die Seite für die „Jewish Voice for Labour“ – die Gruppe der Art Yevsektsiya, die sich bildete, um den Antisemitismus im Projekt Corbyn zu schützen – beinhaltet fast keinen Verweis auf die tausende seriöser Artikel, die die Gruppe und ihre Mitglieder kritisieren. Diese Tatsache an sich verschlägt einem schon die Sprache. Vergleicht man das noch damit, wie mit SWU oder der Seite für die Kampagne gegen Antisemitismus umgegangen wird, dann zeigt es, wie stark die Einseitigkeit von Wikipedia ist. Die verherrlichende JVL-Seite wurde von einem User namens „Tanbircdq“ erstellt. Der User wurde schließlich vom Bearbeiten in Wikipedia ausgeschlossen, weil er zahlreiche Accounts betrieb. Er behauptet ein britischer Bangladeschi zu sein und seine Bearbeitungen scheinen das zu bestätigen.

Tanbircdq machte sich daran hunderte Seiten zum Labour-Antisemitismus zu bearbeiten – Werbung für Leute wie Jenny Manson (Vorsitzende der JVO) oder Jackie Walker (s. Beispiele 1, 2, 3) zusammen mit dem Löschen von allem, was diese kritiserte (s. Beispiele 1, 2, 3). Ein bemerkenswertes schnelles Beispiel ist die Hinzufügung von Avi Shlaims Nationalität als einzig „israelisch“. Shlaim hat seit 55 Jahren in Großbritannien gelebt. Dass die „israelische“ Nationalität hinzugefügt wurde ist eine eindeutige Propagandaübung, die darauf abzielte die Glaubwürdigkeit von Shlaims Kommentaren über Israel und Antisemitismus stärken. Es handelt sich auch um einen Akt krassen Rassismus und ich bezweifle, dass dieser Wiki-Editor wirklich glaubt, Immigranten, die seit mehr als 50 Jahren hier sind, müsse ihre Staatsbürgerschaft/Nationalität aberkannt werden. Das ist ein klarer Beweis einer gezielten Online-Attacke auf die Wahrheit.

Der User erstellte 395 Wikipedia-Seiten und dieser Online-Terrorist mit zahlreichen Accounts hat – trotz des Banns – immer noch 17.188 aktive Bearbeitungen auf Wikipedia stehen. Es gibt keine Möglichkeit zu wissen, wie viele Bearbeitungen dieser User noch vorgenommen hat.

Es gibt tausende Seiten mit Bezug zu Juden, Israel und Antisemitismus, dazu zahllose Editoren, die versuchen diese Seiten zu vehunzen. Hier nur zwei weitere Beispiele.

ZScarpia hat 10.325 aktive Bearbeitungen auf Wikipedia gemacht. Die Mehrheit seiner Beiträge hat einen Bezug zu Israel, Juden, Antisemitismus und Zionismus. ZScarpia setzt seine Argumente oft die die „Talk-Seiten“ von Wikipedia, statt direkt den Artikel zu bearbeiten. In einer aktuellen Diskussion zur Seite für die „Israel Lobby in the United Kingdom“ suggeriert er, ich sei mit der „Gnascher Jew Crew“ verbunden. (Gnasher Juden ist ein Online-Twitter-Account, der dafür bekannt ist Antisemiten bloßzustellen.) Um seine Verleumdung zu stützen, verlässt er sich auf vier Quellen und eine – die mit jüdischen Nachrichten – ist ein gefälschter Link, der nichts mit mir oder Gnasher zu tun hat. Die anderen drei waren:

  • 1 The Dorset Eye – antisemitische Online-Lumpen – die regelmäpig haarsträubende Verschwörungsvorwürfe gegen jüdische Antirassismus-Aktivisten erheben.
  • 2 Der Twitter-Account namens „Socialist Voice“ – ernsthaft? Ein Twitter-Account, der aus der tiefsten Gosse antisemitischen Corbynismus kommt? Eine von der Labour Party ausgeschlossene Person, die glaubt Marks and Spencer und Tesco’s seien jüdische Firmen mit jüdischem Blug (s. hier).
  • 3 Tony Greensteins Blog – geschrieben vom „offenkundig“ antisemitischen Verschwörungstheoretiker Tony Greenstein – der nicht nur verrückt war, sondern auch wegen beleidigenden Verhaltens aus der Labour Party ausgeschlossen wrude.

Es sollte nicht überraschen, dass dies die Kloake ist, in der ZScarpia schwimmt. Aber diese Kräfte befinden sich im Motor von WIkipedia – und entstellen die dort geschriebenen Informationen.

Wikipedias Jontel

Das jüngste Beipsiel in diesem Artikel ist Jontel, ausdauernder und altgedienter Wikipedia-Editor zu jüdischen und Antisemitismus-Themen. Der Account-Name escheint öfter als irgendjemabd sonst auf den giftigeren Seiten (siehe 1, 2, 3, 4). Es liegen 16.388 Bearbeitungen dieses Users vor. Jontel hat nur eine Seite erstellt:  die Seite für Labour Against the Witchhunt, eine Gruppe, die von der Labour Party geächtet wurde und weithin als nichts außer einer Gruppe giftiger Antisemiten erkannt ist.

Jontel löschte die Erwähnung von Antisemitismus aus der einleitenden Seite zu David Miller, einem Professor aus Bristol, der tief in einen Antisemitismus-Skandal verstrickt ist. Jontel besteht darauf, dass nur „Grundfakten“ in der Einführung stehen sollten. Das ist natürlich die Haltung all dieser Wikipedia-Editoren – solange es nicht um Organisationen wie StandWithUs geht, wo es in Ordnung wird die Einleitung und die Seite mit grundlosen Anschuldigungen vollzustopfen.

Das andere Beispiel von Jontel, das ich vorlegen möchte, kommt aus der Seite der Countdown-Mitmoderatorin und eisernen Antirassistin Rachel Riley. Nach Rileys öffentlicher Stellungnahme gegen Antisemitismus in der Labour Party wurde ihre Seite regelmäßig angegriffen und von Corbyns treuer Schar an Wikipedia-Editoren verunstaltet.

An einem Punkt gab es innerhalb des Bereichs zu ihrem Kampf gegen Antisemitismus einen Teil eines  Zitats aus Rileys Interview vom Januar 2019 mit Krishnan Guru-Murthy von Channel 4 News. Hier ist das, was auf der Seite stand:

„Er (Corbyn) hat eine Veranstaltung am Holocaust-Gedenktag geteilt, die Never Again from Auschwitz to Gaza [Nie wieder von Auschwitz nach Gaza] heißt. Er hat mit Terroristen auf einer Bühne gestanden. Die Debatte darüber, wer ein Terrorist ist, kommt auf, aber sie werden von den USA, Großbritannien, der EU als Terroristen eingestuft. Er teilt sich Bühnen mit diesen Leuten, er gibt Holocaust-Leugnung einen seriöse Stimme. Man kann bestimmt mit der palästinensischen Sache mitfühlen und für sie kämpfen, ohne das Bett mit Holocaust-Leugnern und bösartigen Antisemiten zu teilen.“

Jontel löschte diesen Eintrag – aber am bemerkenswertesten ist die Botschaft über der Löschung: Er verweist auf Rachel Riley als „Zionistin“ und dieses Zitat als ihre „Hetzrede“:

Überarbeitung vom 10. Januar 2019, 12:45 Uhr…
… Die Entfernung ihrer zionistischen Hetzrede gegen Corbyn ist unnötig – ihre Sympathien sind klar)

Dieser oben angeführte Kommentar sagt wirklich alles. Das ist Wikipedia – und das sind die Leute, die es schreiben. Nutzen Sie es auf eigene Gefahr.

Auswirkungen in der realen Welt

Was in Wikipedia-Seiten steht, hat Auswirkungen auf die reale Welt. Wie viele jüdische Schüler haben Wikipedias dämonisierenden ersten Abschnitt zu StandWithUs gesehen und es unterlassen die Organisation zu kontaktieren, weil sie als „rechtsextrem“ etikettiert worden ist? Erinnern Sie sich: Wikipedia beeinflusst vermutlich mehr Menschen als jede andere Quelle in der Welt. Die Desinformation und Entstellungen richten echten Schaden an.

Es gibt wenig Zweifel, das *Millionen* Einträge und Löschungen auf der Website durch tausende Accounts vorgenommen werden, die sich vorgenommen haben die Wahrheit zu vergewaltigen und eine Botschaft zu liefern, die Antisemitismus verbreitet. Juden sind der Inbegriff einer Minderheitengruppe – wir werden nie in der Lage sein, die Zahl unserer Feinde zu erreichen.

Aber das Ganze ist sogar noch dunkler als das. Neonazis und islamistische Terror-Unterstützer nutzen Wikipedia eindeutig als Mittel der Radikalisierung. Das sammelt sich im Lauf der Zeit, weil jede Bearbeitung oft auf einer aufbaut, die vorher dort untergebracht wurde. Heute ist das eine Pyramide toxischer Lügen, die unmöglich zu entwirren ist. Diese Leute drängen sich darum feindliche Nachrichtenseiten zu schaffen, die Israel bei jeder Gelegenheit dämonisieren – jeder berichtete Vorfall reicht aus eine neue Seite zu erstellen. Dieses einseitige Anheizen einer judenfeindlichen Wikisphäre verzerrt die Realität über alle Erkennbarkeit hinaus. Wäre Wikpedia ein Buch – keine Schule würde zulassen, dass es in ihre Bibliothek aufgenommen wird.

Unter dem Strich heißt das, dass diese Online-Propagandisten Geschichte umschreiben und offen pro-islamistische und antisemitische Ideologien verbreiten. Und es gibt nicht ein einziges Elternteil da draußen, dessen Kinder diese Website nicht als Schlüssel-Refrenzhilfe verwenden – sogar in der Schule. Das Maß ist mehr als voll.

„Ja, aber“ – Entlarvung des Kerns der Verteidigung des Islam

Raymond Ibrahim, 15. November 2021

„Ja, aber…“ Das ist das, was inzwischen den Kern aller muslimischen Apologetik repräsentativ geworden ist. Wann immer eine islamische Doktrin oder Prinzip beschuldigt wird Hass, Gewalt, Frauenfeindlichkeit usw. zu propagieren, eilen seine Verteidiger herzu und argumentieren: „Ja, ein paar Muslime verdrehen diese Lehrer für ihre Ziele, aber die Doktrin lehrt in Wirklichkeit etwas anderes.“

Zum Beispiel bot der muslimische Kleriker Usama Hasan in seiner Verteidigung der taqiyya, die Täuschung erlaubt – ob unter eingeschränkten oder breiten Umständen ist strittig – die folgende „ja, aber“-Erklärung:

Es stimmt, dass hartgesottene islamistische Terroristen wie der Al-Qaida und ISIS-Unterstützer Usman Kahn, der in der Fishmongers‘ Hall zwei Menschen ermordete [nachdem er vorgab „rahbilitiert“ zu sein], das Prinzip der taqiyyah missbrauche, um ihrer Sache zu dienen. Aber der Vorwurf, dass alle Muslime generell religiös verpflichtet sind zu lügen und das routinemäßig tun, ist sowohl gefährlich als auch unwahr.

Aber wie soll der Ungläubige wissen, welcher Muslime „das Prinzip der taqiyyah missbraucht“ und welcher nicht, insbesondere da nicht wenige Muslime überzeugt sind, dass der Islam ihnen erlaubt zu lügen und zu täuschen – solange das zu tun als Hilfe für die Förderung der Sache des Islam gesehen werden kann (auf Grundlage des Einsatzes von Täuschung durch ihren eigenen Propheten)? Mit anderen Worten: Das wahre Problem ist nicht, dass „hartgesottene islamistische Terroristen“ diese oder jene muslimische Doktrin „missbrauchen“, sondern vielmehr, dass solche Lehren fundamental unethisch sind und als solche seit den frühen Anfängen des Islam immer dazu geeignet waren „missbraucht“ zu werden.

Bedenken Sie z.B. dieses arabischsprachige Video eines muslimischen Klerikers in Ägypten, der anspricht, wie Terroristen islamische heilige Schriften „missbrauchen“, um das Töten von Nichtmuslimen zu rechtfertigen. Er sprach besonders den Bombenanschläge auf koptisch-orthodoxe Kirchen an, die in den letzten Jahre Dutzende christliche Gläubige in Ägypten den Tod brachten.

In seiner Predigt sagte Scheik Samir Haschisch, dass diejenigen Muslime, die Bomben gegen Kirchen richten und Ungläubige töten, oft einen Sahih-Hadith (eine Äußerung, die Mohammed zugeschrieben und als authentisch angesehen wird), wo der Prophet sagte: „Ein Muslim darf nicht aufgrund des Berichts eines kafir [eines Nichtmuslim oder Ungläubigen] getötet werden.“ Nachdem er sagte, dass der Hadith nicht das uneingeschränkte Gemetzel an Nichtmuslimen rechtfertigt, legte Haschisch genauer dar:

Der Hadith selbst ist natürlich authentisch… Aber der Hadith bedeutet nicht, dass wer auch immer ohne Grund irgendjemanden aus den Völkern des Buchs [Christen und Juden] tötet, das mit Recht getan hat. Der Hadtih schließt einfach die Todesstrafe von den möglichen Bestrafungen aus. Mit anderen Worten: Der Muslim, der einen Nichtmuslim ohne Grund tötet – hat er Unrecht oder nicht? Er hat Unrecht. Muss er bestraft werden oder nicht? Er muss bestraft werden – aber unter Ausschluss der Todesstrafe. Lasst ihn verurteilt werden, aber tötet ihn nicht. Warum? Wegen dem, was der Hadith sagt. Der Prophet sagte: „Ein Muslim darf nicht aufgrund des Berichts eines kafir [Ungläubigen] getötet werden.“ Warum? Weil sein Blut nicht gleich ist. Das Blut des Muslim ist höherwertig. Nennt es Rassismus oder wie immer ihr wollt, aber natürlich ist das Blut des Muslim höherwertig. Das steht nicht zur Diskussion. [meine eigene Übersetzung]

Beachten Sie, dass der Scheik zwar geltend macht, dass Radikale den Hadith verdrehen, um etwas zu sagen, was er nicht sagt – dass jeder Muslim, der einen Ungläubigen tötet, von jeder Bestrafung ausgenommen ist – was der Hadith aber wirklich sagt – dass das Leben eines Muslim wertvoller ist als das Leben eines Nichtmuslims – wenig besser und möglicherweise gar schlimmer ist.

Oder betrachten Sie, wie eine weitere gebildete muslimischer Gelehrte versuchte der Versklavung und Vergewaltigung nichtmuslimischer Frauen Glanz zu verleihen. Während sie Sure 4,3 diskutierte, die über ungläubige Kriegsgefangene als „Eigentum“ berichtet, erklärte Suad Saleh, eine Professorin für islamische Doktrin an der Al-Azhar-Universität in Ägypten, korrekterweise, dass „weibliche Kriegsgefangene ‚diejenigen sind, die euer Eigentum sind‘. Um sie zu demütigen, wurden sie zum Eigentum der Armeekommandeure oder eines Muslim und er kann Sex mit ihnen haben, wie er Sex mit seinen Frauen hat.“

Aber dann fuhr die Al-Azhar-Professorin damit fort so zu sprechen, als sei das wahre Problem nicht die Institutionalisierung der Sexsklaverei durch den Islam, sondern eher, wie manche Muslime sie zum Nachteil des Images des Islam missbrauchen. Sie sagte:

Manche [muslimische] Opportunisten und Extremisten, die nur dem Islam schaden, sagen: „Ich werde eine Frau aus Ostasien bringen, [als Sexsklavin] unter dem Status des ‚Besitzes der rechten Hand‘. Und mit der Zustimmung meiner Frau werde ich dieser Frau einen Raum in diesem Haus zuweisen und werde Sex mit ihr als Sklavenmädchen haben.“ Das ist Unsinn. Das wird vom Islam gar nicht angeordnet. Der Islam sagt, dass eine Frau entweder ein Ehefrau oder eine Sklavin ist. Sklaven in legitimem Besitz kommen von Kriegsgefangenen.

Was Ägyptens Professorin Saleh, Scheik Haschisch und viele andere Gelehrte offensichtlich nicht begreifen, ist, dass inhärent ungerechte Gesetze – solche, die die sexuelle Versklavung von Frauen aus dem einfachen Grund erlauben, dass sie Nichtmuslime sind oder unter der Annahme agieren, dass der Wert menschlichen Lebens auf ihrem Status als Muslime oder Nichtmuslime gründet – immer „missbraucht“ werden.

Sure 2,256 besagt zum Beispiel, dass es im Islam keinen Zwang gibt. Aber weil andere Koranverse Muslime aufrufen Christen und  Juden zu hassen und Krieg gegen sie zu führen (Sure 60,4, 3,28, 9,29), ist es nur natürlich, dass in Vergangenheit und Gegenwart Zwangskonversionen üblich waren. Immerhin kann für die Hölle bestimmte, sozial entrechtete Ungläubige dazu zu bringen den Islam anzunehmen als selbstlose Tat rational gemacht werden. Darüber hinaus hilft es den Islam mächtig zu machen, was immer etwas Gutes ist. So erklärte ein Menschenrechtsbericht bei der Diskussion zügellosen sexuellen Missbrauchs und Zwangskonversion christlicher Mädchen in Pakistan:

Die dunkle Seite der Zwangskonversion zum Islam ist nicht nur auf die religiösen Muslimgruppen beschränkt, sondern involviert auch kriminelle Elemente, die Vergewaltigung und Entführung betreiben und dann ihre abscheulichen Verbrechen damit rechtfertigen ihre Opfer zwangsweise zum Islam zu konvertieren. Die muslimischen Fundamentalisten freuen sich diesen Kriminellen Unterschlupf zu bieten und nutzen die Ausrede, dass sie ihrer heiligen Sache der Vermehrung der Muslimbevölkerung einen großen Dienst erweisen. (Hervorhebung hinzugefügt)

Genauso sagt Sure 9,29-29, dass Krieg gegen Völker des Buches nur Enden kann, wenn Letztere zustimmen ihren muslimischen Herren Tribut (jizya) zu zahlen. Und sie zahlten in der Tat, mehr als ein Jahrtausend lang, bis die Praxis dank europäischen Drucks in der Kolonialzeit formell abgeschafft wurde. Apologeten sagen, dass Sure 9,29 bedeutet, Christen und Juden  müssen die Jizya an Repräsentanten des islamischen Staats zahlen, nicht einfach irgendeinem Muslim. Heute hingegen betrachten Kriminelle mit muslimischem Hintergrund, die mit den Grundlagen von Sure 9,29 vertraut sind – dass Ungläubige bekriegt werden müssen, bis die zahlen – Christen und andere Minderheiten in ihrer Mitte als Sparschweine: Sie sind Freiwild für Raub, Plünderung und Entführung um Lösegeld zu erpressen – manchmal sogar getötet zu werden, nachdem Lösegeld gezahlt wurde – wie die koptischen Christen in Ägypten bezeugen können.

Ein muslimischer Kleriker und Sozialhilfeempfänger in Großbritannien formulierte es so, als er britische Steuerzahler einmal zu „Sklavenerklärte:

Wir nehmen die Jizya, die ohnehin unser haq ist [Arabisch für „Lohn“ oder „Recht“] ist. Die normale Situation ist übrigens die, Geld von den kafir [Ungläubigen] zu nehmen, nicht wahr? Das ist also die normale Situation. Sie geben uns das Geld – ihr arbeitet, gebt uns das Geld, Allahu Akbar. Wir nehmen das Geld.

Kurz gesagt: Das Problem ist weniger, dass manche Muslime die Doktrin der taqiyya „missbrauchen“ – sondern eher, dass eine Doktrin, die Lügen und Täuschung sakralisiert, überhaupt existiert; das Problem ist weniger, dass einige Muslime fälschlich glauben, dass sie keine Bestrafung verdienen, wann immer sie „minderwertige“ Ungläubige töten – sondern dass islamische heilige Schriften überhaupt lehren, dass muslimisches Blut „höherwertig“ ist als nichtmuslimisches Blut; das Problem ist weniger, dass manche Muslime nicht streng den Regeln des Islam zu sexueller Versklavung von Ungläubigen-Frauen folgen – sondern dass der Koran überhaupt erlaubt nichtmuslimische Frauen zu versklaven; das Problem ist weniger, dass manche Muslime den Auftrag des Koran ignorieren, dass es keinen Zwang in der Religion gibt – sondern dass er überhaupt Feindschaft und Krieg gegen Nichtmuslime fordert; das Problem ist weniger, dass manche Muslime nicht den Regeln des Islam dazu folgen, wer das Recht hat von Ungläubigen die Jizya einzusammeln – sondern dass er überhaupt die finanzielle Erpressung von Nichtmuslimen zulässt.

Es ist kein Trost zu erfahren, dass islamische heilige Schriften falsch interpretiert werden, um diese Ungerechtigkeit zu fördern, wenn ihre wahre Interpretation in Wirklichkeit genau diese Ungerechtigkeit erlaubt.

Der vergessene Kreuzzug des Christoph Columbus gegen den Jihad

Raymond Ibrahim, 14. Oktober 2021

Ein weiterer Columbus Day ist gekommen und vorbei. Obwohl er mit den üblich Denunzierungen und erbostem Wokeismus wegen des angeblichen „Völkermords“ durch den italienischen Entdecker gegen Einheimische „gefeiert“ wurde, gab es eine einflussreiche Stimme, die Columbus verteidigte: Am 11. Oktober unterzeichnete Floridas Gouverneur Ron DeSantis eine Proklamation, aus der hier ein Auszug folgt:

Columbus steht als einzigartige Persönlichkeit in der westlichen Zivilisation da, der Mut, Risikobereitschaft und Heldentum angesichts enormer Widrigkeiten veranschaulicht; als Visionär, der die Möglichkeiten der Erforschung über die Grenzen Europas hinaus sah; und als Gründervater, der die Grundlagen für das legte, was eines Tages die Vereinigten Staaten von Amerika werden sollte, die des Columbus Day damit gedenkt, dass sie ihren Bundesdistrikt [den Zusatz zu Hauptstadt] nach ihm benannten.

Das stimmt zwar alles, aber Columbus steht für und ist eine Erinnerung an etwas anderes, das heute wenig bekannt, wenn nicht gar komplett vergessen ist: Er war zu allererst, ein Kreuzzügler – ein bekennender Feind des Jihad; bei seinen Forschungsreisen ging es in erster Linie darum die islamischen Sultanate zu umgehen und letztlich zu kontern, die Europa umgaben und terrorisierten – nicht darum Gewürze zu finden.

Als er geboren wurde, befand sich der damals mehr als 800 Jahre alte Krieg mit dem Islam – oder eher die Verteidigung gegen den Jihad – auf einem Allzeithoch. 1453, als Columbus 2 Jahre alt war, brandschatzten die Türken endgültig Konstantinopel, ein mit Gräueln überfrachtetes Ereignis, das die Christenheit in ihrem Innersten erschütterte.

Im Verlauf der folgenden Jahre fuhren die Muslime damit fort tief in den Balkan vorzudringen, hinterließen dabei viel Tod und Zerstörung, wobei Millionen Slaven versklavt wurden. (Ja, die zwei Worte sind etymologisch verwandt und das aus genau diesem Grund.)

1480, als er 29 Jahre alt war, schafften die Türken es sogar in Columbus‘ Heimat Italien einzudringen, wo sie in der Stadt Otranto 800 Christen rituell köpften – und ihren Erzbischof durchsägten – weil sie es ablehnten den Islam anzunehmen.

Das war der Kontext, in dem Spaniens Monarchen Ferdinand und Isabella – selbst bekennende Kreuzzügler, besonders die Königin, die 1492 die Jahrhunderte dauernde Reconquista Spaniens mit der Befreiung Granadas vom Islam abschloss – Columbus in ihre Dienste nahmen.

Sie finanzierten seine ehrgeizige Reise im Versuch – wie des der Historiker Louis Bertrand ausdrückte – „einen endgültigen und entschiedenen Kreuzzug gegen den Islam über die westindischen Inseln“ zu beginnen. (Das ging natürlich in die Hose und gipfelte in der zufälligen Entdeckung der Neuen Welt.)

Viele Europäer waren überzeugt, dass sie, wenn sie nur die Völker östlich des Islam erreichen konnten – die, wenn sie nicht christlich, zumindest „noch nicht von der mohammedanischen Plage infiziert“ waren, um es mit Papst Nikolaus V. (gest. 1455)) zu sagen – den Islam zwischen sich zerquetschen könnten. (Der Plan war Jahrhunderte alt und verband die Legende des Priesterkönigs Johannes, dem angeblichen christlichen Monarchen, der im Osten regierte und eines Tages nach Westen marschieren würde, um die Christenheit durch die Vernichtung des Islam zu rächen.)

All das geht klar aus Columbus‘ Briefen hervor: In einem verweist er auf Ferdinand und Isabella als „Feinde der elenden Sekte des Mahommet“, die „entschlossen sind mich in Regionen der Indien zu schicken, um zu sehen [wie die] Menschen dort bei den Kriegsbemühungen helfen können].“ In einem weiteren Schreiben an die Monarchen, nachdem er die Neue Welt erreichte, bietet Columbus an eine Armee „für den Krieg und die Eroberung Jerusalems“ auszuheben.

Spanien und Columbus waren auch nicht die ersten, die diese Strategie umsetzten; sobald Portugal 1249 vom Islam geräumt worden war, begann sein Militär ins muslimische Afrika vorzudringen. „Die große und alles überragende Motivation hinter der explosiven Energie und dem expansiven Intellekt von Prinz Heinrich dem Seefahrer [geb. 1394]“, schreibt der Historiker George Grant, „war der schlichte Wunsch das Kreuz zu nehmen – um das kämpfende Schwert über Afrika zu tragen und damit eine neues Kapitel im heiligen Krieg der Christenheit gegen den Islam zu eröffnen.“ Er begann all diese Entdeckungsreisen, weil „er danach strebte zu wissen, ob es in den dortigen Teilen irgendwelche christlichen Prinzen gab“, die „ihm gegen die Feinde der Glaubens helfen würden“, schrieb ein Zeitgenosse.

Macht all das Columbus und in Erweiterung Ferdinand und Isabella – ganz zu schweigen von der gesamten Christenheit – zu „Islamophoben“, wie die wenigen modernen Kritiker, die den islamischen Hintergrund der Reise des Columbus erwähnen, es oft zum Vorwurf machen?

Die Antwort lautet: Ja – aber nicht in der Art, wie das Wort heute verwendet wird. Während das griechische Wort phobos immer „Angst“ bedeutet hat, impliziert seine Verwendung heute „irrationale Angst“. Bedenkt man jedoch, dass der Islam fast tausend Jahre vor Columbus die Christenheit wiederholt angriff, bis zu dem Punkt, dass er drei Viertel von dessen ursprünglichem Territorium schluckte, darunter Jahrhunderte lang Spanien; dass die jüngste Wiederholung des Islam in Gestalt der osmanischen Türken, in der Zeit von Columbus in der Verheerung des Balkan und des Mittelmeers bestand; und dass der Islam selbst Jahrhunderte nach Columbus den Westen immer noch terrorisierte – 1683 mit 200.000 Jihadisten auf Wien marschierte und Amerika in seinen ersten Krieg als Nation provozierte – ist schon die Andeutung, dass historische christliche Angst vor dem Islam „irrational“ sei, selbst der Gipfel des Irrationalen.

Wie der Islam Christus verstümmelt

Raymond Ibrahim, 2. November 2021

Der Islam beansprucht Abraham, Moses und Jesus nicht nur; er beansprucht offensichtlich auch postbiblische Personen wie den Heiligen Georg. Das erklärt ein aktueller Artikel in My London, dessen wahrer Zweck es offenbar ist „Gemeinsamkeiten“ von Christen und Muslimen zu beteuern. So erfahren wir, dass sich „am Tag des Heiligen Georg, der in der östlichen Christenheit am 6. Mai begangen wird, Muslime im Raum Nazareth der christlichen Verehrung des Heiligen anschließen“.

Das Judentum findet ebenfalls seinen Weg in diesen Artikel religiösen Synkretismus: „Nach Angaben einiger Sufi-Traditionen sind der [hebräische] Prophet Elias, Al-Khidr [eine Figur aus dem Koran] und er Heilige Georg alle ein und dieselbe Person. Sie glauben, Elias erschiene zu verschiedenen Zeiten in der Menschheitsgeschichte unter unterschiedlichen Namen, um heimgesuchten Gläubigen in Krisenzeiten zu helfen.“

Der gesamte Artikel ist ein Zeugnis der weit verbreiteten Überzeugung, weil Judentum, Christentum und Islam viele gleiche Persönlichkeiten aufweisen, Verständigung zwischen den frei Glauben nicht nur einfach sei, sondern das natürlichste ist, was man tun kann.

In dieser Kalkulation fehlt die allerwichtigste Tatsache, nämlich dass der Islam mit biblischen Personen nicht so umgeht, wie das es Christentum tut. Christen akzeptieren die hebräische Bibel (das „Alte Testament“), wie sie ist. Sie fügen nichts hinzu, nehmen nichts weg und verzerren die Berichte über die Patriarchen nicht, auf die die Juden sich stützen.

Umgekehrt stützt sich der Islam zwar auch auf Personen aus dem Alten und Neuen Testament – wegen des Gewichts des Altertums, das an ihre Namen gebunden ist – gestaltet sie aber auf eine Weise neu, die ihn selbst bestätigt und das Judentum wie das Christentum ungültig macht. Das verbrennt Brücken eher statt sie zu bauen.

Bedenken Sie zum Beispiel den Umgang des Islam mit Jesus (im Koran „Isa“). Der Islam bestreitet nicht nur vehement, dass Christus der Sohn Gottes ist, sondern ein neues Buch über islamische Quellen unterstreicht unabsichtlich die Tatsache, dass „Isa die Antithese Jesu“ ist – sein Doppelgänger.

Obwohl das Buch Muslim Sources of the Crusader Period (Muslimische Quellender Kreuzritter-Zeit) der Professoren James E. Lindsay und Suleiman Mourad jede Menge wichtiger Dokumente aus dieser Ära enthält, darunter erstmalige Übersetzungen, sind die Schriften von Ibn ‘Asakir (1105-1175) – ein einflussreicher islamischer Gelehrter, der auch die populären Vierzig Hadithe für die Aufstachelung zum Jihad – über Jesus, basierend auf etablierten Hadithen, für unser Thema relevant. Von Anfang bis Ende nutzt Ibn ‘Asakir, wie alle anderen muslimischen Gelehrten vor und nach ihm, Jesus, um den Islam zu bestätigen und den von Christus begründeten tatsächlichen Glauben für ungültig zu erklären.

Nach Angaben dieser muslimischen Berichte wird Jesus in der Tat zurückkehren – christliche „Brückenbauer“ zum Islam können sich darüber freuen – aber nur um „die Kreuze zu brechen, die Schweine zu schlachten, die Jizya-Steuer für Nichtmuslime zu beenden, Krieg gegen die Völker des Buchs (d.h. Juden, Christen, Zoroastrier usw.) und anderes Gesetzwidriges zu führen…“ (S. 158) Kurz gesagt: Der Jesus des Islam scheint ein Jihadist auf Augenhöhe mit ISIS zu sein.

Hier eine Auswahl aus Ibn ‘Asakris „Biografie“ von Jesus/‘Isa (aus Muslim Sources of the Crusader Period):

Er zitiert Mohammed mit der Behauptung, wer immer bereit ist ihn – Mohammed – Christi gleichzustellen sowie dem ältesten christlichen Glaubensbekenntnis (1. Kor. 15,3-7) zu bestreiten, wird in den Himmel kommen.

Wer immer bezeugt, dass es keinen Gott außer Allah gibt, alleine und ohne Partner, und dass Mohammed Sein Diener und Bote ist und dass Jesus Sein Diener und Bote ist, der Sohn Seines Dieners, Sein Wort, das er Maria gab und ein Geist von Ihm, den wird Allah dafür, dass er das sagt, ins Paradies lassen (S. 159).

Wenn eine Frau zu Jesus sagt: „Gesegnet ist der Leib, der dich gebar und die Brust, an der du gesäugt wurdest“, antwortete ein schockierter Jesus: „Nein, sondern gesegnet ist der, der den Koran liest und dem folgt, was darin steht.“ (S. 159)

In mehreren dieser Hadithe scheint Mohammed die Absicht zu haben sich selbst Jesus gleichzustellen. So auch, als seine Kinderbraut Aischa den Propheten fragt: „Wenn Ich länger lebe als du, würdest du mir erlauben neben dir beerdigt zu werden?“ „Nein“, antwortet Mohammed, „an diesem Ort ist nur Raum für mein Grab, für Abu Bakrs Grab [Mohammeds Gefährte und Nachfolger bzw. der erste Kalif], für ‘Omars Grab [Mohammeds Gefährte und der zweite Kalif] und für das Grab von Jesus, dem Sohn von Maria“ (S. 160).

In einem weiteren Bericht sagt Mohammed: „Die biblischen Propheten sind Geschwister gleicher Abstammung. Ich und Jesus sind Geschwister, weil er mich prophezeite und es gibt keine Propheten zwischen mir und ihm“ (S. 161).

In noch einem Bericht stellt Ibn ‘Asakir Jesus als hinter moch einem anderen Kalifen (Muawiya I.) betend dar: Dann, „nachdem Jesus sein Gebet beendet, wird er seine Lanze nehmen, auf den Antichrist zugehen und ihn töten. Dann wird Jesus sterben und die Muslime werden ihn waschen und beerdigen“ (S. 161).

So sieht die Transformation – oder Mutation – aus, der Jesus in der muslimischen Tradition unterzogen wurde. Und von Christen wird erwartet, dass sie dies als mögliche „Brücke“ zum Islam betrachten, als Quelle der „Gemeinsamkeiten“?

Zufällig ist das dasselbe wie bei anderen biblischen Persönlichkeiten. Bedenken Sie Abraham (Ibrahim), nach dem die gesamte „abrahamitische“ Bewegung benannt ist. Während Juden und Christen sich auf andere Aspekte Abrahams konzentrieren – erstere sehen ihn als ihren fleischlichen Patriarchen, letztere als ihren Patriarchen im Glauben oder im Geist (s. z.B. Gal. 3,6) – verlassen sie sich beide auf denselben wörtlichen Bericht Abrahams, wie er in Genesis (1. Buch Mose) zu finden ist.

Im muslimischen Bericht hingegen wird der Hass eingeführt und veranschaulicht, den Muslime für Nichtmuslime haben müssen: „Ihr habt doch ein schönes Vorbild in Ibrahim“, informiert Allah die Muslime in Sure 60,4: „und denjenigen, die mit ihm waren, als sie zu ihrem Volk sagten: ‚Wir verleugnen euch, und zwischen uns und euch haben sich Feindschaft und Haß auf immer offenkundig gezeigt, bis ihr an Allah allein glaubt.‘“

Tatsächlich ist dieser Vers DER Eckstein-Vers, den alle „radikalen“ Muslime, besonders die des Islamischen Staats, als Beweis anführen, dass Muslime alle Nichtmuslime hassen müssen. Mit anderen Worten: Weit entfernt davon als Brücke zwischen Islam und Judentum und Christentum zu dienen, lehrt Abraham die Muslime, sie müssen Juden und Christen hassen.

Man kann immer so weiter machen: Gemäß islamischen Traditionen ist Maria, die Mutter Christi, Mohammeds „Ehefrau“ im Himmel – noch eine weitere Darstellung, die die kaum „Brücken“ zu schlagen scheint, besonders nicht zu Katholiken.

Hier haben wir sicherlich etwas Seltsames: Wenn gewisse Leute – nämlich Weiße – sich, sagen wir, die oberflächliche Kleidung anderer Menschen „aneignen“ oder sich so kostümieren, dann wehe! Alles ist Übel. Aber wenn der Islam sich etwas aneignet und die zentralen Personen zweier Religionen (Judentum und Christentum) komplett pervertiert, sollen Juden und Christen sich dabei gut fühlen, es als Gelegenheit für „Aussöhnung“ mit dem Iran betrachten. Interessant, wie das läuft.

Um es klar zu sagen: Die muslimische Aneignung und folgende Verstümmelung biblischer Personen ist eine Quelle von Problemen, nicht für Lösungen. Das ist einzig säkulares Denken, das sich nicht über die oberflächliche Tatsache erheben kann, dass drei Religionen dieselben Personen beanspruchen – und sie deshalb letztlich „miteinander auskommen“ müssen – die sie nicht begreifen und nie begreifen werden. Der Artikel zum Heiligen Georg in My London – der übermäßig viel Menge Zeit damit verbringt Witze über das Trinken in Kneipen zu reißen – ist ein perfektes Beispiel.

Der Völkermord an den Armeniern: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft?

Das Massaker an 1,5 Millionen Christen war letztlich ein heftiges Segment eines uralten und fortdauernden Kontinuums.

Raymond Ibrahim, 8. September 2021 (Doc Emet Productions)

Am 24. April 2021 wurde Joe Biden zum ersten amtierenden US-Präsidenten, der formell den Völkermord an den Armeniern anerkannte. Worum ging es bei diesem Völkermord und welche Bedeutung hat er heute?

Das Genocide Education Project [Bildungsprojekt Völkermord] bietet eine Zusammenfassung dieses tragischen Ereignisses, das sich während des Ersten Weltkriegs abspielte, nämlich von 1915 bis 1917:

Mehr als eine Million Armenier starben als Ergebnis von Hinrichtungen, Verhungern, Krankheiten, der brutalen Umwelt und körperlichem Missbrauch. Ein Volk, das seit fast 3.000 Jahren in der östlichen Türkei lebte [mehr als doppelt so lange wie die eindringenden islamischen Türken Anatolien besetzt hatten, das man heute als „Türkei“ kennt] verlor seine Heimat und wurde im ersten groß angelegten Völkermord des zwanzigsten Jahrhunderts tiefgreifend dezimiert. Anfang 1915 gab es rund zwei Millionen Armenier in der Türkei; heute sind es weniger als 60.000… Trotz der gewaltigen Menge an Beweisen, die auf die historische Realität des Völkermords an den Armeniern deutet – Berichte von Augenzeugen, offiziellen Archiven, fotografischen Beweisen, die Berichte von Diplomaten und die Aussagen von Überlebenden – ist die Leugnung des Völkermords an den Armeniern von nachfolgenden Regimen in der Türkei ab 1915 bis heute weiter gegangen.

Die Beweise sind in der Tat überwältigend. Schon 1920 hörte Resolution 359 des US-Senats Augenzeugenberichte zu „Vergewaltigung, Verletzung, Folter und Tod, die ihre unvergesslichen Erinnerungen in hundert schönen armenischen Tälern und der Reisende in der Region ist selten frei von Beweisen dieses gewaltigsten Verbrechens aller Zeiten.“

In ihren Memoiren Ravished Armenia beschreibt Aurora Mardiganian, wie sie vergewaltigt und in einen Harem gesteckt wurde (in Übereinstimmung mit den Kriegsregeln des Islam). Anders als tausende anderer armenischer Mädchen, die nach ihrer Schändung weggeworfen wurden, schaffte sie es zu entkommen. In der Stadt Malatia sah sie 16 gekreuzigte chirstliche junge Frauen: „Jedes der Mädchen war lebend an ihr Kreuz genagelt worden“, schrieb sie, „Nägel durch ihre Füße und Hände, nur ihr Haar wehte im Wind, bedeckte ihre Körper.“ (Solche Szenen wurden im Dokumentarfilm Auction of Souls von 1919 festgehalten, der sich in Teilen auf Mardiganians Memoiren stützt.)

Kurz gesagt: Dass die Türken im Ersten Weltkrieg einen vorsätzlichen Völkermord an den Armeniern inszenierten und ausführten, ist – für diejenigen, die sich noch um Fakten kümmern – eine unbestrittene Tatsache, ungeachtet dessen, wer ihn anerkennt und wer nicht (die Türkei selbst verkörpert die zweite Kategorie).

Trotzdem gehen die von den Türken an den Armeniern begangenen Gräueltaten weit über den Völkermord an den Armeniern hinaus. Fakt ist, dass es angemessener ist letzteres nicht als Einzelereignis zu betrachten, sondern als besonders heftiges Segment eines uralten und andauernden Kontinuums.

Der Völkermord vor dem Völkermord

Der anfängliche Völkermord an den Armeniern begann etwas mehr als tausend Jahre früher, als muslimische Stammesangehörige erstmals begannen in ein damals viel größeres Armenien zu strömen und es in das zu verwandeln, was es heute ist: der östliche Teil der modernen Türkei.

1019 „drang mit dem ersten Erscheinen der blutrünstigen Bestien die brutale Nation der Türken nach Armenien ein … und metzelte die christlichen Gläubigen gnadenlos mit dem Schwert nieder“, schreibt Matthäus von Edessa (gest. 1144), ein führender Chronist für diese Zeit. Drei Jahrzehnte später gingen die Überfälle praktisch nonstop weiter. 1049 erreichte der Gründer des Seltschuken-Reichs, Sultan Tughril Bey (regiert von 1037 bis 1063) die nicht ummauerte Stadt Arzden westliche des Vansees und „übergab die gesamte Stadt dem Schwert, was heftiges Gemetzel verursachte, ganze hundertfünfzigtausend Menschen“.

Nach der gründlichen Plünderung der Stadt befahl er, dass sie – einschließlich der 800 Kirchen – in Brand gesetzt und in eine Wüste verwandelt wird. Arzden war „voller Leichen“ und niemand „konnte die zählen, die in den Flammen umkamen“. Achthundert Ochsen und vierzig Kamele waren nötig, um die gewaltige Beute hinauszukarren, zumdeist aus den Kirchen Arzdens geholt. „Wie hiervon berichten, mit einer von Tränen erstickten Stimme?“, fährt Matthäus fort, von den vielen abgeschlachteten Armeniern, die „ohne Gräber zurückgelassen“ und „Beute der Aas-Bestien wurden, dazu „der Exodus der Frauen … die mit ihren Kindern in die Sklaverei und zu ewiger Knechtschaft verurteilt wurden! Das war der Anfang der Unglücksserie Armeniens“, klagt der Chronist, „also hört diesem melancholischen Vortrag zu.“

Andere Zeitgenossen bestätigen die Zerstörung, die Arzden heimsuchte. „Wie ausgehungerte Hunde“, schreibt Aristakes (gest. 1080), ein Augenzeuge; die Türken „warfen sich auf unsere Stadt, umzingelten sie und drängten hinein, massakrierten die Männer und mähten alles nieder wie Schnitter in den Feldern, machten die Stadt zu einer Wüste. Ohne Gnade verbrannten sie alle, die sich in den Häusern und Kirchen versteckt hatten.“

Elf Jahre später, während der türkischen Belagerung von Sabastia (dem heutigen Sivas) im Jahr 1060 wurden 600 Kirchen zerstört und „viele [weitere] Jungfrauen, Bräute und Damen wurde in Gefangenschaft geführt.“ Ein weiterer Überfall auf armenisches Territorium erlebte „viele und zahllose Menschen, die [zu Tode] verbrannt wurden.“ Die Gräuel sind zu zahlreich, als dass Matthäus sie noch erzählen könnte und er resigniert in Klagen:

Wer kann das Geschehen und die ruinösen Ereignisse berichten, die über die Armenier kamen, denn alles war mit Blut bedeckt… Wegen der großen Zahl der Leichen stank das Land und ganz Persien war angefüllt mit unzähligen Gefangenen; so betrank sich die gesamte Nation der Bestien am Blut.

Dann belagerte von 1064 bis 1065 Tughrils Nachfolger, Sultan Mohammed bin Dawud Chagrhi – der Nachwelt als Alp Arslan bekannt, einer der meistgefeierten Helden der mordernen Türkei – Ani, die befestigte Hauptstadt Armeniens, damals eine große und bevölkerungsreiche Stadt. Das donnernde Bombardement der Belagerungsmaschinen Mohammeds ließ die gesamte Stadt erbeben und zahllose zu Tode erschrockene Familie werden in den Erinnerungen als zusammengedrängt und weinend beschrieben.

Einmal eingedrungen begannen die Türken – Berichten zufolge bewaffnet mit zwei Messern in jeder Hand und einem weiteren im Mund – „gnadenlos die Einwohner der Stadt abzuschlachten … und ihre Leichen aufeinander zu häufen… Unzählige und zahllose Jungen mit aufgeweckten Gesichtern und schöne Mädchen wurden zusammen mit ihren Müttern weggeschafft.“

Nicht nur etliche christliche Quellen dokumentieren die Plünderung der armenischen Hauptstadt – eine zeitgenössische hält bündig fest, dass Mohammed „durch Massaker und Feuer aus Ani eine Wüste machte“ – das tun auch muslimische Quellen, oft in apokalyptischen Worten: „Ich wollte die Stadt betreten und mit meinen eigenen Augen sehen“ erklärte ein Araber. „Ich versuchte eine Straße zu finden ohne über die Leichen gehen zu müssen. Aber das war unmöglich.“

So gewinnt man eine Vorstellung davon, wie die armenisch-türkischen Beziehungen begannen – fast ein Jahrtausend vor dem Völkermord an den Armeniern 1915 bis 1917. Die Türken setzten die Armenier in den Jahrhunderten dazwischen natürlich weit mehr aus – Sultan Abdulhamid massakrierte von 1894 bis1896 bis zu 300.000 Armenier im Namen des Islam – aber das sollte als kurzer Blick in die Vergangenheit reichen.

Ein heiliger Hass

Zwar sind menschliche Eroberungszüge so alt wie die Zeit selbst, aber warum war die anfängliche türkische Eroberung Armeniens derart überschwemmt mit überzogen grausamen Tagen? Die Antwort lautet, dass für die Türken und andere muslimische Völker die Eroberung „der anderen“ mit einem frommen Grundprinzip durchtränkt ist – einer Ideologie, die eine notwendige Zutat für sadistischen Hass und seinen natürlichen Höhepunkt ist: Völkermord. Juden und Christen wurde gelehrt, dass Mord und Vergewaltigung „Sünde“ ist, genau das nahm für die bereits raublustigen Türken eine edle und heilige Rolle an, solange ihre Opfer Nichtmuslime waren, was sie von Haus aus zu Feinden machte – „Ungläubige“, für die das islamische Recht fordert, dass sie getötet, unterworfen oder versklavt werden müssen.

So schrieb Gregory Palamas, ein Geistlicher, der von den Türken gefangen genommen wurde, 1354: „Sie leben vom Bogen, dem Schwert und Ausschweifungen, finden Vergnügen daran Sklaven zu nehmen, widmen sich Mord, Plünderung, Beute … und sie begehen nicht nur diese Verbrechen, sondern sie glauben sogar – was für eine Verirrung – dass Gott ihnen das absegnet!“ Die Armenier waren sich schon bewusst, was die türkische Feindschaft antrieb: „Sie griffen uns wegen unseres christlichen Galubens an und sie sind erpicht darauf den christlichen Glauben auszulöschen“, erklärte ein David, ein armenischer Stammesführer, seinen Landsleuten während der Invasionen der Muslim im elften Jahrhundert.

Genauso vielsagend ist, dass der brutalste Umgang immer für diejenigen reserviert war, die sichtbar ihr Christentum verkünden. Während der erwähnten Plünderung von Arzden „verbrannten die muslimischen Invasoren Priester, die sie in den Kirchen gefangen nahmen und metzelten diejenigen nieder, die sie außerhalb fanden. Sie gaben den nicht Toten Schweinefleisch-Stücke in die Hände, um uns zu beleidigen“ – Muslime halten das Schwein für unrein – „und machten sie zu Objekten von Gespött für alle, die sie sahen.“

Gleichermaßen wurden während der Einnahme von Ani Geistliche und Mönche „verbrannt, während andere bei lebendigem Leib von Kopf bis Fuß enthäutet wurden“, schreibt Matthäus. Jedes Kloster und jede Kirche – davor war Ani als „die Stadt der 1001 Kirchen“ bekannt – wurde geschändet und in Brand gesetzt. Ein eifersüchtiger Jihadist kletterte auf die Hauptkatedrale der Stadt „und riss das schwere Kreuz herunter, das auf der Kuppel stand und warf es zu Boden.“ Das aus reinem Silber gefertigte, zerbrochene, „mannshohe“ Kreuz – und jetzt symbolisch für die Macht des Islam über die Christenheit – wurde als Trophäe in das heutige Aserbaidschan geschickt, um dort eine Moschee zu schmücken.

Der Völkermord an den Armeniern und Religion

Trieb dieselbe frühe muslimische Feindschaft gegen „Ungläubige“ auch den Völkermord an den Armeniern 1917 bis 1917 an? Leider hat der Westen seit diesem Vorkommnis in der Regel durch eine einzige, säkulare Weltanschauung artikuliert, das einzig Faktoren wie Territorialstreit und Nationalismus berücksichtigt. Dieser Ansatz hat zwar einen gewissen Wert, projiziert aber auch ausnahmslos westliche Motivation auf enorm andere Völker und Projekte.

Tatsächlich war es die religiöse Identität der Armenier, die letztlich zum Völkermord an ihnen führte. Das wird von der oft übersehenen Tatsache unterstrichen, dass die Türken, zusammen mit der Tötung von 1,5 Millionen Armeniern im Ersten Weltkrieg auch schätzungsweise 750.000 Griechen und 300.000 Assyrer – alles Christen – systematisch massakrierten. So fragte ein Professor für Armenien-Studien rhetorisch: „Wenn er [der Völkermord an den Armeniern] eine Fehde zwischen Türken und Armeniern war, wie erklärt sich dann der gleichzeitig von den Türken an den christlichen Assyrern verübte Völkermord?“ Aus türkischer Sicht war das hauptsächliche Gemeinsame von Armeniern, Assyrern und Griechen, dass sie alle christliche „Ungläubige“ und daher existenzielle Feinde waren.

Der Völkermord als solcher kann als Höhepunkt des Jihad des Osmanischen Reichs gegen seine christliche Bevölkerung betrachtet werden. Nach Angaben des Buchs Year of the Sword: The Assyrian Christian Genocide [Das Jahr des Schwertes: Der assyrisch-christliche Völkermord] aus dem Jahr 2017 „wurde die Politik der ethnischen Säuberung von pan-islamischem und religiösem Fanatismus geschürt. Christen wurden als Ungläubige [kafir] betrachtet. Der Aufruf zum Jihad, am 29. November 1914 erlassen und aus politischen Gründen inszeniert, war Teil des Plans … sie zu kombinieren und über das Land der Christen hinwegzufegen und sie auszulöschen.“ So wie mit Armeniern und Greichen erzählen Augenzeugen-Berichte vom Ausstechen von Augen bei Assyrern und der Gruppenvergewaltigung ihrer Kinder auf Kirchenaltären – Kennzeichen von jihadistischem Sadismus. Nach Angaben von Schlüsseldokumenten war all dieses Teil eines „osmanischen Plan zum Auslöschen der Christen der Türkei“.

Was das Argument angeht, dass all diese völkermörderischen Gräueltaten, weil sie während des Ersten Weltkriegs stattfanden, letztlich ein Spiegel genau dessen waren – Krieg mit all seinen tödlichen Zerstörungen – so sieht die Realität anders aus. Krieg war nur ein Faktor, weil er für die Türken der Deckmantel war um das zu tun, was sie ohnehin schon lange tun wollten. Nach Beschreibung der Massaker als „administrativer Holocaust“ stellte Winston Churchill korrekt fest: „Die Gelegenheit [Erster Weltkrieg] bot die Lichtung des türkischen Bodens von einer christlichen Rasse.“ Oder mit den klaren Worten von Talaat Pascha, dem de facto-Führer des osmanischen Reichs während des Völkermords an den Armeniern von 1915 bis 1917: „Die Türkei nutzt den Krieg, um seine internen Feinde, d.h. die indigenen Christen, gründlich zu beseitigen, ohne dabei von äußerer Intervention gestört zu werden… Die Sache ist geklärt. Es gibt keine Armenier mehr.“

Der Krieg in Nargony-Karabach

Leider deuten aktuelle Ereignisse an, dass die Türken, weit davon entfernt Reue wegen des Völkermords an den Armeniern zu zeigen, diese immer noch mit völkermörderischer Absicht betrachten.

Im Oktober 2020 brach zwischen Armenien und seinem anderen muslimischen Nachbarn Aserbaidschan ein Krieg um das umstrittene Gebiet aus, das wir als Nagorny-Karabach kennen. Obwohl es tausende von Jahren armenisch und als Artsakh bekannt war und nach der Auflösung der UdSSR überwiegend armenisch blieb, wurde es Aserbaidschan zugewiesen, was Probleme verursachte und in dem aktuellen Krieg gipfelte. (Siehe: „15 Artsakh War Myths Perpetuated By Mainstream Media – 15 Kriegsmythen zu Artsakh, die von den Mainstream-Medien perpetuiert werden.)

Die Türkei schloss sich rasch ihren Religionsbrüdern in Aserbaidschan an und führte den Krieg gegen Armenien wohl sogar an, obwohl der Streit sie eindeutig nicht betraf. So fragte Nikol Paschinyan, Armeniens Premierminister, am 1. Oktober 2020 rhetorisch: „Warum ist die Türkei 100 Jahre nach der Auflösung des Osmanischen Reichs in den Südkaukasus zurückgekehrt?“ Seine Antwort: Um den Völkermord an den Armeniern fortzusetzen.“

Unter anderem finanzierte die Türkei „Jihadistengruppen“, die die Scharia duchsetzen, um den französischen Präsidenten Macron zu zitieren, die in Syrien und Libyen agiert hatten – einschließlich der Hamza-Division, die auf Seiten der Muslimbruderschaft steht und nackte Sexsklavinnen in Gefängnissen hielt – um die Armenier zu terrorisieren und abzuschlachten.

Einer dieser gefangenen Söldner gestand, dass ihm „eine monatliche Vergütung von $2.000 für den Kampf gegen die ‚Kafir‘ in Artsakh versprochen wurde, dazu 100 Dollar extra für jeden geköpften Kafir.“ (Kafir, oft als „Ungläubiger“ übersetzt, ist Arabisch für jeden Nichtmuslim, der es verfehlt sich dem Islam zu unterwerfen, was sie automatisch zu Feinden macht.)

Neben anderem ISIS-artigen Verhalten, das von dieser islamischen Söldner-Koalition aus Türken und Aserbaidschanern begangen wurde, folterten sie eine Intellektuelle, behinderte 58-jährige Frau bis zur Unkenntlichkeit, indem sie ihr sadistisch die Ohren, Hände und Füße abhackten, bevor sie sie schließlich hinrichteten. Ihre Familie konnte sie nur über ihre Kleidung identifizieren. Gleichermaßen zeigt Videomaterial getarnte Soldaten, die einen alten armenischen Mann überwätligen und zu Boden zwingen, der schreit und sie um Gnade anfleht, bevor sie ihm lässig die Kehle mit einem Messer durchschneiden. Bei einem Vorfall – und wie es im Verlauf der Zeiten unzählige Male geschehen ist – stand ein Jihadist auf einer armenischen Kirche, nachdem deren Kreuz abgebrochen wurde und brüllte triumphierend „Allahu Akbar“.

Zufälligerweise und wie man hätte erwarten können, teilt Aserbaidschen die islamische Feindlichkeit der Türkei gegenüber Armeniern. Nach Angaben eines Berichts vom 27. März 2021, wurden im Verlauf von nur zwei Wochen mindestens drei armenische Kirchen in der Region Nagorny-Karabach verwüstet oder zerstört – obwohl im November ein Waffenstillstand erklärt wurde. Videoaufzeichnungen zeigen aserbaidschanische Truppen, die eine der Kirchen betraten, lachten, spotteten, traten und darin befindliche christliche Gegenstände verunstalteten, darunter ein Fresko des letzten Abendmahls. Die Flagge der Türkei taucht auf den Uniformen aserischer Soldaten auf, was diesen Staat weiter hineinzieht. Als sie herankommen, sagt einer der Soldaten: „Lasst uns jetzt in die Kirche gehen, dort werde ich Namaz verrichten.“ Namaz ist ein Bezug auf muslimisches Gebet; wenn Muslime in nichtmuslimischen Tempeln beten, werden diese Tempel sofort zu Moscheen. In Reaktion auf dieses Video veröffentlichte Arman Tatoyan, ein armenischer Menschenrechtsaktivist, eine Erklärung:

Der Präsident Aserbaidschans und die Obrigkeit des Landes haben seit Jahren eine Politik des Hasses, der Feindschaft, ethnischen Säuberung und des Völkermords gegenüber Armenien, die Bürger von Armenien und dem armenischen Volk eingeführt. Die türkische Obrigkeit hat dasselbe getan oder offen zur selben Politik ermutigt.

Zum Beispiel sagte er, dass Aserbaidschans Präsident Alijew Anfang März stolz erklärte: „Die junge Generation ist mit Hass auf den Feind aufgewachsen“. Mit Feind meinte er Armenier.

Ein angeborener Hass

Der erwähnte Hass, der immer ein Vorläufer von Völkermord ist, ist in der modernen Türkei überall offensichtlich. Man muss nur der religiös aufgeladenen Tirade eines Türken dazu zuzuhören, dass alle Armenier „Hunde“ sind und dass jeder, der in der Türkei gefunden wird, für eine Idee abgeschlachtet werden sollte:

Was macht ein Armenier in meinem Land? Entweder der Staat wirft sie raus oder wir töten sie. Warum lassen wir sie leben? … Wir werden sie abschlachten, wenn es an der Zeit ist… Das hier ist türkischer Boden. Wie können wir osmanische Enkel sein? … Das Volk der Türkei, das Ehre, Würde hat und Allah muss die Köpfe der Armenier in der Türkei abschneiden. Es ist für jeden unehrenhaft einen Armenier zu treffen und ihn nicht zu töten… Wenn wir Menschen sind, lasst uns das tun – lasst es uns für Allah tun… Jeder, der  zuhört: Wenn du Allah liebst, bitte verbreite dieses Video von mir an alle…

Genauso sagte eine Frau in Antwort auf eine Frage, die zufällig befragte Passanten in der Türkei auf der Straße gestellt wurde– „Wenn Sie etwas ungestraft tun können würden, was würden Sie tun?“ – vor der Videokamera: „Was ich tun würde? 20 Armenier köpfen.“ Dann blickte sie direkt in die Kamera und lächelte, wobei sie mit dem Kopf nickte.

Mancher dürfte argumentieren, dass diese beiden genannten Beispiele nur Indizien sind – heißt, sie spiegeln türkische Wut, die durch den Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan herbeigeführt wurde. Aber wenn das der Fall wäre, was hat das mit der Tatsache zu tun, dass der türkische Hass und Gewalt gegen Armenier Jahre vor den Nagorny-Karabach-Konflikt zurückreicht?

Beachten Sie ein paar Beispiele – die alle vor dem aktuellen Konflikt auftraten und daher keine Verbindung dazu haben – ohne besondere Sortierung:

2013 wrude eine 85-jährige Armenierin in ihrer Wohnung in Istanbul erstochen. Nur für den Fall, dass irgendjemand das Motiv missverstehen könnte, ritzte der türkische Mörder ein Kreuz in ihre nackte Leiche. Nach Angaben des Berichts „markiert dieser Angriff den fünften auf alte armenische Frauen (eine hat ein Auge verloren) in den letzten zwei Monaten.“ In einem Fall wurde eine achtzigjährige armenische Frau von einem maskierten Mann auf den Kopf geboxt und, nachdem sie auf den Boden kollabierte, wiederholt getreten.

Am Sonntag, 23. Februar 2019 wurden drohende Graffiti-Botschaften auf der Haupteingangstür der Armenischen Kirche der Heiligen Mutter Gottes in Istanblu gefunden. Das armenische Patriarchat von Konstantinopel sagte in einer Erklärung: „Es wurden rassistische und Hass-Reden sowohl in Englisch als auch in Arabisch geschrieben, die sagte: Ihr seid erledigt!“ Ein armenisches Parlamentsmitglied twitterte: „Jedes Jahr werden jede Menge Hass-Attacken gegen Kirchen und Synagogen ausgeführt. Nicht nur die Täter, sondern auch die Menschen, die hinter ihnen stehen, sollten angesprochen werden. Vor allem sollte die Politik, die den Hass produziert, beendet werden.“

Im August 2020 wurden ein armenischer Friedhof und eine Kirche geschändet. Nach Angaben des Berichts „wurden die Überreste aus den Gräbern geholt und die Knochen der Verstorbenen wurden überall verstreut“ (hier gibt es Bilder).

Am 22. Mai 2020 kletterte ein Mann am hellichten Tag auf den Zaun einer historischen armenischen Kirche in Istanbul, riss ihr Metallkreuz ab und warf es zu Boden, was auf einem Überwachungsvideo eingefangen wurde. Zwei Wochen zuvor brach ein weiterer Türke in die Heiligkreuz ein, eine historische armenische Kathedrale in der Osttürkei; er sagte die adhan auf – das islamische Gebet, das traditionell von Moscheen ausgerufen wird, durchsetzt mit „Allahu Akbar“-Rufen.

An diesem Punkt scheint es zunehmend so, dass, wenn es den völkermörderischen Hass der Türkei auf Armenier betrifft, Religion nicht nur ein Faktor ist, sondern der entscheidende Faktor. Dies zeigt sich offensichtlich darin, dass so, wie die Türkei einen Völkermord gegen andere Christen außer den Armeniern beging – insbesondere Griechen und Assyrer – sich auch die zeitgenössische türkische Feindschaft gegen alle Christen, nicht nur Armenier, richtet. Bedenken Sie die folgenden Beispiele, die nichts mit Armeniern zu tun haben und die vor dem Nagorny-Karabach-Konflikt auftraten.

2009 brach eine Gruppe junger Türken – darunter der Sohn eines Bürgermeisters – in einen Bibelverlag in Malatya ein. Sie fesselten seine drei christlichen Angstellten, folterten sie sadistisch Stunden lang und schlachteten sie schließlich ab; einer von ihnen war Deutscher. „Wir machten das nicht für uns, sondern für unsere Religion“, sagte einer der Beschuldigten später. „Lasst das den Feinden unserer Religion eine Lehre sein.“ Sie wurden später alle aufgrund einer Formalität freigelassen.

Ende 2019 stach ein 16-jähriger muslimischer Junge einem koreanischen christlichen Evangelisten mehrmals ins Herz; der 41 Jahre alte Ehemann und Vater starb kurz darauf. Monate zuvor wurde ein „86 Jahre alter Grieche in seinem Haus mit gefesselten Händen und Füßen ermordet aufgefunden“; Berichten zufolge wurde er „gefoltert“.

2019 schlugen zwei muslimische Männer einen christlichen Teengar auf der Straße, nachdem sie feststellten, dass er ein Kruzifix um den Hals trug. Die Protestantische Kirchenvereinigung sagte in Reaktion drauf: „Dieser Angriff ist das Ergebnis des zunehmenden Hasses auf Christen in der Türkei. Wir laden Regierungsvertreter ein gegen Hassreden zu handeln.“

Viel üblicher als die gezielten Schläge gegen oder das Töten von Christen – aber nicht weniger repräsentativ für den Hass – sind Angriffe, die mit Kirchen zu tun haben. Als ein Mann 2018 das Feuer auf die katholische Kirche der Heiligen Maria in Trabzon eröffnet, war das nur der jüngste von mehreren Anschlägen auf diese Kirche. Nur Wochen zuvor wurde eine improvisierte Bombe in ihren Garten geworfen; 2016 verwüsteten „Allahu Akbar“ brüllende Muslime die Kirche, auch mit Vorschlaghämmern; 2011 wurde die Kirche ins Visier genommen und wegen ihrem sichtbaren Kreuz bedroht; und 2006 wurde ihr katholischer Priester, Andrea Santoro, erschossen, während er beim Gottesdienst betete.

Ebenfalls mit „Allahu Akbar“-Rufen und „für die Al-Aqsa-Moschee wird Rache genommen“ warf ein weiterer Muslim 2015 einen Molotowcocktail auf die orthodoxe Kirche Aya Triada in Istanbul, was sie teilweise in Brand setzte. Bei einem weiteren Vorfall schlugen und traten 2016 vier Türken an die Tür der Agape-Kirche in der Schwarzmeer-Region – wieder mit „Allahu Akbar“-Rufen, mit denen sie ihre jihadistischen Motive bewiesen.

2014 störte eine zufällige Bande einen Taufgottesdienst in Istanbul. Sie drängten sich in die Kirche, brüllten Obszönitäten; einer bedrohte mit einem Messer die Anwesenden. „Das ist nicht das erste Mal und es wird nicht das letzte Mal sein“ antwortete ein lokaler Christ.

Ende 2019 waren Christen in der Kirche des Heiligen Paulus in Antalya versammelt; ein Mann, der Beleidigungen brüllte und die Gottesdienstbesucher physisch bedrohte, sagte, er würde „großes Vergnügen daran haben Christen zu vernichten, da er sie als eine Art Parasitentum an der Türkei betrachtete“.

Einer der alarmierendsten Vorfälle ereignete sich 2015: Volle 15 Kirchen erhielten Morddrohungen wegen „Leugnung Allahs“. „Pervertierte Ungläubige“, hieß es in einem Schreiben, „Die Zeit, da wir eure Hälse treffen, kommt bald. Möge Allah die Ehre und das Lob erhalten.“ „Drohungen sind für die protestantische Gemeinde, die in diesem Land lebt, nichts Neues; sie wollen ihrer Kinder hier groß ziehen“, kommentierte ein Kirchenleiter.

Im März 2020 wurden auf nur einem christlichen Friedhof in Ankara rund 200 zerstörte Grabsteine gefunden. Getrennt davon, aber etwa zur gleichen Zeit, zerbrachen Schänder ein Kreuz vom Grab einer kürzlich verstorbenen Katholikin; nur Tage davor wurde ihr Beerdigungsgottesdienst von „Allahu Akbar“-Schreien unterbrochen.

Bei der Diskussion all dieser Anschläge auf alles und jedes Christliche – Menschen, Gebäude und sogar Gräber – machte der türkische Journalist Seyfi Genç dafür ein „Milieu des Hasses“ verantwortlich:

Aber dieses hasserfüllte Umfeld kam nicht aus dem Nichts. Die Samen dieses Hasses werden verbreitet, angefangen in Grundschulen, über vom nationalen Bildungsministerium gedruckte Bücher, die Christen als Feinde und Hochverräter darstellen. Die Indoktrination geht über Zeitungen und Fernsehsender weiter, die auf einer Linie mit der Staatspolitik liegen. Und natürlich schüren die Predigten in Moscheen und das Gerede in Kaffeehäusern diesen Hass weiter.

All das ist eine Erinnerung daran, dass die Hauptzutat – religiös inspirierter Hass – die zum Völkermord an Christen (Armeniern, Griechen, Assyrern) von 1915 bis 1917 führte, nicht nur gesund und munter ist, sondern zunimmt – und zweifellos darauf wartet umgesetzt zu werden, sobald sich die nächste Gelegenheit bietet.

In seiner Stellungnahme zum Gedenktag an den Völkermord an den Armeniern am 24. April 2021 sagte Präsident Biden: „Jedes Jahr an diesem Tag gedenken wir den Leben all derer, die in der osmanischen Zeit beim Völkermord an den Armeniern starben und verpflichten uns erneut zu verhindern, dass solch eine Gräueltat jemals wieder geschieht.“ [Hervorhebung hinzugefügt]

Das klingt zwar vielversprechend, aber bis die Zeit kommt, dass die Wurzel des Völkermords an den Armeniern – die Wurzel für die anhaltende Verfolgung hunderter Millionen von Christen heute –erkannt und angegangen wird, müssen alle derartigen Behauptungen der Wachsamkeit als bloßes Theater betrachtet werden.