Eine Frage an den Zeitgeist:

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Wo bleibt die Empörung?

gefunden auf Facebook und eingedeutscht – Stand: 17.03.2019

(Facebook gibt dieses Bild im Original nur frei, wenn man ausdrücklich zustimmt, weil es Inhalte zeigt, die verstörend sein könnten.)

Internationaler Holocaust-Gedenktag

Es ist „internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des nationalsozialistischen Völkermords an den europäischen Juden“.

Jetzt ergehen sie sich wieder im Gedenken an die ermordeten Juden. Ganz besonders in Deutschland wird das „Nie wieder“ so herausgekramt wie immer auch am 9. November zum Kristallnacht-Gedenken. Deutschland hat die tollste Gedenkkultur der Welt. Wir können uns an die eigene Brust schlagen, wie niemand sonst. Und das tun wir in Deutschland mit Inbrunst.

Da gibt es Aktionen ohne Ende. In Leverkusen zum Beispiel putzten Gymnasiasten die „Stolpersteine“ – in einer Fußgängerzone. Was ist mit den anderen? Sollten die nicht auch sauber sein? Oder gelten sie nicht so viel, weil sie weiter abseits liegen? Nein, das war wohl „praktischer Geschichtsunterricht, denn die Aktion fand während der Unterrichtszeit statt.

In Regensburg gibt es eine Gedenkfeier der Stadt u.a. mit einem Kurzfilm von Schülern über das KZ Ravensbrück.

Die Grünen in Aachen haben eine Ausstellung zu bieten, die bis 1. Februar in einer Kirche zu sehen ist und am Sonntag mit einer Klezmer-Band eröffnet wird.

In Weimar war schon am Freitag offizielles Kranzniederlegen im KZ Buchenwalt unter Ausschluss der AfD, weil diese – angeblich – „antidemokratische, menschenrechtsfeindliche und geschichtsrevisionistische Positionen“ vertritt. (Nur der dritte Punkt trifft auf einzelne, sicherlich noch zu viele Mitglieder zu, nicht die Gesamtpartei. Aber hier wird wieder eine politische Suppe gekocht, das Gedenken einmal mehr instrumentalisiert. Es wird ausgegrenzt und verleumdet.)

In Frankfurt-Flörsheim steht die „Musik jüdischer Künstler der Weimarer Zeit … ganz im Fokus des Programms“, „deren Namen heute zu Unrecht oft völlig vergessen sind.“

Berlin gedenkt in einer „Erinnerungsstunde“ am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma; dazu ein „stilles Gedenken“ am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen im Tiergarten. Am Gedenktag für die Ermordung der europäischen Juden werden die Mahnmale anderen Opfer in den Mittelpunkt gerückt.

Auf ZDF info liefen von der Nacht (!) von Freitag auf Samstag 14 Dokumentationen und Filme. Ganz gewichtig anscheinend 3 Folgen „Die Wahrheit über den Holocaust“ von 1.15 bis 3.30 Uhr.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland mahnte vor wachsender Geschichtsvergessenheit in Deutschland und Europa. „Das mangelnde historische Wissen und die fehlende Empathie mit den Opfern der Schoah führten zu Gleichgültigkeit, fürchtet Zentralratspräsident Josef Schuster. Der Holocaust-Gedenktag soll hiergegen ein deutliches Zeichen setzen.“

NRW-Ministerpräsident Laschet reist extra (auf Einladung der Union progressiver Juden) nach Auschwitz. Info dazu: Für Laschet und die Landesregierung seien das Mahnen und Erinnern an das Menschheitsverbrechen der Schoah sowie die Förderung der Erinnerungskultur und das entschlossene Eintreten gegen Antisemitismus zentrale Anliegen, hieß es weiter. Wie manifestiert sich dieses „entschlossene Eintreten gegen Antisemitismus“? Tut die Landesregierung das auch gelegentlich auch mal außerhalb des Neonazi-Antisemitismus? Da fehlen die handfesten Beispiele.

Für Wien gilt: „Aktive Gedenkpolitik bedeutet aber nicht nur die Beschäftigung mit der Vergangenheit, sie bedeutet sich den Ideologien der Ungleichheit in der Gegenwart entgegen zu stellen und Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen! Nachdem Zeitzeug_innen uns in den vergangenen Jahrzehnten unermüdlich erzählt haben, zu welchem unfassbaren Elend radikaler Nationalismus und rassistischer Wahn in Europa geführt haben, sehen wir in Europa heute erneut nationalistische und rassistische Bewegungen wiederentstehen oder bereits mit Macht ausgestattet”, so „Jetzt Zeichen setzen”. Deshalb wolle man wie jedes Jahr ein Zeichen am geschichtsträchtigen Heldenplatz setzen. Ah, ganz wichtig: Instrumentalisierung gegen „rechts“, aber der heutzutage am stärksten manifeste Antisemitismus wird ausgeklammert.

Es wird überall wieder hehre Worte geben und beschworen den Anfängen zu wehen – und dem werden wohl keine Taten folgen. Wenn der Regierende Bürgermeister von Berlin und amtierende Bundesratspräsident Müller wissen lässt: „Wir dürfen rassistischer und antisemitischer Hetze und Ausgrenzung keinen Raum geben. Wir können das Verbrennen von Flaggen des Staates Israel auf unseren Straßen nicht hinnehmen. Wir müssen verhindern, dass alte und neue Formen des Antisemitismus und Rassismus alltäglicher Begleiter werden“, dann sind das richtige Worte – die aber auch nur wieder hohl bleiben, weil sie keine Folgen haben. Das Verbrennen israelischer Flaggen anzuprangern ist schön und gut. Aber die Hetzpropaganda gegen Israel bleibt außen vor. Und dass es auch hier nur gegen „rechts“ geht, ist ohnehin selbstverständlich, denn: „Ausgrenzung, Hetze und Vorurteilen müssen wir Aufklärung und Wachsamkeit der Zivilgesellschaft und des Rechtsstaates entgegenstellen“, gilt nicht für Antifa und muslimische Einstellungen.

Ähnlich Jean-Claude Juncker, der „nie gedacht hätte“, „dass ich es noch erleben würde, wie Juden in Europa Angst bekommen, ihren Glauben auszuüben. Es erfüllt mich mit Trauer, dass fast 40 Prozent von ihnen darüber nachdenken, Europa zu verlassen. In Europa ist Holocaustleugnung salonfähig. Während jeder dritte Europäer nach eigenen Angaben ’nur ein bisschen‘ über den Holocaust weiß, hat einer von zwanzig nie etwas davon gehört.“ Und die „Erinnerung am Leben erhalten“ sehen will. Ross und Reiter des aktuellen Antisemitismus nennt er nicht.

Es wird sich wie immer in viel Symbolismus ergangen. Konkrete Folgen? Fehlanzeige. Und schon gar kein Angehen der tatsächlichen Probleme und Problembereiter. Im Zweifelsfall werden eher eigener Hass und Vorurteile gepflegt, um politische Süppchen zu kochen.

Wunderbares Erinnern! Ganz toll! Wie jedes Jahr zweimal. Hinterher gehen wir wieder zum Alltag über. Ignorieren linken und islamischen Antisemitismus. Hetze gegen Israel. Beschimpfen nicht nur die AfD, um sie zu Antisemiten zu machen. Damit die wahren Antisemiten nicht bekämpft werden müssen, das wäre zu aufwändig und wohl auch noch gefährlich.

Wie war das noch? Je länger das Dritte Reich tot ist, desto stärker wird Hitler bekämpft? Wie passend. Nur keine neuen „Kriege“ führen. Den Tätern von heute ergeben wir uns lieber vorab. Bis wir gemerkt haben, dass es zu spät ist, sind wir da selbst schon ermordet worden. Weil ein Wunsch-Weltbild wichtiger ist als die Realität. Weil ideologisierte Verbohrtheit mehr zählt als nüchterne Bestandsaufnahmen. Weil aus der Vergangenheit zu lernen mühsam und es viel leichter ist, sich erneut dumm und blind zu verhalten. Weil „wehret den Anfängen“ so schön klingt, wenn man es gegen unliebsame Menschen und Gruppen anwendet, die gerade unbequem sind – und man es gegenüber denen längst verpasst hat, die die tatsächlichen Gefahrenherde stellen: Islamistischen Predigern, die Hass verbreiten und Judenfeindschaft einimpfen; Verbänden, die vor allem eins können: Beleidigtsein in die Welt zu trompeten und die Täter in den eigenen Reihen schützen und reinwaschen sowie die Schuld auf Opfer schieben. Oder als Regierung auch gegenüber Regimen, die Völkermord an Juden propagieren, imperialistischen Terror nicht nur in der eigenen Region verbreiten – aber mit denen man unbedingt Geschäfte machen muss, sie hofiert und „kritischen Dialog“ führt, der seit 40 Jahren einmal nicht ansatzweise das gebracht hat, was er bringen soll, sondern genau das Gegenteil.

Der Hass, der Antisemitismus, Gewalttaten kommen heute in unserer Gesellschaft zu enorm großen Teilen aus den Reihen der Muslime; in der Weltpolitik von radikal-muslimischen Staaten. Die Ursachen dafür zu bekämpfen geht nicht. Das ist „islamophob“, wird als ausgrenzend und rassistisch gebrandmarkt. Warum? Weil das ideologische Bild stimmen muss. Und wenn die Juden da nicht reinpassen, weil es Israel gibt, dann ist dieser Antisemitismus eben auch in Ordnung.

Auf diese Art von Gedenken verzichte ich lieber. Mir sind dazu die hasserfüllten Gesichter mit dem Gebrüll der „Gegendemonstranten“ zu sehr präsent, denen ich bei Kundgebungen begegnete, die tatsächlich gegen Antisemitismus stattfanden. Von „Gegendemonstranten“, die denen angehörten, die heute als Vorbilder zur Bekämpfung von Rassismus und Ausgrenzung da stehen.

Jesus, der Palästinenser?

Daniel Sugarman, twitter, 26. Dezember 2018

Jedes Jahrs ehe ich garantiert Leute, die ihre „Jesus war Palästinenser“-Idiotie herumlaufen. Hier deshalb ein kurzer Thread, warum das nicht nur falsch ist, sondern bewusster Geschichtsrevisionismus, der die jüdische Verbindung zum Heiligen Land bestreiten soll.

1) Es gibt nicht eine einzige Stelle im Neuen Testament, dass Jesus „Palästinenser“ war. Israel wird jede Menge erwähnt, jede Menge Erwähnungen der Juden, nichts über Palästina. Nicht eine einzige. Jesus wurde in dem Gebiet geboren, das als Judäa bekannt war, ein Vasallen-Königreich des römischen Reichs.

2) Judäa war ein Königreich, ursprünglich von der Hasmonäer-Dynastie gebildet, nachdem sie die Seleukiden stürzten (Teil des Wunders, das Juden an Hanukkah feiern); das Königreich war zur Zeit Jesu eines der Vasallenreiche der zunehmend machtvollen Römer gworden.

3) Woher kommt der Name „Palästina“? 70 n.Chr., nach einem Aufstand, zerstörten die Römer den jüdischen heiligen Tempel in Jerusalem (genau die Stelle, wo heute die Al-Aqsa-Moschee und der Felsendom stehen). Aber Judäa, das zu einer komplett römischen Provinz geworden war, behielt seinen Namen.

4) Die Provinz war aufsässig, es gab ein paar kleine Rebellionen, aber während der Herrschaft von Kaiser Hadrian brach ein großer jüdischer Aufstand aus, nach ihrem Anführer als die Bar Kochba-Revolte bezeichnet. Der Aufstand wurde schließlich niedergeschlagen und Hadrian beschloss sicherzustellen, dass ein solcher NIE WIEDER passieren würde.

5) Diesbezüglich traf Hadrian mehrere Entscheidungen. Der Talmud, der Hadrian bitter verflucht, beschreibt die Massenmorde an Juden und die Zerstörung jüdischer Städte –  und die Ausweisung zahlloser Juden als Sklaven. Es handelte sich, um dem eine moderne Definition zu geben, um ethnische Säuberung.

6) Hadrian hatte Jerusalem zerstört und baute seine eigene römische Kolonialstadt darüber; sie hieß Aelia Capitolina. Juden durften sie nicht betreten. Die Provinz Judäa wurde ebenfalls abgeschafft. Sie wurde in die benachbarte Provinz eingegliedert, die die Römer „Syria Palaestina“ nannten.

7) Jahrhunderte hindurch behielt die Region den ihr gegebenen lateinischen Namen – einen Namen, der bewusst ausgesucht war, um die Präsenz von Juden zu bestreiten: „Palästina“. Als dann Juden anfingen in größerer Zahl in die Region zurückzukehren, bezeichnete die Welt sie als „palästinensische Juden“. Juden, die in Palästina leben.

8) Die Juden akzeptierten den Namen, solange die Region von ausländischen Reichen beherrscht wurde (zuerst die Osmanen, dann die Briten). Sie werden Belege für Dutzende jüdische Organisationen in der Gegend im frühen 20. Jahrhundert finden, die sie als „palästinensisch“ bezeichneten. Das änderte sich 1948.

9) Als Juden zum ersten Mal in 19 Jahrhunderten in der Lage waren ein eigenes Land wiederzugründen, gab es keine Chance, dass sie einen Namen behielten, der ihnen ursprünglich von römischen Kolonisatoren aufgezwungen wurde. David Ben Gurion wählte „Israel“, den uralten Namen des jüdischen Volks.

10) Wenn du also ein Antiimperialist des 21. Jahrhunderts bist, der Jesus als „Palästinenser“ bezeichnet, dann benennst du in Wahrheit ein jüdisches Kind mit einem Namen, der der Region von römisch-imperialistischen Kolonisatoren aufgezwungen wurde – mehr als ein Jahrtausend später, als Teil ihres Versuchs die Juden ethnisch zu säubern.

11) Ich werde hiermit enden, die meisten Leute, die dies lesen, werden vermutlich die Schultern zucken. Aber wenn dieser Thread nur einen einzigen Menschen dazu bring NACHZUDENKEN, mehr zu lesen und herauszufinden, dass das ihm von der extremen Linken löffelweise eingeflößte Narrativ ein paar ziemlich große Lücken hat, dann wird er getan haben, was ich mit ihm erreichen wollte.

PS: Statt die horrenden Ungenauigkeiten eines Shlomo Sand hochzuwürgen, des Lieblingsautors der Linksextremen, versuchen Sie ein tatsächlich wissenschaftliches Werk zu lesen, wie das, das ich unten verlinke:

H.H. Ben Sasson (Hg.): A History of the Jewish People