Wird den IS zu besiegen mehr als eine Generation dauern?

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

US-General a.D. John Allen sagte vor kurzem, es werde „eine Generation oder mehr“ dauern die Bewegung Islamischer Staat (IS) zu besiegen. Er ist der leitende amerikanische Gesandte für die Koalition, die die radikalmuslimische Bewegung bekämpft.[1] Man könnte annehmen, was Allen mit einer solchen Äußerung meint, sei die Vorhersage, dass der IS noch lange Zeit an Territorium festhalten wird. Sollte er die Kontrolle über all sein Land verlieren, würde sein Existenz zu einem Terrorismusproblem werden statt eines militärischen. Allen fügte an, wenn der IS nicht besiegt wird, würde er der Weltordnung verheerenden Schaden zufügen.

Es erscheint bizarr, dass jemand sich entscheidet solch langfristigen Voraussagen zu treffen, umso mehr, als Präsident Obama Anfang diesen Jahres den Kongress aufforderte eine dreijährige Militärkampagne zu genehmigen.[2] General Allens Äußerungen, seien sie nun realistisch oder nicht, können als detaillierte Reflexion zu dem dienen, was es bedeuten würde, wenn der IS in zwanzig Jahren noch einen beträchtliches Territorium kontrollierte. Das hätte in der Tat einen bedeutenden Einfluss auf die Weltordnung – oder besser gesagt auf die Welt-Unordnung. Es hätte besonders Auswirkungen auf die muslimische Welt, den Westen, Russland und viele weitere Länder. Israel und die Juden, obwohl unbedeutende Akteure, wären von den globalen Einflüssen und möglichen Angriffen durch den IS betroffen.

Was die muslimische Welt angeht, hat der Arabische Frühling bereits Libyen, den Jemen und Syrien auf die Liste der gescheiterten Staaten gebracht. Die fortgesetzte Existenz des IS könnte dieser Liste den Irak und möglicherweise weitere Länder hinzufügen. Da der IS eine extremistische sunnitische Bewegung ist, bekämpft er ohne jegliche Neigung zu Kompromiss direkt die schiitischen Muslime. Je länger der IS besteht, desto größer ist die Bedrohung für die Schiiten.

Das würde bedeuten, dass der IS im Endeffekt den Iran konfrontiert, der das führende schiitische Land ist. Der Iran ist ein internationaler Unruhestifter und kaum eine externe Macht hat im aktuellen Jahrhundert militärisch auf ihn reagiert. Je mächtiger der IS wird, desto stärker wird er den Iran auf so viele Arten wie möglich herausfordern. Da der IS auch gegen die sunnitischen Länder ist, die derzeit von Königsfamilien regiert werden, nähme die Instabilität in diesen Länder ebenfalls beträchtlich zu. Dasselbe gilt für Ägypten.

Für den Westen würden die Bedrohungen in ihrer Beschaffenheit variieren. Eine Hauptsorge ist Europas Abhängigkeit von arabischen Ländern wegen der Ölversorgung. Mit Instabilität in Öl produzierenden Ländern wie dem Irak und Libyen wurde bisher ohne große Probleme umgegangen. Instabilität in Saudi-Arabien und anderen Lieferanten des Nahen Ostens könnte stärkere Auswirkungen haben. Ein Engpass bei der Energieversorgung würde das bereits bestehende Problem verschärfen, dass es der nächsten Generation im Westen weniger gut gehen wird als der gegenwärtigen.

Eine weitere Auswirkung für den Westen wäre eine mögliche Zunahme des Terrorismus. Im vorigen Jahrhundert wurden von Muslimen in Europa verübte Terrorakte oft von Nichteuropäern verübt. Ein Beispiel ist der mörderische Anschlag auf das Restaurant Goldenberg in Paris im Jahr 1982.[3] Eine weit größere Dimension waren die Morde des 9/11 durch Saudis in den USA.

Im neuen Jahrhundert haben sich allerdings Terroranschläge von Muslimen in Europa in ihrem Art verschoben, da viele der Täter Einwohner der EU sind. Zumindest teilweise war das bei dem riesigen Anschlag von Madrid 2004 der Fall.[4] Gewiss war es so bei den Morden von London 2005,[5] der Ermordung französischer Soldaten und Juden durch Mohamed Merah 2012,[6] den Morden vor dem jüdischen Museum in Brüssel 2014[7] und den Morden in Paris und Kopenhagen Anfang diesen Jahres. Ähnlich offenbart sich der einheimische muslimische Terrorismus in den USA, wie z.B. beim Boston Marathon 2013.

Bislang hat der Aufruf des IS, westliche Muslime sollten Terrorakte in den Ländern verüben, in denen sie wohnen, nicht viel Wirkung gezeigt. Es gibt eine größere Angst vor Terrorismus durch europäische Jihadisten, die aus Syrien und dem Irak zurückkehren, aber bisher hat von ihnen ausgehende Gewalt nur in begrenztem Ausmaß konkrete Formen angenommen.

Die fehlenden Folgen auf die Mordaufrufe des IS könnte eine Verschiebung zurück zu Terroranschlägen bringen, die von Jihadisten aus dem Ausland begangen werden. Es hat Drohungen und Gerüchte gegeben, sie würden mit den Flüchtlingsbooten aus Libyen nach Europa gebracht[8] oder über den Balkan geschmuggelt.[9] Einige Auslands-Jihadisten könnten bereit zugewandert sein, doch das hat noch zu keinen Vorfällen geführt. Spreche wir aber von Jahrzehnten beträchtlicher weiterer IS-Aktivitäten, dann ist es wahrscheinlich, dass es Anschläge durch Terroristen geben wird, die sich als Flüchtlinge tarnen.

Beträchtlicher von Jihadisten verursachter Terror im Westen wird zu weiterer Stereotypisierung aller Muslime führen. Der bisher massive Zustrom an Muslimen und die sich daraus ergebenden sozialen Probleme, darunter fehlender Erfolg bei der Integration, hat bereits in verschiedenen Ländern zu einem Anstieg und/oder Anwachsen anti-islamischer nationalistischer Parteien geführt. Dazu gehören Geert Wilders‘ Freiheitsparte (PVV) in den Niederlanden, den Schweden-Demokraten und vor allem die französische Front National. Beträchtlicher muslimischer Terrorismus wird nicht nur die Beliebtheit dieser Parteien steigern, sondern auch die Haltung anderer Parteien beeinflussen, die um die Stimmen derer mit härteren Haltungen zum Islam konkurrieren müssen.

Was würde all das für im Ausland lebenden Juden bedeuten? Nicht viel Gutes. Anschlägen auf anderen folgen oft Anschläge auf Juden. Das stimmte bei Merah, den Charolie Hebdo-Morden und denen in Kopenhagen.

Was kann ein kleines Land wie Israel in dieser unvorhersehbar komplexen Zukunft tun? Es muss seine Geheimdienststruktur verbessern und eine sehr flexible Politik betreiben. Es gibt erhebliche Bedrohungen. Israel könnte sich mit dem IS oder anderen Terrororganisationen an all seinen Grenzen wiederfinden.

Es könnte allerdings auch eine Reihe Chancen geben. Kein anderes Land hat so viel Erfahrung in der effektiven Bekämpfung muslimischer Terroristen verschiedener Art gesammelt wie Israel. Israelisches Know-how auf diesem Gebiet ist bereits sehr gefragt und das wird wohl nur weiter zunehmen. Diese Tatsache ist nicht besonders publik, sollte es aber in der Zukunft sein, um Israels Image bei der westlichen Mainstream-Bevölkerung zu verbessern.

Eine zweite Chance könnte darin liegen, dass Israel die anti-IS-Stimmung im Westen nutzt, um hervorzuheben, dass die palästinensische Mehrheitsfraktion Hamas sich nicht sonderlich vom IS unterscheidet. Israel hat bisher nicht viel dazu unternommen, doch gleichzeitig war der Boden für eine Reaktion des Westens weit wenige fruchtbar als er es in der Zukunft werden könnte.

Eine dritte Chance für Israel könnte der mögliche Wechsel politischer Allianzen im Nahen Osten sein. Einige arabische Staaten könnten, welchen Hass gegen Israel auch immer sie begünstigen, als weniger nützlich betrachten, als sich mit Israel gegen den IS zu verbünden, der für viele arabische Staaten zu einer echten Bedrohung geworden ist. Eine aktuelle Umfrage zeigte, dass die Saudis den Iran als größte Bedrohung für sich betrachten, gefolgt vom IS und Israel auf Rang drei.[10]

All das sind sehr grobe Hypothesen. Strategen brauchen jedoch einen Anfangspunkt, wenn sie über die Zukunft nachdenken. Wird der IS tatsächlich eine Generation oder mehr von Bestand sein, dann befinden wir uns derzeit in einer sehr frühen Phase seines Lebenszyklus. Selbst wenn nur ein Teil dieser Hypothesen akkurat sind, könnte sie bei der Entwicklung erfolgreicher Strategien für die Zukunft Israels hilfreich sein.

[1] U.S. General: Defeating IS Ideology Could Take ‚Generation‘. Radio Free Republic, Radio Liberty, 3. Juni 2015.

[2] Peter Baker: Obama’s Dual View of War Power Seeks Limits and Leeway. The New York Times, 11. Februar 2015.

[3] France seeks three Palestinians suspected in 1982 Paris Jewish quarter attack. Ha’aretz, 4. Mai 2015.

[4] Fernando Reinares: Jihadist Radicalization and the 2004 Madrid Bombing Network. Combatting Terrorism Center at West Point. 3. November 2009.

[5] July 7 2005 London Bombings Fast Facts. CNN, 4. Juli 2014.

[6] Toulouse shootings: a timeline of events. The Guardian, 22. März 2012.

[7] Brussels museum shooting suspect ‘was Syria hostage torturer’. The Telegraph, 6. September 2014.

[8] Lizzie Deardon: Isis plans to use immigrant boats from Libya to cause terror in Europe and close shipping routes. The Independent, 18. Februar 2015.

[9] Manuel Bewarder: Balkan wird zum Einfallstor für IS-Terrormiliz. Die Welt, 7. Juni 2015.

[10] Aron Heller: urvey: Saudis consider Iran their top enemy, not Israel. The Washington Post, 4. Juni 2015.

Blanker Hass

Michel Lumish, Israel Thrives, 27. Dezember 2014

Was den andauernden arabischen Krieg gegen die Juden des Nahen Ostens antreibt, sind Fanatismus und blanker Hass.

Sie verachten die Juden nicht wegen Israel. Sie verachten vielmehr Israel wegen der Juden. Wäre Israel das dreiundzwanzigste arabisch-muslimische Land in diesem Teil der Welt, würde es durchgängig als das bei weitem aufgeklärteste Land der Region gepriesen. Der Grund, dass dem nicht so ist, liegt nicht in seinem Verhalten, das angesichts des Drucks, der auf diese kleine Gemeinschaft ausgeübt wird, seinen Feinden gegenüber außerordentlich zurückhaltend ist.

Israel wird gehasst, weil es jüdisch ist.

Die Präsenz weit verbreiteten und traditionellen arabisch-muslimischen Fanatismus gegenüber Juden verändert die Tatsache nicht, dass es in meinem eigenen Land – den guten, alten USA – jede Menge blanken und ungerechtfertigten antismuslimischen Eifers gibt. Sehen Sie sich die Kommentare unter diesem YouTube-Video an – es gibt übrigens mehr als 2000 davon; sie betreffen eine Gerichtsverhandlung, die den Feindseligkeiten bei einer Feier in einer arabischen Gemeinschaft in Dearborn (Michigan) vor ein paar Jahren.

Sicentific 1982
Muslime sind kleine Mädchen, außer sie sind in einer Gang. Schwache Wichser.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber wenn ich diese Art Meinung lese, schafft das Mitgefühl nicht mit dem Kommentierenden, sondern mit seinem Ziel.

Blues Lovr
Ich kann ums Verrecken nicht begreifen, WARUM die amerikanische Regierung diese unmenschlichen Monster hierhergebracht hat, damit sie bei uns leben. Jetzt droht uns, dass wir einem blutgetränkten Todeskult unterwerfen werden, der als Islam bekannt ist. Muslime schlagen und steinigen Frauen willkürlich zu Tode, sie prügeln Tiefe auf der Straße fürchterlich zu Tode, sie folgen einem Pädophilen, der eine Sechsjährige heiratete und ihr im Alter von 9 Jahren Sex aufzwang. Ich schwöre bei Gott, dass ich den nächsten dieser Kranken töten werde.

Wenn wir für das Wohlergehen des jüdischen Volks und des jüdischen Staates Israel eintreten, dann haben wir die Pflicht uns gegen diese Art von Hass zu stellen. Ich finde es hilfreich einen Unterschied zwischen Muslimen und denen zu machen, die dafür eintreten – oder befürworten – dass die Scharia als Grundlage der Regierung überall auf der Welt eingeführt wird. Wir haben jedes Recht uns gegen den politischen Islam zu stellen, egal, wo es ihn gibt, denn egal, wo es ihn gibt, er steht in direkter Gegnerschaft zum Wohlergehen des jüdischen Volks und aller Nichtmuslime, die unter der Herrschaft islamischer Vorherrschaft leben, was als Dhimmitum bekannt ist. Das verurteilt nicht Muslime als Menschen. Es ist vielmehr eine Verurteilung einer aufsteigenden und bemerkenswert boshaften politischen Bewegung, die wir alternativ „Islamofaschismus“ oder „radikalen Islam“ oder „Islamismus“ oder – was ich vorziehe – „politischen Islam nennen.

Wie auch immer, nichts davon rechtfertigt das hier:

Wnc8173
Diese Sandnigger-Muslime gehören nicht in die westliche Zivilisation. Schiebt sie ab oder steckt sie in Massengräber.

Nun, das ist ungefähr so abschreckend wie es nur werden kann. Erinnern Sie sich, dass es über 2.000 Kommentare unter diesem Eintrag gibt und die oben aus den ungefähr ersten fünfzehn aussortiert wurden.

mike franklin
Schafft sie aus den USA raus…
sie haben auch noch zehn Babys pro weißem Baby!!
Schwarze und Mexikaner genauso
WIR KÖNNEN SIE UNS NICHT ALLE LEISTEN.. WEISSE ZAHLEN DIE STEUERDOLLARS

Ich denke, das ist Mikes Art mich daran zu erinnern, wie es dazu kam, dass ich früher einmal Demokrat wurde. Es ging darum Leuten wie ihm entgegenzutreten.

Cliff Lee
Weiße Amerikaner müssen VERDAMMT NOCHMAL AUFWACHEN!!! Schiebt euch die Vielfalt in den Arsch. Diese Mistkerle werden das Land übernehmen und jeden Tag Bomben werfen und köpfen, wie es das Scheiß Dreckloch von Land macht, aus dem sie kommen. Schickt alle Nigger-Muslime zurück in die Hölle.

Gut. Genug davon. Sie wissen, was gemeint ist.

Der Punkt ist: Die pro-israelische/pro-jüdische Gemeinschaft ist nicht in der Position diese Art von Meinungen unkommentiert und nicht verurteilt durchgehen zu lassen. Wir können uns nicht mit Leuten verbünden, die gegenüber Muslimen „rassistisch“ sind.

Wir müssen eine scharfe Trennlinie zwischen muslimischen Menschen und dem politischen Islam ziehen.

So, wie wir niemals die Amerikaner allgemein für die Tatsache, sagen wir, der Tea Party verurteilen würden, so können wir nicht Muslime allgemein für den politischen Islam verurteilen.

Dem politischen Islam jedoch sollte direkt, ausdrücklich und mit allen notwendigen Mitteln Widerstand geleistet werden.

Wir dürfen uns auch nicht fürchten den politischen Islam zu verurteilen, denn aggressiv starrköpfige Menschen werden uns Engstirnigkeit gegenüber Muslimen insgesamt beschuldigen.

Es sind die, die solche Argumente bringen, die ISIS mit allen Muslimen oder die Hamas mit allen Muslimen oder deren aller Großvater, die Muslimbruderschaft, mit allen Muslimen in einen Topf werfen.

Wir sind gegen eine weit verbreitete, hoch aggressive politische Bewegung, die ihr Zentrum im Nahen Osten, aber Sympathisanten in der gesamten Welt hat. Der politische Islam, besonders wie wir ihn jetzt mit dem aktuellen Aufstieg des Islamischen Staates erleben, ist vielleicht noch bösartiger als die Nazis, wenn es erlaubt ist sich das vorzustellen.

Wir kämpfen für das Wohlergehen des jüdischen Staates Israel.

Wir kämpfen gegen das hier:

Und schließlich: Wenn die westliche Linke, einschließlich der jüdischen Linken, sich nicht dazu aufraffen kann sich energisch und konsequent gegen diese Bewegung zu stellen, dann haben sie ihre eigenen Werte der universellen Menschenrechte und der sozialen Gerechtigkeit die Toilette runtergespült.

Warum sollten wir auf der Seite der Menschen stehen, die so geringe Neigung zeigen für ihre eigenen Werte einzustehen und die damit ihre Freunde und Nachbarn verraten?