Löscht jede Spur der Juden aus

Varda Epstein, Israellycool, 11. August 2015

Heute gab es eine kleine Meldung in der Jewish Press:

Ein Bräutigam, der heute heiraten sollte, wurde von der Polizei auf dem Tempelberg festgenommen.

Es gibt eine langjährige jüdische Tradition sich bei der Hochzeit eine winzige Menge Erde auf den Kopf zu streuen, um an die Zerstörung des jüdischen Tempels zu erinnern.

Der Bräutigam wurde festgenommen, als er etwas Erde vom Tempelberg mitnehmen wollte, um dieser uralten jüdischen Tradition nachzukommen.

Die Gruppen, mit der der Bräutigam auf dem Tempelberg war, wurde auch von Arabern attackiert, die mit Steinen und Ästen nach ihnen warfen.

Die arabischen Angreifer wurden nicht verhaftet.

Es könnte mehr hinter der Story stecken. Verhielt sich der Mann provokant, versuchte er etwas zu sagen? Warteten die Araber, die ihn beobachteten, darauf bei jeglicher Aktivität, die nach jüdischer Tradition roch, zuschlagen zu können?

Spielt das wirklich eine Rolle?

Nein. Natürlich nicht.

Ich las die Meldung und dachte: „Welche andrere Kultur hat das Land derart tief in seinem Bewusstsein eingebettet?“

Ist es erstaunlich, dass die Juden so viele Jahre nach der Zerstörung des Tempels immer noch die Zerstörung betrauern und daran erinnern, selbst bei ihren glücklichsten, feierlichsten Anlässen?

Juden wissen, wo der Tempel stand (die Tempel standen). Sie kennen die genaue Stelle.

Und das ist der wahre Grund, weshalb Araber diesen jüdischen Bräutigam angriffen. Alles, was den muslimischen „Anspruch“ auf die heiligste jüdische Stätte auf dieser Erde widerlegt, muss angegriffen, zerstört und ausgemerzt werden; so wie die Römer den Tempel zerstörten. Das ist der Grund, dass die Araber an dieser Stelle eine Moschee bauten, ein Versuch die Fakten vor Ort zu ändern und Geschichte abzuändern. Es ist der Grund dafür, dass die Waqf (die muslimische Religionsbehörde), wie RealJStreet hier schrieb, mit schwerem Gerät in den unschätzbaren Boden grub, um jedes letzte kostbare Artefakt zu vernichten, das beweist, dass die Juden hier uneingeschränkt herrschten, an dieser heiligen Stelle.

Aber es sind nicht nur die Araber, die sich wünschen, dass die Juden und ihre Geschichte verschwinden. Es ist die Welt. Die Welt will jede einzelne Spur der jüdischen territorialen Rechte auf indigenes jüdisches Territorium auslöschen. Nehmen wir zum Beispiel den Weather Channel.

Neulich wollte die Wettervorhersage nachlesen. Ich ging auf den Weather Channel, denn der war auf meinem Windows 8-Bildschirm. Der Weather Channel konnte meinen Standort nicht finden. Er fragte nach meiner Adresse, die ich ordnungsgemäß eingab. Der Weather Channel nahm die eingegebenen Daten genau unter die Lupe und mutmaßte dann, dass ich wo lebe?

Wadi an Nis, Westbank.

Wo der Weather Channel glaubt, dass ich lebe.

Wo ich tatsächlich lebe:

Efrat, Judäa, Israel

Würde ich mir beim Weather Channel beschweren – Sie wissen, was die dann sagen würden, nicht wahr? Sie würden sagen: „Wir wollen neutral sein. Wir sind unpolitisch.“

Nur dass dies das genaue Gegenteil dessen ist, was sie sind. Ihnen fehlt zunehmend Neutralität und sind heftig politisch. Denn sie versuchen die jüdischen Identität Judäas zu löschen, indem ihm sie seinen althergebrachten, rechtmäßigen Namen wegnehmen und durch den Namen eines modernen arabischen Dorfes ersetzen, das jüdisches Land besetzt hält. Der Weather Channel beruft sich selbst zum Richter, den Geschworenen und Henker – er erklärt Israel für tot und gibt mein Land den Jordaniern, wenn er zustimmt, dass Judäa nicht Judäa ist, sondern die „Westbank“ des Jordan. Oder vielleicht geben sie mein Land einem Volk, das sich selbst „Palästinenser“ nennt, im Versuch einen älteren, lange bestehenden (fingierten) Anspruch auf jüdisches Territorium zu geltend zu machen.

Dann gibt es Air France, die Fluggesellschaft, die sich entschied Israel aus der Landkarte zu löschen, die Passagieren gezeigt wird, die verfolgen möchten, wohin sie fliegen. Denn es macht Muslime wütend, wenn Menschen/Unternehmen die Frechheit besitzen Israel auf einer Landkarte zu zeigen. Sie wollen nicht, dass man das tut. Und das ist schlecht fürs Geschäft. Denn es gibt auf der Welt eine MENGE Muslime.*

Israel wird gelöscht, weil es Muslime wütend macht, wenn man glaubt, dass Israel ein Staat ist. (screenshot)

Air France? Politisch? Oder treffen sie nur eine geschäftliche Entscheidung?

Aber wissen Sie, vielleicht will der Weather Channel Israel auch nicht wirklich auslöschen. Vielleicht will er nur nicht, dass zig Millionen Muslime und BDS-Löcher ihm an den Hals gehen.

Im Grunde ist es also ein Zahlenspiel oder vielleicht Spiel mit Lärm. Juden, die Gottes Prophetie folgen, werden immer ein kleine Nation sein (s. 5. Buch Mose 4,27). Daher können wir nicht so viel Lärm machen wie die Muslime.

Ungeachtet der territorialen Ansprüche.

* Inzwischen ist Israel nach Angaben der Jerusalem Post wieder auf den Karten verzeichnet. Es hat wohl genug schlechte Presse gegeben.

Wird den IS zu besiegen mehr als eine Generation dauern?

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

US-General a.D. John Allen sagte vor kurzem, es werde „eine Generation oder mehr“ dauern die Bewegung Islamischer Staat (IS) zu besiegen. Er ist der leitende amerikanische Gesandte für die Koalition, die die radikalmuslimische Bewegung bekämpft.[1] Man könnte annehmen, was Allen mit einer solchen Äußerung meint, sei die Vorhersage, dass der IS noch lange Zeit an Territorium festhalten wird. Sollte er die Kontrolle über all sein Land verlieren, würde sein Existenz zu einem Terrorismusproblem werden statt eines militärischen. Allen fügte an, wenn der IS nicht besiegt wird, würde er der Weltordnung verheerenden Schaden zufügen.

Es erscheint bizarr, dass jemand sich entscheidet solch langfristigen Voraussagen zu treffen, umso mehr, als Präsident Obama Anfang diesen Jahres den Kongress aufforderte eine dreijährige Militärkampagne zu genehmigen.[2] General Allens Äußerungen, seien sie nun realistisch oder nicht, können als detaillierte Reflexion zu dem dienen, was es bedeuten würde, wenn der IS in zwanzig Jahren noch einen beträchtliches Territorium kontrollierte. Das hätte in der Tat einen bedeutenden Einfluss auf die Weltordnung – oder besser gesagt auf die Welt-Unordnung. Es hätte besonders Auswirkungen auf die muslimische Welt, den Westen, Russland und viele weitere Länder. Israel und die Juden, obwohl unbedeutende Akteure, wären von den globalen Einflüssen und möglichen Angriffen durch den IS betroffen.

Was die muslimische Welt angeht, hat der Arabische Frühling bereits Libyen, den Jemen und Syrien auf die Liste der gescheiterten Staaten gebracht. Die fortgesetzte Existenz des IS könnte dieser Liste den Irak und möglicherweise weitere Länder hinzufügen. Da der IS eine extremistische sunnitische Bewegung ist, bekämpft er ohne jegliche Neigung zu Kompromiss direkt die schiitischen Muslime. Je länger der IS besteht, desto größer ist die Bedrohung für die Schiiten.

Das würde bedeuten, dass der IS im Endeffekt den Iran konfrontiert, der das führende schiitische Land ist. Der Iran ist ein internationaler Unruhestifter und kaum eine externe Macht hat im aktuellen Jahrhundert militärisch auf ihn reagiert. Je mächtiger der IS wird, desto stärker wird er den Iran auf so viele Arten wie möglich herausfordern. Da der IS auch gegen die sunnitischen Länder ist, die derzeit von Königsfamilien regiert werden, nähme die Instabilität in diesen Länder ebenfalls beträchtlich zu. Dasselbe gilt für Ägypten.

Für den Westen würden die Bedrohungen in ihrer Beschaffenheit variieren. Eine Hauptsorge ist Europas Abhängigkeit von arabischen Ländern wegen der Ölversorgung. Mit Instabilität in Öl produzierenden Ländern wie dem Irak und Libyen wurde bisher ohne große Probleme umgegangen. Instabilität in Saudi-Arabien und anderen Lieferanten des Nahen Ostens könnte stärkere Auswirkungen haben. Ein Engpass bei der Energieversorgung würde das bereits bestehende Problem verschärfen, dass es der nächsten Generation im Westen weniger gut gehen wird als der gegenwärtigen.

Eine weitere Auswirkung für den Westen wäre eine mögliche Zunahme des Terrorismus. Im vorigen Jahrhundert wurden von Muslimen in Europa verübte Terrorakte oft von Nichteuropäern verübt. Ein Beispiel ist der mörderische Anschlag auf das Restaurant Goldenberg in Paris im Jahr 1982.[3] Eine weit größere Dimension waren die Morde des 9/11 durch Saudis in den USA.

Im neuen Jahrhundert haben sich allerdings Terroranschläge von Muslimen in Europa in ihrem Art verschoben, da viele der Täter Einwohner der EU sind. Zumindest teilweise war das bei dem riesigen Anschlag von Madrid 2004 der Fall.[4] Gewiss war es so bei den Morden von London 2005,[5] der Ermordung französischer Soldaten und Juden durch Mohamed Merah 2012,[6] den Morden vor dem jüdischen Museum in Brüssel 2014[7] und den Morden in Paris und Kopenhagen Anfang diesen Jahres. Ähnlich offenbart sich der einheimische muslimische Terrorismus in den USA, wie z.B. beim Boston Marathon 2013.

Bislang hat der Aufruf des IS, westliche Muslime sollten Terrorakte in den Ländern verüben, in denen sie wohnen, nicht viel Wirkung gezeigt. Es gibt eine größere Angst vor Terrorismus durch europäische Jihadisten, die aus Syrien und dem Irak zurückkehren, aber bisher hat von ihnen ausgehende Gewalt nur in begrenztem Ausmaß konkrete Formen angenommen.

Die fehlenden Folgen auf die Mordaufrufe des IS könnte eine Verschiebung zurück zu Terroranschlägen bringen, die von Jihadisten aus dem Ausland begangen werden. Es hat Drohungen und Gerüchte gegeben, sie würden mit den Flüchtlingsbooten aus Libyen nach Europa gebracht[8] oder über den Balkan geschmuggelt.[9] Einige Auslands-Jihadisten könnten bereit zugewandert sein, doch das hat noch zu keinen Vorfällen geführt. Spreche wir aber von Jahrzehnten beträchtlicher weiterer IS-Aktivitäten, dann ist es wahrscheinlich, dass es Anschläge durch Terroristen geben wird, die sich als Flüchtlinge tarnen.

Beträchtlicher von Jihadisten verursachter Terror im Westen wird zu weiterer Stereotypisierung aller Muslime führen. Der bisher massive Zustrom an Muslimen und die sich daraus ergebenden sozialen Probleme, darunter fehlender Erfolg bei der Integration, hat bereits in verschiedenen Ländern zu einem Anstieg und/oder Anwachsen anti-islamischer nationalistischer Parteien geführt. Dazu gehören Geert Wilders‘ Freiheitsparte (PVV) in den Niederlanden, den Schweden-Demokraten und vor allem die französische Front National. Beträchtlicher muslimischer Terrorismus wird nicht nur die Beliebtheit dieser Parteien steigern, sondern auch die Haltung anderer Parteien beeinflussen, die um die Stimmen derer mit härteren Haltungen zum Islam konkurrieren müssen.

Was würde all das für im Ausland lebenden Juden bedeuten? Nicht viel Gutes. Anschlägen auf anderen folgen oft Anschläge auf Juden. Das stimmte bei Merah, den Charolie Hebdo-Morden und denen in Kopenhagen.

Was kann ein kleines Land wie Israel in dieser unvorhersehbar komplexen Zukunft tun? Es muss seine Geheimdienststruktur verbessern und eine sehr flexible Politik betreiben. Es gibt erhebliche Bedrohungen. Israel könnte sich mit dem IS oder anderen Terrororganisationen an all seinen Grenzen wiederfinden.

Es könnte allerdings auch eine Reihe Chancen geben. Kein anderes Land hat so viel Erfahrung in der effektiven Bekämpfung muslimischer Terroristen verschiedener Art gesammelt wie Israel. Israelisches Know-how auf diesem Gebiet ist bereits sehr gefragt und das wird wohl nur weiter zunehmen. Diese Tatsache ist nicht besonders publik, sollte es aber in der Zukunft sein, um Israels Image bei der westlichen Mainstream-Bevölkerung zu verbessern.

Eine zweite Chance könnte darin liegen, dass Israel die anti-IS-Stimmung im Westen nutzt, um hervorzuheben, dass die palästinensische Mehrheitsfraktion Hamas sich nicht sonderlich vom IS unterscheidet. Israel hat bisher nicht viel dazu unternommen, doch gleichzeitig war der Boden für eine Reaktion des Westens weit wenige fruchtbar als er es in der Zukunft werden könnte.

Eine dritte Chance für Israel könnte der mögliche Wechsel politischer Allianzen im Nahen Osten sein. Einige arabische Staaten könnten, welchen Hass gegen Israel auch immer sie begünstigen, als weniger nützlich betrachten, als sich mit Israel gegen den IS zu verbünden, der für viele arabische Staaten zu einer echten Bedrohung geworden ist. Eine aktuelle Umfrage zeigte, dass die Saudis den Iran als größte Bedrohung für sich betrachten, gefolgt vom IS und Israel auf Rang drei.[10]

All das sind sehr grobe Hypothesen. Strategen brauchen jedoch einen Anfangspunkt, wenn sie über die Zukunft nachdenken. Wird der IS tatsächlich eine Generation oder mehr von Bestand sein, dann befinden wir uns derzeit in einer sehr frühen Phase seines Lebenszyklus. Selbst wenn nur ein Teil dieser Hypothesen akkurat sind, könnte sie bei der Entwicklung erfolgreicher Strategien für die Zukunft Israels hilfreich sein.

[1] U.S. General: Defeating IS Ideology Could Take ‚Generation‘. Radio Free Republic, Radio Liberty, 3. Juni 2015.

[2] Peter Baker: Obama’s Dual View of War Power Seeks Limits and Leeway. The New York Times, 11. Februar 2015.

[3] France seeks three Palestinians suspected in 1982 Paris Jewish quarter attack. Ha’aretz, 4. Mai 2015.

[4] Fernando Reinares: Jihadist Radicalization and the 2004 Madrid Bombing Network. Combatting Terrorism Center at West Point. 3. November 2009.

[5] July 7 2005 London Bombings Fast Facts. CNN, 4. Juli 2014.

[6] Toulouse shootings: a timeline of events. The Guardian, 22. März 2012.

[7] Brussels museum shooting suspect ‘was Syria hostage torturer’. The Telegraph, 6. September 2014.

[8] Lizzie Deardon: Isis plans to use immigrant boats from Libya to cause terror in Europe and close shipping routes. The Independent, 18. Februar 2015.

[9] Manuel Bewarder: Balkan wird zum Einfallstor für IS-Terrormiliz. Die Welt, 7. Juni 2015.

[10] Aron Heller: urvey: Saudis consider Iran their top enemy, not Israel. The Washington Post, 4. Juni 2015.