Das Problem ist nicht der Islamische Staat, sondern islamischer Hass

Raymond Ibrahim, 10. Mai 2017 (FrontPage Magazine)

Eine Lüge verbirgt die Wahrheit. Und hässliche, aber verborgene Wahrheiten haben nie eine Chance eingestanden, angegangen und gebessert zu werden. Wegen dieser einfachen Binsenwahrheit hat eine der größten Lügen unserer Zeit – dass im Namen des Islam begangene Gewalt nichts mit dem Islam zu tun hat – einen eigentlich schwachen Islam zur Geißel der modernen Welt gemacht, ohne das es ein Zeichen der Erleichterung am Horizont gibt.

Daher ist es nützlich die von den Lügnern in Regierung, Medien und akademischer Welt verwendeten Hauptstrategie zu entlarven: 1) die arttypischen, aber chronischen täglichen Berichte über muslimische Gewalt gegen Nichtmuslime rund um den Globus werden ignoriert; 2) nur spektakuläre muslimische Gewalt werden angesprochen, die dann, weil sie fast immer von professionellen Jihadistengruppen begangen werden, als begrenzte, zeitweilige, örtliche Probleme dargestellt werden können: Besiegt diese bestimmte „Terrorgruppe“ und das Problem verschwindet.

Als Beispiel brachten Sie bitte die islamischen Angriffe auf christliche Kirchen. Letzten Monat, als zwei ägyptische Kirchen mit Bomben angegriffen wurden, was zu 51 Toten Gläubigen führte, stellte jedermann rasch heraus, dass etwas namens „ISIS“ – das natürlich „nichts mit dem Islam zu tun hat“ – dafür verantwortlich war.

Ostersonntag 2016 wurden fast 5.000km von Ägypten entfernt in Pakistan rund 70 Christen bei einem Bombenanschlag getötet, der sich ausdrücklich gegen Osterfeiern richtete. Damals wurde uns erzählt, dass etwas namens „Taliban“ – hat ebenfalls nichts mit dem Islam zu tun – dafür verantwortlich war.

Derweil werden rund 5.000km westlich von Ägypten, in Nigeria, Christen ebenfalls angegriffen. Dort sind 11.500 Cristen getötet und 13.000 Kirchen zerstört worden. Nach Angaben der offiziellen Darstellung ist etwas namens „Boko Haram“ dafür verantwortlich. Das ist eine weitere Gruppe, die gewohnheitsmäßig an Weihnachten und Ostern Kirchen bombardiert; eine weitere Gruppe, von der uns erzählt wird, das sie „nichts mit dem Islam zu tun hat“, sondern ein begrenztes, zeitweiliges und örtliches Problem ist: Besiegt sie und das Problem verschwindet.

Das Problem besteht nicht nur darin, dass die Lügner in den Medien, der Regierung und der akademischen Welt es ablehnen die Zusammenhänge herzustellen und darauf bestehen jede der erwähnten Gruppen als eigene, eingeschränkte Gruppe mit unterschiedlichen „politischer“ oder „territorialer“ Motivation zu behandeln – wovon nichts mit dem Islam zu tun hat. Das größere Problem ist: Gewöhnliche Muslime, die nicht „ISIS“, „Taliban“, „Boko Haram“ oder „Al-Qaida“ genannt werden, begehen ähnliche Taten – und das regelmäßiger – obwohl dies von den Großen Medien selten erwähnt wird, damit die Leute nicht anfangen die Zusammenhänge herzustellen.

Folglich sind, obwohl ISIS den Bombenanschlag vor Ostern auf eine Kirche für sich beanspruchte, sind es gewöhnliche ägyptische Imame, „die der Öffentlichkeit über Lautsprecher Hass und Gewalt gegen Christen predigen“; es sind gewöhnliche Muslime, die „alle zwei oder drei Tage“ Christen verfolgen; gewöhnliche Muslime, die Muslime randalieren und töten, wann immer ein Gerücht aufkommt, dass eine Kirche gebaut werden soll oder dass ein junge Kopte Mohammed „lästerte“ oder dass ein Christ mit einer muslimischen Frau ausgeht. Kurz gesagt: Es sind gewöhnliche Muslime – nicht ISIS – die dafür sorgen, dass Ägypten der schlimmste Staat des 21. Jahrhunderts ist, um dort als Christ zu leben.

Gleichermaßen sind es, auch wenn die Taliban die Osterbomben von 2016 für sich reklamieren, gewöhnliche Muslime, die in Pakistan Christen fast täglich diskriminieren, verfolgen, versklaven, vergewaltigen und ermorden, was diesen Staat zum viertschlimmsten der Welt macht, um dort als Christ zu leben. Und obwohl Boko Haram immer für die spektakuläreren Anschläge auf Christen und ihre Kirchen verantwortlich gemacht wird, sind es gewöhnliche Muslime, einschließlich muslimischer Fulani-Hirten, die Nigeria zum zwölftschlimmsten Staat macht, um dort als Christ zu leben.

Das ist das wahre Problem. Während die Medien die Terrorgruppen als Verantwortliche für besonders spektakuläre Anschläge nennen mögen, werden wenige zugeben, dass Muslime allgemein überall in der Welt ähnliche Gewalttaten und Intoleranz gegen Nichtmuslime betreiben. In der Tat sind Muslime – aller Rassen, Nationalitäten, Sprachen und soziopolitischen und wirtschaftlichen Hintergründe, kaum nur „Terrorgruppen“ – verantwortlich für die Verfolgung von Christen in der 50 schlimmsten Staaten der Welt dafür Christ zu sein. Entsprechend ist, was „extremistische“, „terroristische“ und „militante“ Gruppen tun, nur die auffällige Spitze des Eisbergs dessen, was Muslime überall auf der Welt tun. (S. die Berichte „Muslim Persecution of Christians[1], die ich seit Juli 2011 jeden Monat zusammenstelle und die die pausenlose Diskriminierung, Verfolgung und Blutbad bezeugen. Jeder monatliche Bericht enthält Dutzende Gräueltaten, von denen die meisten rund um die Uhr berichtet würden, würden sie von Christen an Muslimen verübt.)

Es ist es wert wiederholt zu werden: Die Medien decken den Islam nicht nur, indem sie vorgeben, die von islamischen Gruppen gegen Nichtmuslime verübten spektakulären Anschläge seien begrenzt, lokal und überaus unbedeutend, „haben nichts mit dem Islam zu tun“. Sie decken den Islam, indem sie nicht über die tagtägliche Verfolgung von nicht muslimischen Erfahrungen durch die Hände gewöhnlicher Muslime – muslimischer Einzelpersonen, muslimischer Mobs, muslimischer Polizei und muslimischer Regierungen (einschließlich Amerikas engster „Freunde und Verbündeter“) – und kaum nur muslimische „Terroristen“. Sie wagen es nicht die Zusammenhänge herzustellen und ein ganzheitliches Bild anzubieten, das dies nicht nur diese oder jene Gruppe anklagt, sondern den Islam allgemein.

Entsprechend muss die Welt weiterhin unter islamischer Aggression leiden. Diese Lügen haben nict nur erlaubt, dass in der muslimischen Welt zahllose Unschuldige in Vergessenheit verfolgt wurden, sondern sie haben erlaubt, dass dieselbe Verfolgung in Amerika und Europa Einzug hält, in jüngster Zeit über Massenimmigration.

Die Tatsache bleibt: Eine hässliche Wahrheit muss erst einmal eingeräumt werden, bevor sie behoben werden kann. Es mag schwer sein eine hässliche Wahrheit zuzugeben – dass der Islam, nicht der „radikale Islam“ Hass auf und Gewalt gegen Nichtmuslime fördert – aber alles darunter wird einfach nur weiter die Lüge nähren, hießt: weiterhin Jihad und Terror nähren.

Kurz gesagt: Das Problem besteht weniger im „Islamischen Staat“; es besteht im islamischen Hass. Ersterer ist nur eine der vielen zweitweise vorhandenen und historischen Erscheinungsformen des Letzteren, der als integraler Teil des Islam Zeit und Raum überschreitet.

[1] Verfolung von Christen durch Muslime

Eine Menge Leute einen Großteil der Zeit zum Narren halten

Clifford D. May, The Washington Times, 10. Mai 2017

“Die Hamas lässt den Ruf nach der Vernichtung Israels fallen”, titelte das Wall Street Journal letzte Woche. Die New York Times erzählte ihren Lesern: „Die Hamas mildert ihr Reden zu Israel.“ Und der britische Guardian kam zu dem Schluss, dass die Hamas ein Dokument angefertigt hatte, dass wahrscheinlich „den Friedensprozess erleichtert“.

All das große Neuigkeiten – oder wären es, wenn es denn wahr wäre. Ist es aber nicht. Nicht einmal annähernd. Stattdessen ist es: Mehr Beleg dafür, dass, wenn es um Islamisten geht, nur allzu viele Journalisten verlieren, was George Orwell den „ständigen Kampf“ darum zu sehen „was sich direkt vor der eigenen Nase abspielt“ nannte.

Um zu verstehen, was tatsächlich abgeht, fangen wir mit ein paar sachdienlichen Fakten an. Die Hamas, der palästinensische Zweig der Muslimbruderschaft, ist von den Vereinigten Staaten, Großbritannien und der Europäischen Union als Terrororgsanisation anerkannt. Nach Israels Abzug aus dem Gazastreifen im Jahr 2005 brach ein Bürgerkrieg zwischen der Hamas und ihrem Hauptrivalen, der von PA-Präsident Mahmud Abbas geführten Fatah aus.

Innerhalb von zwei Jahren hatte die Hamas obsiegt. Sie hat seitdem den Gazastreifen regiert, ihre Energien auf den Verschießen von Raketen, den Bau von Terrortunneln und der Provokation von drei Kriegen mit Israel gewidmet.

In ihrer Gründungscharta von 1988 macht die Hamas klar, dass ihr Ziel darin besteht Israel von der Landkarte zu wischen. Sie lehnt eine „Zweistaatenlösung“ ab, weil sie die islamischen heiligen Schriften so interpretiert, das jedes von Muslimen zu irgendeinem Zeitpunkt in der Geschichte eroberte Land als Geschenk Allahs an die Muslime ist. Niemand hat die Befugnis solches Territorium Nichtmuslimen zu überlassen.

Letzte Woche enthüllte die Hamas auf einer Pressekonferenz in Doha, der Hauptstadt Qatars, das, was sie ein „Dokument zu allgemeinen Prinzipien und Politik“ nannte. Die Hamas distanziert sich implizit von ihren Verbindungen zur Muslimbruderschaft, der Organisation, die vor 89 Jahren die modernen Islamistenbewegung begann. Sie erwähnte allerdings keine ideologischen Meinungsverschiedenheiten mit der Bruderschaft.

Warum also der augenscheinliche Bruch? Die Hamasführer hätten gerne mehr internationale Akzeptanz und besonders wollen sie, dass der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sissi sie wohlwollender betrachtet. Und Ägypten, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate betrachten die Muslimbruderschaft allesamt als Terrororganisation.

In dem Dokument sagte die Hamas, dass sie bereit ist einen provisorischen Palästinenserstaat in den Linien von 1967 zu akzepteiren. Sie sagt aber nicht, dass sie bereits ist Israel jenseits dieser Linien zu akzeptieren.

Was diese Linie angeht, nehmen wir uns einen Moment, um uns zu erinnern, wie sie zustande kamen. Diesen Monat vor 69 Jahren erklärte Israel seine Unabhängigkeit innerhalb des Mandats Palästina, dem Territorium, das die Briten den Türken nach dem Ersten Weltkrieg abgenommen hatten. Der größte Teil dieses Territoriums war bereits zu dem geworden, was man als Jordanien kennt. Die UNO schlug vor den Rest in zwei Staaten zu teilen, einen jüdischen und einen arabischen. Die Israelis sagten, damit könnten sie leben. Die Araber sagten, sie würden das nicht tun.

Die Armeen von Ägypten, Syrien, dem Libanon und Jordanien drangen ein und versuchten den frischgebackenen jüdischen Staat zu vernichten. 1949 kam der Konflikt zu einem Stillstand. Die Waffenstillstandslinien hielten bis 1967, als ein zweiter Versuch unternommen wurde die Juden ins Meer zu treiben. Dieser Versuch schlug ebenfalls fehl und die Israelis hatten am Ende Ägypten den Gazastreifen und Jordanien die Westbank abgenommen. Seitdem haben sie versucht Land für Frieden einzutauschen. Sie haben offensichtlich keinen Erfolg damit.

Das neue Hamas-Dokument schließt weiterhin eine friedliche Koexistenz mit dem „Feind“ aus, der auch „das zionistische Projekt“ genannt wird. Es malt sich „die vollständige und komplette Befreiung Palästinas“ aus, „vom Fluss bis zum Meer“ – mit anderen Worten: jeden Zentimeter Israels. (Obwohl die Vorstellung, dass die Gazaner „befreit“ wurden, schlicht absurd ist.)

Genauso wenig distanziert sich die Hamas vom Terrorismus, den sie als „Widerstand“ schön redet; dazu vermerkt sie, dass sie „alle Mittel und Methoden“ – d.h. Selbstmord-Bombenanschläge, Kinder abstechen – als erlaubt und sogar als „durch göttliche Gesetze, Bräuche und das internationale Recht garantiert“ betrachtet.

Über das Wochenende ist die Hamas ein zweites Mal in die Nachrichten gekommen, als sie Ismail Haniyeh für die Position ihres obersten Führers benannte. Wenn er dem Beispiel seines Vorgängers Khaled Meschaal folgt, dann wird er jetzt aus dem Gazastreifen nach Qatar umziehen, wo er aus der relativen Sicherheit einer eleganten Hotelsuite in Doha herrschen wird.

Im Gazastreifen selbst wird Yahya Sinwar, Führer des militärischen Flügels der Hamas, die mächtigste Person sein; Journalisten beschreiben ihn oft als Hardliner. (Erwarten diese Journalisten wirklich, dass wir glauben, es gebe jihadistisch-terroristische Moderate?.

Man mag sich fragen: Was sieht der Standpunkt von Qatar aus? Als öl- und gasreiches Land an der Nordwestküste der Arabischen Halbinsel wird Qatar vom 36-jährigen Erb-Emir SCheik Tamim bin Hamad Al-Thani regiert. Er ist außergewöhnlich geschickt darin beide Extreme gegen die Mitte auszuspielen.

Er bietet der Hamas nicht nur eine Hauptstadt im Exil, sondern auch einen Großteil ihrer Finanzen. Er unterstützt weitere Organisationen der Muslimbruderschaft überall in der Region. Finanziers der Al-Qaida, der Taliban und anderer Terrorgruppen agieren offen in Qatar.

Gleichzeitig vermittelt der Emir rund um die Welt qatarische Blickwinkel – ein weniger höflicher Begriff wäre „islamistische Propaganda – über den vom Staat finanzierten internationalen Fernsehsender Al-Jazira.

Aber Qatar hat noch ein anderes Gesicht. Es ist Gastgeber der größten amerikanischen Militärbasis des Nahen Ostens. Es schießt amerikanischen Think Tanks Millionen Dollar zu. Und es bezuschusst verschwenderisch Satelliten-Campusse amerikanischer Universitäten, darunter Georgetown, Cornell, Carnegie Mellon, Northwestern, Texas A&M und Virginia Commonwealth.

Die Campusse befinden sich in „Education City“, wo die Hauptmoschee regelmäßig islamistische Kleriker auftreten. Zum Beispiel sagte Mudassir Ahmed letztes Jahr von der Kanzel: „Tötet die Ungläubigen … Zählt ihre Zahl und lasst nicht einen aus!“ Ein anderer Prediger rief Allah auf, er solle „die Brüder der Mudschaheddin … an jedem Ort siegreich sein lassen“ und „ihre Schüsse führen“.

Was sagen die Verwaltungen der amerikanischen Colleges zu all dem? Nicht ein einziges Wort. Wenn es um Islamisten geht, haben nur allzu viele Akademiker schon vor langer zeit den Kampf aufgegeben, das zu sehen, was sich vor ihren Nasen abspielt.

Beendet die Türkifizierung!

Dry Bones, 11.Mai 2017

Das heutige Istanbul war die Hauptstadt des Byzantinischen Reiches. Am 29. Mai 1453 wurde es einer türkischen (osmanischen) Armee besetzt, die in sie eindrang. 1930 wurde in der Türkei ein Gesetz beschlossen und umgesetzt, durch das die Stadt Konstantinopel offiziell in Istanbul umbenannte. Die Hagia Sophia war eine christliche Kirche, die an dem Tag, als die Stadt besetzt wurde (29. Mai 1453) in eine osmanische Moschee umgewandelt wurde.

Hintergrund: Der Präsident der Türkei hat gerade mal wieder ein Tirade losgelassen, in der er die Muslime aufforderte sich gegen die „unerträgliche Besetzung Jerusalems“ durch die Juden zu wehren. „Jeder Tag, den Jerusalem besetzt ist, ist für uns ein Affront.“

Na, dann sollten wir das zu Konstantinopel mal genauso halten…

 

Eine gefährliche Krankheit: Islamophobie-Phobie

Dr. Max Singer, BESA Center Perspectives Paper Nr. 449, 23. April 2017

Protestler in Minneapolis (Minnesoa), 17. September 2016 (Fibonacci Blue, via Flickr-Creative Commons)

Kurzfassung: Wir brauchen ein neues Wort: „Islamophobie-Phobie“ (IPP) oder überzogene Angst vor Islamophobie. Der Begriff „Islamophobie“ wurde geprägt, um Feindseligkeit gegenüber dem Islam oder eine übertriebene Angst vor ihm zu bezeichnen. Vorurteile gegen Muslimen zu meiden ist ehrenhaft, wird aber zu weit getrieben, die Angst vor Islamophobie verhindert eine realistische Reaktion auf die Angriffe des Islam auf den Westen.

US-Offizielle haben angemessen hart daran gearbeitet Islamophobie vorzubeugen. Das vielleicht bemerkenswerteste Beispiel war Präsident George W. Bushs Besuch im Islamischen Zentrum von Washington DC sechs Tage nach den Anschlägen vom 9/11, bei denen 19 Muslime 3.000 Amerikaner (darunter auch Muslime) getötet hatten. Bush beabsichtigte mit dem Besuch des Zentrums den Amerikanern zu sagen „Islam ist Frieden“ und dass sie das Massaker des 9/11 nicht anderen Muslimen anlasten sollten.

In Europa macht IPP es Regierungen schwieriger ihre Bürger vor krimineller Gewalt seitens muslimischer Migranten zu schützen. Die Gewalt ist ein bedeutendes Phänomen, aber selbst vernünftige, nicht voreingenommene Beamte sind nicht in der Lage auch nur eine Diskussion darüber zu führen, ohne als Muslimfeinde verurteilt zu werden. Dieses erzwungene Schweigen hat zum Aufstieg der beliebten Antizuwanderungsgbewegungen geführt, die Europas politisches Gleichgewicht kippen könnten, wie es Präsident Trumps Wahl in den USA tat.

Eines der extremeren Beispiele von IPP war Präsident Obamas Leugnung, dass der Islamische Staat (ISIS) irgendetwas mit dem Islam zu tun hat. ISIS erhebt offiziell den Anspruch das neue Islamische Kalifat zu sein, das vom islamischen Recht regiert wird und dass Tausende Muslime aus aller Welt sich gemeldet haben, um für den IS zu kämpfen, weil sie das als ihre muslimische Pflicht betrachten.

ISIS verficht nicht nur seine spezielle Sicht des Islam als Religion, sondern auch die totalitäre politische Ideologie, die allgemein als „Islamismus“ bezeichnet wird. Das Suffix „-ismus“ signalisiert eine entscheidende Abgrenzung zwischen der Religion und der politischen Ideologie.

Obwohl sie zu weit gingen, hatten die Präsidenten Bush und Obama gute strategische Gründe Islamophobie zu bekämpfen. Bis  heute wird der von den Islamisten erklärte Krieg gegen die USA und den Westen nur von einem kleinen Teil der 1,6 Milliarden Muslime der Welt geführt. Eine der größten Gefahren dieses Kriegs besteht in der Möglichkeit, dass ein größerer Anteil der Muslime sich den Islamisten anschließt, wie sie die westlichen Verteidigungsmaßnahmen als Angriffe auf ihre Religion betrachten.

Die wichtigste Rekrutierungsmaßnahme islamistischer Organisationen wie Al-Qaida und ISIS besteht darin, dass Amerika und der Westen den Islam angreifen. Sie rufen junge Muslime auf sich ihrer Verteidigung gegen diesen Angriff durch die USA und Europa anzuschließen. (Die islamistische Führung glaubt zwar, dass ihre Religion von Muslimen fordert gegen die Nationen der Ungläubigen Krieg zu führen, aber das ist nicht das Hauptargument, das sie dazu nutzen, andere Muslime dazu zu bringen sich ihnen anzuschließen.)

Amerikanische Truppen haben seit Jahren im Irak und in Afghanistan gekämpft und amerikanische Flugzeuge bombardieren Syrien – während nicht eine nationale Armee der Muslime irgendein westliches Land angreift. Daher überrascht es nicht, wenn die Behauptung, der Islam werde angegriffen, so vielen Muslimen plausibel erscheint. Und westliche Verurteilung islamischer Traditionen, die zum Beispiel die Rolle der Frau und die Integration von Religion und Politik betreffen, fühlt sich ebenfalls wie ein Angriff auf den Islam an.

Amerikaner erkennen allgemein an, dass zu den Schlüsselgründen dafür, dass ihre Truppen in den Irak und nach Afghanistan geschickt wurden, gehört weitere Anschläge der Art wie des 9/11 zu verhindern. Doch die meisten Menschen in wichtigen Ländern des Nahen Ostens glabuen nicht, dass Al-Qaida den 9/11 verübte. In der Region ist es weit üblicher zu glauben, dass die USA oder Israel die Vernichtung des World Trade Centers als Rechtfertigung nutzten, um Muslime anzugreifen. Sie akzeptieren nicht, dass kämpfende Amerikaner im Nahen Osten eine Verteidigungsmaßnahme sind. Zum Beispiel deutete eine Umfrage an, dass 55% der Ägypter glauben, die USA oder Israel seien für den 9/11 verantwortlich und 18% sagten, sie wüssten nicht, wer es war. (Übrigens akzeptiert etwa ein Viertel der Amerikaner ebenfalls die offizielle Sicht für die Verantwortung der Anschläge vom 9/11 als Ganzes nicht.)

Während die neue US-Administration den notwendigen Schritt von der IPP der Obama-Administration hin zu einer korrekteren Sicht der Verbindung zwischen islamistischen Terroristen und dem Isam macht, muss sie einen schwierigen Kurs zwischen zwei Gefahren steuern. Einerseits müssen die USA ihre Feinde begreifen. Präsident Trump hat betont, dass er keine Angst hat den Feind beim Namen zu nennen. Andererseits ist entscheidend, dass die USA nicht auf eine Art und Weise reden oder handeln, die mehr Muslime dazu bringt zu glauben, dass die USA der Feind des Islam sind. Es wäre katastrophal, wenn der derzeit relativ kleine Krieg sich zu einem ausgewachsenen, weltweiten Religionskrieg entwickeln würde.

Selbst wenn die Regierung sorgfältig sagt, dass sie „Islamismus“ oder „radikalen Islam“ bekämpft statt den Islam selbst, könnte ein muslimisches Publikum den Unterschied nicht hören. In einer noch nicht lange zurückliegenden Pressekonferenz des türkischen Präsidenten Recep Erdoğan und der deutschen Kanzlerin Angela Merkel widersprach Erdoğan öffentlich Merkels Äußerung, der Islamismus unterscheide sich vom Islam.

Es ist absolut dringend, dass die US-Regierung handeln muss, um öffentliche Unterstützung ds Großteils der amerikanischen Muslime zu bekommen, die islamistischen Terrorismus ablehnen und ihre Wahlheimat patriotisch unterstützen. Derzeit sind sie nicht allzu laut. Viele wichtige amerikansch-muslimische Organisationen und Moscheen repräsentieren nicht die Ansicht antiislamistischer Muslime. Solche Organisationen – z.B. CAIR und das Muslim Public Affairs Council – dominieren den Diskurs, weil frühere US-Administrationen ihnen Legitimität verliehen, trotz ihrer Sympathien für die Muslimbruderschaft und andere Feinde der USA. Den Fehler zu korrigieren muss ganz oben auf der Agenda der Administration stehen.

Die Bekundungen von Organisationen, die große Anzahlen an antiislamistischen und antiterroristischen amerikanischen Muslimen repräsentieren, könnte die muslimische Wahrnehmung in anderen Ländern beeinflussen, ob die USA sich mit ihnen im Krieg befinden oder nicht.

Während des Kalten Krieges war ein wichtiges Thema der Atomstrategie die Notwendigkeit einen versehentlichen Krieg zu vermeiden, den keine Seite wollte, wenn eine Seite fürchtete angegriffen zu werden. Westler sollten ähnliche Bedenken zu Muslimen haben, die irrtümlich glauben, der Westen greife ihre Religion an. Gleichzeitig haben die Westler ein Interesse an den Krieg energisch und unmissverständlich den Krieg zu kontern, den islamistische Extremisten tatsächlich gegen den Westen führen.

Was unterscheidet einen leitenden IS-Hassprediger von Kanadas Premierminister?

Das hier jedenfalls nicht (gefunden auf Facebook) – Kanada hat ein neues Blasphemiegesetz:

Imam Scheik M. Tawhidi (Islamischer Staat):
Wir weden die bestrafen, die den Islam kritisieren!

Justin Trudeu (Kandas Premierminister):
Wir werden die bestrafen, die den Islam kritisieren!