Warum Europa sich verweigert

Vorbemerkung: Daniel Pipes hat sich damit beschäftigt, was Europa zu seiner Haltung gegenüber den USA führt. Anlass ist der Streit über den Krieg gegen Saddam Hussein. Aber der Artikel wirft auch Licht auf die Unterschiede zwischen Amerika und Europa auch bezüglich der Haltung gegenüber Israel. Israels militärisches Vorgehen gegen die von den Palästinensern ausgehende Bedrohung wird hier „ums Verrecken“ nicht akzeptiert – es wird „Appeasement“ propagiert und gefordert. Mit den Aggressionen der Palästinenser m.E. mindestens so schlimm umgegangen, als es das mit denen Hitlers machte.

Daniel Pipes, The New York Post, 28. Januar 2003

Führende französische Politiker machten letzte Woche einige bemerkenswerte defätistische Ankündigungen.

Präsident Jacques Chirac lehnte jegliche Militäraktion der USA gegen den Irak ab und sagte, dass „Krieg immer das Eingeständnis der Niederlage ist und immer die schlimmste Lösung. Und daher muss alles getan werden, um ihn zu vermeiden.“ Außenminister Dominique de Villepin drückte sich deutlicher aus: „Nichts rechtfertigt es, militärische Vorgehen zu wollen.“ Zu all dem strahlte der deutsche Kanzler in Zustimmung.

Als Antwort tat US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld Frankreich und Deutschland als „altes Europa“ ab. Die Post nannte sie die „Achse der Wiesel“. Der Karikaturist Tony Auth titulierte sie als die „Achse der Ärgernisse“.

Eine noch bessere Bezeichnung wäre „Achse des Appeasement“ (Beschwichtigung). „Appeasement“ könnte wie eine Beleidigung klingen, ist aber eine ernste Politik mit einer langen Vorgeschichte – UND einer andauernden Anziehungskraft, der unter den heutigen Umständen sehr bedeutsam ist.

Der Historiker Paul Kenney aus Yale definiert Appeasement als eine Art Streit zu schlichten, „über Anerkennung und Befriedigung von Beschwerden durch rationale Verhandlung und Kompromiss, wodurch der Rückgriff auf einen bewaffneten Konflikt vermieden wird, der teuer, blutig und wahrscheinlich sehr gefährlich sein würde.“

Das Britische Empire verließ sich seit den 1860-er Jahren stark auf Appeasement, mit gutem Erfolg – es vermied teure koloniale Konflikte, während es den internationalen Status quo erhielt. In geringerem Maß übernahmen andere europäische Regierungen diese Politik ebenfalls.

Dann kam 1914, als in einem Zustand des Deliriums fast ganz Europa das Appeasement aufgab und in den Ersten Weltkrieg rannte, was der Yale-Historiker Peter Gay „inbrünstig an der Grenze zum Religiösen“ nennt. Ein Jahrhundert war vergangen, seit der Kontinent das Elend des Kriegs erfahren hatte und das Gedächtnis seiner Völker hatte sich in Luft aufgelöst. Schlimmer noch: Denker wie der Deutsche Friedrich Nietzsche entwickelten Theorien, die den Krieg verherrlichten.

Vier Jahre Hölle (1914-18), besonders in den Gräben von Nordfrankreich, veranlassten ein enormes Schuldgefühl wegen des Jubels von 1914. Ein neuer Konsens kam auf: Nie wieder würden Europäer sich in einen Krieg stürzen.

Appeasement erschien besser als je zuvor. Und als Adolf Hitler in den 30-er Jahren drohte, versuchten britische und französische Politiker ihn abzufinden. Natürlich hatte, was in Kolonialkriegen funktionierte, fürchterlich katastrophale Folgen, als man es mit einem Feind wie den Nazis zu tun hatte.

Die Politik totalitäre Gegner abzufinden, wurde dadurch diskreditiert. Während des gesamten Kalten Krieges schien es so, dass die Europäer eine Lektion gelernt hätten, die sie nie vergessen würden. Aber sie vergaßen sie bald, nachdem die Sowjetunion 1991 zusammenbrach.

In einem brillanten Aufsatz im „Weekly Standard“ erklärte David Gelernter aus Yale vor Kurzem, wie das passierte. Die Macht des Appeasement wurde vom Zweiten Weltkrieg und dem Kalten Krieg zeitweise verschüttet, aber mit der Zeit „verschwinden die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs, während die Folgen des Ersten bestehen bleiben“.

Warum? Gelernter schreibt: weil der Erste Weltkrieg weitaus verständlicher ist als der Zweite, der „einfach zu groß ist, als dass der Verstand ihn fassen kann“. Politisch und geistig hat man zunehmend das Gefühl, der Zweite Weltkrieg habe nie stattgefunden.

In der Tat, argumentiert Gelernter, „haben wir wieder die 20-er Jahre“ mit der von Herzen kommenden Abneigung gegen den Krieg und der Bereitschaft totalitäre Diktatoren zu beschwichtigen (denken wir an Nordkorea, Irak, Syrien, Zimbabwe und andere).

Für ihn ist das heutige Europa auch in anderer Beziehung dem der 1920-er „erstaunlich“ ähnlich: „in seiner Liebe des freien Willens und seiner Abscheu vor Imperialismus und Krieg, seinem liberalen Deutschland, geschrumpften Russland und einer mit kleinen Staaten gespickten Landkarte, mit Amerikas Gleichgültigkeit gegenüber Europa und Europas Geringschätzung Amerikas, mit Europas gelegentlichem, örtlich auftretendem Antisemitismus, seinem belohnenden politischen, finanziellen und masochistischen fasziniert Sein von muslimischen Staaten, die es verachten und mit seinem Unterton von Selbsthass und Schuld.“

Gelernter sagt voraus, dass Selbsthass im Stil der 20-er Jahre jetzt „die dominierende Kraft in Europa“ ist. Appeasement passt perfekt in diese Stimmung. Er ist über Jahrzehnte zu einer Weltsicht gewachsen, „die die Blutschuld des westlichen Menschen lehrt, den moralischen Bankrott des Westens und die Empörung über den Versuch der westlichen Zivilisation, jedermann seine Werte aufzudrängen“.

Was uns zurück bringt zum nicht vorhandenen Willen des „alten Europa“, sich Saddam Hussein entgegen zu stellen. Die Lehre des Zweiten Weltkriegs (zuzuschlagen, bevor ein aggressiver Tyrann seine Macht aufbaut) hat gegen die Haltung der 20-er Jahre verloren („nichts rechtfertigt es, militärische Handelns als mögliches Vorgehen anzusehen“).

Diese Schwäche des Selbsthasses wird wieder in die Katastrophe führen, so, wie sie zum Zweiten Weltkrieg führte. Die Vereinigten Staaten findet sich in der Rolle wieder, die Demokratien vom Locken des Appeasement wegzuführen. Der Irak ist ein guter Anfang dafür.

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Notiz an Europa: Werdet in Bezug auf den Irak endlich erwachsen

Andrew Sullivan, The Sunday Times of London, 11. August 2002 (leider ohne URL)

Der Sitzkrieg dieses Sommers sieht noch seltsamer aus, wenn man die europäische und die amerikanische Presse vergleicht. In London und Paris, Berlin und Brüssel sind die Zeitungen voll mit Spekulation zu einem Krieg mit dem Irak. Es gibt Forderungen, die Parlamente aus der Sommerpause zu holen; es gibt Gerüchte zu möglichen Kabinetts-Rücktritten; es gibt geheime Umfragen, die die enorme Unbeliebtheit von George Bush bei den Briten zeigen. In Deutschland macht der Kanzler sogar Opposition gegen den Krieg zu einer Zentralfrage seines Wahlkampfs. Aber in der „Reichshauptstadt“, tausende Kilometer entfernt, bleibt es seltsam ruhig. Der Senat hielt gerade Anhörungen zu einem möglichen Krieg gegen Saddam ab, aber die Administration sagt, sie sei noch nicht so weit befragt zu werden. Der Kongress macht Pause. Der Präsident ist in Texas. Viele Amerikaner sind in den Ferien. Die Zeitungen berichten über die Sache, aber es gibt noch keine aktuelle, leidenschaftliche, substantielle Debatte. Und es gibt wenig Geheimnisvolles um das Warum. Trotz der Bemühungen von Antikriegs-Zeitungen wie der New York Times zeigen Umfragen beständig, dass zwischen 60 und 70 Prozent der Amerikaner Krieg unterstützen. Der Präsident hat sich rhetorisch zu einem solchen Ergebnis verpflichtet. Niemand, der der Administration nahe steht, hat in privaten Gesprächen Zweifel, dass er stattfinden wird – wahrscheinlich diesen Winter. Die Amerikaner sind angesichts dieses Krieges nicht fröhlich: Es werden ihre Söhne und Töchter sein, die in ihm sterben werden. Aber sie sind genauso wenig bereit eine solche gefährliche Bedrohung des Westens zu ignorieren, wie wir sie erlebt haben.

Und die amerikanische Antwort auf die europäische Panik und den europäischen Widerstand? Vielleicht wird sie am besten in einem ungeduldigen Seufzer zusammen gefasst. „Den Europäern ist angesichts der amerikanischen Macht unwohl“, ist nicht mehr unbedingt eine schockierende Schlagzeile. Es ist schlicht keine Neuigkeit mehr, dass der Guardian den Gebrauch von Waffen ablehnt, um der Wiederauferstehung eines der bösartigsten und gefährlichsten Regime der Welt vorzubeugen. Es ist nicht neu, dass die EU es in Gestalt von Chris Patten vorzieht palästinensischen Terror zu subventionieren statt sich über den möglichen irakischen Einsatz von biologischen Waffen zu ärgern. Die Amerikaner verdrehen schlicht die Augen wegen der gewöhnlichen europäischen Leugnung und ihrer Proteste. Wenn die Europäer sogar gegen den Krieg in Afghanistan waren, welche Chance gibt es, dass sie den Krieg gegen den Irak unterstützen? Amerikaner kennen das. Sie werden es wieder erleben. In der Zwischenzeit haben sie eine Arbeit zu erledigen.

Auf einer tieferen und eher Besorgnis erregenden Ebene ist es zunehmend richtig, dass viele Amerikaner sich darum gar nicht mehr kümmern. Sie sind die instinktive europäische Ablehnung jeden Gebrauchs militärischer Gewalt gewöhnt; und sie sind den automatischen (und oft heuchlerischen) Antiamerikanismus der europäischen Mitte und Linken gewohnt. Aber dem wird ein relativ neuer und nicht zu beantwortender Faktor hinzu gefügt: Warum um alles in der Welt, einmal abgesehen von guten Manieren, sollten sich die Amerikaner darum kümmern, was die Europäer denken? Ja, Diplomatie verlangt Höflichkeit und „Zuhören“. Aber es ist überhaupt nicht klar, was sonst benötigt wird. Militärisch ist Europa eine Niete und auf gutem Wege, völlig unbedeutend zu werden. Mit einer einzigen Ausnahme, Großbritannien, haben die Europäer eine vernachlässigbar geringe Menge an Geld und Truppen zur Ergreifung Al Qaidas (aber noch nicht zum Sieg über sie) beigetragen. Sie waren in den 90-er Jahren nicht einmal in der Lage, genug Initiative und Koordination aufzubringen, um einen weiteren Völkermord auf ihrem Kontinent zu verhindern. Mit Ausnahme Großbritanniens haben sie ihre Verteidigungsausgaben derart weit verringert, dass sie als militärische Verbündete praktisch wertlos sind. Und diese Kürzungen der Militärausgaben gehen weiter – sogar nach dem 11. September. Wenn jemand, der es ablehnt, seine Tür nachts abzuschließen, beginnt sich über den einzigen Polizisten in der Straße zu beschweren, dann sollten vernünftige Leute darüber nachdenken, was mit der Realitätswahrnehmung dieser Person passiert ist. Will er nicht tatsächlich ausgeraubt oder ermordet werden? Gleichermaßen ist es eine Sache, wenn die Europäer sagen, sie wollten alle militärische Verantwortung für die Aufrechterhaltung der internationalen Ordnung den USA überlassen. Es ist aber eine andere Sache für die Europäer, Einspruch zu erheben, wenn die USA sie beim Wort nehmen und zur Verteidigung dieser Weltordnung handeln.

Die Notwendigkeit einer solchen Ordnung ist während des letzten Jahrzehnts nicht aufgehoben worden. Die Welt ist immer noch ein Furcht erregend gefährlicher Ort – vielleicht durch die vorangeschrittene destruktive Technologie gefährlicher als irgendwann in der Vergangenheit. Es war einmal unmöglich sich vorzustellen, dass radikale Terroristen die Fähigkeit erringen könnten eine ganze Stadt wie New York oder Rom zu zerstören. Aber sie stehen jetzt kurz davor dies schaffen zu können und letzten September demonstrierten sie der Welt, dass sie nicht zögern würden, diese Möglichkeiten zu nutzen. Der verwunderte Durchschnittsamerikaner möchte daher die nervösen Europäer fragen: Was genau versteht ihr am 11. September nicht? Diese mörderischen Fanatiker könnten ihre Absichten und ihre Möglichkeiten nicht deutlicher zeigen. Sie wollen euch töten und eure Zivilisation vernichten. Das muss die vorsichtige Gleichung ändern, wenn man einer Gefahr wie Saddam Hussein gegenüber steht. Wenn ein Tyrann wie Saddam alles tut, um biologische, chemische und Atomwaffen zu bekommen, wenn er bereits in einen Nachbarstaat einmarschiert ist, wenn er chemische Waffen gegen das eigene Volk eingesetzt hat, wenn er den Terror überall im Nahen Osten subventioniert, wenn er umfangreiche Verbindungen zu islamistischen Terrorgruppen in der ganzen Welt unterhält, steht die Gunst des Zweifels nicht auf der Seite desjenigen, der versucht ihn zu entwaffnen und zu entthronen? Und ändert das Massengrab von 3000 Amerikanern im Zentrum New Yorks nicht die Gleichung ein wenig?

Das ist der Kern der amerikanischen Verwirrung nicht nur wegen der europäischen Wankelmütigkeit, sondern wegen der leidenschaftlichen Opposition gegen ein Vorgehen gegen Saddam. Wenn religiöse Führer tatsächlich als Argument anführen, dass die USA moralisch Besorgnis erregender seien als ein Schlachter, der sein eigenes Volk vergast hat und Kriege mit unzählbaren menschlichen Opfern führte, dann weiß man, dass einige moralische Verhältnisse kaputt sind. Man weiß, dass die Kräfte des Appeasement und der moralischen Äquivalenz genauso stark sind, wie sie es in den 70-er Jahren waren, als man dem sowjetischen Übel gegenüber stand und in den 30-er Jahren, als man sich dem Nazi-Übel gegenüber sah. Daher ist es nützlich, die Antworten Russlands und Großbritanniens mit der offiziellen der EU und der weit verbreiteten europäischen Feindseligkeit gegenüber dem Gebrauch amerikanischer Gewalt in der Welt zu vergleichen. Russland und Großbritannien stellten in der Afghanistan-Mission Schlüsselhilfe zur Verfügung und beide Regierungen haben die amerikanischen Bedenken gegenüber dem Irak unterstützt. Beide Staaten verhalten sich so, als hätten sie auch Verantwortung in der Bekämpfung des internationalen Terrorismus und dessen Nabelschnur zu Schurkenstaaten wie dem Irak, Iran und Nordkorea zu trennen. Russland, Großbritannien und Amerika mögen in einigen Dingen nicht überein stimmen – ihre Interessen werden sich nicht immer decken. Aber sie teilen das gemeinsame Verständnis der Bedrohung, der wir alle gegenüber stehen und haben eine praktische Antwort darauf gefunden. Das ist der Unterschied zwischen Kooperation und bloßem Geschrei. Und das ist ein Unterschied, den Washington zu schätzen weiß.

Im Gegensatz dazu sind die europaweite Feindseligkeit gegenüber amerikanischer Macht und die Undankbarkeit für die afghanische Kampagne verwirrend. Es ist wichtig, eine offensichtliche Tatsache zu wiederholen: Ohne Amerika würde al Qaida es sich, mit Unterstützung des Irak, Syriens, Saudi Arabiens und der Hamas immer noch in Afghanistan bequem machen und neue und tödlichere Anschläge gegen den Westen planen. Ohne Amerika hätten London und Paris inzwischen mit größter Wahrscheinlichkeit ähnlich katastrophale Ereignisse erlebt wie den 11. September. Ohne Amerika würde der militarisierte fundamentalistische Islam mit der Hilfe von Millionen islamistischer Immigranten mehr und mehr Stärke in Kontinentaleuropa gewinnen. Trotzdem ist die europäische Antwort auf Amerikas die Welt rettende Afghanistan-Mission nicht Dank gewesen, Wertschätzung oder Unterstützung. Es hat zunehmende Kritik an den USA gegeben, weil sie die Arbeit im Irak und an anderen Orten fortsetzen wollen. Manchmal scheint es sogar so, dass die Europäer glauben, Amerikas Verteidigung sei ein größeres Problem für die Weltordnung als Terroristengruppen, die Hilfe von lokalen Tyrannen wie Saddam erhielten, die nahe daran sind Massenvernichtungswaffen zu bekommen. In dieser Sache widersprechen viele Amerikaner vielen Europäern nicht nur, sie sind von der umgekehrten Logik und moralischen Gleichsetzung abgestoßen. Und sie haben Recht. In einem Essay in der National Review, einer konservativen Zeitschrift, fasste Victor David Hanson eine allgemeine amerikanische Ansicht zu den europäischen Beschwerdeführern zusammen:

„Irak? Bleibt, wo ihr seid – wir brauchen eure Hilfe nicht und verlangen sie nicht. Der Nahe Osten? Schämt euch, denn ihr finanziert die Terroristen der Westbank. Die palästinensische Autonomiebehörde und Israel? Ihr habt geholfen eine terroristische Clique zu finanzieren; wir finanzieren eine Demokratie – rechnet euch selbst aus, was das heißt. Rassismus? Araber sind in Amerika sicherer als Juden in Europa. Dass in Bosnien und dem Kosovo 200.000 Menschen abgeschlachtet wurden, nur ein paar Stunden von Rom und Berlin entfernt, ist ein Fleck auf eurer Weste, einer der nicht Aktiven, nicht auf unserer, derjenigen, die eingegriffen haben. Todesstrafe? Unsere Regierung hat Terroristen hingerichtet; eure Regierungen haben sie frei gelassen. Ihr solltet einmal die moralische Rechnung durchführen.“

Natürlich spielt Israel in dieser Teilung eine zentrale Rolle. Es ist immer noch schockierend, z.B. die Berichte der BBC über die Geschehnisse in Israel und der Westbank zu lesen, selbst im Vergleich mit den pro-palästinensischsten Medien in Amerika. In den europäischen Medien wird es als gegeben angesehen, dass Israel das Problem ist, Israel der Aggressor ist, Israel der unmoralische Hauptdarsteller in diesem Konflikt ist. Den Independent oder den Daily Mirror zu lesen ist so, als ob man eine Welt sieht, wo Israel immer schuldig ist, bis seine Unschuld bewiesen wird – z.B. in Jenin, wo der Independent ein Kriegsverbrechen fest stellte, bevor irgendwelche echten Beweise vorgelegen haben. Die Tatsache, dass Israel eine Demokratie ist, während es in der gesamten arabischen Welt nicht eine einzige Demokratie existiert, wird ignoriert. Die Tatsache, dass Israel zum Teil wegen Europas Vermächtnis des völkermordenden Antisemitismus entstand, wird bequemerweise auch vergessen. Die Tatsache, dass Israel die Westbank wegen eines Verteidigungskrieges 1967 besetzte, wird auch aus dem Gedächtnis gestrichen. Die unabsichtliche Tötung von Zivilisten in Israels Aktionen militärischer Selbstverteidigung werden routinemäßig den gezielten Anschlägen gegen Zivilisten durch palästinensische Terroristen moralisch gleich gestellt. Und der routinemäßige, abscheuliche, naziartige Judenhass, ein Antisemitismus, der jetzt ein Schlüsselelement der vorherrschenden Ideologie der arabischen Staaten ist, wird einfach ignoriert, herunter gespielt oder geleugnet.

Wenn Amerikaner das zweierlei Maß sehen, wenn sie die reflexartige Feindseligkeit gegenüber Israel in den europäischen Medien erleben, wundern sich sie natürlicherweise, ob Antisemitismus, Europas eigene Form des Hasses, nicht irgendwo dahinter steckt. Und wenn Europäer auf diese Schlussfolgerung mit Wut antworten, grenzt das das Problem lediglich ein. Wir sind nicht antisemitisch, wir sind antiisraelisch, behaupten sie. Während aber die kleinste Verletzung zivilisierter Normen durch die Israelis lautstark von allen Bergspitzen herunter trompetet wird, ist von der routinemäßigen Folter, dem Despotismus, der Intoleranz und der Korruption, die unter Israels Nachbarn die Norm darstellen, kaum eine Spalte oder zwei in den Zeitungen zu lesen. Und die Fehltritte und Menschenrechtsverletzungen anderer Staaten – Chinas in Tibet, Russlands in Tschetschenien, Sri Lankas gegen die Tamilen und, besonders berühmt, Serbiens gegen die bosnischen Muslime – erleben kaum einen Ansatz der Wut und verursachen so gut wie keine Taten. (Erinnern wir uns: Es war Amerika, das schließlich die Muslime des Balkans rettete, während Europa trödelte und zappelte.) In diesem Zusammenhang ist es einfach natürlich die Europäer zu fragen: Ist es nicht etwas verdächtig, angesichts der europäischen Geschichte, dass immer Israel eurer kritischen Aufmerksam ausgesetzt ist?

Wenn man mit Europäern spricht, wird ihre Verteidigung sogar noch schlimmer. Sie werden schnell sagen, dass Amerikas Unterstützung der einzigen Demokratie des Nahen Ostens eine Folge der „übermächtigen jüdischen Lobby“ in Washington sei. Es kommt ihnen nicht in den Sinn, dass Verweise auf den Einfluss einer solch untergründigen Lobby an sich antisemitische Aspekte sind, die kaum registriert werden. Wenn der Guardian am Tag nach dem 11. September eine Kolumne mit der Überschrift „Wer wagt es Israel zu beschuldigen?“ bringt, dann kann man sehen, wie tief der antisemitische Unsinn sich in die liberale Gesinnung eingegraben hat. Wenn es in Frankreich einen Bestseller gibt, der davon handelt, dass das Flugzeug, das in das Pentagon krachte, Teil einer Verschwörung der CIA und der Juden war, dann kann man erkennen, warum Amerikaner vorsichtig sind. Wenn Synagogen abgebrannt werden, wenn jüdische Friedhöfe geschändet werden und antisemitische Faschisten bei französischen Wahlen in die Stichwahl kommen, ist es dann schockierend, dass Amerikaner Europa als einen Ort betrachten, der sich in den letzten fünfzig Jahren in einigen Teilen nicht sonderlich geändert hat?

Natürlich gibt es tiefer gehende, strukturelle Gründe für Europas Aversion amerikanischer Macht. Indem es sich einseitig selbst entwaffnet, gibt Europa eine Erklärung darüber ab, wie die Welt regiert werden sollte: durch Meditation, Diplomatie, internationale Abkommen, Souveränität durch Wahlen. Der amerikanische Analyst Robert Kagan ließ sich kürzlich zu diesem Konzept in einem viel diskutierten Essay aus. Die Erfahrung der EU – die Art, in der Erzfeinde wie Frankreich und Deutschland heute in einer konfliktfreien, postnationalistischen Umgebung kooperieren – wird der immer noch hartnäckig Verteidigung der Souveränität durch militärische Gewalt als moralisch und strategisch überlegen angesehen. Was diese Analyse abgeht, ist allerdings ein wenig Geschichte. Der einzige Grund, dass die EU existieren kann, ist, dass amerikanische Militärgewalt Nazideutschland besiegte. Der einzige Grund, warum ganz Deutschland heute zur EU gehört, ist, dass amerikanische Militärgewalt die Sowjetunion schlug. Europhyle verwechseln die Früchte der Realpolitik mit ihrer Abschaffung. Und sie begreifen nicht, dass der beste und einzige Garant europäischen Friedens und europäischer Integration – die heute von innen heraus durch den islamistischen Terror bedroht sind – einmal mehr amerikanische Macht ist. Statt an diesem Eingreifen herumzunörgeln, sollten diese Europäer darum beten – um ihre eigenen politischen Errungenschaften zu retten.

Damit sollen nicht die schwierigen Fragen abgetan werden, die man wegen eines Krieges mit dem Irak stellen muss. Sollte er eine massive Invasion zu Land mit über 200.000 Mann sein? Oder eine kleinere Streitmacht von vielleicht 50.000, die durch Spezialeinheiten ergänzt werden? Wie kann man Saddam davon abhalten chemische oder biologische Waffen einzusetzen, wenn er angegriffen wird? Wie könnte das die Region in Besorgnis erregender Weise destabilisieren – anders als die richtige Vorgehensweise? Macht die Türkei mit? Wie gehen wir mit einem Irak nach Saddam um? Diese Fragen sind bedrückend und müssen gut bedacht in die Öffentlichkeit getragen werden. Aber ihre Voraussetzung ist Verantwortung für die Weltordnung. Die Europäer mögen glauben, dass sie die Realpolitik in ihren internen Angelegenheiten abgeschafft haben, dass nationale Interessen eine Sache der Vergangenheit sind, dass militärische Macht ein Anachronismus sei. Und innerhalb der Grenzen einiger weniger europäischer Staaten mögen sie Recht haben. Aber in der Welt darüber hinaus – besonders im leicht erregbaren Nahen Osten – hat die Geschichte nicht geendet und eine neue Bedrohung des Weltfriedens steigt auf, die die gefährlichsten Waffen der Weltgeschichte so gut wie in der Hand hat. Wenn die Europäer glauben, dass sie mit Subventionen oder Diplomatie oder Beschwichtigung oder Kapitulation beschönigt werden kann, dann verwechseln sie schlichtweg ihren eigenen himmlischen Zustand mit der gewalttätigen Welt außerhalb ihrer Grenzen. Sie verstehen ihre eigene Zeit falsch – und zwar so gründlich wie in den 30-er Jahren.

Amerika hat im Gegenzug keine andere Möglichkeit, als der Bedrohung zu begegnen – oder seiner Zerstörung entgegen zu sehen. Je länger Amerika braucht, sie anzugehen, desto größer werden die Kosten sein. Die Bedrohung gilt hauptsächlich Amerika als der Hegemonialmacht der Welt, aber Europa ist nicht immun. Die Frage, die sich den europäischen Politikern stellt, ist die, ob sie Amerika unterstützen wollen oder nicht. Die Frage, ist, ob sie erwachsene Mitspieler in einer neuen und gefährlichen Welt sein wollen. Werdet erwachsen und macht mit – oder haltet die Luft an und lasst uns die Arbeit tun. Das ist die Botschaft Amerikas an Europa. Und diese Botschaft ist lange, lange überfällig.

Europa, der Irak und Israel

Z.S. Kuhar, Nahost-Focus, 19. August 2002 (nicht mehr online)

Unter den geostrategischen Glanzleistungen des 21. Jahrhunderts wird ohne Zweifel der „Petersilien-Krieg“ einen goldenen Bären erhalten. Die spanische Perejil-Insel (Petersilie), welche sich in der Straße von Gibraltar befindet, wurde im Juli 2002 aus noch immer konfusen Gründen von einer Hand voll marokkanischer Soldaten besetzt. Spanien reagiert entschlossen und entsandte Kriegsschiffe in die Region. Der amerikanische Außenminister Colin Powell telefonierte umgehend mit der marokkanischen und spanischen Regierung, um beide Seiten wieder zur Vernunft zu bringen und eine Eskalation zu verhindern.

Die Europäische Union zeigte sich unterdessen machtlos, diese possenhafte Querele zwischen einem seiner Mitgliedsstaaten und einem mit der Union assoziiertem Land um ein kleines Inselchen zu beenden, dessen einzige Bevölkerung aus etwa dreißig Schafen besteht. Selbst in dieser kleinen „Hinterhofgeschichte“ musste die amerikanische Supermacht vom anderen Ende des Ozeans her intervenieren. Angesichts dieser Darbietung fragt man sich in Washington berechtigterweise, wie Europa den USA bei der Lösung von weitaus explosiveren und komplexeren Konflikten helfen kann – beispielsweise dem Irak-Konflikt. Denn, auch wenn es die notorischen Optimisten nicht wahrhaben wollen: vom Irak geht eine ernsthafte Gefahr aus. Hier machte es sich manch einer viel zu einfach, den Willen der US-Amerikaner nach einem Sturz des Diktators in Bagdad mit dem „strategischen Imperialismus“ der Supermacht erklären zu wollen. Weshalb sonst hat es Saddam Hussein bisher konsequent abgelehnt, die Resolutionen der Vereinten Nationen zu befolgen und umzusetzen, die ihm 1991 einen Waffenstillstand mit der internationalen Koalition brachten? Weshalb, wenn nicht um sein Programm zur Entwicklung von Massenvernichtungswaffen in aller Ruhe weiterzuführen?

Um einen immer wahrscheinlicher werdenden Angriff abzuwenden, erklärte sich der irakische Diktator dazu bereit, die von ihm 1998 des Landes verwiesenen UNO-Waffeninspektoren wieder einreisen zu lassen. Vor 1998 spielte seine Armee ein Jahrelanges Katz-und-Maus-Spiel mit den Inspektoren, ohne dass es zu einer ernsthafteren Reaktion kam. Die USA haben allen Grund hinter der neuen Strategie Bagdads keine Bekehrung, sondern vielmehr einen schlauen Schachzug des Despoten zu wittern. In den vergangenen vier Jahren hatte Saddam Hussein genügend Zeit, seine Waffen in gut getarnten Verstecken in Sicherheit zu bringen.

Doch noch ganz andere Hindernisse machen eine eventuelle Militäraktion gegen den Irak gefährlich. Zudem ist die US-Regierung wegen der notorischen Angst ihrer Bevölkerung vor Verlusten geteilt über die Realisierbarkeit des Projekts, seine strategischen Folgen, diplomatisch und humanitär sowie über die politischen Alternativen in der Zeit nach Hussein. Der amerikanische Präsident Bush hatte unmissverständlich klar gemacht, dass für ihn nur ein demokratisches Nachfolgesystem in Frage kommt. Die Ablehnung der arabischen Staaten und die Vorbehalte der europäischen Regierungen machen es den USA moralisch und praktisch schwieriger.

Europa bietet wieder einmal keine Lösungsvorschläge, dafür aber reichlich Kritik. Die wichtigste Frage ist, ob das Regime von Saddam Hussein eine Gefahr ist oder nicht. Und ob das irakische Volk, die Region und die internationale Staatengemeinschaft durch eine Ablösung dieser blutigen und unberechenbaren Diktatur etwas gewinnen würde oder nicht – Wenn schon nicht eine neue demokratische, dann doch wenigstens eine pazifistischere Regierung, welche das Leben ihrer eigenen Bürger respektiert. Auch wenn eine Frage schwierig zu beantworten ist, kann doch wenigstens versucht werden, sie zu beantworten. Denn, je länger man ein Problem unbeantwortet lässt, desto schneller verschärft es sich. Im Hinblick darauf wundert man sich doch immer wieder zu hören, dass ein Sturz Husseins ein „Ungleichgewicht“ in der Region hervorrufen könnte. Als ob Saddam Hussein selbst nicht schon seit 20 Jahren einer der größten Faktoren eines Ungleichgewichts im Nahen Osten darstellt! Durch einen Staatsstreich an die Macht gekommen, stürzte er sich sofort in einen Krieg gegen den Nachbarstaat Iran, in dessen Verlauf mehr als 1 Million Menschen ihr Leben verloren und mehrere Millionen Weitere zu Invaliden wurden. Nachdem er diesen Krieg verlor, begab er sich 1990 mit der Besetzung Kuwaits in das nächste kriegerische Abenteuer, während er ganz nebenbei noch mehrere Tausend Kurden und Schiiten im eigenen Land mit chemischen Waffen ermorden ließ. Man müsste angesichts dieser Tatsachen eigentlich zu dem Schluss gelangen dass der Machthaber aus Bagdad nicht unbedingt ein Paradebeispiel für „Gleichgewicht“ darstellt.

Man sollte auch endlich einmal klarstellen, dass die permanente Gefahr, die durch den irakischen Diktator und seine Armee ausgeht, unabhängig vom palästinensisch-israelischen Konflikt ist. Diese haben nichts miteinander zu tun. Saddam würde auch dann eine Gefahr darstellen, wenn Israel nicht existieren würde. Das Argument, dass man Saddam Hussein nicht stürzen könne, bevor zwischen Israel und den Palästinensern Frieden herrsche, entbehrt jeder Logik und klingt eher wie eine Entschuldigung für die europäische Apathie.

Man kann die Sorgen der Europäer schon verstehen, wenn sie vor einem gefährlichen Krieg warnen. Doch sie sollten vorher erst einmal eigene Vorschläge auf den Tisch legen, wie die irakische Gefahr entschärft werden kann. Doch dies ist es genau, was die Europäer in dieser und in vielen anderen Fragen nicht tun. Wenn man diese Karikatur unseres eigenen Verhaltens nun in pädagogisch nützliche Lehren umwandeln wollte, könnte man sagen, dass die Prinzipien der europäischen Diplomatie und Verteidigung auf drei Säulen ruhen: wenn das Problem zu schwierig zu lösen ist, erklären wir, dass es dieses Problem überhaupt nicht gibt, meistens sogar, dass es sich um eine Erfindung des amerikanischen paranoischen Imperialismus handelt. Wenn wir erklären, dass wir dem „Dialog“ und den Verhandlungen Vorrang geben, heißt das eigentlich, dass der Verhandlungspartner grünes Licht hat, sämtliche Abmachungen ungestraft zu brechen, welche er mit uns bei vorherigen Abmachungen getroffen hat. Und wenn wir sagen, dass wir eine „politische“ Lösung bevorzugen, ist das unsere Art dem Verursacher der Gefahr mitzuteilen, dass wir, was immer auch geschieht, auf das Mittel der Gewalt verzichten werden. So wird es die Europäische Union sicherlich nicht schaffen, zu einem ernstzunehmenden Gegengewicht gegenüber der einzig verbleibenden Supermacht USA zu werden.

Das europäische „Wunder“

Käsediplomatie und ihre Bewunderer

Jonah Goldberg, National Review online, 31. Juli 2002

„Die Europäer haben etwas getan, das niemand sonst jemals zuvor getan hat: Sie haben eine Friedenszone geschaffen, in der Krieg als absolut ausgeschlossen gilt“, erklärt Karl Kaiser, Direktor einer Einrichtung, die Forschungsinstitut der Deutschen Gesellschaft für Außenpolitik heißt. So stand es in der Mittwoch-Ausgabe der Chicago Tribune. „Die Europäer sind überzeugt, dass dieses Modell auch für andere Teile der Welt gültig ist.“

Nun, das erklärt alles. Es ist versucht worden herauszufinden, warum Europa und die USA heutzutage oft so unterschiedlicher Meinung sind. Die Antwort lag die ganze Zeit vor uns. Die Europäer denken, dass ein System endlosen Feilschens um den Umfang von Gurken und die Anzahl von Fetawürfeln in einem griechischen Salat das ist, was man, sagen wir: Turkmenistan und Kirgisien überstülpen kann. So einfach ist das.

Der Artikel „Europa fragt, warum die USA sein ‚Wunder‘ nicht erkennt“ beginnt sogar mit einer hochsinnigen Schlacht vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg, ob Parmesankäse, der außerhalb der italienischen Stadt Parma und ihrer Umgebung hergestellt wird, „Parmesankäse“ genannt werden darf. Auf den Film dazu müssen wir wohl noch etwas warten, aber ich denke, niemand ist böse, wenn ich verrate, dass der Krieg vermieden wurde und der Käse aus Parma der einzige Parmesankäse in Europa ist.

Wie auch immer, der Kern der Meinungsverschiedenheiten zwischen Europa und Amerika ist, dass die Europäer denken, sie erreichten dauerhaften Frieden durch endlose Besprechungen in Schweizer Hotels mit auf dem Tisch verteilten Flaschen von Sprudelwasser und Käsetellern. Amerikaner glauben, der Grund, dass die Europäer dauerhaften Frieden erreicht haben, hat etwas mit dem Fakt zu tun, dass jedes Mal, wenn diese Gespräche in Krawall mündeten, die USA in den Raum marschierten und die Ordnung wieder herstellten wie ein Elternteil, das den Kampf der Kinder um die Fernbedienung beendet.

Dies ist ein großer Unterschied der Sichtweisen und ein hervorragendes Beispiel dafür, wie eine Ideologie durch die Geschichte informiert wird. Die Europäer glauben, ihr „Wunder“ sei durch Reden erzielt worden. Amerikaner glauben, dieses Wunder wurde durch Panzer erzielt. Und größer könnte der Unterschied nicht sein.

Das ist nun offensichtlich eine grobe Vereinfachung. Die Europäer verstehen, dass die NATO und Amerikas Führung im Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg für die europäische Stabilität und den Wohlstand sehr wichtig waren. Und die Amerikaner begreifen, dass Diplomatie und Politik integrale Bestandteile des Rezepts für die Europäische Union waren. Aber diese Verschiedenheit des „Panzer gegen Gerede“ gibt es wirklich.

Neulich stießen die hübsche Jessica (sie hasst es, wenn ich „meine Frau“ sage) und ich auf ein faszinierendes Fernsehgespräch, das von Bill Moyers geleitet wurde. Zu der Gesprächsrunde gehörten Fareed Zakaria, Charles Krauthammer und eine Reihe anderer Akademiker und Journalisten.

Der Teil, den ich mit bekam, drehte sich darum, ob „wir“ (das hieß: der Westen) das „internationale System“ oder militärische Gewalt benutzen sollten, um Al Qaida zu besiegen. (In der Verschriftlichung ist eine Menge verloren gegangen, aber man kann sie hier lesen.)

Die eine Seite wurde geführt von Seyla Benhabib, Yale-Professorin und Türkei-Expertin, und von Eric Rouleau, einem führenden französischen Journalisten. Sie argumentierten, dass Amerika zu simplizistisch an den Krieg gegen den Terrorismus heran geht. Sie haben das Gefühl, dass es „naiv“ ist, das juristisch-politische „internationale System“ zu verlassen, um einen Gut-gegen-Böse-Ansatz zu verfolgen.

„Osama bin Laden mag bösartig sein, auf der moralischen Ebene stimme ich Ihnen zu“, argumentierte Benhabib. „Aber im politisch-juristischen Bereich haben wir entsprechend den Regeln zu arbeiten, mit den Kategorien, die uns zur Verfügung stehen. Das ist es, warum ich als politische Person vorsichtig wäre, diesen Begriff [bösartig] zu benutzen. Er trübt das Wasser.“ Mit anderen Worten: Nenne die Entführer des 11.9. privat und Zuhause „bösartig“, aber mache das bloß nicht in der Öffentlichkeit, denn – nach Frau Benhabib – in der Öffentlichkeit müssen wir mit Al Qaida als Verhandlungspartner klar kommen. „Wir müssen die Klagen [der Al Qaida] verstehen, damit wir sie begreifen und über sie verhandeln können. Klagen über die Stationierung von Truppen … von amerikanischen Truppen in Saudi Arabien, Klagen über den israelisch-palästinensischen Konflikt. Darauf müssen wir antworten…“ Die Sprache des Gut und Böse hilft nicht, denn sie ermuntert nicht zu gutwilligen Verhandlungen.

Offensichtlich fand Charles Krauthammer, dass das alles Blödsinn ist. Er erklärte, dass die Sprache des Gut und Böse z.B. im Zweiten Weltkrieg sehr hilfreich war, denn wir waren die Guten und die Nazis die Bösen und dadurch konnte man die Spieler richtig zuordnen. Er sagte Benhabib auch, „dass das Modell, das Sie verfolgen, ein juristisches ist. Nach Ihrem Modell hätte F.D. Roosevelt am Tag nach Pearl Harbor vor dem Kongress erscheinen und sagen müssen, ‚wir werden ein Gerichtsverfahren gegen die Führer der japanischen Marine durchführen, die uns in Pearl Harbor angegriffen haben“. Das juristische Modell passt erst, wenn der Krieg vorbei ist und man den Feind besiegt hat…

Rouleau stimmte ein und nannte Krauthammers Argumente „zu sehr vereinfachend“. „Erlauben Sie mir zu sagen, dass die Franzosen und Europäer vielleicht ein wenig kultivierter sind, als das, was man heute hier hören kann“, fügte er hinzu und erschien [mir] wie eine perfekte Parodie seiner selbst. Er schlug aber in dieselbe Kerbe: „Wir sollten das internationale System nicht verlassen, das es uns 50 Jahre lang erlaubt hat, den Frieden in der Welt weitgehend zu erhalten… Ich denke, wir sollten dem System vertrauen, das wir haben. Es ist nicht perfekt, es ist weit davon entfernt perfekt zu sein, aber es ist ein System, das der furchtbaren Welt, in der wir leben, Recht und Ordnung aufgedrückt hat.“

Offensichtlich ist die (passende) Antwort darauf: „Bist du high?“ Aber Charles Krauthammer war diplomatischer. Er sagte: „Nun ja, amerikanische Simplizität hat Europa dreimal im letzten Jahrhundert befreit. Ohne gallische Kultiviertheit stolperten wir herum und befreiten euer Land zweimal von den Deutschen und bewahrten ganz Europa vor dem Kommunismus.“

Wie auch immer, ich möchte nicht der Pressesprecher für Bill Moyers werden, denn ich vermute, das hat der Teufel mit mir vor, wenn ich in die Hölle kommen sollte. Aber ich denke, Sie verstehen, was ich meine. Es gibt da sehr „kultivierte“ Menschen, die glauben, dass die UN-Charta und eine Haufen EU-Richtlinien das sind, was den Frieden seit 50 Jahren erhält. Und dann gibt es diese sehr „einfachen“ Menschen, die glauben, dass das „Arsenal der Demokratie“ – d.h. die 7. Flotte der US Navy, die 101. Fallschirmjäger-Brigade und die Marines – ein wenig mehr damit zu tun hatten. Es ist der Unterschied zwischen dem einen Glauben, dass das Gesetz die Kriminellen davon abhält schlechte Dinge zu tun und dem anderen Glauben, dass der Sheriff die Kriminellen davon abhält schlechte Dinge zu tun.

Es ist sehr wichtig, das im Hinterkopf zu behalten, wenn das Geschrei der Europäer wegen eines Krieges mit dem Irak sich verstärkt. Wenn wir gegen den Irak in den Krieg ziehen, wird es die Europäer schütteln, als hätten wir ein Käsemesser für den Fisch benutzt. Sie werden sagen, dass die europäische Methode und das internationale System alles ohne Gewalt lösen können. Und sie werden damit schlichtweg falsch liegen, wenn auch sehr kultiviert.

„Europäische Beamte sagen“, schreibt R.C. Longworth von der Chicago Tribune, „sie wollten Washington bei Laune halten. Aber sie sind nicht bereit, nur um die Amerikaner zufrieden zu stellen eine Union fallen zu lassen und einen Prozess, der ihren Kontinent aus einer vom Krieg platt gemachten Einöde in eine Landschaft des Friedens und des Wohlstands verwandelte – der in der europäischen Geschichte einzigartig war.“

Nun, das verlangt niemand von ihnen. Alles, was wir wollen ist, dass sie uns nicht über ihren „besseren Weg“ belehren, während sie die Nutznießer unseres simplifistischen Ansatzes sind. Ja, die Europäer haben eine Menge geschaffen, aber ohne uns als Aufpasser hätten sie nichts davon erreicht.

Das beste Beispiel dafür ist nicht Westeuropa, sondern Japan. Wenn die USA Japan nicht besiegt, es mehr als ein Jahrzehnt regiert, seine Verfassung umgeschrieben und für seine Verteidigung gesorgt hätten, würde Japan ohne Zweifel militaristischer sein als es heute ist. Natürlich sollte man den Japanern zu dem gratulieren, was sie erreicht haben. Aber nur ein Dummkopf würde sagen, das „japanische Wunder“ würde beweisen, der Irak könne sich von sich aus, aus sich selbst heraus eine friedliche, wohlhabende Demokratie werden. Japan ist wie Europa gerade deshalb ein Modell des Friedens, weil Amerika nicht nach dem europäischen Modell handelt.

Also entweder helft ihr uns oder ihr geht und streitet euch über das angemessene Gewicht für Croissants. Aber steht uns nicht im Weg.

Wenn die Qualitätsjournaille über die USA „informiert“

WDR2, heute Morgen zwischen 6 Uhr und 6.30 Uhr: Aus den USA kommt die Nachricht einer Nachwahl in New York, bei der ein Republikaner gewonnen hatte. Es wurde nicht gesagt, dass das eine Wahl zum Repräsentantenhaus war (und nicht zum Senat); es wurde auch nicht gesagt, warum diese Wahl sein musste (der bisherige Vertreter, ein Demokrat, hatte übers Internet Nacktfotos von sich selbst an weibliche Fans verschickt). Aber es wurde festgestellt, dass das ein sehr besonderes Ergebnis war: Seit rund 100 Jahren hatten in diesem Bezirk nur Demokraten die Wahlen gewonnen, Republikaner waren von Haus aus ohne Chance. Aber jetzt ist das auf einmal anders.

Was das bedeutet, kann kaum extrem genug beschrieben werden. Es ist mehr als ein Erdrutsch, mehr als eine Revolution. Das ist ungefähr so, als hätte Bayern zur Zeit von Franz-Joseph Strauß von einem Tag auf den anderen die CSU marginalisiert und der SPD eine Zweidrittel-Mehrheit beschert (von der Färbung her umgekehrt). Oder so, als hätte Wowereit in Berlin immer alle Schwulen auf seiner Seite gehabt und von denen würde auf einmal keiner mehr den Wowi wählen.

Dieser Katastrophe der Demokraten versucht also jetzt der Korrespondent des WDR (bzw. der ARD) zu erklären. Von der Moderatorin wurde er gut vorbereitet; die sprach vom tollen Obama und den klugen und weisen Reden, die der Superpräsi immer hält. Wieso – so die ungläubige Problemformulierung (wenn auch mit anderen Worten) – bekommt der jetzt eine solche Klatsche?

Der Korrespondent weiß es: Die Amerikaner trauen ihm nicht mehr zu, dass er die Wirtschaft wieder auf die Reihe bekommt.

Exkurs: Wir „wissen“ ja alle, dass das nicht Obamas Schuld, sondern nur sein Problem ist, denn er hat ja die Schulden von Bush geerbt – so erst am Wochenende von der Qualitätsjournaille wieder durch den Äther gejagt. Dass Obama in zweieinhalb Jahren Regierung mehr Schulden gemacht hat als seine drei Vorgänger zusammen – geschenkt. Das ist immer noch und ausschließlich Bush schuld. Andere Szenarien gelten nicht, erst recht nicht, wenn man den Jüngern des Obamessias vorhält, dass die Republikaner diese Schulden ihres Idols nicht mitmachen wollten und dass der ein finanzpolitischer Irrläufer ist.

Sie trauen es ihrem Präsidenten nicht mehr zu. Und warum? Ganz einfach, es gibt von links immer nur einen Grund, dass „Rechte“ gewählt werden: Rassismus. Die Karte spielt Obama mit seiner Truppe immer wieder und unsere Qualitätsjournaille hat gelernt sie auch zu nutzen. Der Herr Korrespondent weiß: Dass der Republikaner in New York diesen Sieg davon trug, liegt daran, dass die Amerikaner halt Rassisten sind. Niemand sagt es offen, aber einen schwarzen Präsidenten wollen sie eben nicht. Sie wollen einen weißen Präsidenten. Deshalb steht Obama so schlecht da.

Das ist die leider außerordentlich typische Welterklärung von links. Schuld sind immer die anderen, selbst hat man keine tatsächlichen Fehler gemacht; vielleicht in der Selbstdarstellung, vielleicht in der Vermittlung der eigenen Heilmittel. Aber dass die eigene Politik an sich fehlerhaft sein könnte, liegt für diese Koryphäen außerhalb des Möglichen. Dass die Wähler in New York einfach von der unmöglichen Politik des ersten „schwarzen“ Präsidenten die Schnauze voll haben könnten, kann nicht sein, seine Schlappen müssen bösartige Gründe haben, die bei der anderen Partei oder eben beim unmöglichen Wahlvolk liegen.

Was der Herr Korrespondent dabei offensichtlich nicht mitbekam: Wenn er „den Amerikanern“ solch üblen Rassismus unterstellt, dann sagt er damit aber, dass die Wähler der Demokraten die Rassisten sind, denn schließlich waren sie es, die dem Kandidaten der Demokratischen Partei die Niederlage bereiteten, indem sie sich dem der Republikaner zuwandten. Ausgerechnet die Minderheiten, die Arbeiterklasse und die Unterschichtleute, die in Queens und Brooklyn wohnen, immer stramme Demokraten, sind jetzt plötzlich zu Rassisten geworden, weil sie den Schwarzen nicht im Amt haben wollen? Als hätte es – neben den Sex-Skandalen der Demokraten – nicht genügend andere Themen gegeben, bei denen die Demokraten versagen und die Leute die Versager abstrafen. Nein, es kann nur einen Grund geben.

Die von unseren Medien vermittelte Monokausalität der Vorgänge in den USA ist schon heftig. Aber das geschieht halt, wenn diese Herrschaften Qualitätsjournalisten sich nur da informieren, wo sie zu hören bekommen, was sie hören wollen. Wer sich nur mit der New York Times, der Washington Post und ähnlichen Zeitungen abgibt, die politischen „Analysen“ von CNN übernimmt und sich ansonsten von Parteigängern der US-Demokraten sein Wissen vermitteln lässt, weil z.B. Fox News ja ein böses, rechtsradikales Dingen ist, das eigentlich verboten gehört, der hat ein Problem – er befindet sich mindestens so weit weg vom Volk wie die entsprechenden Medien und Politiker.

Wir kennen das aus Israel. Von dort „berichten“ unsere Elite-Journalisten ebenfalls weitgehend auf Grundlage dessen, was sie aus Medien und von Gruppen bzw. Personen erfahren, die zwar als Elite gelten, aber einfach nur am – linksextremen – Rand herumdümpeln, ohne irgendeine Repräsentativität beanspruchen zu können. Meist gelten sie in der Darstellung unserer Medien trotzdem als repräsentativ für Israel (besser: „das wahre Israel“) und wenn das dann doch zu unglaubwürdig wird, als „Gewissen“ Israels. Mit der Wirklichkeit hat das weniger zu tun als Batman mit tatsächlicher Verbrechensbekämpfung.

Was ist mit der „grünen“ Politik des Supermanns? Er versenkte nur 19 Milliarden Dollar in die Industrie mit den grünen Arbeitsplätzen; diese schaffte sage und schreibe 3.545 neue Jobs – das ist eine Subvention von mehr als $5 Millionen pro Arbeitsplatz und dann kommen Dinger bei raus wie die Pleite von Vorzeigefirmen. Ist es Rassismus, das für eine verfehlte Politik zu halten? Wie viele Vorzeigeprojekte des Superpräsi inzwischen in die Hose gegangen sind, weil die mit Unmengen Steuergelder versorgten Firmen insolvent sind oder ihr Produktion und Dienstleistungen ins Ausland auslagerten, kann ich inzwischen nicht mehr zählen. Ebenso zahlreich sind die Gelegenheiten, bei denen Obama Patrioten vor den Kopf stieß (die soll es ja auch bei denen geben, die ihn 2008 wählten). Wie stark sich viele vom erstarken der Gewerkschaftsmafia abgestoßen fühlen und unter dieser leiden, ist auch noch nicht eruiert. Was der Mann im Weißen Haus sich sicherheitspolitisch an Unsinn leistet, spricht Bände.

Es gibt derart viele Gründe, Obama als Präsidenten nicht haben zu wollen, dass seine Hautfarbe nun wirklich absolut keine Rolle spielt. Die Republikaner haben ihn immer mit seinen politischen Fehlleistungen angeschossen; sie haben eine Dummheit nach der anderen genutzt, die dieselben Medien, die bei Bush böswillig mit dessen Versprechern umgingen, verschweigen, angefangen von seiner Behauptung, er habe in 57 (Bundes-)Staaten Wahlkampf gemacht über Fehlleistungen in Sachen Fakten der Geschichte bis hin zu anmaßenden Vergleichen mit Vorgängern (z.B. Ronald Reagan). Was Obama an Falschem und Strunzdummem von sich gegeben hat, waren keine Versprecher, sondern schlichte Blödheit des Präsidenten und seiner Mitarbeiter.

All das weiß der deutsche Michel nicht, weil die Qualitätsmedien – insbesondere auch Zwangsgebührensender – es ihm vorenthalten. Weil in Deutschland Kritik an Obama gleich immer das ist, was die Obamanisten in den USA draus machen wollen: Rassismus. Dabei zeigt sich schon in der Körperhaltung dieses Mannes viel von dem, was ihm anzukreiden ist: grenzenlose Arroganz und Hochmut, fehlende Empathie und fehlendes Verständnis für den Normalbürger. Zwei Bilder aus den Feierlichkeiten zum Gedenken an die 9/11-Anschläge zeigen die Welten auf, die schon rein menschlich zwischen Obama und seinem verteufelten direkten Vorgänger liegen:

Das erste zeigt die beiden während eines Gebets bei einer Gedenkveranstaltung:

Bush neigt den Kopf, Obama nimmt seine typische Pose ein: Die Nase oben, keinerlei Demut oder Respekt in der gesamten Haltung. Dieser Typ beugt sich nur vor Tyrannen wie dem König von Saudi-Arabien – und dann als Bückling so tief, dass er denen die Schuhe lecken kann.

Das zweite bei der Begegnung mit Familienangehörigen von 9/11-Opfern:

Kann sich jemand vorstellen, dass Obama einen Menschen einfach so in den Arm nimmt?

Unsere Medien würden es schaffen Bush seine Volksnähe noch anzukreiden und Obamas aufgesetzter Schein-Anteilnahme Echtheit zu attestieren. Also überall das Gegenteil aus dem zu machen, was es ist, so wie sie seine Reden als „klug“ bezeichnen. Das sind sie nicht; er kann die Leute mitreißen, aber inhaltlich sind sie Schrott. Um ein ganz übles Beispiel anzuführen: Goebbels hatte die Leute im Berliner Sportpalast im Februar 1943 auch mitgerissen. Inhaltlich war diese Rede grausig und nicht akzeptabel.

Die US-Wahl und die Qualitätsjournaille

(Vorbemerkung: Liebe Leser der NRhZ, eure Desinformanten lenken zwar voller Ekel auf diesen und einen weiteren Eintrag in meinem Blog, aber die feigen Säcke haben sich geweigert, auch noch einen dritten zuverlinken: https://heplev.wordpress.com/2010/11/03/die-us-wahl-und-die-qualitatsjournaille-bisschen-butter-bei-die-fische/. Warum wohl? Weil ihnen die Belege nicht passen, die zeigen, dass ich recht habe.)

Ach, was tun sie ihm alle Unrecht, dem Superpräsi! Jedenfalls, wenn man nach dem ZDF geht (die anderen habe ich mir heute Abend gar nicht erst angetan). Der Mann wollte so viel und wurde nicht gelassen. Die Wirtschaftskrise (Bush ist schuld, wer sonst…) hat ihn zu Schulden gezwungen. Die „merkwürdige Bewegung“, die Obama zum Nazi erklären (klar, durch linke Provokateure, die Obama-Hitlerbärtchen-Plakate schwingen), durch Leute in der Welt, denen alles nicht genug ist, was Obama macht, um ihnen in den Hintern zu kriechen (s. Rede von Kairo etc.).

Die „Erklärungen“ der Verhältnisse in den USA von heute ist ein weiterer Großbaustein in der Desinformationskampagne. Obama kann nichts für die Verhältnisse, er wurde zu dem gezwungen, was man ihm jetzt zu Unrecht anhängt und es kann alles nur schlechter werden, weil die Bösen ja jetzt die Mehrheiten stellen werden.

Und natürlich ist es auch so, dass nur die Rechten mit Schmutz werfen, nicht die Linken – die Wirklichkeit auf den Kopf gestellt, Fakten als Dreck definiert (aber nicht einmal genannt). In Nevada ist Harry Reid das Opfer – nicht der Täter, der Lügner, der Betrüger, der Kriminelle, der er in Wirklichkeit ist. Die Republikaner meiden die Öffentlichkeit? Ja klar, ihr Absurdisten! Wer hat denn seine Gewerkschaftsschläger losgeschickt, umd „Rechte“ zu verprügeln? Wessen Büros wurden mit Steinen beworfen, mit Brandsätzen und sogar mit Schusswaffen angegriffen? Und die tagesthemen schlagen in dieselbe Kerbe (ich habe nach ein paar Minuten wieder weggeschaltet). Nachplappern von linken Lügen ist das Kennzeichen qualitativer Berichterstattung deutscher Staatsfunker.

Danke, liebes ZDF, dass wir mit euch besser sehen, was ihr uns vorgaukelt. Wer nicht selbstständig denkt, ist bei euch genau richtig!

Und wenn wir eure Berichterstattung über die mögliche Kannabis-Freigabe in Kalifornien (über die bei der Wahl abgestimmt wird), zeigt uns, dass ihr das auch ganz toll finden würdet, weil Argumente dagegen mit einem gewissen Unterton gebracht werden. Jetzt weiß habe ich eine Erklärung für das, was man bei euch so geboten bekommt, auch wenn sie nicht stimmt. Ihr wirkt aber so. (Und dafür zahlen wir die Mafia-Gebühren!)

Lesetipp: Zettel hat sich einen Schreiberling als Beispiel für die Verdrehung und den versprühten Hass gegen die Nicht-Obama-Bejubler vorgenommen.

Der Job des Präsidenten

Zwei wollten ihn haben. Einer wird ihn übernehmen. Und der aus dem Amt scheidende Präsident wird wohl weiterhin als dumm, dümmer, minderbemittelter Verschwörer und Kriegstreiber gehandelt werden. Ein wenig Perspektive bezüglich der Terror-Problematik kommt von Yaakov Kirschen.


So verhalten sich allerdings nicht nur die Amerikaner. Die Europäer würden das mit noch viel mehr Vehemenz vertreten!