Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (11.-17. Februar 2018)

Dieser Eintrag wird auf der Seite oben gehalten; die sonstigen Einträge folgen darunter.
Eine Liste der täglichen terroristischen ‚Vorkommnisse‘ wird in den Friedfertigkeiten 2017 geführt.

Sonntag, 11.02.2018:

Eine arabische Knesset-Abgeordnete behauptet die Eskalation im Norden am Samstag sei von Netanyahu gezielt vorbereitet und initiierte worden; er wolle damit sein politisches Überleben sichern. Auch einige linke Abgeordnete äußerten sich so. Ausgerechnet die Vorsitzende der linksextremen Meretz-Partei verurteilte diese Äußerungen. „Die Verschwörungstheorien, die gerade verbreitet werden, nach denen Netanyahu die Aufmerksamkeit von den Ermittlungen gegen ihn ablenken wolle, haben keine Grundlage und sind unnötig, … beleidigend und empörend.“

Eine syrische Beobachtergruppe mit Sitz in London gibt an, bei den israelischen Angriffen am Samstag seien 6 „syrische und nichtsyrische Kämpfer“ ums Leben gekommen.

Die syrische Armee bestreitet Berichte, dass Israel auch Damaskus bombardiert habe.

Der UNO-Generalsekretär rief „die Beteiligten“ (an den militärischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und Syrien) auf „an einer sofortigen und bedingungslosen Deeskalation der Gewalt und Zurückhaltung zu arbeiten“.

Die USA „unterstützen Israels Recht auf Selbstverteidigung“ und teilen die Sorge, dass der Iran die Region stabilisiert.

Die Hamas bejubelt den Abschuss der israelischen F-16, als hätten sie das geschafft. Das sein ein „schwerer Schlag“ für Israel. An manchen Orten in Judäa und Samaria wurden Süßigkeiten verteilt, um den Verlust des Flugzeugs zu feiern.

Montag, 12.02.2018:

Die arabische Knesset-Abgeordnete Hanin Zoabi wurde aus dem Bildungsausschuss entfernt, nachdem sie israelische Soldaten (pauschal) als „Mörder“ bezeichnet hatte.

Die PA zerstörte 40 „illegale Fahrzeuge“ – Autos, die PA-Araber in Israel gestohlen haben. Statt sie an die israelischen Eigentümer zurückzugeben ( was zudem billiger wäre als ihre Zerstörung).

Die Hisbollah droht: Sollte Israel Ziele im Gazastreifen angreifen, dann will sie eine „zweite Front“ in Syrien und dem Libanon eröffnen.

Die Polizei konnte vor etwa einer Woche einen PA-Polizisten festnehmen, der an mehreren Anschlägen auf Israelis mit Felsbrocken und Brandsätzen beteiligt war.

Die israelischen Geheimdienste deckten ein Netzwerk von Hamas-Hetzern auf, zu dem ein israelischer und ein türkischer Staatsbürger gehörten. Sie versorgten die Hamas mit Geld aus der Türkei.

Die Fatah feierte einen Selbstmordbomber als „heldenhaften Märtyrer“ und „Giganten“, der 14 Juden ermordete.

Dienstag, 13.02.2018:

Die PA hat die gestern in Jenin einer Soldatin gestohlene Waffe an die IDF zurückgegeben.

Laut Sputnik News hat die PA verkündet, sie sei zu „direkten Verhandlungen mit Israel über Russland bereit“.

Die Zivilverwaltung schloss eine illegale Müllkippe in Samaria, die zum Verbrennen von Müll verwendet wurde.

Auf arabische Fahrzeuge in einem PA-Dorf in Samaria wurden Sprüche gesprüht, darunter „Tod den Arabern“.

Die Polizei verhaftete einen PA-Araber aus Umm Ar-Rihan, der antike Artefakte im Wert von NIS200.000 in seinem Haus versteckte.

Hisbollah-„Kämpfer“ in Syrien trainieren, wie sie nach Israel einsickern können.

Donnerstag, 14.02.2018:

Am Mittwoch besuchte der hochrangig Fatahnik Jibril Rajoub mit seinem offiziellen Gast aus Oman (der Außenminister) Hebron. Der Besuch lief eigentlich völlig ruhig und geordnet ab, bis Rajoub an einer Sperre anfing eine Grenzpolizistin zu beschimpfen, als einer seiner palästinensischen Begleiter aufgehalten wurde. Er brüllt sie an, sie solle den Mund halten und zur Hölle fahren, sie sei unverschämt und bezeichnete sie als wahnsinnig. Die Vorgesetzte der Grenzpolizistin berichtete, dass Rajoub versuchte die junge Frau zu provozieren, um eine Szene zu haben, die er gegen Israel verwenden kann – dass diese sich aber nicht provozieren ließ. (Der Rundgang durch die Stadt ging danach problemlos weiter.)

Freitag, 16.02.2018:

7 NGOs in Israel, die vorgeben Gelder für Bildungs-, soziale und kulturelle Zwecke zu sammeln, wurden aufgelöst, nachdem sich herausstellte, dass sie in Wirklichkeit zur verbotenen Islamischen Bewegung nördlicher Zweig gehören.

Wegen der Zunahme der Messerangriffe am Damaskustor sollen dort zwei Wachtürme errichtet werden. Die Araber wüten: das sei ein Angriff auf das islamische Erbe und den muslimischen Charakter der Stadt. Sie sollen deshalb Proteste zur Beseitigung der Türme.

Samstag, 17.02.2018:

Bauminister Galant kündigte auf einer Konferenz an, wenn Israel noch einmal in Syrien angreifen müsse, dann werde es „die Handschuhe ausziehen“ und mit voller Kraft antworten.

Palästinensergruppen im Gazastreifen priesen den Terroranschlag auf die Soldaten am Gazastreifen als „Heldentat“ und warnten Israel vor Gegenschlägen. Keine der Gruppen beanspruchten den Anschlag für sich.

Die Hamas macht Israel für die (heutige) Eskalation am Gazastreifen verantwortlich. [Wie üblich: Sie fangen mit dem Terror an, aber Israel ist verantwortlich dafür, dass sie das machen.]

 

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Diese jungen arabischen Muslime und wir

Hume Horan, Middle East Quarterly, Herbst 2002

Vorbemerkung heplev:
Ich fand diesen Artikel sehr interessant, auch wenn ich persönlich ihm nicht in allen Teilen zustimme. Besonders die Forderung nach Anerkennung, dass Juden, Christen und Muslime alle zum selben Gott beten, ist nicht akzeptabel. Ich begreife nicht, wieso das sein muss. Allerdings finde ich, dass unterschiedliche Religionen kein Hinderungsgrund sein dürften, in gegenseitiger Akzeptanz zu leben, ohne sich zu bekämpfen.
Ich fürchte auch, dass Horan mit der Annahme nicht richtig liegt, dass die Amerikaner alles so durchsetzen können, wie er das in seinem Lösungsansatz glaubt. Trotzdem sind seine Vorstellungen bedenkenswert.

Die Monate, die seit dem 11. September 2001 vergingen, haben viel Nachdenken unter den Arabisten, wie bei allen Amerikanern gebracht. Besonders wir professionellen Arabisten haben uns die Frage immer wieder gestellt: Warum sind junge, männliche, arabische Muslime in den Akten des Terrors des letzten Vierteljahrhunderts so herausragend in Erscheinung getreten?

Um ein paar Vorfälle zu erwähnen: da gab es 1970 die Ermordung des Militärattachés Bob Perry in Amman und des Botschafters Cleo Noel und seines Stellvertreters Curt Moor 1972 im Sudan; die Bombe auf die Kaserne der US-Marines in Beirut 1983; die zwei Bomben auf die US-Botschaft in Beirut 1983 und 1985; die Ermordung Leon Klinghoffers an Bord der „Achille Lauro“ 1985; Die Ermordung von Oberstleutnant William Higgins 1988 im Südlibanon; der Anschlag auf das World Trade Center von 1993; die Zerstörung der US-Botschaften in Nairobi und Daressalam 1998; der Anschlag auf die „USS Cole“ 2000; und dann die Schrecklichkeit am 11. September. So lang diese Liste schon scheinen mag, sie ist bei Weitem nicht vollständig.

Es gibt verschiedene Gründe für die Wut, die einige junge Muslime uns gegenüber fühlen – Muslime, die in den sterilen Brutplätzen der Flüchtlingslager oder den Religionsschulen von Saudi Arabien aufgezogen werden. Am häufigsten wird unsere Unterstützung Israels genannt. Aber diese Sache verdient eine genauere Betrachtung.

Es gibt keine Anerkennung

Es ist traurig, aber wahr, dass Amerika nie viel Anerkennung für das bekommen hat, was es tatsächlich für die Palästinenser tut. Seit einem halben Jahrhundert haben wir den größten Anteil der Finanzen für die UNRWA (United Nations Relief and Works Agency) für die Palästinenser gezahlt. Fast genauso lange haben wir die internationalen Bemühungen angeführt, den Friedensprozess im Nahen Osten voran zu bringen. Präsident Clinton höchstpersönlich saß den intensiven Verhandlungen vor, die den Oslo-Vereinbarungen von 1993 und der Schaffung der palästinensischen Autonomiebehörde folgten. Er widmete darüber hinaus zwei Wochen seiner zu Ende gehenden Präsidentschaft der Umreißung und dem Versuch, die Parteien zu einer Annahme der Grundlinien der Vorstellung einer Vereinbarung anzubetteln – nur, zu erleben, wie Yassir Arafat das ablehnte, ohne es auch nur als Grundlage für weitere Diskussionen zu akzeptieren. Und wir hören wenig von den US-Bemühungen den Muslimen in Kuwait, Somalia, Bosnien und dem Kosovo zu helfen.

Stattdessen bekam ich, als ich an den saudischen Außenminister Prinz Saud appellierte, der UNRWA mehr Mittel zu geben, die Antwort: „Ich Amerikaner habt das Flüchtlingsproblem geschaffen, jetzt löst es auch.“ Als Antwort fragte ich ihn, ob er sich vorstellen könne, dass, wenn eine Katastrophe eine halbe Million Kanadier nach North Dakota, Idaho und Minnesota getrieben hätte, dass drei Generationen später diese Menschen immer noch in Flüchtlingslagern gehalten würden? Wie ganz anders die halbe Million Juden, die 1948 aus den arabischen Ländern vertrieben wurden, in Israel empfangen wurden, verglichen mit dem Empfang der halben Million Araber, die im selben Jahr aus Palästina getrieben wurden, durch ihre arabischen Nachbarn.

Die Wahrheit ist, dass für arabische Regierungen die Palästinenserfrage – unter anderem – eine nützliche Taktik ist. Indem sie „die blutige Fahne schwenken“, können die arabischen Regierungen ihre Untertanen von schlechter Regierung, Unterdrückung und Elend Zuhause ablenken. Besonders die Klagen der Palästinenser gegenüber Israel finden Ihresgleichen in dem halben Jahrhundert Ablehnung und Unterdrückung, die sie durch ihren vermeintlichen „Brüdern“, den arabischen Regimen erlitten haben.

Tatsache ist, dass so, wie die Dinge jetzt stehen, wir auch bei einer raschen Lösung des palästinensisch-israelischen Konflikts durch Diktat von außen, immer noch das Angriffsziel entfremdeter junger, arabischer Muslime sein würden. Warum? Weil der Konflikt der Araber mit Israel nur ein Symptom eines tiefer gehenden Problems ist, eines, das nicht durch Shuttle-Diplomatie, Sonderbeauftragte oder Konferenzen in Wye gelöst werden kann.

Dieses tiefer gehende Problem existiert auf zwei Ebenen. Oberflächlich hat es mit dem Fehlschlagen arabischer politischer und intellektueller Institutionen zu tun, sich mit den Bedürfnissen der jungen Bevölkerung auseinander zu setzen. Wie kann Staatsbürger eines Landes wie Syrien, dem Libanon oder Ägypten, Algerien oder Sudan zu sein jungen Arabern das Gefühl patriotischer Identität geben, wie sie Amerikaner durch ihre US-Staatsbürgerschaft bekommen? Arabische Staaten haben wenig emotionalen Zugang zur Loyalität ihrer Bevölkerungen; die meisten arabischen Regime sind Korrupt und moralisch unglaubwürdig. Das trifft insbesondere auf Saudi Arabien zu, das sich außenpolitisch auf die USA stützt, während es innenpolitisch Opposition dadurch beschwichtigte wie unterdrückte, dass es die „Rechtsgewalt“ in sozialen Angelegenheiten an reaktionäre, fremdenfeindliche muslimische Geistliche (Ulema) abgab. Welche persönliche Bindung können Saudis – von denen 60 Prozent jünger als 18 Jahre als sind – für ihre Herrscher empfinden? Der König und viele der führenden Prinzen sind über 70 Jahre alt und müssen als von den Saudis weiter entfernt erscheinen, als – sagen wir, George Washington es von uns ist.

Arabische Intellektuelle haben die jungen Araber ebenfalls im Stich gelassen. Wo sind die arabischen Reinhold Neibuhrs, Christopher Dawsons, Karl Barths, Martin Bubers? Wo sind die politisch engagierten Intellektuellen, die jungen Arabern helfen können Klarheit in einer Besorgnis erregenden modernen Welt zu finden? Sie existieren kaum in der arabischen Welt. Die wenigen, die das versuchen, werden bedroht, ins Gefängnis gesteckt, ins Exil gezwungen – oder noch Schlimmeres. Im Januar 1985 kontaktierte ich den sudanesischen Präsidenten, um um das Leben eines frei denkenden islamischen Reformers zu bitten: Mahmud Mohammed Taha. Während seines Verfahrens wegen Gotteslästerung unter der Sharia (dem muslimisch-religiösen Gesetz) hatte Taha es abgelehnt, seine liberalen Ansichten zu widerrufen und wurde zum Tode verurteilt. Mir wurde gesagt, dass der Präsident nicht mit mir sprechen würde und dass kein Appell beim herrschenden Religionstribunal möglich sei. Taha wurde öffentlich gehenkt.

Dementsprechende wird vielen jungen und sensiblen Arabern – insbesondere Mitgliedern der gebildeten Elite – moralische und intellektuelle Führung durch ihre eigenen religiösen Institutionen verweigert. Ohne bedeutsame Leitung nutzen sie Gewalt, um die Lücke zu füllen, um eine Art Antwort- wenn auch eine negative – auf die Frage zu erhalten: „Wer bin ich?“ Waschlappen, die sie sind, werden dann viele von ihnen zu den Felsen der Weltsicht eines Osama bin Laden gezogen.

Die Herausforderungen der Moderne

Aber noch grundsätzlicher werden alle arabischen Muslime – nicht nur die jungen, gebildeten Männer – von der modernen Welt kosmologisch herausgefordert. Von Anfang an betrachteten Muslime die islamische Gesellschaft als eine „Stadt Gottes“ auf Erden. Die islamische Gesellschaft wurde auf den perfekten Lehren von Gottes offenbartem Wort gebaut, diktiert und unveränderbar: dem Koran. In einem Geist, der an das dritte und vierte Buch Mose erinnert, wurden die Anweisungen selbst für die kleinsten Kleinigkeiten des täglichen Lebens darin göttlich gewürdigt. Praktischerweise stellte die sofortige, schnelle Ausdehnung des Islam, seine politischen und kulturellen Triumphe unbestreitbare Belege für die Muslime, dass Gott die Menschheit mit seinen perfekten und ultimativen Anweisungen ausgestattet hatte, für jetzt und immer. Und Araber betrachteten Gottes Offenbarung des Koran an die Araber und in arabischer Sprache als ein Merkmal besonderer göttlicher Bevorzugung.

Aus der Sicht eines Muslims waren die Herausforderungen vor Mohammed von einer Größe, die tatsächlich nur durch göttliche Führung und Inspiration überwunden werden konnten. Mohammed war der Prophet, der Träger von Gottes letzter Offenbarung. Aber angesichts der politischen Anarchie Arabiens, seiner sozialen und intellektuellen Unordnung und der Nähe der sassanidischen (persischen) und byzantinischen Reiche musste er auch den islamischen Staat gründen. Er musste die politischen und rechtlichen Institutionen schaffen, die seinen Lehren schützen und bleibenden Ausdruck verleihen konnten.

Als religiöse Person war Mohammed mehr ein Moses als ein Christus. Trotzdem wurden im sunnitischen Islam die säkularen wie die religiösen Seiten der Mission Mohammeds gleichermaßen unverletzlich und unveränderbar – und sind es theoretisch bis heute geblieben. Muslime waren in Weltfragen überlegen, weil sie Recht hatten; und sie hatten Recht, weil sie überlegen waren. Erst im 18. Jahrhundert begann diese beruhigenden, selbstgefällige Allianz zwischen Offenbarung und Macht auseinander zu brechen. Dieser Bruch hat sich seitdem fortgesetzt – und sich beschleunigt.

Im Gegensatz dazu war im Christentum die Beziehung von Politik zu Offenbarung ganz anders. Die christliche Offenbarung entstand im römischen Reich und unter Roms etablierten Rechts- und Politik-Institutionen. Das frühe Christentum neigte dazu, diese als gegeben zu betrachten. Es erwartete eine baldige Rückkehr des Messias und konzentrierte sich auf die spirituellen, jenseitigen Aspekte der christlichen Offenbarung. Die Entwicklung des Christentums war dementsprechend nicht sonderlich durch göttliche Vorschriften für die praktische Organisation des menschlichen Lebens auf der Erde beschränkt.

Wie sollte ein junger, arabischer Muslim also heute die große Frage beantworten: „Wie nun sollte ich leben?“. Wie ihre Folgen: „Wie sollen wir die Versicherungen göttlicher Gunst und weltlicher Macht des Koran mit dem täglichen Beweis überein bringen, dass wir Muslime zurück fallen? Dass wir nicht nur hinter die USA und Europa zurück bleiben, sondern sogar hinter ihrem gering geschätzten ‚Stiefkind’, Israel? Wo sind heute die glücklichen, erfolgreichen und vor allem mächtigen Staaten des Islam? Wie kann Gott erlauben, dass sein Volk derart verwirrt wird? Sind unsere Leiden eine Bestrafung für unsere falsche Umsetzung seiner Lehren?“ Eine zunehmende gemeinsame Antwort zu all diesen Zweifeln ist diese: „Ich sollte mich entschließen, immer stärker eifrig und rigoros dem Islam zu folgen.“

Leider wird dieses Rezept nie eine Erleichterung des Gefühls der politischen oder moralischen Verlassenheit vieler junger Araber bringen. Sie sind sozusagen gefangen am Boden eines Brunnens und versuchen zu entkommen, indem sie tiefer graben – nach China. Die Lösung verschlimmert das Problem nur. Ihre Wut und ihr Frust gegen den Westen wachsen, besonders gegen den Standartenträger, die USA. Unser weltlicher Erfolg, unsere bloße Existenz, bedroht die Überzeugungen und Tradition zu widerlegen, die dem Leben der arabischen Jugendlichen Bedeutung geben.

Was muss getan werden? Die langfristigere Lösung der Drangsals der arabisch-muslimischen Zivilisation muss in den inneren Ressourcen und stärkenden Kräften des Islam selbst gefunden werden. Aber hier begegnen wir einem anderen Problem: die passive, rigide, unkreative Art, in die die islamische Kultur seit dem islamischen Mittelalter verwandelt wurde. Modernen arabischen Gesellschaften fehlt eine Tradition der Selbstkritik, der rationalen Analyse. Ohne die Fähigkeit, erfolgreich das Handeln der Welt um sie herum zu analysieren oder nur ihre eigene Gesellschaft, hat das öffentliche arabische Ego viele Rückschläge erfahren. Sie ist defensive und unsicher geworden. Die öffentliche Auseinandersetzung wird von einem Zeitgeist dominiert, der jede schlechte Nachricht dem Wirken verschiedener externer, feindseliger Mächte zuschreibt: dem Britischen Geheimdienst, der zionistischen Verschwörung, der CIA – aber nie den eigenen Unzulänglichkeiten. Solch ein Alibi entledigt die arabischen Egos jeglicher Verantwortung oder Schuld für jeden einzelnen Rückschlag.

Denken Sie an ein recht neues Beispiel: die Weigerung der ägyptischen Regierung auch nur die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass am 31. Oktober 1999 der Pilot von Egypt Air Flug 990 sein Flugzeug absichtlich ins Meer flog, wobei er sich, die übrige Besatzung und 271 Passagiere an Bord tötete. Für die Ermittler des National Transportation Safety Board war die Ursache offensichtlich: der Pilot hatte absichtlich das Flugzeug ins Verderben gestürzt. Aber bis heute verfolgt die ägyptische Regierung unkritisch immer erfinderischere und weiter her geholte Strategien der Verleugnung. Vervielfältigt durch eine beliebige Anzahl ähnlicher Vorfälle jedoch führt dazu, dass die Araber sich als ohnmächtig empfinden, als Spielzeug unsichtbarer, aber immer feindseliger Kräfte.

Es ist für uns im Westen schwer, selbst, wenn wir „als Freund sprechen“, den unbegreiflichen, verletzten Stolz einer großen Zivilisation zu heilen. Man wird uns nicht zuhören. Es gibt im Islam keine ökumenische Tradition. Es gibt in ganz Amerika Moscheen – sogar in Rom steht eine -, aber Christen dürfen nicht einmal eine Bibel nach Saudi Arabien mitbringen. Es ist unvorstellbar, dass irgendwo in der islamischen Welt der Kopf einer religiösen Schule Professuren für Buddhismus, Frauenfragen und die Rolle der Religion in internationalen Konflikten einrichten würde, wie Vater Bryan Hehir es in Harvard tat. In islamischen Kulturen erfährt die ausgestreckte Hand des Fremden keine Antwort; vielmehr wird diese Geste wahrscheinlich zurückgewiesen oder falsch gedeutet.

Gleichermaßen könnte ein Muslim versuchen einen Christen oder Juden zu bekehren. Aber dass er sich in einen echten Dialog mit ihnen einlassen würde, würde andeuten, dass ihr Glaube ein Fünkchen Wahrheit enthielte, die nicht im Koran gefunden werden kann und von Muslimen für eine perfektere Anbetung und ein besseres Verständnis Gottes nützlich sein könnten. Und eine solche Möglichkeit ist für einen treuen islamischen Gläubigen buchstäblich unvorstellbar.

Ich werde König Faisals höfliches, aber kühles Abtun meiner naiven Andeutung – 1973 als junger Geschäftsträger in Jiddah -, dass viel Gewinn für den Westen wie die arabische Welt daraus entstehen könne, wenn Saudi Arabien einige junge islamische Gelehrte an religiöse Schulen in den USA schicken würde. Ein königlicher Ratgeber hielt mir hinterher vor, die Frage aufgebracht zu haben: „Sie verlangten von seiner Majestät, die Wahrheit mit Falschheit zu vermengen!“

Gefechtsbedingungen

Was könnten die Muslime selbst tun, um sich der modernen Welt wieder anzuschließen, zu Bedingungen, die im Einklang mit unserer Zeit und der islamischen Offenbarung stehen? Einige Ideen hierzu folgen.

Zuallererst müssen die Muslime versuchen aus der Abgeschlossenheit zu entkommen, in die die Geschichte sie gebracht hat. Was immer vor so langer Zeit als kanonisch für das islamische säkulare und spirituelle Leben des Islam offenbart wurde, wurde sein Gefängnis. Der Islam, wie andere Religionen, hat, geblendet und überwältigt von der transzendenten Macht der Gottheit, ausführlich gearbeitet, um die Macht zu zähmen und zu begrenzen, damit sie sicher beobachtet werden kann oder sogar zu nützlicher Arbeit durch die Sterblichen gebraucht wird. Um es anders auszudrücken: Nicht unähnlich der klerikalen Klasse anderen Glaubens hat die islamische Ulema au seiner Religion eine Art göttliches Vehikel, alles in Schach zu halten – ein Regelbuch, ein mechanischer Code, der den wahren Gläubigen Macht und Erlösung verspricht.

Die verschiedenen muslimischen Geistlichen und ihre Helfer in der arabischen Welt werden natürlich jede Herausforderung des lukrativen Monopols der Interpretation des Koran bekämpfen, das sie mehr als ein Jahrtausend lang genossen. Aber in der Zwischenzeit ändert sich die Welt um sie immer schneller; sie lässt sie und die Gesellschaften, die sie zu führen vorgeben, immer weiter zurück. Der jüngste katastrophale Fehlschlag des militanten politischen Islam mag die Todeszuckungen eines Kreuzzugs zu repräsentieren, der schrecklich irre ging. Werden nach dem 11. September und nach der Vernichtung der Taliban in Afghanistan junge Muslime immer noch Osama bin Laden nacheifern? Wer erinnert sich heute noch an die Mahdi, die von Kitchener 1898 in Omdurman geschlagen wurden, oder die gefürchteten Assassinen von Alamut, die von Hulagu Khan 1256 vernichtet wurden?

Man könnte hoffen, dass besonders die Vernichtung der Taliban den Weg für die Muslime frei macht, zu überlegen, wie es weiter gehen soll. Auf der Makroebene könnten junge Muslime beginnen die gotteslästerliche Natur des aggressiven, politischen Islam zu erkennen, der seine Nachfolger von der Verehrung Gottes und dem Streben nach sozialer Gerechtigkeit abhält, um einen ablenkenden Kreuzzug nach Macht in dieser Welt zu führen. Der politische Islam hat eine Götzen-Qualität, die irdische Macht das Hauptziel der muslimischen Bestrebungen macht. Man fühlt sich an die Verunglimpfung des römischen Historikers Livy jeglicher Religion erinnert, „durch die der Wille der Götter als Vorwand für Verbrechen angeboten wird“.

Auf der Mikroebene sieht man, dass junge Muslime die fehl gehenden Aspekte ihrer Tradition nicht zurückweisen, sondern sie schlichtweg ignorieren. Viele ernsthafte, gottesfürchtige muslimische Männer und Frauen schaffen sich ihre eigenen „rechtschaffen begründeten“ Übereinstimmungen mit der Moderne. Sie handeln, wie es viele Katholiken tun: folgen ihrem eigenen Gewissen zu Geburtenkontrolle und anderen sozialen Fragen – trotz des päpstlichen Anspruchs auf Unfehlbarkeit in Fragen des Glaubens und der Moral.

Da der Koran mehr oder weniger gebildeten Muslimen weitgehend verfügbar ist, könnte der sunnitische Islam für seine eigene protestantische Reformation reif sein. Gott hat im Islam immer eine persönliche, direkte Beziehung zu seinen Gläubigen: „Ich bin euch sogar näher als die Arterie eures Genicks“, sagt der Koran. Könnten Muslime – von der Basis aus nach oben – bereit sein, aus der Orthodoxie auszubrechen, die ihnen vor so langer Zeit aufgedrückt wurde? Der jetzige Augenblick könnte der richtige sein für das Erscheinen eines geläuterten, realistischen, flexibleren muslimischen Ansatzes für das 21. Jahrhundert. Wenn einzelne Muslime eigenständig an die Sache heran gehen können und, falls notwendig, die „Tore des Itihad“ neu öffnen können – d.h. neue Interpretationen durch zeitgenössische Gelehrte legitimieren -, dann könnte es Hoffnung für die Aussöhnung ihrer Gemeinschaft mit unserer Zeit geben. Im arabischen Herzland des Islam – Ägypten, Syrien und Jordanien – könnte eine solche Initiative von gebildeten, durchsetzungsfähigen, berufstätigen arabischen Frauen kreativ angeführt werden. An anderer Stelle könnte ein solcher Versuch in der muslimischen Diaspora stattfinden – in Indonesien oder Indien oder sogar in den USA. Und wie sieht es mit dem schiitischen Zweig des Islam aus? Es wäre ironisch, wenn die Schiiten, die ihren rechtskundigen – den großen Ayatollahs – so große interpretative Autorität gewähren, die islamische Welt zu einer bedeutenderen und besser angepassten Form des Islam führen sollten.

Es könnte Hoffnung geben. Aber, wie unser bemerkenswerter, verstorbener Botschafter in Saudi Arabien, William Porter, zu sagen pflegte: „Hoffnung ist ein guter Weggenosse, aber ein schlechter Führer.“ Als Mit-Monotheisten, als Bewunderer der Beiträge des Islam zur Zivilisation können wir hoffen, dass der Islam sich nicht in einer obskuren Sackgasse selbst in die Falle führt. Die Geschichte ist jedoch schonungslos darwinistisch gegenüber Gesellschaften, die von der natürlichen Selektion nicht gemocht werden. Die Geschichte tischt uns Gewinner und Verlierer auf. Wo befindet sich jetzt die klassische Zivilisation? In unseren kulturellen Genen oder im Museum. Byzanz? Es überlebt als ein verstümmelter, rechthaberischer Teil „dessen, was einmal groß war“. Das Tempo der modernen Welt nimmt zu. Es wird für Gesellschaften, die nicht auf die Herausforderungen der heutigen Zeit und die Bedürfnisse ihrer Mitglieder reagieren, immer schwieriger dranzubleiben, geschweige denn aufzuholen. Und stellen Sie sich die Gewalt, den Schmerz, die furchtbare Mühsal, wenn die islamische Zivilisation, Halbbruder des Westens, in die Häckselmaschine der Geschichte gezogen würde. Als Freunde des Islam können wir nicht an der Bettkante Wache halten – und hoffen und beten.

Wie Amerika helfen kann

Aber es gibt nicht viel mehr, das wir tun könnten. Ich würde zuerst vorschlagen, dass wir alle, wenn wir in Englisch sprechen oder schreiben, aufhören „Gott“ zu benutzen, wenn wir „Gott“ meinen. Ein Leser oder Hörer könnte schließen, dass der Gott der Muslime furchtbar ist, ein Moloch oder etwas, das aus der aztekischen Mythologie stammt. Wenn wir uns nicht einigen können, dass wir denselben Gott verehren und dass er allen Gebeten gleichermaßen zuhört – den Gebeten der Juden, der Christen und der Muslime -, dann werden wir uns nie über kleinere Fragen einigen, wie der des arabisch-israelischen Konflikts.

Zweitens sollten die USA mit ihrer niemals gleichen politischen, wirtschaftlichen und militärischen Macht gebieterisch den arabisch-israelischen Konflikt beenden. Er hat schon zu viele Leben verschwendet, zu viel unserer Aufmerksamkeit in Anspruch genommen und Ressourcen verschlungen, die hätten helfen können die Gegend voran zu bringen. Er ist eine zu große Ablenkung gewesen. Der Begriff „Vertrauen bildende Maßnahmen“ trägt eine fantastische, sogar zynische Irrealität, wenigstens so, wie er im Nahen Osten verwendet wird. Der sogenannte „Friedensprozess“ hat sich als wenige mehr als ein diplomatisches Perpetuum Mobile erwiesen. Er sorgt dafür, dass jeder Entschuldigungen finden, die Dinge aufzuhalten. Zwischen arabischem Antisemitismus und jüdischer Angst vor arabischem Revanchismus kann wahrscheinlich keine Vereinbarung erreicht werden bzw. eingehalten zu werden, wenn wir keine harte Hand einsetzen.

Uns und vielen anderen Freunden der Region sind die Umrisse einer Einigung ziemlich klar: Sie würden den Vorschlägen von Camp David ähnlich sehen. Es würde einen palästinensischen Staat geben, der sich verpflichtet mit Israel in Frieden zu leben; Israels Siedlungen in der Westbank – ein Stachel, der jede Friedensbemühung scheitern lässt – würden abgebaut. Es würde Sicherheitsgarantien für Israel wie für die Palästinenser geben. Als Begleitung jeglicher Übereinkunft sollte es Maßnahmen zur Beobachtung der Art des entstehenden palästinensischen Staates geben; ein von den Taliban dominierter Staat hat gereicht.

Wir sollten hart daran arbeiten, die Verbindung und Unterstützung unserer westlichen Alliierten in diesen Bemühungen zu bekommen. Aber wir sollten nicht in Details versinken. Wir sollten diejenigen ignorieren und links liegen lassen, die unsere Friedensbemühungen durch Versuche verhindern, die Einsprüche wieder aufleben lassen, die aus 50 Jahren fehl geschlagenen Friedensbemühungen stammen. Nach meiner Erfahrung ist es so, dass, wenn die USA aller Welt deutlich machen, dass sie zu allem entschlossen sind, um etwas zu erreichen, die Wirklichkeit dazu tendiert, sich entgegenkommend damit zu arrangieren. Wenn wir das tun, dann könnten die arabischen und israelischen Führer ihrer Bevölkerung gegenüber treten und Schulter zuckend sagen: „Was hätten wir denn gegen die Macht und den Willen der USA tun können?“

Drittens sollte unsere Außenpolitik härter und beständiger Amerikas Ideale widerspiegeln. Als Außenminister Power so überzeugend die Unterdrückung der Frauen durch die Taliban verurteilte, war ich da der einzige Zuhörer, der dachte, das würde genauso viel Sinn machen, wenn erst „saudi“ sagte, wo immer „afghanisch“ erwähnt wurde? Unsere Regierung sagt, sie wolle die Herzen und den Verstand der Muslime erreichen, die „Straße“. Aber wie soll das geschehen? Es gibt für uns eine Lektion in der politischen Landschaft des Nahen Ostens: Wo immer die Regierung uns freundlich gesonnen ist, da sind wir auf der arabischen Straße unbeliebt. Wo immer die Regime uns unfreundlich gesonnen sind, da sind wir in der Regel beliebt. Der Grund könnte sein, dass wir in dem einen Fall als Regierung betrachtet werden, als ein Komplize der unbeliebten lokalen Machthaber, während wir in dem anderen Fall als befreiende Zivilisation gelten.

Die amerikanische Ausnahmestellung ist nie deutlicher demonstriert worden, als nach den Ereignissen des 11. September und unserem Sieg in Afghanistan. Wir stehen in der Weltgeschichte einzigartig da, praktisch ungehemmt von traditionellen Überlegungen zur Machtbalance. Zur Zeit gibt es keinen wirklichen Gegner. Daher sind wir frei die Quelle unserer Stärke und unsere Zugkraft in vollerem Umfang zu gebrauchen. Trotzdem sollten wir, wie Reinhold Niebuhr sagte, „bescheidene Falken“ sein. Wir sollten diesen Jahrtausend-Augenblick nutzen und an einer internationalen Gemeinschaft arbeiten, die unsere Ideale besser wieder gibt, die weder Ost noch West ist und deren Anziehungskraft die Mehrzahl der Kulturen übersteigt.

Weiche Ziele

David Parsons, Word from Jerusalem, Januar/Februar 2003 (aus der engl. Mailingliste der ICEJ)

[Vorbemerkung heplev: Es wird – besonders in Deutschland – so gerne der feine Unterschied gemacht zwischen Antisemitismus und Antizionismus. Dieser Text zeigt eigentlich doch recht deutlich, dass dieser Unterschied ganz schnell verschwindet und nicht mehr „die Israelis“ oder „die Zionisten“ gesagt wird, sondern „die Juden“ – weil in Wahrheit doch „die Juden“ gemeint sind, wenn „die Zionisten“ gesagt wird. Eine Wahrheit, die sich auch mit den Angriffen auf Juden in aller Welt bestätigt, weil Israel die Palästinenser unterdrückt.]

Toleranz zwischen den Religionen ist trendy geworden. Das Weiße Haus hat nun in der Feiertags-Saison nicht nur die Pflicht den Weihnachtsbaum der Nation zu schmücken und Hannuka-Kerzen mit führenden amerikanischen Juden anzuzünden, sondern auch das Ramadan-Fasten mit Gesandten der sprießenden muslimischen Gemeinschaft zu brechen.

Wenn aber US-Präsident George W. Bush wirklich wüsste, wie dieser heiligste Monat in der muslimischen Welt gefeiert worden ist, würde er es sich zweimal überlegen, aufgepeppte islamische Vorzeige-Männer ins präsidiale Landhaus einzuladen… oder seine Position dazu zu nutzen christliche Prediger zu maßregeln, die warnen, dass der Islam vielleicht nicht wirklich eine solch „friedliche“ Religion sein könnte.

Leider ist der Judenhass wieder einmal auf dem Vormarsch und das arabisch-islamische Kernland nahm ihn während diesen Ramadans so gierig auf, wie andere dem „heißesten“ Weihnachtsgeschenk hinterher jagen.

Erst einmal gab es im ägyptischen Fernsehen die heftig propagierte 40-teilige Fernsehserie „Reiter ohne Pferd“, die den Zionismus als jüdische Verschwörung zur Erlangung der Weltherrschaft darstellte. Jeden Abend im Ramadan, kurz nach dem Abendessen, setzten sich die Zuschauer in Ägypten und 21 weiteren arabischen Staaten hin, um eine Führung durch die Geschichte der „Protokolle der Weisen von Zion“ zu sehen – nachgewiesenermaßen eine Fälschung, die als bewiesene Tatsache hingestellt wurde. Dieser dramatische Quotenrenner stellte die Juden als verschlagene, mörderische, untermenschliche Wesen dar – eine ausführlich gestaltete Produktion zur Aufrührung antisemitischer Gefühle im gesamten Nahen Osten.

In der gesamten Region gab es keinen Geiz solcher Ramadan-Kost. Das syrische Staatsfernsehen brachte eine Serie, die die Zuschauer darüber aufklärte, dass es keine archäologischen Belege für die Geschichten des Alten Testaments gibt, die gefälscht seien, um den Juden einen Anspruch auf das Land Israel zuverschaffen. Die Zeitung der regierenden Ba’ath-Partei verteidigte auch die ägyptische „Reiter“-Serie als einen genauen Bericht darüber, wie die Juden „die menschliche Gesellschaft geißeln, ihr Blut aussaugen, ihre Heiligkeit verletzen und die Menschenrechte, die Moral und allgemeine Werte angreifen, um sich alle Nationen der Welt zu eigen zu machen.“

Um hinter dem nicht zurückzustehen, gaben die palästinensischen Medien im Ramadan ihren besonderen Beitrag zu den antijüdischen Themen dazu. Eine Reihe von Fernseh-Dokumentationen trichterte die einzige Botschaft ein, dass jedes Gerede über einen jüdischen Tempel in Jerusalem ein „Mythos“ sei, ausgedacht, um die heilige Stadt ihren rechtmäßigen muslimischen Eigentümern zu stehlen. Eine ausgestrahlte Predigt nannte die Juden „verflucht… die Brüder von Affen und Schweinen, mit einem Strom von Flüchen, der bis zur Auferstehung der Toten weiter gehen wird…“ Mehr noch: Angriffe auf Juden und sie zu quälen wurde als Teil des Schicksals dargestellt, die Muslime und Araber als religiöse Pflicht gegenüber Allah erfüllen müssten.

Während der ganzen, einmonatigen Pflichterfüllung brachten arabische Medien Programme und Interviews, die die Juden die Planung der Terroranschläge vom 11. September verantwortlich macht, palästinensische Selbstmordbomber-Aktionen als „edle, geschätzte und ehrenhafte Missionen“ pries und Gebete für alle Muslime und Araber bot, sie sollten „wie ein Mann aufstehen und die tyrannischen Juden bekämpfen.“ [Wieso erinnert mich das bloß an die Worte eines Herrn Joseph G. vor einigen Jahrzehnten: „Nun, Volk, steht auf und Sturm brich los!“?]

Der bekannte Experte für arabische Fragen, Ehud Ya’ari, merkte in einem Kommentar im „Jerusalem Report“ alarmiert an, der „Kern“ dieses zeitlich gut platzierten antisemitischen Crescendo sollte zeigen, „dass es keine Möglichkeit gibt, mit den Juden Frieden zu schließen – nicht wegen irgendeines Streits oder Zusammenstoßes wegen Land, sondern weil dieser Staat a priori nicht in der Lage ist, als der menschlichen Rasse zugehörig angesehen zu werden… es wird Stück für Stück die Rechtfertigung von Völkermord aufgebaut!“

Unterdessen strahlte Al-Manar, die Fernsehstation der Hisbollah, einen Aufruf des Führers der schiitischen Terrormiliz, Scheik Hassan Nasrallah, aus, der die Palästinenser drängt „Selbstmord-Anschläge weltweit durchzuführen. Scheut davor nicht zurück.“

Nasrallahs Aufruf kam just zu der Zeit, als das Al-Qaida-Netzwerk hunderte israelischer Touristen in simultanen Angriffen bei Mombasa in Kenia ins Visier nahm. Eine Internetseite der Al-Qaida behauptete, die Anschläge seien dafür gedacht gewesen, die Juden für ihre „Sünden gegen die Palästinenser“ zu bestrafen. Sie kündigte den Aufbau eines besonderen neuen Zweigs in Palästina an, um „die zionistisch-jüdischen Invasoren zu schlagen und dorthin zurück zu schicken, woher sie kamen.“ Sie Seite versprach der Welt auch ein weiteres „Feiertagsgeschenk“, um das Ende des Ramadan zu feiern.

Analysten schließen daraus, dass Al-Qaida ihre Vorgehensweise geändert hat, seit sie aus Afghanistan vertrieben wurden und nun nach „weicheren“ Zielen sucht, die verletzlicher und einfacher zu treffen sind: Synagogen, Discotheken und Hotelanlagen. Die zusätzliche Konzentration auf Juden zielt darauf ab, die Unterstützerbasis der Terrorgruppe rasch wieder aufzubauen, indem an den zügellosen, pan-islamischen Antisemitismus appellieren, während sie gleichzeitig die fortgesetzte Unterstützung Israels für die USA und andere westliche Staaten zu einer schmerzhaften Verpflichtung macht.

Hat die Geschichte nicht schließlich die Juden als das leichteste aller Ziele aufgezeigt?

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (28. Januar bis 3. Februar 2018)

Dieser Eintrag wird auf der Seite oben gehalten; die sonstigen Einträge folgen darunter.
Eine Liste der täglichen terroristischen ‚Vorkommnisse‘ wird in den Friedfertigkeiten 2017 geführt.

Sonntag, 28.01.2018:

Baschar Assad ließ über Putin eine Drohung an Israel ausrichten: Sollten die Israelis noch einmal Ziele in Syrien beschießen, dann würde Syrien mit Raketen auf den Flughafen Ben-Gurion reagieren.

Montag, 29.01.2018:

Verteidigungsminister Lieberman versprach, dass die Siedlung, in der der von Terroristen ermordete Rabbiner lebte, legalisiert wird.

Gegen einen 25-jährigen Israeli wurde Klage erhoben, weil er eine Reihe versuchter Auto-Anschläge gegen PA-Araber unternommen hatte.

Das PA-Kabinett versucht einmal mehr Verhandlungen zu vermeiden und fordert einen „internationalen Mechanismus“ zur Lösung des Konflikts mit Israel.

Die Hisbollah informierte die UNIFIL, wenn Israel weiter an seiner Barriere baut, von der die Hisbollah behauptet sie stehe auf Niemandsland, dann werde die Gruppe das Feuer auf Arbeiter und Sicherheitspersonal eröffnen. UNIFIL leitete das an die Botschafter der USA und Großbritanniens weiter, die den israelischen Premierminister informierten.

Zum ersten Mal seit 2006 konnten einige Bauern des Gazastreifens wieder Land in unmittelbarer Nähe des Grenzzauns zu Israel bestellen. Das Rote Kreuz hatte eine Vereinbarung dazu vermittelt.

Dienstag, 30.01.2018:

Premierminister Netanyahu weihte eine Umgehungsstraße um das arabische Dorf Nabi Ilyas in Samaria ein. Sie soll das Reisen für Juden und Araber sicherer machen.

„Demonstranten“ in Bethlehem störten ein Workshop in Bethlehem, das in Kooperation mit amerikanischen Repräsentanten stattfand. Die Araber warfen mit Tomaten und zerstörten die Fahrzeuge der US-Diplomaten, unter Schutz durch die PA-Polizei das Weite suchten.

Mittwoch, 31.01.2018:

Der Mann, der die Olympia-Morde von München 1972 plante, wurde von der Fatah (und Abbas‘ Stellvertreter) als Held geehrt. Den Anschlag von München bezeichnete die Terrororganisation als „qualitativ hochwertige Operation“.
Auch Wafa Idris, die erste „erfolgreiche“ Selbstmordbomberin der Fatah wurde wieder glorifiziert (wenn auch mit falschem Datum und falschem Ort ihrer Sprengung).

Die PA hat eine reichlich weiche Verurteilung des Angriffs auf die Autos der amerikanischen Diplomaten in Bethlehem abgegeben. Es heißt, „die Präsidentschaft“ würde solches Verhalten verurteilen, das von palästinensischen Werten und Wurzeln abweiche; aber nichts dazu, dass die Täter verfolgt werden.

Saeb Erekat kündigte an: „Wir werden Klage beim Internationalen Strafgerichtshof gegen Trump einreichen.“ – wegen der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels und Trumps Friedensplan. Außerdem werde die PA sich erneut an den UNO-Sicherheitsrat wenden, um als Vollmitgliedsstaat der UNO anerkannt zu werden.

Die USA haben den Hamas-Führer Ismail Haniyeh auf ihre Terrorliste gesetzt. Die Hamas lässt wissen, das sei ein „fehlgeschlagener Versuch Druck auf den Widerstand auszuüben“. Man werde sich davon nicht abhalten lassen den Widerstand fortzusetzen.

Donnerstag, 01.02.2018:

Das PA-Fernsehen forderte im Kinderprogramm wieder auf dem Beispiel eines Erzterroristen zu folgen. Diesmal ist es „Abu Jihad“, der nach Angaben des Fernsehens für die Ermordung von 125 Israelis verantwortlich ist.

Neue Scanner, die Israel entwickelt hat, könnten dafür sorgen, dass sich der Warenverkehr Israels und der PA-Gebiete mit Jordanien stark er höht. Mit ihnen könnten täglich 200 Frachtcontainer durchleuchtet werden, doppelt so viele wie bisher.

Ein Jerusalemer Bezirksgericht hat einen 25-jährigen Israeli angeklagt, weil dieser Araber angriff und ihr Grundeigentum beschädigte. Der Mann hatte aus rassistischen Motiven gehandelt.

Saeb Erekat ließ wissen, dass die Fatah/PLO/PA dagegen ist, dass die USA Ismail Haniyeh auf die Terrorlist gesetzt haben.

Der oberste Gerichtshof hat bestätigt, dass 3 illegale arabische Siedlungen in Judäa abgerissen werden müssen.,

Einem internationalen Komitee wurde von Israel jetzt ein Plan zur Verbesserung der humanitären Lage im Gazastreifen vorgestellt, für den internationale Spender gesucht werden sollen. Der Plan sieht u.a. eine Erweitertung des Erez-Übergangs und den Bau einer Meerwasser-Entsalzungsanlage vor – Maßnahmen, die insgesamt etwa $1 Milliarde kosten werden.

Freitag, 02.02.2018:

Die PA setzt ihre Kampagne fort, mit der internationale Unterstützung für ihre Forderung nach einem internationalen Rahmen für einen „Frieden“ eingefordert wird. Dabei stellte PA-Außenpolitiker Maliki „Al-Quds“ (Jerusalem) sei ein wichtiger Teil der Würde, Identität und Religion des palästinensischen Volks. Die USA hätten mit Trumps Jerusalem-Entscheidung ihre Glaubwürdigkeit als Friedensvermittler verloren.

Samstag, 03.02.2018:

Die PLO hat ein Komitee eingerichtet, das über die Rücknahme der Anerkennung Israels beraten soll.

Einladung der Hamas – Muslime nehmen sie wahr

Elder of Ziyon, 18. Januar 2018

Die Qassam-Brigaden der Hamas luden ihre Leser aus aller Welt ein ihre Glücksgefühle zum Mord an Rabbi Raziel Shevach zu teilen. Und ihre Lesen zeigten Einsatz:

Dutzende aus aller Welt priesen den Mord; neben den gezeigten kam u.a. auch:

Wir sind eine Nation, die sich dem Tod verschrieben hat. Wir werden nicht besiegt werden, so Gott will“, schrieb ein Marokkaner.

Ein Algerier pries die „Männlichkeit“ der als Täter angenommenen Hamas.

Ein Saudi beteten für eine „Zunahme und Stärkung der jihadistischen Operationen“.

Zu den Ländern, die die Liebe ihrer Bürger für das Töten von Juden repräsentierten, gehören Algerien, Marokko, Jordanien, Tunesien, „Palästina“, der Irak, die Türkei, der Jemen, Sudan, Kuwait, Ägypten und der Libanon.

Und auch Deutschland und die Niederlande.

 

UNO-Bericht von 1949 zeigt: Die Araber wollten Jerusalem nicht – sie wollten es nur den Juden wegnehmen

Elder of Ziyon, 17. Januar 2018

Die zerstörte Synagoge Tiferet Yisrael

Aus dem Bericht der United Nations Conciliation Commission for Palestine vom April 1949:

15. Seit der Vorlage des ersten Berichts der Kommission der Vollversammlung beim Generalsekretär hat das Sonderkomitee zu Jerusalem weiter aktiv gearbeitet. Insbesondere hat es Repräsentanten der zentralen und lokalen arabischen und jüdischen Obrigkeiten befragt. Auf Grundlage der neuen Anweisungen, die ihr von der Kommission gegeben wurden, bemüht sich das Komitee in Übereinstimmung mit den Bedingungen von Paragraph 8 der Resolution vom 11. Dezember 1948, Vorschläge zu formulieren, die für beide Seiten gleichermaßen akzeptabel sein werden. Die Kommission ist sich bewusst, dass die Akzeptanz beider Seiten in der Aufgabenstellung, die sie von der Vollversammlung zum Thema des internationalen Systems für Jerusalem erhielt, nicht erwähnt wird. Trotzdem hat die Kommission das Gefühl, dass solche Akzeptanz die Schaffung und die Funktion einer solchen Ordnung beträchtlich erleichtern würde. Mit dieser Anbindung freut sich die Kommission berichten zu können, dass während ihrer Gespräche mit den arabischen Delegationen in Beirut Letztere sich selbst allgemein bereit zeigten das Prinzip einer solchen internationalen Ordnung für das Gebiet Jerusalem zu akzeptieren, vorausgesetzt die Vereinten Nationen befänden sich in einer Position die notwendigen Garantien bezüglich der Stabilität und Dauerhaftigkeit einer solchen Ordnung zu garantieren. Andererseits haben die Regierungen der arabischen Staaten sich das Recht vorbehalten ihre endgültige Meinung zu äußern, nachdem sie sich mit dem Text des Vorschlags vertraut gemacht haben, den die Kommission der Vollversammlung vorlegen wird.
16. Die oben erwähnten religiösen Vertreter betonten gegenüber der Kommission zudem während der Treffen in Beirut die Bedeutung, die sie der Anwendung dieser Paragrafen der Resolution beimessen, die Jerusalem und die heiligen Orte betreffen. Einige von ihnen gaben einem weiteren Wunsch Ausdruck, dass die internationale Ordnung sich auch auf Nazareth ausgedehnt wird.

Die heutigen Araber bestehen darauf, dass Jerusalem als Ganzes arabisch und es undenkbar ist, dass es irgendeine nicht arabische Kontrolle der Stadt gibt. Aber 1949, als Transjordanien die Hälfte von Jerusalem und Israel die andere Hälfte kontrollierte, mochten die arabischen Länder die Vorstellung, dass Jerusalem von einem internationalen System kontrolliert wird.

Und sie wollten dieses System auch auf Nazareth ausweiten, das innerhalb Israels liegt.

Was hat sich zwischen damals und heute geändert? Das ist offensichtlich: Nichts. Damals wie heute war den Arabern egal, wer Jerusalem verwalten würde, solange die es kontrollierenden Leute keine Juden waren. Sie wollen, wie auch immer, die Menge an Land verringern, das Juden kontrollierten – daher die absurde Idee nicht nur Nazareth in das corpus separatum einzubinden, sondern auch den Korridor, der gebraucht worden wäre, um von dort nach Jerusalem zu reisen – womit Israel fast in zwei Hälften getrennt worden wäre.

Es gibt keine reiche arabische Geschichte in Jerusalem. Es war nie eine arabische Hauptstadt. Die Stadt war ein furchtbarer Ort, um dort unter muslimischer Herrschaft zu leben.

Die einzige Zeit, in der Muslime Interesse zeigten, war dann, wenn entweder Christen (während der Kreuzzüge) oder Juden (heute) die Stadt kontrollierten. Andernfalls wurde die Stadt beinahe ignoriert, nur gelegentlich zogen Pilger durch.

Die palästinensisch-arabische Besessenheit mit Jerusalem, alles mit Fotos des Felsendoms zuzupflastern, ist ein neues Phänomen. Jerusalem wird in der ursprünglichen, 1964 geschriebenen PLO-Charta nicht einmal erwähnt!

Trumps Rede betraf den palästinensischen Anspruch auf Jerusalem nicht einmal ansatzweise. Was sie machte, war Israels Anspruch auf einen Teil von Jerusalem zu stärken. Die Vorstellung, dass Juden irgendwelche Rechte an irgendeinem Teil Jerusalems haben könnten, ist das, was hinter Mahmud Abbas‘ Wutausbruch von heute steckt – und man kann sie bis in die Zeit zurückverfolgen, in der die arabischen Staaten die israelische Kontrolle der „Neustadt“ Jerusalems 1949 betrachteten.

Das wahre Interesse der „palästinensischen Araber“ besteht darin den Juden Jerusalem wegzunehmen, genauso wie es die Araber 1949 wollten.

Und beide Male unter zynischer Nutzung internationaler Instrumente zum Erreichen dieses Ziels.