Als Personal von Alitalia Juden vor einem Pogrom rettete

Als in Libyen zu Beginn des Sechstage-Kriegs Krawalle ausbrachen, kam unerwartete Rettung

Yossi Melman, Ha’aretz, 6. Juni 2022

Ein Kämpfe gegen Gaddafi schaut sich die Dar Bischi-Synagoge in Tripolis an, 2011 (Foto: Reuters / Suhaib Salem)

Rom – Rund zwei Dutzend Männer und Frauen in ihren Siebzigern und Achtzigern, alle voller Emotionen, stiegen nacheinander die  Bühne hinauf. Einige hatte Probleme mit dem Gehen und ihnen wurde von jungen Familienmitgliedern geholfen. Es handelte sich um Mitarbeiter der Alitalia, die einst im Büro der Fluggesellschaft in Tripolis in Libyen arbeiteten, samt ihren Familien.

Bei der Feier, die von der Vereinigung Libyscher Juden in Italien gefördert wurde und im Mai in einem Hotel in Roms Villa-Borghese-Park stattfand, erhielten alle Urkunden der Anerkennung dafür, dass sie während des Pogroms und der Krawalle in Libyen während des Sechstage-Kriegs vor 55 Jahren 2.500 gefährdete Juden retteten.

Die meisten der Geehrten hatten nie jemandem etwas von den Ereignissen erzählt, nicht einmal der engsten Familie, die jetzt bei der Feier zum ersten Mal von ihren anteilnehmenden und mutigen Taten hörten, mit denen sie ihr eigenes Leben riskierten.

Eine Straße in der Altstadt von Tripolis, Libyen 1949. Rechts ist eine jüdische Frau, die ein Barakanas und ein Taschentuck um den Kopf trägt. (Foto: Freer / AP)

„Wir taten, was getan werden musste. Wir glaubten damals nicht und wir glauben heute nicht, dass wir Helden sind. Es war für uns alle eine offensichtliche humanitäre Tat“, sagte Umberto Vaccarini, nachdem er die Bühne verließ, in der Hand die Anerkennungs-Urkunde mit seinem Namen.

Der heute über 80-jährige Vaccarini war damals stellvertretender Manager des Alitalia-Büros in Tripolis. Jeder einzelne der jetzt nicht mehr anonymen Alitalia-Helden erhielt eine Urkunde mit seinem oder ihrem Namen und dne Worten „mit besonderer Wertschätzung“.

Die Urkunden wurden von Dr. Sileno Candelaresi überreicht, dem Präsidenten der Stiftung Goldener Löwe von Venedig, die auch die Preise beim renommierten Filmfestival der Stadt verleiht.

Dr. Sileno Candelaresi, Präsident der Stiftung Goldener Löwe (2. v.l.) neben Walter Arbib und Umberto Vaccarini bei der Feier zur Ehrung des Alitalia-Personals, das Juden half im Juni 1967 aus Libyen herauszukommen. (Foto: Yossi Melman)

Jahrelanger Kampf

Die ersten Juden kamen nachweislich vor rund 2.800 Jahren nach Libyen und ließen sich an der Mittelmeerküste nieder. Im Lauf der Jahre fanden weiter Juden ihren Weg dorthin, als die Region nacheinander von den Römern, den Byzantinern, den Spaniern, den Arabern, den Türken und die Italienern erobert wurde. Jeder Eroberung hinterließ ihr Zeichen bei der örtlichen jüdischen Gemeinschaft – aber der größte Eindruck wurde von der italienischen Besatzung hinterlassen, die 1911 begann.

Unter italienischer Herrschaft  erweiterte die jüdische Gemeinschaft sich und blühte auf; viele Juden wurden wohlhabende Grundbesitzer. Jedenfalls bis 1936.

Die Urkunde mit der Anerkennung des Muts des Alitalia-Mitarbeiters Umberto Vaccarini. (Foto: Yossi Melman)

Unter Benito Mussolini erließ das damals faschistische Italien die Rassengesetze, die Juden verbot Universitäten zu besuchen, Arbeitsplätze bei der Regierung zu haben und bei Ausschreibungen Gebote abzugeben; Juden, die ausländische Staatsbürgerschaft hatten, was bei vielen der Fall war, wurde verboten das Land zu verlassen.

Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs verschlimmerte ihre Lage sich und die libyschen Juden lebten in sehr harten Umständen. Juden, die die Staatsbürgerschaft alliierter Länder hatten, wurden ausgewiesen und andere wurden in Internierungslager, Arbeitslager und Konzentrationslager gesteckt. Rund 500 starben im Lager Giado (alias Jado) im westlichen Libyen und hunderte weitere wurden nach Italien geschickt und von dort in die Konzentrationslager Bergen-Belsen in Deutschland und Reichenau in Österreich deportiert.

Erst im Oktober 2010, nach einem Jahre dauernden Kampf, stimmte die israelische Regierung endlich zu Holocaust-Überlebenden aus Libyen Entschädigungen im Rahmen der Beihilfefähigkeits-Kriterien gemäß des Gesetzes für die Opfer von Nazi-Verfolgung von 1957 zu gewähren.

Ein Alitalia-Flugzeug rollte auf dem internationalen Flughafen von Rom. Die nationale Fluggesellschaft Italiens spielte eine nicht bekannt gemachte Rolle bei der Rettung vieler 1967 in Libyen festsitzender Juden. (Foto: Alessia Pierdomenico / Bloomberg)

Im Dezember 1942 befreiten die Briten und Alliierten Libyen und Tunesien von der deutsch-italienischen Besatzung und das Leben der Juden war schienbar wieder in geordneten Bahnen. Aber nicht lange. 1951 wurde Libyen unabhängig und wurde zu einer konstitutionellen und vererblichen Monarchie erklärt. Noch davor, besonders nach Beginn des israelischen Unabhängigkeitskriegs von 1948/49, hatten die Beziehungen zwischen Juden und den libyschen Behörden allerdings eine Wende zum Schlimmeren genommen und von Zeit zu Zeit gab es Krawalle und Ausbrüche von Gewalt gegen Juden.

Libyen wurde für Juden allmählich zu einem gefährlichen Ort. Rudn 38.000 Juden wohnte 1948 in Libyen, aber sieben Jahre später waren nur 7.000 übrig. Die meisten derer, die weggingen, waren nach Israel ausgewandert, während eine Minderheit nach Italien zog. Die Juden, die in Libyen blieben, wurden von den Regierungen von König Idris regelmäßig schweren Schikanen ausgesetzt.

Am 5. Juni 1967, dem Tag des Ausbruchs des Sechstage-Kriegs, versammelten sich hunderte Araber auf den Straßen von Tripolis und setzten jüdische Geschäfte und Wohnhäuser in Brand.

Zivile Gefangene mit erhobenen Armen, als die israelische Armee im Juni 1967 die Altstadt von Jerusalem betrat. (Foto: Fondation Gilles CARON/Gamma-Rapho via Getty Images)

Die Polizei war nicht in der Lage die Mobs zu kontrollieren und der Ausnahmezustand wurde ausgerufen. Es war nicht ungewöhnlich festzustellen, dass Polizisten mit den Randalierern kollaborierten oder nicht eingriffen, um sie vom Wüten abzuhalten. An diesem Tag wurden 60 Prozent der privaten und öffentlichen Aktiva abzuhalten. Die Synagoge Bet El und ihre 10 prachtvollen, mit Silber und Elfenbein dekorierten Thora-Rollen wurden zusammen mit hunderten religiöser Bücher und Judaica am Tag der Krawalle komplett zerstört.

Während des Pogroms, das mehrere Tage anhielt, wurden mindestens zehn Juden getötet und Dutzende weitere verletzt. Aus Angst um ihr Leben versteckten sich die Juden ihren Häusern. Sie wagten sich nicht herauszukommen und ihre Vorräte schwanden stetig dahin.

Juden mit ausländischer Staatsbürgerschaft flehten die Botschaften und Konsulate dieser Länder um Hilfe an, aber diese konnten nicht viel tun. Und dann, auf der Höhe des Terrors, kam die Rettung aus einer unerwarteten Quelle. Sein Name war Renato Tarantino – ein nichtjüdischer Italiener, der das Alitalia-Büro in Tripolis leitete und echten Adel und Mitgefühl an den Tag legte, als er wah, was in der Stadt geschah.

Überlebende Mitglieder der Familie Tarantino nehmen für Renato Tarantino die Urkunde im Empfang; er leitete in den 1960-er Jahren das Alitalia-Büro in Tripolis (Libyen). (Foto: Yossi Melman)

Vor Hass schäumend

Tarantino und sein Stellvertreter, Vaccarini, machten sich sofort daran so viele Juden wie möglich zu retten, zusammen mit anderen Alitalia-Mitarbeitern, die beeindruckende Kreativität zeigten. Unter Verwendung ihres Status und ihrer Verbindungen im Land führten sie eine Reihe Listen, direkt unter der Nase der libyschen Behörden.

Sie retteten verzweifelte Juden, die es irgendwie in der Hoffnung zum Flughafen geschafft hatten ein Flugticket zu kaufen, nur um festzustellen, dass sie von libyschen Gepäckträgern umgeben waren, die vor Hass schäumten und sie verfluchten und anspuckten. Die Alitalia-Mitarbeiter schirmten die Juden körperlich ab, schlugen die Randalierer zurück und setzten die Juden in ihre Autos und fuhren sie in Sicherheit.

Bei anderen Gelegenheiten setzten sie die Juden in die erste Reihe. „Wir erfanden Ausreden, um Passagiere von Flügen zu nehmen und wir setzten die Juden an Bord, weil wir wussten, dass ihr Leben wirklich in Gefahr war“, sagte Vaccarini.

Im Inneren der Synagoge Dar al-Bischi in der ummauerten Altstadt von Tripolis in Libyen (Foto. Diaa Hadid / AP)

Er schätzte, dass die Alitalia-Mitarbeiter in diesen dramatischen Tagen rund 2.500 Juden retteten, indem sie sie nach Rom flogen.

Eine weitere List der Alitalia-Mitarbeiter ermöglichte es Juden einiges von ihrem Eigentum aus Libyen hinauszuschmuggeln. Einer dieser Juden war Victor Magiar, der heute in Rom lebt. „Die Leute von Alitalia ermöglichten es mir und meiner Familie Dutzende Tickets zu den am weitesten entfernten Zielen zu kaufen, die man sich vorstellen kann: New York, Rio de Janeiro, Miami. Als wir sicher in Rom landeten, nehm die Firma die Tickets schnell zurück und erstattete großzügig das Geld“, erinnerte er sich bei der Feier.

Ein anderes Mal beschloss das Personal, als ein Flugzeug sich auf den Start vorbereitete, zögerten sie das hinaus. Dann öffneten sie die Tür des Frachtraums, entfernten eine Menge Gepäck und brachen jüdische Passagiere an Bord, die keinen Sitz für den Flug bekommen hatten bekommen können.

„Wir sind wegen Ihres Vaters hier“, sagte Magiar der Frau, Tochter und den Enkeln des verstorbenen Renato Tarantino. „Wir werden das nie vergessen.“

Zur Vervollständigung: Der Abend wurde vom libysch-italienisch-israelisch-kanadischen Geschäftsmann und Philantropen Walter Arbib organisiert. Sein Familienheim wurde bei dem Pogrom niedergebrannt und er und seine Mutter Yolanda wurden Dank Tarantino gerettet.

Vor 74 Jahren: Welt gratuliert Arabern dafür, wie menschlich sie die Juden aus Jerusalem ethnisch säuberten

Elder of Ziyon, 30. Mai 2022

Im Mai 2022 war der 74. Jahrestag der Kapitulation der Altstadt von Jerusalem.

Dieser Artikel zeigt, wie sowohl die Jordanier als auch die Schweizer handelten, als seien die Araber überlegene Menschenfreunde – weil sie nicht jeden Mann, Frau und Kind massakrierten und ihnen „erlaubten“ ihre Häuser mit gerade mal ein paar wenigen Besitztümer zu verlassen.

Das letzte Aufgebot

AP & Reuters-Korrespondent in der Altstadt

Kurz vor 12 Uhr mittags am Freitag wurde die Kapitulation der Juden in der Altstadt nach 14 Tagen Häuserkampf angeboten, als zwei Männer der religiösen Gemeinschaft mit einer weißen Flagge herauskamen und sich nach den Bedingungen erkundigten. Die Bedingungen wurden am Nachmittag akzeptiert.

Die Evakuierung ging die ganze Nacht hindurch. Die Juden schienen beruhigt zu sein, als die [Arabische] Legion ein starkes, schützendes Spalier um sie bildete, das Rote Kreuz hinzuzog und Lebensmittel, Wasser und Versorgung der Kranken, Verwundeten und Alten bereitstellte.

Ein Konvoi aus 14 Bussen aus dem Jordantal erreichte die Altstadt gestern bei Tagesanbruch, um die Gefangenen zur Überprüfung in ein Gefangenenlager in Transjordanien zu bringen. Während der Nacht waren 294 Männer im kriegsverwendungsfähigen Alter vorübergehend in der Polizeiwache am Jaffa-Tor festgehalten worden. In der Armenischen Schule wurden 150 Verletzte aussortiert, die Schwerverletzten an die jüdischen Linien gebracht, die anderen als Kriegsgefangene behalten.

Waffen beschlagnahmt

Das Hauptquartier der Legion berichtete die Beschlagnahme von rund 400 jüdischen Waffen aller Art. Der Kommandeur behauptete, die Juden hätten die letzten Gebäude vermint, die sie bei der Kapitulation noch hielten und als die Minen explodierten, verursachten sie große Brände.

Lange Schlangen an Zivilisten – Frauen, Kinder und die Alten – passierten das von der Legion gehaltene Zionstor, durchquerten den von Granaten gezeichneten Garten der Dormitionskirche und querten die Linien der Haganah. Es dauerte mehr als sechs Stunden, dass 1.200 Menschen die Mauern der Altstadt verließen und in jüdische Obhut zurückkehrten; sie trugen Bündel mit ihren wenigen weltlichen Gütern.

Viele traurig blickende jüdische Großväter, Frauen und Kinder lebten eingeschlossen Wochen lang von dürftigen Rationen, hielten kleine Taschen mit persönlichem Besitz. Aber andere persönliche Dinge wie Kinderspielzeug, Kleidung, Schuhe und Fotografien, Kämmer und Bücher wurden zurückgelassen.

Am Zionstor wurde ein Soldat der Legion verwundet, als dort plötzlich Schüsse aus dem Hinterhalt fielen. Dr. Pablo Azcarate, der Repräsentant des UNO-Generalsekretärs in Palästina, befand sich beim Kommandanten der Legion in der Altstadt, als der verletzte Soldat gemeldet wurde.

„Das ist nur Provokation. Bitte bringen Sie die Zivilisten weiter“, bat Dr. Azcarate und der arabische Offizier kam dem nach.

„An die Regeln halten“

Unter den gefangen genommenen Frauen befanden sich bewaffnete Frauen, sagte der Kommandant der Legion, wurden aber freigelassen. Herr M. A. Weingarten, Muktar der jüdischen Gemeinschaft, gehörte auch zu den Freigelassenen. Der Kommandant der Legion sagte: „Diesen Leuten wurde gesagt, wir würden sie massakrieren. Ich lasse Leute wie Weingarten gehen, um die Juden als Ganzes wissen zu lassen, dass die Arabische Legion die Regeln befolgt und internationale Konventionen einhält.“ Später sagten Berichte, dass Weingarten gefangen genommen worden war.)

„Es war eine ziemlich große Aufgabe, 2.000 Juden vor den 40.000 bis 50.000 Arabern zu beschützen, aber die Legion sorgte dafür, dass keinem einzigen Juden auf dem Weg nach draußen etwas zustieß“, sagte er.

Mehr als eine Stunde lang zog Reuters-Korrespondent Doon Campell über die Reste von Mauern, die einmal Häuser waren und Schuttberge, die einmal eine Synagoge waren. Es muss wie in Belsen gewesen sein, in diesem am Ende übervölkerten, von Fliegen verseuchten und von Beschuss gezeichneten Viertel. Das Bild war wie Stalingrad oder Berlin. Mauern ohne Dächer neigten sich auf verrückte Weise. In Gassen lag der Schutt hüfthoch.

Ein schweizerischer Vertreter des Internationalen Roten Kreuzes, der über Nacht bei den jüdischen Verwundeten blieb, erklärte freiwillig:

„Ich habe nie etwas Ausgzeichneteres gesehen als das Verhalten der transjordanischen Soldaten gegenüber den Juden.“

Das war ethnische Säuberung.

Kein einziger Jude blieb im 19 Jahre lang jordanisch verwalteten Teil Jerusalems. Aber weil von den Arabern angenommen wird, sie seien bösartige Tiere, dann lobt sie jeder, wenn sie mal etwas weniger schrecklich handeln.

In einem weiteren Artikel in der Palestine Post vom 30. Mai 1948:

Israel wirft Vandalismus vor

Tel Aviv, Samstag (Reuters) – Israel beschuldigte heute die Araber die Hurva-Synagoge in Jerusalems Altstadt absichtlich zerstört zu haben, wo die Juden ihren ihr letztes Gefecht vor der Kapitulation austrugen.

Sie sagten, es war das erste Mal, das ein heiliger Ort gezielt zerstört worden war und versehentlich während der Kämpfe.

Natürlich wurden innerhalb von Tagen 50 Synagogen von den menschenfreundlichen Transjordaniern vorsätzlich zerstört.

Die Abraham-Vereinbarungen helfen palästinensischen Unternehmen

Elder of Ziyon, 29. August 2022

Es ist zwei Jahre her, dass die Abraham-Vereinbarungen unterschrieben wurden. Der Handel zwischen Israel und den VAE boomt – bisher mehr als $1,4 Milliarden in diesem Jahr, mehr als im gesamten Jahr 2021.

Es sind aber nicht nur Israel und die VAE, die davon profitieren. Auch palästinensische Unternehmen gewinnen dadurch.

DANA beschreibt sich als „eine in Abu Dhabi ansässige Venture-Builder- und Investitions-Plattform, die von Frauen geführte Startups in Wüstentechnik unterstützt, u.a. in den Sektoren Landwirtschaftstechnik, Wasserlösungen, Lebensmittelsicherheit, Abfallmanagement und erneuerbare Energien durch regionale Zusammenarbeit, Innovationsmentoring, Impact Community und Finanzierung“.

Aktuell unterstützen sie „sechs Startups aus verschiedenen Ländern, darunter den VAE, Israel, Palästina und dem Königreich Saudi-Arabien, die alle von mindestens einer Gründerin geführt werden, sich auf Nachhaltigkeit im Wüstenklima konzentrieren und die einschlägigen Störfaktoren in den bedeutendsten Industrien der Region angehen“.

Zu den drei Frauen, die DANA gründeten, gehören eine jüdische Amerikanerin, eine arabische Israelin und eine jüdische Israelin.

Majd Mashharawi, Gründern von Gazas SunBox

Derzeit gehört zu den von DANA geförderten Firmen BioCloud, eine israelische Firma, die Kräuterpestizide herstellt; Sunbox, ein Solarkraft-Startup in Gaza, die jetzt verlässlich Wasseraufbereitungsanlagen antreibt; Eco-Bricks, das aus umweltschädlichem Steinschlammwasser aus Steinbrüchen in Qualitätsziegel für Hausbau  macht; und The Food Engineer, eine in den VAE ansässige Firma für „vertikale Landwirtschaft“, die eine Nebeltechnik entwickelte, die 95% weniger Wasser braucht als Standard-Landwirtschaft.

Die Medien haben zwar den steil ansteigenden Handel zwischen Israel und den VAE im Zuge der Abraham-Vereinbarungen registriert, aber man sieht sehr wenige Artikel dazu, dass die Normalisierung palästinensisch Firmen hilft. Sie bekommen Knowhow und Gelder sowie Zugang zu Weltklasse-Expertise, die vor den Vereinbarungen schlicht nicht möglich gewesen wären.

Überdies fördert DANA Frauen gehörende Unternehmen in der notorisch patriarchalen palästinensischen Gesellschaft.

Israelhasser verspotten die Idee eines „Wirtschaftsfriedens“ als Grundlage eines stabilen Nahen Ostens, aber so kann echter Frieden Wurzeln schlagen und wachsen. Die VAE sin deine ideale Brücke, die es palästinensischen Unternehmen erlaubt mit Israelis zu arbeiten, während sie das Stigma direkter „Normalisierung“ umgehen.

Der Frieden zwischen Israel und den VAE schafft auch unvorhergesehenen Nutzen für Palästinenser, besonders palästinensische Frauen und das ist etwas dem applaudiert werden sollte.

Die antisemitische Ersetzungstheorie weißer und islamischer Extremisten

First One Through, 18. Mai 2022 (mit Anmerkungen des Übersetzers)

Von einem gewalttätigen Extremisten wurde ein weiteres boshaftes Hassverbrechen begangen, diesmal von einem Weißen in Buffalo (New York) an Schwarzen. Nachdem er in einem Lebensmittelladen zehn Menschen ermordete, wurde sein Online-„Manifest“ gefunden, das rassistische und antisemitische Verleumdungen sowie eine Warnung enthielt, die USA würden in eine Land verwandelt, das von Nichtweißen beherrscht wird.

Die Vorstellung einer „Ersetzungstheorie“ ist in einer ganzen Reihe von Gemeinschaften zu finden und die Medien gehen sehr unterschiedlich damit um.

Die Ersetzungstheorie der weißen Rassisten

Immigrationsfeindlicher Eifer nahm 2015 in Europa zu, als vor Bürgerkriegen im Nahen Osten und Nordafrika (MENA) fliehende Muslime begannen den Kontinent zu fluten und eine Reihe terroristischer Angriffe begingen, unter anderem in Paris (Frankreich). Weil ihm vorgeworfen wurde bei der Neuansiedlung von MENA-Flüchtlingen nicht mitzumachen, nahm Präsident Obama in dem Jahr zehntausende weitere Flüchtlinge in den USA auf. Im Juni 2015 griff Donald Trump die öffentliche Angst vor potenziellem islamischem Terrorismus auf und kündigte seine Präsidentschaftskandidatur mit anti-immigrantischen Kommentaren an.[1] Nur zwei Tage später platzte ein Weißer in eine schwarze Kirche und tötete neun Menschen.[2] Die erklärte Motivation des Mörders war eine rassistische und antisemitische Wahrnehmung des Absturzes Amerikas, nachdem er die Black Lives Matter-Proteste sah.

„Ich hasse den Anblick der amerikanischen Flagge. Moderner amerikanischer Patriotismus ist ein absoluter Witz. Menschen, die vorgeben, sie hätten etwas, auf das sie stolz sind, während Weiße tagtäglich auf den Straßen ermordet werden… Wie wäre es, wenn wir die weiße Rasse beschützen und auch den Kampf für die Juden einstellten.“

Trump trat sein Amt im Januar 2017 an und gab eine Präsidentenverfügung aus, um den Zustrom von Flüchtlingen aus sieben überwiegend muslimischen Ländern zu begrenzen, wo die Grenzkontrollen als lasch betrachtet wurden und drängte auf den Bau einer Mauer an der Südgrenze, um den Zustrom von Immigranten aus Zentralamerika einzudämmen. Ein paar Monate später[3] marschierten im August 2017 weiße Rassisten in Charlottesville (Virginia) mit Rufen „Die Juden werden uns nicht ersetzen!“; sie verunglimpften liberale jüdische Gruppen wie HIAS, die nichtweißen Immigranten die Einreise in die USA ermöglichten. Im Oktober 2018 nahm ein weißer Rassist die Sache auf und erschoss in einer Synagoge in Pittsburgh (Pennsylvania) 11 Juden. Sein „Manifest“ sagte, HIAS „bringt gerne Invasoren ins Land, die unsere Leute töten.

Die Medien haben die Rhetorik der „Ersetzungstheorie“ der weißen Rassisten scharf kritisiert. PBS beschreibt die Theorie als „ein Komplott zum Untergraben des Einflusses der Weißen. Gläubige sagen, das Ziel werde sowohl über die Zuwanderung Nichtweißer in Gesellschaften erreicht, die lange von Weißen dominiert wurden, als auch über einfache Demografie, weil Weiße geringere Geburtenraten haben als andere Bevölkerungsteile. Die rassistischsten Anhänger der Verschwörungstheorie glauben, hinter dem sogenannten Ersetzungsplan stecken die Juden.“

An der Berichterstattung der Medien über die Ersetzungstheorie der weißen Rassisten ist interessant, dass Fiktion und Fakten zusammengemischt werden, um alles als rassistische Fiktion erscheinen zu lassen. In Wirklichkeit HABEN Weiße weniger Kinder als Nichtweiße (aber Geburtenraten von Nichtweißen sind stärker rückläufig als die von Weißen). Prognosen unparteiischer Gruppen wie Pew Research schätzen, dass die US-Bevölkerung bis 2050 von jetzt 67% auf 47% Weiße zurückgehen WIRD. Die fiktive Komponente der Ersetzungstheorie ist, dass diese Entwicklungen Teil eines abgestimmten, von Juden ausgebrüteten Komplotts sind statt natürliche Trends mit einer Vielzahl an Ursachen.

Die Ersetzungstheorie der radikalen Islamisten

Die Angst vor sich verändernder Demografie beschränkt sich nicht auf weiße Rassisten. Sie ist bei radikalen Islamisten, besonders bei palästinensischen Arabern, verbreitet. Ähnlich ihren rassistischen Waffenbrüdern töten auch sie Juden wegen ihrer wahrgenommenen Notlage.

Araber begannen 1920 zu fürchten, dass Juden nach Palästina ziehen, nachdem vier Weltmächte – Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan – die Konferenz von San Remo einberiefen, um das besiegte muslimisch-osmanische Reich aufzuteilen. Zu den verschiedenen Mandaten gehörte auch das Mandat für Palästina (1922), das unter britische Kontrolle kam, wozu ein Aufruf zur Ermöglichung der Zuwanderung von Juden in ihre angestammte Heimat gehörte. Araber randalierten, metzelten Juden nieder und protestierten bei den Briten, um die Ankunft von Juden zu blockieren, obwohl Juden die einzigen waren, die während der letzten 100 Jahre osmanischer Herrschaft nach Palästina zogen.

Islamische Radikale massakrierten 1921, 1929 und während der mehrjährigen Pogrome von 1936 bis 1939 Juden im Heiligen Land im Versuch in Palästina eine mehrheitlich muslimische Bevölkerung zu erhalten. Als Holocaust-Überlebende nach dem Krieg nach Palästina kamen, brachen arabische Armeen über sie hinein, um sie für immer auszulöschen. Die Gegenden, in denen Islamisten Land eroberten – dem Gazastreifen und der „Westbank“ – säuberten sie alle Juden ethnisch aus der Gegend.


Zerstörte Synagoge in Berlin (10. November 1938)
Arabisches Treffen in London, um jüdische Zuwanderung zu stoppen.
Proteste gegen das von den Arabern unterstützte britische Weißbuch nach der Kristallnacht.

Palästinensische Araber gedenken immer noch der „Nakba“ von 1948, als sie damit scheiterten den jüdischen Staat bei seiner Gründung zu vernichten und konnten die Juden nur aus einem Teil des Landes tilgen. Bis heute fordern arabische Führer von den Briten sich von der Balfour-Erklärung zu distanzieren.

Aber die Medien merken nichts dazu an, dass die Ersetzungstheorie der Islamisten inhärent antisemitisch ist. Wenn muslimische Extremisten einen jüdischen Zivilisten mit einem Beil töten, übernehmen die Medien das Narrativ der Killer, sie würden „auf Gewalt zurückgreifen“, weil die Muslime „frustriert“ seien. Die Hamas-Charta – die schlimmste aller antisemitischen Programmschriften – und die Aufstachelung der Palästinenserführung zu Gewalt werden gewollt aus dem antisemitischen Narrativ der Medien weggelassen.

“United the Right” in Virginia August 2017
Israelfeindliche Kundgebung in New Jersey, Dezember 2017

Der demografische Aufbau des Großteils der Welt entwickelt sich weiter, besonders weil Menschen an andere Orte übersiedeln, die Freiheit und Chancen bieten. Die USA sind lange schon Ziel für Zuwanderer gewesen, wobei die Zusammensetzung der Herkunftsländer sich mit der Verabschiedung des Immigration and Naturalization Act von 1965 von Europa nach Asien und Lateinamerika verschiebt. In den 1950-er Jahren setzten sich die Zuwanderer zu 75% aus Europäern, 5% Asiaten und 9% Lateinamerikanern zusammen. Bis zu den 1980-er Jahren veränderten sich die Anteile auf jeweils 23%, 26% und 44%.

Die sich verändernde Demografie fand auch in Palästina statt, wo Muslime 1945 60% der Bevölkerung stellten und Juden eine Minderheit von 31% waren. Heute ist das Land zweigeteilt; Israel ist zu 74% jüdisch und zu 21% muslimisch, während von der PA kontrollierte Gebiete ihrem Streben nach einem judenreinen Land zu 100% arabisch sind. Juden zogen ins Land, bevor der jüdische Staat wiedergegründet wurde, weil es das Zentrum des Judentums und seit 1948 eine sichere Zuflucht vor Antisemitismus ist.

Die Angst vor rassistischen Weißen und Muslimen ist nicht unbegründet, weil sie sich auf verändernde Demografie bezieht. Die Giftigkeit ihrer Emotionen zeigt sich jedoch in dem Glauben, dass ihre neuen Nachbarn inhärent problematisch sind und dass die frühere Mehrheit Opfer sind, die Schutz benötigen.

  • Für weiße Rassisten sind die Opfer Weiße, die unter einer nichtweißen Invasion leiden; für radikale Islamisten sind die Opfer die arabischen Muslime, die mit jüdisch-„europäischen Kolonialisten“ klarkommen müssen (obwohl aus Europa gekommene Juden weniger als ein Drittel der Israelis ausmachen).
  • Weiße Herrenmenschen töten Schwarze und Juden im Versuch ihre Vision eines weißen Amerika zu schützen; Jihadisten töten Juden im Versuch „Palästina vom Fluss bis zum Meer“ von jüdischen Invasoren zu befreien.
  • Die Medien prangen den Rassismus und Antisemitismus der weißen Rassisten an; die Medien und die UNO prügeln JEDOCH auf jüdische Opfer ein und schützen palästinensische Rassisten, weil sie Angst haben, das offensichtlich Böse anzuprangern würde die Möglichkeit einer Zweistaatenlösung behindern.

Die Große Ersetzungstheorie wird in den Medien falsch dargestellt. Die Grundannahme stimmt, dass die Mehrheit zur Minderheit wird. Falsch ist: Eine solche Dynamik ist von Natur aus ein Problem; ist ein ausgemachtes „Komplott der Juden“; sie beschränkt sich nicht auf weiße Rassisten; und der giftige Hass wird nur in sozialen Medien genährt, denn die Mainstream-Presse und die UNO fördern ständig Antisemitismus und die islamistische Große Ersetzungstheorie.

In der Synagoge in Pittsburgh getötete Juden, Pennsylvania 2018
Mit dem Beil getötete Juden in einer Synagoge, Jerusalem 2014

[1] Anmerkung des Übersetzers: Das ist zu pauschal verkürzt: Er sprach sich gegen illegale und unkontrollierte Zuwanderung aus, nicht gegen Immigration allgemein.
[2] Anmerkung d. Übers.: Das suggeriert, der Mann habe auf Motivation von Trump gehandelt; das halte ich für sehr unseriös.
[3] Auch hier wird Trump als Ursache suggeriert, was ich für nicht seriös erachte.

Arabisches Bündnis

gefunden auf twitter:

1944 – die Araber wollten für die Nazis die Juden bekämpfen:

Nazis um arabische Brigade gebeten
London: Nach der Ankündigung der Bildung einer jüdischen Brigade haben zahlreiche Araber und Muslime die Reichsregierung aufgefordert einen unabhängige arabische Kampftruppe in der deutschen Armee zu bilden, berichtet die deutsche Nachrichtenagentur.
Große Anzahlen an in Deutschland und Satellitenstaaten lebende Muslime haben sich bereits freiwillig gemeldet, fügte die Agentur hinzu.

1948 wollten die Araber, dass zu den Nazis gehörende Kräfte ihnen helfen die Juden zu bekämpfen.

Nazi-Kampftruppen werden Araber unterstützen
Zweihundert jugoslawische Muslime, die für die „Arabischen Befreitungskräfte“ rekrutiert wurden, kamen diese Woche auf der S.S. Augustina in Beirut an, berichtete die libanesische Presse gestern.
Es handelt sich um ehemalige MItglieder der bosnischen Truppen, die während des Krieges von Vorsitzenden den Hohen Arabischen Rates organisiert wurde, um für die Nazis auf dem Balkan zu kämpfen.

Eine Waffenstillstandslinie ist keine Grenze eines Palästinenserstaates: Widerlegung des Mythos der Grünen Linie

Chaim Lax, HonestReporting, 31.August 2022

In einem Meinungs-Artikel für die Washington Post verwies der bekannte israelische Aktivist und Journalist Gershom Gorenberg häufig auf die Grüne Linie als „Israels „Grenze“. Gorenberg ist weit davon entfernt der einzige zu sein, der die Linie, die Israel 1948 bis 1967 von seinen arabischen Nachbarn trennte, als „Grenze“ zu bezeichnen (siehe hier und hier). Selbst die Europäische Union verweist in ihren Bestimmungen dafür, welche israelischen Einheiten EU-Gelder qualiziert sind, auf Israels „Grenzen von vor 1967“.

Der Begriff „Grenze“ ist jedoch eine Fehlbenennung, weil er eine vereinbarte dauerhafter Grenzziehung zwischen zwei souveränen Einheiten bezeichnet.

In Wirklichkeit ergab sich die Gründe Linie als Ergebnis einer Waffenstillstandsvereinbarung zwischen den Israelischen Verteidigungskräften (IDF) und arabischen Armee am Ende des Unabhängigkeitskriegs von 1948.

In diesem Text werden wir einen Blick auf die Geschichte der Grünen Linie, ihren Status nach dem Sechstage-Krieg 1967 und darauf werfen, was das für zukünftige Friedensverhandlungen zwischen Israel und der palästinensischen Autonomiebehörde (PA) bedeutet.

Die Herkunft der Grünen Linie

Als der Unabhängigkeitskrieg Anfang 1949 zu Ende ging, traten Israel und seine kriegerischen Nachbarn (Ägypten, Jordanien, Syrien und der Libanon) in Waffenstillstandsgespräche ein, ein Versuch die Feindseligkeiten zu beenden und Waffenstillstands-Vereinbarungen einzuführen.

Von Februar bis Juli 1949 arbeitet Israel Waffenstillstandsvereinbarungen mit jedem seiner Nachbarn aus. Als Teil dieser Vereinbarungen wurden Waffenstillstandslinien festgelegt, die das Territorium abgrenzte, das israelische Militärkräfte von den bewaffneten Kräften seiner benachbarten arabischen Länder trennte.

Aufgrund der nachdrücklichen Forderung Ägyptens, Jordaniens und Syriens während der Waffenstillstandsverhandlungen beinhaltet jede dieser Vereinbarungen Klauseln, die unmissverständlich erklären, dass diese Linien keine offiziellen Grenzen sind und keinerlei zukünftige territoriale Ansprüche irgendeines Landes beeinträchtigen.

Die Waffenstillstandsvereinbarung, die zwischen Israel und Jordanien erzielt wurde, erklärt: „Den Demarkationslinien des Waffenstillstands … ist von den Parteien zugestimmt worden, ohne das damit zukünftige territoriale Vergleiche oder Grenzlinien oder Ansprüche einer der Parteien dazu beeinträchtigt werden.“

Er erklärt zudem, dass die Vereinbarung „ausschließlich von militärischen Überlegungen diktiert ist“ und keine Auswirkungen auf eine zukünftige Friedensregelung haben wird.

Gleichermaßen heißt es im Waffenstillstandsabkommen zwischen Israel und Ägypten: „Die Demarkationslinien des Waffenstillstands werden in keiner Weise als politische oder territoriale Grenzen gedeutet.“

Diese Interpretation der Waffenstillstandsvereinbarungen von 1949 wurde vom früheren Vizepräsidenten des Internationalen Strafgerichtshofs, Stephan Schwebel, bestätigt, der in Justice in International Law schrieb: „Die Waffenstillstandsabmkommen von 1949 bewahren ausdrücklich die territorialen Ansprüche aller Parteien und behaupten nicht endgültige Grenzen zwischen ihnen festzulegen.“

Damit sieht man, dass die Grüne Linie nie als offizielle Grenze gedacht war und einzig den Waffenstillstand zwischen Israel und seinen Nachbarn kennzeichnete, bis ein ordnungsgemäßes Friedensabkommen erreicht würde.

Trotzdem sollte die Grüne Linie die nächsten 18 Jahre, ohne dass eine Friedensregelung in Sicht war, als Trennungslinie zwischen den Israelischen Verteidigungskräften und den Militärs seiner umgebenden arabischen Nachbarn bestehen bleiben.

Resolution 242 des Sicherheitsrats: Die Grüne Linie nach dem Sechstage-Krieg

Am 5. Juni 1967 begann Israel nach einer Reihe von Ägypten begangener Kriegsakte einen Präventivschlag gegen das Land. Dem folgte bald schwerer Beschuss israelischer Streitkräfte wie zivilen Zentren durch Jordanien (obwohl Israel an Jordanien appelliert hatte sich aus dem Krieg herauszuhalten).

Aus sechs Tagen intensiver Kämpfe ging Israel siegreich hervor; es übernahm die Kontrolle über die Wüste Sinai, den Gazastreifen, die Golanhöhen, die Westbank und Ostjerusalem.

Sobald der Sechstage-Krieg endete, wurde die Grüne Linie praktisch nicht weiter existent, weil sie die Realität vor Ort nicht mehr wiedergab.

Am 22. November 1967 verabschiedete der UNO-Sicherheitsrat im Nachgang die Resolution 242. Unter anderem rief die Resolution Israel auf sich „aus in dem jüngsten Konflikt besetzten Gebieten zurückzuziehen“ und dass alle involvierten Länder „in Frieden und sicheren und anerkannten Grenzen leben“ sollten.

Obwohl manche diese Resolution so interpretieren, dass sie von Israel fordere auf die Grüne Linie zurückzukehren, war das nie ihre ursprüngliche Absicht.

In einem 1974 gegebenen Interview erklärte Lord Caradon, der britische Botschafter bei der UNO, der die Resolution 242 vorlegte, dass sie nicht zur Rückkehr auf die Grüne Linie aufruft, denn „es wäre falsch gewesen zu fordern, dass Israel auf seine Positionen vom 4. Juni 1967 zruückkehrt, weil diese Positionen nicht erstrebenswert war und künstlich waren … sie waren lediglich Waffenstillstandslinien.“

Das wurde zusätzlich von Arthur Goldberg bestätigt, dem US-Botschafter bei der UNO, der half die Resolution 242 zu formulieren; er hielt fest, dass die Resolution „das Ausmaß des Rückzugs“ nicht festlegt.

Tatsächlich versuchte die Sowjetunion zwei Tage vor der Annahme der Resolution 242 eine Resolution durchzubringen, die von Israel den Rückzug auf die Grüne Linie verlangt hätte. Dieser Vorschlag wurde rundheraus abgelehnt.

Damit betrachtet die Resolution 242 des UNO-Sicherheitsrats entgegen populärer Überzeugung die Grüne Linie nicht als wichtig und verlangt von Israel keineswegs den Rückzug auf die Waffenstillstandslinien von 1949.

Der Grund, dass Israel nicht verpflichtet wurde sich auf die Grüne Linie zurückzuziehen, lautete, dass diese Waffenstillstandslinien in Übereinstimmung mit Resolution 242 keine „sicheren Grenzen“ darstellen würden. Sollte Israel zur Grünen Linie zurückkehren, wäre die überwiegende Mehrheit ihrer zivilen Zentren unter direkter Bedrohung sowohl aus der Westbank als auch dem Gazastreifen stehen.

An seiner engsten Stelle wäre Israel zwischen Mittelmeer und seiner östlichen Grenze nur 16km breit.

Dass diese Waffenstillstandslinien, die umgangssprachlich als die „Auschwitz-Linien“ bezeichnet worden sind, nicht zu verteidigen waren, wurde von US-Präsident Lyndon Johnson im Juni 1967 festgehalten, als er sagte, ein israelischer Rückzug auf die Grüne Line wäre ein Rezept für „erneute Feindseligkeiten“.

Johnsons Kommentare wurden vom US-Generalstab in einem Telegramm bestätigt, in dem es hieß: „Von einem strikt militärischen Standpunkt aus müssten Israel einiges des eroberten Territoriums behalten, um militärisch sich zu verteidigende Grenzen zu verschaffen.“

Die Grüne Linie in zukünftigen Verhandlungen

Obwohl sie seit 1967 erloschen ist, glauben manche, die Grüne Linie werde die Grundlage einer zukünftigen Verhandlungslösung zwischen Israel und der palästinensischen Autonomiebehörde sein.

Wie schon festgehalten, würde ein Friedensplan, der die Grüne Linie zu Israel dauerhafter Grenze macht, dazu führen, dass der jüdische Staat praktisch nicht zu verteidigen ist.

Aus diesem Grund erklärte Premierminister Yitzhak Rabin 1995: „Die Grenze des Staates Israel … wird jenseits der Linien liegen, die vor dem Sechstage-Krieg bestanden.“§

Selbst währen seiner Verhandlungen mit Yassir Arafat im Jahr 2000, die weitreichende Zugeständnisse seitens Israels vorsahen, hatte Premierminister Ehud Barak nie vor einen vollen israelischen Rückzug auf die Grüne Linie vorzunehmen.

Gleichermaßen erklärte ein Brief von Premierminister Ariel Sharon an US-Präsident George W. Bush aus dem Jahr 2004: „Es ist unrealistische zu erwarten, dass der Ausgang von Endstatus-Verhandlungen ein voller und kompletter Rückzug auf die Waffenstillstandslinien von 1949 sein wird, und alle bisherigen Versuche eine Zweistaatenlösung auszuhandeln haben zu demselben Schluss geführt.“

Dieser Brief wurde später von US-Repräsentantenhaus in Resolution 460 bestätigt, dem der Senat beipflichtete.

Zu guter Letzt: Als Israel den Bau der Sicherheitsbarriere begann, um während der zweiten Intifada die Zahl der palästinensischen Terroranschläge auf israelische Zivilisten zu reduzieren, machte Ariel Sharon deutlich, dass diese zwar weitgehend die Grüne Linie als Grundlage hatte (obwohl einige sich nach Osten und Westen der Waffenstillstandslinie erstreckte), die Sicherheitsbarreir eaber keine politische Realität spiegelt; sie war einzig dazu gedacht israelischen Zivilisten Schutz zu bieten.

Wie aus der Analyse oben zu erkennen ist, war die Grüne Linie nie dazu gedacht eine permanente Grenze zwischen Israel und seinen Nachbarn zu sein. Stattdessen sollte sie vorübergehend die Stellungen der IDF und der anderen Militärs markieren, die an Israels Unabhängigkeitskrieg beteiligt waren.

Im Gegensatz zum Narrativ, das von großen Medien wie der Washington Post verbreitet werdne, war die Grüne Linie niemals eine dauerhafte Grenze.

Und keine israelische Regierung, wo immer sie im  politischen Spektrum stehen mag, wird zulassen, dass das, das einst eine Waffenstillstandslinie war, zu einer dauerhaften Grenze werden wird.

„Chaim Weizman erfand das Märchen von den 6 Millionen getöteten Juden“

Elder of Ziyon, 21. August 2022

Wie wir schon gezeigt haben, veranlasst Mahmud Abbas‘ empörender Antisemitismus in Deutschland jede Mange palästinensische und arabische Experten ihrer eigenen Holocaust-Leugnung und ihrem Antisemitismus freien Lauf zu lassen.

Dieses Beispiel von Ali Mohsen Hamid bei Rai al-Youm versucht zu beweisen, dass es in ganz Europa laut Chaim Weizmann vor dem Holocaust sechs Millionen Juden gab, daher können keine sechs Millionen Juden gestorben sein und das alles ist eine zionistische Lüge.

Hamit zitiert Weizman mit seiner Aussage bei den Anhörungen der Peel-Kommission, er habe gesagt: „Sechs Millionen Menschen, eingepfercht in Orten, an denen sie nicht gewollt sind und für den die Welt in Orte geteilt ist, an denen sie nicht leben können und solche, die sie nicht betreten dürfen.“

Dann zitiert er Weizmann bei den UNSCOP-Anhörungen zu Palästina in Lake Success, New York 1947, wo er sagt, dass sechs Millionen Juden im Holocaust ermordet wurden – und nutzt diesen „Widerspruch“ um zu behaupten, Weizmann haben sich die Zahl von sechs Millionen aus den Fingern gesaugt.

Das Zitat bei der Peel-Kommission ist korrekt – und unvollständig. Weizmann sprach nur über Juden in bestimmten Teilen Europas, wo ihre Recht stark eingeschränkt wurden und der nahm ausdrücklich die Juden in Russland und Westeuropa davon aus. In seinem Vortrag sagte er:

Polen hat etwas mehr als drei Millionen. Deutschland hatte 1932 oder 1933 in etwa 600.000, aber die Zahl hat seitdem abgenommen und befindet sich im Bereich des Judentums von Rumänien, Lettland, Litauen und Österreich. Man sieht praktisch dasselbe Bild und es ist keine Übertreibung meinerseits zu sagen, dass heute fast sechs Millionen Juden in diesem Teil der Welt dazu verdammt sind, an Orten eingepfercht zu sein, an denen sie unerwünscht sind und für die die Welt in Orte aufgeteilt ist, an denen sie nicht leben dürfen und die sie nicht betreten dürfen.

Frage: Habe ich das richtig verstanden, dass Sie der Meinung sind, die Umstände, die Sie erwähnen, wie sie auf Polen zutreffen, auch auf diese anderen von ihnen erwähnten europäischen Länder zutreffen.

Antwort: Mit der Ausnahme bestimmter kleiner Gruppen kann man fast das Gleiche sagen.

Sir Laurie Hammond: ist das in Russland der Fall?

Antwort: Ich spreche nicht von Russland, das abgeschottet ist. Da Sie so freundlich waren mich zu fragen, werde ich ein Wort über Russland verlieren. In Russland gibt es rund drei Millionen Juden. Wir haben wenig Kontakt zu ihnen. Russland ist derzeit ein abgeschottetes Land…

Auf Grundlage dieser Landkarte und in der Annahme, dass Weizmann auch Länder wie Ungarn und die Tschechoslowakei einbezog, ist die Zahl von sechs Millionen ziemlich genau.

Hamid ist offensichtlich nicht an der Wahrheit interessiert. Der Rest des Artikels ist angefüllt mit ähnlichen Lügen wie der lachhaften Behauptung, BDS wolle nur Produkte aus den Gebieten boykottieren. Er versucht zu sagen, dass Einsteins Relativitätstheorie bedeutet, man könne den Holocaust mit dem Leid der Palästinenser gleichsetzen ohne antisemitisch zu sein.

Aber israelfeindliche Propagandisten werden ein winziges Körnchen Wahrheit nehmen und ins Reich der Fantasie ausweiten, im Wissen, dass ihr Publikum beeindruckt sein wird und ihnen glauben will, solange es sich mit ihren Vorurteilen anpasst.