Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (26.07.-01.08.2015)

Sonntag, 26.07.2015:

Die Fünfte Kolonne: Arabische Knesset-Abgeordnete verurteilten den Besuch von Minister Uri Ariel auf dem Tempelberg; dieser heize die gesamte Region auf. Mit seiner Provokation (das einfache Betreten des Plateaus ist Provokation!) wolle er den Status quo verändern.

Die jordanische Regierung hat die Gewalt auf dem Tempelberg verurteilt – d.h. den Polizeieinsatz, nicht die Mordversuche und Waffenlagerung der Araber, sondern die friedlichen jüdischen Besucher, die den Tempelberg „stürmten“ und „die Heiligkeit der Al-Aqsa beschädigten“. (Wer schädigt die Heiligkeit? Ich würde sagen die, die den Ort so aussehen lassen!)

Die PA lässt wieder verkünden: Israel „verjudet“ Jerusalem, schafft falsche Geschichte und zerstört arabisch-muslimisch-palästinensische Geschichte. Die Palästinenser waren „Jahrhunderte vor den jüdischen Religion“ in Jerusalem, Israelis „stehlen Geschichte und Geografie“; die „Judaisierungs-Krake frisst die palästinensisch historischen Stätten“.

Heckmeck:
– Nach Informationen der Times of Israel sollen Israel und die PA in Amman Gespräche zwischen niedrigrangigen Vertretern führen.

Montag, 27.07.2015:

Die Fünfte Kolonne: Scheik Raed Saleh von den israelisch-arabischen Salafisten fordert von den Muslimen in Jerusalem und Umgebung, dass sie den Tempelberg gewaltsam „erobern“.

Die PA droht mal wieder: Wenn Israel weiterhin auf dem Tempelberg eskaliert, wird das schlimme Konsequenzen haben. (Man beachte: Wenn arabische Terroristen Juden angreifen, ist das Eskalation durch Israel!)

Ein muslimischer „Geistlicher“ lehrte arabische Kinder auf dem Tempelberg-Plateau Juden zu hassen und Märtyrertum und Terror zu betreiben – und die israelische (!) Polizei steht daneben und lässt ihn gewähren. Es brauchten einen arabischen Passanten, der dem Typen die Meinung geigte!

Pure Hetze: Die PA fährt aktuelle wieder eine Kampagne, dass es die jüdischen Tempel nie gab und die „Palästinenser“ schon Jahrhunderte vor den Juden in Jerusalem waren.

Auch der arabische MK Masud Ganaim behauptete im Interview mit dem Armee-Radio, dass es nie jüdische Tempel in Jerusalem gab. Außerdem seien nicht die Steine werfenden Araber, sondern die Juden das Problem.

Ein Hamas-Hetzer kündigte an, dass die Araber sich die „Angriffe“ der Juden auf die Al-Aqsa-Moschee nicht weiter gefallen lassen würden, man werde sie nicht weiter beschädigen lassen. (Auf den Fotos zu den Vorfällen von gestern sind keine Schäden an der Moschee zu erkennen, nur Schutt, den die Steinewerfer hinterließen.)

Dienstag, 28.07.2015:

Hassan Narallah wieder ganz moderat: „Das Krebsgeschwür Israel“ muss ausgelöscht werden.

Einige arabische Knesset-Abgeordnete (mehr als die Hälfte der Fraktion) trafen sich auf dem Tempelberg mit Vertretern der Waqf, um gegen jüdische Besucher auf dem Plateau zu protestieren. Dazu tauchte ein Video auf, das MK Ahmed Tibi zeigt, der fordert, jüdische Besucher auf dem Tempelberg müssten „entfernt“ werden.

Mittwoch, 29.07.2015:

Das Distriktgericht von Jerusalem wies eine Forderung der Polizei ab, zwei jüdischen Jugendlichen den Zutritt zum Tempelberg für 60 Tage zu unterlassen. Einem der Jugendlichen war vorgeworfen worden, er habe auf dem Plateau ein Schofar blasen wollen und einen Polizisten geschlagen (Letzteres erwies sich als Lüge). Das Gericht entschied, dass es keine Grundlage gibt das Blasen des Schofars zu untersagen. Dem zweiten Jugendlichen wurde vorgeworfen mit Tefillin (Gebetsriemen) auf den Tempelberg gehen zu wollen; auch dafür das zu verbieten gibt es keine Grundlage. Die Behauptung der Polizei, der Jugendliche habe während seiner Verhaftung einen Polizisten gebissen, wurde durch Videoaufnahmen widerlegt. (Es kann sein, dass er den Polizisten später biss.)

Der EU-Botschafter in Israel sieht die Zweistaatenlösung durch Baugenehmigungen in Beit-El gefährdet. Ebenso sieht er den Abriss illegaler arabischer Bauten in Susiya als Gefahr für den Frieden.
Herr Ban meint auch, er müsse die Baugenehmigungen in Beit-El als „unverantwortlich“ verurteilen – und darin auch gleich solche für Jerusalem einschließen.
Die PLO kann natürlich nicht anders und bezeichnet die Baugenehmigungen als „Kriegsverbrechen“.

Durch eine Explosion in einer Terroristenbasis der PFLP im Libanon wurden 7 PalAraber verletzt. Die PFLP behauptet, das sei ein israelischer Luftangriff gewesen. Ein Mitglied libanesischer Sicherheitskräfte sagte aber, dass die Ursache wohl eine Rakete war, die von Syrien aus geschossen wurde.

Heckmeck:
– Nach Angaben aus der PA soll Zypern eine Initiative zur Wiederbelebung des Friedensprozesses gestartet haben.

Donnerstag, 30.07.2015:

Nach Angaben arabischer Medien flog Israel gestern nicht einen, sondern zwei Angriffe auf Ziele in Syrien. Das syrische Regime redet israelischer Unterstützung für Terroristen und dem Mord an Zivilisten (merke: Terroristen sind für Araber immer Zivilisten, außer sie bekämpfen das eigene Regime).

Heute fand in Jerusalem die Gay Pride-Parade statt. Ein hareidischer Jude stach dabei sechs Personen nieder. Es stellte sich heraus, dass er einen solchen Anschlag schon vor 10 Jahren begangen hatte und gerade erst seine Strafe abgesessen hatte. Er hatte sich vor der Absperrung und den intensiven Sicherheitskontrollen in ein Geschäft begeben und wurde deshalb nicht kontrolliert. (Informationen per E-Mail von Ulrich Sahm) Die Tat wird in Israel einhellig verurteilt.

Was sind lebenserhaltende Maßnahmen? Wenn Israel sie durchführen will, sind sie „Lizenzen zum Töten“, behaupten die Terroristen, nachdem die Knesset ein Gesetz verabschiedete, dass die Gefängnisärzte Häftlinge zwangsernähren dürfen, wenn ein Gericht die Maßnahme bestätigt, damit der Gefangene sich nicht zu Tode hungert.

Freitag, 31.07.2015:

Wegen des Brandanschlags fordert die EU in Person von Frau Mogherini „Null Toleranz“ und „volle Rechenschaft“. (Zweierlei Maß: So deutlich wird von den arabischen Terroristen nichts verlangt. Zudem wird der Eindruck vermittelt, man müsse Israel dazu anhalten, das zu tun – was Unsinn ist, denn im Land selbst wird volle Aufklärung erwartet!)
Mahmud Abbas schießt wieder über das Ziel hinaus, aber dem ist ja alles recht, was irgendwie danach klingt, dass Israel als Ganzes böse ist: Er will, dass Israel wegen des Anschlags vor dem Internationalen Strafgerichtshof angeklagt wird.

Ein Einwohner von Kiryat Malachi wurde festgenommen, nachdem er in einem Facebook-Eintrag beklagte, dass der Messerstecher-Terrorist bei der Schwulenparade gestern „nicht etwas effektiver“ gewesen ist.
Der Täter selbst gab heute an, dass er staatliche Institutionen Israels nicht anerkennt, weil sie „nicht entsprechend der Thora handeln“ (wobei das in seinem Fall ganz bestimmte Auslegungen der Thora sind).

Geschichte umschreiben: Gaza

RealJStreets, Israellycool, 19. Juli 2015

Die Welt hat zugesehen, wie ISIS antike Altertümer zertrümmert. Berichte von Zerstörungen sind aus dem Irak, Nimrod, Niniveh und anderen Orten gekommen. Die Zerstörung kostbarer Artefakte im Museum von Mossul durch den Islamischen Staat hat Archäologen und Historiker-Gemeinschaften in Bestürzung versetzt.

Allerdings versucht nicht nur der Islamische Staat die Geschichte des Nahen Ostens neuzuschreiben. Die arabische Propagandamaschine ist stark damit beschäftigt Pallywood-Produktionen zu schaffen, die Israel dämonisieren und langsam Jahrtausende alte Beweise jüdischer Präsenz in „Palästina“ zu beseitigen.

Ich sage jüdischen Präsenz in „Palästina“, weil es damals, als Juden in Kfar Darom lebten, noch keinen „Israel“ genannten Staat und es kein arabisches Volk namens „Palästinenser“ gab.

Diese jüdischen Siedler von Kfar Darom waren nicht die ersten Juden im Gazastreifen. Die Bibel verweist in ihrem Vortrag der Geschichte der jüdischen Patriarchen auf das Gebiet.

Durch die Jahrhunderte hindurch behielten Jude ihre Verbindung zum Land am Meer. Es steht geschrieben, dass die Hasmonäer-Könige eine jüdische Siedlung bauten, um Handeskarawanen dort unterzubringen.

Der Talmud und die Mischna geben Hinweise auf eine jüdische Synagoge.

Der antike und unschätzbare Mosaikboden dieser Synagoge in Gaza wurde jedoch zerstört.

Ariel Sharon war im Wiederbesiedlungsprojekt des Gazastreifens aktiv. Dann, einige Jahrzehnte nach der Tatsache, entfernte Sharon in seiner Rolle als Premierminister Israels jeden einzelnen jüdischen Einwohner. Bis vor nur zehn Jahren gab es eine jüdische Präsenz im Gazatreifen, doch als die Juden ihn verließen, verloren Araber ihre Jobs und Einkommen. Die Hamas wurde als Herrscher gewählt. Abertausende Raketen wurden auf Israel geschossen. Und immer noch verdammt die Welt die israelische Besatzung.

Ryan Bellerose hat zu den Rechten der Juden an Israel als einheimischem Volk hier auf Israellycool geschrieben.

Aber mehr und mehr Menschen glauben der umgeschriebenen Geschichte, die aus der arabischen Propagandamaschine kommt.

Die Regierung Palästinas gab Yosef am 26. Oktober 1922 eine provisorische Bescheinigung seiner palästinensischen Staatsbürgerschaft. Er war einer der vielen Juden, die Ende des 19. Jahrhunderts geboren wurden und im Gazastreifen lebten.

Werden sie mit der Zerstörung der Beweise des jüdischen Volks im Gazastreifen die Geschichte erfolgreich neu schreiben?

Fotos und Video: The Gush Katif Museum in Nitzan
Update (22.07.2015): Foto des Staatsbürgerschafts-Fotos

 

Arabische Einwanderung in das historische Palästina: ein Überblick

Richard Mather, Jewish Media Agency, 31. Mai 2015

Es gibt ein altes und seltenes Buch namens „Palestina ex monumentis veteribus illustrata“, geschrieben von Hadriani Relandi (einem Kartenzeichner und Wissenschaftler aus Utrecht) und 1714 veröffentlicht. Es dokumentiert Relandis Reise nach Palästina in den Jahren 1695/96. Auf seinen Reisen untersuchte er 2.500 Orte, die im Tanach und/oder der Mischnah erwähnt werden; und er führte eine Zählung der Menschen durch, die in solchen Orten wohnten. Er machte einige sehr interessante Entdeckungen. Zunächst einmal entdeckte er, dass nicht eine einzige Siedlung in Palästina einen Namen arabischen Ursprungs hatte. Stattdessen waren die Namen aus dem Hebräischen, Lateinischen und Griechischen abgeleitet.

Eine weitere interessante Entdeckung war die auffällige Abwesenheit einer größeren muslimischen Bevölkerung. Stattdessen stellte er fest, dass die meisten Einwohner Palästinas Juden waren, dazu einige Christen und ein paar Beduinen. Nazareth war Heimat für weniger als eintausend Christen, während in Jerusalem 5.000 Menschen lebten, die meisten Juden. Gaza war Heimat für rund 250 Juden und etwa die gleiche Zahl an Christen. Die einzige Ausnahme war Nablus, wo um die 120 Muslime lebten, zusammen mit einer Hand voll Samaritaner, deren Vorfahren zu den nördlichen Stämmen Israels gehörten.

Fasziniert von den Feststellungen in Relandis Buch suchte ich nach weiteren Quellen aus erster Hand wie Reiseberichten, Regierungsberichten und Volkszählungen. Ich war nicht sicher, dass ich irgendetwas finden würde. Doch es gibt eine überraschende Menge an Daten und Anhaltspunkten. Und die gesamten Belege legen nahe, dass die Mehrheit der nicht jüdischen (d.h. arabisch-muslimischen und christlichen) Einwanderung nach Palästina Mitte oder Ende des 19. Jahrhunderts begann.

Unter Rückgriff auf die Arbeit des Statistikers und Demographen Roberto Bachi wird geschätzt, dass es 1540 in Palästina 151.000 nicht jüdische Einwohner gab. (Einige Quellen deuten an, dass viele davon Nachkommen von Juden waren, die nach der fehl geschlagenen Bar Kochba-Revolte im Jahr 136 in Palästina verblieben, aber gezwungen worden waren zum Islam zu konvertieren.) Bis 1800 war die nicht jüdische Bevölkerung auf etwa 268.000 angewachsen, verstärkte sich bis 1890 auf 489.000, bis 1922 auf 589.000 und bis 1948 auf knapp über 1,3 Millionen. Die weit überwiegende Mehrheit dieser nicht jüdischen Einwanderer waren Muslime. All dies legt nahe, dass die meisten der muslimischen (und christlichen) Einwohner Palästina Einwanderer jüngeren Datums waren und NICHT seit Genrationen dort lebten, wie manchmal gesagt wird. Darüber hinaus zeigen die Zahlen, dass arabische Einwanderung ein rasch steigender Trend war, angetrieben von äußeren Umständen. Aber welchen?

Erst einmal waren mehrere Tausend Kleinbauer in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Palästina gekommen, um der Wehrpflicht, Zwangsarbeit und den Steuern in Ägypten zu entkommen. Zweitens transfeierten die ottomanischen Behörden Anfang des 20. Jahrhunderts sehr viele Menschen aus Marokko, Algerien und Ägypten nach Palästina, zum Teil, um die jüdische Einwanderung zu überflügeln. Drittens war das zionistische Projekt für Araber sehr attraktiv, die von den guten Löhnen, Gesundheitsvorsorge und sanitären Anlagen nach Palästina gezogen wurden, die die Juden boten. In der Tat fiel die muslimische Kindersterblichkeitsrate in Palästina von 201 pro 1.000 im Jahr 1925 auf 94 pro 1.000 im Jahr 1945. Unterdessen stieg die Lebenserwartung von 37 auf 49 Jahre.

Darüber hinaus nahm die arabische Bevölkerung Palästinas am meisten in Städten zu, in denen es große Zahlen an Juden gab, was ein starker Hinweis darauf ist, dass es Araber wegen der Zionisten nach Palästina zog. Zwischen 1922 und 1947 wuchs die arabische Bevölkerung in Haifa um 290 Prozent, in Jaffa um 158 Prozent und in Jerusalem um 131 Prozent. Bezeichnenderweise war das Wachstum in mehrheitlich arabischen Städten weit weniger dramatisch: 37 Prozent in Bethlehem, 42 Prozent in Nablus und 78 Prozent in Jenin.

Während der britischen Zivilverwaltung in Palästina (von 1920 bis 1948) war der jüdischen Einwanderung Einschränkungen unterworfen, um die arabischen Unruhestifter zu beschwichtigen. Die Lage bezüglich der Ansiedlung war weit laxer. Der Historiker und Autor Freddy Leibreich behauptet, es gab beträchtliche arabische Einwanderung aus der Region Hauran in Syrien während der Mandatszeit – und dass die britischen Behörden davor die Augen zudrückten.

Einige aber nehmen Notiz. Die Hope Simpson Enquiry (1930) stellte fest, dass es beträchtliche illegale arabische Einwanderung aus Ägypten, Transjordanien und Syrien gab, was die Aussichten der jüdischen Einwanderer negativ beeinflusste und zur arabischen Gewalt gegen Juden beitrug. Der britische Gouverneur des Sinai von 1922 bis 1936 bekräftigte die Ansicht, dass unkontrollierte arabische Einwanderung stattfand, wobei die meisten Einwanderer aus dem Sinai, Transjordanien und Syrien kamen. Und die Peel-Kommission berichtete 1937, dass ein „Land-Defizit“ bestand, „weniger wegen der Menge an Land, das von Juden erworben wurde, als infolge der Zunahme der arabischen Bevölkerung“.

Die Einwanderung ging so weiter, bis die Juden 1948 ihre Unabhängigkeit erklärten. Die Tatsache, dass arabische (weithin muslimische) Einwanderung bis direkt zur israelischen Unabhängigkeit weiter ging, wird von der UNO-Klausel bekräftigt, dass jeder arabische Flüchtling, der lediglich zwei Jahre vor der jüdischen Unabhängigkeit in Palästina lebte, Anspruch auf Flüchtlingsstatus hatte. Nach Angaben der UN Relief and Works Agency werden palästinensische Flüchtling so definiert: „Personen, deren normaler Wohnort in der Zeit vom 1. Juni 1946 bis zum 15. Mai 1948 Palästina war und die als Ergebnis des Konflikts von 1948 sowohl Haus als auch Lebensunterhalt verloren.“

*

Wenn es in Palästina im 16. und 17. Jahrhundert sehr wenige nicht jüdische Einwohner gab, was geschah mit den arabischen Invasoren, die 629 ankamen? Nun, zunächst einmal blieben sehr wenige dieser Invasoren in Palästina. Viele wurden zu abwesenden Landbesitzern, die einheimische Pächter nutzten, um ihren Grundbesitz zu bestellen und die Dhimmi-Steuer zu zahlen. Das ist der Grund, dass Palästina – zusammen mit Ägypten und Syrien – mehrere Jahrhunderte lang überwiegend christliche blieb. Es ist aber möglich, dass nach der muslimischen Zurückeroberung 1187 viele jüdische und christliche Einwohner Palästinas gezwungen wurden zum Islam zu konvertieren, womit die Zahl der muslimischen Einwohner in die Höhe getrieben wurde. Palästinas Bevölkerung nahm allerdings am Mitte des 14. Jahrhunderts ab – zu großen Teilen durch den Schwarzen Tod, der von Osteuropa und Nordafrika hereinschwappte, sich nach Gaza fortpflanzte und dann seinen Weg nach Palästina, in den Libanon und nach Syrien fand. Da sich niemand um das Land kümmern konnte, wurden viele Bereiche malariaverseucht, besonders im nördlichen Palästina, das weithin unbewohnbar wurde. Die Entvölkerung ging als Folge der Invasion des Mohammed Ali von Ägypten im Jahr 1831 und die folgende Bauernrevolte des Jahres 1834 weiter, was die männliche Bevölkerung Palästinas um rund 20 Prozent verminderte, weil große Zahlen an Bauern entweder nach Ägypten deportiert oder ins ägyptische Militär verpflichtet wurden. Viele andere verließen ihre Bauernhöfe und Dörfer, um sich den Beduinen anzuschließen.

Es wäre klar aussichtslos zu argumentieren, dass es im späten 19. Jahrhundert und Anfang des 20 Jahrhunderts wenige in Palästina lebende Araber gab, doch die Zahlen zeigen, dass die arabische Bevölkerung Palästinas sich Jahrhunderte lang in einem Status des Flusses gewesen ist und dass die überwiegende Mehrheit aus Migranten aus dem Rest der arabischen Welt und/oder dem ottomanischen Reich war. Das ist wichtig, denn es sagt uns, dass die postmoderne Vorstellung einer tief verwurzelten palästinensischen-arabischen Geschichte und Kultur erlogen ist. Alle Belege deuten auf die auffällige Abwesenheit arabischer Kultur im Palästina des späten 17. Jahrhunderts hin; und selbst im 18. Und 19. Jahrhundert waren die arabischen Einwohner Palästinas keine Einheimischen, sondern spät Gekommene. Das erklärt, warum die Araber historisch nie von einer palästinensischen Identität sprachen – denn es gab keine. Sie waren Ägypter, Syrer, Marokkaner, Iraker und ottomanische Araber und viele von ihnen bekundeten dem Konzept des Großsyrien Loyalität. Fakt ist, dass die Araber es bis in die 1960-er Jahre hinein ablehnten sich Palästinenser zu nennen, weil es ein Name war, der den Juden vorbehalten war! Es scheint heute urkomisch, aber Immanuel Kant, der deutsche Philosoph des 18. Jahrhunderts, die Juden in Europa als „unter uns lebenden Palästinenser“ bezeichnete.

Nicht vor Mitte der 1960-er Jahre – fast zwei Jahrzehnte nachdem Israel sein Unabhängigkeit erklärte – entstand eine kohärente (und sehr gewalttätige) palästinensisch-arabische Identität. Doch selbst noch in den 1970-er Jahren war die Vorstellung eines palästinensischen Volks nicht mehr als ein terroristisches Konstrukt, das dazu geschaffen war jüdische Ansprüche auf das Land Israel auszuhöhlen. In einem Interview mit einer niederländischen Zeitung gab Zahir Muhsein vom PLO-Exekutivkomitee 1977 zu: „Das palästinensische Volk existiert nicht“. Dann fügte er an: „Die Gründung eines Palästinenserstaats ist nur ein Mittel zur Fortsetzung unseres Kampfes gegen den Staat Israel.“

Ob die arabisch-palästinensische Identität im 21. Jahrhundert in etwas Konstruktiveres anwächst, bleibt abzuwarten werden.

Eine Reise und Volkszählung in Palästina 1695: Kein Zeichen von arabischen Namen oder von Palästinensern

Avi Goldreich, the palestine-israel conflict, 27. April 2014 (hebräische Version hier)

Die Zeitmaschine ist ein Gefühl, das in mir nistet, wenn ich den Laden für alte Bücher von Herrn. Hobber in Budapest besuche. Hobber lernte meine Eigenarten kennen und nach der ersten Begrüßung und dem Glas Mineralwasser (Herr Hobber ist Veganer) führt er mich die Treppen hinab in den riesigen Keller, zur jüdischen „Abteilung“.

Die jüdische Abteilung ist ein Raum voller antiquarischer Bücher zu Themen, die Herr Hobber als jüdisch betrachtet. Unter den Büchern gibt es einige, die nicht einmal ihren Ledereinband wert sind. Manchmal jedoch kann man dort echte Kulturschätze finden. Viele er Bücher sind Heilige Bücher, die aus Archiven von Synagogen gestohlen sein könnten: Talmud, Bibel, Mischnah, alte Siddur im aschkenasischen Stil und weitere. Gewöhnlich öffne ich sie, um zu sehen wird der Besitzer ist; wer war der Bar Mitzwa-Junge, der das Buch vor zweihundert Jahren erhielt und an wen gab er das Buch am Ende seiner Tage weiter? Es ist schlicht Neugier.

Viele der Bücher sind in deutscher Sprache geschrieben. Es sind Bücher jüdischen Grübelns, geschrieben von Christen oder assimilierten Juden. Mnachmal kann man einen von Hand geschriebenen Talmud-Band finden, der sehr teuer ist; Tausende Euro, in eine besondere Vitrine gestellt. Hobber kannte ihren Wert. Manchmal kann man ein Schnäppchen finden, so das Buch Palestina von Hadriani Relandei – sein ursprünglicher, professioneller Titel lautete Palaestina, ex monumentis veteribus illustrata, veröffentlicht von Trajecti Batavorum veröffentlicht (Ex Libraria G. Brodelet, 1714). Man kann solche Originalbücher nur an ein paar wenigen Orten auf der Welt finden, auch an der Universität Haifa.

[Der ursprüngliche Linke zu Orten, wo das Buch und Angaben zum Autor usw. zu finden waren, jetzt nicht mehr aktiv: http://libri-antichi.posizionamento-web.it/palaestina-ex-monumentis-veteribus-illustrata.html]

Der Autor Relandi[1], ein echter Wissenschaftler, Geograph, Kartograph und bekannter Philologe, sprach perfekt Hebräisch, Arabisch und Altgriechisch sowie die europäischen Sprachen. Das Buch wurde in Latein geschrieben. 1695 wurde er auf eine Sightseeing-Tour nach Israel geschickt, das damals Palestina genannt wurde. Auf seinen Reisen besichtigte er ungefähr 2.500 Orte, an denen Menschen lebten und die in der Bibel oder der Mischnah erwähnt werden. Seine Untersuchungsmethode war interessant.

Zuerst zeichnete er eine Landkarte das Landes Israel.

Dann identifiziert Relandi jeden der in der Mischnah oder dem Talmud erwähnten Orte zusammen mit der Originalquelle. War die Quelle jüdisch, listete er sie zusammen mit dem zugehörigen Satz in den Heiligen Schriften auf. War die Quelle römisch oder griechisch, gab er die Verbindung in Griechisch oder Latein an.

Drittens gestaltete er einen Überblick über die Bevölkerung und die Volkszählung für jede Gemeinde.

Seine markantesten Schlüsse

1. Nicht eine einzige Siedlung im Land Israel hat einen Namen arabischen Ursprungs
Die meisten der Siedlungsnamen entstammen dem Hebräischen, Griechischen, Lateinischen oder Römische. Fakt ist, bis heute hat mit Ausnahme von Ramallah keine arabische Siedlung einen Namen, der aus dem Arabischen stammt. Bis heute sind die meisten Siedlungsnamen hebräischen oder griechischen Ursprungs, in sinnlose arabische Namen entstellt. Es gibt für Namen wie Akko (Acre), Haifa, Jaffa, Nablus, Gaza oder Jenin keine Bedeutung im Arabischen; auch Städte, die Ramallah, El-Halil oder El-Quds (Jerusalem) heißen, fehlen historische Wurzeln oder arabische Philologie. 1696, als Relandi das Land bereiste, wurde zum Beispiel Ramallah Bet’allah genannt (aus dem Hebräischen Namen Beit-El) und Hebron hieß Hebron (Hevron); die Araber nannten die Mearat HaMachpelah (Patriarchenhöhle) „El-Chalil“, was ihr Name für den Stammvater Abraham ist.

2. Das meiste Land war leer, öde

Der größte Teil des Landes war leer, öde und die Einwohnerzahl gering; sie konzentrierten sich hauptsächlich in den Städten Jerusalem, Akko, Tzfat (Safed), Jaffa, Tiberias und Gaza. Die meisten Bewohner waren Juden und der Rest Christen. Es gab wenige Muslime, zumeist nomadisierende Beduinen. Nablus, das auch Schechem heißt, war die Ausnahme; dort lebten ungefähr 120 Menschen, Mitglieder der muslimischen Familie Natscha, außerdem rund 70 Schomroniten.

In der Hauptstadt Galiläas, Nazareth, lebten rund 700 Christen und in Jerusalem etwa 5.000 Menschen, die meisten Juden und einige Christen.

Der interessante Teil war, das Relandi die Muslime als nomadisierende Beduinen erwähnte, die als Verstärkung der Arbeitskräfte in Bau und Landwirtschaft sowie als Saisonarbeiter in die Gegend kamen.

In Gaza lebten z.B. rund 550 Menschen, 50 Prozent Juden und der Rest zumeist Christen. Die Juden wuchsen un darbeiteten in ihren gut gedeihenden Weinbergen, Olivenbaum-Plantagen und Weizenfeldern (erinnern Sie sich an den Gush Katif?); die Christen arbeiteten im Handel und Transport der Erzeugnisse und Waren. Tiberias und Tzfat waren weitgehend jüdisch und mit Ausnahme der Erwähnung von Fischern auf dem See Genezareth – dem Galiläischen Meer – als traditionellem Beruf in Tiberias werden keine Berufe erwähnt. Eine Stadt wie Um el-Fahem war ein Dorf, in dem zehn Familien, insgesamt rund fünfzig Personen, allesamt Christen, lebten; in dem Dorf gab es auch eine kleine maronitische Kirche (Die Schehada-Familie).

3. Kein palästinensisches Erbe bzw. palästinensische Nation

Das Buch widerspricht komplett jeder postmodernen Theorie, die ein „palästinensisches Erbe“ oder eine palästinensische Nation geltend macht. Das Buch stärkt die Verbindung, Bedeutung, Verwandtschaft des Landes Israel zu den Juden und den absoluten Mangel an arabischem Eigentum; diese raubten den lateinischen Namen Palestina und übernahmen ihn für sich.

In Granada (Spanien) kann man z.B. arabisches Erbe und Architektur sehen. In großen Städten wie Granada und dem Land Andalusien, auf Bergen und an Flüssen wie dem Guadalajara kann man echtes arabisches Kulturerbe finden: Literatur, monumentale Werke, Ingenieurskunst, Medizin usw. Siebenhundert Jahre arabischer Herrschaft in Spanien hinterließen ein arabisches Erbe, das niemand ignorieren, verstecken oder tarnen kann. Aber hier, in Israel, gibt es so etwas nicht! Nada, wie die Spanier sagen! Keine Städtenamen, keine Kultur, keine Kunst, keine Geschichte und keine Beweise arabischer Herrschaft; nur riesiger Raub und Plünderung; Diebstahl der heiligsten Stätten der Juden, Raub des verheißenen Landes der Juden. Zuletzt unter Schirmherrschaft aller möglicher postmoderner Israelis – die uns auch unsere jüdische Geschichte kapern und uns ihrer berauben.
Fußnote:

[1] Aus http://www.answers.com: „Adrian Relandi (1676-1718), niederländischer Orientalist, wurde in Ryp geboren, stuiderte in Utrecht und Leiden und war Professor für orientalische Sprachen, sukzessive in Harderwijk (1699) und Utrecht (1701). Seine wichtigsten Werke waren Palaestina ex monumentis veteribus illustrata (Utrecht 1714) und Antiquitates sacrae veterum Hebraeorum.“

Wo es wirkliche Apartheid gibt…

Der heiligste Ort der Juden ist der Tempelberg. Dort tummeln sich Muslime. Dort sind Besucher aus aller Welt zu finden, die nicht von Juden belästigt werden (sondern von Muslimen). Die Westmauer („Klagemauer“) wird von Menschen jeglichen Glaubens besucht, die kommen wollen. Synagogen schließen keinen Nichtjuden von Besuchen aus.

Anders hier:

Apartheid_Mekkanach Mekka: nur für Muslime
abbiegen (nach Jiddah): verpflichten für ale Nichtmuslime

(gefunden auf Facebook)

 

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (21.-28.06.2015)

Sonntag, 21.06.2015:

Der arabische MK Basel Ghattas will sich auf das Terrorschiffer-Boot begeben und droht Israel mit Gewalt, sollte das Schiffchen aufgebracht werden.

Was auch sonst? Die Hamas applaudiert begeistert dem Attentäter von heute.

Montag, 22.06.2015:

Die Fünfte Kolonne: Die „Vereinte Arabische Liste“ in der Knesset machte Dampf für die Terrorschiffer von der aktuellen Gaza-Flottille. Israels Blockade sei ein Verbrechen, ließen sie wissen und tönten, dass sie die Mitfahrt von MK Ghattas auf dem Terrorschiffchen unterstützen.

Dienstag, 23.06.2015:

Israel returnierte 19 konfiszierte Fischerboote in den Gazastreifen.

Es befinden sich mal wieder arabische Terrorhäftlinge in israelischen Gefängnissen im Hungerstreik. Ein arabischer Knessetabgeordneter drohte Ärzten, die überlegen, diese Häftlinge zwangszuernähren mit Mord.

Die aktuellen Terrorschiffer sind sich ziemlich sicher, dass Israel sie wegen internationalen Drucks nicht abfangen wird.

Mittwoch, 24.06.2015:

Die IDF hat den Soldaten Oron Shaul für tot erklärt; seine Leiche (sowie die eines weiteren Soldaten) hatte die Hamas nie freigegeben. Jetzt behaupten die Terroristen, der Soldat sei noch am Leben.

Eine Umfrage zeigt, dass nur noch 51% der Israelis die Zweistaatenlösung unterstützen (letztes Jahr waren es noch 61%). 54% sind dagegen, die „Siedlungen“ alle abzureißen (38% sind dafür). 56% der PalAraber sagen, Israel plane Judäa und Samaria zu annektieren und die Araber zu vertreiben.

Mahmud Abbas hat offenbar alle israelischen „Ramadan-Zugeständnisse“ abgelehnt und sorgt dafür, dass die PalAraber sie nicht wahrnehmen.

Die Hamas hat neue Fotos von Terroristen veröffentlicht, die in den Tunneln des Gaza-Grenzgebiets trainieren.

Donnerstag, 25.06.2015:

Jordanische Medien sind verärgert, dass die israelische Botschaft gegen ihr boshaftes Preisen von Palästinenser-Terror protestiert. Al-Dustur schimpft, die Israelis würden unbewaffnete Unschuldige ermorden, sie von ihrem Land vertreiben und ihre heiligen Städten schänden.

Die Fünfte Kolonne: Die arabischen Knesset-Abgeordneten blieben der Rede von Bundestagspräsident Lammert im israelischen Parlament fern. Der Besuch des Bundestagspräsidenten sei ein „diplomatisches Ereignis“ und diene israelischer Propaganda. Daran wollten sie sich nicht beteiligen.

Eine Drohne aus dem Gazastreifen drang in den israelischen Luftraum ein und stürzte ab, bevor die IDF entscheiden konnte, ob sie sie abschießt oder nicht.

Die PA hat offiziell die ersten Dokumente gegen Israel beim ICC eingereicht.

Ein arabischer Mob randalierte an der Quelle, an der letzte Woche ein 25-jähriger Israeli ermordet und sein Freund verletzt wurde. Offenbar versuchten die Araber die historische Quelle trockenzulegen.

Die PA veranstaltet in Abu Dis bei Jerusalem ein Jugend-Fußballturnier. Die Mannschaften des Turniers sind nach „Märtyrern“ (terroristischen Mördern von Juden) benannt, einer davon der Terrorist, der im Herbst versuchte Yehuda Glick zu erschießen.

Samstag, 27.06.2015:

Der Islamische Jihad droht damit den Waffenstillstand im Gazastreifen zu beenden, sollte Terrorführer Khader Adnan bei seinem Hungerstreik sterben. (Aber den Mann zu retten, wollen sie Israel genauso wenig erlauben…)

Sonntag, 28.06.2015:

Die Fatah-Terroristen zeigten stolz einem iranischen Reporter einen Tunnel im Gazastreifen, den sie gebaut haben. Er soll 3 km lang sein. Und sooo friedlich…!

Während der letzten zwei Wochen hat es auf dem Ölberg 90 Grabschändungen gegeben. Außerdem gab es 300 Vorfälle mit Steinwürfen in „Ost“-Jerusalem.

Ein Hamas-Führer bestätigte indirekte Gespräche mit Israel, um die Spannungen zu senken.