Warum linker Antizionismus Antisemitismus ist

Palästinensisch-arabische Propaganda, antisemitische Radikalisierung der Linken

Daniel Greenfield, Sultan Knish, 18. Oktober 2009

In klarer Demonstration, wie „progressiv“ sie wirklich ist, arbeitet die antiisraelische Linke hart daran einen mittelalterlichen Ritualmord-Vorwurf wiederzubeleben. Zuerst wiederholte die schwedische Zeitung Aftonbladet palästinensisch-arabische Propaganda über medizinisch unmöglichen Organdiebstahl; und dann druckte das vom Saddam-Unterstützer Alexander Cockburn betriebene linke Magazin Counterpunch einen Artikel ab, der tatsächlich mittelalterliche Ritualmord-Vorwürfe gegen Juden als Beweis benutzt.

Es gibt etwas Frappierendes an der antisemitischen Radikalisierung in der Linken, die so extrem ist, dass sie, nachdem die Beschuldigung Organdiebstahl als modernen Ritualmord-Vorwurf genutzt wurde, auch noch versucht mittelalterliche Ritualmord-Vorwürfe wiederzubeleben und zu legitimieren.

Linke wie Alexander Cockburn behaupten natürlich, dass sie keine Antisemiten sind, sondern Antizionisten. In der Tat veröffentlichte Cockburn ein Buch, „The Politics of Anti-Semitism“, das dieser Prämisse gewidmet ist. Aber so unglaubwürdig wie die Prämisse, dass ein enthusiastischer Verteidiger Saddam Husseins wie Cockburn und so viele der Linken, die doch wie besessen Israel wegen Menschenrechtsverletzungen angreifen, kein zweierlei Maß zur Schau stellen … das Argument „antizionistisch, nicht antisemitisch“ löst sich in Nichts auf, wenn man Artikel veröffentlicht, die mittelalterliche Ritualmord-Vorwürfe gegen Juden wiederbeleben, die als Quellen einen Israel Shamir haben – das Pseudonym eines schwedischen Neonazis und weiterem regelmäßigen Autor für Counterpunch, der Artikel über Juden schreibt, die so charmante Überschriften tragen wie „Die Vampir-Killer“, „Brunnen vergiften“, „Kugel-Esser“ und „Blut in den Adern erstarren lassendes Verleumdung“.

Cockburn und seinesgleichen sind schlicht die Führungsgruppe des linken Antisemitismus, die in die verdorbensten Brunnen des Fanatismus eintauchen und ohne Scham die faulenden Früchte von Goebbels und den Protokollen der Weisen von Zion ernten. Wie ein großer Teil der europäischen Linken beginnt die amerikanische extreme Linke die Vortäuschung des „Antizionismus ist kein Antisemitismus“ zugunsten des reinen „mittelalterlichen“ Zeugs fallenzulassen, was ihnen hilft die Muslime an Bord zu bekommen, während man den Krieg direkt zu ihren jüdischen Kritikern trägt. Ungenierten Antisemitismus zu begrüßen erlaubt der Linken jegliche Defensive bezüglich der Doppelstandards abzuwerfen, den sie gegenüber Israel noch behielten und einfach die Juden als Ganzes zu verdammen.

Hamas weiter gehende Kampagne der Gewalt gegen Israelis

Aber dieselbe Haltung ist in subtilerer Form in der Linken im Allgemeinen überall vorhanden. Nehmen wir den Besuch Mia Farrows im Gazastreifen, wo sie natürlich Israel dafür verurteilte, dass es seine Grenze mit der von der Hamas geführten Territorium schließt. Hielt sie inne, um die fortgesetzte Gewaltkampagne der Hamas gegen Israelis zu verurteilten? Ja klar.

Farrow kritisierte auch die militanten Raketen und riet den Gazanern „der internationalen Gemeinschaft nicht die Munition zu liefern, euch in negativem Licht zu sehen“. Sie zu stoppen, sagte sie, könnte zu mehr internationaler Hilfe führen.

Sie verurteilte die Raketenangriffe der Hamas auf zivile Städte nicht, weil sie falsch sind. Nein, sie verurteilte sie, weil sie befangenen Leuten „Munition“ geben, die ansonsten nicht gewalttätigen und idealistischen Hamas-Terroristen „in einem negativen Licht“ zu sehen. Und natürlich: Wenn die Hamas aufhören würde, würde ihnen mehr Hilfe zukommen.

Das dem innewohnende zweierlei Maß spricht Bände über Farrows Sicht gegenüber dem Recht der Juden und der palästinensischen Araber zu leben. Das ist aber kaum einzigartig für eine mittelgradig unbedeutende Hollywood-Schauspielerin, denn es ist die alltägliche Gesinnung der Linken, dass Israel kein Recht hat das Leben seiner Bürger zu verteidigen; schließlich ist deren Leben irgendwie weniger wert als das der sie Angreifenden. Das ist natürlich keine neue Haltung, nur eine alte, die unter der Linken einmal mehr in de Vordergrund rückt.

Historisch war der Antisemitismus eine übliche Einstellung eines Teils der europäischen Linken gegenüber den Juden, die für ihren Widerwillen sich in den Strom der Arbeiter, Anwälte und Bauern zu assimilieren, der der Linken so am Herzen liegt; und natürlich wegen ihres Kapitalismus. Pamphlete und Bücher von Sozialisten und Marxisten enthielten regelmäßig antisemitische Beschimpfungen … lange bevor sie es schafften den Zionismus als Thema zu übernehmen. Marx selbst benutzte eine Sprache gegenüber den Juden, die nicht allzu weit von dem entfernt war, was Goebbels im nächsten Jahrhundert vorlegte. Im frühen 20. Jahrhundert unterstützten die Kommunisten regelmäßig russische und arabische Pogrome gegen Juden. Fakt ist, dass diese Unterstützung in New York zum Boykott des kommunistischen Revolverblatts „The Daily Worker“ durch Zeitungsverkäufer führte, was dessen Verbreitung praktisch zur Strecke brachte.

Linker Antisemitismus begann im 20. Jahrhundert etwas zurückzugehen, als die Linke ihre Ziele der Zerstörung des Judentums in Europa und Amerika erreichte und eine große Zahl von Juden in die Reihen der sozialistischen Bewegung rekrutierte. Eine Reihe von Taktiken wurde genutzt, von den direkten Säuberungen der UdSSR, die ihre „jüdische Sektion“ einsetzte, um Synagogen zu schließen, die jüdische Geistlichkeit ins Gefängnis zu stecken und hinzurichten und alle zionistischen Bewegungen zu ächten, bis hin zur Nutzung sozialistischer antijüdischer Zeitungen in Europa und Amerika wie den Forward, der ein jüdisches Publikum suchte, die regelmäßig das Judentum verspottete und den Sozialismus als die einzige Antwort anpries.

Israel aber repräsentierte einen fundamentalen Bruch der sozialistischen Agenda, die verlangte, dass die Juden sich assimilieren, ihre religiösen Überzeugungen aufgeben und daran arbeiten den Sozialismus in den Ländern aufzubauen, in denen sie leben. Stattdessen gewann Israels Wiederaufbau einen großen Schub von Juden, die der deutschen sozialistischen und russisch-kommunistischen Bewegung „den Rücken kehrten“ und daran arbeiteten ihr eigenes Land aufzubauen. Und das ist eine „Ketzerei“, die die Linke den Juden nie vergeben hat.

Die Agenda der Linken war ein Ende von Ethnie und Religion, eine einzige Weltregierung, in der alle Brüder sein würden. Israel wiederherzustellen widersetzte sich dieser Agenda. Es war separatistisch und nationalistisch und als die UdSSR auf die arabische Welt setzte – da war für die Linke alles klar. Israel musste der Feind der Linken sein. Der Verlauf der Zeit hat die Etiketten ausgetauscht, damit sie mit den politischen Trends übereinstimmen. Aber hinter all dem steckt der alte, klassische Antisemitismus des Karl Marx, der die Juden für die Popularisierung des Kapitalismus verantwortlich machte; dazu schrieb er: „Der Gott der Juden ist säkularisiert und zum Gott dieser Welt geworden… Geld ist der eifersüchtige Gott der Juden.“

H.G. Wells, der große Glaubende, dass die gesamte Mensch von einem wohlwollenden Eine-Welt-Staat regiert werden muss, erklärte die Position der Linken sehr deutlich in „The Shape of Things to Come“. Und diese Haltung ist es wert gehört zu werden, denn unter all dem heuchlerischen Nonsens über die Menschenrechtsverletzungen, den die Linke aus allen Ecken speit … wird der Groll der Linken gegen die Juden offengelegt … und wie der Antisemitismus der Linken mit ihren Antizionismus verbunden ist.

Die Juden waren in der Lage gewesen sich als Volk getrennt zu halten, eigenartiges Essen zu essen und bestimmten religiösen Bräuchen zu folgen, eine Nation innerhalb der Nation, in jedem Staat der Welt. Sie waren für Staatsmänner ein immerwährendes Reizmittel gewesen, überall ein Bruch der kollektiven Solidarität…

Es hätte vorgeschlagen werden können, dass ein derart weit verstreutes Volk eine kosmopolitische Mentalität hätte entwickeln und eine geeignete Binde-Organisation für viele Zwecke der Welt hätte formen können, aber ihre besondere Kultur der Isolation war so stark, dass sie dies weder taten noch darum bemüht zu sein schienen. Nach dem Weltkrieg spielten die orthodoxen Juden jedoch nur eine schwache Rolle bei den anfänglichen Versuchen einen modernen Staat zu formulieren, weil sie weit mehr mit einem Traum namens Zionismus beschäftigt waren… Dieser betonte ihre traditionell willentliche Trennung vom Hauptteil der Menschheit. Es reizte die Welt sich fast unmerklich und unheilbar gegen sie zu stellen.

H.G. Wells Argument gegen Israel ist auch sein Argument gegen die Juden. Sie sind ein und dasselbe, beide verurteilt, weil sie die „kollektive Solidarität“ untergraben, weil sie es verfehlen „kosmopolitisch“ zu sein und zu helfen die Welt in den von Wells vorgesehenen sozialistischen modernen Staat zu verbinden.

Und bis heute charakterisiert die Linke Juden als gut oder schlecht auf Grundlage von deren Bereitschaft sich zu assimilieren, ihre markanten religiösen Gebräuche abzulegen und zu helfen den „Modernen Staat“ zu schaffen. Gute Juden helfen, den „Modernen Staat“ zu ermöglichen. Schlechte Juden halten an religiösen Bräuchen fest und sind pro-Israel und untergraben daher den „Modernen Staat“.

Es ist ebenfalls bemerkenswert, dass trotz all der angeblichen Progressivität und Futurismus des H.G. Wells seine Sicht der Juden so mit mittelalterlicher Engstirnigkeit angefüllt ist wie Counterpunch heute davon schreibt, dass Juden menschliches Blut trinken. Aber die Progressivität der Linken ist immer vorgetäuscht gewesen, ihr Ursprung ist in einem primitiven Traum eines Staates aufgeklärter Menschen verwurzelt, die den menschlichen Pöbel zu ihren Füßen beaufsichtigt. Eine Vision, die vormodern und fundamental feindlich der Idee individueller Rechte gegenüber steht, die in unabhängigen Republiken wurzeln.

Und schließlich stellt sich H.G. Wells vor, wie die Zukunft Israels und der Juden aussehen wird. Auch das ist bemerkenswert, denn es ist dieselbe Zukunft, in die die Linke die Juden inzwischen seit langer Zeit drängt.

Und doch verschwand zwischen 1940 und 2059, in wenig mehr als einem Jahrhundert, diese antiquierte, verstockte Kultur. Sie und ihr zionistischer Staat, ihr koscheres Essen, das Gesetz und der ganze zugehörige Rest gingen vollständig in die menschliche Gemeinschaft auf. Die Juden wurden nicht unterdrückt; es gab keine Ausrottung… doch unter der Zwangsherrschaft gab es nie irgendeine wie auch immer geartete Verfolgung; dennoch wurden sie aus ihrer Merkwürdigkeit und rassischem Egoismus innerhalb von kaum mehr als drei Generationen hinaus erzogen. Ihre Aufmerksamkeit wurde von Moses und dem Abraham gegebenen Versprechen und der Täuschung, dass Gott seine Schöpfung alleine für sie schuf, abgelenkt und ihnen wurde die Wahrheit über ihre Rasse gelehrt. Die Welt ist voller als je zuvor von Männern und Frauen semitischer Herkunft, aber sie gehören nicht länger zu „Israel“.

Das ist die Endlösung, die sich die Linke vorstellt. Keine Ausrottung, keine „besondere Verfolgung“, einfach nur das Ende der Juden als irgendetwas anderem als ein weiterer DNA-Strang, der sich durch die genetische Verpackung der menschlichen Rasse arbeitet. Und sie haben nur allzu viel Erfolg gehabt. Die Sowjetunion löschte die jüdische Identität praktisch aus und weit verbreiteter Säkularismus hat im Rest der Welt viel erreicht. Israel ist der Schlupfwinkel geworden, die größte Ansammlung von Juden in der Welt.

Und so wird die Linke davon getrieben Israel zu vernichten. Es auf die eine oder andere Weise wegzuwischen und Platz für den „Modernen Staat“ zu machen, in dem es keinen Gott gibt, keine Bibel und keinen Raum für einen Haufen semitischer Nomaden, die die Vermessenheit an den Tag legten den Versuch zu unternehmen mit Ihm zu reden. In dem Menschen nichts weiter als schlaue Affen sind, Gott eine Erfindung primitiver Vorstellungskraft und die einzigen Götter die aufgeklärten Herrscher des Einen Weltstaats sind.

Um zu verstehen, warum Antisemitismus und Antizionismus eins sind, brauchen wir nicht weiter zu sehen als zu H.G. Wells, der schrieb: „Zionismus ist ein Ausdruck der jüdischen Weigerung sich zu assimilieren.“

Dieser eine Satz ist die finale These im hässlichen Vermächtnis des linken Hasses auf Israel und die Juden. Er demonstriert, warum Antizionismus nicht vom Antisemitismus getrennt werden kann, denn dahinter steckt eine Brandmarkung der jüdischen Identität. Das ist der ideologische Treibstoff hinter dem Antizionismus sowohl der westlichen linken als auch ihrer arabischen Verbündeten. Die westlichen Linken verlangen zu wissen, warum die Juden sich nicht assimilieren. Die Araber verlangen zu wissen, warum die Juden nicht glücklich damit sind zweitklassige Dhimmis im eigenen Land zu sein. Antizionismus ist die Verweigerung der Rechte der Juden als Volk, die sich auf Antisemitismus gründet, der Verweigerung der Gleichberechtigung der Juden. Dieses zweierlei Maß vereinigt Antisemitismus und Antizionismus in zwei Wörter für dieselbe Idee: dass die Juden nicht existieren sollten.

Jerusalem: „Wir gewinnen, ihr verliert“

Gerald M. Steinberg, Jerusalem Post, 8. Oktober 2009

Seit den tödlichen Krawallen von 1929 gehört der Kampf um Jerusalem zum Kern des arabisch-israelischen Konflikts; wie die jüngsten Ereignisse zeigen, hat sich diesbezüglich nichts geändert. Für die Palästinenser und ihre Unterstützer ist jede jüdische Anwesenheit in Jerusalem, die nicht unter arabischer Kontrolle steht, nicht nur inakzeptabel, sonder wird als Bedrohung betrachtet. Und jeder antike Text, archäologische Fund oder Besitzanspruch, der das 3.000-jährige jüdische historische und religiöse Erbe in dieser heiligsten aller Städte bestätigt, wird als „Judaisierung“ zurückgewiesen. Diese Vorwürfe werden genutzt, um gewalttätige Attacken, vom Steine werfen bis zum Massenterror, zu fördern und zu rechtfertigen.

In der Sprache der Spieltheorie ist und bleibt Jerusalem – mehr als jede andere Dimension dieses extrem komplexen Konflikts – ein Nullsummen-Spiel. Das bedeutet, dass jegliche Zugeständnisse einer Seite notwendigerweise Siege der anderen sind, was Kompromiss nicht nur schwierig macht, sondern unvorstellbar. In eine Nullsummen-Welt gibt es keinen Raum für unterschiedliche Stimmen und Meinungen; und Kompromiss auf Grundlage der Akzeptanz unterschiedlicher Sichtweisen ist unmöglich. Daher ist für die Araber die Anerkennung der Geschichte und Legitimität jüdischer Ansprüche eine Bedrohung ihrer eigenen Geschichtserzählung und Legitimität, besonders für die Muslime. In dieser sozialen Rubrik gefangen ist geteilte Kontrolle auf Grundlage gegenseitiger Akzeptanz und Anerkennung, wie sich viele das in Friedensprogrammen ausmalen, unmöglich.

Die neueste Runde arabischer Gewalt in Jerusalem, geschürt durch den Wettkampf um das Prestige, das durch die extremsten Stimmen gewonnen wird, hebt das Fehlen von Bewegung zu dieser Kern-Identitätsfrage hervor. Für die meisten Palästinenser – in der Tat den Großteil der arabischen und islamischen Welt der Umgebung – gibt es absolut keine Bereitschaft auch nur die grundlegendsten historischen Fakten zuzugeben, die Kompromiss in Sachen Jerusalem verlangen würden.

Beim Camp David-Gipfel im Juli 2000 schockte Yassir Arafat Präsident Bill Clinton und machte diesen wütend, weil er jegliche Diskussion gemeinsamer Kontrolle über Jerusalem ablehnte. Clinton und seine Berater, die die Oslo-Verhandlugnen seit Jahren hüteten, hätten nicht überrascht sein dürfen. Arafats Haltung spiegelte und verstärkte die dominierende Sicht der meisten Araber und Muslime.

Gleichermaßen haben die Bemühungen von NGO-Vertretern, die für sich in Anspruch nehmen, gegenseitige Akzeptanz und Kompromiss zu Jerusalem zu fördern und von europäischen Regierungen finanziert werden, den Nullsummen-Rahmen verschärft. Politische NGOs wie Ir Amim z.B. kritisieren ausschließlich Israel. Der Film „Jerusalem Moments“ wurde in der Jerusalem Post als „aufhetzender palästinensischer Propaganda-Angriff“ und „knüppelnde Dokumentation der palästinensische Opferrolle und angeblicher unbekümmerter israelischer Grausamkeit und Aggression“ beschrieben.

Die Palästinenser nutzen die Unterstützung dieser israelischen NGOs, um die Nullsummen-Position zu bestätigen und Kompromisse zurückzuweisen. (Ir Amim und ähnliche politische NGOs wenden sich auch an Ausländer, darunter Journalisten und Diplomaten; sie führen Gruppen auf höchst verzerrte „Bildungs“-Touren durch Jerusalem und die Sicherheitsbarriere, um ihre Position aufzudrücken.) Durch ihre Natur sind Nullsummen-Situationen nicht auf eine Seite des Konflikts beschränkt; wenn ein Teilnehmer jeglichen Kompromiss ablehnt, werden die anderen gezwungen dieselbe Strategie zu übernehmen. Damit führt die palästinensische und arabische Haltung, die alle jüdischen Verbindungen zu Jerusalem auslöscht, zu einer Eskalation der jüdischen Verteidigungszüge, die dazu geschaffen sind eine Rückkehr zur Lage des totalen Ausschlusses und der Entweihung von 1948 bis 1967 zu verhindern.

Für die Juden bleibt das totale Versagen, die Bedingungen der Waffenstillstands-Vereinbarung von 1949 – die auf dem Papier freien Zugang zu den heiligen Stätten garantierte – eine traumatisierende Erinnerung. Von 1948 bis 1967, als die Altstadt arabisch besetzt war, wurde das jüdische Viertel, einschließlich der Synagogen und Friedhöfe, systematisch entweiht und die „internationale Gemeinschaft“ tat nichts, um die Vereinbarung durchzusetzen. Seitdem beleben die periodischen Wellen arabischer Gewalt in Jerusalem die Bedenken, dass Abkommen auf der Grundlage geteilter Souveränität oder „internationaler Kontrolle“ zu derselben inakzeptablen Lage führen werden. Ohne jegliches Zeichen von Bewegung hin zu einem realistischen Kompromiss haben die jüdischen Israelis die Sorge, dass ohne die Verstärkung ihrer Anwesenheit in der Stadt sie irgendwann wieder einmal hinausgedrängt werden.

In diesem Nullsummen-Kreislauf werden die jüdischen Antworten auf diese Geschichte und fortgesetzte Drohungen von den Palästinensern und ihren Unterstützern als noch mehr „Besatzung“ und „Judaisierung“ Jerusalems gebrandmarkt. Das nährt die eskalierende Gewalt und verstärkt das Gefühl, dass Gespräche keinen Sinn machen, da niemand zuhört oder bereit ist Kompromisse einzugehen.

Selbst um sich auf nur minimale gegenseitige Absprachen zuzubewegen, die Gewaltausbrüche eingrenzen und verhindern können, muss das erste Ziel darin bestehen, die palästinensische und arabische Gesellschaft dafür zu öffnen die jüdische Version überhaupt zu hören. Das würde den Übergang von einem Nullsummen-Schwarzweiß-Rahmen des Konflikts zu dem hin erlauben, was „Win-Win“-Rahmen genannt wird, der Koexistenz und Gleichheit trotz grundlegender Differenzen in Geschichtsverständnis und Ideologie gestattet.

Das ist das, worauf die unterschiedlichen Möchtegern-Friedensschaffer und NGO-Finanziers, insbesondere bei den europäischen Regierungen, ihr Geld setzen und ihre Aktivitäten konzentrieren sollten. Solange die arabische und muslimische Position die Tür zuschlägt, um jüdische Geschichte zu blockieren, wird Jerusalem ein Schlachtfeld bleiben, auf dem die jüdischen Nation keine Wahl hat, als Stärke zu benutzen, wenn es nötig ist ihre Rechte zu verteidigen.

Was verhindert Frieden?

Aus der arabischen Perspektive sind jüdische Souveränität, Selbstbestimmung ein Gräuel

Moshe Dann, YNetNews.com, 7. September 2009

Für Araber ist Israels „Besetzung“ Judäas, Samarias (der Westbank“) und des Gazastreifen im Jahr 1967 und die in der Folge gebauten Siedlungen nur Teil des Problems.

Das wirkliche Problem sind der Zionismus und die Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 als jüdischer Staat. Kein „Friedensplan“ – selbst der extremste, der von Israel verlangt sich aus allen 1967 eroberten Gebieten zurückzieht – wird das arabisch-muslimische Problem lösen, einen nominell jüdischen Staat in keinerlei Form zu erlauben. Aus der arabischen Perspektive gibt es daher zwei sich überlappende „Besatzungen“: eine aus dem Jahr 1948 und die andere von 1967. Eine zu lösen, die andere aber zu legitimieren ist (für sie) inakzeptabel. Jüdische Souveränität und Selbstbestimmung – Zionismus – sind Anathema.

Das ist der Grund dafür, dass Präsident Obamas „Friedensplan“ nicht funktionieren wird; er geht davon aus, dass die Araber an Ausgleich interessiert sind. Egal jedoch, welche Zugeständnisse Israel macht, sie werden nicht genug sein, so lange Israel selbst in irgendeiner Form bestehen bleibt. Denn der Zionismus, wie die arabische und muslimische Welt ihn sehen, ist Rassismus, ein Übel, das ausgemerzt werden muss.

Sich auf die Siedlungen zu konzentrieren ist daher nicht das wirkliche Problem. Diplomatische und wirtschaftliche Beziehungen zu Israel mögen praktische Notwendigkeiten sein; das bedeutet aber nicht die Akzeptierung des Existenzrechts Israels als „jüdische nationale Heimat“. Selbst, wenn alle „Außenposten“ zerstört würden: Was wird mit den 300.000 Juden geschehen, die in Judäa und Samaria leben? Und was mit der gleichen Zahl, die in Viertel Jerusalems lebt, die nach 1967 gegründet wurden?

Und selbst, wenn all diese Juden in die israelischen Waffenstillstandslinien von 1949 umgesiedelt werden könnten, würde das die Frage der Existenz Israels als Staat, in dem die vorherrschenden Symbole, Sprache und Kultur jüdisch sind, der jüdischen Einwanderern Vorzug und Hilfe gibt und dessen Identität und Zweck mit dem jüdischen Volk verbunden sind, nicht lösen. Mehr noch: Wie die meisten militärischen und strategischen Experten herausgestellt haben, würde eine Rückkehr zu den Waffenstillstandslinien von 1949 die israelischen Möglichkeiten sich zu verteidigen erheblich reduzieren.

Obamas „Friedensplan“ beschäftigt sich nicht mit arabischen Eigentumsansprüchen – dem falschen „Rückkehrrecht“ – dem Ergebnis eines verlorenen Völkermord-Krieges gegen Juden, unterstützt durch die Armeen von fünf arabischen Nationen. Er erwähnt auch nicht die UNRWA, die die arabischen Behauptungen, ihre Unnachgiebigkeit und Feindseligkeit 60 Jahre lang unterstützte.

Wer wird die jüdischen heiligen und archäologischen Stätten kontrollieren und beschützen? Und wer wird lebenswichtige Wasserversorgung aus den Grundwasserspeichern in den Bergen sicher stellen?

Ohne eine klare Strategie und detaillierte Planung wird Obamas Friedensstoß die nächste Explosion der arabischen Gewalt gegen Israel entzünden, mit dem zusätzlichen Sprengstoff von palästinensischen Brigaden, die von den USA unter General Keith Dayton ausgebildet und versorgt wurden. Fortschrittliche Raketen und Waffen in den Händen von Hamas und Hisbollah sowie Unterstützung aus dem Iran, Libyen und anderen arabischen und muslimischen Staaten werden Israel an den Rand eines zweiten Holocaust bringen.

In dem Kampf geht es nicht um die Aufteilung von Territorium, sondern darum, ob Israel es verdient überhaupt zu existieren. Der Grund dafür, dass diese Frage nicht auf dem Tisch ist, besteht darin, dass kein arabischer Führer Israels Existenzrecht anerkannt hat oder anerkennen will; sie wollen nicht einmal grundlegende Fakten der Geschichte anerkennen, z.B. dass es einen Tempel oder ein jüdisches Gemeinwesen gab.

Das Aufkommen von Judenhass, besonders in Europa, wie er im jüngsten schwedischen Ritualmord-Vorwurf gegen Israel, einem Bruchteil der von EU-Staaten gegebenen offiziellen Unterstützung für antijüdische Sachen in Form von antiisraelischer Fürsprache augenscheinlich ist, zeigen die Tiefe dieser Feindseligkeit auf.

Verteidigungsaktionen der IDF, z.B. im Gazastreifen gegen die Hamas, im Libanon gegen die Hisbollah oder gegen palästinensische Terroristen als „Kriegsverbrechen“ zu bezeichnen, ist ein legitimer Weg der Dämonisierung der Juden-als-Israelis geworden. Den Judenstern mit dem Nazi-Hakenkreuz gleichzusetzen und israelische Soldaten als Neonazis darzustellen, sind legitimer Ausdruck der Opposition gegen Israel selbst geworden.

Jüdische Siedlungen mit arabischem Terrorismus und Hetze zu verbinden ist eine Verspottung der Unterschiede zwischen dem Bau von Häusern und der Abschlachtung unschuldiger Menschen.

Ein Versagen zu begreifen, was die Araber wirklich wollen und was Israel sich zu riskieren leisten kann, vermischt mit einer Ideologie, die auf simplizistischen Lösungen kann nicht die Grundlage einer soliden, realistischen Politik sein. Es trägt zu der Sichtweise bei, dass Israelis (Juden) Teufel sind.

Im nächsten Krieg wird es nicht um Siedlungen oder Jerusalem oder einen zweiten arabisch-palästinensischen Staat gehen – welcher Art auch immer. Es ging und wird weiter um Israels Recht gehen überhaupt zu existieren.

Wer hat keinen Respekt vor den anderen?

gefunden auf Facebook:

Die Bilder zeigen nur ein paar der von Muslimen in Israel geschändeten/entheiligten heiligen Stätten.

respekt-glaube-islam-juden

Die Al-Aqsa-Moschee steht immer noch unangetastet auf unserem Tempel (umgeben von den alten Tempelmauern, einschließlich der Kotel/Westmauer) in Israels Hauptstadt.

1948, Israel und die Palästinenser – die wahre Geschichte

Ephraim Karsh, Commentary Magazine, 1. Mai 2008

Sechzig Jahre nach seiner Gründung durch einen international anerkannten Akt der Selbstbestimmung bleibt Israel der einzige Staat der Welt, der ständigen Ausbrüchen der absonderlichsten Verschwörungstheorien und Mordvorwürfen ausgesetzt ist; dessen Politik und dessen Handeln von der internationalen Gemeinschaft verurteilt wird und dessen Existenzrecht ständig diskutiert und angegriffen wird – nicht nur von seinen arabischen Feinden, sondern auch von Teilen der fortschrittlichen Meinung im Westen.

Im Verlauf ungefähr des letzten Jahrzehnts ist die tatsächliche Eliminierung des jüdischen Staates für viele dieser gebildeten Westler eine cause célèbre geworden. Die „Ein-Staaten-Lösung“, wie sie genannt wird, ist eine euphemistische Formel, die die Ersetzung Israels durch einen einzigen Staat vorschlägt, der theoretisch das ganze historische Palästina umfasst, in dem die Juden auf den Status einer ständigen Minderheit reduziert werden wird. Nur dies, heißt es, kann die „Ursünde“ der Gründung Israels wieder gut machen, das (in den Worten eines Kritikers) „auf den Ruinen des arabischen Palästina“ statt fand und durch die gezielte und aggressive Enteignung der eingeborenen Bevölkerung erreicht wurde.

In der Tat formt diese Behauptung der vorsätzlichen Enteignung und der die konsequente Schaffung der lange bestehenden palästinensischen „Flüchtlingsproblem“ der zentrale Programmpunkt in der von Israels angeblichen Opfern und ihren westlichen Unterstützern aufgedrückten Liste der Einzelheiten. Es handelt sich um einen Vorwurf, kaum ohne Widerspruch erhoben wurde. Bereits Mitte der 1950-er Jahre nahm der angesehene amerikanische Historiker J.C. Hurewitz[i] eine systematische Zurückweisung vor; seine Erkenntnisse wurden später von Generationen an Forschern und Autoren in aller Ausführlichkeit bestätigt. Selbst Benny Morris, der einflussreichste israelische Revisionist unter den „neuen Historikern“ und jemand, der alles unternimmt, um Israels „Ursünde“ festzustellen und zu vertreten, stellte zähneknirschend fest, dass es keinen „Plan“ zur Vertreibung der palästinensischen Araber gab.[ii]

Die vor kurzem erfolgte Freigabe von Millionen Dokumenten aus der Zeit des britischen Mandats (1920-1948) und der frühen Tage Israels – Dokumente, die von früheren Generationen von Schreibern nicht berührt und ignoriert oder von den „neuen Historikern“ verdreht wurden – malen ein weit entschiedeneres Bild der historischen Abläufe. Sie offenbaren, dass die Behauptung der Enteignung nicht nur völlig ohne Grundlage, sondern das Gegenteil die Wahrheit ist. Was folgt, gründet auf neuen Untersuchungen dieser Dokumente, die viele Fakten und Daten enthalten, die bisher nicht berichtet wurden.

Weit entfernt davon unglückliche Objekte eines raubtierhaften zionistischen Überfalls zu sein, waren es palästinensisch-arabische Führer seit den frühen 1920-er Jahren, die sehr gegen die Wünsche ihrer eigenen Bevölkerung eine unbarmherzige Kampagne zur Auslöschung der jüdischen nationalen Wiederbelebung begann. Diese Kampagne gipfelte im gewalttätigen Versuch die UNO-Resolution vom 29. November 1947 abzuwürgen, die die Gründung zweier Staaten in Palästina forderte. Hätten diese Führer und ihre Gegenüber in den benachbarten arabischen Staaten die UNO-Resolution akzeptiert, dann hätte es erst gar keinen Krieg und keine Bevölkerungsverschiebung gegeben.

Es ist einfach eine Tatsache, dass die zionistische Bewegung immer für das Vorhandensein einer beträchtlichen arabischen Minderheit in einem zukünftigen jüdischen Staat zugänglich war, die auf gleicher Augenhöhe „an allen Sektoren des öffentlichen Lebens des Landes“ teilnehmen würde.[iii] Die Worte sind die von Ze’ev Jabotinsky, dem Gründungsvater des Zweigs des Zionismus, der der Vorläufer der heutigen Likud-Partei war. In einem berühmten Artikel aus dem Jahr 1923 formulierte Jabotinsky seine Bereitschaft „einen Eid zu leisten, der uns und unsere Nachfahren daran bindet, dass wir niemals irgendetwas tun werden, das gegen das Prinzip der gleichen Rechte geht und dass wir niemals versuchen werden irgendjemanden zu vertreiben“.[iv]

Elf Jahre später war Jabotinsky Vorsitzender beim Entwurf einer Verfassung für ein jüdisches Palästina. Entsprechend deren Vorkehrungen sollten Araber und Juden sich die Rechte und Pflichten der Eigenstaatlichkeit teilen, einschließlich und äußerst bemerkenswert der militärischen und zivilen Dienste. Hebräisch und Arabisch sollten den gleichen rechtlichen Stellenwert haben und „in jedem Kabinett, in dem der Premierminister ein Jude ist, soll der Stellvertreterposten einem Araber angeboten werden und umgekehrt“.[v]

Wenn das die Haltung der „militanteren“ Fraktion der jüdischen Nationalbewegung war, dann nahm der Mainstream-Zionismus nicht nur die volle Gleichberechtigung der arabischen Minderheit im zukünftigen jüdischen Staat für selbstverständlich, sondern unternahm auch alles, um die arabisch-jüdische Koexistenz zu fördern. Im Januar 1919 erzielte Chaim Weizmann, damals der kommende Anführer der zionistischen Bewegung, eine Vereinbarung zu Frieden und Zusammenarbeit mit dem haschemitischen Emir Faisal Ibn Hussein, der praktisch der Führer der am Anfang befindlichen pan-arabischen Bewegung war. Von da an bis zur Proklamation des Staates Israel am 14. Mai 1948 hielten Sprecher der Zionisten hunderte Treffen mit arabischen Führern auf allen Ebenen ab. Zu diesen Führern gehörten Abdallah ibn Hussein, Faisals älterer Bruder und Gründer des Emirats von Transjordanien (später das Königreich Jordanien), die amtierenden und ehemaligen Premierminister von Syrien, dem Libanon, Ägypten und dem Irak, hochrangige Berater von König Abdul Aziz ibn Saud (Gründer von Saudi-Arabien) und palästinensisch-arabische Führer aller Schattierungen.

Noch am 15. September 1947, zwei Monate vor der Verabschiedung der Teilungsresolution, versuchten zwei hochrangige zionistische Botschafter Abdel Rahman Azzam, den Generalsekretär der Arabischen Liga zu überzeugen, dass der palästinensische Konflikt „nutzlos die besten Energien der Arabischen Liga aufsaugt“ und dass Araber wie Juden „von aktiver Politik der Kooperation und Entwicklung“ stark profitieren würden.[vi] Hinter diesem Vorschlag steckte eine uralte zionistische Hoffnung: dass der materielle Fortschritt, der aus der jüdischen Besiedlung Palästinas entsteht, den Weg der arabischen Bevölkerung vor Ort erleichtern würde zu einer dauerhaften Versöhnung, wenn nicht gar positiven Neigung dem Projekt der jüdischen nationalen Selbstbestimmung gegenüber. David Ben-Gurion, der bald Israels erster Premierminister werden sollte, argumentierte im Dezember 1947:

Wenn der arabische Bürger sich in unserem Staat zu Hause fühlt, … wenn der Staat ihm wahrhaftig und entschieden hilft, die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Ebene der jüdischen Gemeinschaft zu erreichen, dann wird das arabische Misstrauen entsprechend abklingen und eine Brücke zu einer semitischen, jüdisch-arabischen Allianz wird gebaut werden.[vii]

Auf den ersten Blick ruhte Ben-Gurions Hoffnung auf vernünftigen Gründen. Ein Zufluss von jüdischem Einwanderern und Kapital nach dem Ersten Weltkrieg hatte den bis dahin statischen Zustand Palästinas wiederbelebt und den Lebensstandard seiner arabischen Einwohner deutlich über den der benachbarten Staaten angehoben. Die Ausweitung arabischer Industrie und Landwirtschaft, besonders im Bereich des Anbaus von Zitrusfrüchten, wurde zum großen Teil von dem so erworbenen Kapital finanziert; jüdisches Know-how trug viel zur Verbesserung der arabischen Kultivierung bei. In den zwei Jahrzehnten zwischen den beiden Weltkriegen, wuchs der Zitrusanbau in arabischem Besitz um das Sechsfache, ebenso das mit Gemüse bebaute Land, während die Zahl der Olivenhaine sich vervierfachte.[viii]

Nicht weniger bemerkenswert waren die Fortschritte in der sozialen Versorgung. Am vielleicht bedeutendsten: Die Sterblichkeitsrate der muslimischen Bevölkerung fiel stark ab und die Lebenserwartung stieg von 37,5 Jahren 1926/27 auf 50 Jahre 1942-44 (verglichen mit 33 in Ägypten). Die Rate der natürlichen Bevölkerungszunahme sprang um ein Drittel nach oben.[ix]

Dass nicht annähernd etwas Ähnliches in den benachbarten britisch beherrschten arabischen Ländern geschah, ganz zu schweigen von Indien, kann nur durch den entscheidenden jüdischen Beitrag zum sozioökonomischen Wohlergehen im Mandat Palästina erklärt werden. Die britischen Behörden erkannten das in einem Bericht von 1937 an, der von einer Kommission unter Leitung von Lord Peel stammt:

Der allgemeine Nutzeffekt der jüdischen Einwanderung auf das arabische Wohlergehen wird von der Tatsache illustriert, dass die Zunahme der arabischen Bevölkerung am stärksten in den städtischen Bereichen von der jüdischen Entwicklung beeinflusst wurde. Ein Vergleich der Bevölkerungszählungen von 1922 und 1931 zeigt, dass der Zuwachs in Haifa bei 86 Prozent lag, in Jaffa bei 62, in Jerusalem bei 37, während er in rein arabischen Städte wie Nablus und Hebron nur 7 und in Gaza eine Abnahme von 2 Prozent betrug.[x]

Wäre die riesige Mehrheit der palästinensischen Araber ihren eigenen Anlagen überlassen worden, würden sie höchstwahrscheinlich damit zufrieden gewesen sein die ihnen sich bietenden Gelegenheiten zu nutzen. Das wird von der Tatsache belegt, dass es während der gesamten Mandatszeit Zeiten friedlicher Koexistenz diejenigen der gewalttätigen Ausbrüche weit übertrafen und letztere nur das Werk eines kleinen Teils der palästinensischen Araber war.[xi] Unglücklicherweise, für Araber wie Juden, wurden die Hoffnungen und Wünsche der einfachen Leute nicht zur Kenntnis genommen, wie es in autoritären Gemeinschaften selten der Fall ist, die den Vorstellungen einer bürgerlichen Gesellschaft oder liberalen Demokratie feindlich gesinnt sind. Darüber hinaus sind es in der modernen Welt nicht die Armen und Unterdrückten, die die großen Revolutionen geführt oder die schlimmsten Gewalttaten verübt haben, sondern eher die militante Avantgarde der besser Gebildeten und mit mehr Geld Ausgestatteten der Gesellschaft.

So war es auch mit den Palästinensern. Im Peel-Bericht steht:

Wir fanden heraus, dass, obwohl die Araber von der Entwicklung des Landes in Folge der jüdischen Einwanderung profitiert haben, das keinen Versöhnungseffekt gehabt. Im Gegenteil… mit fast mathematischer Präzision hat die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in Palästina die Verschlechterung der politischen Lage bedeutet.[xii]

In Palästina wurden gewöhnliche Araber von ihren vermeintlich höher Gestellten wegen des Verbrechens „Palästina an die Juden zu verkaufen“ verfolgt und ermordet. Gleichzeitig bereicherten dieselben besser Gestellten sich straflos. Der eiserne Panarabist Awni Abdel Hadi, der schwor zu kämpfen „bis Palästina entweder unter eine freie arabische Regierung gesellt oder ein Friedhof für alle Juden des Landes ist“,[xiii] ermöglichte den Transfer von 30.000 Ar an die zionistische Bewegung und einige seiner Verwandten, allesamt respektierte politische und religiöse Persönlichkeiten, gingen einen Schritt weiter und verkauften Landbesitz. So machten es auch zahlreiche Mitglieder der Familie Husseini, der führende palästinensisch-arabische Clan während der Mandatszeit, darunter Mohammed Tahir, der Vater von Hadsch Amin Husseini, der berüchtigte Mufti von Jerusalem.[xiv]

Es war die Sorge des Muftis seine politische Position zu festigen, die weit gehend Grundlage fürd as Blutbad von 1929 war, bei dem 133 Juden massakriert und hunderte weitere verletzt wurden – so, wie es auch der Kampf um politische Überlegenheit, die den am längsten anhaltenden Ausbruch palästinensisch-arabsicher Gewalt von 1936-1939 auslöste. Das wurde weithin als nationalistische Revolte sowohl gegen die britische Herrschaft wie auch die jüdischen Flüchtlinge dargestellt, die damals nach Palästina strömten, um der Verfolgung durch die Nazis zu entgehen. In der Tat gab es eine massive Ausübung von Gewalt, bei der weit mehr Araber als Juden oder Engländer von arabischen Banden ermordet wurden, die die normale arabische Bevölkerung unterdrückte und missbrauchte und die tausende Araber nötigten als Vorgeschmack des Exodus von 1947/48 aus dem Land zu fliehen.[xv]

Einige palästinensische Araber zogen es in der Tat vor sich gegen ihre Aufhetzer zur Wehr zu setzen, oft in Zusammenarbeit mit den britischen Behörden und der Hagana, der größten jüdischen Untergrund-Verteidigungsorganisation. Weitere suchten Schutz in jüdischen Vierteln. Denn trotz der lähmenden Terror-Atmosphäre und eines erbarmungslos erzwungenen Boykotts ging die arabisch-jüdische Koexistenz auf vielen praktischen Ebenen selbst während solcher Zeiten des Aufruhrs weiter und wurde nach ihrem Abebben weit gehend wiederhergestellt.[xvi]

Vor diesem Hintergrund darf man sich kaum wundern, dass die meisten Palästinenser zehn Jahre später nichts mit den gewalttätigen Versuchen des vom Mufti geführten Arabischen Hochkomitee (AHC), praktisch der „Regierung“ der palästinensischen Araber, zu tun haben wollten, die UNO-Lösung der Teilung von 1947 zu untergraben. Die Erinnerungen an 1936-1939 noch frisch im Gedächtnis, entschieden sich viele dazu sich aus dem Kampf herauszuhalten. In kürzester Zeit verhandelten zahlreiche arabische Dörfer (und einige städtische Bereiche) Friedensvereinbarungen mit ihren jüdischen Nachbarn aus; andere Orte im gesamten Land handelten ähnlich, ohne den Beistand einer formalen Vereinbarung.[xvii]

Die gewöhnlichen Palästinenser schreckten auch nicht davor zurück sich ihrer obersten Führung zu widersetzen. In seinen zahlreichen Touren durch die Region stellte Abdel Qader Husseini, der Distriktkommandeur für Jerusalem und ein enger Verwandter des Muftis fest, dass die Bevölkerung dem wiederholten Ruf zu den Waffen gleichgültig, wenn nicht sogar feindlich gegenüber stand. In Hebron konnte er nicht einen einzigen Freiwilligen für die bezahlten Streitkräfte rekrutieren, die er in dieser Stadt zu bilden versuchte; seine Bemühungen in den Städten Nablus, Tulkarm und Qalquiliya waren kaum erfolgreicher. Arabische Dorfeinwohner ihrerseits zeigten sich seinen Forderungen gegenüber noch weniger empfänglich. An einem Ort, Beit Safafa, erlitt Abdel Qader die ultimative Kränkung, als er von verärgerten Einwohnern fortgejagt wurde, die gegen die Verwandlung ihres Dorfes in eine Basis für antijüdische Attacken protestierten. Selbst die wenigen, die seiner Aufforderung folgten, taten das mehr oder weniger, um kostenlos Waffen für ihren persönlichen Schutz zu bekommen und dann wieder nach Hause zurückzukehren.[xviii]

Es gab einen wirtschaftlichen Aspekt für diese Friedfertigkeit. Der Ausbruch der vom AHC geleiteten Feindseligkeiten führte zu einem starken Rückgang des Handels und einer begleitenden Steigerung der Kosten für die Grundversorgung. Viele Dörfer, die für ihren Lebensunterhalt auf jüdische oder gemischt bevölkerte Städte angewiesen waren, sahen keinen Sinn darin das ausdrückliche Ziel des AHC zu unterstützen, die Juden in die Unterwerfung zu hungern.[xix] Das allgemeine Fehlen der Lust auf Krieg Anfang Februar 1948, mehr als zwei Monate, bevor das AHC seine Gewaltkampagne initiierte, behauptete Ben-Gurion, dass „die Dörfer zum größten Teil nur abseits standen“.[xx]

Ben-Gurions Analyse wurde vom irakischen General Ismail Safwat bestätigt, dem Oberkommandierenden der Arabischen Befreiungsarmee (Arab Liberation Army, ALA), der Freiwilligen-Streitmacht, die in den Monaten vor Israels Unabhängigkeitserklärung einen großen Teil der Kämpfe in Palästina bestritt. Safwat beklagte, dass nur 800 der 5.000 von der ALA trainierten Freiwilligen aus Palästina selbst kamen und dass die meisten von diesen desertiert waren, bevor oder kurz nachdem sie ihre Ausbildung beendeten. Fawzi Qawuqji, örtlicher Kommandeur der ALA-Kräfte, urteilte nicht weniger vernichtend; er befand, die Palästinenser seien „unzuverlässig, erregbar und schwer zu kontrollieren und für organisierte Kriegsführung praktisch nicht verwendbar“.[xxi]

Das fasst die meisten gegenwärtigen Wahrnehmungen während der schicksalhaften sechs Monate der Kämpfe nach Verabschiedung der Resolution zusammen. Obwohl alles, fast bis zur Auflösung der palästinensischen Gesellschaft brachten, wurde das nirgendwo als systematische Enteignung der Araber durch die Juden beschrieben. Im Gegenteil: Da die Teilungsresolution von den arabischen Führern weithin als „zionistisch inspiriert, vom Prinzip her zionistisch, von der Substanz her zionistisch und in den meisten Einzelheiten zionistisch“ angesehen wurde (in den Worten des palästinensischen Akademikers Walid Khalidi)[xxii] und da diese Führer brutal offen ihre Entschiedenheit äußerten die Juden mit Waffengewalt zu unterwerfen, gab es keinerlei Zweifel welche Seite das Blutbad angezettelt hatte.

Die Araber unternahmen auch keinen Versuch ihre Schuld zu verbergen. Als die Juden daran gingen die Grundlagen ihres im Entstehen begriffenen Staates zu legen, während sie gleichzeitig abmühten ihre arabischen Landsleute zu überzeugen, dass sie (wie Ben-Gurion es ausdrückte) „gleichberechtigte Bürger, gleichberechtigt in allem ohne jede Ausnahme“ sein würden, schwören die palästinensisch-arabischen Führer, dass, „sollte sie umgesetzt werden, die Teilung nur über die Leichen der Araber Palästinas, ihrer Söhne und ihrer Frauen erreicht werden wird“. Qawuqji schwor „alle Juden ins Meer zu treiben“. Abdel Qader Husseini erklärte: „Das palästinensische Problem wird nur durch das Schwert gelöst werden; alle Juden müssen Palästina verlassen.“[xxiii]

Sie und ihre arabischen Mitanstifter taten ihr Äußerstes, um diese Drohungen umzusetzen, mit allen Mitteln, die ihnen zur Verfügung standen. Zusätzlich zu den regulären Kräften wie der ALA sorgten Guerilla- und Terrorgruppen für Verwüstung, unter Nichtkombattanten wie bei jüdischen Kampfeinheiten. Schießen, Heckenschützen, Überfälle, Bomben, die in der heutigen Welt als Kriegsverbrechen verurteilt würden, waren im Leben der Zivilisten tägliche Vorkommnisse. „Unschuldige und harmlose Menschen, die ihren täglichen Geschäften nachgingen“, schrieb der US-Generalkonsul in Jerusalem, Robert Macatee, im Dezember 1947,

werden im Bus fahrend oder während sie die Straße entlang gehen, als Opfer ausgesucht und verirrte Kugeln finden sie sogar, wenn sich schlafend im Bett liegen. Eine jüdische Frau, Mutter von fünf Kindern, wurde in Jerusalem beschossen, als sie auf dem Dach die Wäsche aufhängte. Der Krankenwagen, der sie ins Krankenhaus fuhr, wurde mit Maschinengewehren beschossen und schließlich wurden die Trauernden, die ihr bei der Beerdigung folgten, angegriffen und einer von ihnen erstochen.[xxiv]

Als die Kämpfe eskalierten, litten auch die arabischen Zivilisten und gelegentliche Gräueltaten lösten groß angelegte Gewalt aus. So folgte der Ermordung von sechs arabischen Arbeitern in der Nähe der Raffinerie von Haifa im Dezember 1947 durch die kleine jüdische Untergrundgruppe ZIL die sofortige Abschlachtung von 39 Juden durch ihre arabischen Kollegen,[xxv] so wie der Tod von etwa 100 Arabern in der Schlacht um das Dorf Deir Yassin im April 1948[xxvi] innerhalb von Tagen durch die Tötung von 77 jüdischen Krankenschwestern und Ärzten auf dem Weg zum Hadassah-Hospital auf dem Skopusberg „gerächt“ wurde.[xxvii]

Doch während die jüdische Führung und Medien diese grausigen Ereignisse so beschrieben, wie sie waren, sogar manchmal Details zurückhielten, um Panik zu vermeiden und die Tür für arabisch-jüdische Aussöhnung offen zu halten, übertrieben ihre arabischen Gegenüber nicht nur den Blutzoll ins Gigantische, sondern erfanden zahlreiche nicht existente Gräueltaten. Der Fall von Haifa zum Beispiel (21./22. April) sorgte dafür, dass völlig falsche Behauptungen groß angelegter Abschlachtungen aufkamen, die im gesamten Nahen und Mittleren Osten zirkulierten und die Hauptstädte des Westens erreichten. Gleichermaßen falsche Gerüchte wurden nach dem Fall von Tiberias (18. April) verbreitet, während der Schlacht um Safed (Anfang Mai) und in Jaffa, wo der Bürgermeister Ende April ein Massaker an „hunderten arabischer Männer und Frauen“ erfand. Berichte über Deir Yassin in den arabischen Medien waren besonders sensationslüstern; sie brachten angebliche Hammer-und-Sichel-Tätowierungen auf den Armen der IZL-Kämpfer Beschuldigungen Verwüstung und Vergewaltigung.[xxviii]

Diese Panikmache zielte zweifelsohne darauf ab, die breitest mögliche Sympathie für das Leid der Palästinenser zu erlangen und die Juden als brutale Aasgeier hinzustellen. Aber das ging katastrophal nach hinten los, da es Panik innerhalb der desorientierten palästinensischen Gesellschaft verbreitete. Im Gegenzug hilft das zu erklären, warum bis zum April 1948, nach vier Monaten scheinbaren Fortschrittes, diese Phase der arabischen Kriegsanstrengungen zusammenbrachen. (die zweite, größere und sich länger hinziehende Phase bestand erst noch bevor; zu ihr gehörten die Streitkräfte von fünf arabischen Staaten, die Mitte Mai nach Palästina eindrangen.) Denn nicht nur hatten es die meisten Palästinenser abgelehnt sich den aktiven Feindseligkeiten anzuschließen, große Zahlen sich auf den Weg gemacht, ihre Häuser verlassen hatten, entweder, um sich irgendwo anders im Land hinzubegeben oder in arabische Nachbarländer zu fliehen.

Tatsächlich waren viele bereits gegangen, bevor die Feindseligkeiten ausbrachen; und noch mehr brachen ihre Zelte ab, bevor der Krieg ihre Türschwelle erreichte. „Die Araber verlassen in beträchtlichen Zahlen mit ihren Familien das Land und es gibt einen Exodus aus gemischten Städten in die ländlichen arabischen Zentren“, berichtete Alan Cunningham, der britische Hochkommissar, im Dezember 1947; einen Monat später fügte er hinzu: „Die Panik der Mittelklasse besteht fort und es gibt einen ständigen Auszug derer, die es sich leisten können das Land zu verlassen.“[xxix]

In Spiegelung dieser Berichte berichteten Geheimdienst-Berichte der Hagana Mitte Dezember, dass „eine Evakuierungshektik die gesamten arabischen Dörfer ergriffen hat“. Bevor der Monat um war, beklagten viele arabischen Städte ernsthafte Probleme, die durch den riesigen Zuzug von Dorfbewohnern entstand und bettelten um Hilfe des Arabischen Hochkomitees (AHC) eine Lösung für die missliche Lage zu finden. Selbst die Regierungen Syriens und des Libanon waren von diesem frühen Exodus alarmiert und forderten, dass das AHC die palästinensischen Araber dazu ermutigte vor Ort zu bleiben und zu kämpfen.[xxx]

Eine solche Ermutigung kam aber nicht, weder vom AHC noch von irgendwo sonst. Fakt ist, dass es keinerlei nationale Zusammengehörigkeit gab, ganz zu schweigen von einem Gefühl geteilten Schicksals. Orte und Städte handelten, als seien sie in sich geschlossene Einheiten, die sich nur ihren eigenen Bedürfnissen widmen und das kleinste Opfer zugunsten eines anderen Ortes vermeidet. Viele „Nationalkomitees“ (d.h. örtliche Führungen) verboten die Ausfuhr von Lebensmitteln und Getränken aus mit gut bestückten Lagern versehenen Städten an bedürftige Städte und Dörfer außerhalb. Haifas arabische Händler lehnten es ab eine ernste Mehlknappheit in Jenin zu mildern, während Gaza es ablehnte Eier und Geflügel nach Jerusalem zu exportieren; in Hebron kontrollierten bewaffnete Wachen alle ausfahrenden Autos. Gleichzeitig gab es ausgedehnten Schmuggel, besonders in den gemischt bevölkerten Städten, wobei arabische Lebensmittel in jüdische Viertel gingen und umgekehrt.[xxxi]

Gleichermaßen wurde das Fehlen kommunaler Solidarität durch den entsetzlichen Umgang, die den Hunderttausenden Flüchtlingen zuteil wurde, die im ganzen Land verteilt waren. Es gab nicht nur keine kollektiven Anstrengungen ihre Notlage zu verbessern oder verbreitete Empathie über die unmittelbare Nachbarschaft hinaus, sondern viele Flüchtlinge wurden von ihren zeitweisen Gastgebern schlecht behandelt und wegen ihrer angeblichen Feigheit lächerlich gemacht und beschimpft. Ein jüdischer Geheimdienstbericht formulierte das so: „Die Flüchtlinge werden überall dort, wo sie angekommen sind, gehasst.“[xxxii]

Selbst die ultimativen Kriegsopfer – die Überlebenden von Deir Yasin – entkamen den Demütigungen nicht. Nachdem sie Zuflucht im benachbarten Dorf Silwan gefunden hatten, lagen sie sich mit den Leuten des Ortes in den Haaren, so sehr, dass am 14. April, nur fünf Tage nach der Tragödie, eine Delegation aus Silwan sich an das AHC-Büro in Jerusalem wandte und forderte, dass die Überlebenden an einen anderen Ort gebracht würden. Für ihre Verlegung kam keine Hilfe.[xxxiii]

Einige Orte lehnten es schlicht ab überhaupt Flüchtlinge aufzunehmen, weil sie fürchteten die bestehenden Ressourcen zu überstrapazieren. In Acre (Akko) verhinderten die Behörden, dass aus Haifa geflohene Araber an Land gingen; in Ramallah organisierte die vorwiegend christliche Bevölkerung ihre eigene Miliz – nicht so sehr, um gegen die Juden zu kämpfen, sondern um die neuen muslimischen Ankömmlinge abzuwehren. Viele nutzen die Notalge der Flüchtlinge unverfroren aus, besonders, indem sie sie für Grundbedürfnisse wie Transport und Unterkunft schröpften.[xxxiv]

Und trotzdem flohen die Palästinenser aus ihren Häusern, in immer größerer Zahl. Bis Anfang April waren rund 100.000 gegangen, obwohl die Juden immer noch in der Defensive und nicht in der Lage waren sie zu vertreiben. (Am 23. März, volle vier Monate nach Ausbruch der Feindseligkeiten, vermerkte der ALA-Oberkommandierende Safwat einigermaßen erstaunt, dass die Juden „bisher nicht ein einziges arabisches Dorf angegriffen haben, außer sie wurden von diesem provoziert“.) Zum Zeitpunkt der israelischen Unabhängigkeitserklärung am 14. Mai hatte sich die Zahl der arabischen Flüchtlinge verdreifacht. Und selbst dann floh keiner der 170.000 – 180.000 Araber aus städtischen Zentren und nur eine Hand voll der 130.000 – 160.000 Dorfbewohner, die ihre Häuser verlassen hatten, war von den Juden hinausgezwungen worden.

Die Ausnahmen kamen nur in der Hitze des Kampfes vor und wurden einheitlich von militärischen ad-hoc-Überlegungen diktiert – Verringerung ziviler Opfer, arabischen Kämpfern Orte nicht zugänglich machen, wenn es keine ausreichende Zahl jüdischer Streitkräfte gab, um sie wieder zurückzutreiben – nicht von politischen Planungen.[xxxv] Sie gingen darüber hinaus mit Bemühungen einher Flucht zu verhindern und/oder die Geflohenen zur Rückkehr zu ermutigen. Nur ein Beispiel: Anfang April zog eine Delegation aus hohen Beratern für arabische Angelegenheiten, Personen von örtlichem Rang und Führer von Gemeinden mit engem Kontakt mit arabischen Ortschaften durch die arabischen Dörfer der Küstenebene, die sich zu dieser Zeit mit verblüffender Geschwindigkeit leerte, und versuchte ihre Einwohner dazu zu bewegen vor Ort zu bleiben.[xxxvi]

Was diese jüdischen Bemühungen noch eindrucksvoller macht: Sie fanden zu einer Zeit statt, als große Zahlen palästinensischer Araber von ihren eigenen Führern und/oder den arabischen Streitkräften in der Tat aus ihren Häusern getrieben wurden, ob aus militärischen Überlegungen heraus oder um sie daran zu hindern Bürger des künftigen jüdischen Staates zu werden. Das größte und am bekannteste Beispiel ist die Stadt Haifa, wo Zehntausende Araber auf Anweisung des AHC hinausbefohlen oder –drangsaliert wurden, trotz energischer jüdischer Bemühungen sie zum Bleiben zu überzeugen.[xxxvii] Nur Tage später war die 6.000 Personen starke arabische Gemeinschaft von Tiberias gleichermaßen, gegen den Willen der Juden, von ihren eigenen Führern fortgezwungen worden.[xxxviii] In Jaffa, der größten arabischen Stadt in Palästina, organisierte die Stadtverwaltung den Transfer tausender Einwohne über Land und See;[xxxix] in Jerusalem befahl das AHC den Transfer von Frauen und Kindern und örtliche Bandenführer trieben Einwohner aus einigen Stadtvierteln.[xl]

Zehntausende Bewohner ländlicher Dörfer wurden genauso auf Befehl des AHC, örtlicher arabischer Milizen oder der ALA vertrieben. Innerhalb von Wochen nach der Ankunft Letzterer in Palästina im Januer 1948 zirkulierten Gerüchte geheimer Anweisungen an Araber in vorwiegend jüdischen Gebieten, sie müssten ihre Dörfer verlassen, damit diese für militärische Zwecke gebraucht werden könnte, um das Risiko zu senken von den Juden als Geiseln genommen zu werden.

Bis Februar hatte sich dieses Phänomen über den größten Teil des Landes ausgebreitet. Es gewann im April und Mai beträchtlich an Fahrt, als die ALA- und AHC-Streitkräfte in ganz Palästina umfassend vertrieben wurden. Am 18. April berichtete die Geheimdienstabteilung der Hagana in Jerusalem über einen neuen allgemeinen Befehl alle Frauen und Kinder aus allen Dörfern mit Grenzen zu jüdischen Ortschaften zu entfernen. Zwölf Tage später berichtete die Abteilung in Haifa von einem ALA-Befehl in Erwartung einer neuen allgemeinen Offensive alle arabischen Dörfer zwischen Tel Aviv und Haifa zu evakuieren. Anfang Mai, als die Kämpfe in Galiläa sich intensivierten, wurde den örtlichen Araber befohlen alle Frauen und Kinder aus dem Bereich Rosh Pina fortzubringen, während im Unterbezirk Jerusalem die Arabische Legion Transjordaniens gleichermaßen die Leerung von jede Menge Dörfern.[xli]

Was die palästinensisch-arabischen Führer selbst angeht, die ihre widerstrebende Bevölkerung in den 1920-er und 1930-er Jahren auf Kollisionskurs mit dem Zionismus gebracht hatten und sie nun hilflos in einen tödlichen Konflikt hineinzogen, so hatten sie es sehr eilig aus Palästina hinauszukommen und im kritischsten Moment draußen zu bleiben. Die Menschen vor Ort nahmen den Tipp ihrer Oberen auf und liefen eilig in Massen zur Tür hinaus. Hochkommissar Cunningham fasste mit britischem Unterstatement im Wesentlichen zusammen, was sich abspielte:

Sie sollten wissen, dass die kollabierende arabische Moral in Palästina in gewissem Maße der zunehmenden Tendenz derer zuzuschreiben, die sie im Verlassen des Landes anführen… In Jaffa z.B. nahm der Bürgermeister vor 12 Tagen vier Tage frei und ist nicht zurückgekehrt; die Hälfte des Nationalkomitees ist weg. In Haifa sind die arabischen Mitglieder der Stadtverwaltung vor einiger Zeit fort; die beiden Führer der Arabischen Befreiungsarmee gingen sogar noch während der letzten Schlacht. Jetzt ist der arabische Chef-Stadtrat fort gegangen. In allen Teilend des Landes hat sich die Effendi-Klasse über einen beträchtlichen Zeitraum in großen Zahlen evakuiert und das Tempo nimmt zu.[xlii]

Arif al-Arif, ein prominenter arabischer Politiker der Mandatszeit und Doyen der palästinensischen Historiker, beschrieb die vorherrschende Atmosphäre der Zeit: „Wo immer man im gesamten Land hinging, hörte man denselben Kehrvers: ‚Wo sind die Führer, wer kann uns zeigen, wo es lang geht? Wo ist das AHC? Warum sind seine Mitglieder zu einer Zeit in Ägypten, in der Palästina, ihr eigenes Land, sie braucht?“[xliii]

Mohammed Nimr al-Khatib, während des Krieges von 1948 ein palästinensisch-arabischer Führer, fasste die Lage so zusammen: „Die Palästinenser hatten arabische Nachbarstaaten, die den Flüchtlingen ihre Grenzen und Türen öffneten, während die Juden keine Alternative hatten als zu triumphieren oder zu sterben.“[xliv]

Das stimmt natürlich für die Juden, aber es lässt den Grund für die Flucht der Flüchtlinge aus und verdreht die Qualität ihres Empfangs an anderen Orten. Wenn ihnen von ihren Brüdern Zuhause schon kein Mitgefühl entgegen schlug, war die Reaktion der arabischen Welt, wenn das überhaupt noch ging, noch härter. Es gab wiederholte Forderungen die Flüchtlinge gewaltsam zurückzuschicken oder zumindest die jungen Männer in Soldatenalter, von denen viele unter dem (falschen) Vorwand sich freiwillig der ALA anzuschließen angekommen waren. Als das Ende des Mandates näher rückte, verweigerte die libanesische Regierung den palästinensischen Männer zwischen achtzehn und fünfzig Einreisevisa und befahl allen „gesunden und fitten Männern“, die bereits im Land waren, sich offiziell registrieren zu lassen oder als illegale Ausländer betrachtet zu werden und die volle Gewicht des Gesetzes zu erfahren.

Die syrische Regierung ging noch härter vor und verbannte alle palästinensischen Männer zwischen sechzehn und fünfzig von ihrem Staatsgebiet. In Ägypten marschierte eine große Anzahl Demonstranten zur Zentrale der Arabischen Liga in Kairo und übergab eine Petition mit der Forderung „jeden körperlich fähigen Palästinenser, der in der Lage ist Waffen zu tragen“ die Anwesenheit im Land untersagt werden solle, damit er im Ausland bleibt. Das arabische Ressentiment gegenüber den palästinensischen Flüchtlingen ging so weit, dass der Rektor der Al-Azhar-Institution für religiöses Lernen in Kairo, der wahrscheinlich federführendsten islamischen Autorität, sich verpflichtet fühlte eine Entscheidung auszugeben, das die Unterbringung der palästinensisch-arabischen Flüchtlinge zu einer religiösen Pflicht machte.[xlv]

Die Verachtung der Palästinenser intensivierte sich mit der Zeit: „Angst hat die palästinensischen Araber erfasst und sie flohen aus ihrem Land“, kommentierte Radio Bagdad am Vorabend der pan-arabischen Invasion des neu geborenen Staates Israel Mittel Mai. „Das sind zwar harte Worte, aber sie sind wahr.“ Libanons Innenminister (und zukünftiger Präsident) Camille Chamoun drückte sich vornehmer aus, als er aussprach, dass „die Menschen Palästinas mit ihrem bisherigen Widerstand gegen die Imperialisten und Zionisten bewiesen, dass sie die Unabhängigkeit verdienten“, aber „an diesem entscheidenden Punkt der Kämpfe nicht so würdig geblieben sind“.[xlvi]

Kein Wunder also, dass so wenige unter den palästinensischen Flüchtlingen sich selbst für den Zusammenbruch und die Zerstreuung durch die Juden verantwortlich machten. Während einer Factfinding-Mission in den Gazastreifen im Juni 1949 war Sir John Troutbeck, Kopf des Nahost-Büros in Kairo und kein Freund Israels oder der Juden, überrascht zu entdecken, dass die Flüchtlinge zwar

keine Bitterkeit gegenüber den Juden zum Ausdruck brachten (oder auch gegen die Amerikaner oder uns), sie aber mit größter Bitterkeit von den Ägyptern und anderen arabischen Staaten sprachen. „Wir wissen, wer unsere Feinde sind“, sagen sie und bezeihen sich auf ihre arabischen Brüder, die, wie sie erklären, sie unnötigerweise davon überzeugen ihre Heime zu verlassen… Ich hörte sogar, dass viele Flüchtlinge sagten, sie würden die Israelis willkommen heißen, wenn diese kommen und den Bezirk übernehmen würden.[xlvii]

Sechzig Jahre nach ihrer Zerstreuung verbleiben die Flüchtlinge von 1948 und ihre Nachkommen in den verkommen Lagern, wo sie von ihren Mit-Aarabern seit Jahrzehnten gehalten und mit Hass und falscher Hoffnung genährt werden. Inzwischen haben ihre einstigen Führer eine Gelegenheit nach der anderen zur Staatsgründung verplempert.

Es ist tatsächlich die Tragödie der Palästinenser, dass die beiden Führer, die ihre nationale Entwicklung im 20. Jahrhundert bestimmte – Hadsch Amin al-Husseini und Yassir Arafat, von denen der letztere die palästinensische Politik seit Mitte der 1960-er Jahre bis zu seinem Tod im November 2004 dominierte – megalomanische Extremisten waren, abgrundtief von antijüdischem Hass verblendet und abgrundtief von Gewalt besessen. Hätte der Mufti sich entschieden sein Volk in Frieden und Versöhnung mit seinen jüdischen Nachbarn zu führen, wie er es den britischen Beamten versprochen hatte, die ihn Anfang der 1920-er Jahre in seinen Rang erhoben, hätten die Palästinenser 1948 ihren unabhängigen Staat auf einem substanziellen Teil des Mandats Palästina bekommen und ihnen wäre die traumatische Erfahrung der Zerstreuung und des Exils erspart geblieben. Hätte Arafat die PLO von Anfang an auf den Weg des Friedens und der Aussöhnung gesetzt, statt sie in eine der mörderischsten Terrororganisationen der Moderne zu verwandeln, hätte ein palästinensischer Staat Ende der 1960-er oder Anfang der 1970-er Jahre gegründet werden können; 1979, als Begleitung des ägyptisch-israelischen Friedensvertrages; im Mai 1999 als Teil des Oslo-Prozesses; oder, die jüngste Möglichkeit, über den Camp David-Gipfel vom Juli 2000.

Statt dessen verwandelte Arafat die unter seiner Kontrolle gestellten Gebiete in den 1990-er Jahren praktisch in einen Terrorstaat, von dem aus ein totaler Krieg (die „al-Aqsa-Intifada“) begonnen wurde, kurz nachdem ihm ein unabhängiger Palästinenserstaat im Gazastreifen und auf 92 Prozent der Westbank samt Jerusalem als Hauptstadt angeboten worden war. In diesem Prozess unterwarf er die palästinensische Bevölkerung der Westbank und des Gazastreifens einem repressiven und korrupten Regime in der schlimmsten Tradition arabischer Diktaturen und stürzte ihren Lebensstandard in nie da gewesene Tiefen.

Was diese Lage um so ärgerlicher macht: Hadsch Amin und Arafat sind weit davon entfernt unglückliche Abweichungen, sondern im wesentlichen Repräsentanten der zynischen und selbstsüchtigen Führer, die das arabische politische System hervorbringt. So wie die Palästinenser-Führung während des Mandats keine Skrupel hatte ihr Volk gegen den Zionismus und die Juden aufzuwiegeln, während sie ihre eigenen Taschen mit den Früchten jüdischen Unternehmertums füllten, so benutzen die PLO-Offiziellen die Milliarden an von arabischen Ölstaaten und – während der Oslo-Zeit – von der internationalen Gemeinschaft gespendeten Dollars, um ihren luxuriösen Lebensstil zu finanzieren, während die gemeinen Palästinenser sich für ihren Lebensunterhalt abstrampeln mussten.

Und so geht es weiter. Sechs Jahrzehnte, nachdem der Mufti und seine Handlanger ihr Volk zur Staatenlosigkeit verdammten, indem sie die UNO-Teilungsresolution ablehnten, werden ihre rücksichtslosen Entscheidungen von der jüngsten Generation Palästinenserführer wieder durchgezogen. Das gilt nicht nur für die Hamas, die im Januar 2006 die PLO am Steuer der palästinensischen Autonomiebehörde ablöste, sondern auch die angeblich moderate Palästinenserführung – von Präsident Mahmud Abbas über Ahmed Qureia (Unterhändler der Oslo-Vereinbarungen von 1993) und Saeb Erekat zu Premierminister Salam Fayad – die es ablehnen Israels bloße Existenz als jüdischer Staat anzuerkennen und auf der vollen Umsetzung des „Rückkehrrechts“ bestehen.

Und so läuft es auch mit dem westlichen Antizionismus, der im Namen der Gerechtigkeit (weniger geht nicht) heute nicht eine neue und fundamental andere arabische Führung fordert, sondern die Auflösung des jüdischen Staates fordern. Nur wenn diese Charakterzüge sich ändern, können die palästinensischen Araber sich darauf freuen ihre selbst verursachte „Katastrophe“ hinter sich zu lassen.

[i] J.C. Hurewitz: The Struggle for Palestine. New York (Norton) 1950.

[ii] Benny Morris: The Birth of the Palestinian Refugee Problem 1947-1949. Cambridge (Cambridge University Press) 1987, S. 286; Morris: The Birth of the Palestinian Refugee Problem Revisited. Cambridge (Cambridge University Press) 2004, S. 588.

[iii] Vladimir Jabotinsky, The Jewish War Front. London (George Allen & Unwin) 1940, S. 216.

[iv] Ursprünglich auf Russisch mit dem Titel O Zheleznoi Stene in Rassvyet, 4. Nov. 1923 veröffentlicht, wurde The Iron Wall mehrfach neu aufgelegt, darunter auch im The Jewish Herald (Südafrika), 26. Nov. 1937 (Internet-Ausgabe: http://www.mideastweb.org/ironwall.htm).

[v] Jabotinsky: The Jewish War Front, S. 216-20.

[vi] A.S. Eban: Note of Conversation with Abdel Rahman Azzam Pasha. London, Sept. 15, 1947, in: Neil Caplan: Futile Diplomacy. London (Frank Cass) 1986, Bd. 2, S. 274-76.

[vii] David Ben-Gurion: Bama’araha. Tel Aviv (Mapai Publishing House) 1949, Bd. 4, Teil 2, S. 265.

[viii] Palestine Royal Commission: Report. Presented to the Secretary of State for the Colonies in Parliament by Command of his Majesty, Juli 1937. London (HMSO); neu aufg. 1946 (danach: Peel Commission Report), S. 94, S. 157-58; Z. Abramowitz/Y. Guelfat: Hameshek Ha’arvi Be’eretz Israel Uve’artzot Hamizrah Hatichon. Tel Aviv (Hakibbutz Hameuhad) 1944, S. 48-50.

[ix] A Survey of Palestine. Prepared in December 1945 and January 1946 for the Information of the Anglo-American Committee of Enquiry; neuaufg. 1991 mit voller Erlaubnis der Her Majesty’s Stationary Office vom Institute for Palestine Studies. Washington DC, Bd. 2, S. 708-15.

[x] Peel Commission Report, S. 93 (vii)

[xi] Zu frühen Erscheinungsformen arabisch-jüdischer Koexistenz s. z.B.: Colonial Office: Palestine. Report on Palestine Administration, 1923. London (HMSO) 1924, S. 26; Colonial Office: Palestine. Report on Palestine Administration, 1924. London (HMSO) 1925, S. 28, 32, 50; Colonial Office: Palestine. Report on Palestine Administration, 1926. London (HMSO) 1927, S. 33; Colonial Office: Palestine: Report of the High Commissioner on the Administration of Palestine 1920-1925. London (HMSO) 1925, S. 40-41; Chaim Weizmann: “Progress and Problems,” Confidential Report to Colonial Office, 15. Feb. 1922, The Letters and Papers of Chaim Weizmann. Vol. I, Series B, August 1898-July 1931. New Brunswick/Jerusalem (Transaction Books/Israel Universities Press) 1983, S. 366; Frederick H. Kisch: Palestine Diary. London (Victor Gollancz) 1938, S. 48-49, 54, 73.

[xii] Peel Commission Report, S. 63, 271.

[xiii] Conversation with Awni Abdel Hadi,” 3. Juni, 1920, Hagana Archive (hier im Folgenden: HA), 80/145/11.

[xiv] Kenneth W. Stein: The Land Question in Palestine, 1917-1939. Chapel Hill (University of North Carolina Press) 1984, S. 182, 228-39.

[xv] Während nach offiziellen britischen Statistiken 1936 159 Araber von ihren arabischen Brüdern getötet wurden (demgegenüber zu 37 Briten und 80 Juden), stieg diese Anzahl zwei Jahre später auf 503 arabische Getötete (gegenüber 255 britischen und 77 jüdischen Toten). Die Toten für 1939 blieben auf einem ähnlichen Niveau: 414 von arabischen Banden ermordete palästinensisch Araber gegenüber 94 Juden und 37 Briten. Einige palästinensisch-arabische Quellen setzen die Zahl der ermordeten Araber mit gigantischen 3.000 – 4.000 an.

In einem Brief an Abdel Qader Husseini vom 18. November 1938 informierte Hassan Saleme, der sich als „Führer der Bereiche von Jaffa, Ramallah und Lydda“ bezeichnete, seine Kollegen Bandenführer: „Wir erhalten Beschwerden von den Dorfbewohnern des Distrikts Jerusalem als Ergebnis von Brandschatzung, Plünderung, Mrod und Folter, die von einigen der abscheulichen Leute begangen werden, die die Kleidung der heiligen Krieger [d.h. Mitgliedern des „Heiligen Jihad“ wie Abdel Qaders Truppe genannt wurde] tragen… Ich gebe zu, dass es unter den ermordeten Menschen einige gab, die zum Tode verurteilt wurden, aber was sind die Fehler der Unschuldigen, deren Geld gestohlen, deren Vieh geplündert, deren Frauen Gewalt angetan, deren Juwelen geraubt wurden und die auf viele weitere Weisen leiden, von denen ihr zweifellos gehört habt? Unsere Rebellion ist zu einer Rebellion gegen die Dörfer geworden und nicht gegen die Regierung der Juden.”

S.: A Survey of Palestine, Vol. 1, S. 38, 46, 49; General Staff H.Q., Jerusalem, “History of the Disturbances in Palestine 1936-1939,” Dez. 1939, Public Record Office (im Folgenden: PRO), WO 191/88; Kenneth Waring: Arab Against Arab: Evidence of Rebel Documents. Times, 18. Jan. 1939. Eine mit Anmerkungen versehene hebräische Übersetzung einer umfassenden Sammlung an Originaldokumenten der arabischen Banden s. Ezra Danin (Hg.): Te’udot Udmuyot Meginzei Haknufiot Ha’arviot Bemoraot 1936-1939. Jerusalem (Magnes Press) 1981, 1. Auflage 1944.

[xvi] So nahm z.B. die Menge von Arabern gekauften jüdischen Weizens 1937 dramatisch ab, stieg aber im folgenden Jahr infolge schwacher Ernten stark an, so dass rund 70% des jüdischen Weizens an den arabischen Sektor verkauft wurde. Im Gegenzug wurde vor der Gewalt 1936-1939 etwa ein Drittel der palästinensisch-arabischen landwirtschaftlichen Produktion an den jüdischen Sektor verkauft. Selbst Grundstücksverkäufe an Juden stark weiter, deren Löwenanteil von mehr als 1.300 Abwicklungen in den Jahren 1936-1939 durch einfache Leute erfolgten. Ähnliche zogen im Dezember 1938, als die jüdischen Arbeiter des Hafens Haifa es ablehnten ein deutsches Schiff zu entladen, nachdem ein deutscher Marineoffzier einen jüdischen Hafenarbeiter beleidigte, die arabischen Kollegen rasch nach.
S. Abramowitz/Guelfat: Hameshek Ha’arvi, S. 99-105; Stein: The Land Question, S. 182; “Minutes of the Meeting of the Jewish Agency’s Executive,” 1. Jan. 1939, David Ben-Gurion Archive, Sde Boker (im Folgenden: BGA).

[xvii] S. z.B. Hashmona’i to Ben Yehuda: Relations with Neighboring Villages, Dec. 24, 1947. Israel Defense Forces Archives (im Weiteren: IDFA) 1948/500/28; Hashmona’i to Shadmi: The Suba Village. 22. Dez. 1947, IDFA, 1948/500/32; 01104 to Tene: Relations between Qatanna and Ma’ale Hahamisha. 23. Dez. 1947, ebenda; Yavne: Beit Hanina, 2. Jan. 1947 und The Qiryat Anavim-Abu Gosh Area, 7. Jan 1948, HA 105/72, S. 27-28; 01123 to Tene: An Arab Peace Overture. 14. Jan. 1948, ebenda, S. 46; Segal to Ben Yehuda: Peace with Maliha, 10. Jan. 1948. IDFA 1949/2644/402; Zafrira Din: Interview with Josh Palmon on June 28, 1989. HA 80/721/3; Noam: Aqir’s Peace Overture. 12. Dez. 1947, HA 105/72, S. 6; Tzefa: Peace Offer by Ghuweir Abu Shusha. 16. Dez. 1948, ebenda; Tiroshi: Requests by Neighborhood Arabs for Peace with the Jews. 18. Dez. 1947, ebenda, S. 8; 01112 to Tene: Kafr Qara and Kfar Glikson. 25. Jan. 1948, ebenda, S. 68; 01101 to Tene: Meeting between the Ard Saris Mukhtar and Dr. Bihem, Head of the Kfar Atta Municipality. 22. Jan. 1948, ebenda, S. 71; Tene News—Daily Summary. 16. Dez. 1947, HA 105/61, S. 59; “For Our Members, Daily News Bulletin No. 19”. 31. Dez., 1947, ebenda, S. 127; “Fortnightly Intelligence Newsletter No. 58,” ausgegeben vom HQ British Troops in Palestine (für den Zeitraum 23.59 Uhr am 18. Dez. 47 bis 23.59 Uhr am 1. Jan. 48), PRO, WO 275/64, S. 2.

[xviii] S. z.B. Naim: In the Villages. 25. Dez. 1947, HA 105/22, S. 123; 00004 to Tene: Qalandiya Opposes Gang Concentrations. 30. Dez. 1947, IDFA 1948/500/28; Yavne: Occurrences in Romema. 2. Jan. 1948, HA 105/72, S. 27; Yavne: Silwan-Ramat Rahel. 1. Jan. 1948, ebenda, S. 30; Yavne: Dissatisfaction with Abdel Qader Husseini. ebenda, S. 32; Qiryat Anavim people to Yavne: Qatanna Residents Expelled an Arab Gang from the Village. 5. Jan. 1948, ebenda, S. 32; 02104 to Tene; Workers from Maliha and Qaluniya who Refuse to Attack Jews. 7. Jan. 1948, ebenda, S. 33; 00004 to Tene: Meeting of Bani Hassan in Maliha to Discuss Attitude to Armed Gangs. 14. Jan. 1948, ebenda, S. 46; 02204 to Tene: Maliha. 14. Jan. 1948, ebenda, S. 47; 02204 to Tene: Qattana. 17. Jan. 1948, ebenda, S. 50; 02104 to Tene: Anti-Gang Resistance. 28. Jan. 1948, ebenda, S. 72; 02104 to Tene: Refusal to Provide Volunteers. 1. Feb. 1948, ebenda, S. 76; 02104 to Tene: Villages’ Fear of Retaliation. 1. Feb. 1948, ebenda, S. 80; Yavne: Battir and other Villages. 4. Feb. 1948, ebenda, S. 84; 02204 to Tene: Opposition to Abdel Qader’s Operation by Qastel. 6. Feb. 1948, ebenda, S. 91; Yavne to Tene: Shu’afat. 24. Feb. 1948, ebenda, S. 114; Hiram to Tene: Shafa’amr. 26. Feb. 1948, ebenda, S. 116; Tene News: 31. Dec. 1947 und 2.-4. Jan. 1948, HA 105/61, S. 121-22, 158-59; Annex to News Concentration No. 100. 20. und 24. Feb. 1948, IDFA 1949/2605/2; Maliha, 1. Jan. 1948, IDFA 1949/2504/4; Protokoll der Ereignisse in Suba, 2. März – 13. April 1948, IDFA 1949/5545/114, S. 141.

[xix] For Our Members. Daily Information Circular No. 12. 21. Dez. 21, 1947, HA 105/61, S. 70; Tene News. 31. Dez. 1947, ebenda, S. 125; Avram: Jammasin: News Items. 9. Jan. 1948, HA 105/23, S. 114; Tiroshi: Dispatch of Arab Merchandise. 15. Dez. 1947, HA 105/72, S. 7; Naim to Tene: Position of the Gaza Felaheen. 15. Feb., 1948, ebenda, S. 103; Naim to Tene; Evacuation of the Wahidat Territory. 22. Feb., 1948, ebenda, S. 111; 00004 to Tene: Moods in Sur Bahir. 22. Dec. 1947, IDFA 1948/500/60; Avram: The Miska Arabs. 8. Jan. 1948, HA 105/54a, S. 19; Hiram to Tene: Meeting between the Yehiam Mukhtar and Tarshiha’s Mayor. 22. Feb. 1948, ebenda, S. 31; Tiroshi to Tene: Appeal for a Ceasefire and Good Neighborly Relations. 7. Apr. 1948, ebenda, S. 53; Tiroshi to Tene: Peace Overtures by Baqa Gharbiya. 20. Apr. 1948, ebenda, S. 79; Grar to Tene: Yasur. 21. Apr. 1948, ebenda, S. 84.

[xx] David Ben-Gurion: Behilahem Israel. Tel Aviv (Mapai Publishing House) 1951, 3. Aufl., S. 28, 43, 54; Ben-Gurion: Bama’araha. Bd. 4, Teil 2, S. 284.

[xxi] Meahorei Hapargod (hebräische AUsgabe eines offiziellen Berichts eines irakischen Parlamentsausschusses zum Krieg von 1948, veröffentlicht im September 1949. Tel Aviv (Ma’arachot) 1954, S. 9, 98-99; Fortnightly Intelligence Newsletter No. 64. ausgegeben vom Hauptquariter der britischen Turppen in Palästina (für den Zeitraum von 23.59 Uhr am 10. März – 23.59 Uhr am 23. März 1948), PRO, WO 275/64, S. 4. Arif al-Arif: al-Nakba: Nakbat Bait al-Maqdis wa-l-Firdaws al-Mafqud. Beirut (al-Maktaba al-Asriya) 1956, Bd. 1, S. 138-39.

[xxii] Walid Khalidi: From Haven to Conquest: Readings in Zionism and the Palestine Problem Until 1948. Washington DC (Institute for Palestine Studies) 1987, S. lxix.

[xxiii] Ben-Gurion: Bama’araha, Bd. 4, Teil 2, S. 260; hebräische Übersetzung von Haddsch Amins Interview mit Le Journal d’Egypt vom 10. Nov. 1947, HA, 105/105a, S. 47; Radio Beirut, 12. Nov. 1947, in: Foreign Broadcasts Information Service (FBIS), European Section: Near & Middle East and North African Transmitters, 13. Nov. 1947, II2, 5; Fortnightly Intelligence Newsletter No. 64. Ausgegeben vom Hauptquartier der britischen Truppen in Palästina (für den Zeitraum von 23.59 Uhr am 10. März bis 23.59 Uhr am 23. März 1948), PRO, WO 275/64, S. 4; Arab Press Service (Cairo), FBIS, European Section: Near & Middle East and North African Transmitters, 16. Dec. 1947, II1; Weekly Summary for the Alexandroni Brigade, Mar. 2, 1948. HA 105/143, S. 105; In the Arab Public, 30. Mar. 1948, HA 105/100, S. 14.

[xxiv] Macatee an den Außenminister, 31. Dez. 1947, National Archives, Washington, D.C. (im Weiteren NA), RG 84/800, S. 1-2.

[xxv] Nach Angaben eines Berichts des Haifa-Korrespondenten der Palestine Post gingen die arabischen Raffineriearbeiter bereits vor dem Bombenanschlag der IZL auf ihre jüdischen Kollegen los (Sakran an Tene, 31. Dez. 1947, IDFA 1949/481/62). Diese Behauptung wurde von einer IZL-Radiosendung vom 4. Januar 1948 verstärkt, die herausstellte, dss die vor dem Bombenanschlag armenische Arbeiter im Werk ihre jüdischen Freunde vor einem bevorstehenden Anschlag gewarnt und einige jüdische Arbeiter beachteten das und gingen vor dem Massaker. Die Sendung vermerkte zudem die Vorabpositionierung kalter Waffen überall im Werk und die Tatsache, dass die Massaker im entferntesten Bereich der Raffinerie erfolgte, rund 3km entfernt vom Anschlag, wo die Explosion nicht zu hören war. S. David Niv: Ma’arahot Ha’irgun Hatzva’i Hale’umi. Tel Aviv (Hadar) 1980, Bd. 6, S. 19-20. Ein zeitgnössischer Bericht ist: Report of the Communal Commission of Inquiry on the Haifa Refinery’s Disaster (Dec. 30, 1947), 25. Jan. 1948, HA 80/460/11; The Refinery Massacre, HA 80/460/11; Information Bulletin No. 30, 30. Dez. 1947, HA 105/61, S. 117; To Our Members—Daily information Bulletin, 31. Dez. 1947, HA 105/61, S. 126.

[xxvi] Die IZL bestritt kategorisch jedes Massaker; sie behauptete, dass die Opfer im Verlauf der schweren Kämpfe verursacht wurden. Der angesehene palästinensische Historiker Arif al-Arif gesteht das Geschehen schwerer Kämpfe ein. Er behauptet, dass die Dorfbewohner mehr als 100 jüdische Kämpfer töteten (die tatsächliche Zahl war 4 Tote und 32 Verletzte), behauptet aber, dass nur 7 der 110 arabischen Todesopfer im Kampf getötet wurden und dass der Rest friedliche Zivilisten waren, die in ihren Häusern ermordet wurden (al-Nakba, S. 173). Im Gegensatz dazu erwähnte der Geheimdienstbericht der Hagana, der drei Tage nach dem Ereignis veröffentlicht wurde, die operationelle Inkompetenz und das Durcheinander der angreifenden Truppen sowie ihre fehlende Disziplin (die sich inter alia in Plünderungen zeigte), erähnte aber kein Massaker. al-Nakba, S. 173; Yavne an Tene: The Etzel and Lehi Operation in Deir Yasin. 12. Apr. 1948, IDFA 1948/500/35; Irgun Command: Statement on the Deir Yasin Affair sowie Statement sowie Condemn the Hypocrisy, April 1948, Irgun Archive (im Weiteren IA), K4-4/10. Mitte der 1950-er Jahre abgegebene eidestattliche Erklärungen von Teilnehmern an den Kämpfen bestreiten jegliche Massaker, s.: IA, K4-1/10, 9/10. Eine umfangreiche Sammlung an Presse- und wissenschaftlichen Texten kann in IDFA 2004/26/70 gefunden werden. S. auch: Deir Yasin Occupied by the Irgun and Lehi sowie The Jewish Agency Condemns the Irgun and Lehi Operation in Deir Yasin und The Chief Rabbinate Strongly Condemns the Deir Yasin Incident, Ha’aretz, 11./12. Apr. 1948; Battle Participant Evidence: 60 Hours in Deir Yasin. Mivrak, 19. Apr. 1948, IA K4; High Commissioner for Palestine to Secretary of State for the Colonies: Deir Yasin. 13. Apr. 1948, Cunningham Papers, Middle East Center, St. Antony’s College, Oxford University; High Commissioner for Palestine to Secretary of State for the Colonies: Weekly Intelligence Appreciation, 17. Apr. 1948, Cunningham Papers; An Arab from Deir Yasin Reveals on the Deir Yasin Anniversary: The Jews Didn’t Plan a Massacre but Conducted a Battle. Herut, 3. Juni 1953; Prime Minister Menachem Begin in Interview with Lord Bethel: Deir Yasin–a tragedy in the Irgun’s history, but casualties were caused in the course of fighting; there was no massacre. Yediot Aharonot, 22. Juni 1979.

[xxvii] Dov Joseph: The Faithful City: the Siege of Jerusalem, 1948. New York (Simon and Schuster) 1960, S. 74-75; Harry Levin: Jerusalem Embattled. A Diary of the City under Siege, March 25, 1948 to July 18, 1948. London (Victor Gollancz) 1950, S. 70; Jerusalem Headquarters: Haddassah University, Feb. 17-Jun. 22, 1948. IDFA 1948/500/44; Conclusions of the Commission of Inquiry about the Sheik Jarah Disaster of Apr. 13, 1948. 18. Apr. 1948 HA 57/95; Report by Shalom Hurwitz on the Mount Scopus Convoy Disaster in Sheik Jarah on Apr. 13, 1948. 6. Juni 6, 1948, BGA.

[xxviii] Cunningham to Creech-Jones, Apr. 25 & 28, 1948, Cunningham Papers, III/4/52 & III/4/117; Tzuri to Tene: News Items about the Tiberias Exodus. 21. Apr. 1948, HA 105/257, S. 347; Tene News—Daily Summary. 18. Apr. 1948, HA 105/62, S. 93; Kenneth W. Bilby: New Star in the Near East. New York (Doubleday) 1950, S. 30; Filastin, 13., 14., 16. Apr. 1948; al-Difa, 11., 12., 13., 14., 15. 16. Apr. 1948; Radio Jerusalem in Arabic to the Middle East (13. Apr. 1948) und Radio Damascus (14. Apr. 1948), in: FBIS, 15. Apr. 1948, S. II4; Radio al-Sharq al-Adna (Jerusalem), 15. Apr. 1948, ebenda, 16. Apr. 1948, S. II5; BBC Television Channel 2: The Fifty Years War: Israel and the Arabs. Program 1, gesendet am 15. Mar. 1998.

[xxix] Aus Palästina (General Sir A. Cunningham) an den Außenminister für die Kolonien: Weekly intelligence Appreciation, 22. Dez. 1947. Cunningham Papers; Aus Palästina (General Sir A. Cunningham) an den Außenminister für die Kolonien: Weekly intelligence Appreciation, 24. Jan. 1948, PRO, CO 537/3869.

[xxx] Tene News—Daily summary, 16. Dez. 1947, HA 105/61, S. 59; For Our Members, Daily News Bulletin No. 19, 31. Dez. 1947, ebenda, S. 127; al-Ayam (Damascus), 21. Dez. 1947, eingebracht in News on Arab Military Preparations. 1. Jan. 1948, Central Zionist Archives (CZA), S25/3999.

[xxxi] Hashmona’i: News Items: Economy. 2. Feb. 1948, IDFA 1948/500/60; In the Arab Camp: News Summary. 29. Feb./26. März 1948, IDFA 2004/535/479, S. 3-4; Yishuv Circular No. 16, 31. Jan. 31, 1948, K4-31/1/12, IA; Committee for Economic Defense: News from the Arab Economy, Bulletin No. 6. 17.-19. Apr. 1948, HA 105/143, S. 240.

[xxxii] Hayogev, Jan. 5, 1948, HA 105/215a, S. 48; Among the Arabs. 22. Feb. 1948, IDFA 1948/500/60; 02204 to Tene: The Lifta People’s Position. 9. Feb. 1948, HA 105/32a, S. 61; Tiroshi to Tene: Situation of the Refugees. 12. Apr. 1948, HA 105/257; Tiroshi: Summary of News for the Alexandroni Brigade. 16. Apr. 1948, HA 105/143, S. 231; Director of Operations/Intelligence Directorate: News Summary on the Eastern and Northern Fronts. 3. Juni 1948, IDFA 1975/922/1044; Arab News Items, 25. Apr. 1948, IDFA 1948/500/55; Annexes to News Bulletin No. 205. 29. Apr. 1948, IDFA 1949/2605/2.

[xxxiii] Annexes to News Bulletin No. 185, 20. Apr. 1948, IDFA 1949/2605/2; Deir Yasin, 17. Apr. 1948, IDFA 1949/2605/6, S. 7.

[xxxiv] Hiram to Tene: Acre Inhabitants and Defenders Refuse to Receive More Refugees. 27. Apr. 1948, HA 105/257.

[xxxv] So sagte zum Beispiel nach einem Angrif auf Ramat Hakovesch (am 19. April) durch das benachbarte dorf Miska, der Kibbutz-Mukhtar den Dorfbewohnern, sie sollten weggehen oder die Folgen ihrer der von ihnen begangenen Aggression tragen. Ähnlich überzeugte während der jüdischen Operation in Ostgaliläa der Sekretär des Kibbutz Genossar zusammen mit dem Mukhtar des arabischen Dorfs Majdal dessen Einwohner das Dorf zu verlassen und ihre Waffen auszuhändigen. In Khirbat Beit Lid und Khirbat Azzun wurden die Dorfbewohner angewiesen wegzugehen, weil die jüdischen Truppen nicht in der Lage sein würden ihre Sicherheit zu garantieren. S. Tiroshi: Summary of News for the Alexandroni Brigade, Apr. 27, 1948,” HA 105/143, S. 235; Tiroshi to Tene: Vacation of Miska. 27. Apr. 1948, HA 105/257, S. 79; Tzuri to Tene: Arab Majdal, 23. Apr. 1948, ebenda, S. 4; Tiroshi to Tene: Departure of Arabs from the Neighborhood. 16. Apr. 1948, ebenda, S. 89; Tiroshi to Tene: Vacation of Khirbat Azzun. 20. Apr. 1948, ebenda, S. 3.

[xxxvi] Ezra Danin: Zioni Bekhol Tnai. Jerusalem (Kidum) 1987, Bd. 1, S. 216-17; Zafrira Din: Interview with Josh Palmon on June 28, 1989. HA 80/721/3.

[xxxvii] Ich habe den Vorfall von Haifa recht ausführlich in Nakbat Haifa: the Collapse and Dispersion of a Major Palestinian Community ( Middle Eastern Studies, Bd. 37, No. 4, Oktober 2001), S. 25-70 dokumentiert.

[xxxviii] Zwei Wochen nach dem Auszug berichtete der britische Hochkommissar Cunningham nach London, dss die Juden von Tiberias „die Araber wieder willkommen heißen würden“. (High Commissioner for Palestine to Secretary of State, 5. Mai 1948, Cunningham Papers) S. auch: Tzuri to Golani: News Summary: Tiberias, 21. Apr. 1948, HA 105/143, S. 275; Hagana Operational Directorate: Logbook of the War of Independence, “. 260; MacMillan, “Palestine: Narrative of Events,” 17./18. Apr. 1948, S. 37.

[xxxix] S. z.B. Qiryati-Dafna to all fronts; Occurrences in Jaffa, [Apr.] 11, 1948-[Apr.] 20, 0740, 2. May 1948, IDFA 1949/8275/162; Palestine (Cunningham) to the Secretary of State for the Colonies, May 1, 1948, FO 371/68547/E5665/4/71.

[xl] Tene to Dan & Hillel, 30. Nov. 1947, HA 105/61, S. 5; 00004 to Tene: Report Summary, Dec. 7, 1947,” HA 105/61, S. 9; Yavne to Tene: For Our Members in the Bases. 9. Dez. 1947, ebenda, S. 18; For Our Members in the Bases. Bulletin Nos. 15 & 16, 10./11. Dez. 1947, ebenda, S. 24, 37; Yavne: Evacuation of Women and Children from Lifta. 28. Dez. 1947, HA 105/215, S. 23; 00004 to Tene: Arabs Erecting Military Posts in Lifta. 14. Dez., 1947, IDFA 1949/5253/104; The Old City, 26. Dez. 1947, ebenda; Families Leaving Lifta. 1. Jan. 1948, ebenda; Hashmona’i: Demographic Changes in Jerusalem. 25. Jan. 1948, IDFA 1948/500/60; In the Arab Camp. 25. Jan. 1948, ebenda; Anger in Beit Safafa over the use of the Village by Armed Gangs for Attacks on Mekor Haim. 28. Jan. 1948, ebenda; Beit Safafa sowie The Evacuation of Beit Safafa, 15./18. Feb. 1948, ebenda; Yavne to Tene: Deir Abu Tur. 21. Feb. 1948, HA 105/215, S. 81; Hashmona’i: Annexes to News Concentration No. 114. 16. Mar. 1948, IDFA 1949/2605/2; 01204 (Hatzil) to Tene, 21. Jan. 1948, HA 105/72, S. 52; Yavne to Tene: Complain by the Beit Safafa Mukhtar to the NC. 16. Feb. 1948, ebenda, S. 105; In the Arab Camp: News Summary. 14. Mar. 1948, S. 2, IDFA 2004/535/479; In the Arab Camp: News Summary. 29. März 1948, S. 2, ebenda; Yavne to Tene: 15. Feb. 1948, HA 105/215, S. 41.

[xli] Tene News, 19. Jan., 1948, HA 105/61a, S. 85; 02117 to Tene: In Wadi Hunein. 5. Jan. 1948, HA 105/148, S. 195; Tiroshi to Tene: Dannaba, 17. Feb. 1948, ebenda, S. 219; 01132 to Tene: Vacation of Mir. 8. Feb. 1948 sowie The Evacuation of Jamala, 8. Feb. 1948, HA 105/215, S. 44; Tiroshi to Tene: Arab Hawarith, 18. Feb. 1948, ebenda, S. 14; Avram to Tene: Reinforcement from Syria. 11. Feb. 1948, HA 105/215a, S. 83; Arab News Items. 17. Apr. 1948, IDFA 1948/500/55; 02112 to Tene: Arab al-Fuqara. 9. Feb. 1948, IDFA 1949/6400/66; 02122 to Tene: From Salim Abdel Rahman. 12. Dez. 1947, ebenda; 01122 to Tene: Assorted News Items. 2. Dez. 1947, ebenda; Annexes to News Bulletin No. 114. 16. Mar. 1948, IDFA 1949/2605/2; Annexes to News Bulletin No. 122. 23. Mar. 1948, ebenda; Annexes to News Bulletin No. 126. 30. März 1948, ebenda; Urgent Arab News Items. 29. März 1948, IDFA 1948/550/55; Tzefa to Tene: Vacation of Khisas. 26. März 1948, HA 105/257, S. 106; Tzefa to Tene: Ulmaniya and Waddi Luz. 5. März 1948, ebenda, S. 33; Tiroshi to Tene: Bureika. 6. März  1948, ebenda, S. 33; Yavne to Tene: Isawiya. 30. März 1948, ebenda; Tzefa to Tene: Vacation of Women and Children from Arab Villages in the Upper Galilee. 25. Feb. 1948, HA 105/215, S. 20; Tiroshi to Tene: Sarkas. 19. Feb. 1948, ebenda; S. 14; Tiroshi to Tene: Arab al-Nufeiat. 30. März 1948 sowie Sarkas, 20. Apr. sowie Evacuation of Sarkas, 22. Apr., IDFA 1949/6400/66; Alexandroni: Sarkas. 11. März 1948, ebenda; Yosef Weitz: Yomanai Ve’igroti Labanim. Tel Aviv (Masada) 1965, Bd. 3, S. 257, 277; Yavne to Tene: Deprature of Inhabitants and Entry of Foreigners. 18. Apr. 1948, HA 105/257; Hiram to Tene: Arab Propaganda Regarding Evacuations. 30. Apr. 1948, ebenda; Tene: Migration of the Palestinian Arabs in the Period 1.12.47-1.6.48. Annex 1: Vacated Arab Villages. 30. Juni 1948, IDFA, 1957/100001/781, S. 4; Naim to Tene: Evacuation of Arabs. 8. Apr. 1948, HA 105/143, S. 171, 185; Yavne: Arab News Items. 27. Apr. 30, 1948, ebenda, S. 309, 319; Tzuri to Tene: Assorted News. 6. Mai 1948, ebenda, S. 343; Naim to Tene: Vacation of Sarafand Kharab. 8. Apr. 1948, HA 105/257, S. 290; Tzefa to Tene: Vacation of Arab Villages. 6. Apr. 1948, ebenda, S. 24, 53; Tiroshi to Tene: Fajja Vacated of its Residents. 14. Apr. 1948, ebenda, S. 8; Tiroshi to Tene: Partial Vacation of Qannir. 29. Apr. 1948 sowie The Qannir Residents Moved to Arara. 29. Apr. sowie Qanir, 3. Mai 1948, IDFA 1949/7249/129; Tagebuch Yosef Weitz, 4. Mai 1948, CZA, A246/13, S. 2373-74; Hiram to Tene: Vacation of the Arab Zubeidat Tribe, 16. Apr. 1948, HA 105/54a, S. 67; Bericht einer arabischen Quelle zum Befehl der Arabischen Legion Dörfer zu evakuieren, 12. Mai 1948, IDFA 1949/5545/114, S. 11.

[xlii] Cunningham an den Außenminister für die Kolonien, 26. Apr. 1948, Cunningham Papers; Fortnightly Intelligence Newsletter No. 67, ausgegeben vom Hauptquartier der britischen Truppen in Palästina  (für den Zeitraum von 23.59 am 19. April bis 23.59 Uhr am 3. Mai 1948), PRO, WO 275/64, S. 1. S. auch: General Sir A. Cunningham an den Außenminister für die Kolonien: Weekly Intelligence Appreciation. 1. Mai 1948, PRO, CO 537/3869.

[xliii] Arif, al-Nakba, S. 179.

[xliv] Muhammad Nimr Khatib: Min Athar al-Nakba. Damaskus (al-Matba’a al-Amumiya) 1951, S. 287.

[xlv] Beirut Radio, 4. Mai 1948, FBIS, European Section: Near & Middle East and North African Transmitters, 5. Mai 1948, II2; Summary of News for the Alexandroni Brigade. 9. Apr. 1948, HA 105/143, S. 174; Philip Ernst (Amerikanischer Konsul in Port Said) an das Außenministerium: Arrival of Palestine Arab Refugees. 29. Apr. 1948 (versandt am 11. Mai), RG 84, 800–Refugees; Beirut Radio, 25. Apr. 1948, SWB, No. 48, 29. Apr. 1948, S. 60; Campbell (Cairo) an den Hochkommissar für Palästina, 1. Mai 1948, Cunningham Papers.

[xlvi] Beirut Radio, 7. Mai 1948, in: BBC Summary of World Broadcasts: Western Europe, Middle East, Far East, and Americas (SWB), No. 50, 13. Mai 1948, Part III, S. 57.

[xlvii] Sir J. Troutbeck: Summary of general impressions gathered during week-end visit to the Gaza district. 16. Juni 1949, PRO, FO 371/75342/E7816, S. 123.