Das Zeug für eine wahre israelisch-arabische Freundschaft

Der neue Nahe Osten, der seit dem Arabischen Frühling entstanden ist, ist eine Region, die einerseits stärker gespalten ist, während er andererseits zunehmend Interesse an Verständigung mit Israel zeigt.

Dr. Ahmed Charai, Israel HaYom, 13. Dezember 2020

Der neue Nahe Osten, der seit dem Arabischen Frühling, dem Aufstieg und Fall des Islamischen Staates – sowie des Aufstiegs der Rolle des Iran im Irak, dem Libanon, Syrien und dem Jemen – entstanden ist, ist eine Region, die stärker gespalten ist und auch einer, in dem Offenheit für Israel unter arabischen Staaten zugenommen hat.

Israel und Marokko stimmten der Normalisierung der Beziehungen zu, sagten US-Präsident Trump und König Mohammed VI. von Marokko am Dienstag: „Das wird ein sehr warmer Frieden“, sagte Premierminister Benjamin Netanyahu am Donnerstag und fügte hinzu, dass Israel und Marokko rasch Verbindungsbüros einrichten und Direktflüge zwischen den beiden Ländern einführen würden.

Die historische Ankündigung markiert einen echten Wendepunkt in den Nahost-Angelegenheiten.

Zählen Sie mich zu den vielen Arabern, die lange geglaubt haben, dass der Frieden zwischen Arabern und Israel durch volle Normalisierung eine Chance verdient – wenn auch zu den wenigen, die das öffentlich sagten. Ich habe diese Ansicht zur Überraschung vieler amerikanischer, israelischer und palästinensischer Freunde vertreten.

Trumps Berater Jared Kushner ist der Schlüssel im Vorantreiben der Friedensabkommen gewesen. Kushners Jahre geduldiger und stiller Verhandlungen hinter den Kulissen zahlten sich aus. Er warf die veralteten Drehbücher der Verhandlungen der Vergangenheit über Bord, er hörte zu, er lernte, er fasste zusammen, um sein Verstehen zu zeigen und er stellte frische Fragen.

Kushner hatte den Erfolg, dass seine Vision übernommen wurde.

Israelische Beobachter in einem gewissen Alter werden sich an die Staatskunst des verstorbenen Vaters des gegenwärtigen Königs erinnern, Hassan II. Dieser arbeitete unermüdlich daran Verständigung zwischen Israel und seinen Nachbarn zu fördern, darunter zu den Palästinensern. Er machte das privat ebenso wie offiziell – zum einen ermöglichte er jede wichtige Initiative von Camp David bis Oslo hinter den Kulissen; König Hassan II. wird als Haupt-Architekt des ersten Friedensabkommens zwischen Ägypten und Israel betrachtet.

König Mohammed VI. behält dasselbe Engagement israelisch-arabische Verständigung voranzubringen bei – wie dieselbe Bereitschaft, das diskret zu tun.

Die arabische Welt ist nie monolithisch gewesen. Andere arabische Staaten werden wahrscheinlich Ländern folgen, die nicht an Israel grenzen, die nicht direkt von der Notlage des palästinensischen Volks betroffen sind, außer durch Überlegungen zum Völkerrecht, Wohltätigkeit und Mitleid. Ohne die Einheit der arabischen Welt, die ein Patt unterstützen, das sich ein halbes Jahrhundert lang hingezogen hat, werden die Palästinenser ihre Strategien korrigieren müssen.

Auch Israel könnte sich verändern. Handel, der friedliche Austausch von Waren und Ideen, könnten neue Verbindungen unter den Jungen und Ambitionierten schmieden, auf beiden Seiten der arabisch-jüdischen Kluft. Mit der Zeit könnte die alte Bitterkeit durch die Hoffnung der Jungen ersetzt werden.

In einer den Marokkanern sehr wichtigen Sache und in einem beispiellosen Schritt erkannte Trump Marokkos Souveränität über die Sahara-Provinzen an.

Marokkos ernster, glaubwürdiger und realistischer Autonomievorschlag ist die einzige Grundlage für eine gerechte und anhaltende Lösung zu dauerhaftem Frieden und Wohlstand! Präsident Trump sagte in einem Tweet: „Marokko erkannte 1777 die Vereinigten Staaten an. Daher ist es passend, dass wir ihre Souveränität über die Sahara anerkennen.“

Das Weiße Haus veröffentlichte eine Erklärung, die formell die Anerkennung von Marokkos territorialem Anspruch über die Sahara verkündete.

„Heute erkläre ich, Donald J. Trump, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, kraft der mir von der Verfassung und den Gesetzen der Vereinigten Staaten verliehenen Befugnis, dass die Vereinigten Staaten anerkennen, dass das gesamte Territorium der Westsahara Teil des Königreichs Marokko ist.“

Die riesige Mehrheit der Marokkaner steht diesbezüglich tatsächlich hinter der Monarchie. Die Separatistenbewegung, oft als Polisario bekannt, gefährdet Frieden und Sicherheit in der gesamten Region, macht sie zu einer Brutstätte für Terrorismus. Das ist ein Thema, das viel zu lange offen war und es hat einfach keinen Fortschritt hin zu einer Lösung gegeben. Als Teil des Anerkennungs-Abkommens die diplomatische Mission der Vereinigten Staaten in Marokko ein Konsulat in Dakhla eröffnen, einer Stadt in der Südsahara.

Mit der Anerkennung der Souveränität Marokkos über ein Gebiet, in dem Marokko hunderte Milliarden Dollar an Investitionen für die Saraoui-Bevölkerung einsetzte, könnte möglicherweise der Stillstand durchbrochen werden.

Damit sollte die Vereinbarung zwischen Marokko und Israel dafür gelobt werden wahrlich bahnbrechend zu sein, die Grundlage für echte israelisch-arabische Freundschaft zu legen und die lange erwartete Anerkennung der Menschlichkeit des jeweils andren kundzutun.

Eine selten erzählte Geschichte

Rolene Marks, Lay of the Land, 2. Dezember 2020

Diese Woche wird zweier bedeutender Daten in der Geschichte gedacht. Nicht mit viel Trara, sondern mit dem gelegentliche Tweet oder Eintrag in sozialen Medien; es handelt sich aber um Daten und Ereignisse, die den Verlauf der Geschichte änderten und die tiefgreifenden Auswirkungen sind bis heute zu spüren. Das erste war die Abstimmung in der UNO 1947, die den Weg für die Gründung des jüdischen Staates ebnete, das andere war das Gedenken an die Vertreibung der Juden aus Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas.

Am 29. November 1947 stimmte die UNO dafür das in zwei Teile zu teilen, was damals das britische Mandat Palästina war – Land für die Juden und für die Araber. Die Juden akzeptierten und der moderne Staat Israel war auf dem Weg geboren zu werden. Die Araber lehnten ab und sollten dem frischgebackenen jüdischen Staat den Krieg erklären. Der Staat Israel wurde am 14. Mai 1948 von David Ben Gurion, dem ersten Premierminister, formell ausgerufen. Die arabische Reaktion fand in der Nacht vom 14. auf den 15. Mai statt, als die Streitkräfte von Jordanien, Ägypten, Syrien und dem Libanon einmarschierten. Der ägyptische Außenminister informierte den UNO-Sicherheitsrat, dass „ägyptische Streitkräfte begonnen haben in Palästina einzudringen, um Recht und Ordnung wiederherzustellen“.[1] Araberführer ermutigten damals die Bürger wegzugehen, bis man „die Juden ins Meer getrieben“ habe. Israel mobilisierte so viele seiner kampffähigen Bürger wie möglich und die Hagana und der Palmach (Teil der Haganah)-Streitkräfte wurden vereinigt, um die Israelischen Verteidigungskräfte (IDF) zu bilden. Am Ende des Krieges war Israel siegreich und hatte beträchtliche territoriale Gewinne gemacht. Viele der arabischen Bürger lehnten eine Rückkehr ab, trotz der Einladung Ben Gurions in der Unabhängigkeitserklärung, sie würden gleichberechtigte Bürger sein und helfen den neuen Staat aufzubauen.

Stand 2014: Ethnische Säuberung von Juden aus der arabischen Welt – und jetzt sagen sie, der jüdische Staat habe kein Recht zu existieren… Wann wird dieser Hass enden?

Eine Geschichte, die selten diskutiert wird (zumindest bis vor kurzem) ist die Erfahrung von während dieser Zeit in MENA-Ländern[2] lebenden Juden. Seit Jahrhunderten und sogar Jahrtausenden hatten Juden in diesen Ländern Erfolg. Zur Zeit der muslimischen Eroberung im 7. Jahrhundert hatten uralte jüdische Gemeinden in vielen Teilen des Nahen Ostens und Nordafrikas existiert. Juden unter islamischer Herrschaft wurde der Status des Dhimmi (Bürger zweiter Klasse) gegeben, oft einer besonderen Dhimmi-Steuer unterworfen, wie andere vorislamische Religionsgruppen auch. Diesen Gruppen wurden gewisse Rechte als „Völker des Buchs“ gewährt. Im Mittelalter fanden viele Juden Zuflucht in muslimischen Ländern; aber es gab andere Zeiten, in denen Juden vor Verfolgung in muslimischen Ländern flohen und Zuflucht in christlichen Ländern fanden. Von der iberischen Halbinsel vertriebene Juden wurden eingeladen sich in verschiedenen Teilen des Osmanischen Reiches niederzulassen, wo sie oft eine erfolgreiche Musterminderheit an Händlern bildeten, die als Vermittler für ihre muslimischen Herrscher handelten.

Juden sollten dort Jahrhunderte lang leben, sprachen dieselbe Sprache und hielten dieselben Bräuche ein und integrierten sich in ihre Mitbürger. Das sollte sich 1948 dramatisch ändern.

Bis 1948 gediehen jüdische Gemeinschaften in MENA-Ländern zahlenmäßig. In Marokko waren es 265.000, im Iran 100.000, in Algerien 140.000, in Ägypten 75.000 und in anderen Ländern war es auch eine beträchtliche Anzahl.

Mit der Geburt des Staates Israel war die Reaktion der arabischen Welt feindselig. Einige Juden begannen diese Länder zu verlassen, waren aber gezwungen ihren Besitz zurückzulassen; für die Mehrheit war ihr Schicksal Furcht einflößender. Hier sind einige Berichte dessen, was diesen Gemeinden zustieß.

Irak:

Im Irak, wo 2.600 Jahre lang eine große Gemeinde Juden lebte, brachen im Juni 1941 als Farhud bekannte gewalttätige Krawalle aus. Diese Krawalle richteten sich gegen die jüdische Bevölkerung, hauptsächlich in Bagdad. Soldaten versuchten einen fehlgeschlagenen Putsch, um das Machtvakuum auszunutzen, das von fehlender Führung hinterlassen wurde; sie schwärmten zusammen mit einem blutrünstigen Mob in jüdische Gemeinden aus, töteten 179 unschuldige Menschen, verletzten mehr als 2.100 und hinterließen 242 Waisenkinder. Dieser Akt der Gewalt wurde in der gesamten arabischen Welt und in Nazideutschland gefeiert.

Tod den Juden. Am 1. Juni 1941 brach in Bagdad ein von den Nazis inspiriertes Pogrom aus, das der mehr als zwei Jahrtausende bestehenden friedlichen Existenz der jüdischen Minderheit der Stadt ein Ende setzte.

1948 wurden als Reaktion auf die Resolution 181 der UNO-Vollversammlung („der Teilungsplan“) und die Unabhängigkeit Israels Gesetze verabschiedet, die den Zionismus zu einer kriminellen und sogar zu einem Kapitalverbrechen machten, was es der Polizei erlaubte tausende jüdischer Häuser nach Beweisen für Zionismus zu durchsuchen. Von Mai 1950 bis August 1951 hatten die Jewish Agency und die israelische Regierung den Erfolg mit den Operationen Esra und Nehemia etwa 110.000 Juden per Luftbrücke nach Israel zu bringen. Gleichzeitig wurden 20.000 Juden über den Iran aus dem Irak geschmuggelt. Ein Jahr später wurde das Eigentum der emigrierten Juden im Irak eingefroren und den im Land verbliebenen Juden wirtschaftliche Einschränkungen auferlegt.

Marokko

Vor dem Zweiten Weltkrieg belief sich die jüdische Bevölkerung Marokkos auf etwa 265.000 und obwohl sie nicht von den Nazis deportiert wurden, erlitten sie unter der Vichy-Regierung starke Erniedrigung. Nach dem Krieg verschlimmerte sich die Lage.

Im Juni 1948 wurden bei tödlichen Krawallen in Oujda und Djerada 44 Juden getötet und viele weitere verletzt. Im selben Jahr wurde ein inoffizieller Wirtschaftsboykott angezettelt und bis 1959 wurden zionistische Aktivitäten für illegal erklärt. 1963 wurden mindestens 100.000 marokkanische Juden aus ihren Heimen gezwungen und etwa 150.000 Juden suchten Zuflucht in Israel, Frankreich und den Amerikas.

Der letzte seiner Art. Die meisten Juden in Marokko sind heute tot und begraben. In diesem Foto von 2018 ist Joseph Sebag der letzte jüdische Mann in der marokkanischen Küstenstadt Essaouira.

1965 beschrieb der marokkanische Schriftsteller Said Ghallab die Haltung marokkanischer Muslime gegenüber ihren jüdischen Nachbarn:

„Die schlimmste Beleidigung, die ein Marokkaner wohl äußern konnte, war jemanden als Juden zu behandeln. Die Massaker an den Juden durch Hitler werden ekstatisch verherrlicht. Es wird sogar geglaubt, dass Hitler nicht tot ist, sondern lebt und wohlauf ist und seine Ankunft wird erwartet, um die Araber von Israel zu befreien.“

Ägypten

In den 1940-er Jahren nahm die Feindschaft gegenüber der etwa 80.000 Menschen zählgenden ägyptischen jüdischen Gemeinschaft zu. Es wurden Gesetze verabschiedet, die die Beschäftigung von Ägyptern jüdischer Herkunft einschränkten sowie von Mehrheitseignern von Firmen verlangte, dass sie ägyptische Staatsbürger sein müssen. Da Juden als Regel die Staatsbürgerschaft verweigert wurde, verloren viele Juden ihre Arbeit und Betriebe.

Während des Unabhängigkeitskriegs von 1948 wurden tausende ägyptischer Juden in Internierungslager gesteckt, aus ihren Arbeitsplätzen verdrängt und wegen angeblicher Kollaboration mit einem Feindstaat verhaftet. Auf Synagogen, Häuser und Firmen wurden Bombenanschläge verübt und viele Juden wurden getötet und verletzt. Mehr als 14.000 Juden immigrierten während dieser Zeit nach Israel, um Sicherheit zu finden. Von 1948 bis 1958 flohen mehr als 35.000 Juden aus Ägypten.

Ende einer Ära. Juden wurden gezwungen wegzugehen, eine ehemalige jüdischer Schule in Abbasyia; Kairo.

Von 1956 bis1968 flohen weitere 38.000 Juden aus Ägypten, viele nach Israel, um systematischer Verfolgung wie Enteignung ihrer Häuser und Firmen durch die Regierung sowie willkürlicher Verhaftung zu entgehen.

Jemen

Die jemenitischen Juden erlitten mit die schlimmste Verfolgung. Ende November 1947 veranstaltete die arabische Bevölkerung von Aden einen dreitägigen Streik in Protest gegen die Resolution 181 der UNO-Vollversammlung (den Teilungsplan). Der Protest wurde rasch gewalttätig. Mehr als 80 jemenitische Juden wurden abgeschlachtet, mehr als 100 Juden gehörende Unternehmen geplündert und Häuser, Schulen und Synagogen wurden niedergebrannt. Das war einer der gewalttätigsten Angriffe auf eine jüdische Bevölkerung in der gesamten arabischen Welt.

Flucht ums Überleben. Eine jemenitische Familie läuft durch die Wüste zu einem Lager zur Rettung von Flüchtlingen bei Aden.

Die israelische Regierung ließ sich auf einen einzigartigen Plan ein, um die verfolgten jemenitischen Juden zu retten. 1949 und 1950 wurde die Operation Fliegender Teppich (auf Hebräisch als „Auf Adlerflügeln“) umgesetzt. Dafür wurden Amerikanische und britische Flugzeuge eingesetzt, die nach Aden flogen und die Juden aus dem Jemen abholten und nach Israel brachten. Bis Ende der Operation wurden 47.000 jemenitische Juden gerettet.

Libyen

Mehr als 2.300 Jahre lang lebten und gediehen Juden in Libyen; ihre Zahl betrug mehr als 37.000. Während des Zweiten Weltkriegs setzte die libysche Regierung ihre eigene, von den Nazis inspirierte Politik um und mehr als 2.000 Juden wurden in Konzentrationslager in der Wüste gebracht, wo hunderte starben. Im Nachkriegs-Libyen wurde der arabische Nationalismus populärer, was gewalttätige Angriffe gegen die jüdische Gemeinschaft zur Folge hatte.

Florierendes jüdisches Leben. Juden der Stadt Tripoli in Libyen 1925. (Foto: G. Casserly/Royal Geographical Society via Getty Images)

1945 wurden in der Stadt Tripoli mehr als 140 Juden bei einem gewalttätigen antisemitischen Krawall getötet und ein paar Jahre später, 1948, hatten gewalttätige Angriffe 12 Tote und die Zerstörung von mehr als 280 jüdischen Häusern zur Folge. In den drei Jahren von 1948 bis 1951 flohen 30.972 Juden aufgrund der feindlichen Regierungspolitik nach Israel.

Im Innern: Das Innere eines ehmals jüdischen Hauses in Libyen. Juden hatten mehr als zwei Jahrtausende lang in Libyen gelebt.

Syrien

Bis 1943 zählte die jüdische Gemeinschaft in Syrien etwa 30.000 Personen. Nach Syriens Unabhängigkeit von Frankreich verbot die neue arabische Regierung jüdische Zuwanderung nach Palästina, schränkte die Lehre von Hebräisch in jüdischen Schulen erheblich ein und forderte Boykotte jüdischer Geschäfte. Angriffe auf Juden eskalierten ohne Einschreiten. 1945 schränkte die syrische Regierung im Versuch internationale Bemühungen in Palästina eine jüdische Heimstatt zu gründen, vollkommen ein, verbrannten, plünderten und beschlagnahmten jüdisches Eigentum und froren jüdische Konten ein.

Als 1947 die UNO-Teilung erklärt wurde, verwüsteten arabische Mobs in Aleppo die 2.500 Jahre alte jüdische Gemeinde und hinterließ sie in Ruinen. Viele Juden wurden getötet und mehr als 200 Häuser, Geschäfte und Synagogen wurden zerstört. Tausende Juden flohen illegal als Flüchtlinge, 10.000 gingen in die Vereinigten Staaten und 5.000 nach Israel. Ihr hinterlassenes Eigentum wurde von den örtlichen Muslimen eingenommen.

Die Straße von Damaskus. Eine jüdische Familie in Aleppo in Syrien, ca.1910 (Library of Congress)

Die syrischen Juden blieben praktisch Geiseln eines feindlichen Regimes, da die Regierung ihre Verfolgung verstärkte. Juden wurde ihre Staatsbürgerschaft entzogen und erlebten Arbeitslosigkeit und Diskriminierung. Vermögen wurde eingefroren und Besitz beschlagnahmt. Die Gemeinschaft lebte unter ständiger Überwachung durch die Geheimpolizei und die Bewegungsfreiheit wurde ebenfalls stark eingeschränkt. Und Juden, die versuchten zu fliehen, sahen sich entweder der Todesstrafe oder Inhaftierung in Zwangsarbeitslagern ausgesetzt. Juden durften keine Telefone oder Führerscheine erwerben und es wurde ihnen verboten Grundeigentum zu kaufen. Die Straße zum Flughafen wurde über den jüdischen Friedhof in Damaskus gebaut und Schulen wurden geschlossen und Muslimen übergeben.

Die Geschichte der Juden aus den MENA-Ländern ist ein sehr wichtiger Teil der modernen Geschichte, die in den letzten Jahren Aufmerksamkeit erhalten hat. Von der Regierung sind konzertierte Anstrengungen unternommen worden, um daran zu erinnern und dem zu gedenken und der 30. November ist zum offiziellen Gedenktag für die jüdischen Flüchtlinge erklärt worden.

Heute sind die Mehrheit der Israelis Nachkommen derer, die aus den MENA-Ländern fliehen mussten; geschätzte eine Million kann ihre Wurzeln nach Marokko zurückverfolgen. Es ist unsere Pflicht Zeugnis davon zu geben und ihre Geschichten zu erzählen.

Ihre Geschichte darf nicht nur selten erzählt werden.

[1] S. sein Telegramm an den Sicherheitsrat, Dokument S/743, 15. Mai 1948

[2] Middle Eastern and North Africa – Länder des Nahen Ostens und Nordafrika

Die VAE gaben die großartigste Antwort an jeden BDS-Aktivisten

Leah Rosenberg, Israel Unwired, 23. November 2020

Jeder BDS-Aktivist sollte das sehen. Menschen, die keine Vorstellung davon haben, wofür Israel steht, versuchen es zu boykottieren. Aber sehen Sie sich di VAE an!

Die VAE geben allen BDS-Aktivisten der Welt die ultimative Antwort. Ein Video, das ich heute auf dem Obstmark in Dubai aufnahm.

VAE widerlegen jeden BDS-Aktivisten

Was die VAE tun, lässt jeden BDS-Aktivisten schaudern. Israelisches Obst und Gemüse verkaufen? In einem ARABISCHEN Land? Kann nicht sein. Das zerstört all ihre Behauptungen und ihre Agenda komplett! Es beweist, dass die BDS-Bewegung völlig falsch liegt. Wie werden sie in der Lage sein das zu erklären?

Aber genau das passiert. Die VAE begrüßt das neueste Friedensabkommen mit Israel. Sie begrüßen den Nutzen von Frieden und was Israel zu bieten hat. Die VAE Obst aus Israel verkaufen zu sehen und stolz das neue Friedensabkommen zu bewerben ist schön anzusehen.

Wenn ein BDS-Aktivist Israel boykottieren will, wird behauptet, sie stünden für Menschenrechte ein. Sie behaupten Israel misshandelt Araber. Abgesehen davon, dass sie sich von der Wahrheit so weit entfernt sind, boykottieren nicht einmal viele Araber Israel.

Wenn mehr Leute einfach die Wahrheit sehen könnten, würde die BDS-Bewegung komplett zerlegt.

Es ist mehr als nur Obst

Denn diejenigen, die die Geschichte und die aktuellen Ereignisse nicht kennen, könnten nicht erkennen, was es wirklich bedeutet, dass die VAE stolz und öffentlich in Israel gezogenes Obst verkaufen. Sie könnte die Folgen nicht erkennen.

Aber diese israelischen Produkte zu verkaufen ist ein gewaltiges Statement an die Emiratis und die Welt als Ganzes.

Wir erleben historische Veränderungen im gesamten Nahen Osten. Wir durchleben Zeitungen, an die man sich noch Jahre lang erinnern wird.

„Der Kampf um Palästina“

Dr. Asaf Romirowsky, BESA Center Perspectives Paper Nr. 1.823, 17. November 2020

Ein palästinensischer Mann und ein Kind im Gazastreifen. Foto via Max Pixel

Zusammenfasstung: „Der Kampf um Palästina“ ist lange eine axiomatische Parole im arabisch-palästinensischen Narrativ gewesen und wird bis heute weiter genutzt, um die Massen zu aufzurütteln – aber so, wie sich der Nahe Osten verändert, dürfte die Redewendung zurückweichen.

In seinem Buch Palestinians and Israel schrieb der verstorbene Yehoshafat Harkabi 1974: Nach dem Sechstage-Krieg

wird der Zusammenprall mit den Palästinensern als Kern des Konflikts dargestellt, weil dies angeblich ein Kampf um nationale Befreiung sei. Araber erklären – besonders Ausländern gegenüber – dass die Feindseligkeit nicht die von arabischen Staaten gegen einen kleinen Staat wie Israel ist, sondern die eines unterdrückten Volks gegen einen starken, kolonialistisch-unterdrückerischen Staat… Der Fokus des Konflikts hat sich verschoben. Er besteht nicht zwischen Staaten, sondern zwischen einer Regierung und einem Volk, was für seine Befreiung kämpft, was per Definition ein gerechter Krieg ist, der Unterstützung verdient.

Im Verlauf der Jahre wurde der Kampf nicht nur gerecht, sondern gottgeweiht.

Das Denken wurde Jahrzehnte lang von einem binären Verständnis des arabisch-israelischen Konflikts bestimmt. Es wird angenommen, dass der Konflikt unlösbar ist, weil er zwischen den Forderungen nach Israels totaler Vernichtung und der Unvermeidbarkeit des arabisch-palästinensischen Exils und politischer Vergessenheit gefangen ist.

Doch das Paradigma könnte sich nach den Abraham-Vereinbarungen und Israels Normalisierung mit den VAE, Bahrain und dem Sudan verschoben haben. Selbst die Saudis haben die Veränderung bemerkt, wie eine aktuelle Äußerung von Prinz Bandar bin Sultan bin Abdulaziz verdeutlicht. Er kritisierte die Palästinenserführer offen mit diesen Worten:

Die Sache der Palästinenser ist eine gerechte Sache, aber die sie vertreten sind Versager und die israelische Sache ist ungerecht, aber die sie vertreten, haben sich als erfolgreich erwiesen. Es gibt etwas, das aufeinander folgenden Palästinenserführungen historisch gemeinsam haben: Sie setzen immer auf die Verliererseite und das hat seinen Preis.

Diese vernichtende Äußerung eines traditionellen Verbündeten der Palästinenser wirft die Frage zum palästinensischen Endspiel und – weit wichtiger – seine Zentralität (und die Ermüdung), was den palästinensischen Kampf angeht, in der arabischen Welt auf.

Historisch war die palästinensische Sache der Kleber, der die arabische Welt in ihrer Feindschaft gegenüber dem zionistischen Gebilde und seiner angenommenen Bedrohlichkeit zusammenhielt. Seine ganze Karriere hindurch bestand das ultimative Ziel des Yassir Arafat darin die Palästinenserfrage zum Aushängeschild der arabischen Welt zu machen, die, so argumentierte er, nicht ruhen sollte, bis die Palästinenser die Gerechtigkeit erhielten, die ihnen gottgewollt zustand.

Arafat war diesbezüglich weitgehend erfolgreich – wenn auch nicht unbedingt zum Nutzen des palästinensischen Volks, das von vielen arabischen Regimen und Islamistengruppen als Mittel benutzt wurde, mit dem sie Unterstützung für ihre eigenen Ziele einholten. Arafat war das Symbol der Sache der Palästinenser auf zwei Beinen, aber seit seinem Tod hat die Palästinenserführung abgemüht die Sache im Mittelpunkt zu halten.

Solange der Kleber in der ganzen arabischen Welt haftete, blieb der Stufenplan der PLO von 1974 intakt:

  • Über den „bewaffneten Kampf“ (d.h. Terrorismus) Aufbau einer „unabhängigen, kämpfenden nationalen Obrigkeit“ über jegliches Territorium, das von israelischer Herrschaft „befreit“ wird (Artikel 2).
  • Fortsetzung des Kampfs gegen Israel unter Nutzung des Territoriums der nationalen Obrigkeit als Basis der Operationen (Artikel 4).
  • Provozierung eines totalen Krieges, in dem Israels arabische Nachbarn es vollständig vernichten („Befreiung allen palästinensischen Territoriums“) (Artikel 8).

Der Plan war so lange durchführbar, wie alle Wege zum Frieden über Ramallah führten. Das erlaubte Israelis davon überzeugt zu sein, dass Frieden kurz bevor stand und erlaubte Arafat und dann Abbas dem palästinensischen Volk den „Kampf für Frieden“ zu verkaufen, im vollen Wissen, dass für sie das Endergebnis eine Einstaatenlösung sein würde. Wie immer gehen Selbsttäuschung und Irreführung Hand in Hand.

Was passiert aber, wenn die Sache der Palästinenser ihren Zugriff auf die arabische Straße verliert?

Der israelische Journalist Ehud Yaari stellte zurecht fest, dass ein „Konzept, das von der Intifada zerstört wurde, das ist, was man auf Arabisch ’Istiqaliyat al-qarar al-Falastini nennt“, was die vollständige und totale Unabhängigkeit palästinensischer Entscheidungsfindung zu Fragen bezüglich Palästina bedeutet. Ein begleitender palästinensischer Spruch war „keine arabische wisayah“, was sich „als keine arabische Gönnerschaft, Schirmherrschaft, Einmischung oder Einmischung“ übersetzen lässt.

Als Arafat in den 1950-er Jahren seine politische Karriere begann, verließ er sich auf diese Schlagworte, mit denen er die arabische Welt wegen des Verrats an den Palästinensern im Jahr 1948 anprangerte. Das wurde zum Kern der Fatah-Bewegung.

Die Grundstrategie der PLO war auf einer Linie mit Abu Iyads Erklärung von 1971, dass sie „kein Recht“ habe eine Regelung auszuhandeln, sondern weiter kämpfen müsse, „selbst wenn sie keinen einzigen Zentimeter befreien kann“, damit die Möglichkeit zu erhalten wird eines Tages ganz Palästina zurückzugewinnen. 1984 dachte er immer noch so: „Unsere Standhaftigkeit und unser Festhalten an unserem Land ist unsere einzige Karte… Wir würden lieber zehn weitere Jahre eingefroren bleiben als uns in Richtung Verrat zu bewegen.“

Abu Iyad glaubte darüber hinaus, dass ein Sieg der PLO den Palästinensern eine Revolution und Umgestaltung bringen würde; er sagte: „Der Kampf selbst verwandelte die Palästinenser von den ‚armen, hilflosen Flüchtlingen‘ in heldenhafte Kombattanten.“

Kurz gesagt: Der Kampf ist das Endspiel – nicht die Ergebnisse des Kampfes.

Carl von Clausewitz fasste bewaffneten Kampf so zusammen:

… Wenn eine Seite die andere nicht vollständig entwaffnen kann, wird der Wunsch nach Frieden auf jeder Seite mit der Wahrscheinlichkeit weiterer Erfolge und der Menge an Mühen zunehmen und abnehmen, die dafür benötigt werden. Wenn solche Anreize auf beiden Seiten gleich stark wären, würden beide ihre politischen Auseinandersetzungen dadurch lösen, dass sie sich auf halber Strecke treffen. Wenn der Anreiz auf einer Seite zunimmt, sollte sie auf der anderen abnehmen. Das Ergebnis wird Frieden sein, solange ihre Gesamtsumme ausreicht – obwohl die Seite, die weniger Drang nach Frieden verspürt, natürlich den besseren Handel bekommen wird.[*]

Clausewitz‘ letzter Punkt ist der Schlüssel. Während jede Seite sich durch Frieden gleichermaßen belohnt fühlen muss, wird es im Fall der Palästinenser so lange ein Nullsummenspiel sein, wie der Kampf attraktiver bleibt als die Alternative.

[*] aus dem Englischen zurückübersetzt.

Saudischer Kolumnist sagt in offizieller saudischer Nachrichtenagentur, die al-Aqsa des Koran ist in Wirklichkeit in Saudi-Arabien, nicht in Jerusalem

Elder of Ziyon, 18. November 2020

Der saudische Autor Osama Yamani schrieb einen Paukenschlag-Artikel, der in der offiziellen saudischen Nachrichtenagentur Okaz veröffentlicht wurde; der Artikel stellt in Frage, dass die im Koran erwähnte Al-Aqsa-Moschee sich tatsächlich in Jerusalem befindet.

Während die traditionelle islamische Orthodoxie besagt, dass Mohammeds wundersame Nachreise zur „entferntesten Moschee“ nach Jerusalem führte, wird dieser Ort im Koran nirgendwo genannt. Die heute als Al-Aqsa auf dem Tempelberg bekannte Mosche wurde Jahrzehnte nach Mohammeds Tod gebaut.

Yamani führt eine Reihe Quellen an, sagt sogar, dass es nicht eindeutig ist, dass die erste Qibla (Ausrichtung beim Gebet) für die Muslime in Richtung Jerusalem zeigte.

Dann sagt er, dass die ursprüngliche „entfernteste Moschee“ in Al-Jarana, sich zwischen Mekka und Taif in Saudi-Arabien befand, rund 29km von der Kaaba in Mekka entfernt.

Er versichert zudem, dass der einzige Grund, dass Muslime sagen, die Al-Aqsa befinde sich in Jerusalem, ein politischer ist, kein historischer.

Das sorgt in der muslimischen Welt für ein Wut-Erdbeben, besonders weil es von der offiziellen saudischen Nachrichtenagentur veröffentlicht wurde, die nichts publizieren würde, was nicht vom Königreich genehmigt ist. Artikel und Fernsehberichte behaupten, die Saudis hätten zionistische Lügen geschluckt. Die Palästinenser sind aufgebracht.

Bemerkenswert ist, dass sich auf saudischen Banknoten sowohl die Moschee in Jerusalem als auch der Felsendom befinden.

Warum sollten die Saudis einen solchen Artikel veröffentlichen? Sie könnten sich mit Israel gegen den Iran verbünden wollen, aber sie sind nicht plötzlich zu Zionisten geworden, die behaupten, dass Jerusalem in erster Linie eine jüdische heilige Stadt ist.

Es ist möglich, dass die Saudis wegen der potenziellen Flut an Golf-Arabern besorgt sind, die nach Israel fliegen, um die Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem zu besuchen, im Gefühl, dass das eine Bedrohung für die Tourismus-Industrie nach Mekka ist, die von der Pandemie besonders hat getroffen wurde. Videos und Fotos von VAE-Pilgern, die den Tempelberg besuchen, müssen schmerzen. Für weitere saudische Orte als Originalstätten der Nachreise Mohammeds zu werben ist eine Möglichkeit dem zu begegnen.

Daniel Pipes hat den deutlichsten Artikel auf Englisch geschrieben, der die Vorstellung als falsch entlarvt, dass sich die im Koran erwähnte Al-Aqsa in befindet. Er fügt ihm hier ständig Aktualisierungen mit neuen Informationen hinzu.

Die UNO-Resolution „Zionismus ist Rassismus“: Von der Verabschiedung bis zu ihrer Aufhebung und darüber hinaus

Dov Lipman, HonestReporting, 10. November 2020

10. November 1975: Vor 45 Jahren war das ein sehr vielsagender Moment, was die Haltung der Vereinten Nationen – und der internationalen Gemeinschaft – zu Israel angeht.

Fünfundzwanzig Staaten unterstützten die Resolution 3379, die „festlegt[e], dass Zionismus eine Form von Rassismus und Rassendiskriminierung ist“. 72 Staaten stimmten dafür, 32 enthielten sich und 35 waren gegen den Antrag. Die Resolution verwies auf die UNO-Erklärung zur Eliminierung aller Formen von Rassendiskriminierung aus dem Jahr 1963; die Resolution von1973, die „die unheilige Allianz zwischen Südafrikanischem Rassismus und Zionismus“ verurteilte; und die Konferenz der Blockfreien Länder zu Außenangelegenheiten vom August 1975, die Zionismus als „eine Bedrohung des Weltfriedens und der Sicherheit“ bezeichnete und die Hauptstädte der Welt drängte „gegen diesen Rassismus und imperialistische Ideologie Widerstand zu leisten“.

Vor der Abstimmung sagte Israels Botschafter Chaim Herzog der Vollversammlung:

Ich kann mit Stolz auf die arabischen Minister verweisen, die in meiner Regierung gedient haben; auf den arabischen stellvertretenden Parlamentspräsidenten; auf arabische Offiziere und Mannschaften, die aus eigenem Antrieb in unseren Grenz- und Polizeikräften dienen, regelmäßig jüdische Truppen kommandieren; auf die hunderttausende Araber aus dem gesamten Nahen Osten, die sich jedes Jahr in den Städten Israels drängeln; auf die tausende Araber aus dem gesamten Nahen Osten, die zu medizinischer Behandlung nach Israel kommen; auf die friedliche Koexistenz, die sich entwickelt hat; auf die Tatsache, dass Arabisch in Israel eine Amtssprache ist, gleichberechtigt neben Hebräisch; auf die Tatsache, dass es für einen Araber selbstverständlich ist in Israel ein öffentliches Amt zu bekleiden, so wie es unpassend ist zu glauben, dass ein Jude irgendwo in einem arabischen Land ein öffentliches Amt bekleidet, in viele überhaupt hereingelassen zu werden. Ist das Rassismus? Ist es nicht! Das … ist Zionismus.

Herzog holte dann eine Kopie des Textes der Resolution heraus, hielt sie hoch und erklärte: „Für uns, das jüdische Volk, gründet diese Resolution auf Hass, Lüge und Arroganz, ihr fehlt jegliche Moral oder rechtlicher Wert. Für uns, das jüdische Volk, ist das nicht mehr als ein Stück Papier und wir werden es als solches behandeln.“

Dann zerriss Herzog das Dokument.

US-Botschafter Daniel Moynihan bezeichnete die Resolution als „ein großes Übel“ und klassifizierte sie als unverblümten Antisemitismus.

1991: Annullierung von „Zionismus ist Rassismus“ – irgendwie

Man muss ihr zugutehalten, dass die UNO die Resolution am 16. Dezember 1991 widerrief – aber erst, nachdem Israel zustimmte sich bei der Friedenskonferenz von Madrid mit der PLO einzulassen. Die Resolution zum Widerruf der Erklärung von 1975 wurde von 90 Staaten unterstützt; 111 Staaten stimmten dafür. Derweil enthielten sich dreizehn Staaten und 25 stimmten dagegen. Bemerkenswerterweise entkräftete die angenommene Resolution die Vorstellung nicht, dass Zionismus Rassismus ist, sondern besagte schlicht: „Die Vollversammlung beschließt die Entscheidung zu widerrufen, die in ihrer Resolution 3379 vom 10. November 1975 enthalten ist.“

Die Rücknahme war weitgehend wegen des Zusammenbruchs der Sowjetunion Anfang der 1990-er Jahre möglich geworden. Die UdSSR hatte die ursprüngliche Resolution angeführt, weil sie versuchte bei den arabischen Ländern zu punkten und gleichzeitig das Ansehen der USA zu schädigen. Tatsächlich stimmten alle Länder des ehemaligen Sowjetblocks, einschließlich der neu geschaffenen Litauen, Lettland und Estland, für die Rücknahme.

Aber die Entwicklung demonstrierte auch den diplomatischen Fortschritt, den Israel in gerade etwas mehr als 15 Jahren gemacht hatte. Afrikanische und asiatische Länder wie Nigeria, Indien, die Philippinen und Singapur, die die Resolution 1975 stützten, wechselten die Seiten. Brasilien und Mexiko änderten ihr ursprünglich antiisraelisches Votum ebenfalls.

Hardliner wie Khalil Makkawi, ehemaliger Botschafter des Libanon, der im Namen der arabischen Staaten sprach, suggerierte, die Rücknahme sei ein Geschenk für die „israelischen Extremisten, die ihre Politik der schleichenden Annexion verfolgen“ und bestand darauf, sie würde „die Leidenschaften der Araber schüren“, die glauben, der gesamte Friedensprozess sei vergebliche Mühe, die Israel mehr Zeit verschafft zu expandieren und sein revisionistisches zionistisches Projekt zu erreichen“.

Im Nahen Osten beginnen Verschiebungen

Das Ereignis demonstrierte jedoch – in einigen Fällen vorab angedeutet – sich verschiebende Einstellungen einiger arabischer Länder gegenüber Israel.

Während zum Beispiel einige arabische Staaten nicht für die Rücknahme stimmten, ist es wichtig festzuhalten, dass Vertreter aus Ägypten, Oman, Kuwait, Marokko, Tunesien und Bahrain an der Abstimmung 1991 nicht teilnahmen.

Und obwohl die Rücknahme Zionismus nicht formell als legitime Bewegung des jüdischen Volks zur Gründung und Sicherung seines eigenen Staates in seiner angestammten Heimat beschreibt, wurde sie von Israel als großer Schritt vorwärts bei seinen Bemühungen gefeiert größere internationale Akzeptanz zu gewinnen.

Als vielleicht stärkster Beweis dafür, wie weit Israel gekommen ist und für die Hoffnung, dass die Region sich auf friedlichere Zeiten zu bewegt, stimmten die Vereinigten Arabischen Emirate und der Sudan 1975 für die Resolution „Zionismus ist Rassismus“ und stimmten 1991 gegen die Rücknahme, haben sich jetzt aber entschlossen volle diplomatische Beziehungen zu Israel aufzunehmen.

Es kann keine deutlichere Aussage zur Unterstützung des jüdischen Staates geben, als dass Zionismus KEIN Rassismus ist.