Wie Hamas und Fatah zusammenarbeiten, um den Konflikt zu perpetuieren

Mirabelle, Israellycool, 17. August 2016

Hamas und die palästinensische Autonomiebehörde sind die besten Frenemies.[1] Selbst während sie sich um die Macht zanken arbeiten die sogenannten Moderaten von PA und Fatah mit den Fundamentalisten der Hamas zusammen, um die Umsetzung der Zweistaatenlösung zu verhindern.

PA-Präsident Mahmoud Abbas

Die PA hat wiederholt Teilungsangebote abgelehnt. Arafat lehnte ein Angebot für Unabhängigkeit und Frieden 2000 in Camp David ab und der aktuelle Präsident Mahmud Abbas gestand ein, dass er 2008 Ehud Olmerts Angebot abgelehnt hatte. Vor kurzem bekräftigte er seine kategorische Ablehnung jeglichen territorialen Kompromisses und forderte einen „palästinensischen Staat, mit Ostjerusalem als Hauptstadt, in den Grenzen von 1967“. Und er lehnt Friedensverhandlungen weiter ab.

Dieser Forderung kann natürlich nicht nachgekommen werden. In seinem Buch Like Dreamers: The Story of the Israeli Paratroopers Who Reunited Jerusalem and Divided a Nation[2] beschreibt Yossi Klein Halevi die Art, wie jordanische Streitkräfte während des Krieges von 1967 wahllos Häuser in jüdischen Vierteln Westjerusalems aus Stellungen in der Westbank beschossen. In der Times of Israel erklärt Caitlyn Martin:

70 Prozent der Bevölkerung Israels lebt in dem Gebiet, das man aus Alfe Menasche [in Samaria] sehen kann. Vor 1967 lebte hier niemand. Es war von der jordanischen Armee als Geschützstellung genutzt worden. Es wurde dazu genutzt in Zeiten des Konflikts israelische Städte zu beschießen.

Eine Rückkehr zu den Waffenstillstandslinien von 1948 ist schlicht keine realistische Option. Abbas jedoch hat weiter auf einem starrköpfigen Zugeständnis beharrt, das für Israel unmöglich ist. Abbas‘ unnachgiebige Haltung macht einen verhandelten Abzug aus den umstrittenen Gebieten in der Westbank unerreichbar.

Gleichzeitig greift die Hamas Israel weiter aus dem Gazastreifen an, obwohl sie weiß, dass es keine Hoffnung für sie gibt Israel militärisch zu besiegen. Während viele Gazaner während der Operation Fels in der Brandung vor zwei Jahren obdachlos gemacht wurden, hat sich die Hamas eifrig damit beschäftigt Hilfsgelder abzuschöpfen, um die Infrastruktur für den nächsten Krieg zu schaffen. Diese Infrastruktur baut auf Moscheen und Schulen als Teil ihrer Strategie. Die standhafte Hingabe der Hamas an Gewalt und das Risiko, dass sie die Westbank an sich reißt, machen weitere einseitige Rückzüge unmöglich.

Der verbundene Effekt des Handelns von Hamas und Fatah besteht in der Verewigung des Status quo, auch wenn dieser für alle Seiten zunehmend elender wird. Israel kann keine Abzugsvereinbarung aushandeln, weil es niemanden zum Verhandeln gibt. Israel kann nicht ohne Abkommen abziehen, weil das zu tun nur noch mehr Chaos und Gewalt mit sich bringen würde. Es steckt buchstäblich zwischen Felsbrocken und Raketen fest.

Man kann nur annehmen, dass die palästinensischen Araber ihn der Hoffnung handeln, dass die internationale Gemeinschaft, wenn der Status quo fortbesteht, Israel zwingen wird zumindest den arabischen Einwohnern der Westbank die Staatsbürgerschaft zu geben, wenn nicht auch denen des Gazastreifens. Natürlich ist diese Hoffnung vergebens, denn der UNO fehlt die Macht und Fähigkeit einen solchen Plan gegen Israels Willen durchzusetzen und Israel wird niemals einem nationalen Selbstmord zustimmen.

Es ist eindeutig an der Zeit die Suche nach anderen Alternativen zu beginnen.

Ein guter Ort für einen Anfang wäre es die Ereignisse zu untersuchen, die zur aktuellen Situation führten. 1948 schlug die UNO eine Teilung der Gebiete vor, die heute Israel, die Westbank und den Gazastreifen umfassen. Der neu wiederhergestellte Staat Israel wurde von den Armeen des Libanon, Syriens, des Irak, Ägyptens und Jordaniens angegriffen. Es war Jordanien, das von 1948 bis 1967 die Westbank besetzte.

Und es war Jordanien, das die Feindseligkeiten initiierte, die darin endeten, dass Israel 1967 die Westbank eroberte. Nach dem Präventivangriff auf Ägypten

Schickte Premierminister Levi Eschkol König Hussein eine Nachricht, in der er sagte, Israel würde Jordanien nicht angreifen, wenn dieses keine Feindseligkeiten beginne. Als das jordanische Radar eine Gruppe Flugzeuge auf dem Radar ausmachte, die von Ägypten nach Israel flogen und die Ägypter Hussein überzeugten, dass dies ihre Flugzeuge seien, befahl er der Beschuss von Westjerusalem. Es stellte sich heraus, dass es Israels Flugzeuge wraen und sie von der Zerstörung der ägyptischen Luftwaffe am Boden zurückkehrten. Derweil griffen syrische und irakische Truppen Israels Nordgrenze an.

Hätte Jordanien nicht angegriffen, wäre der Status Jerusalems während des Kriegsverlaufs unverändert geblieben. Als aber die Stadt erst einmal beschossen wurde, musste Israel sie verteidigen und damit nahm es die Gelegenheit wahr sie zu vereinigen und Jordaniens 19-jährige Besetzung des östlichen Teils zu beenden.

Jordanien spielte bei der Schaffung der aktuellen Situation eine beträchtliche Rolle. Es ist an der Zeit, dass Jordanien, mit dem Israel inzwischen einen Friedensvertrag hat, aufgefordert wird eine Rolle bei der Lösung zu übernehmen.

König Abdallah II. von Jordanien

Die nächste US-Administration muss wahrscheinlich erheblichen Druck auf Jordanien ausüben und vermutlich beträchtliche Anreize anbieten. Da es die PA ablehnt irgendeiner wie auch immer gearteten Lösung zuzustimmen, muss jedoch eine Lösung ohne ihre Zustimmung erreicht werden. Indem man direkt mit Jordanien agiert, können Israel und die USA DIE widerspenstige PA umgehen. Israel kann Gebiete annektieren, die es annektieren muss, Gebiete, von denen Bill Clinton und Dennis Ross begriffen, dass es sie annektieren muss. Der Anteil der Gebiete, die Israel nicht behält, sollte es an Jordanien zurückgeben.

Jordanien hätte dann mehrere Optionen. Die Annexion des Gebiets wäre eine davon. Eine weitere, dass die Westbank ein Territorium von Jordanien wird, ähnlich dem Status Puerto Ricos zu den USA. Dieser Weg könnte Jordaniens Angst davor eine Minderheit im eigenen Land zu werden steigen lassen. Eine Konföderation von Jordanien und Palästina ist eine Möglichkeit, die in letzter Zeit Thema beträchtlicher Diskussionen gewesen ist. Die einzige Voraussetzung für Jordanien bestünde darin den Frieden zu halten. Beträchtliche US-Beistand könnte und müsste wahrscheinlich auch in der Hilfe bestehen dies zu erreichen.

Während die PA dem wohl kaum zustimmen wird und das auch nicht muss, ist es möglich, dass es bei der palästinensisch-arabischen Bevölkerung erhebliche Unterstützung gewinnen könnte. Jüngste Umfragen haben gezeigt, dass zwischen 42% und 76% der palästinensischen Araber eine Konföderation mit Jordanien befürworten. Der prominente palästinensische Akademiker Sari Nusseibeh hat sich ebenfalls für einen solchen Plan eingesetzt und es wird berichtet, dass die Al-Quds-Universität diese Möglichkeit bereits detailliert erforscht hat. Professor Nusseibeh sagte kürzlich gegenüber Al-Monitor: „Die Palästinenser und die Jordanier haben historische beziehungen und uralte Familienbande und die Konföderation könnte eine Alternative sein, die von den Palästinensern akzeptiert wird, um die israelische Besatzung loszuwerden.“ Khaled Abu Toameh schrieb vor kurzem: „Das Gerede über eine Konföderation zwischen den Palästinensern und Jordanien zeigt, dass unter den aktuellen Umständen die Zweistaatenlösung (ein Palästinenserstaat neben Israel) von Palästinensern nicht länger als realistische Lösung betrachtet wird, die ihrem Volk ein besseres Leben bringt.“

Anfang dieser Woche wurde König Abdallah damit zitiert, dass „ und von oberstem nationalen Interesse ist“. Der König sollte seinen Worten Taten folgen lassen.

Diejenigen, die begreifen, dass die Wurzeln dieses Konflikts religiöser und nicht politischer Natur sind, werden verstehen, dass die palästinensisch-arabische Bevölkerung jordanischer Herrschaft weit offener gegenüber ist als israelischer. Und diejenigen, die etwas von Geschichte verstehen, werden begreifen, warum Jordanien den Parteien gegen über eine Verpflichtung hat.

Israel hat diesen Konflikt nicht geschaffen und kann ihn nicht alleine lösen. Wenn die nächste US-Administration begreift, dass es die symbiotische Beziehung zwischen Fatah und Hamas ist, die die palästinensische Eigenstaatlichkeit blockiert und den Konflikt perpetuiert, nicht irgendetwas, das Israel tut oder nicht tut, dann wird sie die Suche nach einem neuen Ansatz beginnen müssen.

[1] Eine Zusammensetzung aus „friends“ (Freunde) und „enemies“ (Feinde), auf Deutsch vielleicht: Freinde

[2] Wie Träumende: Die Geschichte der israelischen Fallschirmjäger, die Jerusalem wiedervereinten und eine Nation spalteten.

Zitate zur Flucht der Araber in Palästina 1948

Zitate, die bestätigen, dass arabische Führer den Arabern sagten, sie sollten fliehen

aus David Meir-Levi: „The Big Arab Lie“, FrontPageMag.com, 18. Mai 2005

Vorbemerkung:
Auch bei uns ist es inzwischen „Allgemeingut“, dass die Israelis 1948 die „Palästinenser“ zu Hunderttausenden gewaltsam vertrieben, weshalb sie heute in Flüchtlingslagern in den Nachbarstaaten bzw. auch im Gazastreifen und der „Westbank“ leben müssen. Abgesehen davon, dass dieses Leben in Flüchtlingslagern mitnichten zwingend notwendig wäre, wenn diese Flüchtlinge wie alle anderen Flüchtlinge der Welt behandelt würden, reicht ein flüchtiger Blick in die Vergangenheit und das, was zu damaligen Zeit an Äußerungen seitens Arabern und anderen gesagt und geschrieben wurde. Hier eine Reihe Beispiele:

  1. „Der erste Teil unserer Fünften Kolonne besteht in denen, die ihre Häuser im Stich lassen… Beim ersten Zeichen von Ärger nehmen sie Reißaus um die Lasten nicht teilen zu müssen.“As-Sha’ab, Jaffa, 30.01.1948
  2. „(die fliehenden Dorfbewohner)… bringen Schande über uns alle, dadurch, dass sie ihre Dörfer verlassen“ – As-Sarih, Jaffa, 30.03.1948.
  3. „Es wird von den Juden alles unternommen um die arabische Bevölkerung zu überzeugen da zu bleiben und ihr normales Leben weiterzuführen, in ihre Geschäfte und Firmen zu gehen und sie zu versichern, dass ihr Leben und ihre Interessen sicher sind.“ – Distrikt-Hauptquartier der britischen Polizei in Haifa, 26. April 1948 (zitiert in: Samuel Katz: Battleground.)
  4. „Die Massen-Evakuierungen, z.T. durch Angst ausgelöst, z.T. durch Befehle arabischer Führer, ließen das arabische Viertel von Haifa als Geisterstadt zurück… Durch den Rückzug der arabischen Arbeiter hofften deren Führer Haifa zu paralysieren.“ – Time Magazine, 3. Mai 1948, S. 25
  5. „Die arabischen Straßen (Palästinas) sind seltsam entleert (weil)… nach dem schlechten Beispiel der Besitzenden es einen Exodus aus Jerusalem gegeben hat, aber nicht im gleichen Ausmaß wie aus Jaffa und Haifa.“ – London Times, 05.05.1948
  6. „Die arabischen Zivilisten verfielen in Panik und flohen schimpflich. Dörfer wurden regelmäßig verlassen, bevor sie durch den Verlauf des Krieges bedroht waren.“ – General John Glubb „Pascha“, The London Daily Mail, 12. August 1948
  7. „Die Tatsache, dass es diese Flüchtlinge gibt, ist die direkte Folge des Akt der arabischen Staaten in Gegnerschaft zur Teilung und dem jüdischen Staat. Die arabischen Staaten stimmten in dieser Politik ohne Ausnahme überein und sie müssen zur Lösung des Problems beitragen.“ – Emile Ghoury, Sekretär des Hohen Palästinensischen Arabischen Komitees in einem Interview mit dem „Beirut Telegraph“ am 09.06.1948. (Dasselbe Interview erschien im „London Telegraph“ im August 1948.)
  8. Der stärkste Faktor [für die Flucht der Palästinenser] waren die vom Hohen Palästinensischen Arabischen Komitee über Radio gemachten Ankündigungen, die alle Araber Haifas drängten zu gehen… Es wurde klar angedroht, dass Araber, die in Haifa verblieben und den jüdischen Schutz akzeptierten, als Überläufer betrachtet würden.“ – London Economist, 2. Oktober 1948
  9. „Es darf nicht vergessen werden, dass das Hohe Arabische Komitee zur Flucht der Flüchtlinge aus ihren Heimen in Jaffa, Haifa und Jerusalem ermutigte.“ – Near East Arabic Broadcasting Station, Zypern, 04.03.1949
  10. „[Die Araber Haifas] flohen trotz der Tatsache, dass die jüdischen Behörden ihre Sicherheit und Rechte als Bürger Israels garantierten.“ – Monsignore George Hakim, Griechisch-katholischer Bischof von Galiläa in der New York Herald Tribune, 30. Juni 1949.
  11. „Die militärischen und zivilen (israelischen) Behörden drückten ihr tiefes Bedauern angesichts dieser gravierenden Entscheidung ausdrückten (die arabischen Militär-Delegierten von Haifa und der geschäftsführende Vorsitzende des Hohen Palästinensischen Arabischen Komitees entschieden sich Haifa trotz des israelischen Angebots eines Waffenstillstands zu evakuieren). Der jüdische Bürgermeister von Haifa hielt einen leidenschaftlichen Appell an die Delegation (der arabischen Militärführer) ihre Entscheidung zu überdenken.“ – Memorandum des Arab National Committee of Haifa, 1950, an die Regierungen der Arabischen Liga; zitiert in J.B. Schechtman: The Refugees in the World. New York 1963, S. 192f.
  12. Sir John Troutbeck, British Middle East Office in Kairo, notierte in Telegrammen an Vorgesetzte (1948/49), dass die Flüchtlinge (in Gaza) keine Bitterkeit gegenüber den Juden haben, sondern intensiven Hass gegenüber den Ägyptern in sich tragen: „Sie sagen: ‚Wir wissen, wer unsere Feinde sind (womit sie die Ägypter meinen)’, und erklären, dass ihre arabischen Brüder sie unnötigerweise überredeten ihre Häuser zu verlassen… Ich hörte sogar, dass man sagte, viele der Flüchtlinge würden die Israelis willkommen heißen, sollten sie herkommen und den Distrikt übernehmen.“
  13. „Die arabischen Staaten, die die palästinensischen Araber ermutigten ihre Häuser vorläufig zu verlassen, um den eindringenden arabischen Armeen nicht im Weg zu sein, haben es versäumt ihre Versprechungen den Flüchtlingen gegenüber zu erfüllen.“ – Die jordanische Tageszeitung „Falastin“, 19. Februar 1949.
  14. „Der Generalsekretär der Arabische Liga, Azzam Pascha, versicherte den arabischen Völkern, dass die Besetzung Palästinas und Tel Avivs so einfach wie ein militärischer Spaziergang sein würde… Brüderlicher Rat wurden den Arabern Palästinas gegeben, sie sollten ihr Land, ihre Heime und ihre Eigentum verlassen, um auf zeit in benachbarten Bruderstaaten zu bleiben, damit die Kanonen der arabischen Invasions-Armeen sie nicht niedermähen würden.“ – Al Hoda (in New York ansässige libanesische Tageszeitung), 8. Juni 1951.
  15. „Wer brachte die Palästinenser als Flüchtlinge in den Libanon, wo sie jetzt unter der böswilligen Haltung der Zeitungen und örtlichen Führer leiden, die weder Ehre noch Gewissen haben? Wer brachte sie herüber in grässliche Straßen, ohne einen Pfennig, nachdem sie ihre Ehre verloren? Die arabischen Staaten, darunter der Libanon, taten das.“ – Beiruter muslimische Wochenzeitung „Kul-Shay“, 19. August 1951.
  16. „Wir werden das Land mit unseren Kanonen zerschmettern und jede Stelle austilgen, an der die Juden Schutz suchen. Die Araber sollten ihre Frauen und Kinder in sichere Gebiete bringen, bis die Kämpfe abgeklungen sind.“ – der irakische Premierminister Nuri Said, zitiert in „Sir An-Nakbah“ (Das Geheimnis der Katastrophe) von Nimr el-Hawari, Nazareth 1952.
  17. „Der arabische Exodus… wurde nicht durch den eigentlichen Kampf verursacht, sondern durch die übertriebene Beschreibung, die von den arabischen Führern verbreitet wurde, um sie dazu zu bringen die Juden zu bekämpfen… Für die Flucht und den Fall der anderen Dörfer sind unsere Führer verantwortlich, wegen ihrer Verbreitung von Gerüchten, die jüdische Verbrechen übertrieben und sie als Gräuel beschrieben um die Araber aufzustacheln… Durch die Verbreitung von Gerüchten über jüdische Gräueltaten, das Töten von Frauen und Kindern usw. pflanzten sie Angst und Terror in die Herzen der Araber in Palästina, bis sie flohen und ihre Häuser und Eigentum dem Feind überließen. – die jordanische Tageszeitung „Al Urdun“, 9. April 1953.
  18. Die Arabischen Regierungen sagten uns: Geht weg, damit wir hingehen können. Also gingen wir weg, aber sie gingen nicht hin. (Zitat von einem Flüchtling) – Al Difaa (Jordanien), 6. September 1954.
  19. „Der massenhafte Exodus fand zum teil wegen des Glaubens der Araber statt, verstärkt durch die Prahlerei einer unrealistischen Presse und der unverantwortlichen Verlautbarungen einiger arabischer Führer, es könne nur eine Frage von wenigen Wochen sein, bevor die Juden von den Armeen der arabischen Staaten besiegt sein würden und es den palästinensischen Arabern ermöglicht würde in ihr Land zurückzukehren und es wieder in Besitz zu nehmen.“ – Edward Atiyah (Sekretär der Arabischen Liga, London, „The Arabs“, 1955, S. 183)
  20. „Die arabischen Staaten wollen das Flüchtlingsproblem nicht lösen. Sie wollen es als offene Wunde behalten, als Affront vor der UNO und als Waffe gegen Israel. Den arabischen Führern es total egal, ob die arabischen Flüchtlinge leben oder sterben.“ – Ralph Galloway, ehemaliger Kopf der UNRWA, 1956.
  21. „Bereits in den ersten Monaten des Jahres 1948 verfügte die Arabische Liga Befehle, die die Leuten dazu anhielten zeitlich begrenzt Zuflucht in den Nachbarländern zu suchen, um dann später an ihre Wohnorte zurückzukehren… und ihren Anteil des verlassenen jüdischen Eigentums zu erhalten.“ – Bulletin der The Research Group for European Migration Problems, 1957.
  22. „Die Israelis argumentieren damit, dass die arabischen Staaten die Palästinenser dazu aufriefen zu fliegen. Und tatsächlich erinnern sich immer noch in Israel lebende Araber daran, dass sie von arabischen Militär-Kommandeuren gedrängt wurden Haifa zu verlassen, die die Stadt bombardieren wollten.“ – Akhbar el Yom, 12. Oktober 1963
  23. „Der 15. Mai 1948 kam … An diesem Tag rief der Mufti von Jerusalem die Araber Palästinas auf das Land zu verlassen, denn die arabischen Armeen wollten kommen und an ihrer Stadt kämpfen.“ – Die Tageszeitung Akhbar el Yom aus Kairo, 12. Oktober 1963
  24. Bei der Auflistung des arabischen Versagens 1948 merkt Khaled al-Azm (syrischer Premierminister) an, dass „… der fünfte Faktor der Aufruf der arabischen Regierungen an die Einwohner Palästinas war, es (Palästina) zu verlassen und über die Grenze in die benachbarten arabischen Länder zu gehen. Seit 1948 sind wir es, die die Rückkehr der Flüchtlinge verlangt haben, während wir es waren, die sie dazu brachten wegzugehen. Wir brachten die Katastrophe über eine Million arabischer Flüchtlinge, indem wir sie einluden und unter Druck setzten wegzugehen. Wir haben sie daran gewöhnt zu betteln… wir haben daran teilgenommen ihre Moral und ihre soziale Stellung gesenkt… Dann beuteten wir sie aus, indem wir sie die Verbrechen Mord, Brandstiftung und Steine werfen auf Männer, Frauen und Kinder ausführen ließen… all das im Dienst politischer Ziele…“ – Khaled el-Azm, syrischer Premierminister nach dem Krieg von 1948 in seinen Memoiren von 1972, veröffentlicht 1973
  25. „Die arabischen Staaten hatten Erfolg damit das palästinensische Volk zu zerstreuen und ihre Einheit zu zerstören. Sie erkannten sie nicht als geeinigtes Volk an, bis die Staaten der Welt das taten und das ist bedauerlich.“ – Abu Mazen (Mahmud Abbas), aus dem offiziellen Journal der PLO, „Falastinel-Thawra“ („Was wir gelernt haben und was wir tun sollten“), Beirut, März 1976.
  26. „Seit 1948 sind die arabischen Führer das Palästinenser-Problem in unverantwortlicher Weise angegangen. Sie haben die palästinensischen Menschen für politische Zwecke missbraucht; das ist lächerlich, ich möchte sogar sagen: kriminell…“ – König Hussein, Haschemitisches Königreich Jordanien, 1996.
  27. „Abu Mazen wirft den arabischen Staaten vor, dass sie die Ursache des palästinensischen Flüchtlingsproblems sind“ – Wall Street Journal, 5. Juni 2003:

Mahmud Abbas (Abu Mazen) verfasste im März 1976 in „Falastin al –Thawra“, dem offiziellen Journal der PLO in Beirut einen Artikel: „Die Arabischen Armeen drangen nach Palästina ein, um die Palästinenser vor der zionistischen Tyrannei zu schützen, ließen sie aber statt dessen im Stich, zwangen sie auszuwandern und ihr Heimatland zu verlassen, führte bei ihnen eine politische und ideologische Blockade ein und warfen sie in Gefängnisse, die den Ghettos ähneln, in denen die Juden in Osteuropa lebten.“

Wie Abu Mazen andeutete, waren es größtenteils Drohungen und Angst machen seitens arabischer Führer, die dafür sorgten, dass 700.000 Araber 1948 aus Israel flohen, als arabische Armeen in den neuen Staat einfielen. Seitdem ist die wachsende Flüchtlings-Bevölkerung, die heute nach UNO-Schätzungen bei 4 Millionen liegt, in schmutzige Lager gesperrt worden, die über den Nahen Osten verteilt sind – im Libanon, in Jordanien, Syrien, dem Gazastreifen und der Westbank.

1950 baute die UNO die United Nations Relief and Works Agency als „zeitlich begrenzte“ Hilfsbemühung für die palästinensischen Flüchtlinge auf. Der ehemalige UNRWA-Direktor Ralph Galloway erklärte acht Jahre später, dass „die arabischen Staaten das Flüchtlingsproblem nicht lösen wollen. Sie wollen es als offene Wunde behalten, als Waffe gegen Israel. Den arabischen Führern ist es total egal, ob die arabischen Flüchtlinge leben oder sterben. Das Einzige, was sich seitdem geändert hat, ist die Zahl derer, die in diesen Gefangenenlagern eingepfercht sind.

Die große Flüchtlings-Fälschung

Schmuel Katz, Jerusalem Post, 18. September 2003

Die Geschichte der Araber, die die Küstengebiete Palästinas im Frühjahr 1948 verließen, schließt eine der größten internationalen Fälschungen des 20. Jahrhunderts mit ein. Die Araber sind die einzigen zu Flüchtlingen erklärten „Flüchtlinge“, die durch die Initiative ihrer eigenen Führer zu Flüchtlingen wurden.

Das Gebräu dieses monströsen Vorwurfs, es seien die Juden gewesen, die die Araber aus Palästina hinaus getrieben hätten, war eine strategische Entscheidung, die von den Führern der Arabischen Liga getroffen wurde, Monate nach der Flucht der Araber.

Die arabischen „Flüchtlinge“ wurden von niemandem vertrieben. Die übergroße Mehrheit verließ das Land auf Befehl oder Ermahnung ihrer Führer – immer mit der selben Versicherung: dass es den arabischen Staaten in ihrem Krieg helfen würde, den sie zur Vernichtung des Staates Israel beginnen würden.

Die Fälschung kann am einfachsten durch den simplen Umstand entdeckt werden, dass zu der Zeit, als der behauptete Rauswurf der Araber durch die Zionisten im Gange war, dieser von niemandem bemerkt wurde.

Auslandskorrespondenten traten sich in dem Land auf die Füße, waren in täglichem Kontakt mit allen Seiten – und sie schrieben tatsächlich über die Flucht der Araber, aber selbst die den Juden am feindlichsten gesinnten sahen nichts, was sie andeuten ließ, dass die Flucht nicht freiwillig geschah.

In den drei Monaten, in denen der größte Teil der Flucht statt fand, veröffentlichte die „London Times“, eine Zeitung, die sich dem Zionismus gegenüber überaus feindselig verhielt, elf Leitartikel über die Lage in Palästina, zusätzlich zu umfangreichen Nachrichten-Artikeln. In keinem gab es auch nur einen entfernten Hinweis darauf, dass die Zionisten die Araber aus ihren Häusern vertrieben.

Und noch wichtiger: Kein einziger Sprecher der Araber erhob einen derartigen Vorwurf. Als die Flucht ihren Höhepunkt erreichte, gab der Chef-Repräsentant der palästinensischen Araber bei der UNO, Jamal Husseini, eine lange politische Erklärung ab (am 27. April), der es in nichts an Feindseligkeit gegenüber den Zionisten fehlte; er erwähnte keine Flüchtlinge. Drei Wochen später (als die Flucht immer noch im Gange war) gab der Generalsekretär der Arabischen Liga, Azzam Pascha, eine politische Erklärung zu Palästina mit einer heftigen Wortwahl ab; sie enthielt nicht ein Wort über Flüchtlinge.

Warum gingen sie? Monsignore George Hakim, damals griechisch-katholischer Bischof von Galiläa und viele Jahre lang die führende christliche Persönlichkeit Palästinas, sagte gegenüber der Beiruter Zeitung „Sada al-Janub“ im Sommer 1948: „Die Flüchtlinge waren sicher, dass ihr Abwesenheit nicht lange andauern würde und dass sie innerhalb von ein bis zwei Wochen zurückkehren würden. Ihre Führer hatten ihnen versprochen, dass die arabischen Armeen die „zionistischen Banden“ sehr schnell vernichten würden und dass es keinen Grund für Panik oder die Furcht vor einem langen Exil geben würde.“

Der Auslöser der Flucht war tatsächlich kein Geheimnis. Einer der berühmten amerikanischen Zeitungsleute der damaligen Zeit, Kenneth Bilby, der seit Jahren über Palästina berichtete, erklärte die Erklärung der arabischen Führer für die Flucht in seinem Buch „New Star in the East“ (Ein neuer Stern im Osten), das 1950 veröffentlicht wurde:

„Lasst die Araber in die benachbarten Länder fliehen. Es dient dazu, die anderen arabischen Länder zu mehr Einsatz anzustacheln, und wenn die arabische Invasion zuschlägt, können die Palästinenser in ihre Häuser zurückkehren und mit dem Eigentum der ins Meer getriebenen Juden entschädigt werden.“ [Anmerkung heplev: Es handelt sich um eine Darstellung durch den US-Journalisten. Die Araber haben sicher nicht „Palästinenser“ gesagt, da sie diese Bezeichnung strikt ablehnten.]

Außerdem gibt es einen pikanten Bericht in den Akten der britischen Polizei in Haifa, wie die Führer der jüdischen Gemeinschaft die Führer der arabischen Gemeinschaft anbettelten, Haifa nicht zu verlassen; und dass die Araber das ablehnten. In den Annalen des UN-Sicherheitsrats gibt es zudem eine Rede von Jamal Husseini, der die Araber Haifas mit Lob überschüttet, weil sie sich weigerten, vor Ort zu bleiben und hartnäckig darauf bestanden, ihre Häuser zu verlassen. Die britische Polizei stellte ihnen freundlicherweise Transportmöglichkeiten zur Verfügung und half den Arabern von Haifa die Grenzen zum Libanon und Transjordanien zu passieren.

Als vier Monate nach der Invasion die Aussicht der Geflüchteten auf eine Rückkehr „in ein paar Wochen“ verblasst war, gab es einige Schuldzuweisungen. Emil Ghoury, Mitglied der nationalen Führung der palästinensischen Araber, sagte in einem Interview mit dem Beiruter „Daily Telegraph“: „Ich will niemanden angreifen, sondern nur den Flüchtlingen helfen. Die Tatsache, dass es diese Flüchtlinge gibt, ist die direkte Folge des Handelns der arabischen Staaten in Opposition zur Teilung und dem jüdischen Staat. Die arabischen Staaten einigten sich auf einstimmig auf diese Politik und sie müssen sich an der Lösung des Problems beteiligen.“

Die im Land übernommene Politik wurde durch die Führer der Invasion betont. Der Premierminister des Irak, Nuri Said, donnerte: „Wir werden das Land mit unseren Waffen zerschlagen und jeden Ort auslöschen, an dem die Juden Schutz suchen. Die Araber sollten ihre Frauen und Kinder in sichere Regionen bringen, bis die Kämpfe abgeklungen sind.“

Einer der geflohenen Araber fasste später die Geschichte der Flüchtlinge in der jordanischen Zeitung „Al-Difaa“ kurz und bündig zusammen: „Die arabischen Regierungen sagten uns: Geht da weg, damit wir dort hin gehen können. Also gingen wir, aber sie gingen nicht hin.“

Später, nachdem das Kämpfen begann, glaubten viele arabische Dorfbewohner die falschen Gerüchte über ein Massaker im Dorf Deir Yassin, „gerieten in Panik und flohen schmachvoll, bevor sie durch das Fortschreiten des Krieges bedroht wurden.“ Das schrieb der britische General Sir John Glubb, der die transjordanische Armee kommandierte. Den ganzen Krieg hindurch gab es zwei Vorfälle – in Ramle und Lod –, bei denen eine Anzahl arabischer Zivilisten von israelischen Soldaten aus ihren Häusern vertrieben wurden.

Die gesamte Zahl der evakuierten Araber, selbst nach den Statistiken des britischen Mandats, konnte nicht mehr als 420.000 betragen haben. Diese Zahl bestätigt auch grob die von arabischen Quellen und der UNO veröffentlichten Zahlen.

Die zentrale, grausame Tatsache ist, dass die arabischen Staaten – die ihre Notlage herbei geführt hatten – verweigerten ihnen Aufenthaltsrechte; und die Idee wurde geboren, dass die in Lagern bleiben und als Waffe für die Vernichtung Israels benutzt werden sollten. „Die Rückkehr der Flüchtlinge“, sagte Ägyptens Präsident Nasser Jahre später, „wird das Ende Israels bedeuten.“

Unmittelbar nach dem Krieg wurde der Flüchtlingsbetrug in eine internationale Operation entwickelt. Sobald die UN Katastrophen-Hilfsorganisation den aus Palästina geflohenen Arabern Lebensmittel zur Verfügung, Hütten, Kleidung und medizinische Versorgung zu stellen begann, stürmte in allen arabischen Staaten eine Menge bedürftiger Araber die Lager. Die Organisation hatte keine Mittel für deren Identifikation; also trugen sich die Ankommenden einfach in als Flüchtlinge in die Register ein und erhielten kostenlose Hilfen.

Bereits im Dezember 1948 berichtete Sir Rafael Cilento, der Direktor der Hilfsorganisation, dass er 750.000 „Flüchtlinge“ versorgte. Bis Juli 1949 berichtete die UNO, dass es rund eine Million waren.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz schloss sich der Party an. Es drängte auf die Anerkennung jedes mittellosen Arabers in Palästina als Flüchtling. Auf diese Weise wurden 100.000 Personen mit auf die Liste gesetzt.

Um ein wenig Sarkasmus hinzuzufügen: Die Beamten des Roten Kreuzes schrieben über die zusätzlichen Menschen, dass „es sinnlos wäre, sie zum Verlassen ihrer Häuser zu zwingen, um Lebensmittel als Flüchtlinge zu erhalten“.

Also blieben diese Menschen Zuhause, erhielten ihre kostenlosen Dienste dort und wurden in die Liste der Flüchtlinge eingetragen.

Auf diese Weise und durch weitere, erwartbare Mittel humanistischer Fälschung haben wir eine große, amorphe Masse Araber in der dritten Generation, die alle komfortabel in offiziellen UN-Listen als arabische Flüchtlinge zusammengefasst sind, als „Opfer der israelischen Aggression“ beschrieben werden und das Recht auf „Rückkehr“ verlangen.

Während jedermann in Israel die arabische Forderung nach Akzeptierung einer Rückkehr der „Flüchtlinge“ zurückgewiesen hat, hat die Regierung den Gedanken nicht abgelehnt, dass das Problem der Flüchtlinge diskutiert werden wird, sollten Verhandlungen über eine Regelung statt finden. Mehr noch: Es hat Gerede von „Kompensation“ durch Israel gegeben.

Es hat sogar Stimmen gegeben, die die Rückkehr einiger „symbolischen Wenigen“ der Flüchtlinge andeuten.

Israel muss von Anfang an und für alle Zeit eindeutig solche Ideen ablehnen.

Ein für alle Mal muss Israel daran erinnern, wer daran erinnert werden muss, dass die Verantwortung für die vertriebenen Araber einzig und absolut bei den arabischen Staaten liegt. Ihre völlig unprovozierte Invasion des Territoriums Israels im Mai 1948 war ein Verbrechen.

Ihre erklärte Absicht war ein Verbrechen. Sechstausend israelische Staatsbürger wurden in diesem Krieg getötet und tausende andere wurden verwundet. Es waren die arabischen Staaten, die die arabische Bevölkerung zur Evakuierung aufrief, alles, um die Erreichung ihrer bösartigen Absicht zu erzielen.

Es ist eine Dreistigkeit von historischem Ausmaß und Bedeutung von Israel zu verlangen, auch nur einen Zentimeter aufzugeben oder einen Pfennig der Kosten des Flüchtlingsproblems zu bezahlen. Und es ist für jeden Sprecher Israels gefährlich, auch nur der Teilnahme an jeglicher Diskussion der Frage zuzustimmen – egal, in welchem Forum oder in welchem Zusammenhang auch immer.

Die israelische Regierung hätte schon lange erklären sollen – aber selbst jetzt ist es nicht zu spät: „Wir werden an keinerlei Diskussion über das so genannte Flüchtlingsproblem teilnehmen. Das ist ein Problem, das die arabische Nation selbst für sich in ihren weitläufigen Gebieten lösen muss.“

Der Schreiber hat gemeinsam mit Menachem Begin die Herut-Partei gegründet, war Mitglied der ersten Knesset und ist als Biograph und Essayist tätig.

Die kollektive Amnesie der Welt

Joseph Farah, WorldNetDaily, 19. September 2002

Yassir Arafat mag jetzt etwas von seiner persönlichen politischen Schlagkraft verloren haben, aber die politische Bewegung, die er einführte – Gerechtigkeit für die palästinensischen Araber zu verlangen, die 1948 aus ihren Häusern vertrieben wurden – bleibt so stark wie eh und je.

Nur gibt es hier ein Problem: Es gibt nicht den geringsten historischen Beleg für die Behauptung, dass die Araber in wesentlichen Zahlen vertrieben wurden – jedenfalls nicht durch Juden.

Ich weiß, dass dieser Aussage mit Keuchen, Gelächter und Zähneknirschen begegnet werden wird. Lassen Sie sie mich trotzdem ausführen – nicht mit meinen eigenen Worten, nicht mit den Worten von Juden und Israelis, sondern mit den Worten von Arabern, die näher an den Ereignissen lebten.

„Die Tatsache, dass es diese Flüchtlinge gibt, ist die direkte Folge des Tuns der arabischen Staaten in ihrer Opposition zur Teilung und zum jüdischen Staat. Die arabischen Staaten stimmen dieser [Ablehnungs-] Politik einmütig zu und sie müssen sich an der Lösung des Problems beteiligen.“
– Emile Ghoury, Sekretär der Palästinensischen Hochkommission, in einem Interview mit dem Beirut Telegraph, 6. September 1948

„Die arabischen Staaten, die die palästinensischen Araber ermutigten ihre Häuser kurzfristig zu verlassen, um den arabischen Invasionsarmeen nicht im Weg zu sein, haben ihr Versprechen, diesen Flüchtlingen zu helfen, nicht eingehalten.
– Die jordanische Tageszeitung Falastin, 19. Februar 1949

„Wer brachte die Palästinenser als Flüchtlinge in den Libanon, die jetzt durch die miese Haltung der Zeitungen und der lokalen Führer leiden, die weder Ehre noch Gewissen haben? Wer brachte sie hierher, in entsetzliche Unterkünfte, mittellos, nachdem sie ihre Ehre verloren? Die arabischen Staaten – und der Libanon gehört zu denen, die das getan haben.“
– Die Beiruter muslimische Wochenzeitung Kul-Shay, 19. August, 1951

„Der 15. Mai 1948 kam… An diesem Tag appellierte der Mufti von Jerusalem an die Araber Palästinas das Land zu verlassen, weil die arabischen Armeen davor standen dort einzudringen und an ihrer Stelle zu kämpfen.“
– Die Kairoer Zeitung Akhbar el Yom, 12. Oktober 1963.

„Für die Flucht und den Fall der anderen Dörfer sind unsere Führer verantwortlich, wegen ihrer Verbreitung von Gerüchten, die die jüdischen Verbrechen übertrieben und die sie als Gräueltaten beschrieben, um die Araber aufzuhetzen… Durch die Verbreitung von Gerüchten über jüdische Gräueltaten, dass sie Frauen und Kinder töten usw., pflanzten sie Angst und Schrecken in die Herzen der Araber in Palästina, bis sie aus ihren Häusern und ihrem Eigentum flüchteten und es dem Feind überließen.“
– Die jordanische Tageszeitung Al Urdun, 9. April 1953

Ich könnte endlos weiter machen mit solcher vergessenen – oder absichtlich vernebelten – Geschichte. Aber Sie wissen, was ich meine. Es gab keine jüdische Verschwörung die Araber 1948 aus ihren Häusern zu jagen. Das hat nicht stattgefunden. Statt dessen gibt es Massen historischer Berichte, die zeigen, wie die Juden ihre arabischen Nachbarn anflehten zu bleiben und mit ihnen in Frieden und Harmonie zu leben. Und doch ist die Geschichte trotz dieser eindeutigen Worte der arabischen Zeitgenossen umgeschrieben worden, um damit aus den Juden die Bösen zu machen.

Die Wahrheit ist, dass 68 Prozent der palästinensischen Araber, die 1948 weg gingen – vielleicht 300.000 bis 400.000 – nie einen israelischen Soldaten sahen.

Noch wichtiger ist, dass die revidierte Geschichte den Schuldigen einen Freibrief ausstellt. Die arabischen Staaten, die die Feindseligkeiten auslösten, haben nie ihre Verantwortung akzeptiert – trotz ihres enormen Reichtums und ihrer Fähigkeit, Millionen von Flüchtlingen in ihren weitgehend dünn besiedelten Staaten einzugliedern. Und andere Staaten haben es versäumt, sie dafür verantwortlich zu machen.

Es ist schlimm genug, dass die arabischen Staaten durch ihr Handeln eine kleine Flüchtlingsnation schufen. Es ist aber noch schlimmer, dass sie für dieses internationale Verbrechen erfolgreich die Juden verantwortlich machen konnten.

Heute geht diese grausame Scharade natürlich weiter. Das Leiden von Millionen Arabern wird aus lediglich politischen Gründen von den arabischen Staaten fortgesetzt. Sie sind bloße „Bauern“ im Krieg zur Vernichtung Israels.

Es gab in der Folge des Zweiten Weltkriegs etwa 100 Millionen Flüchtlinge weltweit. Die Gruppe der palästinensischen Araber ist die einzige in der Welt, die nicht in Ländern ihrer eigenen Leute aufgenommen oder integriert wurde. Seit damals sind Millionen jüdischer Flüchtlinge aus der ganzen Welt in den winzigen Staat Israel aufgenommen worden.

Es macht keinen Sinn, dass von einem winzigen jüdischen Staat erwartet wird, die Flüchtlingskrise zu lösen, die es nicht schuf.

„Wenn ihr wollt, ist es kein Traum“
Theodor Herzl

Die Juden haben niemandem Land weggenommen

Joseph Farah, WorldNetDaily, 23. April 2003

Als der exponierteste arabisch-amerikanische Kritiker Yassir Arafats und der falschen „palästinensischen“ Agenda bekomme ich eine Menge gehässiger Post. Ich habe mehr als genug Todesdrohungen bekommen. Die meisten, die mich angreifen – zumindest diejenigen, die sich die Mühe geben über Schimpfwörter und Beleidigungen hinaus zu gehen – sagen, ich würde schlicht die armen Araber nicht verstehen oder ihnen nicht mit Sympathie begegnen; sie seien obdachlos, aus ihren Häusern vertrieben und von den Israelis zu Flüchtlingen gemacht worden.

Lassen Sie mich das einfach und klar sagen: Die Juden in Israel haben niemandem Land weggenommen.

Als Mark Twain das Heilige Land im 19. Jahrhundert besuchte, war er furchtbar enttäuscht. Er begegnete keinen Menschen. Er bezeichnete es als Brachland. Das Land, das wir jetzt als Israel kennen, war praktisch entvölkert. Mit dem beginnenden 20. Jahrhundert begann sich das zu ändern. Juden aus aller Welt begannen in ihre alte Heimat zurückzukehren – das verheißene Land, das Moses und Josua Jahrtausende vorher , wie Christen und Juden glauben, auf direkte Anweisung von Gott erobert hatten. Das bedeutet nicht, es habe nicht immer eine starke jüdische Präsenz im Land gegeben – besonders in und um Jerusalem. 1854 bildeten Juden nach einem Bericht der New York Tribune zwei Drittel der Bevölkerung der Heiligen Stadt. Die quelle dieser Statistik: Ein Journalist, der in diesem Jahr für die Tribune in den Nahen Osten geschickt worden war. Sein Name war Karl Marx. Ja, der Karl Marx.

Ein Reiseführer für Palästina und Syrien, 1906 von Karl Baedeker herausgegeben, illustriert die Tatsache, dass selbst, als das islamische Ottomanische Reich die Region beherrschte, die muslimische Bevölkerung in Jerusalem minimal war. Das Buch schätzt die Gesamtbevölkerung der Stadt auf 60.000, von denen 7.000 Muslime waren, 13.000 Christen und 40.000 Juden. „Die Zahl der Juden ist in den letzten Jahrzehnten stark gewachsen, obwohl es ihnen verboten ist einzuwandern oder Land zu besitzen“, erklärt das Buch. Obwohl die Juden verfolgt wurden, kamen sie weiter nach Jerusalem und stellten schon 1906 die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung. Und obwohl die Muslime heute behaupten, Jerusalem sei die drittheiligste Stätte des Islam, hatten sie für die Stadt wenig Interesse, als sie sich unter islamischer Herrschaft befand.

Als die Juden kamen, die Sümpfe trocken legten und die Wüste erblühen ließen, begann etwas Interessantes zu geschehen. Araber zogen nach. Ich werfe ihnen das nicht vor. Sie hatten gute Gründe zu kommen. Sie kamen wegen Arbeit. Sie kamen wegen Wohlstand. Sie kamen wegen Freiheit. Und sie kamen in großer Zahl.

Winston Churchill merkte 1939 an: „So weit weg von Verfolgung haben sich die Araber in das Land gedrängt und vermehrt, bis ihr Bevölkerungsanteil so stark gestiegen war, dass selbst das Judentum der ganzen Welt das nicht aufholen könnte.“ Dann kam 1948 und die große Teilung. Die UNO versprachen die Schaffung von zwei Staaten in der Region – einen jüdischen und einen arabischen. Die Juden akzeptierten das dankbar. Die Araber lehnten das rachsüchtig ab und erklärten den Krieg.

Arabische Führer drängten die Araber die Gegend zu verlassen, damit sie nicht ins Feuer gerieten. Sie könnten in ihre Häuser zurück, wurde ihnen erzählt, nachdem Israel zerschlagen und die Juden vernichtet wurden. Das passierte aber nicht. Nach den meisten Zählungen wurden mehrere hunderttausend Araber durch diesen Krieg obdachlos – nicht durch israelische Aggression, nicht durch jüdischen Landraub, nicht durch israelischen Expansionismus. Tatsache ist, dass es viele geschichtliche Belege gibt, die Juden zeigen, die die Araber drängten zu bleiben und in Frieden mit ihnen zu leben. Tragischerweise entschieden sie sich aber zu gehen.

Vierundfünfzig Jahre später leben die Söhne und Töchter, die Enkel und Enkelinnen dieser Flüchtlinge nur allzu oft immer noch Flüchtlingslagern – nicht wegen israelischer Gleichgültigkeit, sondern weil sie von den arabischen Mächten als politisches Mittel missbraucht werden. Diese unglücklichen Armen könnten in einer Woche von den reichen arabischen Ölstaaten angesiedelt werden, die 99,9 Prozent der Landmasse des Nahen Ostens kontrollieren; sie werden aber praktisch als Gefangene gehalten, voll von fehl geleitetem Hass auf Juden und von den arabischen Machthaben zu Selbstmord-Märtyrern ausgebildet.

Das ist die wirkliche moderne Geschichte des arabisch-israelischen Konflikts. Zu keiner Zeit vertrieben die Juden arabische Familien aus ihren Häusern. Wenn es Landrechte zu kaufen gab, dann kauften sie sie zu mehrfach überhöhten Preisen. Wenn das nicht möglich war, dann bearbeiteten sie das Land, damit sie einen Ort zum Leben ohne die Verfolgung hatten, der sie in der gesamten Welt ausgesetzt waren.

Es ist eine riesige Lüge, dass die Israelis die Menschen vertrieben – eine in der langen Reihe von Lügen und Mythen, die die Welt nahe daran bringt, den Juden eine weitere große Ungerechtigkeit anzutun.

© WorldNetDaily.com, Inc. 2003

Der Euro-Arabische Dialog und die Geburt von Eurabia

Bat Ye’or, dhimmitude.org, 2003 (frz. original: Dezember 2002)

2001 schwappte eine gewalttätige Welle der Judeophobie über Europa; sie fiel mit der Intensivierung der al Aksa-Intifada vom 30. September 2000 zusammen. Diese Gleichzeitigkeit war kein Zufall. In Europa befürworteten Regierungen, einige Kirchen und der Großteil der Medien die zweite Intifada und benutzte scharfsinnige moralische Begriffe für das, was eine Terrorstrategie der Palästinenserführung war. Die Rechtfertigung und Fahrlässigkeit gegenüber diesen kriminellen Aggressionen führten zu Ermutigung. Die Eliminierung von Terrorführern wurde als „Ermordung“ im Sinne von Attentaten beschrieben; die Hamas und andere Terroristen wurden zu „Freiheitskämpfern“ und „Aktivisten“. Während Hamas als „Widerstandsbewegung“ übersetzt wurde, wurde Israel des „Staatsterrorismus“ beschuldigt. Besonders in Frankreich förderte diese Verurteilung die kriminellen Taten, die hauptsächlich von Immigranten muslimisch-arabischer Herkunft gegen Einzelpersonen und das Eigentum jüdischer Gemeinden begangen wurden. Selbst 2003 weigert sich die französische Regierung immer noch, die Hisbollah auf die Liste der Terrororganisationen zu setzen; der sozialistische Premierminister Lionel Jospin wurde von Präsident Chirac scharf gerügt, weil er sagte, die Hisbollah sei eine Terrororganisation.

Die Annäherung zwischen den jeweiligen Politik der Europäischen Union (EU) und der Palästinensischen Autonomie, die von der EU zum Großteil finanziert wird, wie auch zur Politik arabischer Länder scheinen das Ergebnis eines langfristigen Prozesses zu sein. Mit kleinen Nuancen zeigt die antiisraelische Diskussion, die auf beiden Seiten des Mittelmeers gleichzeitig zu hören ist, gleiche Charakteristika. Diese Judeophobie des 21. Jahrhunderts wurzelt in einer transnationalen europäischen Struktur, die in einem historischen Kontext geboren ist, und der euro-arabischen Politik der letzten dreißig Jahre. Die europäische Bevölkerung bleibt aber trotzdem im Großen und Ganzen unbekümmert, obwohl die Medien sie seit Jahrzehnten einer Ideologie ausgesetzt haben, die Israel dämonisiert.

Daher laufen die Europäer ganz stark Gefahr Spielzeug und Opfer religiösen Hasses zu werden, wie auch das von politischen und wirtschaftlichen Interessen, die vom arabisch-israelischen Konflikt maskiert wird; dieser wird absichtlich aus aller Verhältnismäßigkeit hinausgeschossen, um den globalen Jihad zu verstecken, der auch auf die Europäer zielt. Denn die ideologische Struktur dieser neuen Judeophobie ist aus der arabisch-muslimischen Welt importiert, auch wenn sie sich innerhalb des Rahmes einer europäischen Diskussion in drei Sektoren teilt: die politischen Parteien, die Medien und den religiösen Sektor.

Wie unten zu sehen sein wird, brachte die Entwicklung des Euro-Arabischen Dialogs beträchtliche Veränderungen in die europäischen Gesellschaften. Er hat den muslimisch-judeophobischen Antizionismus, seinen Anti-Amerikanismus und seinen Hass in den Westen übertragen. Er hat das unverantwortliche arabische Bestreben gefördert, Europa, seine Geschichte und seine Kultur zu islamisieren – ein Ziel, das einige islamistische Führer z.B. ausgerechnet im Herzen Londons verkünden. Darüber hinaus drängte der Dialog auf die Glorifizierung des „Palästinensischen“, auf die Diffamierung Israels, die wachsende Kluft zwischen Europa und Amerika und das Aufblühen einer imaginären Version der islamischen Religion, Geschichte und Zivilisation in der öffentlichen Meinung des Westens. Er zwang Europa, seine Interpretation der eigenen Identität und Geschichte zu revidieren, um sie mit der islamischen Vision Europas in Einklang zu bringen; durch diesen Prozess unterzog es sich einer selbst zugefügten Islamisierung.


Das Öl-Embargo: der Auslöser

Nach dem Zweiten Weltkrieg sah Frankreich – gedemütigt durch das kollaborierende Vichy-Regime und den Verlust des Kolonialreichs –, dass seine ambitionierte Rolle als mögliche Großmacht sich enorm verringert hatte. Die französisch-deutsche Union verschaffte Charles de Gaulle mit dem Mittel, in Europa durch Versöhnung mit traditionellen Feinden einen Frieden sicherzustellen; in den 60-er Jahren ermöglichte die Allianz mit der arabischen Welt Frankreich – auf der internationalen Ebene – die Amerikanische Macht herauszufordern. De Gaulles wirtschaftliche und strategische Politik zielte auf die Vereinigung der Länder um das Mittelmeer in einen interdependenten industriellen Block in Opposition zu Amerika. Um diesen Plan durchzuführen strebte Frankreich den Aufbau einer Allianz mit den arabischen Staaten an. Feindseligkeit gegenüber Amerika und Israel wurde nicht nur durch die kommunistischen und linken Trends genährt, sondern auch durch das Erbe der pro-Nazi-Kollaborateure aus dem französischen Vichy-Regime, die die Nachkriegs-Jahrzehnte überlebt hatten; und sie durchdrang die französische Verwaltung bis in die höchsten Ränge.

Nach dem Sechstage-Krieg von 1967 wurde Frankreich zum Initiator der europäischen Anti-Israel-Politik. Es verzieh Israel nicht einfach seinen Blitzsieg über eine Koalition aus Ägypten, Syrien, Jordanien und den Palästinensern – unterstützt von der gesamten arabischen Welt. In internationalen Foren stimmte Frankreich zu Gunsten antiisraelischer arabischer Resolutionen und stützte einen einseitigen Boykott von Waffenverkäufen an den jüdischen Staat (1969). Auf der europäischen Ebene unterstützte die französische Diplomatie arabische Interessen; sie machte sich auf, um die europäische Politik in eine pro-arabische, antiisraelische Richtung zu biegen. In diesem Zusammenhang untersuchte Frankreich das Konzept eines Euro-Arabischen Dialogs (EAD) mit Libyen.(1)

Der gemeinsame Krieg Ägyptens und Syriens gegen Israel 1973 und das arabische Öl-Embargo, das als Waffe zur Ausübung von Druck auf die Welt benutzt wurde, spielte den französischen Plänen in die Hände. Von der arabischen Niederlage nach einem erfolgreichen Beginn gedemütigt, trafen sich die arabischen Öl produzierenden Länder in Kuwait (16.-17. Oktober), wo sie entschieden einseitig den Ölpreis zu vervierfachen und nach und nach jeden Monat ihre Rohöl-Produktion um 5% zu verringern, bis Israel sich aus den Gebieten zurückzieht, das die Araber in ihrem Krieg von 1967 verloren und im Krieg von 1973 nicht zurückgewinnen konnten. Sie führten ein Embargo gegen Lieferungen an Staaten ein, die als Israel freundlich gesinnt galten: die USA, Dänemark und die Niederlande. Verbraucherstaaten wurden als freundlich gesinnte, neutrale oder feindliche Staaten eingestuft.

In Panik trafen sich die neun Staaten der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) sofort in Brüssel, am 6. November 1973, und legten eine gemeinsame Resolution vor, die auf ihrer Abhängigkeit von arabischem Öl basierte; diese Resolution befand sich komplett auf der Linie der franko-arabischen Politik bezüglich Israels.(2)

Die EWG führte mit der Resolution in Brüssel drei neue Punkte ein: 1. die Unzulässigkeit von militärischem Territorialgewinn, was theoretisch bereits in der UN-Sicherheitsrats-Resolution 242 erklärt wurde; 2. einen israelischen Rückzug auf die Linien des Waffenstillstands von 1949; 3. Einbeziehung „der legitimen Rechte der Palästinenser“ in die Definition von Frieden.

Der erste Vorschlag erschien bewundernswert, aber absurd, da Gebiete immer militärisch gewonnen wurden. Woraus besteht die Legitimität von Staaten? Das ottomanische Reich wurde 1917 von den Briten militärisch erobert. Im Krieg von 1948 gegen Israel nahm Ägypten den Gazastreifen militärisch ein und Abdullahs Arabische Legion hatte Judäa und Samaria ebenso militärisch besetzt, wie die Altstadt von Jerusalem und die Hebräische Universität auf dem Scopus-Berg, wobei sie alle palästinensisch-jüdischen Einwohner vertrieb. Darüber hinaus wurden alle Länder, die heute arabisch genannt werden, ursprünglich von arabischen Jihad-Armeen erobert. Waren alle diese Eroberungen, von Militär und Krieg aufgezwungen, ebenfalls inakzeptabel? Welche Kriterien würden die Unveränderbarkeit einer Eroberung und einer Ungerechtigkeit bestimmen – die Besetzung von Land oder seine Befreiung? „Besetzten“ ihre einheimischen, nicht muslimischen Bevölkerungen Spanien und Portugal, Sizilien, Griechenland, Bulgarien, Jugoslawien, Rumänien und armenisches Land oder waren sie Bevölkerung von Ländern, die vom Dhimmitum befreit wurden? Ist der Staat Israel der legitime Ausdruck eines freien Volkes, dessen Land durch eine der grausamsten Formen von Verfolgung gegenüber der einheimischen jüdischen Bevölkerung nach der römisch-byzantinischen Besetzung arabisiert und islamisiert wurde, oder eine Ungerechtigkeit, weil sie diese Verfolgung unterdrückt und die bösartige Macht der Verfolger neutralisiert hat?

Beim zweiten Punkt übernahm Europa pflichtgemäß (freundlicherweise) die arabische Leugnung ihrer Niederlage von 1967, einem Krieg, den sie nach der Invasion von 1948 zur Ausradierung Israels selbst ausgelöst hatten. Auf diese Weise gab die EWG der arabisch-islamischen Interpretation der Resolution 242 ihr Siegel, da in Wirklichkeit die Resolution in ihrer maßgeblichen englischen Originalversion nur vom Rückzug aus Gebieten spricht, einer absichtlichen Wortwahl seitens derjenigen, die sie entwarfen. Judäa und Samaria wurden damit nicht weiter als Gebiete beschrieben, die zur Verhandlung standen, sondern als „besetzte arabische Gebiete“, die Israel sofort zu verlassen hatte. Diese Gebiete waren aber im von den Arabern losgetretenen Krieg von 1948 militärisch erobert worden. Die zusammengefassten Militärkräfte von Syrien, Jordanien und örtlichen Arabern, die sie in Besitz genommen hatten, hatten auch alle ihre jüdisch-palästinensischen Bewohner vertrieben und deren Land, Häuser und Eigentum konfisziert.

Der Dritte Punkt der Resolution führte eine Neuerung in den Nahost-Konflikt ein, der sich für Europa und seine Zukunft als dramatisch erwies. Bis 1970 gab es in diesem Zusammenhang den Begriff „palästinensisches Volk“ nicht. Man sprach nur über die Araber in Palästina, die sich nicht von Arabern in den zwanzig anderen Ländern der Arabischen Liga unterschieden, insbesondere nicht von den Arabern in Transjordanien, also 78 Prozent des vom Völkerbund angegebenen Palästina. Großbritannien trennte dieses große Gebiet 1922 ab und schuf einen ausschließlich arabischen Staat, das neu benannte Emirat Transjordanien.

Die Resolution 242 des UN-Sicherheitsrats schlug eine Lösung des Flüchtlingsproblems vor, das auch die zahlreicheren jüdischen Flüchtlinge einschloss, die aus arabischen Ländern geflohen waren und all ihr Hab und Gut dort zurückließen. Die Schaffung eines „palästinensischen Volks“ ex nihilo nach dem arabischen Öl-Embargo von 1973 sollte Europa dazu bringen, seine Legitimität, seine Geschichte und seine Rechte zu schaffen – äquivalent zu denen Israels und dessen sogar überlegen –, indem es die Ersetzungstheologie wieder aufleben ließ, die beständig mit Propaganda genährt wurde, die Israel dämonisierte, um seinen Untergang zu rechtfertigen. Das brachte Europa auf einen Weg aktiver Solidarität mit der arabischen Politik der Eliminierung Israels, der die Ermutigung und Legitimierung des internationalen Terrorismus einschloss, wie er von der PLO betrieben wurde.
Die Formierung eines wirtschaftlichen und politischen euro-arabischen Blocks

Die antiisraelische Entscheidung der EWG erfüllte die arabischen Bedingungen zum Beginn eines Dialogs mit Europa und wurde durch eine sofortige Erhöhung der Öllieferungen belohnt. Aus der Situation mit dem Öl-Embargo heraus entstanden, war der Euro-Arabische Dialog von Anfang an ein Tauschhandel: die EWG-Staaten unterstützten die antiisraelische Politik der Araber und sollten im Gegenzug von Wirtschaftsabkommen mit den Staaten der Arabischen Liga profitieren.(3) Die arabische Seite verlangte eine politische Verpflichtung Europas gegen Israel, womit der wirtschaftliche Aspekt des Dialogs dem politischen Zusammenhang des arabischen Kriegs gegen Israel untergeordnet wurde. Der wirtschaftliche Bereich wurde so in die euro-arabische politische Solidarität gegen Israel integriert.

Präsident Georges Pompidou und Kanzler Willy Brandt bestätigten den Wunsch nach einem Dialog in ihrem Treffen am 26. und 27. November 1973. Weniger als einen Monat später berief der französische Präsident am 15. Dezember 1973 einen Gipfel in Kopenhagen ein, um die Nahost-Krise zu untersuchen und die Grundlagen für eine Kooperation zwischen den Staaten der Arabischen Liga und denen der EWG zu legen. Vier arabische Außenminister, die zur Beobachtung eingeladen waren, schlugen verschiedene Projekte vor.

Am 10. Juni 1974 verabschiedeten die Außenminister der neun EWG-Staaten, die sich in Bonn im Rahmen der politischen Kooperation trafen, einen Text, der die Bereiche und Mittel zur Entwicklung der Kooperation und ihrer Beziehungen mit den arabischen Staaten spezifizierten. Diese Bereiche erstreckten sich auf Landwirtschaft, Industrie, Wissenschaften, Kultur, Bildung, Technologie, Finanz-Kooperation und die zivile Infrastruktur usw.

Im Verlauf der folgenden Treffen legten die Außenminister der neun Staaten die Grundlagen für diese Kooperation mit den arabischen Staaten gemäß einer institutionalisierten Struktur, die mit den höchsten Stellen jedes der EWG-Staaten verbunden war. Diese Formel ermöglichte es, die Politik der Europäischen Gemeinschaft bezüglich des Austauschs und ihrer Kooperation mit den Staaten der Arabischen Liga zu harmonisieren und zu vereinheitlichen.

Am 31. Juli 1974 fand in Pars das erste offizielle Treffen auf Minister-Ebene zwischen dem kuwaitischen Außenminister, dem Generalsekretär der Arabischen Liga, dem Präsidenten der Kommission der EG und dem aktuellen Präsidenten der EG statt, um die Organisation des Dialogs zu besprechen. Die Parlamentarische Vereinigung für Euro-arabische Kooperation wurde dann von den neun Ländern der EG mit Blick auf die Stärkung der politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Kooperation zwischen Europa und der arabischen Welt gegründet. Alle wichtigen Strömungen der europäischen Politik waren in diesem Exekutiv-Komitee vertreten, das sich seitdem regelmäßig alle sechs Monate trifft.

Die Konferenz von Damaskus (14.-17. September 1974), organisiert von der Inter-parlamentarischen Vereinigung der Euro-arabischen Kooperation, brachte repräsentative Mitglieder aller im Parlament vertretenen Parteien der EWG außer Dänemarks zusammen. Die Araber legten die politischen Vorbedingungen für Vereinbarungen zu wirtschaftlicher Zusammenarbeit mit den westeuropäischen Staaten vor. Der die EWG interessierende Bereich der Wirtschaft wurde durch die politischen Forderungen der Araber bezüglich des Nahen Ostens entsprechend dem Prinzip des Feilschens bestimmt, einem fundamentalen Prinzip dieses Dialogs. Die Araber verlangten:

  1. den bedingungslosen Rückzug auf die Waffenstillstandslinien von 1949;
  2. die Arabisierung der Altstadt Jerusalems, die 1948 militärisch erobert wurde und aus der alle Juden vertrieben wurden;
  3. die Einbindung der PLO und ihres Führers Arafat in alle Verhandlungen.(4)
  4. auf die USA sollte von der EWG Druck ausgeübt werden, um es der arabischen Politik näher zu bringen und sie von Israel zu trennen.

Der politische Aspekt als nicht verhandelbare Bedingung für den Dialog wurde einen Monat später auf dem 7. Gipfel der Arabischen Konferenz (Rabat, Oktober 1974) bestätigt. Es wurde daran erinnert, dass die Euro-Arabische Dialog sich im Kontext der „Erklärung“ vom 6. Gipfel der Arabischen Konferenz in Algier entwickeln musste, die Europa am 28. November 1973 übermittelt wurde und die die arabischen politischen Forderungen bezüglich Israel festlegte.(5) Für die Araber war es so, dass der Dialog fortgesetzt werden musste, bis seine Ziele erreicht waren. Die politischen und wirtschaftlichen Aspekte dieser euro-arabischen Kooperation wurden von ihnen als von einander abhängig angesehen.

Ein ständiges Sekretariat von für die euro-arabischen Kooperation zuständigen 350 Mitgliedern wurde dann mit Sitz in Paris gegründet. Der Euro-Arabische Dialog wurde in verschiedene Komitees strukturiert, deren Aufgabe die Planung gemeinsamer industrieller, kommerzieller, politischer, wissenschaftlicher, technischer, kultureller und sozialer Projekte war.

Am 10. Juni 1975 traf sich eine Delegation der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) mit einer Delegation aus zwanzig arabischen Staaten und der in Kairo sitzenden PLO. Mehr als dreißig Staaten waren von einem General-Komitee auf Botschafter-Ebene und einer Vielzahl von Experten vertreten. Die EWG und das Sekretariat der Arabischen Liga wurden auf der politischen Ebene repräsentiert. Der jordanische Sprecher der arabischen Delegation, M. Nijmeddin Dajani, betonte den politischen Aspekt und die Auswirkungen des Euro-Arabischen Dialogs. Der Handel zwischen den beiden Seiten wurde klar definiert: wirtschaftliche Vereinbarungen mit Europa im Tausch für europäisches Einschwenken auf die arabische Politik gegenüber Israel.

Ein gemeinsames Memorandum des gemischten Experten-Komitees verfasste eine erste Fassung der allgemeinen Prinzipien und Ziele des Euro-Arabischen Dialogs.

Beim Treffen in Luxemburg im Jahr darauf (18.-20. Mai 1976) wurden die Organisation und das Prozedere des Euro-Arabischen Dialogs definiert und im Anhang 4 des Abschluss-Kommuniqués veröffentlicht. Der Dialog bestand damit aus drei Organen: 1) dem Allgemeinen Komitee; 2) den Arbeitskomitees; 3) dem politischen Komitee.

Das Allgemeine Komitee bestand aus den Delegierten beider Seiten, zu denen Offizielle mit Botschafterstatus, Mitglieder der Liga der arabischen Staaten und der Europäischen Gemeinschaft, dem Generalsekretariat der Liga der arabischen Staaten und der Kommission der EG bestanden, dazu den Mitpräsidenten und Berichterstattern der Arbeitskomitees. Die Vorsitzenden der arabischen und europäischen Delegationen führten gemeinsam den Vorsitz des Allgemeinen Komitees. Das Komitee war die zentrale Körperschaft des Dialogs und verantwortlich für den generellen Ablauf des Dialogs sowie der Überwachung der Entwicklung in verschiedenen Bereichen. Es war verantwortlich für seine Einrichtung und dafür, es in die Richtung der angestrebten politischen, kulturellen, sozialen, technologischen und wirtschaftlichen Ziele, wie auch mit der Genehmigung des Programms des Dialogs und seiner Aufgaben. Die verschiedenen Verpflichtungen des Komitees wurden spezifiziert. Seine Sitzungen fanden hinter verschlossenen Türen statt und wurden nicht protokolliert. Am Ende eines jeden Treffens konnte das Allgemeine Komitee eine Zusammenfassung der getroffenen Entscheidungen und eine allgemeine Presseerklärung veröffentlichen.(6)

Die Zusammensetzung der Arbeitskomitees folgte demselben Prinzip: Jede Gruppe bestand aus Experten und technischen Spezialisten beider Seiten, wie auch aus Repräsentanten des Generalsekretariats der Liga der Arabischen Staaten und der Kommission der Europäischen Gemeinschaft. Jedes der beiden arabischen und europäischen Gruppen benannte einen Vorsitzenden für jedes Arbeitskomitee. Die Arbeitskomitees arbeiteten entsprechend den ihnen vom Allgemeinen Komitee aufgetragenen Anweisungen bezüglich ihrer Mandate. Jedes Arbeitskomitee konnte besondere Untergruppen bilden, deren Experten in Zusammenarbeit mit dem Generalsekretariat der Liga der Arabischen Staaten und der Kommission der Europäischen Gemeinschaft ausgewählt wurden.

Das Koordinations-Komitee bestand aus Repräsentanten des Allgemeinen Komitees und des Generalsekretariats der Liga der arabischen Staaten und der europäischen Präsidentschaft, die ihm gemeinsam vorstanden. Das Komitee war verantwortlich für die Koordination der Arbeit der verschiedenen Arbeitsgruppen unter der Leitung des Allgemeinen Komitees. Alle Information und Dokumentation wurden vom Generalsekretariat der Liga der Arabischen Staaten und der Kommission der EG vermittelt.

Diese kurz zusammengefasste Struktur begründete eine Symbiose, ein gegenseitiges ineinander Eindringen arabischer und europäischer Politik, was die Einbeziehung der europäischen Staaten auf höchster Ebene verlangte. Es ist klar, dass Europas feindselige Politik gegenüber Israel – durch die Strukturen der EWG standardisiert – nicht das Ergebnis falscher Einschätzungen oder korrigierbarer Vorurteile ist. Sie beruht auf einem politisch-ökonomischen Konstrukt, das akribisch bis ins kleinste Detail ausgearbeitet wurde und in seiner vielfältigen Symbiose mit der arabischen Welt wurzelt.

In den folgenden Jahren wurde diese Zusammenarbeit durch Treffen, die alle sechs Monate statt fanden, sowie durch verschiedene Aktivitäten internationalen Ausmaßes gestärkt (Rom, 24. Juli 1975; Abu Dhabi, 27. November 1975; Luxemburg, 18.-20. Mai 1976; mehrere Treffen in Brüssel 1976; Tunis 10.-12. Februar 1977). Die europäischen Mitglieder des Permanenten Sekretariats der Assotiation für Euro-Arabische Kooperation (PAEAC) reiste regelmäßig in die USA um zu versuchen, die amerikanische Politik zu Gunsten der Forderungen der PLO zu beeinflussen – und gegen Israel. Die Araber verlangten, dass Europa Yassir Arafat als Führer der Palästinenser anerkennt, einen palästinensischen Staat, einen internationalen Boykott Israels und eine Strategie weltweiten politischen und wirtschaftlichen Drucks einführt, um den jüdischen Staat zum Rückzug auf die Waffenstillstandslinien von 1949 zu zwingen. Das Arbeitskomitee studierte passende Methoden, um die europäische öffentliche Meinung wie auch die Weltöffentlichkeit zu überzeugen die PLO zu unterstützen, deren Charta die Eliminierung des Staates Israel verlangte. Nach Saleh al-Mani:

Obwohl der EAD versagte, was die Anerkennung der PLO anging, war letztere trotzdem einer der aktivsten Unterstützer des EAD. Die PLO konnte den EAD als Kanal zur Verbreitung ihrer Forderungen nutzen; diesbezüglich könnte sie Erfolg gehabt haben.

Obwohl die formale Anerkennung der PLO fehl schlug, hatte der EAD doch dahin gehend Erfolg, dass die Europäer von der Notwendigkeit überzeugt wurden, eine „Heimat für die Palästinenser“ aufzubauen und die PLO mit zukünftigen Verhandlungen über den Nahen Osten zu „verbinden“. Auf diese Weise hat der EAD dazu gedient, gewisse begrenzte arabische Ziele zu erreichen.(7)

Dieser Kommentar al-Manis bestätigt die direkte Verbindung zwischen der PLO und den wirtschaftlichen Transaktionen der EWG. In einer Rede vom 26. August 1980 prangerte Beschir Gemayal – der gewählte zukünftige Präsident des Libanon – nach einer Beschreibung des terroristischen Kriegs der PLO im Libanon deren desaströse Rolle in Europa an:

Dies ist eine Rekapitulation der Taten dieser Leute [PLO], zu deren Gunsten die Kanzleien der zivilisierten Welt das ganze Jahr hindurch abmühen und um deren Gunst die alten Nationen Europas wetteifern.(8)

Es ist klar, dass die PLO eine entscheidende Rolle beim Austausch wirtschaftlicher Vorteile spielte, die die arabischen Staaten Europa im Gegenzug für politische Unterstützung in ihrem Krieg gegen Israel gewährten. EAD-Treffen schlossen mit Erklärungen der europäischen Delegation, die mit denen der arabischen Politik überein stimmte (London, 9. Juni 1977; Brüssel, 26.-28. Oktober 1978): Israelischer Rückzug auf die Grenzen von 1949; Israels Verpflichtung die nationalen Rechte der Palästinenser anzuerkennen; alle Maßnahmen und Entscheidungen Israels in den Gebieten außerhalb der Grenzen von 1949, einschließlich Jerusalems, sind ungültig; Judäa und Samaria werden als „besetzte arabische Gebiete“ bezeichnet.

Die israelisch-ägyptischen Friedensverhandlungen in Camp David (1977/78) unter der Schirmherrschaft des amerikanischen Präsidenten Carter versetzten dem EAD einen Dämpfer, während die Arabische Liga sie völlig ablehnte und Ägypten aus ihrem Verein ausschloss. Die arabischen Länder tobten wegen des Erfolgs des amerikanischen Einflusses in der Region zum Nachteil der europäischen Diplomatie, die sie durch wirtschaftliche Kooperation zu kontrollieren versuchten. Frankreich enthielt sich der Anerkennung der Friedensvereinbarungen, während die anderen EWG-Staaten sie akzeptierten, wenn auch – auf Betreiben Frankreichs hin – nur unter Vorbehalt.

Inzwischen nahm der EAD seine Aktivitäten wieder auf und das 4. Treffen des Allgemeinen Komitees in Damaskus (9.-11. Dezember 1978) genehmigte die Schaffung eines euro-arabischen Zentrums in Kuwait für den Transfer von Technologie.

Die Geburt von Eurabia: eine neue politische Einheit

„Eurabia“ ist der Titel einer Übersicht, die vom Europäischen Komitee für die Koordination von freundschaftlichen Verbindungen mit der arabischen Welt (Paris) herausgegeben wurde. Sie wurde in Zusammenarbeit mit Middle East International (London), France-Pays Arabes (Paris) und der Groupe d’Etudes sur le Moyen-Orient (Genf) veröffentlicht.

In seiner zweiten Ausgabe (vom Juli 1975) veröffentlichte „Eurabia“ die Resolutionen, die in Straßbourg von der Vollversammlung der parlamentarischen Verbindung für euro-arabische Kooperation am 7./8. Juni 1975 einstimmig verabschiedet wurden. Die Verbindung besteht aus mehr als 200 Parlamentariern aus westeuropäischen Ländern, die alle Facetten des politischen Spektrums repräsentieren. Mit anderen Worten: Der Konsens für das Programm der euro-arabischen Entente deckte die gesamte europäische politische Szene ab.

In seinem Editorial führte „Eurabia“ führte aus: „die Notwendigkeit einer politischen Entente zwischen Europa und der arabischen Welt als Grundlage wirtschaftlicher Vereinbarungen“ und die Verpflichtung seitens der Europäer, „die politischen wie auch die wirtschaftlichen Interessen der arabischen Welt zu verstehen“. Der Euro-Arabische Dialog muss „einen gemeinsamen politischen Willen“ zum Ausdruck bringen [Hervorhebungen durch die Autorin]. Die Vorbedingung für jede wirtschaftliche Vereinbarung mit den Ländern der Arabischen Liga machte in Europa die Schaffung eines für die Araber günstigen„Meinungs-Klimas“ nötig. Das Editorial betonte, dass diese Frage von einer großen Anzahl von Experten von der Association de Solidarité Franco-Arabe (Vereinigung Franko-Arabische Solidarität) und von der Vollversammlung der Parlamentarischen Vereinigung für Euro-Arabische Kooperation in Straßburg untersucht worden war.

Wenn sie wirklich mit der arabischen Welt kooperieren wollten, mussten die europäischen Regierungen und politischen Leiter eine Verpflichtung eingehen, gegen die Verunglimpfung der Araber in den europäischen Medien vorzugehen. Sie müssen ihr Vertrauen in die euro-arabische Freundschaft und ihren Respekt vor dem Jahrtausend-Beitrag der arabischen Welt zur Zivilisation wieder bestätigen. Dieser Beitrag und seine praktische Anwendung wird eines der Themen unserer nächsten Ausgabe sein. (Leitartikel)

Die politischen Forderungen der Araber zu den Bedingungen des Dialogs beschränkten sich nicht ausschließlich auf Israel. Sie betrafen auch Europa. M. Tilj Declerq, belgisches Mitglied der Parlamentarischen Vereinigung für euro-arabische Politik, legte eine Studie zu den Bedingungen dieser Kooperation für die Wirtschaftskommission dieser Vereinigung vor. Sie wurde in der zweiten Ausgabe von „Eurabia“ (Juli 1975) zusammengefasst und mit dem Titel „A European point of view“ (Eine europäische Sichtweise) versehen.

Declerq betont, dass „euro-arabische Kooperation aus einem politischen Willen resultieren muss. Die politischen Interessen dieser Kooperation müssen daher anerkannt werden.“ Mit anderen Worten: Wirtschaftlicher Austausch wird der Unterstützung der EWG für den Krieg der Arabischen Liga zur Vernichtung Israels untergeordnet. Was die Europäer betraf, so vertrat der belgische Sprecher die Meinung, dass in der wirtschaftlichen Kooperation arabische Arbeitskraftreserven und Rohstoffe – vermutlich Öl – mit europäischer Technologie verbunden werden soll.

Eine mittel- und langfristige Politik muss daher so formuliert sein, dass sie die wirtschaftliche Kooperation durch eine Kombination von arabischer Arbeitskraft und Rohstoffen und europäischer Technologie und „Management“ herbei führt.

Dieser Satz hätte am Ursprung der massiven arabischen Einwanderung nach Europa ab 1975 stehen können, die mit den Wirtschaftsvereinbarungen der EWG mit der arabischen Welt verbunden zu sein scheint. Nach Declerq sollte das Recycling der Petro-Dollars die Interdependenz Westeuropas und der arabischen Länder herbei führen, um „Stück für Stück eine wirtschaftliche Integration zu erzielen“. Aber diese wirtschaftliche euro-arabische Integration würde theoretisch bleiben, wenn der politische Aspekt – soll heißen: die Schlacht gegen Israel – nicht erreicht werden sollte. Daher „muss ein wirklicher politischer Wille am Anfang konkreter Kooperationspläne stehen und er muss auf drei Ebenen demonstriert werden: der nationalen Ebene, der kontinentalen Ebene und der Weltebene“. Vom gleichen Gesichtspunkt aus „musste die euro-arabische Kooperation und Solidarität durch internationale Organisationen und internationale Konferenzen herbei geführt werden“. Gemeinsame euro-arabische Vorbereitungstreffen und Symposien mussten „auf jeder Ebene – bezüglich Wirtschaft, Finanzen, Handel usw. – vervielfältigt werden, um gemeinsame Positionen zu erreichen“.

Declerqs Vorschläge wurden allesamt in die Resolutionen der Parlamentarischen Vereinigung für Euro-Arabische Kooperation integriert, als diese in Straßburg zusammentrat (7./8. Juni 1975) und in „Eurabia“ veröffentlicht. Der politische Teil der Resolutionen zielte auf drei Bereiche: europäische Politik gegenüber Israel; die Schaffung eines für die Araber günstigen Meinungsklimas; der Empfang muslimischer Einwanderer in Europa.

Bezüglich Israel ging die Vereinigung mit den arabischen Forderungen konform und verlangte Israels Rückzug auf die Waffenstillstandslinien von 1949, wobei die Resolution 242 absichtlich fehlinterpretiert wurde. Zusätzlich rief die Vereinigung die europäischen Regierungen auf, die PLO als einzigen Repräsentanten der palästinensischen Araber anzuerkennen – ein fundamentaler Punkt, der in den Initiativen betont werden musste, die eine euro-arabische Politik von ihnen verlangte. Die EWG musste Israel dazu zwingen, die Rechte der palästinensisch Nation und die Existenz eines palästinensischen Staates auf dem gesamten „Westufer“ des Jordan („Westbank“) und im Gazastreifen zu akzeptieren.

Bezüglich Europa forderte die Vereinigung eine für die arabische Sache günstigere Berichterstattung in den Nachrichten und besondere Bedingungen für Einwanderer.

  • Die Vereinigung verlangt von den europäischen Regierungen, dass sie gesetzliche Vortreffungen bezüglich der Bewegungsfreiheit und des Respekts der fundamentalen Rechte der nach Europa eingewanderten Arbeiter trifft: Diese Rechte müssen denen der eigenen (europäischen) Staatsbürger gleich gestellt sein.
  • Die Vereinigung betrachtet die politische Lösung des arabisch-israelischen Konflikts als absolute Notwendigkeit für die Gründung einer euro-arabischen Kooperation.

Im gleichen Absatz überlegt die Vereinigung, dass „die harmonische Entwicklung der Kooperation zwischen Westeuropa und der arabischen Nation“ von der freien Verbreitung von Ideen und Staatsbürgern profitieren soll. Die Wirtschafts-Resolution drückte eine Besorgnis über politische Entscheidungen aus, die

für die euro-arabische Kooperation abträglich gewesen sind, so die Schaffung der Internationalen Energiebehörde und die Unterzeichnung einer Vereinbarung zwischen der EWG und Israel, bevor die Verhandlungen zwischen der EWG und den arabischen Ländern abgeschlossen waren. In dieser Sache stellte sie die formale Forderung auf, dass wirtschaftliche Kooperation zwischen der EWG und Israel nicht für die besetzten Gebiete gelten solle.

Eurabia: eine neue kulturelle Einheit

Die Kultur-Resolution beinhaltete sieben Erklärungen, darunter die folgende:

in Anerkennung des historischen Beitrags der arabischen Kultur zur europäischen Entwicklung;

unter Betonung des Beitrags, den die europäischen Staaten weiterhin von der arabischen Kultur erwarten können, insbesondere im Bereich der menschlichen Werte;

Forderte die Vereinigung auf, dass das Lehren der arabischen Sprache und Kultur in Europa ausgedehnt würde.

In dem Wunsch, dass die europäischen Regierungen den arabischen Staaten die Schaffung großzügiger Möglichkeiten für die eingewanderten Arbeiter und ihre Familien an arabischer Kultur und religiösem Leben teilzunehmen ermöglicht.

Die Vereinigung appellierte an die Presse, an Freundschafts-Gruppen und den Tourismus die öffentliche Meinung über die Arabische Welt zu verbessern. Sie

forderte die Regierungen der Neun auf, den kulturellen Bereich des Euro-Arabischen Dialogs mit konstruktivem Geist anzugehen und der Verbreitung der arabischen Kultur in Europa größte Priorität einzuräumen.

forderte die arabischen Regierungen auf, die politischen Konsequenzen aktiver Kooperation mit Europa im kulturellen Bereich anzuerkennen.

Die Resolution endet mit einer Verurteilung und einer Kritik Israels.

Bei Anerkennung des Existenzrechts des Staates Israel verurteilen wir den zionistischen Wunsch auf palästinensischem Gebiet die arabische Kultur durch jüdische Kultur zu ersetzen, um das palästinensische Volk seiner nationalen Identität zu berauben.

Angesichts dessen dass Israel mit der Durchführung von Ausgrabungen in den heiligen Stätten des Islam – dem besetzten Teil Jerusalems – trotz der Warnung der UNESCO eine Verletzung des internationalen Rechts begangen hat;

Angesichts dessen, dass die Ausgrabungen nur in der unwiederbringlichen Vernichtung von Nachweisen der arabischen Kultur und Geschichte resultieren können;

Wird bedauert, dass die Entscheidung der UNESCO, Israel nicht in ihre regionale Gruppe aufgenommen wurde, hätte ausgenutzt werden sollen, manchmal begleitet von einem starken Mangel an Objektivität.

Dem Straßburger Treffen folgte einige Tage später (vom 10. – 14. Juni 1975) ein Symposium des Gemischten Experten-Komitees in Kairo, um eine erste Formulierung der allgemeinen Prinzipien und Ziele des Euro-Arabischen Dialogs vorzunehmen. Die Einleitung des gemeinsamen Memorandums dieses Treffens führt aus:

Der Euro-Arabische Dialog ist die Frucht eines gemeinsamen politischen Wunsches, der auf höchster Ebene entstand und darauf zielt, besondere Beziehungen zwischen den beiden Gruppen zu etablieren.

Die beiden Parteien erinnerten an den Dialog in ihrem Austausch, der Ende 1973 entstand, und besonders an die von den neun Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft am 6. November 1973 abgegebenen Erklärung bezüglich der Lage im Nahen Osten wie auch die Erklärung an die westeuropäischen Staaten auf der 6. Gipfelkonferenz der arabischen Länder in Algier am 28. November 1973.

Die im Memorandum aufgeführten Kooperationsbereiche schließen die Zusammenarbeit bei Atom-Technologie, Finanzen, Banken und Kapital-Management, Handel, wissenschaftliche Forschung, technologische Entwicklung, technische und professionelle Ausbildung, Benutzung von Atomenergie, Aufbau städtischer Infrastrukturen, Planung, Industrialisierung, Transport, Urbanisation, Gesundheit, Bildung, Telekommunikation, Tourismus usw. Das Training von Spezialisten für die zahlreichen angedachten Projekte sollte „entweder durch Entsendung von europäischen Expertenteams mit einem Blick auf die Ausbildung der arabischen Arbeitskräfte oder durch Training dieser Arbeitskräfte in bestehenden Zentren der EWG-Staaten“ statt finden. Beabsichtigt war der Aufbau „effektiver [Kooperation] und der Austausch von Information zwischen arabischen und europäischen Universitäten“ in Forschungsabläufen, verschiedenen Programmen und Projekten.

Der Teil über „Kooperation in den Bereichen Kultur und Zivilisation“ betonte, dass es das prinzipielle Ziel des Euro-Arabischen Dialogs sei, die beiden Zivilisationen enger zusammenzubringen, die so beträchtlich zur Bereicherung des Menschheitserbes beigetragen haben. Sie überlegen, dass ihre Kooperation im Bereich der Kultur und Zivilisation Erziehung, Künste, Wissenschaften und Information umfassen sollte; und sie bestätigten, dass das prinzipielle Ziel einer solchen Kooperation die Konsolidierung und Vertiefung der Grundlagen des kulturellen Verständnisses und einer intellektuellen Annäherung zwischen den beiden Regionen war.

Verschiedene Maßnahmen wurden ins Auge gefasst, so der Austausch von Experten und die Entwicklung von Kontakten in den Bereichen Bildung und Tourismus. Schließlich mussten die Probleme der aus Einwanderern bestehenden Arbeiterschaft durch Gleichbehandlung in den folgenden Bereichen gelöst werden: 1) Arbeitsplatzsituation; 2) Arbeits- und Lebensbedingungen; 3) soziale Sicherungssysteme.(9)

Nach fast drei Jahrzehnten könnte man fragen: Was war der Einfluss dieser Politik auf den europäischen Kontinent, die theoretisch unabhängige Bereiche – Wirtschaft, Einwanderung, Politik und Kultur – in einen einzelnen Block zusammen brachte, der mit der arabischen Welt und ihrer antiisraelischen/antisemitischen Paranoia verbunden wurde?

Die Spirale: arabische Instrumentalisierung der Europäischen Gemeinschaft

In dieser Beziehung zwischen dem wirtschaftlichen und politischen Sektor sind die unterschiedlichen Standpunkte zwischen der Sichtweise der EWG und der der Arabischen Liga sofort offenbar. Die EWG will wirtschaftlichen Gewinn, Profit, durch eine Expansionsstrategie in den Öl-, Handels- und Industrie-Märkten. Ihr Handeln ist einzig durch einen geschäftsmäßigen Pragmatismus seitens der Management-Technokraten bestimmt, die Hilfsprogramme und regionale Entwicklungsprogramme formulieren, wie auch massive Verkäufe von Waffen und industrieller und atomarer Ausrüstung (z.B. den Osirak-Reaktor im Irak, der von Israel 1981 zerstört wurde), um Gewinn zu erzielen.

Anders nutzte die arabische Seite die Wirtschaft als radikales Mittel aus, die EWG zum Instrument einer langfristigen politischen Strategie zu machen, die auf Israel, Europa und Amerika zielte. Der politische arabische Griff auf die Wirtschaft der EWG sollte dieser schnell die arabischen politischen Direktiven gegenüber Israel aufdrücken. Einer der arabischen Delegierten, Dr. Ibrahim A. Obaid, Generaldirektor des Ministeriums für Petroleum und mineralische Ressourcen aus Riyad (Saudi Arabien), drückte den Geist des Dialogs trefflich aus, als die Experten der Euro-Arabischen Kooperation sich 1975 in Amsterdam trafen:

Gemeinsam und als Gleiche können die Europäer und die Araber durch eine „Strategie der gegenseitigen Abhängigkeit“ Fortschritte machen, um den Dorn in ihrer Seite – das israelische Problem – zu beseitigen und sich den vor ihnen liegenden Herkules-Aufgaben widmen.(10)

Die Wirtschaftsabkommen zwischen der EWG und der arabischen Welt gingen über die Sphäre von Handelsverträgen hinaus und führten zu Europas zunehmender Unterordnung unter arabische politische Ziele. Der EAD wurde – besonders für Frankreich – eine assoziative Diplomatie in den internationalen Foren, in denen die EWG auf die antizionistische Linie der Araber einschwenkte. Als Mittel der Legitimisierung der PLO und zu deren Propaganda besorgte der EAD für sie internationale, diplomatische Anerkennung und übertrug Respekt und internationales Ansehen auf Arafat und seine internationale Terror-Bewegung. Innerhalb dieses Rahmen des EAD wurde die gesamte Kriegspolitik der Delegitimierung Israels auf nationaler und internationaler Ebene der EWG aufgebaut, in Gewerkschaften, Medien und Universitäten. Der EAD war das Sprachrohr, das in ganz Europa die Dämonisierung und Verleumdung Israels verbreitete und populär machte. Frankreich, Belgien und Luxemburg waren die aktivsten Agenten des EAD.

In Europa richtete sich die arabische Strategie hauptsächlich auf drei Ziele:

  1. Erzielung wirtschaftlicher und industrieller Parität mit dem Westen durch den Transfer von moderner Technologie, insbesondere von Atom- und Militär-Technologie, in die arabischen Staaten,
  2. einen großen muslimischen Bevölkerungsanteil nach Europa zu verpflanzen, der alle politischen, kulturellen, sozialen und religiösen Rechte der Gastgeberländer genießt,
  3. dem europäischen Gebiet politischen, kulturellen und religiösen Einfluss des Arabisch-Islamischen durch Einwanderer aufzudrücken, die politisch und kulturell ihren Herkunftsländern verbunden bleiben.

Der EAD diente der Arabischen Liga ebenfalls als Kanal, um über Europa Druck auf Amerika auszuüben, sich der arabischen Politik gegen Israel anzuschließen. Auf geostrategischer Ebene war die euro-arabische Kooperation ein politisches Instrument des Antiamerikanismus in Europa, um die zwei Kontinente durch das Anzetteln von gegenseitiger Feindseligkeit zwischen ihnen und ständige Verunglimpfung der amerikanischen Politik im Nahen Osten zu trennen und zu schwächen.

Die Tatsache, dass der Import islamischer Arbeitskräfte nach Europa mit der Ausweitung europäischer Märkte in arabischen Ländern synchronisiert wurde, machte es mehreren Millionen Immigranten möglich, ohne Behinderung [in Europa] einzutreffen. Die Geschwindigkeit und das Ausmaß dieser Operation waren in der Geschichte einzigartig. Selbst im Verlauf der europäischen Kolonisation lief die Auswanderung von Europäern in die Kolonien unendlich langsamer ab. Die Zahl europäischer Kolonisten, einschließlich ihrer Nachkommen, ist selbst nach einem Maximum von ein oder zwei Jahrhunderten unvergleichlich niedriger als die der heutigen muslimischen Einwanderer in alle Länder Europas nach nur drei Jahrzehnten.

Die politische Laschheit der europäischen Regierungen wurde durch die Erlaubnis an die arabischen Länder noch verschlimmert, mit ihrer Bevölkerung auch ihre Kultur und ihre Gebräuche zu exportieren (EAD-Erklärung, Damaskus, 11. September 1978).

Seminar in der Universität Venedig 1977

Die arabische Kultur-Pflanzung in Europa war zusammengebunden mit der Einwanderung – soll heißen, dem Transfer von Millionen Muslimen aus Afrika, dem Nahen Osten und Asien, zusammen mit ihrer Herkunfts-Kultur – in die Gastgeber-Länder. Diese kulturelle Arabisierung/Islamisierung war vom euro-arabischen Seminar über die „Mittel und Formen der Kooperation für die Ausbreitung des Wissens über die arabische Sprach- und Literatur-Zivilisation“ bereits an der Universität Venedig geplant worden (28. – 30. März 1977).

Das Seminar wurde vom Istituto per l’Oriente in Rom und der Abteilung für arabische Literatur der Fremdsprachlichen Fakultät der Universität Venedig organisiert. Die Teilnehmer kamen von 14 Universitäten aus arabischen Ländern, 19 Arabisten von europäischen Universitäten, zahlreichen anderen mit der muslimischen Welt verbundenen Persönlichkeiten, sowie dem Repräsentanten des päpstlichen Instituts für arabische Studien in Rom (Pontificio Ististuto di Studi Arabi e d’Islamistica). Das Seminar wurde in den Euro-Arabischen Dialog integriert, was bedeutet, dass es die Zustimmung des Präsidenten der EWG, des Sekretärs der Arabischen Liga und der Außenminister eines jeden in der Europäischen Gemeinschaft vertretenen Staates hatte. Die arabischen Teilnehmer repräsentierten Algerien, Saudi Arabien, Ägypten, den Irak, Jordanien, Qatar, den Sudan und Tunesien.(11)

In den in den vier Arbeitssitzungen angeschnittenen Themen gaben die europäischen Berichterstatter ihre Berichte zur Verbreitung und Kenntnis der arabischen Sprache und Zivilisation in ihrem jeweiligen Staat ab. Die arabischen Delegierten ihrerseits beschrieben die vereinfachten Methoden Nicht-Arabern Arabisch zu lehren, die in ihren Staaten angewendet wurden. Das Seminar endete mit der Verabschiedung einer Reihe von Empfehlungen. Sie können hier nicht aufgelistet werden, aber der allgemeine Tenor trat dafür ein, in den europäischen Hauptstädten Zentren für die Verbreitung der arabischen Sprache und Kultur in jedem europäischen Staat in Zusammenarbeit mit den arabischen Ländern aufzubauen. Dieses Projekt nahm die Berufung von arabischen Professoren, Experten darin Europäer zu unterrichten, an die europäischen Institute in Aussicht.

Die Teilnehmer dieses Seminars geben einstimmig die folgenden Vorschläge weiter, damit die Regierungen der Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft und der Liga der Arabischen Staaten dazu Überlegungen anstellen:

1. Koordination der Bemühungen der arabischen Staaten, die arabische Sprache und Kultur in Europa zu verbreiten und eine angemessene Form der Kooperation zwischen den arabischen Institutionen, die in diesem Bereich arbeiten.

2. Schaffung gemeinsamer euro-arabischer Kulturzentren in europäischen Hauptstädten, die die Verbreitung der arabischen Sprache und Kultur vornehmen sollen.

3. Ermutigung europäischer Institutionen auf Universitäts-Ebene oder anderen Ebenen, sich mit der Lehre der arabischen Sprache und der Verbreitung der arabischen und islamischen Kultur zu beschäftigen.

4. Unterstützung gemeinsamer Projekte zur Kooperation zwischen europäischen und arabischen Institutionen im Bereich der Sprachforschung und der Vermittlung der arabischen Sprache an Europäer.

8. Die Notwendigkeit der Versorgung europäischer Institutionen und Universitäten mit arabischen Lehrern, die sich darauf spezialisiert haben, Europäern die arabische Sprache zu lehren.

10. Beim Lehren der arabischen Sprache muss die Betonung auf die unterschiedlichen linguistischen Fähigkeiten gelegt werden: die Lehre des Arabischen muss mit der arabisch-islamischen Kultur und zeitgenössischen arabischen Fragen verbunden werden.

11. Die Notwendigkeit der Kooperation zwischen europäischen und arabischen Experten, um den Lernenden und der gebildeten Öffentlichkeit in Europa ein objektives Bild der arabisch-islamischen Zivilisation und zeitgenössischer arabischer Fragen zu gewähren, die Europäern arabischen Studien attraktiv macht.(12)

Die folgenden Resolutionen definieren die Form der Kooperation zwischen arabischen und europäischen Universitäten und ihrer jeweiligen Experten, sowie die Organisation der für dieses Arabisierungs-Projekt in der EWG notwendigen Gelder. Die letzte Empfehlung betrachtet es als notwendig ein permanentes Komitee arabischer und europäischer Experten einzurichten, das mit der Kontrolle der Verfolgung und Anwendung der Entscheidungen bezüglich der Verbreitung der arabischen Sprache und arabischen Kultur in Europa im Rahmen des Europäisch-Arabischen Dialogs beauftragt ist.

19. Um das oben Angeführte zu erreichen, betrachten es die Teilnehmer als notwendig, als Ergebnis dieses Seminars ein permanentes Komitee aus arabischen und europäischen Experten zu bilden, um die Empfehlungen zur Verbreitung des Arabischen und der arabischen Kultur in Europa nachzubereiten; dies soll im Rahmen des Euro-Arabischen Dialogs erfolgen.

Dieser Rahmen zeigt die Zustimmung der Außenminister der EG-Staaten und ihrer Präsidentschaft in Zusammenarbeit mit dem Sekretär der Liga der arabischen Staaten, wie auch der übrigen Diplomaten, die in der Allgemeinen Kommission repräsentiert sind, deren Arbeit in camera weiter ging und ohne Aufzeichnung blieb.

Die Kulturellen Forderungen des arabischen Blocks

Von daher sah ab den 1970-er Jahren die in die wirtschaftlich-politische Konzeption des EAD (1973) integrierte Einwanderungspolitik nicht die vereinzelte Immigration Einzelner vor, die sich in die Gastgeberländer integrieren wollten. Es war eine geplante, homogene Einpflanzung Millionen zählender ausländischer Kollektive in die Europäischen Gemeinschaften. Sie ermöglichte die Bildung von Gruppen, die ihrer säkularen europäischen Umgebung feindlich gesinnt waren, die nicht kamen um sich zu integrieren, sondern mit der Absicht und mit dem Recht, ihre eigene Zivilisation dem Gastgeberland aufzudrücken, während seine säkularen Institutionen abgelehnt wurden, da man sie als denen der von Allah gegebenen Scharia unterlegen ansah. Während der EAD den arabischen Einwanderern die Rechte sicherte, die ihnen von den europäischen juristischen Institutionen übertragen werden, verachteten diese genau diese Institutionen, da sie sich ihrer auf der Scharia basierenden arabisch-islamischen Kultur bedienten. Daher war von Beginn der Einwanderung an die Integration ausgeschlossen.

Das Symposium des Euro-Arabischen Dialogs in Hamburg (11. – 15. April 1983) wurde mit großem Pomp durch die Eröffnungsrede von Hans-Dietrich Genscher, dem Minister für auswärtige Angelegenheiten der Bundesrepublik Deutschland, eröffnet, gefolgt von einer Rede des Generalsekretärs der Arabischen Liga, Chedli Klibi. Genscher erinnerte nachdrücklich an die europäische Verpflichtung der islamischen Zivilisation gegenüber und betonte die Bedeutung des Dialogs bei der Zementierung der euro-arabischen Solidarität. Er bezog sich auf den Anfang des Dialogs 1973 und die Bedeutung des politischen Aspekts, der nicht ignoriert werden kann – mit anderen Worten: auf die antiisraelische Politik der EWG im Nahen Osten als Grundlage des gesamten wirtschaftlichen Gefüges der euro-arabischen Kooperation. Er erklärte:

Der Euro-arabische Dialog wäre in der Tat unvollständig, wenn die politische Seite ignoriert oder nicht ernst genommen würde.

Beide Seiten des Dialogs, beide Partner, sollten sich immer an das gemeinsame Memorandum von Kairo 1975 erinnern, der Charta des Dialogs. Das Memorandum enthält das folgende Zitat: „Der Euro-arabische Dialog ist das Ergebnis des gemeinsamen politischen Willens, der die Schaffung einer besonderen Beziehung zwischen den beiden Gruppen anstrebt.“ Wir Europäer sprachen uns in der Erklärung von Venedig vom 13. Juni 1980 in eindeutiger Weise und überzeugt für eine Wiederbelebung des euro-arabischen Dialogs aus. Seitdem sind die verschiedenen Arbeitsgruppen innerhalb des Dialogs aktiver geworden und die Aussichten für die Zukunft sind nun viel versprechend.(13)

Nach zwei Jahren Unterbrechung des Dialogs nach dem israelisch-ägyptischen Friedensvertrag von 1979 schloss sich die Erklärung von Venedig total den politischen Forderungen der Araber bezüglich Israel an. Er bestätigte die nationalen Rechte der Palästinenser „die nicht einfach nur die der Flüchtlinge sind“ (Artikel 6). Artikel 7 verlangte die Teilnahme der PLO an den Verhandlungen. In Artikel 8 „betonen die Neun, dass sie keine einseitige Initiative akzeptieren werden, den Status von Jerusalem zu ändern“. Dann folgt dieser Artikel:

Die Neun betonen die Notwendigkeit, dass Israel der territorialen Besetzung, die es seit dem Konflikt von 1967 beibehielt, ein Ende setzt, wie es das teilweise im Sinai getan hat. Sie sind tief überzeugt, dass die israelischen Siedlungen ein ernstes Hindernis für den Friedensprozess im Nahen Osten darstellen. Die Neun denken, dass diese Siedlungen, wie auch die Veränderungen in Bevölkerung und Eigentum in den besetzten arabischen Gebieten, vor dem internationalen Recht illegal sind.

Auf dem Symposium von Hamburg 1983 gaben Sprecher beider Seiten einige Berichte über die Integration der beiden Zivilisationen ab. Die Teilnehmer wurden in drei Workshops aufgeteilt. Das erste, „Aussichten für kulturellen Austausch“, untersuchte die Aussichten für zukünftigen kulturellen Austausch in allen Bereichen. Die Diskussion erstreckte sich auf: „Austausch-Vereinbarungen zwischen Universitäten, Austausch zwischen Studenten und Lehrern und anderen in den Bereichen der kreativen Künste, von audiovisuellem Material, Kooperation bei Übersetzung, bei der Vermittlung arabischer Veröffentlichungen in Europa, Ausstellungen und Veröffentlichung“. Die Bereiche dieser kulturellen Kooperation mussten definiert werden „durch eine allgemeine kulturelle Vereinbarung zwischen der Arabischen Liga und der Europäischen Gemeinschaft. Diese Vereinbarung sollte den Rahmen für weitere, aufzuführende Funktions-Vereinbarungen liefern“. Ein kleines gemeinsames Komitee innerhalb des Rahmens des Euro-Arabischen Dialogs sollte „eingesetzt werden, um das Funktionieren der Vereinbarung zu beaufsichtigen, Vorschläge für zukünftige Projekte zu untersuchen und akzeptieren und ihre Durchführung sicher zu stellen.

Das Workshop schlug verschiedene Vorgehensweisen vor, die wie folgt zusammengefasst wurden:

  1. Ein Euro-Arabisches Journal sollte zweimal jährlich veröffentlicht werden, das sich mit arabischen und europäischen Autoren besonderen Themen widmet […] Zusätzlich wird ein kleinerer Newsletter empfohlen, der kulturelle Entwicklungen in der arabischen Welt aufführen könnte und Dinge wie intellektuelle Debatten, Theater-Aufführungen, wichtige Veröffentlichungen anführt.
  2. Es sollten arabische Berufs-Vereinigungen und ihre Mitglieder eingeladen werden, um Vereinbarungen mit ihren europäischen Gegenstücken abzuschließen, damit kulturelle Kooperation und Austausch gefördert werden. Die arabische Seite bestand insbesondere auf Vorschlägen zum Abschluss solcher Vereinbarungen mit den Vereinigungen der arabischen Schriftstellern und Verlagen […] Solche Vereinbarungen sollten auch die Ermutigung regelmäßiger Treffen zwischen europäischen und arabischen Radio- und Fernseh-Vereinigungen und zwischen den Bündnissen von Filmproduzenten und Schauspielern einschließen, um für gemeinsame Produktionen zu werben.
  3. Die Einberufung kleiner, spezialisierter oder professioneller Seminare zu ausgesuchten Themen. Zu den bereits vorgeschlagenen Themen gehören der religiöse Dialog, arabische Historiographie, Buchveröffentlichungen und Bibliothekswesen, Untersuchung der Inhalte von Schulbüchern auf allen Ebenen in zur Geschichte der beiden Regionen.

Der zweite Workshop konzentrierte sich auf „Soziale und kulturelle Folgen der Migration von Arbeitern und Intellektuellen“. Die Teilnehmer vermerkten, dass – als sich arabische Einwanderung in dauerhaftes Wohnen wandelte – die Durchführung der Deklaration von Damaskus (vom Dezember 1978) für die Situation 1983 nicht mehr angemessen war. Insbesondere war es nötig, den Artikel, der die Rechte der arabischen Einwanderer und die Mitglieder ihrer Familien festlegten, dahin gehend zu ergänzen, dass sie „Gleichbehandlung bezüglich der Lebens- und Arbeitsbedingungen, Löhne und wirtschaftlicher Rechte, der Rechte auf Vereinigungen und die Ausübung grundlegender öffentlicher Freiheiten“ erhielten. Es bestand das Gefühl, dass nicht genug getan wurde, um die Grundsätze dieser Deklaration umzusetzen (Artikel 3). Die Teilnehmer empfahlen die Schaffung einer permanenten Institution, um das Wissen über Migration zu verbessern und Politik und Programme „mit dem Ziel der Sicherung der höchstmöglichen Wohlfahrt für die Migranten selbst und den maximalen Nutzen für das Herkunftsland und der Anstellung im Geist der ehrlichen Kooperation unter den am Dialog beteiligten Länder“ zu formulieren (Artikel 4).

Artikel 5 hatte mehrere Vorschläge zum Inhalt:

5. Es wird empfohlen, dass die soziale Integration von eingewanderten Arbeitern und ihren Familien in den Gastgeber-Ländern durch folgende Maßnahmen bewerkstelligt wird:

a) Gewährung gleicher Rechte beim Zugang zum Immobilienmarkt, dem Arbeitsmarkt und dem Bildungssystem und zu beruflicher Ausbildung,

b) der allgemeinen Öffentlichkeit den kulturellen Hintergrund der Migranten bewusster zu machen, z.B. durch die Werbung für kulturelle Aktivitäten der Einwanderungsgemeinden,

c) die Bereitstellung adäquater Information zur Kultur der Migranten-Gemeinden in den Lehrplänen der Schulen,

d) Schaffung besonderer Schul- und Ausbildungseinrichtungen für diejenigen, die dienstliche Beziehungen zu den Einwanderern haben (z.B. Behörden-Bedienstete, medizinisches Personal, Mitglieder der Polizei, Lehrer, Sozialarbeiter usw.),

e) den Migranten Zugang zu den Massenmedien geben, um sicherzustellen, dass sie in einer Position sind, reguläre Informationen in ihrer eigenen Sprache, über ihre Kultur sowie über die Lebensbedingungen in den Gastgeber-Ländern zu erhalten,

f) die Kooperation zwischen den Einwanderer-Gruppen und der nationalen Bevölkerung ausdehnen und Maßnahmen ergreifen, um die Teilnahme der Einwanderergruppen in Gewerkschafts-Aktivitäten zu erhöhen und ihre Teilnahme am politischen Leben erkunden.

6. Es wird empfohlen, dass die arabischen Herkunftsländer ihre kulturelle Unterstützung der arabischen Migranten in Europa stärken.

Der dritte Workshop untersuchte die Kooperation im Feld der arabischen und europäischen Sprach-Vermittlung. Diese Gruppe betonte, dass diese Frage von größter Bedeutung sei, denn sie forme das Grundprinzip des Euro-Arabischen Dialogs. Die Entscheidungen des Seminars in Venedig (1977) wurden durch die des Seminars von Hamburg (1983) ergänzt. Sie wiederholten die Notwendigkeit, dass die arabische Sprache und Kultur in Europa durch die arabischen Länder und ihre besonderen Institutionen, wie auch durch euro-arabische Kulturzentren verbreitet werden, die in europäischen Hauptstädten geschaffen werden sollten. Es war notwendig, den Immigranten-Kindern Arabisch beizubringen und die Veröffentlichung und Verteilung arabischer Zeitungen und Bücher sicherzustellen, die für eine kultivierte europäische Öffentlichkeit gedacht sind, um ein objektives und attraktives Bild der islamischen Zivilisation zu liefern. Ein Programm zur Ausführung all dieser untersuchten Aktivitäten wurde über einen Zeitraum von fünf Jahren geplant.

Beim Lesen der Vorgänge der zahlreichen Symposien stößt man recht heftig auf den Unterschied in den Reden der beiden Seiten. Die Europäer verwenden eine vorsichtige Sprache, bewundern den Islam und schmeicheln ihm. Übertriebenes Tribut wird der islamischen Zivilisation gezollt, von der die Zivilisation Europas sich Inspiration holte (z.B. Hans-Dietrich Genscher, deutscher Außenminister, auf dem Symposium in Hamburg 1983). Nichts sagende, ergebene Entschuldigungen für Kolonisation und Europas anti-arabische Vorurteile werden formuliert. Die arabische Partei dagegen übernimmt den Tonfall des den Stock schwingenden Schulmeisters, ist sich der Toleranz, des Humanismus und der Größe der eigenen Zivilisation sicher als der spirituellen und wissenschaftlichen Quelle Europas. Es gibt auch Vorwürfe, insbesondere bezüglich der Unzulänglichkeit europäischer Maßnahmen gegen Israel, einem zentralen und essenziellen Punkt, auf dem die gesamte Infrastruktur des Dialogs aufgebaut ist. Die arabischen Reden betonen in giftigen Begrifflichkeiten Europas Verpflichtung, mit Israel hart umzugehen (zionistische Usurpation; die Hand des Zionismus trachtet danach, die Araber aller Länder zu töten; Politik des institutionalisierten Rassismus; die den Zionismus mit Rassismus gleich stellende Resolution 3379 wurde 1975 durch die UN-Vollversammlung gepeitscht). Sie erinnern die Europäer an ihre Pflicht, die Größe und Überlegenheit der islamischen Zivilisation und des Islam anzuerkennen und auf Universitätsebene zu lehren. Prediger beschreiben den islamischen Ursprung des Judentums, des Christentums und der gesamten Menschheit, die in ihrer originalen Reinheit als Muslime geboren wurden.

Die Anpassung der EWG

Die EWG hatte sich voll auf die Israel betreffenden Direktiven ausgerichtet, wie sie von der Arabischen Liga bereits ab 1970 formuliert wurden und man in der Deklaration der Neun zum Nahen Osten sehen kann (London, 29. Juni 1977). Einige dieser Erklärungen wiederholen Wort für Wort die, die von der Zweiten Islamischen Konferenz in Lahore (1974) benutzt wurden und nicht im originalen Englisch der Resolution 242 des UN-Sicherheitsrats zu finden sind. Daher führt Artikel 2 der Deklaration des Europarats aus (London, 29. Juni 1977): 1) die Unzulässigkeit des Landerwerbs durch Gewalt; 2) die Notwendigkeit, dass Israel die territoriale Besetzung beendet, die es seit dem Konflikt von 1967 aufrecht erhält, während Resolution 242 den Rückzug „von Territorien“ erwähnt; 3) die Verpflichtung Israels – durch die Errichtung eines gerechten und dauerhaften Friedens – die „legitimen Rechte“ der Palästinenser zu berücksichtigen, was nicht in der gültigen Resolution 242 zu finden ist.

Artikel 3 gibt die arabische Haltung wieder:

Die Neun sind überzeugt, dass die Lösung des Nahost-Konflikts nur möglich sein wird, wenn das legitime Recht des palästinensischen Volks, seiner nationalen Identität effektiv Ausdruck zu verleihen, in die Wirklichkeit übertragen werden, die die Notwendigkeit eines Heimatlandes für das palästinensische Volk einbezieht. Sie denken, dass die Repräsentanten der Konfliktparteien, einschließlich des palästinensischen Volkes, an Verhandlungen in angemessener Weise teilnehmen müssen, was in Beratungen unter den interessierten Parteien definiert werden muss. Im Rahmen einer umfassenden Regelung muss Israel bereit sein, die legitimen Rechte des palästinensischen Volks anzuerkennen. Gleichermaßen muss die arabische Seite bereit sein, Israels Recht in Frieden innerhalb sicherer und anerkannter Grenzen zu leben, anzuerkennen.(14)

Diese Deklaration wurden von der Allgemeinen Kommission des EAD-Treffens in Tunis (10.-12. Februar 1977) vorbereitet. Bezüglich Jerusalem sagte das am Ende der zweiten Sitzungsperiode veröffentlichte Kommunique: „Die europäische Seite … hat ebenfalls ihre Opposition zu jeder Initiative vermerkt, die dazu tendiert den Status von Jerusalem einseitig zu verändern. Die arabische Seite drückte aus, wie sehr sie diese Haltung schätzt.“

Am 26. September 1977 erklärte Henri Simonet, belgischer Außenminister und Präsident des Rates der EWG, in der UN-Vollversammlung in New York, dass der Nahost-Konflikt auf den Sicherheits-Resolutionen 242 (von 1967) und 338 (von 1973) gegründet werden müsse, d.h. ihrer franko-arabischen Interpretation in der französischen Version, wie sie die EWG nach dem arabischen Öl-Embargo 1973 übernahm,

wie auch auf den folgenden fundamentalen Prinzipien: 1. der Landerwerb durch Gewalt ist inakzeptabel; 2. Israel muss seine Besetzung der Territorien beenden, die es seit dem Krieg von 1967 hält; 3. die Souveränität, territoriale Integrität und die Unabhängigkeit eines jeden Staates der Region muss genauso respektiert werden, wie von [sic] dem Recht eines jeden Staates der Region in Frieden mit sicheren und anerkannten Grenzen zu leben; 4. die Schaffung eines gerechten und dauerhaften Friedens muss die legitimen Rechte der Palästinenser einbeziehen.

51. Die neun Staaten glauben auch weiterhin, dass die Lösung für den Konflikt nicht möglich sein wird, bis die legitimen Rechte des palästinensischen Volks, ihrer nationalen Identität effektiven Ausdruck zu geben, Wirklichkeit werden. Dies würde natürlich berücksichtigen, dass das palästinensische Volk ein Heimatland braucht.

52. Es bleibt die feste Ansicht der neun Staaten, dass all diese Elemente ein unteilbares Ganzes darstellen.

55. Man sollte sich hier daran erinnern, dass die neun Staaten öffentlich ihre Besorgnis über die illegalen Maßnahmen erklärt haben, die kürzlich von der Regierung Israels in den besetzten Gebieten vorgenommen wurden…

56. In Erwartung von Friedensverhandlungen bestätigen die neun Staaten die Sorge, die sie bei vielen Gelegenheiten ausgedrückt haben, dass die Konfliktparteien davon Abstand nehmen sollten, Stellungnahmen abzugeben oder Maßnahmen zu treffen, seien sie administrativ, juristisch, militärisch oder anderer Natur, die ein Hindernis für den Friedensprozess darstellen könnten.(15)

Die zweite Islamische Konferenz, organisiert von der kürzlich geschaffenen Organisation der Islamischen Konferenz (OIC), wurde am 24. Februar 1974 in Lahore abgehalten und ihre Deklaration machte ihre Politik gegenüber Israel ganz deutlich:

1. Die arabische Sache ist die Sache aller Länder, die gegen Aggression sind; sie wird nicht erleiden, dass der Gebrauch von Gewalt durch territorialen oder anderen Gewinn belohnt werden wird;

2. Den arabischen Staaten sollte volle und effektive Unterstützung gegeben werden, damit sie mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln ihr besetztes Land wieder zurück holen;

4. Die Wiederherstellung der vollen nationalen Rechte der palästinensischen Völker [sic] in ihrem Heimatland ist die essentielle und fundamentale Bedingung für eine Lösung des Nahost-Problems und die Errichtung eines dauerhaften Friedens auf der Grundlage der Gerechtigkeit.

7. Die von den christlichen Kirchen unternommenen konstruktiven Bemühungen in der ganzen Welt und den arabischen Staaten, insbesondere im Libanon, in Ägypten, Jordanien und Syrien, die palästinensische Frage der internationalen öffentlichen Meinung und den religiösen Weltkonferenzen zu erklären; sie werben dafür, dass ihre Unterstützung für arabische Souveränität über Jerusalem und andere heilige Stätten in Palästina Wertschätzung erfahren sollten;

8. Jede von Israel getroffene Maßnahme den Charakter der besetzten arabischen Gebiete zu ändern, insbesondere den der Heiligen Stadt Jerusalem, stellt eine eklatante Verletzung des internationalen Rechts dar und ist für die Gefühle der Mitgliedsstaaten der Islamischen Konferenz und der islamischen Welt im Allgemeinen abstoßend.(16)

Die Kultur Eurabias

Während die EU Israel nichts als Geschwätz anbietet, das für die Zivilisationen des Jihad („gerechter und dauerhafter Friede“, „sichere und anerkannte Grenzen“) bedeutungslos sein kann, fordert es von Israel konkretes Handeln: 1) territoriale Zugeständnisse; 2) Neuteilung Jerusalems; 3) Schaffung eines zweiten palästinensischen, weiteren arabisch-muslimischen Staates auf dem durch Jihad ilsamisierten historisch jüdischen Heimatlandes; 4) die Verpflichtung Seites Israel mit Arafat zu verhandeln (Erklärung von Venedig, 1980), bestätigter Terrorführer bis zur Zeit des Oslo-Vereinbarungen (1994), der während des folgenden Prozesses zum Jihad zuürckkonvertierte; 5) Frieden wird von einer pauschalen Regelung abhängig gemacht, die Syrien einschließt; 6) Israels Verpflichtung seine Verantwortung für die arabischen Flüchtlinge aus Palästina zugibt und eine Lösung zu finden, obwohl diese Tragödie von ihre Verbündeten mit fünf arabischen Armeen verursacht wurde, die mit dem Ziel der Vernichtung des jungen Staates Israel eindrangen und dann besiegt wurden.

Die EU erfüllte die Forderungen der Arabischen Liga und erkannte Arafat als den einzigen Repräsentanten der Palästinenser an. Damit übertrug sie dem Paten des internationalen Terrorismus, dem unbeugsamen Feind des Staats Israel, der Christen des Libanon und einem der modernen Symbole des Jihad gegen die Ungläubigen Respektabilität und Legitimität.

Die EU forderte, dass Israel zu den Grenzen des Waffenstillstands von 1949 zurückkehrt; dabei gibt sie vor, sie glaube, dass solche Grenzen tragfähig seien. Ihre Weigerung Israels Recht auf seine historische Hauptstadt, Jerusalem, anzuerkennen, impliziert eine Delegitimierung und Leugnung der Geschichte des jüdischen Volks, für die Europa infolge seines christlichen Erbes immer noch ein Zeuge schlechthin ist. Die EU übernahm die pathologische arabische Besessenheit, die eine bösartige Zentralität auf Israel übertrug, die aller anderen Ereignisse der Welt in den Hintergrund drängt. Auf der Ebene der euro-arabischen internationalen Politik erklärte, rechtfertigte und legitimierte sie moralisch eine Pathologie arabischen Hasses, der der Vernichtung Israels absolute und umfassende Priorität auferlegte. Durch die Verpflichtung zum arabisch-islamischen Jihad gegen Israel unter Etiketten wir „Frieden und Gerechtigkeit für die Palästinenser“ lehnte Europa seine gesamten Werte du sogar die Grundlagen seiner Zivilisation ab. Damit überließ es die Christen im Libanon den Massakern der Palästinenser und die Christen in der islamischen Welt der Verfolgung und dem Dhimmitum. Die Befreiung Israels, eines winzigen Teils der von den Arabern in Asien, Afrika und Europa mit Krieg und Gewalt kolonisierten Landmasse, provozierte eine Paranoia, die die Leiden von Millionen Opfer des modernen Jihad überlagert.

Auf der Ebene der europäischen Demografie förderte die Einwanderungspolitik der EWG das islamische Begehren der Islamisierung Europas und bietet ihm sehr solide Grundlagen. Die wahren Zahlen dieser verborgenen Einwanderung wird der Öffentlichkeit verheimlicht, was stellten sie ein Staatsgeheimnis dar. Der Export der Kultur der Einwanderer in die Aufnahmeländer, ein exorbitanter und einzigartiger Faktor in der Geschichte der Immigration, wurde in die Vereinbarungen der EWG mit der Arabischen Liga als unveräußerliches Recht der Einwanderer integriert. Das schuf ein Hindernis für ihre Integration, umso mehr, als die Verbundenheit mit den Herkunftsländern gefördert und aufs Äußerste von kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Abkommen sowie durch Zusammenarbeit und Austausch unter den Universitäten und auf internationaler Ebene gefördert wurde. Die europäischen Agenten des EAD nutzten Antirassismus, um jegliche Diskussion über die Unsicherheit, Kriminalität und religiösen Fanatismus gewisser Teile einer Bevölkerung zu eliminieren, die sich allgemein weigerte sich zu integrieren.

Die kulturelle Infrastruktur des EAD machte es möglich das traditionelle kulturelle Gepäck antichristlicher und antijüdischer Vorurteile gegen den Westen und Israel zu importieren, die von den Völkern und der Zivilisation des Jihad konzipiert wurden. In diesen Jahren wurde das Thema des Jihad wieder zum Leben erweckt, um terroristischen Aktivismus zu nähren. Einwanderergruppen wurden die Instrumente, um sie in Europa auszubreiten, mit dem stillen Einverständnis von Akademikern, Politikern und dem gesamten Kulturapparat des EAD. Die Diskreditierung der „ungläubigen“ jüdisch-christlichen Kultur kam in der Bestätigung der Überlegenheit der islamischen Zivilisation zum Ausdruck, aus der – so sagten sie – europäische Weise demütig Inspiration gezogen hatten. Weder die über das lateinische und byzantinische Europa im Mittelalter verstreuten Wissenszentren, noch in den folgenden Jahrhunderten der Erschaffung des Buchdrucks, der für die Verbreitung von Wissen wesentlich war, noch die wissenschaftlichen Entdeckungen Europas und seiner technologischen Anwendungen, auch nicht die innovative Evolution seiner rechtlichen und politischen Institutionen oder sein künstlerischer und kultureller Reichtum können das Axiom seiner Unterlegenheit unter die Araber, die Schöpfer von Wissenschaft und Künsten untergraben. Diese Absurdität, von europäischen Ministern unterwürfig wiederholt, stellen sogar ein religiöses Prinzip der arabischen Welt dar, die den Zivilisationen der Ungläubigen keine Überlegenheit anerkennt. Schon der Begriff „jüdisch-christliche Zivilisation“ wird von fundamentalistischen Muslimen abgelehnt (17), die nur eine einzige Zivilisation bewundern, die islamische, die über Abraham – eine muslimischen Propheten – die Juden und Christen einschließt. Das ist der Grund, dass so viele Minister nicht länger von jüdisch-christlicher Zivilisation reden, sondern von abrahamitischer Zivilisation. Außerdem polarisieren Judentum und Israel so viel Hass, dass Europa sich freudig um den Abrahamismus sammelte, das heißt dem muslimischen Konzept der islamischen Herkunft des Judentums und des Christentums, wobei Letzteres nicht mit dem Judentum verbunden ist, sondern mit dem Islam, er ersten Religion der Menschheit, die nach islamischer Sicht den beiden anderen monotheistischen Religionen vorausgeht.

Die Welle arabischer Kultur und religiösen Fanatismus, die über Europa schwappte, wurde in die Funktionalität des EAD eingearbeitet. Die EU verwarf ihre jüdischen Wurzeln und lehnte ihre das Christentum ab, weil es daraus hervorging. Die Entfernung des historischen Gedächtnisses Europas, um es auf das arabisch-islamische Konzept der heutigen Geschichte zu übertragen, macht die Verbreitung einer Art von negatinistischer und Schuld induzierender Pseudo-Kulturen möglich, in der Verehrung für die andalusischen Mythos Wissen das Wissen von den verheerenden muslimischen Invasionen ersetzt. Die Unterwürfigkeit der universitären Kreise, die einer von wirtschaftlichem Materialismus beherrschten politischen Macht unterstellt wird, erinnert an die schlimmsten Zeiten der Verfalls der Intelligenz. Die Gedankenzensur, die Unterdrückung der intellektuellen Freiheit, die aus muslimischen Ländern im Paket einer Kultur des Hasses auf Israel importiert wird, führt heute zum Ausschluss und Boykott israelischer Akademiker durch ihre Kollegen in Europa.

Arabischer Antisemitismus/Antizionismus wurde in Europa in den konzeptionellen Rahmen wieder eingeschleust, der vom Europäisch-Arabischen Dialog uns einer Planung einer „Bewegung der Meinung“ zur Unterstützung arabischer antiisraelischer Politik angelegt wurde. Arabische Driektiven, gestützt vor Euro-Arabischen parlamentarischen Vereinigung – der machtvollen arabischen/muslimischen Lobby – wurde auf die höchsten politischen, universitären und religiösen Obrigkeiten übertragen, die sich am EAD beteiligen; sie fanden praktische Anwendung in Medien, Fernsehen, Radio, der Presse, den Universitäten, den Gewerkschaften und einer Vielzahl politischer und kultureller Aktivitäten. Die Hauptthemen der eurabischen antisemitischen Kultur wurden aus der arabischen Welt entliehen, wo sie bereits seit den 1950-er Jahren verbreitet worden waren. Ihre Hauptargumente sind: 1) Holocaust-Leugnung; 2) Juden schlugen aus der Schoah Kapital, indem sie Europa zugunsten Israels erpressten; 3) Delegitimierung des jüdischen Staates; 4) der Transfer der Geschichte Israels auf die palästinensischen Araber; 5) der Kult der Zerstörung Israels als Quelle der Rettung der Welt; 6) kultureller Byokott Israels und seine Isolation auf der internationalen Bühne – eine Politik, die den Status des Juden im Christentum und des Dhimmi im Islam neu erstellt; 7) Europa wird für die Wiederkehr Israels verantwortlich gemacht; 8) Israel ist eine Bedrohung des Weltfriedens, was richtig interpretiert bedeutet, dass Israel der euro-arabischen Politik Widerstand leistet, um sie zu eliminieren; 9) Antiamerikanismus.

Die vom EAD produzierte, allumfassende euro-arabische Symbiose führte dass, dass die EU seit den 1970-er Jahren palästinensische Terroristen auf dem eigenen [europäischen] Territorium und später tolerierte, sogar zur Rechtfertigung und passiven Legitimierung ihres Terrors gegen Israel und nachmalig sogar der Finanzierung der palästinensischen Terrorinfrastruktur und der Einimpfung des Hasses in ihren Schulen. Die Kirchen und ihr Mediennetz waren die aktivsten Agenten der moralischen Auslegung des palästinensischen Terrorismus. Interne Opposition wurde durch politischen Druck und die Geldmittel der religiösen Organe weggefegt, die am EAD beteiligt sind.

In den Jahren 2000 bis 2002 hat Eurabia vielleicht Europa ausgelöscht. In Eurabia hat das islamische Auffassung von Geschichte die Erinnerung an die Institution des Jihad und das Dhimmitum verdrängt, das die Beziehung der Muslime zu Nichtmuslimen seit dem siebten Jahrhundert bis heute regelt. Die Kultur des heutigen Eurabia weit eine Kombination antijüdischer, antichristlicher und antiamerikanischer Feindlichkeit auf. Die Politiker und Intellektuellen, die es mit Pinzetten in die Welt gebracht haben, haben die Welle der Diffamierung und Angriffe auf Juden in Europa geleugnet, eine Welle, die sie selbst ermöglicht und auf unverantwortliche Weise dreißig Jahre lang geschürt haben. Sie missachten die Realität des Antisemitismus auf dieselbe Weise, wie sie die Angriffe auf die fundamentalen Rechte europäischer Bürger vernachlässigten, womit ideologische Strömungen zugelassen wurden, die gestatteten, dass ungestraft Kriminalität und Terrorismus in ihren Ländern eingeführt wurde. Das Schweigen und die Fahrlässigkeit der französisch Behörden angesichts der Welle antisemitischer Aggression im Zeitraum von 2000 bis 2002 ist nur die Spitze des Eisbergs einer globalen Politik. Überall im Gebiet vom von den EAD-Vereinbarungen abgedeckten Eurabia kann man dieselbe Uniformität des Denkens finden – dieselben Tabus und Zensur an Universitäten und im Informationsapparat, dieselben, zum Dogma aufgebauten historischen und politischen Gegenwahrheiten, dieselben Taktiken der Behinderung von Verlagen und Buchläden, dieselbe Dämonologie der Juden und Israels, dieselbe Zuschreibung von Schuld an Juden und Christen bezüglich der arabisch-islamischen Welt. Wenn zukünftige Generationen erstaunt über die Entstehung von Eurabia nachdenken werden, dann werden sie feststellen, dass diese Mutation der europäischen sozio-politischen Kultur von wirtschaftlichem Egoismus, finanzieller Habgier, judenfeindlichem Antizionismus und Antiamerikanismus getrieben war. Der EAD, der die europäische Wirtschaft an eine arabische politische Strategie fesselte, plant die Vernichtung Israels, war das Trojanische Pferd dieses europäischen Driftens hin in eine arabisch-islamische Einflusssphäre. Die Zauberlehrlinge haben den Weg in eine Besorgnis erregende Zukunft geöffnet.
Anmerkungen:

(1) Saleh A. Al-Mani: The Euro-Arab Dialogue. A Study in Associative Diplomacy. Hg. v. Salah Al-Shaikhly, Frances Pinter, London 1983, S. 48. S. auch Jacques Bourrinet (Hg.): Le Dialogue Euro-Arabe. Economica, Paris 1979.
(2) Documents d’Actualité Internationale. Außenministerium, Paris (ab hier: DAI) 1974, Nr. I, S. 2-3.
(3) S. A-Mani, S. 70-73; 111; Bourrinet, S. 4. In der Analyse der Formel des EAD schreibt John Waterbury: “Der eigentliche Handel fand in Form eines Tauschgeschäfts statt: die politischen Forderungen der Araber gegen wirtschaftliche Ziele der Europäer.“ Ebenda, S. 25; Françoise de la Serre: „Conflit du Proche-Orient et Dialogue Euro-Arabe: La Position de l’Eruope des Neuf“, ebenda.
(4) Report on Islamic Summit 1974, Pakistan. Lahore, 22.-24. Februar 1974, S. 228.
(5) DAI 1974, Conférence des Chefs d’Etat Arabes (Algier, 26.-29. November 1973) Déclaration de politique Générale (Algier, 28. November 1973) (Quelle: Conférence des Chefs d’Etat arabes, auf Französich, Nr. 7, S.122-26).
(6) Da diese Ausgabe von DAI aus der Sammlung in der Bibliothèque du Palais des Nations in Geneva verschwunden ist, wurde dieser Verweis genommen aus Bourrinet, S.331-35: DAI 1977, Nr. 16-17, S. 315-19.
(7) Al-Mani, S.70-73.
(8) Bat Ye’or: Islam and Dhimmitude. Where Civilizations Collide. Cranbury, NJ (Fairleigh Dickinson University Press) 2002, S. 253.
(9) Bourrinet, S. 296-301.
(10) Edmond Völker (Hg.): Euro-Arab Cooperation. Europa Instituut, Universität von Amsterdam, Amsterdam, A.W. Sijthoff, Leyden, 1976, S. 179.
(11) Euro-Arab Dialogue. The Relations between the two cultures. Acts of the Hamburg symposium April 11th to l5th 1983. Englische Ausgabe hg. Von Derek Hopwood/Croom Helm, London 1983; s. die Empfehlungen des Seminars von Venedig, S. 317-23.
(12) ebenda., S. 320-21.
(13) ebenda, S.19.
(14) DAI, 2. September 1977, Nr. 35, Council of Europe (London, 29-30. Juni 1977) Nr. 137. Déclaration des Neuf sur le Moyen-Orient (London, 29 Juni 1977) (Quelle: Außenministerium, Paris) Textes officiels, S. 666-667, ins Englische übersetzt durch die Autorin.
(15) Official Records of the General Assembly.Thirty-second Session. Plenary Meetings, vol.1, 20. Sept. – 13. Oct. 1977, United Nations, New York 1978.
(16) Report on Islamic Summit 1974, Pakistan. Lahore, 22.-24. Februar 1974, Karachi, S. 222-223.
(17) Die Ablehnung des Begriffs “Judeo-Christentum” ist oft mündlich ausgedrückt worden; Bruno Etienne erwähnt seine Ablehnung in “La France et l’islam”, Paris 1989, S. 189.

* Bat Ye’or ist Autorin von „The Dhimmi: Jews and Christians under Islam” (Der Dhimmi – Juden und Christen unter dem Islam; 1985, neu aufgelegt 2003); „The Decline of Eastern Christianity under Islam. From Jihad to Dhimmitude“ (Der Niedergang des östlichen Christentums unter dem Islam. Vom Jihad zum Dhimmitum; 1996, neu aufgelegt 2002); „Islam and Dhimmitude. Where Civilizations Collide“ (Islam und Dhimmitum. Wo Zivilisationen zusammenstoßen; Fairleigh Dickinson University Press, 2002/03). Dieser Artikel ist eine englische Übersetzung von „Le Dialogue Euro-Arabe et la naissance d’Eurabia“ in „Observatoire du monde juif“, Bulletin Nr. 4/5, Dezember 2002, S. 44-55.