Antizionismus zusammengefasst

Sar Shalom, Israel Thrives, 21. Mai 2020

Einat Wilf stellte einmal fest: „Für diejenigen, die an ein Privileg gewöhnt sind, fühlt sich Gleichberechtigung wie Diskriminierung an.“ Viele Gutmenschen in diesem Land verwenden das, um das heutige Israel durch das Objektiv der Realität von heute als neu aufgekommen zu betrachten. Durch dieses Objektiv sehen sie Israels Juden als privilegiert und interpretieren Israels Weigerung nachzugeben als Wegerung dieses Privileg abzugeben.

Der Fehler dieser Gutmenschen besteht darin, dass die glauben, die jüdische Geschichte habe 1948 oder vielleicht 1917 begonnen. Was sie übersehen ist, dass es im 19. Jahrhundert und davor schon eine jüdische Geschichte gab. Ein paar Begebenheiten vermitteln ein kritisches Element dieser Geschichte. In den 1830-er Jahren wurde ein Pascha, der einer Gruppe Chassiden eine Pacht gegeben hatte, durch einen Pascha abgelöst, der diese nicht erneuerte und sie den umliegenden Arabern gab, die diesen Chassiden 24 Stunden gaben ihren Flecken Land zu verlassen. 1860 massakrierten die Araber von Hebron ungehindert Juden in ihrer Stadt. Diese Vorfälle demonstrieren, dass die Araber Privilegien genossen, bevor auch nur jemand an Zionismus dachte.

Der Erfolg des Zionismus kippte diese Privilegien. Die Araber haben auf den Verlust der Privilegien so reagiert, wie jede andere Gruppe, die Privilegien verlor, reagiert hat. Der Antizionismus sagt, dass sie das Recht haben wegen ihrer verlorenen Privilegien beleidigt zu sein.

Kenne deine Geschichte: Jüdischer Erwerb von Agrarland in Palästina

David Lange, Israellycool, 14. Mai 2020

Aus Zeitungsarchiven und historischen Dokumente, um die üblichen Fehlvorstellungen zum Nahost-Konflikt zu widerlegen; hier: JTA, 9. Dez. 1929

Gestern postete ich darüber, wie Juden, die nach Zion zurückkehrten, das Malaria-Problem durch Trockenlegung der Sümpfe ausmerzten, was zu besseren Lebensbedingungen für alle damaligen Einwohner Palästinas führte, einschließlich der Araber.

Heute bringe ich einen Bericht der JTA von 1929 zu bestimmten Berichten der Shaw-Kommission, die gegründet wurde, um die gewalttätigen Unruhen in Palästina Ende August 1929 zu untersuchen, zu denen auch das Massaker von Hebron gehörte.

In diesen besonderen Berichten beschwerte sich Mohammed Ragheb, ein Inspektor des Landwirtschaftsministeriums, über die Juden, aber seine Beschwerden sind aufschlussreich. Zum einen gesteht er ein, dass unsere Trockenlegung der Sümpfe allen nutzte. Zweitens beschwert er sich zwar, die Juden würden „das Land schlucken, das für Orangenanbau am besten ist“, aber seine Aussage zeigt, dass die Juden diese Ländereien legal kauften.

Mohammed Ragheb, ein Inspektor im Landwirtschaftsministerium, Moslem, der einige landwirtschaftliche Erfahrung in Ägypten, Österreich und Rumänien haben soll, stimmte zu, dass die jüdischen Siedler malariainfizierte Sümpfe nehmen, sie trocken legen und daraus fruchtbares und wohnliches Land machen; in seiner Aussage für die arabische Seite erhob er in der gestrigen Sitzung der Untersuchungskommission den Vorwurf, dass die Juden nicht nur die Ländereien an sich reißen, die für Orangenanbau nutzbar sind, sondern dass von den fast 60.000 Ar, die für diesen Zweck entlang der Küstenebene von Gaza bis Haifa genutzt werden können, die Juden vor kurzem 25.000 Ar erworben haben.

Aus den durch den Zeugen Auni Abdul Haid vom Arabischen Rat moralisierend in einem Versuch die bekannte Beschwerde gegen die Juden zu beweisen vorgelegten Zahlen geht hervor, dass sie allmählich in die besten Ländereien eindrangen und die Araber enteigneten. Raghebs Belege waren ähnlich denen anderer arabischer Zeugen, nur betonte er die Küstenebene.

Ragheb erklärte, dass Palästinas Zukunft aus landwirtschaftlicher Sicht von der Küstenebene abhängt, die, wie er sagte, in den Besitz der Juden übergeht, die bereits 40 Prozent des Landes für den Anbau von Zitrusfrüchten kultivieren; die Araber bewirtschaften die übrigen 60 Prozent.

Aus diesen Belegen schloss Commissioner Snell, dass der arabische Groll darin bestand, dass die Juden Zitrusfrüchte kultivierten, wo vorher die Araber Melonen anbauten, aber der arabische Rat bestand darauf, dass große jüdische Firmen, einschließlich der von Lord Melchett gestützten, große Landstriche von „Kleinbesitzern“ aufkauften. Die Kommission erhielt von dem Zeugen das Zugeständnis, dass die sogenannten kleinen Landbesitzer jeweils 300 bis 5.000 Ar Land besaßen. Er gestand auch ein, dass das Land des Wadi Hawareth, das der Jüdische Nationalfonds für eine Million Dollar gekauft hatte, die von kanadischen Zionisten aufgebracht wurden, zwei Familien gehört hatte, beides in Beirut und Jaffa lebende Grundstücksbesitzer in Abwesenheit.

Der Zeuge erklärte, arabische Pflüger seien verpflichtet in andere Dörfer oder Städte zu ziehen, wenn die Juden von Arabern Land kauften, weil die neuen jüdischen Kolonisten keine Araber beschäftigen. Die Tatsache, dass das Land im Wadi Hawareth einer Familie namens Taman gehörte, war für die Kommissionsmitglieder überraschend, die den Eindruck gehabt hatten, dass es das Eigentum einer Reihe kleiner Landbesitzer war.

Jüdischer Landerwerb

Ragheb warf das Orangen-Land in der 40 Jahre alten Kolonie Hederah mit neu erworbenem jüdischen Land zusammen, um den Effekt zu schaffen, die Juden hätten im Distrikt Haifa sechs bis achttausend Ar für Orangenanbau geeignetes Land von kleinen Landeigentümern gekauft, gab aber zu, dass einiges davon von Großgrundbesitzern gekauft wurde.

Der arabische Berater Auni sorgte in der Sitzung für Gelächter, als er den Zeugen fragte, ob die Juden, von denen er behauptete, dass sie in den Distrikten Haifa und Tulkarm bereits 40.000 Ar besaßen – das sind drei Viertel der für Zitrusfrucht-Anbau verfügbaren Menge – nicht noch einmal die Hälfte davon dazu gekauft hätten. An diesem Punkt bemerkte der Vorsitzende Shaw lächelnd: „Was würde den Arabern bleiben?“ Ragheb stimmte zu, dass die Araber mindestens in den letzten fünf oder sechs Jahren beim Orangenanbau sehr aktiv gewesen waren, aber er erwähnte nichts zu jüdischem Einfluss.

Ragheb setzte seine Belehrung der Kommission in elementarer Landwirtschaft fort und versuchte zu beweisen, dass die jüdischen Siedler als Getreidebauern erfolglos waren. Sie waren gute Gärtner, sagte er. Er legte Berichte vor, die zeigten, dass die Getreideproduktionj zurückging, als sie die Ebene übernahmen. Betterton zog im selben Bericht die Aufmerksamkeit auf den Anstieg zwei Jahre später, als die Juden das Land kennengelernt hatten. Ragheb sagte: „Der Araber nutzt keine teuren Maschinen oder chemischen Dünger, aber er kann mit Getreideland besser umgehen als die Juden.“ Merriman wies darauf hin, dass die Verwendung der Maschinen gerechtfertigt war, da der jüdische Ertrag aus dem Land größer wurde.

Raghed stimmte zu, dass Auni die arabischen Einwände zitiert hatte, als er sagte, sie hätten Angst die Regierung würde Juden kostenfrei riesige Waldgebiete übergeben. Er hörte nie, dass Juden um diese gebeten hätten, gab er zu.

Die Zeugenaussage ging zu halb-wirtschaftlichen Gründen weiter, dass Araber ihre Behauptungen nicht belegen konnten, die Juden seien eine Belastung für das Land, würden aber schnell das meiste davon erwerben.

Mit anderen Worten: Wir kauften legal Land und arabische Eigentümer profitierten finanziell davon. Trotzdem beschweren sich Israelhasser gerne, wir hätten den Arabern das Land gestohlen.

Das arabische Kapitel des Holocaust

Der palästinensische Mufti Haddsch Amin al-Husseini spornte Hitler an Europas Juden auszulöschen, gründete eine muslimische SS-Division und stachelte zum mörderischen „Farhud“-Pogrom in Bagdad an. Lasst uns nie die elenden Konzentrationslager in Nordafrika vergessen.

Mordechai Kedar, Israel HaYom, 2. Mai 2019

Natürlich wird der Holocaust als fundamental europäisches Ereignis wahrgenommen. Er wird üblicherweise als „Holocaust am europäischen Judentum“ behandelt, dessen Täter europäische Staaten waren, die Deutschen und ihre Verbündeten. Aber wir sollte nicht die Aspekte des Holocausts ignorieren, die die arabische Welt betreffen.

Einer der auffallenderen dieser Aspekte war die Rolle des palästinensischen Mufti Haddsch Amin al-Husseini. Schon vor dem Holocaust, als er verschiedene öffentliche Ämter im Land Israel bekleidete (1920-1937), stachelten seine Predigten zur Ermordung von Juden in den Krawallen von 1920, 1921 und 1929 auf, dann wieder in der arabischen Revolte von 1936. Es überrascht nicht, dass er später am Völkermord an den Juden Europas beteiligt war.

Nach Zeugenaussagen von Nazi-Offizieren bei den Nürnberger Prozessen nach dem Krieg wurde der Mufti als eine der Personen angeführt, die Hitler dazu drängten die Juden Europas zu vernichten und zwar von dem Moment an, an dem er Ende 1941 nach Deutschland kam. Zwar ist die Annahme begründet, dass Hitler nicht sonderlich vom Mufti „ermutigt“ werden musste, aber seine Rolle bei der Werbung für die Idee der Vernichtung der Juden und deren Umsetzung ist auffällig.

Der Mufti spielte zudem in den Jahren 1942 bis 1944 für die Nazis eine wichtige Rolle, als er die Gründung muslimischer Einheiten im deutschen Militär und der SS initiierte, deren Soldaten in Jugoslawien und Bulgarien eingezogen wurden. 1944, als im Raum Budapest die Mehrheit der ungarischen Juden zusammengetrieben wurde – mehr als eine halbe Million Menschen – hatten die Deutschen vor sie per Zug ins Vernichtungslager Auschwitz zu transportieren; er aber hatte Sorge, dass Partisanen die Brücken im Versuch die Transporte zu stören sprengen könnten. Der Mufti schickte die muslimischen Einheiten los, um die Brücken zu schützen und sicherzustellen, dass die Juden in den Tod geschickt wurden.

Der Mufti hielt mit seinen Absichten nicht hinterm Berg. Er schrieb und sendete – hauptsächlich auf Arabisch per Radio aus Berlin – sein Engagement unter allen Umständen die Immigration der europäischen Juden nach „Palästina“ zu verhindern, deren Auslöschung aus seiner Sicht notwendig und entscheidend war. Im Juli 1945 beschloss die „Jugoslawische Kommission zur Bestimmung von Verbrechen der Besatzer und ihrer Kollaborateure“ die Resolution 1892, die Amin al-Husseini wegen seiner Rolle bei der Zwangsrekrutierung der Bevölkerung in den besetzten Gebieten auf die Liste der Kriegsverbrecher übernahm; Grundlage dafür war die Klausel 23 der Haager Konventionen von 1899 und 1907.

Die Kommission vermerkte: „Als Ergebnis von Al-Husseinis Handeln … wurde die muslimische Division der SS gegründet … Überall, wo sie eingesetzt wurden, begingen sie zahlreiche Kriegsverbrechen, wie Massenmorde, abscheuliche Gräueltaten, brannten ganze Gemeinden nieder und plünderten. Wegen dieser Aktivitäten … ist der Großmufti Haddsch Amin al-Husseini auf die Liste der internationalen Kriegsverbrecher gesetzt worden … Er trägt die Verantwortung für dien Einsatz der muslimischen Massen, mit anderen Worten dafür diese Leute dazu zu treiben, die gezwungen wurden in den Dienst faschistischer Militärorganisationen zu treten und dementsprechend ist er auch derselben Verbrechen schuldig.“ Nach dem Krieg floh der Mufti nach Frankreich, wo die Franzosen ihn herzlich willkommen hießen und ihm ein Jahr lang eine Villa schenkten, in der er lebte.

Allerdings müssen wir über die Rolle des Muftis hinaus in diesem Kontext die Konzentrationslager in Libyen zur Kenntnis nehmen, die während des Krieges unter italienischer Kontrolle standen. Die Juden Libyens wurden in Lager in der Wüste geschickt: Jadu, Sidi Azaz, Gharyan, Buq Buq, Ifrane. Sie wurden unter verwahrlosten Umständen gehalten, litten unter Hunger und Durst; hunderte krepierten. Wer jagte die Juden? Wer identifizierte sie für die Deutschen? Die Antwort ist klar: ihre muslimischen Nachbarn.

Schließlich müssen wir uns an die „Farhud“ in Bagdad erinnern, ein Pogrom mit Mord, Vergewaltigung und Plünderung, begangen von irakischen Arabern gegen die Juden von Bagdad am Feiertag Schavuot 1941. Insgesamt wurden 179 Juden ermordet, tausende verletzte, Frauen wurden vergewaltigt und Kinder zu Waisen gemacht, alles durch die dämonische Hetze, die al-Husseini erbrach, der sich zu dieser Zeit in Bagdad befand.

Israel leidet weiter unter dem Hass-Virus, obwohl es arabische Leben rettet

Melanie Phillips, 8. Mai 2020

Während Länder rund um die Welt damit kämpfen die Covid-19-Krise in den Griff zu bekommen, sind Israels Leistungen bislang bemerkenswert gewesen.

Die Sterblichkeitsrate durch den Virus ist im Verhältnis zu seiner Bevölkerung erheblich niedriger als die in anderen Ländern wie Großbritannien, Schweden oder den Vereinigten Staaten. Der wichtigste Grund dafür besteht darin, dass der Virus mit der Art von mutigem, strategischem Herangehen angegangen wird, mit dem das Land sich gegen seine physischen Feinde wehrt.

Diese Woche begann Israel, weil die Fälle der Neuinfektion auf ein paar Dutzend sanken, eine ganze Reihe von Einschränkungen der öffentlichen Aktivitäten aufzuheben. Viele haben jedoch Angst, dass der Ausstieg des Landes aus dem Lockdown zu schnell und zusammenhanglos erfolgt und vielleicht die Infektionsrate wieder außer Kontrolle geraten lässt.

Abgesehen davon hat Israels Verteidigung gegen diesen unsichtbaren Feind auch etwas Positives hervorgehoben, das vorher nicht voll gewürdigt wurde.

Tausende israelisch-arabischer Gesundheits-Mitarbeiter haben ihr eigenes Leben riskiert, indem sie an der Seite ihrer jüdischen Kollegen Virus-Patienten behandelten.

Es hätte kaum eine anschaulichere Demonstration der Gleichheit und Unverzichtbarkeit geben können und das wird von Israels Juden wie Arabern registriert worden sein. Es hat die Bedeutung der israelischen Araber im Gesundheitssystem des Landes plastisch verdeutlicht, die darin 17 Prozent der Ärzte, 24 Prozent der Pflegekräfte und 48 Prozent der Pharmazeuten stellen.

Das könnte tiefgreifende politische Folgen in einer Gesellschaft haben, in der der Status der israelischen Araber, die 20 Prozent der Bevölkerung stellen, eine empfindliche Quelle gegenseitigen Misstrauens, Übertreibung und Ablehnung ist.

Israels herausragende bisherige Erfahrung mit dem Coronavirus könnte auch globale Auswirkungen haben. Anfang dieser Woche versprach Premierminister Benjamin Netanyahu auf einer internationalen Konferenz für Gelder zur weltweiten Bekämpfung des Virus eine Spende von $60 Millionen.

Er erklärte, wobei er mit Israels Fachwissen in Wissenschaft, Forschung und Innovation prahlte: „Wir hoffen mit anderen Ländern zusammenzuarbeiten, um unsere einzigartigen Fähigkeiten zu nutzen und Lösungen zu finden, die allen nützen.“

Mit diesem Angebot versuchte Netanyahu auch Israels Bilanz bei der Bekämpfung des Virus wirksam einzusetzen, um die weltweite Feindseligkeit gegenüber seinem Land zu reduzieren.

Es kann wenig Zweifel geben, dass selbst relativ unfreundliche Länder begierig auf Israels Erfolge schielen. Diese Woche kündigte das Verteidigungsministerium an, dass das Israel Institute for Biological Research eine bahnbrechende wissenschaftliche Entwicklung bei der Identifizierung eines Abwehrstoffes gemacht hat, der den Covid-19 neutralisiert.

Ob sich das als globaler Lebensretter erweisen wird oder nicht: Es kann wenig Zweifel geben, dass Israel in der wissenschaftlichen Anstrengungen zur Entwicklung eines Impfstoffes, von Gegenmitteln und Tests zur Bekämpfung des Virus mit an der Spitze steht.

Die Hoffnung, dass solche Leistungen die antiisraelische Feindseligkeit in Freundschaft verwandeln wird, dürfte allerdings etwas zu optimistisch sein. Und ja, es gab einen „fliegendes Schwein“-Moment, als die Vereinten Nationen Israel tatsächlich, zusammen mit den palästinensischen Arabern, wegen der „nie da gewesenen Kooperation zu Anstrengungen zur Eindämmung der Epidemie“ lobten.

Israels Bemühungen dazu sind in der Tat unermüdlich gewesen.

Geschätzte 40.000 Arbeiter aus den umstrittenen Gebieten sind Genehmigungen gewährt worden bis zum Ende des Ramadan in Israel zu bleiben. Der Koordinator für Regierungsaktivitäten in den Gebieten (COGAT) hat ihnen sicheren Transit von ihren Wohnorten zu ihren Arbeitsplätzen über die Grüne Linie zugesagt. Israelische Arbeitgeber sind dafür verantwortlich diesen Arbeiter Unterkunft zu geben sowie sie mit Schutzmasken und Handschuhen auszurüsten. Die israelischen Behörden stellen ihnen sogar die Krankenversicherung.

Solche Kooperation findet sogar im von der Hamas geführten Gazastreifen statt – der Quelle nicht endender mörderscher Angriffe auf Israel. COGAT ermöglicht dort nicht nur die Lieferung internationaler Hilfen wie Testausrüstung, Schutzkleidung, Desinfektionsmitteln, medizinischer Bestände und anderer humanitärer Versorgungsgüter. Zusätzlich sind dutzende Ärzte, Pfleger und anderes medizinisches Personal von israelischen Teams darin ausgebildet worden mit Covid-19 infizierte Patienten zu behandeln.

Eine Trainingseinheit für rund 20 medizinische Mitarbeiter aus dem Gazastreifen wurde von einem Team des medizinischen Zentrums Scheba in Ramat Gan über mehrere Stunden am Übergang Erez durchgeführt. Zusätzlich wurde einer Gruppe erlaubt den Gazastreifen zur Ausbildung am medizinischen Zentrum Barzilai in Aschkelon zu verlassen und medizinisches Personal beider Seiten haben Konferenz gemeinsame Telefonkonferenzen abgehalten.

Richard Kemp, Großbritanniens ehemaliger Oberkommandierender in Afghanistan und heute unermüdlicher Fürsprecher Israels, hat ebenfalls das nie da gewesene Ausmaß einer solchen Kooperation mit israelischen Arabern festgestellt.

In ihren Dörfern, schreibt er, werden bei jungen Einheimischen Uniformen der israelischen Verteidigungskräfte oft als provokativ betrachtet. An solchen Orten, soweit sie von Israels Gesundheitsministerium als Virus-Brutstätten identifiziert werden, haben jedoch der Einsatz muslimischer IDF-Soldaten und sorgfältige Kommunikation mit Dorfführern bisher geholfen unerwünschte Vorfälle zu verhindern.

In einigen Fällen haben muslimische Zivilisten, die offizielle Rollen ausfüllen, sogar fluoreszierende Westen mit Markierungen des IDF Heimatfront-Kommandos getragen, was nach Kemps Beobachtung „etwas ist, das man normalerweise nicht hört und auf das Verständnis der Notwendigkeit des Zusammenrückens hinweist“.

Die IDF hat zudem mehr als 100.000 Lebensmittelpakete an israelische Araber in Orten verteilt, in denen es beträchtliche Virus-Ausbrüche gegeben hat. Und in ganz Israel sind aus Hotels Isolierstationen gemacht worden, die auf für sich allein stehende Gemeinschaften wie Muslime oder orthodoxe Juden zugeschnitten sind. In Jerusalem wurde zum Beispiel ein Hotel in ein Halal-Quarantänezentrum für muslimische Einwohner verwandelt, die aus dem Ausland zurückkommen.

Trotz all dem gibt es kaum Zeichen einer Aufweichung bei denen, die üblicherweise auf Israel eintreten. Elf europäische Botschafter in Israel, einschließlich derer des Vereinten Königsreichs, Deutschlands, Frankreichs und der Europäischen Union, haben Israel mit ernsten Konsequenzen gedroht, wenn es mit der Annexion von Teilen der Westbank weiter macht.

Einmal mehr haben sie die tendenziöse Behauptung nachgeplappert, ein solcher Zug stelle eine Verletzung des Völkerrechts dar. In Großbritannien haben fast 130 Parlamentarier an Premierminister Boris Johnson geschrieben und ihn gedrängt Wirtschaftssanktionen zu verhängen, wenn Israel diese Gebiete annektiert. Es hat sich da also nichts geändert.

Israel hat zudem die Europäische Union wutentbrannt gerügt, weil sie den Palästinensern sagte, Verbindungen zu Terrororganisationen würden nicht automatisch die Teilnahme an einem von der EU finanzierten Programm ausschließen.

Und natürlich wird weiter von den üblichen Verdächtigen der antiisraelischen Medien geschossen. Die Washington Post forderte vor kurzem, dass Israel „die Belagerung des Gazastreifens aufhebt“, um sicherzustellen, dass „palästinensische Ärzte und Krankenpfleger die Ressourcen haben, die sie brauchen, um die Gesundheit und Sicherheit ihrer Patienten sicherstellen zu können“.

Wie üblich plappert sie gedankenlos die Propaganda nach, ohne sich darum zu kümmern einen Blick auf die Fakten zu werfen. Es hat sich also hier nichts geändert.

Was die palästinensischen Araber selbst angeht, so diffamieren ihre Führer Israel weiterhin mit Bosheit und Ritualmordlügen, obwohl es ihnen hilft das Leben von Palästinensern zu retten.

Mohammed Schtayyeh, Premierminister der palästinensischen Autonomiebehörde, hat behauptet, dass einige israelische Soldaten „versuchen den Virus über die Türgriffe von Autos zu verbreiten“, während offizielle PA-Publikationen behaupten Israel versuche palästinensische Häftlinge zu kontaminieren.

Derweil verhafteten Hamas-Sicherheitskräfte letzten Monat mehrere Friedensaktivisten wegen Hochverrats, nachdem sie an einem zweistündigen Zoom-Onlinetreffen mit israelischen Aktivisten teilnahmen, um Themen von gemeinsamem Interesse zu diskutieren, darunter den Virus. Das Hamas-Innenministerium beschuldigte sie „einen Normalisierungsaktivität mit der israelischen Besetzung veranstaltet“ zu haben.

Als Zeichen, dass aus etwas Schlechtem etwas Gutes entstehen kann, schein es so, als verursache diese Pandemie Schritte gewöhnlicher Israelis und palästinensischer Araber hin zu Koexistenz mit israelischen Juden.

Wie auch immer, angesichts der tiefen Irrationalität des Israelhasses sowohl im Westen als auch in der arabischen und muslimischen Welt wird es mehr brauchen als unzählige von Israel vor dieser Seuche gerettete Araber und andere, damit sich die Haltung ändert.

Die hundert Jahre alten Lektionen aus einem Pogrom in Jerusalem

Bei den Nebi Musa-Unruhen, die letzte Woche vor 100 Jahren stattfanden, wurden fünf Juden getötet, hunderte wurden verletzt und ein Muster für Jahrzehnte antijüdischer Feindseligkeit geschaffen.

Sean Durns, MOSAIC, 14. April 2020

Eine antizionistische Demonstration am Damaskustor in Jerusalem, 8. März 1920 (Wikipedia)

Für Juden ist der Monat April derart mit Gedenktagen vollgestopft – vom Exodus aus Ägypten bis zum Aufstand im Warschauer Ghetto – dass es leicht ist einen zu verpassen, besonders dieses  Jahr, in dem die Coronavirus-Pandemie so viel Aufmerksamkeit aufsaugt. Aber selbst, wenn das nicht so wäre, könnte einem vergeben werden am 14. April den hundertsten Jahrestag des Ausbruchs der Nebi Musa-Unruhen in Jerusalem übersehen zu haben. Benannt sind die Unruhen nach dem muslimischen Fest zur Erinnerung an die Geburt von Moses; an diesem begannen sie, die Unruhen hinterließen 5 tote Juden, 211 Verletzte und mindestens zwei vergewaltigte Frauen.

Mit einem Jahrhundert Abstand erscheint es, dass vieles vom arabischen Antagonismus gegen die Juden sich nicht verändert hat. Wenn wir uns um die politischen Interessen der Unruhen, die Art und Weise, wie sie angestiftet wurden und ihre Folgen kümmern, können wir ähnliche Elemente der antijüdischen Strategie erkennen, wie sie seitdem eingesetzt wurden. Mein Ziel anlässlich dieses 100-jährigen Jubiläums ist es nicht, eine leidenschaftslose Zusammenfassung der Ereignisse zu liefern, sondern die Geschichte der Affäre als Kontext für die heutigen Verteidiger Israels anzubieten, damit sie wiederkehrende Muster im Verhalten ihrer Gegner identifizieren können.

Um diese Episode zu verstehen, müssen wir sie zuerst in den richtigen Kontext stellen. Das Land an der Ostküste des Mittelmeers hat bis zu dessen Auflösung im Ersten Weltkrieg zum osmanischen Reich gehört. Bei der Vorausplanung für die Zeit nach dem Krieg gab die britische Regierung im November 1917 die Balfour-Erklärung aus, die „in Palästina die Gründung einer nationalen Heimstatt für das jüdischen Volk“ forderte – aber dann einen vagen geografischen Bereich definierte.

Natürlich war Großbritannien nicht die einzige politische Macht, die Pläne für das Land schmiedete. Innerhalb der arabischen Welt flossen die Debatten darüber, was mit ihm zu tun wäre, in zwei Hauptmeinungen zusammen: eine malte sich Palästina als Teil eines ägyptischen Sultanats aus, vielleicht weiter unter osmanischer Herrschaft; die andere wünschte die Gründung eines Königreichs Syrien, zu dem nicht nur Palästina, sondern auch der moderne Libanon und Jordanien gehören sollte. In Jerusalem, zitiert der Historiker Simon Sebag Montefiore einen Jerusalemer Soldaten namens Ihsan Turjman (dessen Kriegstagbuch später unter dem englischen Titel Year of the Locust veröffentlicht wurde), der sich ein ägyptisches Fürstentum vorstellte, zu dem nicht nur Palästina, sondern auch der Hedschas gehört – die Region an der Ostküste des Roten Meeres, die derzeit von Saudi-Arabien regiert wird. Im Gegensatz dazu war Khalil Sakakini, ein griechisch-orthodoxer Schriftsteller und Aktivist, der sich für ein arabisches kulturelles Wiedererwachen einsetzte und später Anhänger des Dritten Reichs war, ein lautstarker Parteigänger der syrischen Option.

Für Araber auf beiden Seiten der Debatte war eines klar: Die Balfour-Erklärung mit ihrer Zustimmung zu jüdischen nationalen Ansprüchen ging gar nicht. Weniger klar war die Bedeutung des absichtlich vagen Begriffs „jüdische Heimstatt“ in der Erklärung, aber es war offenkundig, dass, was immer sie bedeutete, die langjährige Beziehung zwischen den Juden und den sie Jahrhunderte lang über sie herrschenden Nichtjuden verändert würde – eine Veränderung, die die meisten arabischen Führer als inakzeptabel erachteten.

Einen Monat vor Ausbruch der Unruhen in Jerusalem hatte sich am 8. März 1920 Feisal, der dritte Sohn des Großscherifs von Mekka und Führer des von den Briten geführten und finanzierten „Arabischen Aufstands“ gegen die Osmanen, in Damaskus selbst zum König von Syrien gekrönt. In der Hoffnung die Gunst der Briten zu gewinnen hatte Feisal im Juni 1918 dem Zionistenführer Chaim Weizmann gesagt, er unterstütze die Balfour-Erklärung. Seine Unterstützung war nicht von langer Dauer. Der verstorbene Diplomat und Schriftsteller Conor Cruise O’Brien hielt fest: „Sobald Feisal und seine Anhänger in der zweiten Hälfte des Jahres 1919 erkannten, dass die Briten seinen Anspruch auf den Thron in Damaskus nicht wirklich stützten, lebte [sein früherer] Anspruch auf ein vereintes Syrien einschließlich Palästinas wieder auf und der panarabische Nationalismus nahm eine pansyrische und sehr militante Wende.“ Zu den ersten Handlungen als König gehörte eine Erklärung, die Frankreich und Großbritannien aufforderte sich aus dem westlichen und südlichen Syrien zurückzuziehen, also aus den Gebieten, in denen heute der Libanon und Israel liegen. Er schuf und versammelte sogar einen „Allgemeinen syrischen Kongress“, der natürlich seine Ansprüche unterstützte. Seine Hoffnung war, den europäischen Mächten einen funktionierenden Staat zu präsentieren, dem sie im Nachhinein ihre Zustimmung geben konnten.

Während Feisal damit beschäftigt war diese Intrigen zu spinnen, blieb Palästina unter der Kontrolle der Britisch Occupied Enemy Territory Administration (OETA), einer Militärregierung, die im Oktober 1918 eingesetzt wurde. Viele führende OETA-Beamte unterstützten Feisal in seinem Anspruch nicht nur auf das eigentliche Syrien, sondern auch auf Palästina. Für einige schien Feisal Syrien zu geben der beste Weg zu sein die Briten zu stärken und die französischen Planungen in dem Gebiet zu vereiteln; Palästina in den Handel einzubringen würde helfen seinen Erfolg zu garantieren. Andere stützten Feisal eben um Balfour zu untergraben – vielleicht aus praktischen Überlegungen heraus, aus Feindschaft den Juden und dem Zionismus gegenüber oder einer Kombination daraus.

Damit strebte die OETA an Feisal darin zu unterstützen London ein fait accompli in der Form eines „Vereinten Syrien“ unter seiner Herrschaft zu präsentieren. Bereits Anfang 1919 stellte der Zionistenführer Wladimir Jabotinsky fest: „Die palästinensischen Behörden handeln auf eine Weise, die den Arabern eindeutig sagt, dass die [Balfour-] Erklärung nicht erfüllt werden muss.“

Unter diesen Umständen zettelte eine Gruppe arabischer Pro-Feisal-Aktivisten Aktionen auf der Straße an; damit hofften sie eine fortlaufende intra-arabische und intra-britische Debatte über das Schicksal Palästinas zu beeinflussen. Am 4. April 1920, auf dem Höhepunkt des Nebi Musa-Festivals, für das zehntausende Pilger jährlich in die Gegend strömten, begannen anonyme arabischsprachige Aushänge in Jerusalem aufzutauchen, in denen es hieß: „Die Regierung ist auf unserer Seite, [der britische General Edmund] Allenby ist auf unserer Seite, tötet die Juden; es gibt keine Strafe dafür Juden zu töten.“ Dann, wie der amerikanische Experte für Außenpolitik Bruce Hoffman es in seinem Buch Anonymous Soldiers 2015 dokumentierte:

hatte sich bis zum Vormittag eine große Menschenmenge vor dem Jaffa-Tor versammelt. Aufgestachelt von tendenziösen Rednern aus dem nahe gelegenen Arabischen Verein, begann die Menge den arabischen Reim zu skandieren „Palästina ist unser Land, die Juden sind unsere Hunde!“

Haddsch Amin al-Husseini – den die Briten im Jahr darauf zum Großmufti von Jerusalem ernennen sollten – hielt ein Bild von Feisal hoch und rief: „Das ist unser König!“ Andere in der Menge proklamierten: „Feisal ist unser König!“ Der Zeitungsredakteur und enthusiastische arabische Nationalist rief: „Wenn wir unsere Kraft nicht gegen die Zionisten wenden und gegen die Juden, werden wir sie nie los werden.“ Die rasende Menge begann zu brüllen: „Wir werden das Blut der Juden trinken.“ Die beiden Zutaten – vollgepackte Straßen und glühende Aufwiegelung – ließen die Flammen aufgehen. Das Pogrom hatte begonnen.

Tausende Araber rannten durch die Straßen Jerusalems, warfen Steine auf Juden, zerstörten Thora-Rollen, setzten eine Jeschiwa und mehrere Häuser in Brand, brachen in Gebäude ein, plünderten und so weiter. Sie machten das vier Tage lang, vom 4. bis 7. April, ohne dass die britische Obrigkeit bis zum Ende sonderlich eingriff. Als die Unruhen vorbei waren, waren fünf Juden und vier Araber tot und hunderte weitere Juden verletzt, einige lebensgefährlich.

Die Zionistenführer waren empört. Vorher hatten mehrere Sorge angesichts der zunehmend angespannten Lage zum Ausdruck gebracht – nur um zu erfahren, dass ihre Bedenken abgetan wurden. Als das Blutvergießen ausbrach, wandte sich Jabotinsky an den Militärgouverneur von Jerusalem Ronald Storrs und forderte die Erlaubnis Mitglieder der Haganah zu bewaffnen; die Haganah war eine gerade gegründete jüdische Verteidigungsorganisation, die eingesetzt werden sollte, um Leben und Besitz zu schützen. Storrs lehnte ab. Britische Truppen verboten sogar Mitgliedern der Haganah den Zutritt zur Altstadt, wo sie ihre jüdischen Glaubensgeschwister verteidigen wollten.

Einige jüdische Führer, darunter Jabotinsky und andere von der zionistischen Rechten, interpretierten die britische Reaktion auf Nebi Musa als Beweis für Vertrauensbruch. Sie zweifelten jetzt daran, dass die Briten sich weiter der Balfour-Erklärung verpflichtet betrachteten und ihre Zweifel sollten in den folgenden Jahren weiter zunehmen.

Tatsächlich begnadigte der neue Zivilgouverneur Herbert Samuel nach den Unruhen sowohl Husseini und Aref, als auch Jabotinsky, dem zusammen mit neunzehn jüdischen Verteidigern illegaler Waffenbesitz vorgeworfen wurde und als Geste der „Objektivität“ zunächst dieselbe Verurteilung wie Husseini erhielt. Und wie erwähnt versuchten die Briten später Husseini zu beschwichtigen, indem sie ihn zum Großmufti und Führer des Obersten Muslimrats ernannten – Ouvertüren, die er dadurch vergalt, dass er sich mit Hitler verbündete.

Ein Präzedenzfall war geschaffen. Den Nebi Musa-Unruhen folgte in der Zeit der britischen Herrschaft weitere antijüdische Gewalt, die in der Revolte von 1936-1939 gipfelte und die dann 1947 erneut hochkam.

Was Feisals Traum eines „Großsyrien“ angeht, sollte er nie Wirklichkeit werden. Französische Streitkräfte setzten ihn am 25. Juli 1920 ab und danach gingen Syrien und der Libanon den einen Weg, Jordanien und Palästina einen anderen. In der Folge sollten viele seiner Anhänger dazu kommen einen eigenen Palästinenserstaat als das einzige praktikable Gegenmittel zum Zionismus zu betrachten.

Aber dieser verspätete und freiheitsliebende Wunsch nach einem unabhängigen palästinensischen Staat war nicht die Inspiration für die antijüdische Gewalt, die vor 100 Jahren geschah. Bei dem Versuch arabische Gewalt im Nahen Osten zu verstehen, egal ob in jüngerer Zeit oder in der Vergangenheit, greifen westliche Analysten in der Regel auf vorhersagbare Klischees zurück: Unruhen sind das Resultat von Unmut, Unterdrückung, Armut oder vielleicht „uraltem Hass“; wo an den Unruhen Palästinenser beteiligt sind, sind sie auch das Ergebnis enttäuschter nationaler Bestrebungen. Manchmal haben diese Klischees wahre Elemente, aber meistens verschleiern sie mehr als die erhellen, besonders wenn sie mit der gleichermaßen fehlgeleiteten Tendenz kombiniert werden arabische Politik einzig durch das Prisma westlicher oder israelischer Politik zu betrachten.

Im Fall der Nebi Musa-Unruhen passt keine dieser Erklärungen. Soweit nationale Bestrebungen involviert waren, hatten sie nichts mit palästinensischer Eigenstaatlichkeit und alles mit der Eingliederung der palästinensischen Araber nach Großsyrien zu tun. Beschuldigungen über Misshandlungen passten genauso wenig in die Aufstachelung, von der sie ausgelöst wurden. Stattdessen waren die Unruhen erstens ein Versuch die arabische Meinung zu beeinflussen, indem Unterstützung der syrischen, nicht der ägyptischen Lösung gezeigt wurde. Zweitens, und das ist wichtiger, sollten sie die britische Meinung in dieselbe Richtung beeinflussen.

Wenn heute der Palästinensische Islamische Jihad oder Hamas Raketen auf Israel feuern oder Mahmud Abbas von der palästinensischen Autonomiebehörde Jerusalemer Araber zu Gewalt aufhetzt, hat die unmittelbare Ursache viel mehr mit interner palästinensischer Politik zu tun als mit allem anderen. Die relativ verhaltene Reaktion auf Amerikas Entscheidung seine Botschaft nach Jerusalem zu verlegen zeigt, wie stark Westler die Bedeutung ihrer Entscheidungen übertreiben.

Das heißt aber nicht, dass internationale Akteure überhaupt keinen Einfluss haben und das bringt uns zur zweiten Lektion aus den Nebi Musa-Unruhen: Wenn mächtige Persönlichkeiten Antizionisten dazu ermutigen zu glauben, ihre Sache könnte Erfolg haben, ist das Ergebnis davon oft das Vergießen jüdischen Blutes. Durch ihren offenkundigen Mangel an Einsatz für die Bestimmungen der Balfour-Erklärung signalisierte die lokale britische Obrigkeit den arabischen Führern, dass ein paar unangenehme Störungen ausreichen dürften in London die Nadel der Waage zu bewegen. Die Mandatsregierung machte dann alles noch schlimmer, indem sie „Ausgewogenheit“ demonstrierte, was darauf hinauslief denen, gegen die, die zu Gewalt anstifteten und die, die versuchten sich dagegen zu verteidigen, dieselben Strafen zu verhängten – und dann alle begnadigten.

Als wäre das nicht schlimm genug belohnten die Briten Husseini auch noch für seine Rolle, indem sie den Posten des Großmuftis von Jerusalem schufen und ihn mit diesem ehrten. Er kam nicht ohne Berechtigung zu dem Schluss, dass das Risiko für das Anzetteln von Pogromen gering war und griff daher 1929 und erneut von 1936 bis 1939 auf diese Taktik zurück. Erst der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs überzeugte die Briten, dass sie keine weiteren Unruhen tolerieren könnten und dass es unumgänglich war energisch dagegen vorzugehen.

Die Parallelen zur jüngeren Geschichte sind klar. Wenn die sogenannte internationale Gemeinschaft – also Europa, manchmal gemeinsam mit den USA – ihre Bereitschaft signalisiert Israel unter Druck zu setzen, es solle Zugeständnisse machen, egal wie die Palästinenser sich verhalten, dann sendet die Reaktion, mit rhetorischer „Ausgewogenheit“ auf Terrorismus zu reagieren und Aufstachelung zu Gewalt zu vergeben oder zu übersehen eine klare Botschaft, dass Terrorismus, Korruption, Uneinsichtigkeit und Antisemitismus sie kaum etwas kostet.

Es ist sogar noch schlimmer, wenn westliche Staaten den schlimmsten Akteuren Ehren verleihen, wie es die Briten mit Husseini machten und als Yassir Arafat 1974, nur zwei Jahre nach dem Massaker von München^, eingeladen wurde vor der UNO zu sprechen. Arafat war 1993 in Oslo das gekrönte Haupt des geplanten Palästinenserstaats und dann wurde ihm 1994 der Friedensnobelpreis verliehen. Palästinenserführer haben daher allen Grund zu dem Schluss zu kommen, wie vor einem Jahrhundert auch, dass „es für das Töten von Juden keine Strafe gibt“. Und Mahmud Abbas hat zwar weniger Blut an seinen Händen als Arafat, aber seine regelmäßige und durchaus gut dokumentierte Aufstachelung zu Unruhen, Messeranschlägen und Auto-Rammanschlägen haben seinem Ansehen in den diplomatischen Kreisen Europas nicht geschadet.

Diese Warnungen werden aus den Nebi Musa-Unruhen von 1920 gezogen. Die Folgen unserer Versäumnisse ihnen gemäß zu handeln sind nur allzu offensichtlich.

Jemen bietet an saudisches Öl in Bombenkratern zu lagern

The Mideast Beast, 22. April 2020

Weil der Preis zum ersten Mal in der Geschichte ins Negative gefallen ist, hat der Jemen seinem freundlichen Nachbarn eine kreative Lageroption angeboten. Ein Sprecher kommentierte: „Wie Sie sich vorstellen können, waren wir am Boden zerstört, als wir erfuhren, dass unsere Freunde solche Entbehrung erleiden und natürlich wollten wir helfe. Wir konnten ihnen eindeutig kein Geld leihen, weil jemand all unsere Infrastruktur systematisch zerstörte. Aber zufälligerweise verfügen wir über einen Überfluss an großen Löchern und niemand füllt sie auf, weil… Nun, sie verstehen; wir wollen uns wirklich nicht wiederholen.

Ein saudischer Regierungssprecher erklärte: „Wir begrüßen das freundliche Angebot unsere ‚lebhaften‘ Freunde im Süden sehr. Allerdings planen wir eigentlich die Überschuss in Palästen untergeordneter Royals zu lagern, die den Kronprinzen verärgert haben. Sie wären überrascht, wie auf viele Grundstücke sich das beläuft. Daneben möchten wir den Sprecher des Jemen und seine  Kollegen bitten ein paar Minuten länger still zu stehen. Wir haben ein weiteres Geschenk, das auf dem Luftweg kommt…“

Die Lektionen von Bergen-Belsen bleiben ungelernt

Der Geist des von den Nazis inspirierten Antisemitismus wurde aus der arabischen Welt nie ausgetrieben

Lyn Julius, The Jerusalem Post, 15. April 2020

Holocaust survivors at Auschwitz. (Foto: Reuters)

Am 15. April begeht die Welt den 70. Jahrestag der Befreiung des berüchtigten KZ Bergen-Belsen. Mehr als 50.000 Gefangene, hauptsächlich Juden, starben dort – an Hunger, Überanstrengung, Krankheiten oder infolge grausamer medizinischer Experimente. Anne Frank war das vermutlich berühmteste Opfer. Sie und ihre Schwester starben im Lager an Typhus, nur einen Monat vor der Befreiung.

Unter den befreiten Gefangenen an diesem herrlichen Apriltag gab es mehrere hundert libysche Juden, die über Italien nach Bergen-Belsen deportiert worden waren. Es gibt ein Foto dieser Überlebenden, die in einem Eisenbahnwagen saßen und die Beine herausbaumeln ließen, auf den sie gekritzelt hatten „Auf dem Weg nach Hause“ und „Zurück nach Tripoli“.

Nach Angaben der Juden aus Libyen seitens Professor Maurice Roumani wurden etwa 870 der 2.000 Juden in Libyen mit britischen Pässen als Teil der „sfollamlento“-Politik des Wegschickens von Ausländern nach Italien deportiert. Mitglieder derselben Familie konnten nach Marokko, Tunesien oder Algerien zerstreut werden – die unter der Kontrolle der nazifreundlichen Vichy-Regierung standen.

Zwei Transporte mit je 300 Juden sowie weitere 120 wurden von Libyen nach Neapel verschifft, dann mit Güterzügen nach Bergen-Belsen, wo sie am 25. Mai 1944 ankamen. Aus Libyen in Bologna ankommende Juden wurden im Juli 1943 mit dem Zug nach Innsbruck-Reichenau gebracht, einem Teil des Lagersystems Dachau.

Die libyschen Juden, die relativ spät im Krieg in Bergen-Belsen ankamen, überlebten. Einige wurden gegen deutsche Kriegsgefangene ausgetauscht. Sie erhielten Pakete des Roten Kreuzes und etwas erleichterte Arbeitsbedingungen. Sie schafften es sogar koscher zu leben, indem sie gekochtes Essen gegen trockenes Brot tauschten. Ein Jude, Zion Labi aus Bengazi, eröffnete eine Schule.

Die Deportation der Juden aus Libyen ans Nordufer des Mittelmeers straft das weit verbreitete Missverständnis Lügen, dass nur europäische Juden vom Holocaust betroffen waren.

Obwohl ihr Leiden nicht mit den Schrecken verglichen werden kann, die den Juden Osteuropas zugefügt wurden, wurden Juden in Nordafrika die Auswirkungen des Krieges nicht erspart. Rund 2.500 libysche Juden wurden vom faschistischen Regime Italiens ins berüchtigte Arbeitslager Giado befördert. Ein Fünftel starb an Typhus oder Hunger.

Das benachbarte Tunesien kam sechs Monate lang unter direkte Nazi-Kontrolle. Rund 2.000 tunesische jüdische Männer, die den obligatorischen gelben Stern trugen, wurden in Arbeitslager geschleppt. Juden wurden in algerischen und marokkanischen Arbeitslagern als Sklavenarbeiter benutzt. Und die ganze Zeit über starben tausende Juden bei Luftangriffen, als die alliierten und deutschen Armeen um die Kontrolle rangen.

Man kann vertreten, dass die nordafrikanischen Staaten, die noch nicht unabhängig waren, nicht für die antijüdischen Maßnahmen des Vichy-Regimes und der italienischen Faschisten verantwortlich waren. Aber abgesehen von Einzelpersonen, die Juden retteten, lagen die Sympathien der arabischen Massen weitgehend auf Seiten der Deutschen.

Der seit 1932 unabhängige Irak war 1941 Schauplatz eines nazifreundlichen Staatsstreichs, was unaufhaltsam zur Farhud, der irakisch-jüdischen Kristallnacht führte. In dieser zweitätigen Orgie aus Mord, Vergewaltigung, Verstümmelung und Plünderung wurden bis zu 600 Juden getötet, geben britische Archivquellen an. Die genaue Zahl werden wir nie erfahren.

Der palästinensische Großmufti von Jerusalem spielte eine zentrale Rolle bei der Planung des nazifreundlichen Umsturzes im Irak. Von November 1941 bis zum Ende des Kriegs sendete er aus dem Exil in Berlin antijüdische Propaganda in die arabische Welt.

Er erwies sich bei der Unterstützung der „Endlösung“ der Judenfrage als eifriger als die Nazis. Vom Mufti glaubt man, dass er für die Ermordung von 20.000 europäischen Juden im Nazi-Holocaust direkt verantwortlich war.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sollte der Mufti bei den Nürnberger Prozessen als Kriegsverbrecher vor Gericht gestellt werden.

Er wurde von Jugoslawien wegen Verbrechen gegen die Menschheit angeklagt und verurteilt, die mit seiner ausschlaggebenden Rolle in den SS-Divisionen Handschar und Skandeberg zu tun hatten, die Balklan-Juden aus dem Kosovo, Mazedonien und Thrakien deportierten. Aber die Allierten scheuten davor zurück die Araber vor den Kopf zu stoßen. Der Mufti blieb für Zehntausende ein Held.

Nazi-Deutschland überhäufte die arabische Welt mit Geld und Propaganda in der Hoffnung einen antikolonialen Aufstand anzufachen. Es finanzierte die 1928 in Ägypten gegründete Muslimbruderschaft. Deren Gründer, Hassan al-Banna, machte das Nazi-Konzept der Juden als Inbegriff des allumfassenden Bösen, überzogen mit traditionellen judenfeindlichen Vorurteilen aus dem Koran zum Kern der Ideologie der Bruderschaft. Gegen Ende des Krieges hatte die Bruderschaft ein Million Mitglieder.

Kurz nachdem die Überlebenden von Belsen nach Libyen zurückgekehrt waren, erlitten die Juden von Tripoli und den umliegenden Dörfern ein grausames, dreitägiges Pogrom, das 130 Todesopfer forderte und tausende Juden obdachlos machte.

Wie war das möglich, kaum sechs Monate nachdem die Nachrichten über die furchtbare Vernichtung der Juden Europas die arabische Welt erreichten? Die libyschen Krawalle vom November 1945 schwappten aus den Unruhen in Ägypten über, bei denen fünf Juden ermordet wurden. Manche machen zwar den Zusammenstoß von Zionismus und arabischem Nationalismus verantwortlich, aber Historiker berichten, dass die Randalierer in Libyen keine antizionistischen Parolen riefen. Der Mob wusste nicht einmal, was Zionimus ist, hieß es in einem Bericht der Jewish Agency. Es ist bemerkenswert, dass die ägyptischen Randalierer, aufgehetzt von der Muslimbruderschaft, koptische, griechisch-orthodoxe und katholische Institutionen genauso angriff wie Juden.

Der Massenexodus und die Plünderung einer Million Juden aus der arabischen Welt gelten allgemein als Rache für die Vertreibung palästinensischer Araber 1948. Eine plausiblere Erklärung lautet, dass nazi-inspirierter Blut-und-Boden-Nationalismus sowie fremdenfeindlicher Islamismus, der sich in der arabischen Welt das vorhergehende Jahrzehnt über festgesetzt hatte, darauf abzielte nichtmuslimische Minderheiten zu vernichten oder – bestenfalls – aus dem öffentlichen und politischen Leben auszugrenzen.

1947 entwarf die Arabische Liga einen Plan um mit ihren jüdischen Bürgern als feindliche Ausländer umzugehen, noch bevor auch nur ein einziger palästinensischer Araber geflohen war.

Kaum drei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ahmten Mitgliedstaaten der Arabischen Liga den Nationalsozialismus mit Gesetzen der Art der Nürnberger Gesetze nach; damit wurde der Zionismus kriminalisiert, jüdische Bankkonten eingefroren, Quoten eingeführt, Einschränkungen zu Arbeitsstellen und Reisefreiheit verhängt. Gewalt und die Drohung mit Gewalt erledigten den Rest. Das Ergebnis war die ethnische Säuberung Jahrhunderte alter jüdischer Gemeinden innerhalb einer einzigen Generation.

Der Geist des von den Nazis inspirierten, judenfeindlichen Fanatismus wurde nie ausgetrieben: Nach dem Zweiten Weltkrieg gab die arabischen Welt Nazi-Kriegsverbrechern eine sichere Zuflucht, in die sie flüchten konnten. Sie wurden Militärberater und Tatsachenverdreher für Judenhass.

Adolf Eichmann, der Nazi-Architekt der „Endlösung“, hoffte, seine „arabischen Freunde“ würden seinen Kampf gegen die Juden fortsetzen, die immer die „Haupt-Kriegsverbrecher“ und „Hauptaggressoren“ waren. Er hatte es nicht geschafft seine Aufgabe der „totalen Vernichtung“ zu vollenden, also konnten die Muslime sie immer noch für ihn vollenden.

Der Virus des nationalsozialistischen Antisemitismus hat die arabische und muslimische Welt nicht nur nie verlassen, er hat exponentiell zugelegt. Muslimische Zuwanderer haben den Virus des Judenhasses in europäische Länder zurückgetragen. Saudische Petrodollars haben die weltweite Verbreitung mit seinem impliziten Antisemitismus finanziert.

Eichmann wäre zufrieden gewesen zu sehen, dass die arabische Welt praktisch judenrein ist: Es gibt heute in Libyen keine Juden mehr und nicht mehr als 4.000 im Rest der arabischen Welt. Die Muslimbruderschaft und ihre lokalen palästinensischen Zweige Hamas, al-Qaida, Islamischer Staat und allerlei islamistische Gruppen tragen die Fackel einer Ideologie weiter, die in der Nazi-Ära geboren wurde.