Woran krankt unser Denken?

Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 31. August 2015 (direkt vom Autor)

Viele Menschen verstehen die Welt nicht mehr. Der Leser Dieter Loest aus Rot am See stellte in der christlichen Medienzeitschrift Zeitschrift Pro die Frage: „Woran krankt unser Denken“? Er erwähnt Syrien, wo inzwischen über 300.000 Menschen von der Regierung oder Rebellen ermordet worden sind und die Hälfte der Bevölkerung geflohen ist. Er fragt, warum das scheinbar so wenige interessiert und was uns den Blick auf die Realität derart verstellt. Unser Denken krankt an vielen Dingen. Man könnte auch an das zum Massengrab gewordene Mittelmeer denken und am Straßenrand abgestellte Lastwagen, aus denen nur noch Leichen gezogen werden.

Warum schweigen wir und wem nützt der Sündenbock?

Wir Europäer haben vor gar nicht so langer Zeit die schlimmsten Verbrechen der Menschheit begangen. Um die 60 Millionen Toten des 2. Weltkriegs zu bewerkstelligen, haben wir uns brav einer „Ideologie“ unterworfen, einem Religionsersatz. Nazismus, Kommunismus und sonstiger Fanatismus haben zu Massenmorden ungekannten Ausmaßes in Europa und Ostasien geführt. Da ist es billig, sich heute über unbeschreibliche Vorgänge in Syrien, Irak oder Libyen aufzuregen, als wäre das etwas Neues. Waren etwa die ermordeten Polen, Russen, Holländer oder Franzosen keine Christen, als Nazis, Kommunisten oder Andere sie umbrachten und alle geschwiegen haben?

Europa wird gerade mit Flüchtlingen überschwemmt. Wer ist schuld? Die Schlepper natürlich. Die verdienen sich eine goldene Nase damit, Flüchtlinge in ihren sicheren Tod ins Mittelmeer oder mit hermetisch verschlossenen Kühllastwagen über die Autobahn von Ungarn schicken. Doch sind es nur die Schlepper? Die wahren Schuldigen sitzen ganz woanders. Das sind die brutalen Tyrannen, die gewissenlos ihre Völker zerstören, ermorden oder millionenfach in die Flucht vertreiben. Manche haben einen Namen und ein Gesicht, wie Baschar Assad.

Dass Syrien schon seit Jahrzehnten eine brutale und korrupte Diktatur ist, in der Massaker an der eigenen Bevölkerung verübt wurden, durch Hafez el Assad 1982 in Hama, wurde von der Weltöffentlichkeit geflissentlich ignoriert. Die Welt interessierte sich damals nur für die 700 Toten in Sabra und Chatillah in Beirut. Zwar haben libanesische Christen sie ermordet, aber Israels Verteidigungsminister Ariel Scharon sollte dafür als „Kriegsverbrecher“ verantwortlich gemacht werden.

Wer damals Negatives über Syrien veröffentlichte, wurde beschuldigt, israelische Propaganda zu verbreiten. Man wollte die Fakten nicht wahrnehmen. Gleiches gilt für Ägypten, wo es sogar ein ARD-Büro und Botschaften gibt. Auch hier hat niemand sehen wollen, wie Hosni Mubarak mit seinem Volk umgegangen ist, bis er schließlich mit einem Volksaufstand gestürzt wurde. Und selbst dann verbreitete man dort, auf dem Tahir – Platz das Märchen vom Kampf für Demokratie, während in aller Öffentlichkeit, Frauen Massenvergewaltigungen erlitten.

Wir kranken auch daran, möglichst uns selber oder unsere engsten Verbündeten, vor allem die Amerikaner und Israelis, für alles schuldig zu sprechen. Dazu gehören der Anschlag auf das WTC, den laut Verschwörungstheorien entweder der CIA oder der Mossad durchgeführt habe, obgleich Osama bin Laden offen die Verantwortung übernommen hatte. Weil kaum Juden umgekommen seien, war klar, dass der Mossad sie gewarnt hätte. Aber ein Augenzeuge, der den Anschlag in New York durch sein Klofenster beobachtet hat, verriet uns eine bessere Verschwörungstheorie: Hunderte Japaner arbeiteten im WTC. Doch wegen des Zeitunterschieds zu Japan arbeiteten sie nachts und gingen früh morgens nach Hause. Das rettete ihr Leben. Also müssen es Japaner gewesen sein…

Ein aktuelles Beispiel sind die Vorgänge im Jemen. Da wüten zwar die von Iran aufgerüsteten Huthis, aber Tote melden die Nachrichtenagenturen und Amnesty International fast nur, wenn die saudische Luftwaffe mit amerikanischen Kampfflugzeugen bombardiert. Ähnlich berichtet man über die Palästinenser. In Libanon werden sie wie Bürger 2. Klasse behandelt. In Syrien werden sie ermordet und ausgehungert und in Jordanien sind die Flüchtlinge „unerwünscht“. Die palästinensische Autonomiebehörde und die Hamas halten die Flüchtlinge von 1948 bis heute in Lagern fest, anstatt sie zu integrieren. Aber berichtet wird über sie nur, wenn es zu Zusammenstößen mit Israel kommt. Man stelle sich nur mal vor, dass Deutschland die rund 14 Millionen Ostflüchtlinge von 1945 bis heute in Flüchtlingslagern festhalten würde.

Entmündigung und Überheblichkeit

Das Schlimmste an all diesen Geschichten ist, dass wir Europäer die Tyrannen der Dritten Welt, die Assads, Saddam Husseins, Gaddafis und wie sie sonst in Schwarzafrika heißen mögen, entmündigen. Jeder von ihnen kennt alle schmutzigen Tricks, um sich zu bereichern und schmieren zu lassen. Aber keiner wird zur Verantwortung gezogen, wenn er die eigene Bevölkerung unterdrückt und zur Flucht nach Europa treibt.

Wir Europäer dulden das nicht nur. Wir fördern sogar diese Destruktion, indem wir Milliardensummen Entwicklungshilfe schicken, ohne den Verbleib der Gelder zu überprüfen. Damit erhalten wir die korrupten Regime am Leben und nehmen den Völkern jegliche Möglichkeit zur Eigenentwicklung. Am deutlichsten ist das bei den Palästinensern. Wir im „moralischen“ Europa schauen auf die Wilden in „Arabien“ herab – wir protegieren sie wie Kinder, nehmen ihnen die Verantwortung für ihr Tun und merken nicht, woran unser Denken krankt. Frühere Zeiten nannten das Superbia – Hochmut und es galt nicht umsonst als Todsünde. Wir lassen uns diesen Hochmut sehr viel kosten. Jetzt machen sich die Völker auf den Weg nach Europa und Europa weiß darauf keine Antwort. Hochmut, sagt das Sprichwort, kommt vor dem Fall.

Ähnliche Gedanken, aber noch krasser formuliert, hat Alexander Kissler in der Zeitschrift Cicero veröffentlicht: „Kriegserklärungen kann man nur dadurch beantworten, dass man sich verteidigt. Der Westen aber ist zu dieser Anstrengung nicht willens und nicht fähig. Der Westen ist bedingt abwehrbereit. Und warum? Weil er verlernt hat, für Prinzipien einzustehen, die sich nicht rechnen; weil er sich in allen zentralen Punkten uneins ist; weil letztlich weder die Amerikaner noch die Franzosen oder die Briten sich für einen Terror abseits der eigenen Haustür interessieren.

Weil also der Westen nicht mehr weiß, wer er ist und wofür er steht. Die maximale Entschlossenheit religiöser Apokalyptiker trifft auf die Selbstlähmung des Westens im Moment seiner größten Identitätskrise. Die einen köpfen, die anderen schweigen.

Dank dieser Arbeitsteilung hat der „Islamische Staat“ eine Zukunft, der Westen aber bald nur noch eine Vergangenheit. Zeit, dass sich was dreht.“

(C) Ulrich W. Sahm

Die antiisraelische Einseitigkeit der französischsprachigen belgischen Medien

Manfred Gerstenfeld interviewt Joel Kotëk (direkt vom Autor)

Die Besessenheit des belgischen Antiisraelismus entstammt drei leicht identifizierbaren Faktoren, worauf ich schon vor Jahren hinwies. Die erste kombiniert den christlich-antisemitischen Glauben mit der progressiven Tradition, der „den jüdischen Geist“ mit Kapitalismus identifiziert. Ein zweiter Faktor ist die zwanghafte Erinnerung an die Schoah und die damit verbundenen Schuldgefühle. Durch die große Kollaboration mit den deutschen Besatzern im Krieg ist das in Flandern weit verbreitet. Ein dritter Faktor ist der mit der muslimischen Einwanderung importierte Antisemitismus. Um die Stimmen dieser Neuankömmlinge und ihrer Nachkommen zu erhalten, sind belgische Politiker ihnen gefällig und unterstützen antiisraelische Politik.

Antizionismus ist in Belgien zu einer bürgerlichen Religion geworden. Ihr Credo ist, dass die Palästinenser immer im Recht sind und die Israelis immer Unrecht haben. In ihrer Bibel könnte stehen, dass alles, was im Nahen Osten geschieht, der Fehler Israels ist.

Kotek, Joel
Prof. Joël Kotek

Prof. Joël Kotek ist Politikwissenschaftler, lehrt an der Freien Universität Brüssel und am Sciences Po in Paris, Frankreichs führender Universität für Sozialwissenschaften. Das Koordinationskomitee der Belgisch-Jüdischen Organisationen (CCOJB) veröffentlichte vor kurzem seine Analyse darüber, wie Israel in den französischsprachigen belgischen Medien dargestellt wird.[1]

Der Antizionismus der Gesellschaft wird von den Medien durch weitere Faktoren verstärkt. Die Korrespondenten der französischsprachigen belgischen Presse in Israel werden nur bezahlt, wenn ihre Artikel veröffentlicht werden. Warum sollten sie also ihre Zeit und Energie auf das Schreiben über positive Ereignisse wie israelische wissenschaftliche Entdeckungen verschwenden? Der Artikel wird von den Redaktionen abgelehnt werden und sie werden keine Entlohnung bekommen.

Der Umgang der Medien mit Israels Operation Fels in der Brandung im Jahr 2014 hat ihre Einseitigkeit einmal mehr bestätigt. Der palästinensisch-israelische Konflikt wird von vielen Reportern als Angriffe blutrünstiger israelischer Soldaten auf unschuldige palästinensische Zivilisten – insbesondere Kinder – dargestellt.

Eines von vielen Beispielen großer Einseitigkeit war eine Sendung des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders RBTF für das französischsprachige Belgien vom 4. August 2014. Sie begann damit, dass die Leichen palästinensischer Kinder gezeigt wurden. Danach präsentierte sie, ohne Zusammenhang, damit nicht in Beziehung stehende Bilder singender und tanzender israelischer Soldaten.

Das ist Propaganda, die einen alten Kino-Trick nutzt, bei dem man Bilder editiert und neue Bedeutung schafft, indem man nicht zusammengehörende Bilder aneinander reiht. Man kennt das als den Kuleschow-Effekt, benannt nach dem sowjetrussischen Filmemacher Lew Kuleschow, dessen Werk zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts bekannt wurde.

Wenn aber dieselben Medien über einige der (echten) Massenmorde berichten, die andernorts im Nahen Osten stattfinden, ist ihre Herangehensweise immer „rein“ und „verantwortungsvoll“. Die regelmäßigen Morde an Muslimen durch andere Muslime werden bereinigt und gesäubert. Die Medien zeigen Luftangriffe oder Kampfszenen, aber selten irgendein Opfer, ob nun Kombattanten oder Zivilisten. Man könnte das als „Muslimischer Barbarismus bleibt unklar“ definieren.

Die dem palästinensisch-israelischen Konflikt gegebene übermäßige Medienaufmerksamkeit ist vom belgischen Kommunikationsexperten Professor Marc Lits erforscht worden. Er stellte fest, dass im Jahr 2002 der RTBF und ein anderer französischsprachiger Sender, RTL-TV!, 24% ihrer Nachrichtensendungen dem Nahen Osten widmeten. Keine andere Region der Welt erreicht überhaupt nur 10%. Innerhalb der Nahost-Region machten Berichte zu Israel fast 88% aus, also ein Vielfaches der Menge aller anderen Nahost-Länder zusammengenommen. Allein Israel ist damit in mehr als 20% aller Nachrichtensendungen der Sender vertreten.

Würden wir die von der israelischen Armee bei der Verteidigung des Landes verursachten zivilen Verluste mit den Kriegen in Syrien und dem Irak vergleichen, dann stellten wir fest, dass in Letzteren mehr als einhundertmal so viele Menschen getötet wurden. Während des Zweiten Weltkriegs wurden zwanzigtausend französisch Zivilisten bei der Bombardierung der Normandie durch die Alliierten vor der Landung der alliierten Streitkräfte getötet. Dreißigtausend Feindzivilisten wurden in Dresden von den Alliierten getötet. Diese Beispiele von vielen zeigen die Einseitigkeit der Medien, wenn es um die israelische Armee geht. Natürlich sollte jeder Verlust von zivilem Leben missbilligt werden. Jeder Krieg ist definitionsgemäß schmutzig. Bei Fels in der Brandung wurden rund zweitausend Menschen getötet, von denen die Hälfte palästinensische Kombattanten waren.

Ein entscheidender Faktor ist das regelmäßig Auslassen der fundamentalen Merkmale der Hamas, der größten politischen Palästinenserbewegung. Ihre Charta sagt aus, dass die Hamas eine völkermörderische, islamofaschistische Bewegung ist. Ein Journalist, der diese Tatsache in seinen Berichten auslässt, manipuliert die Nachrichten beträchtlich.

Es gibt wichtige soziologische und ideologische Faktoren, die bei der Beibehaltung der Einseitigkeit eine Rolle spielen. Sie entstammen sowohl der extremen Linken als auch der extremen Rechten. Diese Einseitigkeit spielt mit den Sorgen der modernen belgischen Gesellschaft, einschließlich ihrer allgemeinen Desillusionierung, der Globalisierung und des Antikapitalismus sowie die Konsequenzen des Versagens der Minderheiten dabei sich in die allgemeine Kultur zu integrieren. Der Antizionismus dient also einer Reihe von Anliegen in der gesamten belgischen Bevölkerung – bei der Rechten und der Linken, bei Katholiken und Säkularisten und bei Wallonen und Flamen.

Nach Angaben von Kotek gehört Belgien zur Gruppe der antiisraelischsten Länder in Europa. Dazu gehören Länder wie Norwegen, Schweden und Irland. Die Einseitigkeit des belgischen Presse geht über die der französischen, italienischen oder sogar der englischen Medien hinaus. Bei der Berichterstattung über den bewaffneten Konflikt im Gazastreifen im Jahr 2014 waren die meisten englischen, französischen und italienischen Journalisten nicht pro-israelisch. Trotzdem zeigten sie in ihren Berichten mehr Ausgewogenheit als die meisten ihrer belgischen Kollegen.

Das einseitig negative Image Israels, das unsere Medien im Verlauf der Jahre aufgebaut haben, ist mehr als ein unbedeutender Beitrag zum in Belgien existierenden ungesunden Klima zu Israel. Es ist nicht übertrieben, wenn man sagt, dass unsere Medien als Förderer des Antisemitismus agieren.

Das Konzept wurde vom französischen Intellektuellen Jean-Christophe Rufin in seinem berühmten Bericht zu Antisemitismus aus dem Jahr 2004 entwickelt, der auf Anforderung des französischen Innenministeriums erstellt wurde. Bezüglich antisemitischer Taten definiert Rufin drei Ebenen der Verantwortung: Gewalttäter, Manipulatoren (Ideologen, politische Netzwerke oder Terroristen) und die Förderer, die über ihre Meinung – oder ihr Schweigen – den Wechsel zur Tat legitimiert.

Kotek schließt: Meine These ist bedeutungsschwanger. Die Folgen der von den Medien seit mehr als 30 Jahren entwickelten antiisraelischen Gesinnungen ist genauso schwerwiegend. Würde Israel auch nur ansatzweise der Karikatur ähneln, die die Medien ständig schildern, sollten alle Menschen guten Glaubens von Antwerpen bis Brüssel sich gegen diesen Feind der Menschheit wenden und warum nicht mit einer Kalaschnikow in der Hand!

[1] Joël Kotek: Israël et les médias belges francophone. Comité de Coordination des Organisations Juive de Belgique (CCOJB). Préface de Maurice Sosnowski et Serge Rozen, postface Willy Wolsztajn. Brüssel, März 2015.

Europäer schweigen zur Ehrung von Mördern durch einen hochrangigen palästinensische Offiziellen

Beyamin Korn, The Algemeiner, 2.August 2015

Deutschland, die Schweiz und die Niederlande gaben letzte Woche eine weitere harsche Verurteilung Israels aus – nur drei Tage nachdem ein PA-Führer öffentlich Terroristen ehrte, die deutsche, schweizerische und niederländische Bürger ermordeten.

Die jüngste Veranschaulichung feiger europäischer Heuchelei begann am 17. Juli, als die Distriktgouverneurin von Ramallah und El-Bireh, Dr. Laila Ghannam, den muslimischen Feiertag Id al-Fitr feierte, indem sie Kränze an den Gräbern der palästinensischen Terroristen niederlegte, die 1975 den Anschlag im Hotel Savoy verübten und zu deren Opfern eine Reihe Europäer gehörte.

Ramallah ist die Hauptstadt der palästinensischen Autonomie, Dr. Ghannam ist also niemand Unbedeutendes. Sie ist in etwa das Gegenstück zum Bürgermeister von Washington DC und dem Gouverneur von Virginia in einem.

Auf ihrer Facebook-Seite „Friends of Laila Ghannam“ prahlte sie damit, dass sie die „Märtyrer der Savoy-Operation“ ehrte und den Koranabschnitt „Al-Fathia für ihre reinen Seelen rezitierte“.

Diese „Operation“ bestand daraus, dass Abu Jihads Terroristen per Boot am Strand von Tel Aviv landeten, ein Hotel stürmten, zivile Geiseln nahmen und dann acht von ihnen während der israelischen Rettungsaktion ermordeten. Unter diesen Opfern waren die schweizerischen Staatsbürger Maria Krahenbel und Anders Lamron, der Deutsche Hans Gassen und der 15-jährige Asher Feldmann, ein niederländischer Staatsbürger. Sein Vater Karol wurde schwer verletzt.

Man sollte glauben, dass die Regierungen von Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden empört wären, dass eine offizielle Vertreterin der PA einen terroristischen Mörder ihrer Staatsbürger ehrt. Man sollte glauben, sie würden eine öffentliche Entschuldigung fordern oder wenigstens damit drohen ihre jährliche Hilfe für die PA zu reduzieren. Aber nein. Sie schwiegen. Nicht ein Mucks.

Stattdessen fanden sie plötzlich drei Tage ihre Stimmen wieder, als sich die Gelegenheit bot Israel zu verurteilen. Zusammen mit ihren EU-Partnern gaben diese Regierungen eine Erklärung aus, die mit dem üblichen erhobenen Zeigefinger und den Beschimpfungen, die Israel der „Vertreibung“, „Beschlagnahme“, „Abriss“, „Einschränkungen“ und „erzwungenem Bevölkerungstransfer“ vorwerfen. Die Stellungnahme forderte zudem, dass Israel alle Einschränkungen bezüglich Material allen lässt, das in den Gazastreifen geht – was bedeutet, dass Materialien für Terrorzwecke zugelassen würden; und sie forderte die sofortige Schaffung eines Palästinenserstaats in Judäa-Samaria – was eine Verdoppelung des Terroralbtraums aus dem Gazastreifen bedeuten würde. All das im Namen des „Friedens“? Oh ja: Und Jerusalem sollte zur Hauptstadt von „Palästina“ gemacht werden, fügte die EU hinzu.

Vielleicht sollten wir nicht überrascht sein. Wie Palestinian Media Watch aufzeigt, ist das nicht das erste Mal, dass die PA öffentlich die Mörder von Deutschen, Schweizern und Niederländern im Hotel Savoy pries. Erst am 17. Februar lobte die Haupt-Facebookseite der Hamas – der größten PLO-Fraktion, die vom PA-Vorsitzenden Mahmud Abbas geführt wird – pries die Savoy-Killer als „Fatahs heldenhafte, sich selbst opfernde Kämpfer“. Und einen Monat davor brachte die Fatah-Facebookseite Fotos der einzelnen Savoy-Terroristen (die mit Gewehren posierten), flankiert von Beschreibungen, die sie „Helden“ und „Märtyrer“ nennen.

Tatsächlich wies die Stadt Ramallah, als Israel die Leichen der Savoy-Terroristen 2012 an die PA übergab, rasch Gelder an, um ein „Mausoleum für die Märtyrer der Savoy-Operation zu bauen“ – wohin Gouverneurin Ghannam letzte Woche ihre Kränze brachte.

Es gibt aber keine Gedenkstätten für Maria Krahenbel, Anders Lamron, Hans Gassen oder Asher Feldman. Ihre Regierungen sind zu feige den echten Terrorismus anzusprechen und erheben lieber grundlose Vorwürfe gegen Israel, den wahren Beschützer der von den Europäern wertgeschätzten moralischen Werte in dieser unruhigen Region.

Oder schätzen sie sie doch nicht?