Warum Israel demokratischer als EU-Mitgliedstaaten ist

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Israel ist die einzige Demokratie im Nahen Osten. Wie alles Positive zum Land ist dieses Charakteristikum Thema direkter wie indirekter Angriffe äußerer und innerer Feinde.

Alle israelischen Bürger können für die Knesset abstimmen, das Parlament des Landes. Der oberste Gerichtshof ist die höchste juristische Autorität. Es gibt kein Gericht im Ausland, das seine Urteile aufheben kann. Israel hat einen unabhängigen staatlichen Rechnungsprüfer und einen nationalen Ombudsmann. Israels Medien sind oft extrem kritisch gegenüber der Regierung.

Die freie Meinungsäußerung wird garantiert. So bedauernswert es auch ist, die Leute können andere als Nazis oder Neonazis bezeichnen, ohne das Risiko vor Gericht gezerrt zu werden. Die Mitgliedschaft in Israels größter politischen Partei, dem Likud,[1] bewegt sich im Größenverhältnis der Regierungspartei Großbritanniens, der Konservativen.[2] Allerdings ist die Bevölkerung des Vereinten Königreichs mehr als siebenmal so groß wie die Israels. Alle Mitglieder des Likud können für dessen Parteiliste der Kandidaten für die Knesset stimmen.[3]

Israels Lage bleibt heikel. Der Iran, ein anderes Land des Nahen Ostens, will Israel von der Landkarte wischen. In der muslimischen Welt allgemein gibt es viele, die glauben, dass Israel kein Recht hat zu existieren. Das Hauptziel der Hardcore-BDS-Kampagne im Westen besteht darin die Existenz Israels zu beenden.[4]

In vielen westlichen Ländern gibt es eine beträchtlich Zahl von Menschen, die nicht wollen, dass Israel existiert. Eine Umfrage in Großbritannien stellte 2019 fest, dass 5% der britischen Bürger dieser Äußerung „Israel hat jedes Recht zu existieren“ nicht zustimmen. Das sind rund 3 Millionen Menschen.[5]

Neben direkten verbalen Angriffen, mit denen behauptet wird, dass Israel keine Demokratie sei, gibt es auch indirekte Attacken. Dieselbe Studie stellte fest, dass rund 20% der britischen Bevölkerung glaubt, Israel sei ein Apartheidstaat.[6] Wäre das wahr, könnte Israel nicht demokratisch sein. Israels Feinden erhalten bei diesen falschen Anschuldigungen Unterstützung von einigen Israelis, sowohl Juden wie Arabern. Wäre Israel tatsächlich ein Apartheidstaat, würden diese Leute im Gefängnis schmachten. Ebenso wenig würden Palästinenser in allgemeine israelische Krankenhäusern aufgenommen.

Es gibt keine perfekten Demokratien. Israel ist da keine Ausnahme. Eine berechtigte Einschränkung der Demokratie ist die Notwendigkeit eines Landes sich zu verteidigen. Israel hat viele gewalttätige Feinde. Für seine Verteidigung und um Morde durch Terroristen zu vermeiden, muss Israel eine gewisse Kontrolle über seine palästinensischen Nachbarn ausüben. Die in der Westbank werden von der palästinensischen Autonomiebehörde regiert, die Mörder von Israelis großzügig belohnt und die Familien solcher Mörder und inhaftierter Terroristen finanziert. Die im Gazastreifen herrschende Hamas ist noch schlimmer.

Staaten, die Mitglied in der Europäischen Union sind, können Israels demokratische Charaktereigenschafften nicht heranreichen. (Als historische Nebenbemerkung zu Frankreich: Man mag sich erinnern, dass 1941 Marschall Philippe Pétain als Staatsoberhaupt die Demokratie des Landes weitgehend abgeschafft hatte.) Heutzutage können EU-Mitgliedstaaten ihre Gesetze und Politik nicht in vollem Umfang selbst bestimmen. Ihre Parlamente sind nicht die höchste Autorität für politische Entscheidungen. Die von EU-Mitgliedstaaten eingegangenen Verträge haben bei bedeutenden Themen Vorrang vor den Gesetzen dieser Staaten.

Die typische Antwort auf diese Analyse lautet, dass die „Bündelung der Souveränität“ und Einschränkung der Befugnisse der nationalen Parlamente von den EU-Mitgliedstaaten freiwillig vereinbart wurden. Eine weitere Behauptung lautet, dass Souveränität möglicherweise vorübergehend aufgegeben wurde. Mitgliedstaaten können sich entscheiden die EU zu verlassen.[7] Die Polarisierung und das politische Chaos, das in den letzten zwei Jahren durch den Brexit-Prozess in Großbritannien angerichtet wurde, illustriert die sozialen Kosten dafür die EU zu verlassen und die Demokratie zu belasten.

Diejenigen, die für den Brexit sind, behaupten zurecht, dass viele wichtige Entscheidungen zur Souveränität ihres Landes an Fremde abgegeben wurden und dass Deutschland in der EU zu viel Macht hat. Das gilt insbesondere für die vielen Fälle, in denen keine Einstimmigkeit der Mitgliedstaaten erforderlich ist.[8] Brüsseler Bürokraten, die nicht gewählt wurden, können Entscheidungen treffen, die die Mitgliedstaaten beeinträchtigen.

Einige gerichtliche Entscheidungen in Mitgliedstaaten können vom Gerichtshof der Europäischen Union aufgehoben werden. Die Richter dieses Gerichts sind überwiegend Staatsbürger anderer Länder, als dem Land, aus dem die Berufung zu diesem übernationalen Gericht kommt. Die EU-Mitgliedsländer sind damit diesbezüglich nicht voll souverän.[9]

Ein kleines Beispiel illustriert die zudringliche Natur der EU-Politik in einigen Bereichen. Die EU hat Standards für die Qualität von Oberflächenwasser festgelegt, die ihre Mitglieder ab 2027 erfüllen müssen. Das mag für Flüsse Sinn machen, die über Grenzen hinweg fließen. Es gilt aber auch für innerstaatliche Seen und kleine Gewässer wie kurze Kanäle, Teiche und sogar Wassergräben. Wenn diese Standards nicht erfüllt werden, kann die EU hohe Strafen verhängen. Eine aktuelle niederländische Studie stellte fest, dass zur Zeit 99% allen niederländischen Oberflächenwassers die EU-Standards nicht erfüllt. Niederländische Bürger könnten vernünftigerweise erwarten, dass über den Großteil dieses Themas national frei entschieden werden kann.[10]

Brüssel versuchte sogar eine Regel zu einzuführen, dass EU-Länder Asylsuchende aus anderen Mitgliedstaaten übernehmen müssen.[11] Ein paar Länder rebellierten, weil sie begriffen, dass diese Regel Muslime auf nichtselektiver Grundlage ins Land bringen könnte, von denen einige höchst gefährliche Individuen sein können.[12] Mehrere tausend in EU-Mitgliedstaaten lebende Muslime haben sich ISIS angeschlossen, einer der kriminellsten Terrororganisationen der Welt.[13]

Literatur aus Pro-Brexit-Quellen deckten die teilweise fehlende Sourveränität der EU-Mitgliedstaaten auf. Die Äußerungen des ungarischen Premierministers Victor Orbán könnten einige zusätzliche Einsichten liefern.

Das oben betrifft nicht einmal das Argument zu andren Fällen, in denen einige EU-Mitglieder ebenfalls weniger demokratisch sind als Israel. Eine solche Analyse müsste die Existenz von No-Go-Areas und die schwache Leistung der Politik und Justiz dieser Länder beinhalten.

[1] http://www.timesofisrael.com/fierce-likud-vote-kicks-off-primary-season-with-netanyahus-future-in-balance/

[2] researchbriefings.parliament.uk/ResearchBriefing/Summary/SN05125

[3] http://www.timesofisrael.com/fierce-likud-vote-kicks-off-primary-season-with-netanyahus-future-in-balance/

[4] https://bdsmovement.net/what-is-bds; https://www.haaretz.com/opinion/.premium-what-bds-really-wants-1.5356807

[5] http://www.jpr.org.uk/documents/JPR_2019._Apartheid_briefing_paper.pdf

[6] ebenda

[7] https://ukandeu.ac.uk/fact-figures/what-is-sovereignty/

[8] https://worldview.stratfor.com/article/eu-and-unanimity-trap

[9] https://europa.eu/european-union/about-eu/institutions-bodies/court-justice_en

[10] http://www.trouw.nl/groen/nederlands-water-scoort-een-dikke-onvoldoende~a5c63d67/

[11] www.theguardian.com/world/2015/sep/22/eu-governments-divisive-quotas-deal-share-120000-refugees; www.theguardian.com/world/2017/jun/13/eu-takes-action-against-eastern-states-for-refusing-to-take-refugees

[12] http://www.heritage.org/terrorism/report/the-asylum-terror-nexus-how-europe-should-respond

[13] https://www.bbc.com/news/world-middle-east-47286935

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Eine kurze Geschichte des Judenhasses

Clifford D. May, The Washington Times, 13. März 2019

Ein Neumitglied des US-Kongresses macht sich offen blind-religiösen Eifer gegen Juden und Israel zueigen. Ihre Parteigenossen von den Demokraten verfehlen es mit nur wenigen Ausnahmen ihre Worte und Ansichten entschlossen zu verurteilen. Beunruhigend, sicher; aber erinnern wir uns: Dieser krasse Baum wächst in einem alten üppigen und weltweiten Wald.

Beispiele gefällig? Letzte Woche gehörten zu einem Karnevalsumzug in Belgien Wagen, die übergroße Statuen religiöser Juden trugen, wütend knurrende Männer mit großen Nasen, die auf Geldsäcken saßen, einer mit einer Ratte, die sich auf seiner Schulter niedergelassen hatte.

Die UNESCO, eine UNO-Organisation, die sich angeblich der „intellektuellen und moralischen Solidarität der Menschheit“ verschrieben hat, erkannte den Umzug als kulturelles Erbe-Ereignis an und lehnte jegliche Kritik daran ab. Die UNO hat sich freilich in eine  Organisation entwickelt, die Israel beständig und vehement diskriminiert.

Ebenfalls in Belgien wurde letzte Woche Mehdi Nemmouche, von der BBC alsl „in Frankreich geborener Jihadist“ erkannt, des Mordes an einem Paar und zwei Mitarbeitern des jüdischen Museums in Brüssel vor fünf Jahren schuldig gesprochen. Sein Anwalt hatte behauptet, der Anschlag sei eigentlich „eine gezielte Exekution“ durch Agenten des Mossad gewesen, Israels Auslands-Geheimdienst. Er machte sich nicht die Mühe irgendwelche Beweise dafür vorzulegen.

Die BBC merkte an: „An einem Punkt argumentierte die Verteidigung sogar, dass Nemmouche nicht als antisemitisch bezeichnet werden könne, weil er Calvin Klein-Schuhe trug – ein offenkundiger Verweis auf Herrn Kleins jüdisches Erbe.“

Gewaltverbrechen gegen Juden nehmen in Deutschland, Frankreich und Schweden zu. Großbritanniens Labour Party wird geführt von Jeremy Corbyn, der letztes Jahr an der Veranstaltung einer Gruppe teilnahm, die Israel „einen qualmenden Haufen Jauche, die ordnungsgemäß entsorgt werden muss“ bezeichnete.

In Irland verabschiedete das Parlament ein Gesetz, das noch nicht gültig ist,  um eine Reihe Geschäftstransaktionen mit Juden in der Westbank, auf den Golanhöhen und sogar im jüdischen Viertel der Altstadt von Jerusalem für kriminell zu erklären.

Von diesen wird oft gesagt, es handele sich um „illegal besetztes palästinensisches Territorium“. Ein weniger tendenziöser Begriff wäre „umstrittene Gebiete“. Israel nahm in einem Verteidigungskrieg 1967 sie Syrien (den Golan), und Jordanien (Westbank und Ostjerusalem einschließlich des jüdischen Viertels) ab.

Die Israelis haben in der Vergangenheit Land aufgegeben und würden das zweifelsohne wieder tu n – wenn sie das Vertrauen hätten, im Gegenzug Frieden zu bekommen, statt Raketen und Terrortunnel, wie es der Fall war, seit sie 2005 den Gazastreifen aufgaben. Welcher andere Staat würde das nicht haben wollen? Welcher andere Staat würde dafür kritisiert, dass er so handelt?

Judenhass ist so alt wie die Berge von Judäa; er geht sogar noch vor die Rebellion der jüdischen Nation gegen den römischen Imperialismus und Kolonialismus von 66 bis 73 n.Chr. zurück. Zu den von Rom verhängten Strafen gehört die Umbenennung der eroberten jüdischen Gebiete.

Syria Palaestina oder kurz Palästina, kommt von Philistia, Land der Philister, uralten Feinden der Israeliten (mit Goliath als dem Bekanntesten). Die Philister waren ein Seefahrervolk von den Inseln der Ägais, das sich im 12. Jahrhundert v.Chr. an den Ufern des östlichen Mittelmeers niederließ. Und nein, die wir heute Palästinenser nennen, sind nicht ihre Nachfahren.

Judenhass hat in den folgenden Jahrhunderten viele Formen angenommen, darunter Verfolgung und Pogrome in Europa und dem Nahen Osten. Juden sind aufgrund von Religion und Rasse gehasst worden, wegen ihres Reichtums und ihrer Armut, als Kapitalisten und Kommunisten. Juden sind als Kosmopoliten und (in Israel) als Nationalisten geschmäht worden.

Judenhasser können Christen, Muslime oder Atheisten sein. Manche der destruktivsten Judenhasser sind selbst Juden oder jüdischer Abstammung gewesen.

„Antisemitismus“ ist ein relativ neuer Kunstbegriff, geprägt 1879 von Wilhelm Marr, einem deutschen Judenhasser, dessen Ziel es war klarzumachen, dass selbst Juden, die konvertiert und/oder assimiliert sind, als Feinde betrachtet werden sollten, die Komplotte gegen die deutsche Nation und die arische Rasse schmieden.

1919 schrieb Hitler von „rationalem Antisemitismus“, einer Doktrin, deren „Endziel unbeirrbar die Beseitigung der Juden insgesamt sein muss“. Nachdem er 1933 an die Macht kam, initiierte er den Boykott jüdischer Geschäfte – eine BDS-Bewegung (für Boykott, De-Investitionen und Sanktionen) sozusagen. Schließlich schaffte es Hitler mit extremem Vorurteil, rund 6 Millionen Juden aus Europa zu beseitigen.

Heute streben Israels Gegner an etwa dieselbe Zahl aus dem Nahen Osten zu beseitigen. Manche BDS-Befürworter bestehen darauf, dass sei nicht ihre Absicht. Jeder, der glaubt, es sei möglich den jüdischen Staat zu vernichten, ohne die in diesem Staat lebenden Juden zu vernichten, wäre gut beraten sich durchzulesen, was in Syrien und dem Jemen abläuft und Somalia, dem blutgetränkten Land, aus dem die Abgeordnete Ilhan Omar und ihre Familie flohen.

Oder sie sollten einfach den Führern von Hamas, Hisbollah und der Islamischen Republik Iran zuhören, die nicht versuchen ihre völkermörderischen Absichten zu verbergen. Der oberste Revolutionsführer Ali Khamenei hat Israel als „bösartigen Krebstumor“ bezeichnet, der „entfernt und ausgerottet“ werden muss.

Ja, ich weiß: Nicht jeder, der Israel kritisiert, ist für diese „Endlösung“. Aber ich sehe keinen Grund denen, die sich selbst als Antizionisten bezeichnen, einen Vertrauensbonus zu geben.

Vor 1948 war das zionistische Projekt die Wiedergründung eines jüdischen Nationalstaats in einem Teil der antiken jüdischen Heimat. Man konnte aus vielen Gründen dagegen sein. Seit 1948 aber bedeutet Zionismus inzwischen die Unterstützung des Überlebens Israels, seines Existenzrechts.

Diejenigen, die dagegen sind, sind bestenfalls gleichgültig gegenüber dem Schicksal der einzigen aufblühenden jüdischen Gemeinschaft, die es im Nahen Osten noch gibt. Mit anderen Worten: Ihnen ist jüdisches Leben egal.

Das irgendwelche Kongressabgeordnete dieser Beschreibung entsprechen, ist Besorgnis erregend. Aber wir wollen nicht vergessen: Das ist Ausdruck einer uralten und weit verbreiteten Ideologie, einer, die nie lange inaktiv war.

Mauer-Bauer (17)

Die EU finanziert eine Mauer und keiner redet davon:

Dies ist nicht die von Donald Trump gewünschte Grenzmauer zwischen den USA und Mexiko, auch ist es nicht der Zaun des ungarischen Premierministers Viktor Orbán, der den Zustrom von Migranten nach Europa stoppt. Nein dies ist eine 764 Kilometer lange Mauer zwischen der Türkei und Syrien, die von niemand anderem als der Europäischen Union finanziert wird.

Die Türkei teilt sich eine 822 Kilometer lange Grenze mit Syrien, einem Land, das seit 2011 aus allen Richtungen bombardiert und terrorisiert wird, darunter auch von mehrere EU-Mitgliedstaaten. Die Mauer verläuft durch die Provinzen Sanliurfa, Gaziantep, Kilis, Hatay, Mardin und Sirnak und beinhaltet physische, elektronische und fortschrittliche technologische Schichten.

(weiter hier)

Was stand in einem Leserbrief von 1929?

Sheri Oz, Israel Diaries, 18. Dezember 2018

Man kann bemerkenswert unerwartete Schätze finden, wenn man eine archäologische Grabung in alten Zeitungen vornimmt. Hier ist etwas, das auftauchte, als ich nach etwas anderem suchte:

ARABER UND JUDEN

Sir – In Ihrer Ausgabe vom 26. Oktober macht Herr J. C. MacGregor in seinem Brief eine sehr seltsame Bemerkung: „Die meisten Menschen – und nicht zuletzt der berühmte Oberst Lawrence – wissen, dass unsere früheren Versprechen den Arabern gegenüber von unseren späteren Versprechen den Juden gegenüber (nationale Heimstatt usw.) annulliert wurden, wie es die Balfour-Erklärung aus dem Jahr 1917 verkörpert.“ Ich fürchte, Herr MacGregor weiß nicht, was „unsere früheren Versprechen den Arabern gegenüber“ waren, sonst würde er eine solche Bemerkung nicht geäußert haben.

Das Versprechen war Inhalt eines Briefs von Sir Henry McMahon aus dem Jahr 1915 an den Sherif von Mekka und er war von vorbehaltlicher Natur. Sein Inhalt lautete, dass Großbritannien am Ende des Krieges bereit sein würde die Unabhängigkeit arabischer Territorien anzuerkennen, die südlich des 37. Breitengrades liegen und gegen die türkische Herrschaft rebellierten. Der Sherif von Mekka rebellierte und wurde danach zum König des Hedschas gemacht. Die palästinensischen Araber rebellierten nie; sie blieben während des gesamten Feldzugs von General Allenby passiv. Erst 1921 behauptete Feisal, dass den palästinensischen Arabern im Brief von Sir Henry McMahon Selbstverwaltung versprochen worden sei und als der Kolonialminister (Herr Winston Churchill) ihm erklärte, dass sich irrte, akzeptierte er dessen Äußerung. Darüber hinaus machte Sir Henry McMahon selbst ein einem 1922 an das Kolonialministerium geschriebenen Brief aktenkundig, dass er beabsichtigte Palästina von dem dem Sherif von Mekka gegebenen Versprechen auszunehmen.

Das einzige Versprechen, das den palästinensischen Arabern gegeben wurde, ist das, das in der Balfour-Erklärung gegeben wurde, nämlich „dass nichts unternommen werden soll, das die bürgerlichen und religiösen Rechte der bestehenden nichtjüdischen Gemeinschaften in Palästina beeinträchtigen könnte“. Diese Zusage ist treulich gehalten worden.

Ich bin usw.
Israel Cohen

(abgedruckt in The Saturday Review, 1929)

Ich glaube nicht, dass ich irgendetwas hinzufügen muss, um dies noch klarer zu machen, als es dem scharfsinnigen Leser ohnehin schon ist. Nicht, dass dies 1929 geschrieben wurde, vor dem Holocaust, vor der Gründung der PLO, vor einem Haufen Zeugs.

Ich überlasse es Ihnen mir zu sagen, was Sie hieraus entnehmen.

Intelligenzbestie im Auswärtigen Amt

auf twitter gefunden: Christian Buck, Direktor für den Nahen Osten und Nordafrika im Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland meinte am 24. Dezember folgendes von sich geben zu müssen:

Das hatte einige ironische und ernste Kommentare zur Folge – die Highlights:

Natürlich gab es von dem Herrn eine Reaktion noch am selben Tag – die übliche: Missverständnis, blablabla…

Halten wir fest: Der Mann weiß offensichtlich, dass er einen dicken Patzer fabriziert hat, aber zugeben ist nicht, das wäre schlecht. Also erfindet er eine Entschuldigung, die keine ist, wie so üblich in diesen Kreisen. Nur nichts zugeben, sonst steht man ja blöde da.
Dass er noch blöder da steht als wenn er es eingestanden hätte, zeigen wieder Kommentare, bei denen den Usern der Humor endgültig abhanden kam – es gibt keine Ironie mehr darunter (Auszüge):

Ergänzung vom 6. Januar:

Benjamin Weinthal berichtete am 4. Januar 2019 in der Jerusalem Post, dass Buck seinen Tweet inzwischen gelöscht hat sowie einen Kommentar aus Israel HaYom:

„Die Gleichsetzung der Verfolgung von Jesus und seiner Familie, zuerst durch König Herodes und dann durch die Römer, mit der Lage der Palästinenser im Nahen Osten ist in antisemitischen Kreisen üblich. In den letzten Jahren haben antiisraelische Kreise mit Ermutigung durch die palästinensische Autonomiebehörde Jesus zunehmend als Palästinenser dargestellt, obwohl er Jude war und als solcher verfolgt wurde.“

Um palästinensische Rechte verteidigen zu können, muss man erst einmal wissen, welche Rechte sie haben

Daled Amos, Elder of Ziyon, 19. November 2018

Den Underdog zu unterstützen mag nobel sein, aber es ist keine Garantiee, dass man auch weiß, wovon man redet.

Im November 2016 führte Ami Horowitz eines seiner „Ami auf der Straße“-Interviews; es ging darum „Wie weiße Linke schwarze Wähler tatsächlich sehen“.

Das Thema war Kontrolle der Wähler-Identität und die erste Hälfte zeigte ihn, wie er Studenten an der UC Berkeley interviewte, wo die Studenten behaupteten:

  • Afroamerikaner tendieren weniger dazu einen staatlichen Ausweis zu haben.
  • Minderheiten tendieren weniger dazu einen Ausweis zu haben.
  • Afroamerikaner leben nicht in Gegenden mit einfachem Zugang zu Kraftfahrzeugbehörden.
  • Afroamerikaner haben keinen Zugang zum Internet.
  • Afroamerikaner haben nicht das Geld, um einen Internetprovider zu bezahlen.
  • Afroamerikaner wissen nicht, wie das Internet funktioniert.

Die zweite Hälfte des Videos spielt sich in Harlem ab – und es muss nicht gesagt werden, dass die interviewten Afroamerikaner fanden, die Studenten von Berkeley seien selbst wahnsinnig uninformiert, wenn nicht gar selber Rassisten.

Sehen Sie selbst:

Ich war an dieses Video erinnert, als ich vom College of Arts and Science an der New York University las, wo letzten Monat von Rose Asaf ein Vorschlag für eine BDS-Resolution eingebracht wurde.

Ein Student konterte:

„BDS bevormundet Palästinenser, beseitigt jegliche Verantwortlichkeit oder Tätigkeit von ihrer Seite … Es behindert die Aussichten auf eine beiderseitig vereinbarte Lösung und schädigt letztlich die Falschen, nämlich die fast 50.000 Palästinenser, deren Arbeitsplätze gefährdet werden, wenn gegen ihre Firmen vorgegangen wird.“

Asaf jedoch bestand darauf, dass große palästinensische Gewerkschaften BDS befürworten:

Es ist neokolonial und paternatlistisch palästinensischen Arbeitern zu sagen, was für sie am besten ist, wenn sie uns selbst sagen, was für sie am besten ist – und das ist BDS zu unterstützen.“

Asafs Behauptung widerlegt den Punkt nicht, dass Boykotte die Arbeitsplätze von Palästinensern gefährden würden. Der Verweis darauf, dass Gewerkschaften BDS befürworten, impliziert einfach, dass palästinensisch-arabische Arbeiter bereit seien ihre Jobs zu verlieren – in der Annahme, dass diese Gewerkschaften tatsächlich die Meinung der Arbeiter spiegeln.

Aber repräsentieren die Gewerkschaftsführer wirklich die palästinensischen Araber und ihre Interessen? Unterstützen palästinensische Araber wirklich BDS?

Der Fall von SodaStream schient Asafs Argumentation zu widerlegen.

SodaStream beschäftigte mehr als 500 palästinensisch-arabische Arbeitnehmer in Ostjerusalem und der „Westbank“ – Forbes gibt die Zahl der beschäftigten palästinensischen Araber mit 900 an.

Diesen mehr als 500 Arbeitnehmern war es egal, wo die Fabriken stehen und als Druck SodaStream zwang umzuziehen, verloren diese Arbeiter ihre Jobs.

Wissen Asaf und diese Gewerkschaften irgendwie mehr darüber, was palästinensisch-arabische Arbeitnehmer wollen?
Und was das betrifft: Hat das, was diese Arbeitnehmer wollen, überhaupt eine Priorität der BDS-Anhänger?

Dass palästinensische Araber bereit sind in Israel und sogar in den Siedlungen zu arbeiten wird unterstützt von einer Meinungsumfrage im Juli, die vom Jerusalem Media and Communications Centre in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung durchgeführt wurde. Sie stellte fest, dass eine beträchtliche Mehrheit der palästinensischen Araber in der Westbank wie im Gazastreifen keine Probleme damit haben in Israel zu arbeiten:

Frage 34: Ganz allgemein – würde es Ihnen etwas ausmachen in Israel oder in einer israelischen Siedlung zu arbeiten?

Ein weiteres Beispiel ist die Ignoranz derer, die behaupten im Auftrag israelischer Araber zu sprechen und behaupten Israel sei ein Apartheidstaat.

Zwar ist Israel nicht perfekt und es gibt noch immer eine Menge zu tun, aber viele derer, die behaupten die Interessen der Araber zu vertreten, sind sich offenbar nicht der folgenden Liste bewusst, die von Elder of Ziyon zusammengestellt wurde und das Ausmaß der Integration von Arabern in die israelische Gesellschaft illustriert, das erreicht worden ist:

Es gibt Araber in der IDF; so

  • Oberst Ghassan Alian, Kommandeur der Golani-Brigade der IDF
  • Yusef Mishleb – IDF-Generalmajor
  • Annett Hoskia, eine ausgesprochene israelische Zionistin, deren 3 Söhne in der IDF gedient haben
  • Shibel Karmy Mansour, Ansagerin im Israel Army Radio

Im israelischen Justizsystem gibt es:

  • George Kara, der ein Gericht aus 3 Richtern leitete, das einen israelischen Ex-Präsidenten verurteilte
  • Salim Joubran, Richter am obersten israelischen Gerichtshof
  • Jamal Hakrush, stellvertretender Präsident der israelischen Polizei

Und dann ist da die akademische Welt:

  • Jacob Hanna, Biologe und Stammzellenforscher am Weizmann-Institut
  • Rania Okby, erste beduinische Ärztin in der Geschichte
  • Hossam Haick, weltbekannter Wissenschafter und Erfinder innovativer Krebsdiagnose-Techniken
  • Aziz Darawshe, Direktor der Notfallmedizin am Hadassah Medical Center – Ein Kerem.
  • Masad Barhoum, Generaldirektor des Western Galilee Hospital
  • Professor Alean Al-Krenawi, Präsident des Achva-Colleges an der Universität des Negev
  • Ashraf Brik, Professor an der Ben-Gurion-Universität und 2011 Gewinner des Preises „Herausragende junge Chemiker“
  • Omar Barghouti, Doktorand an der Universität Tel Aviv – und gleichzeitig führender arabischer Verfechter des akademischen Boykotts Israels.

In Politik und Diplomatie:

  • George Deek, gerade zu Israels Botschafter in Aserbaidschan ernannt
  • Naim Aradie, Israels Botschafter in Norwegen
  • Reda Mansour, Historiker, Dichter und ehemaliger Botschafter in Ecuador
  • Jamal Zahalka, rewarb BA, MA und Doktortitel; Mitglied des israelischen Parlaments und Parteichef der Balad – der sich als Opfer „israelischer rassistischer Apartheid“ beschreibt
  • Majalli Wahabi, ehemaliger stellvertretender israelischer Parlamentspräsident und kommissarischer Präsident Israels im Februar 2007

In der Populärkultur:

  • Walid Badir, israelischer Fußballstar, Kapitän von HaPoel Tel Aviv
  • Mira Awad, Schauspielerin, Sängerin und Songwriterin – trat 2009 für Israel beim European Song Contest an
  • Nissren Kader, Gewinnerin eine israelischen Gesangswettbewerbs
  • Lina Makhoul, 2013 von israelischen Zuschauern zur Gewinner von „The Voice“ gewählt
  • Lana Rasland, ehemalige Miss Israel
  • Niral Machola, Miss Israel Universe
  • Niral Krantinji, Gewinnerin von Israels Next Top Model
  • Salma Fayumi, israelische Krankenschwester und Zweitplatzierte von Master Chef Israel
  • Lucy Aharish, israelische Nachrichtensprecherin und Fernsehmoderatorin

Wie im Fall von Ami Horowitz‘ Video oben gibt es da draußen eine Menge Ignoranz in den Behauptungen, die von Leuten aufgestellt werden, die behaupten sich um die Menschenrechter palästinensischer Araber zu kümmern.

Aber auch eine ganze Menge Bösartigkeit.

Es ist fast so, als wären die palästinensischen Araber nicht die Hauptsorge einiger dieser Israelkritiker.