Westler, die die Verherrlichung palästinensischer Mörder wissentlich ignorieren

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Israels Gegenpropaganda-Aktivitäten sind seit Jahrzehnten durch große Inkompetenz gekennzeichnet. Soweit es diese Aktivitäten gibt, ist ein Element, das keine markante Aufmerksamkeit erhält, die Tatsache, dass die palästinensische Gesellschaft von einer Kultur der Verherrlichung von Tod und Mord durchdrungen ist. Das gilt nicht nur für die Hamas, die ihren Wunsch Juden zu ermorden auf das gründen, was sie als göttlichen Wunsch Allahs bezeichnen. Genauso trifft es auf die palästinensische Autonomiebehörde zu, die terroristische Mörder belohnt. Wenn Terroristen bei kriminellem Tun sterben, geht ihre monatliche finanzielle Belohnung an ihre Familien. Und nicht nur die Palästinenserführung verherrlicht den Tod. Es gibt auch viele Einzelne, die das tun, darunter einige Mütter derer, die bei Terroraktionen gestorben sind.

Wie könnten Israel und seine Freunde diese Kultur der Verherrlichung des Todes entlarven? Ein erstes Ziel hätte die christliche Welt sein müssen. Ein Teil des Todesethos hat eine theologische Grundlage. Viele muslimische Mörder auch an anderen Orten in der Welt brüllen „Allahu Akbar“ (Allah ist größer), bevor sie ihr Verbrechen begehen. Christen können nicht von ihren biblischen Texte abkehren, in denen in den zehn Geboten steht: „Du sollst nicht töten.“

Eine wichtige prominente antiisraelische christliche Organisation ist der Ökumenische Rat der Kirchen (Weltkirchenrat).[1] Er besteht hauptsächlich aus protestantischen und orthodoxen christlichen Denominationen. Dem ÖRK sollten regelmäßig neue theologische Beispiele für das Zitieren Gottes als Befürworter von Mord durch palästinensische Möchtegern-Terroristen regelmäßig vorgelegt werden. Dieses Handeln sollte durch die israelischen Regierung oder interessierte Organisationen und alle betroffenen Einzelpersonen erfolgen.

Ein weiteres Ziel für solche Erhellung sind die Kirchen, die Israel boykottieren und die wissentlich vor den palästinensischen Morden und Verbrechen die Augen verschließen. Eine davon ist die amerikanische presbyterianische Kirche. Bei ihrer Synode am 25. Juni 2018 wurde eine Resolution zur Gewalt zwischen Gaza-Palästinensern und israelischen Streitkräften an der Grenze des Küstenstreifens verabschiedet. Ursprünglich bezog sie sich auch auf die Hamas. Dennoch wurden aus ihr alle Verweise auf diese völkermörderische Terrororganisation vor dem Beschluss herausgenommen.[2][3] Das ist ein klarer Fall von christlichen Leitern, die wissentlich ihre Augen vor strukturellem Mord verschließen.

Man könnte den presbyterianischen Synodalen immer wieder empfehlen jeden Tag vor dem Frühstück die zehn Gebote zu lesen. Man könnte sie auch fragen, wann sie sich zuletzt gegen die – teilweise theologische begründete – Verherrlichung des Todes durch Muslime positioniert haben. Das wäre erst der Anfang ihrer Verlegenheiten. Kirchen sollten auch regelmäßig mit neuen Beispielen palästinensischer Verherrlichung des Todes im Namen Allahs auf dem Laufenden gehalten werden.

Kopien dieser Informationen sollten zudem an Prediger und Leiter lokaler presbyterianischer Kirchen geschickt werden. Für diejenigen, die die BDS-Kampagne gegen Israel unterstützen, wäre es eine gute Lehre für ihr Fehlverhalten. Für diejenigen, die gegen BDS sind, wäre es eine Stärkung ihres Kampfes dafür, die Entscheidung ihrer Kirche rückgängig zu machen. Vor ein paar Wochen sprachen sich 1.080 scheinheilige europäische Parlamentarier gegen die Annexion von Land durch Israel in der Westbank und für eine Zweistaatenlösung aus.[iv] Wohl nie zuvor hat eine solche Anzahl europäischer Parlamentarier eine Resolution gegen wirkliches Übel unterschrieben.

Es gab auch hier einen theologischen Aspekt. Anglikanische Bischöfe, Mitglieder im britischen Oberhaus, unterzeichneten den Brief. Das waren der Bischof von Southwark, Rt. Rev. Christopher Chessun und die Bischöfe von Coventry, Portsmouth, Salisbury und Worcester zusammen mit dem früheren Leiter der anglikanischen Kirche, Rowan Williams.[5] Man sollte sie fragen, wann sie sich zum letzten Mal – wenn überhaupt – gegen die Verherrlichung des Todes durch Palästinenser ausgesprochen haben, insbesondere die auf Grundlage von Allahs Befehl. Sie sollten auch regelmäßig über neue Beispiele für die Verherrlichung des Todes informiert werden. Warum sollten sie es unterstützen, dass den Palästinensern ein Staat gegeben wird, da offensichtlich ist, dass die Verherrlichung des Todes, die frontal gegen ihre eigenen religiösen Lehren verstößt, mit dessen Gründung nicht verschwinden wird? Tief in kulturelle Elemente eingebettete Elemente ändern sich nicht auf die Schnelle.

Auch die EU kann für die Offenlegung ihrer Passivität zum palästinensischen Todesethos als ein Hauptziel gelten. Sie hat selten ausdrücklich die Verherrlichung von Tod und Mord durch Palästinenser erwähnt. Eine der unmoralischsten Äußerungen kann vom EU-Vizepräsidenten Josep Borrell, dem Hohen Vertreter für Außen- und Sicherheitspolitik der EU. Dieser sozialistische ehemalige spanischer Minister wurde nach dem Aufruf des Iran nach Israels Vernichtung gefragt. Er antwortete: „Der Iran will Israel auslöschen? Das ist nicht neu. Damit muss man leben.“[6] Die europäische Haltung der Unterstützung einer „Zweistaatenlösung“ ist sogar eine indirekte Unterstützung palästinensischer Verherrlichung der Todeskultur.

Die UNO ist ein weiteres leichtes Ziel für das Entlarven von Heuchelei. Das gilt für die ganze Organisation. Es sollte festgehalten werden, dass der UNO-Sonderkoordinator für den Nahost-Friedensprozess, Nikolay Mladenov, ein Büro in Jerusalem hat. Da er in Israel lebt, kennt er die Details der Verherrlichung von Tod und Mord durch die Palästinenser ganz genau. Er sollte ständig gefragt werden, warum er nichts gegen die palästinensische Werbung für Mord sagt. Die UNO veröffentlichte die Universale Erklärung der Menschenrechte. In dieser heißt es, dass jeder für sein Tun verantwortlich ist. Das gilt auch für Mladenov und er versagt mächtig, wenn er die Palästinenser nicht ständig entlarvt.

All dies wirft einmal mehr die Frage der Mitschuld auf. Diese gilt besonders für die amerikanischen Presbyterianer, die für eine Resolution stimmten, aus der die Hamas-Verbrechen entfernt wurden. Sie verschließen wissentlich die Augen vor dem Handeln einer völkermörderischen Terrorbewegung.

Man kann der grundlegenden Frage nicht ausweichen: Wer sich in den palästinensisch-israelischen Konflikt einbringt und über die massive Kultur der Verherrlichung von Tod und Mord in der palästinensischen Gesellschaft schweigt, ist der dann an dem Bösen mit Schuld?

Diese Frage kam vor kurzem in einem weiter fortgeschrittenen Fall auf. Der niederländische Außenminister Stef Blok (VVD) und die Ministerin für Außenhandel und Entwicklungszusammenarbeit Sigrid Kaag (D66) haben das niederländische Parlament informiert, dass die niederländische Regierung der NGO, die zwei palästinensische Terroristen beschäftigte, die des Mordes an der 17-jährigen Israelin Rina Schnerb im August 2019 verdächtig sind, Entwicklungshilfe gezahlt hat. 2017 erhielten beide Personen einen Ausweis der niederländischen diplomatischen Vertretung in Ramallah. Mit diesem Dokument konnten sie sich als „Mitarbeiter“ einer Partnerorganisation der niederländischen Vertretung ausweisen. Die palästinensischen Terroristen arbeiteten bis 2019 für die palästinensische NGO Union of Agriculture Work Committees (UAWC)[7]. Kaags Ministerium hat der Organisation 20 Millionen Euro gezahlt. Selbst nachdem sie von NGO Monitor und UN Lawyers for Israel (UKLFI) gewarnt worden war, subventionierte sie die Organisation bis 2020 weiter.[8]

Das führte zu einer Reaktion eines Parlamentariers der niederländischen rechten Partei Forum für Demokratie, der twitterte, dass Kaag für diesen Mord mitverantwortlich war. Er entschuldigte sich dann. Man kann solche Vorwürfe nicht bestätigend erheben, sondern nur über Fragen.

Es gibt viele andere Organisationen mit ähnlichen Ansätzen in ihrer Einstellung gegenüber dem palästinensischen Todesethos. Dazu gehört die führende masochistische jüdische Organisation in den USA: J-Street. Hat man dort jemals die Frage palästinensischer Verherrlichung des Todes angesprochen? Sie können mit Beispielen davon bombardiert werden, während man ihr Schweigen aufzeigt. Da sie so stark in den palästinensisch-israelischen Konflikt involviert sind, können sie für sich keine Unschuld in Anspruch nehmen und die Frage ist berechtigt, ob ihr Schweigen sie zu Mittätern macht.

Dieser Artikel führt, verglichen mit der viel größeren Zahl aufgetretener und anhaltender Fälle nur eine kleine Zahl von Beispielen an. Was hier aufgeschrieben ist, zeigt die riesige Inkompetenz aufeinander folgender israelischer Regierungen und Premierminister, dieses Argument nicht öffentlich entwickelt haben.

[1] www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/11053

[2] https://ngo-monitor.org/data/images/File/NGOM_IPMN_June_2014%20(1)_NEW.pdf

[3] www.jpost.com/diaspora/presbyterian-church-usa-passes-resolutions-critical-of-israel-560826

[4] www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/282693

[5] https://southwark.anglican.org/news/press-releases/2020/joint-letter-by-1080-european-parliamentarians-against-israeli-annexation-of-west-bank

[6] www.israelhayom.com/2019/07/04/eu-appoints-outspoken-israel-critic-foreign-policy-chief/

[7] Verband der landwirtschaftlichen Arbeitsausschüsse

[8] https://tpo.nl/2020/07/20/twee-palestijnse-terreurverdachten-betaald-van-nederlands-belastinggeld-droegen-pas-van-nederlandse-vertegenwoordiging/

Mit welchem Recht verurteilt die EU Israels Anwendung der Souveränität in Judäa und Samaria?

David Singer, Israel National News, 14. Juni 2020

Die hektische Eile der Europäischen Union (EU) Israels Wiederherstellung jüdischer Souveränität in 30% von Judäa und Samaria („Westbank“) zu verurteilen wirft ein schlechtes Licht auf eine Organisation, die eine außergewöhnlich konfrontative Herangehensweise zum jüdischen Staat übernommen hat.

Anführer dieses Angriffs war EU-Außenpolitikchef Josep Borrell:

„Wir fordern Israel nachdrücklich auf keine einseitigen Entscheidungen zu treffen, die zur Annexion von besetztem palästinensischem Territorium führen und als solche gegen das Völkerrecht verstoßen würden.“

Dass so viele falsche Aussagen in einem so kurzen Satz eines ranghohen EU-Vertreters stecken, ist atemberaubend:

– Israel handelt nicht einseitig

Solches Handeln erfolgt zusammen mit Präsident Trump nach der totalen Ablehnung der PLO mit Israel Verhandlungen auf der Grundlage von Trumps detailliertem Plan zu führen, der am 28. Januar 2020 veröffentlicht wurde.

– 70% von Judäa und Samaria warten darauf, dass die PLO – oder jeglichen anderen arabischen Gesprächspartner wie Jordanien – bereit ist anzutreten und über ihre zukünftige Souveränität zu verhandeln.

– Israel will nicht entgegen dem Völkerrecht besetzte palästinensische Gebiete annektieren

„Annexion besetzten palästinensischen Territoriums“ würde bedeutet Territorium zu übernehmen, das jemand anderem gehört, auf das Israel keinen Anspruch hat.

„Entgegen dem Völkerrecht“: Israel wird in 30% von Judäa und Samaria Souveränität anwenden, in Übereinstimmung zu erworbenen juristischen Rechten zur Wiederherstellung der jüdischen nationalen Heimstatt in diesem bestimmten Gebiet, das dem jüdischen Volk durch Folgendes verliehen wurden:

  • Der Beschluss von San Remo und der Vertrag von Sevres 1920
  • Das Mandat des Völkerbundes für Palästina von 1922
  • Artikel 80 der Charta der Vereinten Nationen von 1945

Der Versuch der EU diese bestehenden jüdischen legalen Rechte in Judäa und Samaria in den Müll zu werfen ist extrem beunruhigend – weil 20 der aktuell 27 Mitgliedstaaten der EU plus das ehemalige Mitglied Großbritannien – zu den 51 Mitgliedstaaten des Völkerbundes gehörten, die Judäa und Samaria einstimmig in das Gebiet einbezogen, in dem die Juden berechtigt waren ihre biblische jüdische Heimat nach 3.000 Jahren wiederherzustellen.

Artikel 25 des am 24. Juli 1922 genehmigten Mandats für Palästina hatte vorgesehen, dass die Bestimmungen des Mandats zur Errichtung der jüdischen nationalen Heimstatt „in den Gebieten zwischen dem Jordan und der Ostgrenze Palästinas, wie sie letztlich festzulegen ist“ vertagt oder zurückgehalten werden sollten.

Judäa und Samaria (Westbank) – war damit eindeutig für die jüdische nationale Heimstatt vorgesehen.

Das Protokoll der Ratssitzung des Völkerbundes vom 16. September 1922 (unten) bestätigt diesen Beschluss.

Achte Sitzung (öffentlich)

Abgehalten in Genf am Samstag, 16, September 1922 um 16:30 Uhr

Anwesend: Alle Repräsentanten der Mitglieder des Rats und der Generalsekretär.

  1. Artikel 25 des Mandats für Palästina.

Lord Balfour erinnerte seine Kollegen daran, dass Artikel 25 des Mandats für Palästina, wie es vom Rat am 24. Juli 1922 in London bestätigt wurde, vorsieht, dass die Territorien in Palästina, die östlich des Jordan liegen, unter einem etwas anderen Regime als der Rest Palästinas stehen sollten. Der Artikel lautet wie folgt:

„In den Territorien zwischen dem Jordan und der Ostgrenze von Palästina, wie sie letztlich festgelegt werden, soll das Mandat berechtigt sein, mit Zustimmung des Rats des Völkerbundes, Bestimmungen dieses Mandats zu vertagen oder ihre Anwendung zurückzuhalten, da es sie für die bestehenden örtlichen Umstände als unanwendbar betrachten könnte…“

Die britische Regierung schlug jetzt lediglich vor diesen Artikel umzusetzen. Er war immer Teil der vom Bund erwogenen Politik und wurde von der britischen Regierung anerkannt und letztere wünschte nun, ihn umzusetzen. In Ausführung dieser Politik, verkörpert in Artikel 25, lud Lord Balfour den Rat ein eine Reihe von Beschlüssen zu verabschieden, die das Mandat in Bezug auf diese Territorien zu modifizierten. Das Ziel dieser Beschlüsse war diejenigen Sondervorkehrungen für Transjordanien zurückzunehmen, die den Juden westlich des Jordan eine nationale Heimstatt bieten sollten.

Das vom britischen Repräsentanten vorgelegte Memorandum zu den Schritten, die die britische Regierung vorschlug, um Artikel 25 in Kraft zu setzen, wurde dann verlesen (Anhang 420).

M. Hanotaux erklärte, dass er bereits sei dem britischen Memorandum zuzustimmen, unter der Voraussetzung, dass in Übereinstimmung mit der gerade von Lord Balfour gegebene Erklärung darauf abzielt nur im Gebiet östlich des Jordan das allgemeine System des Mandats für Palästina beizubehalten.

Der Marquis Imperiali war ebenfalls bereit dem Memorandum zuzustimmen, gemäß der bei dem Treffen des Rats in London am 24. Juli 1922 getroffenen Entscheidung bezüglich des Inkrafttretens der Mandate für Palästina und Syrien.

Lord Balfour stimmte der Interpretation des Memorandums durch M. Hanotaux und der Vorbehalte des Marquis Imperiali in vollem Umfang zu.

Der Rat genehmigte das Memorandum des britischen Repräsentanten.

Die 78% des ursprünglich 1920 zur Wiederherstellung der jüdischen nationalen Heimstatt östlich des Jordan vorgesehenen Territoriums wurden dem jüdischen Volk damit 1922 verweigert – aber das Gebiet von Judäa und Samaria wurde eindeutig nicht davon ausgenommen.

Diese 20 EU-Mitgliedstaaten, die 1922 tatsächlich zugunsten der Schaffung dieser jüdischen Rechte stimmten, waren:

Belgien, Bulgarien, Kroatien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, die Slowakei, Spanien und Schweden.

Die folgenden Gründe helfen jedoch die unermüdliche Opposition zu Israels Souveränitätsschritt zu erklären:

„erstens ist Israel stolz nationalistisch; zweitens kann Israel – dank des ideologischen Schutzes durch die Propaganda-Offensive des KGB in den 1960-er und 1970-er Jahren – fälschlich als kolonialistisch und rassistisch hingestellt werden, womit den Europäern eine Möglichkeit geboten wird, ihre Schuld wegen ihrer kolonialistischen und rassistischen Vergangenheit zu lindern; drittens sind Israels lokale Feinde Muslime, was Europa eine Möglichkeit bietet die Jizya für seine eigenen muslimischen Minderheiten zu zahlen; und schließlich ist Israel ein jüdischer Staat – und hier ist keine weitere Erklärung nötig.“

Europas Antipathie gegenüber Juden kommt in Mode – wieder einmal.

Und die EU hat sich schändlich verhalten – wieder einmal.

Anmerkung des Autors: Die Karikatur – exklusiv für diesen Artikel in Auftrag gegeben – hat Yaakov Kirschen alias „Dry Bones“ – erstellt, einer der herausragendsten politischen und sozialen Kommentatoren, dessen Karikaturen die Kolumnen israelischer und internationaler Medienveröffentlichungen seit Jahrzehnten zieren. Seine Karikaturen sind auf dem Drybonesblog zu sehen.

Die vielen Gesichter des Antisemitismus

Bei allem Bestehen darauf, dass Antisemitismus das Eine und Antizionismus etwas ganz anderes ist, arbeiten die beiden jedoch auf den Straßen europäischer und amerikanischer Städte Hand in Hand

Ben Cohen, Israel HaYom, 1. Juni 2020

Vor mehreren Jahren bot ich in einem Artikel für das Commentary Magazine eine Unterscheidung der beiden Arten antisemitischer Denkweisen an. Die erste nannte ich „Bierkeller“-Antisemitismus, die zweite „Bistro“-Antisemitismus, um so die Kluft zwischen den beiden Arten zu veranschaulichen.

Bierkeller waren die Trink-Lokale in Deutschland während der 1920-er und 1930-er Jahre, in denen die Nazi-Schläger herrschten. Sie boten auch Adolf Hitler eine Bühne, um seine schäumende Gossenrhetorik gegen Kommunismus, Liberalismus und vor allem die Juden weiterzuentwickeln. Es gab keine Versuche diese Rhetorik zu tarnen oder zu verschönern, die lauthals erklärte, die Juden seien Deutschlands Unglück. Die gründliche Entmenschlichung der Juden in der Nazi-Propaganda bereitete den Boden für ein Jahrzehnt der Verfolgung, das im Holocaust gipfelte.

Bierkeller-Antisemitismus wart damals unverkennbar und sofort erkennbar. Aber „Bistro“-Antisemitismus – etwas schelmisch zu Ehren der behaglichen Restaurants und Bars benannt, in denen großstädtische Intellektuelle sich gerne versammeln – war, so argumentierte ich, schwieriger zu erkennen.  Der Grund war, dass Juden selten direkt als Juden das Angriffsziel dieser Schriften, Reden, Parlamentsbeschlüsse und so weiter waren. Stattdessen verlässt sich das Bistro-Denken auf Kennzeichen, Codes und Umschreibungen, die versuchen „Juden“ und „Judentum“ von „Zionismus“ und „dem Staat Israel“, dem „jüdischen Establishment“ und den anderen Schreckgespenstern der Progressiven zu trennen, die antisemitische Argumente befördern, während Antisemitismus-Vorwürfe empört als grundloser Rufmord abgetan werden.

Dieser Kontrast zwischen lautstarkem Antisemitismus, der Juden ihr Menschsein verweigert und dem getarnten Antisemitismus, der Juden ihre Nationalität verweigert, ist nicht der einzige Unterschied. Wichtiger ist wohl die Feststellung, dass die „Bierkeller“-Form des Antisemitismus ausdrücklich auf physische Gewalt gegen Juden abzielt, während seine „Bistro“-Form, Proteste gegen jüdische Macht und Privilegien, sich in der wichtigen, gewaltfreien Form beweist, z.B. in Boykott-Kampagnen, Demonstrationen gegen proisraelische und zionistische Redner an Universitäten, in den Hallen der UNO ständig ausgekippte Schmähungen gegen den jüdischen Staat, auch durch führende Menschenrechts-NGOs wie Human Rights Watch und Amnesty International.

Während die Jahre vergingen hat sich die Kluft zwischen krudem Antisemitismus und seiner höflicheren Ausdrucksform (also zwischen „Bierkeller“ und „Bistro“) beträchtlich weiter verjüngt. Unter den Beispielen möchte ich die britische Labour Party anführen, wo antisemitische Rhetorik, die ihren Ruf im Verlauf der letzten fünf Jahre zerstörte, in den meisten Fällen die Variante „Rothschild-Bankiers beherrschen die Welt“ hatte. (Ganz zu schweigen davon, dass Juden für den transatlantischen Handel verantwortlich gemacht werden, der Anschuldigung, „Zionisten“ hätten mit dem Nazi-Regime „kollaboriert“ sowie eine Menge weiterer undurchsichtiger Fantasien, die nichts mit israelischer Siedlungspolitik zu tun haben.)

Ich möchte auch Frankreich anführen, wo das Phänomen tödlicher Gewalt gegen Juden – von Terroranschlägen bis zu Eindringen in Häuser und Wohnungen – jetzt ins dritte Jahrzehnt geht. Kein Fall symbolisiert die Krise des französischen Antisemitismus besser als der von Sarah Halimi, einer 65 Jahre alten Jüdin, die im April 2017 von ihrem muslimischen Nachbarn Kobili Traoré in einem öffentlichen Wohnprojekt in Paris gefoltert und zu Tode geprügelt wurde. Trotz erheblicher Beweise zur kriminellen Vergangenheit Traorés, dass er die islamistische Omar-Moschee in Paris besuchte und Zeugenaussagen für sein antisemitisches Gebrüll, während er Halimi zu Tode prügelte, wird er ein Strafverfahren umgehen können; als Grund wird zeitweilige Unzurechnungsfähigkeit wegen Kannabis-Konsum angeführt. Kein Wunder, dass der Oberrabbiner Frankreichs, Haim Korsia, die Entscheidung der Pariser Staatsanwaltschaft Traoré nicht vor Gericht zu stellen als „Lizenz zum Töten von Juden“ bezeichnete.

Darüber hinaus sind während des letzten Jahres „erkennbare Juden“ – diejenigen, die religiöse Kleidung oder jüdische Symbole tragen – in zahlreichen Gewalttaten rund um den Globus angegriffen worden, von Buenos Aires über Brooklyn bis Berlin. Im November berichtete ich von einem solchen Vorfall – einem körperlichen Angriff auf einen jungen, Kippah tragenden Juden im Umkleideraum eines Fitnessstudios in Freiburg durch einen „Free Palestine!“ und „Du dreckiger Jude!“ brüllenden Mann. Für den Angreifer gab es nicht die Erfordernis die Sache der Palästinenser von der antijüdischen zu trennen; in dem Moment, in dem er die Kippa des jungen Mannes griff, auf sie spuckte und sie in eine Mülltonne warf, war das ein und derselbe Kampf.

Das Wiederaufleben des kruden, gewalttätigen Antisemitismus in den Vereinigten Staaten wie in Europa gegen Ende des letzten Jahrzehnts wirft ein neues Licht auf den höflichen Antisemitismus der progressiven Kreise. Bei all ihrem Beharren darauf, dass Antisemitismus das eine und Antizionismus etwas völlig anderes ist, arbeiten die beiden auf den Straßen europäischer und amerikanischer Städte Hand in Hand. Rhetorik, die Israel wegen angeblichen Schmuggels menschlicher Organe dämonisiert, hat sich z.B. mit traditionelleren Fixierungen wegen jüdischen Bankern, jüdischen Lobbyisten und jüdischer Heimlichkeiten verschmolzen.

Das Nettoergebnis ist nicht nur, dass antisemitische Hassverbrechen sich in fast jedem Land mit einer jüdischen Gemeinschaft vervielfacht haben, am bemerkenswertesten in Amerika; es ist dieser aus allen Teilen des politischen und kulturellen Spektrums geholte Antisemitismus, der jetzt offen auch schmerzlich zur Schau steht. Weiße Rassisten, radikale schwarze Nationalisten und Islamisten bestehen nebeneinander und tragen zur Gesamtzunahme der antijüdischen Feindseligkeit bei, während populistische rechte und linke Politiker sich gleichermaßen bereit erwiesen haben Antisemitismus zu vereinnahmen, wenn das zu tun politisch nützt. Antisemitische Klientelpolitik und Sprachbilder vergiften zunehmend alle Arten politischer Dispute – von der ultranationalistischen Partei AfD, die in Deutschlands Parlament Immgration anprangert, bis zu progressiven Demokraten auf dem Capitol Hill, die amerikanische Politik im Nahen Osten verurteilen.

Keine dieser beiden letzten Gruppen würden es schätzen mit der anderen in einen Topf geworfen zu werden, aber das demonstriert lediglich, wie ideologisch anpassungsfähig der Antisemitismus sein kann, besonders wenn digitale Kommunikation die Verbreitung antisemitischer Ideen erlaubt, die die traditionellen politischen, religiösen und nationalen Grenzen verwischt. Wie wir auf diese Entwicklungen als jüdische Gemeinschaft reagieren, gehört zu den kritischen Tests, denen wir uns im kommenden Jahrzehnt gegenüber sehen werden.

Die heuchlerische Verwendung des Begriffs „Völkerrecht“ durch die EU, die nur für Israel gilt

Elder of Ziyon, 20. Mai 2020

Der Hohe EU-Kommissar Josep Borrell gibt sich große Mühe in Bezug auf den israelisch-palästinensischen Konflikt ausgewogen und für Frieden zu erscheinen. Aber wenn er in offiziellen Presseverlautbarungen Fiktionen puscht, scheint die wahre Antipathie der EU durch.

Das Völkerrecht ist eine fundamentale Säule der auf Regeln gründenden internationalen Ordnung. Diesbezüglich erinnern die EU und ihre Mitgliedstaaten daran, dass sie keinerlei Veränderungen an den Grenzen von 1967 anerkennen werden, außer sie sind von Israel und den Palästinensern vereinbart. Die Zweistaatenlösung mit Jerusalem als zukünftiger Hauptstadt beider Staaten ist der einzige Wag nachhaltigen Frieden und Stabilität in der Region sicherzustellen.

So etwas wie „Grenzen von 1967“ gibt es nicht. Am 3. April 1949 unterzeichneten Israel und Jordanien eine Waffenstillstandsvereinbarung und mit einem grünen Stift wurde auf einer Landkarte eine Markierung gezogen – aber das sollte ausdrücklich keine Grenze sein und Israel behielt sich das Recht vor Land östlich dieser Grünen Linie zu beanspruchen.

Es wird zudem anerkannt, dass keine Bestimmung in diesem Abkommen in irgendeiner Weise die Rechte, Ansprüche und Positionen einer der Vertragsparteien bei der endgültigen friedlichen Vereinbarung zur Lösung des Palästina-Problems beeinträchtigt, wobei die Vorkehrungen dieses Abkommens ausschließlich durch militärische Überlegungen diktiert wird.

Das ist die einzige Quelle für die „Grenzen von 1967“.

Die meisten Diplomaten achten darauf, die Waffenstillstandslinien von 1949 nicht als „Grenzen“ zu bezeichnen, denn sie kennen diese Geschichte. Sie verwenden das Wort „Linien“ oder „Umgrenzung“. Dass die EU hier das Wort „Grenzen“ verwendet, ist eine bewusste Lüge – und steht im Widerspruch zum kostbaren „Völkerrecht“, das die EU zu wahren behauptet.

Jordanien kündigte diese Vereinbarung von 1949 durch einen Angriff auf Israel auf:

Von dem Gebiet, das von einer der Vertragsparteien dieses Abkommens kontrolliert wird, darf keine kriegerische Handlung oder feindselige Handlung gegen die andere Vertragspartei durchgeführt werden.

Die Resolution des UNO-Sicherheitsrats macht klar, dass jede tatsächliche Grenze „sicher“ sein muss – und Jordaniens Angriff 1967 zeigte, dass die Waffenstillstandslinien von 1949 für Israel nicht sicher waren.

Die EU und die UNO sind mit einem weiteren Hirngespinst weit über diese bereits ungeheure Erfindung der „Grenzen von 1967“ hinaus gegangen: dass das Land östlich der Grünen Linie, einschließlich Jerusalems, irgendwie einer palästinensischen Instanz gehört, die nie eine Waffenstillstandsvereinbarung unterschrieben hat.

Natürlich lässt nichts, was Israel und die PLO während Oslo unterschrieben haben, erwarten, dass die Linien von 1949 die Grenzen zwischen den beiden Staaten waren. Die einzige rechtliche Möglichkeit, wie die Palästinenser Eigentümerschaft an irgendwelchem Land beanspruchen können, ist über eine Vereinbarung mit Israel. Das ist grundlegendes Völkerrecht und ein Recht, das Borrell ziemlich gut kennt. Trotzdem hat er den Nerv sich auf „Völkerrecht“ zu berufen, um Israel seine im Waffenstillstandsabkommen angezeigten legalen Ansprüche wegzunehmen, und den Palästinensern Land zuzusprechen, von dem auf keine Weise gesagt werden kann, dass es ihnen gehört.

Borrells Scheinheiligkeit endet hier nicht:

Wir fordern Israel nachdrücklich auf keine einseitigen Entscheidungen zu treffen, die zur Annexion irgendeines besetzten palästinensischen Territoriums führen und als solche gegen das Völkerrecht verstoßen würden.

Dennoch ermutigt die EU die Palästinenser einseitige Entscheidungen zu treffen, um Land zu beanspruchen, besonders in Area C, indem dort illegal gebaut wird. Tatsächlich hilft die EU ihnen direkt Dörfer in Area C von Grund aufzubauen, die die EU als besetzt bezeichnet – was bedeutet, dass gemäß der eigenen Interpretation des Völkerrechts durch die EU allein Israel in diesen Gebieten als kriegsführender Besatzer Baugenehmigungen auszustellen berechtigt ist.

Ich konnte 2016 eine Tour durch diese baufälligen Bauten mitmachen, auf vielen prangt die EU-Flagge.

Hier ist eine Zeitraffer-Animation der von der EU ermutigten illegalen Bautätigkeiten der Palästinenser in Area C bei Jerusalem, die ich vor ein paar Jahren erstellte – planlose, gefährliche Bauten ohne Infrastruktur, zusammengeschustert auf jedem leer stehenden Land, das sie finden konnten.

Die EU sagt, alles, was Israel einseitig tut, sei illegal – aber sie unterstützt direkt diese einseitig gebauten illegalen Bauwerke und unverfrorenen Landraub in Gebieten unter israelischer Kontrolle. Diese Bauwerke verstoßen im Rahmen bestehenden, unterzeichneten Vereinbarungen gegen das Völkerrecht.

Boreells Heraufbeschwören eines Völkerrechts, das nur auf Israel angewendet wird, aber weder für die Palästinenser noch für die EU selbst gilt, ist atemberaubende Heuchelei.

Souveränität – kann die israelische expandieren, während die französische schwindet?

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Frankreich hat sich in den Medien als Führer der Länder vorgestellt, die von der Europäischen Union verlangen Strafmaßnahmen gegen Israel einzuführen, sollte es Teile der Westbank annektieren.[1] Bei dem Treffen der EU-Außenminister am 15. Mai wurde jedoch nicht einmal eine Vereinbarung zu einem milderen Antrag erzielt.[2]

Dieser Versuch antiisraelischer Führung durch Frankreich kommt zu einem Tiefpunkt in der Geschichte dieses Landes. Bis 17. Mai hatte Frankreich mehr als 27.000 Corona-Tote, wodurch es zu den am schlimmsten betroffenen europäischen Staaten gehört.[3] Es hat beträchtliche wirtschaftliche Probleme. Bereits vor der Pandemie hatte Frankreich ein schlechtes Verhältnis des Bruttosozialprodukts zum Schuldenstand, bei fast 100%. Die EU sagt ihrer Mitgliedstaaten eine Quote von etwa 60% anzustreben und das Haushaltsdefizit nicht über 3% geraten zulassen. Bis Mitte April sagten französische Minister für 2020 ein Haushaltsdefizit von 9% und ein BSP/Schulden-Verhältnis von 115% voraus,[4] was durchaus optimistisch sein könnte. Präsident Emmanuel Macrons Beliebtheit nimmt ab. Gegen Ende April lag sie bei 38%. Während des Ausbruchs der Pandemie hat sie zugenommen.[5]

Lange wurde die EU von einer deutsch-französischen Achse gesteuert. Jahrzehnte lang waren die Deutschen bereit Frankreich in der EU eine größere Rolle zu geben, als es das aufgrund seines politischen und wirtschaftlichen Gewichts verdiente. Das hing mit Deutschlands grausamer Kriegsvergangenheit zusammen. Den Deutschen gefiel ihre stärker als erforderliche Zurückhaltung. Während Angela Merkels lang andauernder Kanzlerschaft, die 2005 begann, wurde Deutschland dominanter. Das um so mehr, als der vorige sozialistische französische Präsident François Hollande (2012-2017) ein schwacher Führer war.

Frankreich droht weiterer Verfall. Die deutsche Tageszeitung Die Welt schrieb, dass Frankreich auf die Pandemie furchtbar schlecht vorbereitet war, wofür es mit vielen Toten bezahlte. Sie fügte hinzu, dass Frankreich heute wirtschaftlich weit hinter Deutschland zurückliegt. Es hat einen enormen Vertrauensverlust der französischen Bürger in die politische Führung ihres Landes gegeben. Die Zeitung behauptete auch, dass es in der Vergangenheit in Frankreich ein Gefühl gab, es habe eine Mittelposition zwischen den EU-Staaten Nordeuropas und dem wirtschaftlich problematischen Südeuropa eingenommen. Nach der Corona-Krise gehört es eindeutig zur Südgruppe.[6]

Es gibt andere extrem hetzerisch-antiisraelische Mitgliedstaaten der EU.[7] Warum sollte Frankreich der Führer des Lagers gegen die israelische Annexion sein? Sollte Frankreich in diesem kritischen Moment des nationalen Versagens nicht nach innen blicken? Warum tatsächlich international eine führende Rolle einnehmen?

Eine Reihe Faktoren scheint ins Spiel zu kommen. Die französische Außenpolitik ist die Domäne des Präsidenten des Landes. Ein Assistent des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy (2007-2012) sagte mir jedoch, dass es für seinen Chef sehr schwierig war das Außenministerium unter Kontrolle zu halten. Das Quai d’Orsay – wie es nach seiner Adresse oft genannt wird – verhält sich sehr unabhängig. Es hat seit dem 19. Jahrhundert eine proarabische Politik betrieben.

2008 veröffentlichte David Pryce-Jones sein Buch Betrayal: France, the Arabs and the Jews.[8] Seine Recherche beinhaltete Dokumente, zu denen er in den Archiven des französischen Außenministeriums Zugang hatte. Er kam zu dem Schluss, dass Frankreich im Nahen Osten mehr Schaden angerichtet hat als jedes andere Land.

Frankreich hat zwar sein Imperium verloren, versucht aber immer noch ein Image der Größe beizubehalten, das weit über sein wirkliches politisches und wirtschaftliches Gewicht hinausgeht. Das bedeutet auch auf Israel herabzusehen. 2001 ereignete sich bei einer privaten Dinnerparty bei Conrad Black, damals der Eigentümer des Daily Telegraph, ein diplomatischer Vorfall, an den man sich durchaus erinnert. Der französische Botschafter in Großbritannien Daniel Bernard bezeichnete Israel als „kleines Scheißland“.[9] Als Blacks Ehefrau Barbara Amiel das publik machte, versuchte Bernard sich herauszuwinden. Der Skandal brachte ihm in Frankreich keine Probleme ein; Bernard wurde zum Botschafter in Algerien ernannt, ein weiterer wichtiger Posten. Dort starb er 2004.

Gérard Araud wurde 2003 zum französischen Botschafter in Israel ernannt. Er hatte seine Legitimation noch nicht vorgelegt, als er sagte: „Sharon (damals Israels Premierminister) ist ein Verbrecher und Israel ist paranoid.“[10] Das kostete ihn beinahe seinen Job. Mit der Verwendung des Begriffs „paranoid“ demonstrierte er die französische Mischung aus Politik und Psychologie noch deutlicher.

Vielleicht haben wir hier einen Hinweis für einen Grund, dass Frankreich immer noch das Lager gegen die Annexion durch Israel anführen will. Der psychologische Faktor mag eine wichtige Rolle spielen. Frankreich ist auf seinem eigenen Territorium nicht völlig souverän. Es gibt eine große Zahl Gegenden, in die zu gehen für die Behörden „schwierig“ ist. Die französische Polizei hat Probleme diese Bereiche unbeschadet zu betreten und zu verlassen. Es ist ein Zeichen totaler Machtlosigkeit und Inkompetenz der Regierung, dass diese Situation sich entwickelt hat.

Ist es ein zu großer psychologischer Sprung zu glauben, dass Frankreich einerseits einiges an Souveränität auf dem eigenen Territorium abgegeben hat? Andererseits will das „kleine Scheiß-Israel“ seine Souveränität ausweiten. Das ist mental nicht zu verkraften. Warum sollte Frankreich einen Schwerpunkt auf das Völkerrecht legen, wenn es Zuhause nicht einmal seine eigenen Gesetze voll durchsetzen kann? Man kann ein Land nicht auf die Couch legen. Aber es lohnt sich den Gedanken zu äußern.

[1] hwww.theguardian.com/world/2001/dec/20/israel2

[2] https://eeas.europa.eu/headquarters/headquarters-homepage_en/79450/Video%20conference%20of%20Foreign%20Affairs%20Ministers:%20Remarks%20by%20High%20Representative%20Josep%20Borrell%20at%20the%20press%20conference

[3] http://www.worldometers.info/coronavirus/country/france/

[4] www.latribune.fr/economie/france/croissance-a-8-dette-de-115-le-gouvernement-aggrave-encore-ses-previsions-economiques-pour-2020-845085.html

[5] www.lefigaro.fr/politique/les-popularites-de-macron-et-philippe-sont-en-baisse-20200424

[6] www.welt.de/politik/ausland/plus207646603/Corona-Krise-Frankreich-fuehlt-sich-von-Deutschland-endgueltig-abgehaengt.html

[7] www.welt.de/politik/ausland/plus207646603/Corona-Krise-Frankreich-fuehlt-sich-von-Deutschland-endgueltig-abgehaengt.html

[8] Verrat: Frankreich, die Araber und die Juden. – David Pryce-Jones: Betrayal: France, the Arabs and the Jews (NY, Encounter Books, 2008)

[9] http://www.theguardian.com/world/2001/dec/20/israel2

[10] http://jcpa-lecape.org/la-diplomatie-francaise-deraille-aveuglee-par-la-nostalgie-du-levant/

Analyse: Die fehlgeschlagenen Reaktionen des Westens auf Jihad-Morde

Ein Augen öffnendes Interview mit Professor Richard Landes: „2000 übernahmen westliche Progressive, indem sie sich auf die Seite der Palästinenser stellten, ein fatales Prinzip: Wenn Jihadisten eine Demokratie angreifen, machen sie die Demokratie dafür verantwortlich.“

Dr. Manfred Gerstenfeld interviewt Richard Landes, Israel National News, 5. April 2020

Beginnend im Jahr 2000 missverstanden viele in der westlichen Welt systematisch das Wesen der Bedrohung, der der Westen durch den globalen Jihad ausgesetzt ist; dieser ist eine mittelalterliche Jahrtausendbewegung. Vier frühe Beispiele aus den Jahren 2000 bis 2006 veranschaulichen die schweren Fehler, die von westlichen Vordenkern und Medienprofis gemacht wurden.

Man sollte den Ausbruch der palästinensischen Intifada und die angebliche Tötung Mohammed al-Durahs im September 2000 als den ersten Jihad-Angriff auf eine westliche Demokratie betrachten.

Unter Verwendung von Selbstmord-Terroranschlägen als ihrer Hauptwaffe begannen palästinensische Jihadisten einen Vernichtungskrieg, der sich gegen israelische Zivilisten richtete. Statt ihn als solchen zu erkennen, präsentierten westliche Medien die Palästinenser jedoch fast im Rudel als „Freiheitskämpfer“, die einem eisernen imperalistisch-kolonialistischen Israel Widerstand leisten, das es unerklärlicherweise – oder böswillig – ablehnte diesem „armen, umkämpften Volk“ seine Freiheit zu geben.

Professor Richard Landes, früher an der Boston University, wurde als Mittelalter-Forscher ausgebildet. Er konzentriert sich auf die Wechselwirkung zwischen Eliten und einfachen Bürgern in verschiedenen Gesellschaften. Er hat viele Bücher veröffentlicht und betreibt sieben Internetseiten, darunter „The Second Draft“, AlDurah.com und einen Blog, „Augean Stables“. Er hat ein Manuskript zur Betrachtung der vier hier diskutierten Vorfälle abgeschlossen; es trägt den Titel „Stupidity Matters: A Medievalist Guide to the 21st Century“.[1]

Landes fährt fort: Als das Bild von Mohamed al-Durah – angeblich von der IDF angeschossen in den Armen seines Vaters – erstmals erschien, berichteten die Traditions-Nachrichtenmedien, die großen, klassischen Nachrichtenmedien, das als wahr. Dies erfolgte ihrerseits ohne jegliche ernste Recherche oder Zweifel. Das kennzeichnet einen entscheidenden Sieg für etwas, was man „tödlichen Journalismus“ nennen könnte. Die Medien berichteten ihrem westlichen Publikum palästinensische Kriegspropaganda als Nachrichten. Es war auch „Eigentor-Journalismus“, weil sie, wie andere Jihadisten, andere Ungläubigen-Demokratien genauso als ihren Feind und Ziel betrachteten.

Es dauerte nicht lange bis zum nächsten Vorfall, diesmal war es ein großer.

Der zweite jihadistische Angriff auf eine westliche Demokratie waren die Anschläge vom 9/11 im Jahr 2001, eigentlich auf die weltweite demokratische Hegenomie. Es gab einen anfänglichen Ausbruch an Sympathie für die tausende amerikanischen Opfer und Wut wegen Bin Ladens Anschlag. Aber damals setze auch eine Reihe von Gegenkräften ein, die schließlich die politisch korrekte Diskussion dominieren sollten. Präsident George W. Bush bestand darauf, dass der Islam eine Religion des Friedens ist. Gute Menschen fragten: „Was haben wir getan, dass sie uns derart hassen?“

Schlimmer noch: Eine Reihe Progressiver, Akademiker und Intellektueller freute sich offen über diesen Schlag gegen Amerikas „erstickende Hegemonie“.

Verschwörungtheoretiker bestehen darauf, dass die Administration Bush den Anschlag vollführt hatte, um einen Krieg gegen den Islam beginnen zu können. Noam Chomsky argumentierte, dass die USA ein noch schlimmerer Terrorist sei und diesen Schlag verdiente. Westliche Journalisten lehnte es zunehmend ab das Wort „Terrorist“ zu verwenden, um Jihadisten zu beschreiben, die Demokratien angreifen; und in völligem Gegensatzu zu ihrer Veröffentlichung der falschen palästinensischen Ikone al-Durah hörten viele westliche Redakteure auf Bilder der Opfer des 9/11 zu veröffentlichen.

Das dritte Beispiel törichter Reaktionen auf den Krieg mit dem Jihad betraf das, was fälschlich das „Massaker von Jenin“ genannt wurde. Im April 2002 unternahm Israel den ersten Gegenangriff gegen die palästinensische Jihad-Selbstmord-Kriegsführung. Mehr als ein Jahr permanenter, brutaler Selbstmord-Terroranschläge und israelischer Zurückhaltung gipfelte in der Ermordung von 30 israelischen Zivilisten an Pessach in einem Hotel in Netanya, wobei noch 140 Menschen verletzt wurden. Die IDF begann dann eine Militäroperation, die sich gegen das Zentrum der Anschläge, einem Viertel im Flüchtlingslager Jenin richtete. Nach drei Wochen Kämpfen betrug die Zahl der palästinensischen Opfer – zumeist Bewaffnete – etwa 54. 23 israelische Soldaten wurden getötet. Es war eine der ersten Reaktionen einer demokratischen Armee auf Selbstmord-Jihad, eine bemerkenswert vorsichtige dazu.

Die Traditionsmedien im Westen wiederholten die falschen palästinensischen Anschuldigungen nazihafter Massenhinrichtungen von Zivilisten. Viele stellten es als Angriff auf die gesamte Stadt Jenin dar. Schließlich, als die Journalisten die Chance hatten den 5 Block großen Bereich in dem Lager zu sehen, fanden sie für keine einzige palästinensische Behauptung eine Bestätigung. Doch statt zu widerrufen legten noch einige, zusammen mit ihren Verbündeten NGOs, eins drauf. „Beweise für Massker nehmen zu … erschreckend.“ Demonstrationen gegen Israel in Europa ließen Leute nachgemachte Selbstmord-Bombengürtel tragen, um Solidarität mit den Palästinenser zu zeigen. Sie bejubelten ihren Feind für dessen niederträchtigste Taten. Es war eine verrückte Eigentor-Politik.

Das vierte Beispiel des Kriegs mit dem Jihad betraf den Skandal um die „dänischen Mohammed-Karikaturen“ im Februar 2006. Die dänische Tageszeitung Jyllands Posten veröffentlichte zwölf Karikaturen, die den Propheten Mohammed darstellten. Mehrere Monate später bemühte sich eine Gruppe radikaler dänischer Imame den Protest zu verstärken. Schließlich anmierten sie die globale muslimische Straße mit einem „Tag des Zorns“, nicht nur in muslimischen Länldern, sondern auch in einigen westlichen Hauptstädten. Diese Demonstrationen verurteilten die dänische Zeitung wegen Blasphemie und in einigen Fällen erklärten die Jihadisten offen ihre Absicht den Westen zu erobern und zu unterwerfen. Eine Muslimische Straße war in Europa erwachsen geworden.

Das war eine Auffrischung des Versuchs die Gesetze der Scharia in die westliche Welt hinein auszudehnen. Die erste Runde lief 1989, als der Oberste Revolutionsführer im Iran, Ayatollah Ruhollah Khomeini, eine Fatwa gegen den britisch-indischen, in London lebenden Romanautor Salman Rushdie erließ. Muslime versuchen das Verhalten von Ungläubigen in der westlichen Welt zu regulieren, besonders Ehrerbietung einzufordern. Tatsächlich überschlugen sich westliche Führungspolitiker sich für die Beleidigung der Muslime zu entschuldigen. Als Demonstration des Verständnisses für die Beleidigung setzten Westler die eher milden dänischen Karikaturen mit Juden dämonisierenden Nazi-Karikaturen gleich.

Wie hätte der Westen in diesen Fällen reagieren sollen?

Landes antwortet: Mit der Verantwortung dafür tragen die Traditionsmedien eine sehr schwere Last. Journalisten und Redakteure hätten berichten müssen, was die Palästinenser auf Arabisch sagten, besonders ihre völkermörderischen Jihad-Tiraden zur Beherrschung der Welt. Sie hätten zudem über die umfangreichen Drohungen und Einschüchterungen berichten müssen, die die Palästinenser gegen sie richteten, um sie davon abzuhalten die dunkle Seite der palästinensischen Kultur und Taten zu berichten. Sie hätten wenigstens ein Mindesmaß an professionellen Bedenken aufrecht erhalten müssen. Die Medienmeute versagte auf höchste spektakuläre Weise.

Charles Enderlin, der Korrespondent der französischen Presseagentur AFP, machte aus dem Al-Durah-Videomaterial einen viralen „Nachrichtenbericht“. Stattdessen hätte er den Kameramann feuern müssen, der die Bilder inszenierte. Danach hätte Enderlin einen Bericht darüber senden müssen, wie ein arabischer Kameramann westliche Ausrüstung benutzte, um Kriegspropaganda zu filmen. Mit dieser Art von Berichterstatung wäre es Westlern einfacher gefallen zu begreifen, dass der Ausbruch der „Intifada“ der Beginn eines globalen Jihad gegen den Westen war und sie nicht mit offenen Armen empfangen.

Die Intifada war die Antwort der palästinensischen Araber auf die Prinzipien des im Gesamtergebnis positiven Friedens von Oslo, in den in den 1990-ern so viele Progressive so viel Energie gesteckt hatten. Stattdessen ließ diese Berichterstattung in den Medien die Mentalität aufkommen, die die meisten westlichen Eliten immer noch beherrscht. Im Jahr 2000 übernahmen westliche Progressive, als sie sich auf die Seite der palästinensischen Araber schlugen, das fatale Prinzip: Wenn Jihadisten eine Demokratie angreifen, dann macht dafür die Demokratie verantwortlich.

Zugegeben: Präsident Bush musste die Feindseligkeit der amerikanischen Öffentlichkeit gegenüber ihren Muslimen beruhigen. Doch Wissenschaftler hätten mit einem Lehrplan herausrücken müssen, wie man Kalifastaats-Anhänger, d.h. Muslime, die glauben, dass die Zeit dafür gekommen ist, dass der Islam die Welt beherrscht, zu verstehen. Das hätte auch ein technisches Vokabular für die arabischen Begriffe beinhalten müssen, das diese Muslime verwenden und das sie daher verstehen und glauben.

Das 9/11-Denkmal in New York hätte als großes Zentrum für solches Lehren aufgebaut werden müssen. Es sollte den Leuten helfen zu verstehen, was muslimische Massenmörder motiviert. Stattdessen vermeidet es unter dem Druck „moderater“ Kalifats-Anhänger jegliche Diskussion über die Täter.

Intellektuelle der Öffentlichkeit hätten Debatten darüber führen müssen, wie man zwischen moderaten Muslimen – die ihre Religionsfreiheit genug zu schätzen wissen, um anderen dieselbe Freiheit zuzugestehen – von denen unterscheidet, die diese Religionsfreiheit missbrauchen, um zu planen sie anderen zu nehmen. Journalisten hätten den Begriff „Terrorist“ verwenden müssen, um diejenigen Muslime zu beschreiben, die sich bewusst Zivilisten zum Ziel nehmen. Sie hältten erklären sollen, dass jemand, der die Welt erobern und andere unter Scharia-Apartheidsregeln unterjochen will, nicht einmal ansatzweise ein „Freiheitskämpfer“ ist.

Soweit es den Fall Jenin angeht, hätten westliche Medien sich zurückhalten und palästinensischen Behauptungen von einem angeblichen massaker keinerlei Glaubwürdigkeit geben dürfen, bis Belege zur Verfügung standen. Sie hatten bereits umfangreiche Erfahrung mit unzuverlässigen palästinensischen Quellen. Die Medien hätten der Öffentlichkeit erklären müssen, warum dieses besondere Ziel in Jenin ausgewählt wurde. Dann hätten westliche „Progressive“ ihren Feinden vielleicht nicht zugejubelt.

Westler hätten, wären sie anständig informiert worden, zumindest verstanden, dass diese Selbstmord-Jihadisten auch sie im Visier hatten. Als das Lager in Jenin für Journalisten geöffnet wurde, hätten diese die niedrige Zahl an Toten, den hohen Anteil palästinensisch-arabischer Kämpfer unter ihnen und die beispiellosen Opfer der IDF-soldaten berichten sollen, um die Kollateral-Toten unter den Zivilisten niedrig zu halten. Sie hätten detailliert die Beweise für den palästinensischen Todeskult des Selbstmord-Terrors diskutieren müssen, wie er auf Postern und im Fernsehen übertragenen Predigten zum Ausdruck kommt, die in der palästinensischen Gesellschaft so weit verbreitet ist.

Zum Skandal der dänischen Karikaturen sagt Landes: Westliche Sprecher hätten die Impresarios der „Tage des Zorns“ verurteilen sollen. Die muslimischen Hetzer fertigten drei zusätzliche Karikaturen, die weit blasphemischer waren als die der Dänen. Dazu gehörte „Mohammed als Schwein“, „Mohammed wird beim Gebet von einem Hund anal genommen“ und „Mohammed als Pädophiler“.

Mit Tadelung der wahren Blasphemie hätte der Westen die Bühne für ernste und reife Dikussion mit intelligenten Muslimen bereiten können, von denen es reichlich gibt. Diese Leute fanden Hetze der radikalen Imame sowohl gefährlich als auch lächerlich. Stattdessen machten öffentliche Persönlichkeiten im Westen, selbst in Sicherheitskreisen, aus Kalifats-Anhängern wie CAIR in den USA und die MAB in Großbritannien Moderate und suchten ihren Rat, wie man sich der muslimischen Gemeinschaft annähern soll. Sie ignorierten die wirklich moderaten, friedliebenden Muslime, die in ihren eigenen Gemeinschaften ausgegrenzt wurden. Die westlichen Eliten stellten sich am Ende auf die Seite unserer Feinde, der Kalifats-Anhänger. Es war ein gewaltiger Akt kollektiver Unterwerfung.

Wie sehen die Folgen des Scheiterns des Westens aus so zu reagieren, wie er es getan haben sollte?

Landes erklärt, dass der Westen durch dieses Versagen wichtiges Terrain im globalen öffentlichen Raum verlor: Im Aufschwung bis zum Jahr 2000 hofften die meisten Progressiven, unabhängig von ihren Vorbehalten, auf eine staatsbürgerliche globale Öffentlichkeit im neuen, ersten globalen Jahrtausend, das auf positiven Summenprinzipien beruhte. Statt einen aufrichtigen progressiven Diskurses mit viel Raum für Meinungsverschiedenheiten auszuweiten, gaben die Progressiven hingegen einem moralisch und kognitiv verwirrten Diskurs Raum, der die palästinensisch-arabische Sache – ausgerechnet auf dem Höhepunkt ihre Selbstmord-Terrorkampagne – zu „Lithmus-Test liberaler Legitimation“ machte. Pazifisten wie Judith Butler begrüßten sogar Hamas und Hisbollah als Teil der globalen progressiven Linken.

Diejenigen, die diesem Unsinn widerprachen, verstummten. Andere nahmen in aller Stille den Faden auf, der moralische Schlüsselfragen umkehrte, indem sie den unbewussten „humanitären Rassismus“ westlicher Progressiver ausnutzten. Die Progressiven blickten von ihrem moralischen hohen Ross herab und bemitleideten diese „armen, geknechteten“ palästinensischen Araber. Sie überlegten, dass diese Leute keine moralische Instanz haben und daher „keine Wahl“, außer sich selbst umzubringen um israelische Zivilisten zu masskarieren. Diese humanitären Rassisten sahen sich an, wie boshaft die Palästinenser waren und schüttelten traurig den Kopf: „Welche Wahl haben sie denn … angesichts dessen, wie grausam ihr Israelis seid?“ Dann machten sie einer derart widerlichen Sache anzuhängen zum Eintrittspreis zu progressiven Kreisen. Keine effektive Stimme erhob sich, um sich dem entgegenzustellen.

Stattdessen hätte der Westen Wege finden müssen den Riss innerhalb seiner eigenen Gesellschaften zu heilen. Damals verfügte der demokratische Körper immer noch über etwas Bindekraft. Sie hätten sich auf ein paar grundlegende Vereinbarungen zu den Spielregeln zwischen Links und Rechts, zwischen konservativ und progressiv einigen müssen. Stattdessen internalisierte der Westen den „Zusammeprall der Zivilisationen“ als Form von kulturellem AIDS. Die Anhänger dieser kulturellen Desorientierung über Kalifatsanhänger spielten die Rolle der weißen Blutkörperchen, die nicht den Eindringling bekämpfen, sondern den Boten, der das Eindringen berichtet. Sie betrachteten die natürliche Reaktion auf das „rückt zusammen, wir werden angegriffen“ als erbärmlich. Jeder, der sich wegen des Islam sorgte, dieser angeblichen Religion des Friedens, war fremdenfeindlich und islamophob. Das passiert immer noch.

Die Angst als Islamophober bezeichnet zu werden übt im Westen des 21. Jahrhunderts erstaunlichen Einfluss aus. Diese Angst hat zum Beispiel seit mehr als einem Jahrzehnt Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes in mehr als einer britischen Stadt davon abgehalten eine Gruppe örtlicher Muslime weiter britische Mädchen als Gruppe zu vergewaltigen und zur Prostitution zu zwingen – in den Augen dieser Muslime sind „ungläubige“ Mädchen, Sexsklavinnen. Dieses Schweigen und das Versagen der Behörden einzugreifen war verheerend.

Dass ein solch nebulöses – wenn nicht gar boshaftes – Wort wie „Islamophobie“ heute in der westlichen Öffentlichkeit so viel Macht hat, ist eine Katastrophe für unsere Fähigkeit klar zu denken. Es ist ein großer Teil der zunehmend sichtbaren Spaltung in so vielen Demokratien, zwischen dem Volk auf der einen und seinen Eliten auf der anderen Seite. Die Eliten betrachten die offensichtliche Selbstverteidigung der Tribalisten als erbärmlichen Populismus, während einfache Leute das dogmatische und selbstmörderische Beharren der Elite auf Appeasement entweder als dumm oder als Verrat betrachten. Die Reaktion der Elite auf Israels Operation in Jenin kann so zusammengefasst werden: „Wer seid ihr, dass ihr euch gegen die Aggression von Kalifatsanhängern wehrt? Wisst ihr nicht, dass sie das böse macht?“ Tatsächlich sagten sie das jedem.

Wie betrachten Sie Trumps Einstellung zu den palästinensischen Arabern?

Heute besteht der traurige Witz darin, dass Trump, der krude Spielplatz-Rüpel, bei weitem die vernünftigste Nahost-Politik hervorgebracht hat, sowohl was die Vorsicht gegenüber mehrheitlich muslimischen Nationen dort drüben und seiner Einstellung gegenüber den palästinensischen Arabern angeht. Die Palästinenser sind in der Lage gewesen die Friedensverhandlungen mit den Israelis zu zerrütten und Israel in den letzten 20 Jahren wiederholt dafür verantwortlich zu machen, zweimal in der Zeit von Obama. Das veranschaulicht, wie durchgeknallt die „Friedensindustrie“ geworden ist. Ihre insgesamt positive Logik – Land für Frieden – steht im Dienst eines arglistigen Partners, der Land für Krieg will.

Trumps Deal des Jahrhunderts ist eigentlich die Art von Lösung zu diesem Problem, die offensichtlich für jeden, der nicht der Vorstellung hörig ist, die Palästinenser müssten um ihrer Ehre willen die gesamte „Westbank“ zurückbekommen und dass die „Zweistaatenlösugn“ die einzig mögiche Lösung für den Konflikt ist.

Fakt ist: Die Palästinenser sind noch nicht bereit für die Eigenstaatlichkeit, eine Tatsache, die vom aktuellen hysterischen Antizionismus verschleiert wird. Die politische Kultur der palästinensischen Araber ist mehr als ein halbes Jahrhundert lang von gewalttätigen Gruppen bestimmt worden, die Hass und Völkermord predigen, systematisch ihre eigenen Kinder missbrauchen und ihr Volk opfern. Das Konzept der Zweistaatenlösung mag der allerdümmste idiotische Gedanke des Westens sein, auch wenn sie derzeit weithin fast als Dogma anerkannt ist. Solch eine Lösung wäre netter und sogar passend. Die Palästinenser sind allerdings nicht einmal annähernd in der Lage einen demokratischen Staat zu gründen. Autonomie in den Gebieten, in denen die palästinensischen Araber am einwohnerstärksten sind, wäre genau genommen großzügig. Dort können sie an der Verbesserung ihrer bürgerlichen Fähigkeiten arbeiten, die so lange unter den Bedingungen westlicher Verehrung vernachlässigt wurden.

Doch insgesamt verlieren Länder, die von der Verfassung zu Fairness und Gleichheit vor dem Gesetz verpflichtet sind, gegenüber einer mittelalterlichen Millenial-Bewegung an Boden, die zum Teil aus den Höhlen Afghanistans kamen. Was immer uns innerhalb der demokratischen Gemeinwesen trennt, fordert keinen Krieg; was uns tatsächlich vereint ist unsere besonders produktive Art mit Unterschieden umzugehen. Aber in vielen Demokratien scheint eine Verschiebung in einen tribalistischen „Wir gegen die“-Teammodus stattzufinden, auch in den USA und Großbritannien. Das ist eine Katastrophe. Tatsächlich wird damit genau der Zusammenprall der Zivilisationen internalisiert, von dem so viele Eliten nicht einmal anerkennen wollen, dass er im Gang ist.

Die Traditionsmedien sind bezüglich des Konflikts „zwischen dem Fluss und dem Meer“ nur sehr marginal besser geworden, zumeist dank bohrender Beobachter-Organisationen wie CAMERA und HonestReporting. Aber jedes Mal, wenn Blut vergossen wird, kehren diese Medien schnell in ihre alten, tödlichen Gewohnheiten zurück, mit denen sie jihadistischen Hass samt seiner Darstellung palästinensischen Leidens füttern und demokratische Kräfte spalten.

Al-Durah war der Sieg einer Fake-News-Kampagne, die heute immer noch blüht; die große Mehrheit der Nachrichten passt in das Narrativ des israelischen Goliath gegen den palästinensischen David. Heute sehen wir, wie sich diese Art Fake-News – oder Interessen-Journalismus – in die innenpolitischen US-Nachrichten ausbreiten. Von Fox über CNN bis MSNBC finden wir eine Art voreingenommener Zügellosigkeit sowohl in der Terminologie als auch bei „Fakten“, die die Art von Angriff wiederholen, die Israel seitens westlicher Medien in früheren Jahrzehnten erlitt.

Jedes Wesen, dessen Augen und Ohren – im Fall westlicher Demokratien die Nachrichtenmedien –sich selbst betrügen, wird nicht lange überleben, besonders wenn es ernsthafte Feinde hat. Der Coronavirus präsentiert uns einen Stresstest dazu, wie robust und genau unser Informationssystem agiert. Bisher ist das nicht ermutigend.

Der antiisraelische/propalästinensische Journalismus füttert den Diskurs der Kalifatanhänger, in dem Israel schlecht und schuldig und die palästinensischen Araber gut und unschuldig sind. Die gesamte BDS-Kampagne gründet auf den Fake News, die „progresisve“ Interessen-Journalisten und „Menschenrechts“-Aktivisten in dieser Regiion besonders seit dem Jahr 2000 generieren. Der israelische Journalist Ben Dror Yemini hat das die „Lügen-Industrie“ genannt. Die aktuelle Macht von BDS, obwohl so viele ihrer Behauptungen widerlegbar sind, legt nahe, dass es ein wichtiges Publikum gibt, das nach Geschichten lechzt, in denen Juden sich übel verhalten. Woher kommt diese boshafte Freude an Israels moralischer Abwertung?

Die aktuelle Welle an Judenhass im Westen, die erste seit den Nazis, begann im Jahr 2000, als verrückte Journalisten wie die Französin Catherine Nay verkündeten, das Bild Mohammed al-Durahs lösche und ersetze das Bild des Jungen im Warschauer Ghetto. Das Ersetzungsnarrativ der Progressiven und der Kalifatsanhänger – „Israel gleich Nazis, Palästinenser gleich Juden“ – vergiftet den Westen weiterhin. Unter den Umständen der Corona-Pandemie, in denen ein uraltes und durchgängiges Verlangen die Juden für Unglück verantwortlich zu machen lockt, bedroht diese Art toxischen Diskurses weiterhin jeden, einschließlich der Judenhasser.

Landes schließt: Israel ist offensichtlich das Hauptziel der palästinensischen Kriegspropaganda und leidet zuerst. Israels weit verbreiteter negativer Ruf ist heute in der britischen Labour Party Mainsttream und erreicht den öffentlichen Diskurs einiger Präsidentschaftskandidaten der Demokraten in den USA. Das ist ein direktes Resultat einer steten Diät tödlichen Journalismus zu Israel.

Dennoch ist Israel kaum das einzige oder gar Hauptopfer der törichten Entscheidungen, in im Westen in der Öffentlickeit getroffen werden. Progressive jubelten, als die aufkommende arabische Kultur von völkermörderischen Jihadisten gekapert wurde, die ihre Kinder einer Gehirnwäsche unterzogen. Diese angeblichen Friedensbefürworter übernahmen ein Narrativ, das ein palästinensisches Friedeslager unmöglich machte.

Ironischerweise hat der Schlag gegen die Juden sowohl in Israel als auch in der Diaspora auch eine positive Auswirkung auf alles, von der Weiterentwicklung israleischer Militärtechnik zur Vermeidung ziviler Opfer weit über die anderer Armeen der Welt hinaus, bis zur Vermehrung von NGOs, die sich ehrlich progressiven Dingen widmen.

Angesichts der Umstände ist Israel das progressivste Land der Welt, voller Probleme und Widersprüche, aber auch eine ständige Quelle progressiver Ansätze für Problemlösungen, darunter alle möglichen Arten von Therapien. Daher ist um so bemerkenswerter, dass es einen weit verbreiteten Ruf als rassistisches, Apartheid und Völkermord betreibendes Monster hat, das nicht existieren sollte. Zugegebenermaßen ist das das, was die Kalifatanhänger glauben. Aber die sind wohl kaum progressiv. Was kann erklären, dass Progressive, Menschen die Israels Werte unterstützen, diesem dämonisierenden Narrativ zustimmen?

[1] Dummheit zählt: Ein Mittelalter-Führer für das 21. Jahrhundert

Dutzende Millionen Europäer haben dämonische Ansichten zu Israel

Manfred Gerstenfeld, BESA Center Perspectives Paper Nr. 1.494; 20. März 2020

Antisemitische Graffiti auf der Synagoge von Maribor in Slowenien (Foto: via Wikipedia)

Zusammenfassung: Dutzende Millionen europäischer Bürger hegen eine dämonische Ansicht zu Israel. Das manifestiert sich auf eine Vielzahl von Arten, deren ernsteste Israels Handeln gegenüber den Palästinensern mit dem der Nazis gegenüber den Juden gleichsetzt. Die Dämonisierung Israels führt zu antisemitischen Beleidigungen gegen Juden allgemein. Die EU und ihre Mitgliedsstaaten, aber auch die israelische Regierung sind mit diesem Problem enorm nachlässig umgegangen.

Dank einer zunehmenden Zahl quantitativer Studien beginnt endlich ein Bild des gewaltigen Ausmaßes europäischer Dämonisierung Israels zu entstehen. Eine der detailliertesten derartigen Studien ist ein von der Ungarischen Handlungs- und Schutzliga in Auftrag gegebener und von der  ungarischen Meinungsforschungsfirma Inspira Ltd. vorbereiteter aktueller Bericht.

Inspira befragte repräsentative Stichproben der Erwachsenenbevölkerung im Alter von 18 bis 75 Jahren in 16 europäischen Ländern nach Geschlecht, Altersgruppe, Siedlungsgröße und Bildung geordnet. 25 Prozent der Befragten finden nicht, dass Israel in legitimer Verteidigung gegen seine Feinde handelt. 27 Prozent finden nicht, dass Israel das einzige demokratische Land im Nahen Osten ist. Wenn 25% an die Politik Israels denken, dann haben sie das Gefühl sie verstehen, warum manche Leute die Juden hassen. 24 Prozent glauben, dass die israelische Politik gegenüber den Palästinensern internationalen Boykott Israels rechtfertigt. Derselbe Anteil glaubt, die Israelis verhalten sich gegenüber den Palästinensern wie Nazis.

In heutigen westlichen Gesellschaften wird die Wendung „verhalten wie Nazis“ dazu verwendet das absolut Böse zu vermitteln, weil es entweder bedeutet, dass man sich Völkermord wünscht oder ihn zu begehen versucht. Diejenigen, die die Geschichte des Antisemitismus kennen, erkennen die uralten antisemitischen Hassmotive im Gebrauch dieser Redewendung zur Verleumdung der Juden. Es handelt sich um ein Motiv, das bei der Verfolgung der Juden die Geschichte hindurch eine entscheidende Rolle spielte: die Idee, dass der Jude das absolut Böse personifiziert.

Im christlichen Antisemitismus wurde das Hassmotiv in der falschen Behauptung ausgedrückt, dass alle Juden in allen Generationen für die Hinrichtung von Gottes vermeintlichem Sohn Jesus verantwortlich seien. Nationaler/ethnischer Antisemitismus erreichte mit dem Nationalsozialismus seinen Tiefpunkt. In Nazideutschland mutierte das Motiv des absolut Bösen in Förderung des Hasskonzepts, dass Juden Untermenschen sind und ausgelöscht werden müssen.

In der heutigen Welt werden Israel und die Juden mit einer neuen Mutation der Vorstellung des absolut Bösen geteert: dass Israel, der jüdische Staat, ein Nazi-Regime ist, das vor hat die Palästinenser auszulöschen. Die Umfrage von Inspira bot dazu neue Daten; diese ergänzen frühere Studien. Zwar variieren die Zahlen in Studien beträchtlich, aber das übersetzt sich das in viele Dutzend Millionen Europäer, die glauben, auf Israel passe diese zeitgenössische Definition des absolut Bösen.

Vor der Inspira-Umfrage wurde die größte repräsentative Studie 2011 von der Universität Bielefeld im Auftrag der der SPD nahe stehenden Friedrich-Ebert-Stiftung veröffentlicht. Die Befragung wurde in sieben europäischen Ländern unternommen. Die Interviewer befragten im Herbst 2008 pro Land 1.000 Personen im Alter über 16 Jahren. Eine Frage lautete, ob sie der Behauptung zustimmen, dass Israel einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser betreibt. Den niedrigsten Anteil derer, die zustimmten, gab es in Italien und den Niederlanden mit 38 bzw. 39 Prozent. Andere Zahlen lauteten: Ungarn 41%, Großbritannien 42%, Deutschland 48% und Portugal 49%. In Polen betrug die Zahl atemberaubende 63%.

2004 unternahm die Universität Bielefeld eine ähnliche Studie, die nur in Deutschland durchgeführt wurde. Mehr als 2.500 deutsche Erwachsene wurden gefragt, ob sie folgender Aussage zustimmen: „Was der Staat Israel den Palästinensern antut, unterscheidet sich prinzipiell nicht von dem, was die Nazis den Juden im Dritten Reich antaten.“ 51 Prozent der Befragten bejahten das. 68 Prozent stimmten der Aussage zu „Israel betreibt einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser“.

Die Studie kam zu dem Schluss, dass Kritik an Israel zu einem gewissen Maß als Tarnung für antisemitische Einstellungen und Meinungen dient. In ihrer Definition von Antisemitismus erklärte die Studiengruppe der Universität Bielefeld, dass die Gleichsetzung von „Israels Politik gegenüber den Palästinensern mit der Verfolgung der Juden im Dritten Reich“ antisemitisch ist. „Vergleiche zwischen aktueller israelischer Politik und der der Nazis zu ziehen“ ist eines der Beispiele zeitgenössischen Antisemitismus in der weithin akzeptierten Definition dieses Hasses durch die Internationale Holocaust-Gedenkallianz.

Gemäß dieser Definition hegte die Mehrheit der befragten Deutschen damals extrem antisemitische Ansichten. 35 Prozent stimmten vollkommen zu und 33% neigten dazu zuzustimmen, dass Israel daran arbeitet die Palästinenser zu vernichten. 27 Prozent stimmten vollständig zu und 24% neigten dazu zuzustimmen, dass Israels Verhalten gegenüber den Palästinensern praktisch dasselbe ist wie das der Nazis gegenüber den Juden. Nur 19% stimmten überhaupt nicht zu und 30% tendierten dazu nicht zuzustimmen. Die Erkenntnisse dieser 2004 veröffentlichten Umfrage bekräftigten die Feststellungen früherer Umfragen zu deutschem Antisemitismus.

Eine von Paola Merulla durchgeführte italienische Umfrage stellte im Herbst 2003 fest, dass 17% der Italiener sagten, es wäre besser, wenn es Israel nicht gäbe. Eine 2007 in der Schweiz von gfs.bern veröffentlichte Studie stellte fest, dass 50% der schweizerischen Bevölkerung Israel als „den Goliath im Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser“ betrachten. 2012 wurde in einer vom Center for Studies of the Holocaust and Religious Minorities in Norwegen durchgeführte Studie eine Stichprobengruppe gefragt: „Ist das, was Israel den Palästinensern antut identisch mit dem, was die Nazis den Juden antaten?“ 38 Prozent antworteten zustimmend.

Eine von der Bertelsmann-Stiftung 2013 durchgeführte Umfrage stellte fest, dass in der deutschen Bevölkerung 41% der Aussage zustimmten, Israel verhalte sich wie die Nazis, wenn es um den Umgang mit Palästinensern geht. 2007 waren es 30%. Die Zahl von 2013 übersetzt sich in mehr als 25 Millionen deutsche Erwachsene, die glauben, dass Israel absolut böse ist.

Es scheint Beweise für einige Verbesserungen in den Einstellungen zu geben, obwohl die Anteile immer noch alarmierend sind. Im September 2014 führten die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Universität Bielefeld in Deutschland eine weitere Studie durch. Sie fragen erneut, ob die Menschen der Aussage zustimmen: „Israel führt einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser.“ Vierzig Prozent der befragten Deutschen stimmten zu. Wie oben vermerkt betrug die Zustimmung zu dieser Aussage 2004 68%. Die Aussage wurde auch anders formuliert: „Was der Staat Israel heute den Palästinensern antut, unterscheidet sich im Prinzip nicht von dem, was die Nazis den  Juden während des Dritten Reichs antaten.“ 2014 antworteten 27% zustimmend, verglichen mit 51% im Jahr 2004.

Eine britische Studie aus dem Jahr 2017 stellte fest, dass 23% der britischen Bevölkerung glaubt Israel versuche bewusst das palästinensische Volk auszulöschen. 24 Prozent glaubten, Israel begehe in Palästina Massenmord. 21 Prozent betrachteten Israel als Apartheidstaat. Achtzehn Prozent glaubten, die Interessen der Israelis stünden im Widerspruch zu den Interessen des Restes der Welt. Zehn Prozent glaubten Israel sei die Ursache aller Probleme im Nahen Osten und 9% glaubten, die Menschen sollten israelische Waren und Produkte boykottieren. Sie stellten zudem fest, dass antiisraelische Einstellungen bei Muslimen im Vereinten Königreich sich auf einem höheren Niveau befinden als in der Allgemeinbevölkerung.

2003 fragte eine Eurobarometer-Studie, ob eine Auswahl von Ländern eine Bedrohung des Weltfriedens sei. 59 Prozent der Europäer sagten, Israel stelle eine solche Bedrohung dar. Kein anderes Land auf der Liste wurde mit so hohem Prozentsatz als ähnliche Bedrohung betrachtet. Der Iran und Nordkorea teilten sich mit jeweils 53% den zweiten Platz. Am Ende der Liste stand die EU, die nur 8% der Europäer als Gefahr des Weltfriedens betrachtete. Unter den fünfzehn EU-Ländern war der Staat mit dem höchsten Anteil, der Israel als Bedrohung des Weltfriedens betrachteten, die Niederlande mit 74%. Danach kamen die Österreicher mit 69%. Im Nachhinein betrachtet verstehen wir diese Sichtweisen als Spiegel der Dämonisierung Israels in Europa.

Die EU-Agentur für Grundrechte führte 2018 eine nicht repräsentative Studie unter europäischen Juden durch. Sie stellte fest, dass die üblichsten antisemitischen Äußerungen, mit denen Juden regelmäßig konfrontiert werden, lauten, Israelis würden sich gegenüber Palästinensern wie Nazis verhalten. Das wurde von 51% der Befragten angeführt. Das ist eine von zahlreichen Möglichkeiten, wie die Dämonisierung Israels europäische Juden trifft.

Die Dämonisierung Israels durch Dutzende Millionen europäische Bürger fördert Antisemitismus gegen Juden allgemein. Daraus sind zwei wichtige operative Schlussfolgerungen zu ziehen. Erstens müssen die EU und ihre Mitgliedstaaten per Gesetz gezwungen werden alles in ihrer Macht stehende zu tun, um Antisemitismus effektiv zu bekämpfe und die Würde jüdischer Menschen zu schützen. Da europäischer Antisemitismus weitgehend von der enorm verbreiteten Dämonisierung Israels getrieben wird, hat die EU die Verpflichtung etwas dagegen zu unternehmen. Bisher hat sie völlig darin versagt den europäischen Antisemitismus zu bekämpfen.

Zweitens: Aufeinander folgende Regierungen haben ihre Bürger weithin im Stich gelassen, indem sie der weit verbreiteten Dämonisierung Israels im Ausland und besonders in Europa viel zu wenig Aufmerksamkeit schenkten. Auch die Knesset hat keinen Druck auf die Regierung ausgeübt, um sich zu bemühen mit diesem Problem umzugehen. Israelische Einstellungen müssen sich radikal ändern, damit angefangen werden kann die Dämonisierung ihres Landes zu bekämpfen.