Die schwedische Außenministerin ist keine Antisemitin, sie ist eine Dämagogin

Die EU sponsert illegale Gebäude, von denen sie weiß, dass Israel sie abreißen wird; und dann erklärt Schwedens Außenministerin, dass „weitere Abrisse den Friedensprozess behindern“. Kann es größere Chutzpe geben?

Stephen M. Flatow, Israel National News, 23. März 2018

„Ich werde beschuldigt Antisemitin zu sein, weil dich für eine Zweistaatenlösung werb. Ich denke, das schadet der Diskussion“, verkündete die Außenministerin Schwedens diese Woche hochmütig.

Außenministerin Margot Wallström hat recht – jemanden als antisemitisch zu bezeichnen, nur weil er für palästinensische Eigenstaatlichkeit wirbt, ist kontraproduktiv. Da gibt es nur einen Haken. Kein vernünftiger Mensch bezeichnet sie so. Niemand, der Teil der ernsthaften öffentlichen Gespräche ist, ob in Europa oder den Vereinigten Staaten, erhebt einen solchen Vorwurf. Das ist ein Produkt ihrer Fantasie.

Ich sage nicht, dass die schwedische Außenministerin Wahnvorstellungen hat. Ich sage nicht, dass sie sich Dinge einbildet. Eigentlich ist es schlimmer: Sie ist eine Dämagogin. Sie weiß genau, dass kein ernst zu nehmender Mensch sie als Antisemitin bezeichnet. Dass sie diesen Vorwurf erhebt, ist ein alter Propagandatrick. Du behauptest, dass deine Kritiker etwas Irres sagten, was sie nicht gesagt haben und dann argumentierst du gegen die Worte, die du ihnen in den Mund gelegt hast. Sehen Sie, wie das funktioniert? Du wirkst vernünftig und sie wirken irre.

Das Ganze begann, als Außenministerin Wallström von der schwedisch-jüdischen Zeitung Judisk Krönika (Jüdische Chronik) am 19. März interviewt wurde. Schweden war der erste EU-Staat, der die von der palästinensischen Autonomie besetzten Gebiete als den „Staat Palästina“ anerkannte und hat den Palästinensern seit 1993 mehr als $700 an Hilfe gezahlt.

Angesichts der stramm propalästinensischen Bilanz Schwedens vermute ich, dass es nicht überraschte, als Wallström dem Interviewer von ihrer fortgesetzten Unterstützung für palästinensische Eigenstaatlichkeit erzählte. Sie verteidigte sogar die PA-Politik der Versorgung inhaftierter Terroristen und der Familien toter Terroristen mit Gehältern. (Übersetzung durch die schwedische Journalistin Annika Hernroth-Rothstein.)

Außenministerin Wallström konnte sich nicht einmal dazu aufraffen zuzugeben, dass die PA, die vor Jahren die Verhandlungen verließ, dafür verantwortlich ist, dass es keine Verhandlungen gibt.

Vom Interviewer gefragt, wer für die Tatsache verantwortlich zu machen ist, dass es keinen Frieden gibt, lachte Wallström erst einmal (!) und sagte: „Glauben Sie wirklich, ich würde irgendjemandem die Schuld geben?“ Dann ging sie natürlich dazu über Israel mit Schuldzuweisungen zu überschütten.

Nachdem sie kurz Lippenbekenntnisse für die Tatsache leistete, dass „jede Ermutigung zu Gewalt und Stechangriffen auch ein Hindernis für die andere Seite schafft“ (ohne zu erwähnen, wer diese „Ermutigung“ veranstaltet), kam Wallström zu ihrem Hauptpunkt.

„Natürlich: Wenn man eine Besatzungsmacht ist, dann hat man die Verantwortung nichts zu tun, was den Friedensprozess behindert“, behauptete die Außenministerin. „Weitere Siedlungen, weitere Abrisse, ich denke, das ist das dritte Mal, dass die EU für dieselben Gebäude zahlt – das hilft nicht, sondern hindert.“

Wallström bezog sich auf die Tatsache, dass die EU direkt für den illegalen Bau von palästinensischen Gebäuden auf von Israel kontrolliertem Territorium zahlt. Als die israelischen Behörden die Frechheit besaßen die illegalen Gebäude abzureißen, baute die EU sie wieder auf. Die Israelis versuchten das Recht wieder durchzusetzen. Die EU baute sie ein drittes Mal.

Also: Die EU sponsert illegale Bauten, von denen sie weiß, dass Israel sie abreißt und dann erklärt Schwedens Außenministerin, dass „weitere Abrisse den Friedensprozess behindern“. Kann es überhaupt größere Chutzpe geben?

Und zuletzt haben wir die Behauptung der Außenministerin, dass „weitere Siedlungen den Friedensprozess behindern“. Doch von 1992 bis 2017 genehmigte Israel die Gründung keiner einzigen neuen Siedlung. Als Israel letztes Jahr ankündigte, es werde eine neue Gemeinde für Juden schaffen,, die aus der Stadt Amona vertrieben wurden, erklärte die Schlagzeile der New York Times: „Israel genehmigt erste neue Siedlung in Jahrzehnten.“

Aber Außenministerin Wallström ist offensichtlich nicht an den Fakten interessiert. Ihr Interesse gilt einzig der Möglichkeit Wege zu finden die Öffentlichkeit gegen Israel aufzustacheln. Das ist das echte Kennzeichen einer Dämagogin.

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Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (15.-21. April 2018)

Dieser Eintrag wird auf der Seite oben gehalten; die sonstigen Einträge folgen darunter.
Eine Liste der täglichen terroristischen ‚Vorkommnisse‘ wird in den Friedfertigkeiten 2018 geführt.

Sonntag, 15.04.2018:

Die IDF berichtete, dass sie erneut einen Terrortunnel der Hamas entdeckt und zerstört hat. Er führte in den Kreis Sha’ar HaNegev.

Die Hamas ist enttäuscht wegen des starken Rückgangs der Teilnehmer an den „Marsch der Rückkehr“-Protesten am letzten Freitag. Dabei wurden ein Araber getötet und 200 verletzt.

Montag, 16.04.2018:

Ein PA-arabischer Jugendlicher aus Beit-El wurde vor einigen Tagen erwischt, wie er Molotowcocktail und Steine auf Soldaten werfen wollte.

Ein israelischer Araber wurde festgenommen, weil er plante auf die neue US-Botschaft in Jerusalem einen Bombenanschlag zu verüben.

An der Eyal-Kreuzung wurden am Sonntag 2 Araber entdeckt, die ein Problem hatten: Sie wurden von Bienen angegriffen – deren Stöcke sie vorher gestohlen hatten. (Schon dumm, wenn man Bienenstöcke stiehlt ohne zu wissen, dass man Schutzkleidung haben sollte.)

Ein Einwohner von Petach Tikva wurde angeklagt, weil er äußerte er träume davon arabische Babys zu köpfen.

Dienstag, 17.04.2018:

Der PA-Vertreter in Washington betonte noch einmal, ohne Jerusalem wird kein Friedensplan von Trump anerkannt.

Vor dem Unabhängigkeitstag protestierten in einigen israelisch-arabischen Orten Araber und verbrannten israelische Flaggen.

Die IDF hat ihre Truppen auf dem Golan verstärkt, weil mit möglichen Angriffen des Iran gerechnet werden muss. Aufgrund der Spannungen hat Israel auch die Teilnahme an der Luftwaffenübung „Red Flag“ im Mai abgesagt.

Hamas-Chef Ismail Haniyeh sagte, seine Organisation sei bereit Verhandlungen mit Israel über einen Gefangenenaustausch zu beginnen, die von einer dritten Seite vermittelt werden.

Mittwoch, 18.04.2018:

Der „Oberste Rat“ des Rückkehrmarschs hat eine Zeltstadt 50m näher an den Grenzzaun verlegt. Das sei „eine Fortführung des nationalen Programms des Marsches der Rückkehr und brechen der Belagerung“, hieß es.

Angebot der EU an die Hamas: Stellt die nächsten 5 Jahre den „bewaffneten Kampf“ gegen Israel ein und wir bezahlen die Gehälter des öffentlichen Dienstes und besorgen alle humanitären Angelegenheiten im Gazastreifen – ohne den Umweg über die PA.

EU: Unverhältnismäßiger Einsatz von Gewalt

Gestern gab es nach Angaben der Terroristen 9 Tote bei den Krawallen am Gaza-Grenzzaun. Die EU musste sich natürlich auch offiziell dazu äußern; die Erklärung beginnt so:

Gestern wurden mindestens neun Palästinenser, darunter ein Minderjähriger und ein Journalist, der eine „Presse“-Jacke trug, im Gazastreifen durch scharfe israelische Schüsse getötet. Das wirft ernste Fragen über die Verhältnismäßigkeit des Einsatzes von Gewalt auf, die angesprochen werden müssen.

Die Verhältnismäßigkeit wird ja von Seiten der EU immer so definiert, das Israels Einsatz nicht verhältnismäßig ist. Aber was würde von der EU als verhältnismäßig definiert? Gibt es eine solche Definition? Mir ist keine leider bekannt.

Wie soll denn Verhältnismäßigkeit aussehen?

Wenn 20.000 Menschen sich vor dem Zaun befinden und ein ziemlich großer Anteil von ihnen auf diesen zumarschiert; wenn tausende Reifen angezündet werden, damit der Rauch den Israelis die Sicht nimmt, wenn Terroristen versuchen den Zaun zu zerstören; wenn dann Felsbrocken (nicht nur „Steine“), Molotowcocktails und Sprengsätze geworfen werden – was ist dann verhältnismäßig? Sollen die Israelis auch Feuer legen, damit die Umwelt noch mehr geschädigt wird? Sollen sie Handgranaten werfen? Selbst Katapulte einsetzen, damit Felsbrocken auf die Menschenmenge fallen?

Die IDF setzt Scharfschützen ein, die hauptsächlich auf die Füße schießen. Sie identifiziert sorgfältig Rädelsführer und Gewalttäter, bevor sehr gezielt geschossen wird. Bei Tausenden Randalierern hat es unter üblen Sichtverhältnissen 9 Tote gegeben. Das soll unverhältnismäßig sein? Unverhältnismäßig wäre höchstens, wenn da MG-Nester eingerichtet worden wären, die einfach in die Menge schießen, wie es jeder andere Staat in der Umgebung machen würde!

Und was soll das mit der Presse-Jacke? Will die offizielle EU andeuten, dass der Journalist tot ist, weil er Berichterstattung abtrieb? Die IDF schießt ausschließlich auf Rädelsführer, auf Personen, die sich als gefährlich erwiesen haben oder gerade eine Gewalttat begehen, die echten Schaden anrichten würde. Wie kommt es, dass einer mit einer Presse-Jacke derart eingeordnet wurde? (Immer vorausgesetzt, dass das auch stimmt und keine Pallywood-Aktion oder eine Palästinenserlüge war, die es beide auch zur Genüge gibt.) Es wäre nicht der erste „Palli-„Journalist“, der sich aktiv am Terror beteiligt. Aber das interessiert die EU-Führung nicht. Einer, der eine Presse-Jacke trug, ist tot – Israel hat übel gehandelt.

Und ein Minderjähriger ist tot. Wie minderjährig war der? Na ja, alles, was unter 18 ist, gilt der EU als „Kind“ – egal, dass es haufenweise solche „Kinder“ gibt, die schon Terrorführer sind und zu den aktivsten Terroristen gehören. Sie sind dazu erzogen worden. Sie haben keine Hemmungen. Dass es dann einen von denen erwischt, ist ja nun überhaupt nicht verwunderlich. Es wäre unverhältnismäßig, diese „Kinder“ zu missachten.

Es ist noch ein weiteres (übliches) Muster erkennbar: Angaben der Terroristen werden als Fakten akzeptiert, siehe den Beginn der Presseerklärung (oben). Was ist mit den Angaben Israels? Hier der Umgang damit in der Erklärung der EU:

Berichte der israelischen Verteidigungskräfte über das Werfen von Steinen und Brandsätzen gegen ihre Positionen und Versuche den Zaun nach Israel zu überqueren müssen ebenfalls geklärt werden.

Hier muss geklärt werden. Angaben der Israelis sind keine Tatsachen; selbst dann nicht, wenn die Israelis sie mit Videos und Fotos belegen können – zum Teil liefern die Terroristen sie auch selbst. Hat man sich diese bei der EU vorsichtshalber gar nicht erst angesehen? Oder wird diese Formulierung trotz der Beweise gewählt?

Die EU zeigt einmal mehr, wie einseitig sie ist. Sie findet keine klaren Worte gegen die Hamas-Terroristen. Sie nimmt Behauptung der Terroristen als Fakten an, während das mit israelischen Angaben wieder nicht gemacht wird. Mit dieser Art der Stellungnahmen und seiner Einseitigkeit hält die EU den Antisemiten die Steigbügel. Und wenn sie das noch so weit zurückweisen: Die EU sorgt gewaltig mit dafür, dass der Antisemitismus wieder Hof hält. Dass das nicht eingesehen wird, ist fast noch schlimmer als die Böswilligkeit der einzigen Demokratie des Nahen Ostens gegenüber. Des einzigen Mitgliedsstaats der UNO, dessen Existenz durch andere Mitgliedsstaaten der UNO sowie Terrorgruppen gefährdet wird. Das ist für mich scheinheilige Heuchelei. Ein übler und leider charakteristischer Charakterzug, der Folgen haben sollte.

Es macht einen krank…

By Irwin N. Graulich, Israel National News, 15. April 2003

„Die Wahrheit macht dich frei“… oder sich macht dich ziemlich krank.

Es macht einen krank zu sehen, wie die arabisch-muslimische Welt ständig die Juden – Codename Israel – und nun die Christen – Codename Amerika – für praktisch alle ihre Probleme verantwortlich macht. Statt gegen ihre eigenen, korrupten Regime wegen des Fehlens jeglicher Perspektiven, Freiheiten und Ressourcen zu demonstrieren, wird die arabische und muslimische „Straße“ in Flammen gesetzt, gefüttert mit den Lügen der Diktatoren, die dadurch an der Macht bleiben, dass sie die Verantwortung von sich selbst auf den kleinen Satan (Israel) und den großen Satan (Amerika) schieben. Die ultimative Befürchtung: Amerika ist das einzige Hindernis, dass die einmal kommende islamische Weltdominanz aufhält.

Es macht einen krank, zu sehen, wie das „alte Europa“ versucht, die arabisch-muslimischen Despoten zu befrieden, indem man ihr unmoralisches Verhalten und ihre kindischen Vorwürfe ignoriert. Indem Chirac und Schröder es ablehnten, dem bösartigen Saddam auf die Finger zu hauen und stattdessen weitere Diskussionen und Inspektionen wollten, stimmten sie mit arabisch-muslimischen Regierungen überein, dass Amerika und Israel die „wirklichen“ Probleme der Welt sind. Das kultivierte „ältere Europa“ bestätigt den Glauben, dass man die Muslime einfach nicht verantwortlich machen kann; nur weiße, christliche Konservative in den Vereinigten Staaten liegen falsch, gemeinsam mit ihren zionistischen Partnern. Das „Antike Europa“ hasst Amerika, weil es die Wiege des tiefen Sozialismus sein will, der den Planeten umfasst, und es begreift, dass das Einzige, das die Verwirklichung ihres ideologischen Traums aufhält, Amerika ist.

Es macht einen krank Präsident Hosni Mubarak zu sehen, einen so genannten Verbündeten der USA, der derzeit Milliarden Dollars jedes Jahr an Hilfsgeldern erhält, wie bei den meisten politischen Entscheidungen auf die Seite der Feinde Amerikas stellt. Und obwohl Ägypten alles erhielt, was es im Friedensvertrag mit Israel forderte, einschließlich der Rückgabe des gesamten Sinai, führt Mubarak selbst fort, im kalten Frieden zu hetzen. Indem er die palästinensische Frage als Heugabel benutzt, mit der er Israel provoziert, beschuldigt Mubarak die Regierung Scharon, sie wolle die Kriegslage im Irak zu ihren Gunsten nutzen. Da neue Fakten über die ägyptische Muslimbruderschaft und andere lokale Terror-Netzwerke auftauchen, wird klar, dass Mubaraks offensichtliche Sorge die Möglichkeit ist, ein ähnliches Schicksal wie Anwar Sadat zu erfahren.

Es macht einen krank zu sehen, wie Saudi Arabien, ein wirklich übles Reich, versucht, für die überwiegende Zahl von saudischen Terroristen beim 11.9. Entschuldigungen zu suchen, einschließlich des von Saudi Arabien aufgezogenen und ausgebrüteten Hintermannes Osama bin Laden. Zusätzlich haben sie ständig die offene Finanzierung von Terrororganisationen geleugnet und Schulkindern abscheulichen Hass gelehrt, bis eindeutige Beweise vorgelegt wurden, nach denen die saudische PR-Maschinerie eine bequeme Zeit lang in Winterschlaf fiel. Zufälligerweise ist David Duke ein populärer Schreiber und Lehrer in dieser terroristischen Enklave mit eigener Flagge geworden.

Es macht einen krank zu sehen, wie die arabische und muslimische „Straße“ gegen einen Krieg zur Befreiung des irakischen Volks protestiert und wegen der dreihundert Unschuldigen herum schreit, die unabsichtlich getötet wurden, während sie während der Folter und Ermordung von hunderttausenden Irakern unter Saddam schwieg. Natürlich ist die Ermordung von einer Million Schwarzer durch das muslimische Regime im Sudan völlig irrelevant.

Es macht einen krank zu sehen, wie die französische Regierung versucht, die amerikanisch geführten Bemühungen aufzuhalten, die Welt von einem arabischen Adolf Hitler und einem modernen Nationalsozialismus zu befreien, während sie die monatliche französische Version der „Kristallnacht“ gegen jüdische Geschäfte und Schulen praktisch ignoriert. Während Frankreich weiterhin eine Rolle im Nachkriegs-Irak fordert, muss man in der UNO liebenswerte Dauerredner wie ihren Botschafter ertragen.

Es macht einen krank zu sehen, wie Königin Nur von Jordanien, alias Lisa Haelby aus Philadelphia, die einen mutigen kleinen König heiratete, nun in der Y-Street Nr. 92 in New York antiamerikanische und antisemitische Schmähreden hält und auch noch durch die liberale Elite der Upper West Side Glaubwürdigkeit erhält, nur weil sie ein hübsches Gesicht und königlichen Status hat. Seit wann werden „blonde Dummchen“ im Big Apple ernst genommen?

Es macht einen krank die Besessenheit der arabischen und muslimischen Welt mit Israel zu sehen, die die Entwicklung und das Wachstum ihrer Gesellschaften zurückgeworfen hat. Es gibt eine direkte Korrelation zwischen dem Hass auf Israel, dem Antisemitismus, der Feindseligkeit gegenüber den USA, der Opposition zu Demokratie, der Unterdrückung der Frau, primitiver Gesellschaften und Terrorismus.

Es macht einen krank zu sehen, wie Darstellungen von George Bush und Tony Blair auf den Straßen von Pakistan, Ägypten, Jordanien, Syrien, Indonesien und anderen Ländern der Dritten Welt verbrannt werden, wo man gelernt hat, die Wut über das eigene, verarmte Leben auf Amerikaner, Briten und – natürlich – Ariel Scharon zu richten. Keine modernen Einkaufszentren oder ausreichend Arbeitsplätze – das muss eine zionistische Verschwörung durch amerikanische Hegemonie sein.

Es macht einen krank zu sehen, wie das „Antiquierte Europa“ und die arabisch-muslimische Welt für jedes Problem die israelisch-palästinensische Frage verantwortlich macht. Eine einfache Frage, die nie eine Antwort zu bekommen scheint, ist die: „Warum gestattete Jordanien den Palästinensern vor 1967 keinen Staat, als es ihnen die gesamte Westbank ohne jüdische Siedler (judenfrei), den Gazastreifen (von Ägypten), das komplette Alt-Jerusalem einschließlich der Westmauer, der Al Aqsa-Moschee und den meisten antiken heiligen Stätten hätte geben können?“ Schweigen. Wie Hafez al-Assad von Syrien es einmal ausdrückte: „Der Grund, dass es keine Wasserklosetts in Hama gibt, ist Israel!“ Offensichtlich.

Es macht einen krank, dass Deutschland, eine Nation, die für den Tod von mindestens 50 Millionen Unschuldiger verantwortlich ist, aus dem Holocaust nichts gelernt hat, dem schlimmsten einzelnen Bösen, das in der Geschichte verbrochen wurde. Statt den Krieg zu „schätzen“, der den eigenen, inneren Krebs vernichtete, erlaubt die neu gefundene, pazifistische Ader keinen Einsatz militärischer Macht gegen ein anderes krebsartiges Regime. Auf diese Weise müssen sich die Deutschen nicht mit ihrer eigenen, schlimmen Vergangenheit auseinandersetzen.

Es macht einen krank zu sehen, wie elitäre amerikanische Universitäts-Professoren und ihre sie nachschwatzenden Studenten sich der antiamerikanischen Masse anschließen und nach einer Million Mogadischus im Irak rufen und George Bush mit Adolf Hitler vergleichen. Nicht ein einziger amerikanischer Campus hielt eine Demonstration gegen Saddams Folter, Mord und Vergasung von Zivilisten in den letzten 22 Jahren ab. Offensichtlich haben diese Intellektuellen kein Mitgefühlt für unschuldige Zivilisten, sie hassen einfach Amerika und verabscheuen Israel.

Es macht einen krank zu sehen, wie die Medien in der gesamten arabischen und muslimischen Welt glatte Lügen berichten und wiederholen, die selbst Joseph Goebbels peinlich wären. Al-Jazira, al-Manar oder Abu Dhabi-TV werden als seriöse alternative Ansichten zu amerikanischen und britischen Medien dargestellt. Die Wahrheit ist aber in weiten Beriechen des Nahen Ostens unwichtig. Stellen Sie sich vor, Edward R. Murrow berichtet über den Zweiten Weltkrieg und erklärt, dass Churchill seinen Standpunkt hat und Hitler einen moralisch gleichwertigen. Außer, wenn der Westen erkennt, dass die Vielzahl der Cousins von den arabischen Medien verfälschende Gehirnwäscher sind und genauso gefährlich wie Chemiewaffen-Angriffe, wird der Terrorismus unausweichlich weiter ansteigen.

Daher verursachen das gealterte Europa und ein großer Teil der arabisch-muslimischen Welt einige echte Befürchtungen und Sorgen in der neuen westlichen Welt, die sich derzeit durch vergrößerte Magengeschwüre, Nervosität und Ängste im Volk äußert. In Anspielung auf das Drehbuch der Schuldzuweisungen: Es ist kein Wunder, dass es in Amerika und Israel eine Gesundheitskrise gibt.

Palästinensische Arglist und israelische Wirklichkeit

Was die Welt weiß, aber nicht sagen kann

Victor Davis Hanson, National Review online, 18. März 2002

Ein generelles Thema klassischer Literatur ist die Rolle von Vorwänden (prophasis) in Gegenüberstellung zur tatsächlichen Klage (aitia) – der große Graben zwischen dem, was Benachteiligte öffentlich sagen und dem, was sie privat empfinden. Nationen, so erinnert uns der Historiker Thucydides, übernehmen ebenfalls solche strategischen Haltungen. Ihre Sprecher äußern oft Beschwerden, die entweder ohne Grund erfolgen oder – selbst, wenn sie teilweise gerechtfertigt sind – zumindest nicht die „realen“ oder „wahren“ Ursachen ihrer Unzufriedenheit sind.

Wir kennen die prophasis der arabischen Staaten im Kern der Nahost-Frage: Israels Besetzung der Westbank. Aber die aitia – der wahrste Grund des palästinensischen Lamentierens – kann nicht so einfach geäußert werden, weder offen noch in seinen Details. Warum? Das zu tun würde eine systematische kulturelle, politische und soziale Überprüfung der gesamten derzeitigen nahöstlichen Welt nach sich ziehen – eine, die mit anderen Begriffen als den wenigen tausend Hektar Westbank erklären könnte, warum ein winziger jüdischer Staat zwischen Dutzenden anderer Staaten so erfolgreich, frei und zuversichtlich ist, auf deren halbe Milliarde Einwohner das alles nicht zutrifft.

Will in Europa und dem Nahen Osten wirklich jemand die Büchse der Pandora zu säkularem Rationalismus, Religion, Kapitalismus, Demokratie und einem Bündel anderer Fragen öffnen, die nahöstliche Gefühle verletzen, richtig Geld kosten und Gefahren nach sich ziehen dürften – während das beim Skandieren gegen Zionismus, Kolonialismus, Rassismus und anderen behaupteten -ismen und -ologien nicht der Fall ist?

Die palästinensische Öffentlichkeit behauptet, dass sie, sind erst einmal 100 Prozent der Westbank zurückgegeben, Israel anerkennen und der Disput schließlich mit der Anerkennung des jüdischen Staates durch die gesamte arabische Welt enden wird. Na gut. Palästina wird dann demokratisch und erfolgreich sein und so zum ersten Mal in der Geschichte in Frieden Seite an Seite mit Israel leben. Die meisten Amerikaner befürworten eine solche Vision.

Natürlich glauben in der islamischen Welt wenige wirklich daran. Tatsächlich hat eine Reihe der weniger höflichen Sprecher bereits geschrieben, dass ein Rückzug lediglich der erste Schritt eines erneuerten Kampfes zum Ende Israels sein würde – so, wie die arabische Welt durch ein Zeichen der „Schwäche“ und durch die durch unter Zwang gemachten Zugeständnissen demoralisierten israelischen Bürger neuen Schub bekam. Wenn man übersetzte Zeitungs- und Magazin-Artikel aus dem Nahen Osten durchliest, dann ist das Reden von der Vernichtung Israels weitaus verbreiteter als das Evangelium der gemeinsamen Koexistenz. Die Arabische Liga wird sich bald treffen um die Akzeptierung des israelischen Existenzrechts bei Rückgabe der Westbank zu versprechen – natürlich mit dem Vorbehalt, dass wir kaum erwarten können, dass Verrückte wie Syrien, der Irak und Libyen öffentlich eine solche „Kapitulation“ mit unterschreiben werden. Herr Arafat selbst brüllt vor einheimischem Publikum „Jihad“ und „Ungläubige“, wenn er Selbstmord-Bomber als „Märtyrer“ und „Helden“ preist und die Einnahme von Jerusalem verspricht.

Gleichermaßen treiben die Europäer diese prophasis voran, geben aber im privaten Gespräch zu, dass die israelisch-palästinensische Beziehung innerhalb weniger Jahre des „Friedens“ zum Status des Konflikts vor 1967 über die bloße Existenz Israels zurückkehren würde. Aus Angst vor Terror, im Verlangen nach Handel, begierig nach einem steten Ölfluss, wegen großer Gruppen islamischer Einwanderer nervös, nach der Gunst der Dritten Welt strebend und gegen uns „bösen Polizisten“ den guten spielend, kann Europa kaum öffentlich sagen, was es privat als wahr kennt.

Würde die Westbank abgegeben und ein allgemeiner Frieden verkündet, könnte es gut und gerne ein Jahrzehnt des Friedens geben. Aber dann würden nach dieser Lücke die Madrassas, die Autokraten, die Theokraten und die Kaffeehaus-Intellektuellen entsprechend ihres Ranges und ihrer Methoden alle zur nächsten Runde der Wiederentdeckung des „gesamten Palästina“ übergehen – eine Aufgabe, die ihrer Meinung nach durch Israels fast nicht zu verteidigende neue Grenzen erleichtert würde.

Anders als die Europäer und andere im Westen sieht der Großteil der arabischen Welt keine besonderen und andauernden Perioden von Krieg und Frieden, sondern interpretiert den Konflikt als ein Kontinuum – eines, das schließlich ordentlich und nur mit dem Ende Israels enden wird. In dieser Sichtwiese ist der Nahost-Streit dem Ersten und Zweiten Peleponnesischen Krieg, den drei Punischen Kriegen, dem ersten bis vierten Kreuzzug oder vielleicht sogar der Interpretation der beiden Weltkriege als Teil eines größeren anglo-deutschen Konflikts nicht unähnlich. Eine solche Serie individueller, sich über Jahrzehnte spannende „Kriege“ endet nicht mit beiderseitigen Zugeständnissen und einem vermittelten Frieden, sondern wenn eine Seite – ein Athen, Karthago, Kreuzfahrer-Königreich oder Deutschland – militärisch besiegt und gedemütigt wird.

Warum sollten wir einer solch pessimistischen Einschätzung arabischer Absichten Glauben schenken? Sie wird von der Geschichte bestätigt. Die ersten drei Kriege wurden geführt, als die Westbank in arabischer Hand war; warum also würden die Voraussetzungen für den nächsten Krieg sich in irgendeiner Weise von denen von 1947, 1956 oder 1967 unterscheiden, als, wie es der ägyptische General Saad Ali Ameri einmal schlicht ausdrückte, das Ziel „die Verwirklichung unseres gemeinsamen Ziels war – die Eliminierung Israels“?

Der derzeitige Konflikt dreht sich sicher nicht um die Klagen toter Muslime – der Irak und der Iran lassen die Israelis in dieser Beziehung wie Amateure aussehen. Bei den Klagen geht es acuh nicht um die grausame Massenvertreibung von Palästinensern – Kuwait erwarb sich diesen Preis für die Ausweisung einer Viertelmillion von ihnen nach dem Golfkrieg. Auch gibt es genügend historische Präzedenzfälle dafür, den Palästinensern keinen privilegierten Status wegen im Krieg verlorenen Landes zuzuweisen. Vergleichen Sie die heutigen Grenzen Deutschlands mit denen von 1914 und versuchen Sie dann einen Fall zu konstruieren, Gebiete von Frankreich und Polen zurückgeben zu lassen, die seit Urzeiten deutsch waren – dann wird die Welt mit einer harten Lektion über die Folgen antworten, die ein Staat sich auflädt, wenn er wiederholt seine Nachbarn angreift und verliert.

Wirtschaftlich gibt es keinen Grund anzunehmen, dass ein autonomer palästinensischer Staat anders agieren wird als seine arabischen Nachbarstaaten – statisch, korrupt, stammesbestimmt und unfrei, mit einer nicht tolerierbaren Situation, in der Arbeiter ins verhasste Israel geschickt werden, um zu verdienen, was sie in einem geliebten Palästina nicht bekommen könnten. Und ohne den Groll über die Westbank dürfte die harte Realität solch ökonomischer Unordnung für Tausende schwieriger, nicht leichter zu ertragen sein.

Politisch sieht die Lage deprimierend ähnlich aus. Warum soll Palästina, wenn Ägypten, Jordanien, Syrien, der Libanon und der Irak von Autokraten geführt werden, da irgendwie anders sein? Warum sollte Herr Arafat, wenn er seine gesamten Ziele gewährt bekäme, plötzlich seine eisenharte Kontrolle über die Medien aufgeben und damit der erste wirklich demokratische Führer der gesamten muslimischen Welt werden um die Diskussion seiner Politik, der islamischen Religion und Verwestlichung begrüßen?

Das Beste, was man erhoffen könnte, wäre ein Palästina, das Jordanien ähnelt – eine „netter Typ“-Autokratie ohne wirkliche Demokratie oder Freiheit, die Saddam Hussein im Golfkrieg unterstützte und in Angst vor ihren eigenen islamischen Extremisten lebt. Also machen wir mit der derzeitigen orwell’schen Szenerie weiter, in der laute Journalisten und Intellektuelle des Nahen Ostens, die nie von Zuhause aus wussten, was wahre Freiheit ist, die USA über Herrn Arafats demokratische Forderungen für seine eigenen, unfreien Palästinenser maßregeln.

Wenn die Welt die trostlose Prognose kennt, warum dann all die idealistischen Forderungen, den Palästinensern „Freiheit“ und „Demokratie“ zu gewähren? Um es ganz krass zu sagen: Ich denke, ein Großteil der Entscheidung ist einfach eine Frage von Antisemitismus und der Macht des Öls. Diese beiden sind zentrales Thema vieler wütender Briefe, die ich täglich von Kritikern erhalte – und von denen nicht alle aus dem Nahen Osten stammen oder von Überlebenskünstlern im Nordwesten, die bei allen Unterschieden eine schaurige Gemeinsamkeit zur Schau stellen. Wenn die arabische Welt ohne Rohöl gemacht wäre, könnte es eine ehrliche Auswertung der wahren Natur des Regimes von Herrn Arafat geben und aufgeklärte Leute könnten von einer dicken Grenzlinie zwischen einer freien Demokratie und einer Einparteien-Autokratie reden. Und würde diese Auseinandersetzung keine Juden beinhalten – soll heißen: wenn es im Kontext hunderter mörderischer Grenzstreitigkeiten über verlorenes Gebiet betrachtet würde, wie sie derzeit zwischen Indern und Pakistanis, Chinesen und Tibetern, Kolumbianern, Kongolesen, Iren, Ruander, Kurden und Türken und anderen Benachteiligten statt finden – dann würde die Welt lediglich einen Seufzer von sich geben.

Daher ein großer Teil des Problems schlichtweg psychologischer Natur und kommt auf, weil ein jüdischer Staat platschdisch inmitten der arabischen Welt – und erblüht nach jedem Maßstab für wirtschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen Erfolgt unter lauter Elend. Ohne Öl, ohne zahlenmäßig starke Bevölkerung, ohne befreundete Länder an seien Grenzen, ohne große Landfläche und ohne den Suezkanal versorgt es seine Bürgern mit einem Lebensstil, der weitaus menschlicher ist, als man ihn in Syrien, dem Irak, Libanon, Jordanien oder Ägypten finden kann. Und doch hört die Welt auf die oft doppelzüngige Führung der Palästinenser – trotz der Korruptheit und der mörderischen Vergangenheit von Herrn Arafats Regime – weil seine Sponsoren einen Großteil des Öls der Welt verkaufen. Und um deren Zorn zu riskieren, müsste man ein paar Millionen Juden unterstützen, nicht einige Hundert Millionen, sagen wir, Briten, Schweden oder Italiener.

Und so kümmern uns Millionen Unschuldiger nicht, die jedes Jahr über Millionen von Quadratkilometern verteilt abgeschlachtet werden, sondern konzentrieren uns statt dessen auf das, was die Palästinenser vor einiger Zeit verloren, als sie versuchten ihre Nachbarn zu vernichten. Diejenigen, die solchen Reduktionismus zum Lachen finden, sollten sich die moralische Wut der Welt vorstellen, wäre China klein und jüdisch und würde Tibet von asiatischen Staaten der Rücken gestärkt, die die Ölreserven der Welt besitzen. Ich habe in letzter Zeit keinen Europäer wegen des Diebstahls tibetischen Landes, der Zerstörung des kulturellen Erbes und regelmäßiger erzwungener Aussiedlung der Bevölkerung durch eine Regierung, die weder demokratisch noch frei ist, nach sofortiger Entschädigung verlangen hören.

Wenn solch blanke Würdigung von prophases und atitia richtig ist, gibt es überhaupt Hoffnung für Israel, wenn die gesamte Welt die Wahrheit kennt, die sie aber nicht ohne Gefährdung ihrer wirtschaftlichen Interessen oder moralischen Ansprüche zugeben kann? Was kann Israel denn tun, während der Westen zusieht und sich fragt, ob der Nachschub an Selbstmördern ausgeschöpft sein wird, bevor die ermüdete israelische Öffentlichkeit nachgibt? Der Nahe Osten ist ein seltsamer Ort – wo KKK-artige Terroristen mit Kapuzen, die sich in israelischen Restaurants in die Luft jagen und bei Beerdigungen mit Maschinengewehren in die Luft feuern als noble, unterbewaffnete Freiheitskämpfer durchzugehen versuchen, weil ihre glühenden Helfer in Syrien, dem Libanon, Ägypten und Jordanien vor nicht allzu langer Zeit gelernt haben, keine ihrer eigenen zahlreichen Flugzeuge oder Panzer zu schicken um Israel zu vernichten.

Angesichts des Drucks von allen Seiten und kurz vor einem ausgewachsenen Krieg könnte Israel gut und gerne als Festung neben Arafats Staat existieren müssen, nachdem es einseitig alles von der Westbank abgibt, was es sich leisten zu können glaubt. Es würde sich dann für einen kalten Krieg der Art wappnen, wie ihn die USA gegen die Sowjets und Osteuropa führten, und Jahrzehnte lang hinter Stacheldraht und Beton gegen einen palästinensischen Staat ausharren, bis (wie groß ist die Chance?) wahre Demokratie und Säkularismus bei seinen Nachbarn auftauchen könnten. Westdeutschland gedieh ein halbes Jahrhundert lang hinter Minenfeldern, Wachtürmen und Polizeihunden; offenbar war das besser als die Kommunisten über die Grenze zu lassen um deutsche Staatsbürger umzubringen.

Allerdings gibt es eine letzte Überlegung für die selbstgefälligen Utopie-Architekten in unserem Außenministerium und Europa, die bei all dem völlig vergessen wird. Es wird keinen zweiten Holocaust geben. Wenn fast die gesamte Westbank zurückgegeben wird, was wahrscheinlich ist, und in ein paar Jahren die Feindseligkeiten trotzdem beginnen, wie sie es in den Phasen 1 bis 3 der Nahost-Kriege taten und was ebenfalls wahrscheinlich ist, wird um Israel selbst gekämpft werden, nicht um palästinensisches Land. Und das wird, verglichen mit der derzeitigen Krise, ein Albtraum sein. Diejenigen in Europa und den Vereinigten Staaten, die jetzt Lektionen über Moral von sich geben, werden sich dann nicht nur als unmoralisch erweisen, sondern für viel, viel mehr verantwortlich sein.

Köttbullar für palästinensische Terroristen

In einer weiteren Form des Israel-Bashing versucht die Außenministerin Schwedens die riesigen Mengen an Hilfe für die palästinensische Autonomiebehörde zu rechtfertigen, indem sie sagt, das Geld werde benötigt, um „verhungernde Palästinenserkinder“ zu ernähren. In Wirklichkeit wird einiges von dem Geld für Terroroperationen abgezweigt, während die Teller der Kinder ausreichend gefüllt sind.

Stephen M. Flatow, JNS.org, 22. März 2018

Haben Sie jemals einen in den Nachrichten Bericht über palästinensische Araber gelesen, die verhungerten? Nur einen einzigen? Natürlich nicht, denn das passiert nie. Aber die Außenministerin von Schweden behauptet jetzt, dass die palästinensische Autonomiebehörde Terroristen und ihren Familien Gehältern zahlen muss, weil die sonst „verhungern“ würden.

Die schwedische Außenministerin Margot Wallström mit dem ehemaligen US-Außenminister John Kerry. (Foto: Wikimedia Commons)

Schweden, das als erstes Land der Europäischen Union die von der PA besetzten Gebiete als den „Staat Palästina“ anerkennte, hat den Palästinenser seit 1993 mehr als $700 an Hilfen gegeben. Die Schweden sind gerade mittenmang dabei ihnen innerhalb von weiteren fünf Jahren ein $183 Millionen starkes Unterstützungspaket auszuhändigen.

In einem Interview mit der schwedisch-jüdischen Zeitung Judisk KrönikaK (Jüdische Chronik) am 19. März wurde die schwedische Außenministerin Margot Wallström gefragt, was sie fühlen, wenn schwedische Steuergelder zum PA-Politik der Auszahlung von Gehältern an inhaftierte Terroristen und die Familien toter Terroristen beitragen. Die Außenministerin wand sich.

„Sollen Menschen verhungern oder was? Was sollen diese Familien tun, wenn sie kein Geld erhalten?“, antwortete sie nach Angaben einer Übersetzung der in Schweden geborenen Journalistin Annika Hernroth-Rothstein.

Das ist eine interessante Propagandataktik. Erhebe den Anspruch, dass, für was dein Gegner eintritt, den Tod Unschuldiger zur Folge habe. Das diskreditiert sofort jeden, der nicht deiner Meinung ist. Immerhin ist jeder, der kleine Kinder – jeglichen Hintergrunds oder Nationalität – verhungern sehen will, mit Sicherheit eine schlimme Person, die ignoriert werden muss.

Wir hören ähnliche DÄmagogie, wenn Palästinenser dafür eintreten Israel soll die Einfuhr aller Güter in den Gazastreifen erlauben. Im Moment verhindert Israel, dass der Gazastreifen Waffen und Dual-Use-Material einführt, zum Beispiel Beton. Sogar der US-Nahost-„Friedensprozessor“ Dennis Ross gestand ein, dass die Einfuhr von Beton ein Fehler ist, weil das Hamas-Regime ihn zum Bau von Terrortunneln nutzt, statt Wohnhäuser zu bauen.

Die westlichen Hamas-Apologeten behaupten oft, kleine Palästinenserkinder im Gazastreifen würden wegen Israels hartherziger Blockade verhungern. In Wirklichkeit besteht die einzige Möglichketi dafür, dass sie nicht genug essen, darin, dass ihr normaler Speiseplan aus Handgranaten und automatischen Gewehren besteht.

Sie können versichert sein: Selbst wenn auch nur ein einziger palästinensischer Araber an Hunger stirbt, dann wäre das Wochen lang und ohne Ende überall auf der Welt Thema der Titelseiten. Sie haben nichts davon gehört, weil es nicht passiert ist.

Kennen Sie den Prozentsatz palästinensischer Kinder im Gazastreifen, die unterernährt sind? Nicht verhungern, sonder nur unterernährt? 2016 überprüfte UNICEF 7.969 Kinder aus dem Gazastreifen auf Unterernährungsstörungen. Sie stellte eine Gesamtzahl von 489 Kindern fest, die unterernährt sind. Das sind 6 Prozent.

Entweder kennt Wallström diese Zahl oder sie könnte sie innerhalb von zwei Minuten abrufen. Dennoch zieht sie es vor fälschlich zu suggerieren, dass ein große Zahl an Kindern sich am Rande des „Verhungerns“ befinden und tot umfallen würden, wenn die PA ihnen nicht die finanziellen Belohnungen für mörderische Anschläge gäbe, die von ihren inhaftierten oder dahingeschiedenen Eltern ausgeführt wurden.

Und für den Fall, dass Sie sich frage, wie die palästinensische Unterernährungsrage von 6 Prozent im Vergleich zu der der Vereinigten Staaten aussieht, dann sollten sie beachten, dass nach Angaben der Organisation „Feed America“ eins von sechs (16,7%) der amerikanischen Kinder „nicht wissen, wann sie die nächste Mahlzeit haben werden“.

Ein paar Tage nach dem Interview mit Wallström fiel jemandem in ihrem Pressebüro auf, dass die Kommentare der Ministerin weniger als plausibel klingen könnten. Also schickten sie eine „Klarstellung“ an den Interviewer, in der sie darauf bestanden, dass Schwedens Hilfe für die PA nicht direkt in die Taschen von inhaftierten Terroristen oder ihren Familien geht.

Das ist nur ein weiterer billiger Trick. Auslandshilfe ist offensichtlich austauschbar. Schwedens verschwenderische Zuschüsse an die PA machen andere Gelder frei, die dann genutzt werden, um den Terrorismus zu belohnen.

Ginge es den Schweden wirklich um die Qualität der Ernährung der Familien der Inhaftierten oder toten Terroristen, warum schicken sie ihnen keine Lebensmittel? Statt Geld an die PA – deren notorisch korrupten Führer regelmäßig Gelder abzweigen, die für humanitäre Zwecke vorgesehen sind – zu schicken, könnte Schweden Care-Pakete direkt an die Familien schicken.

Abgesehen davon sollten die Familien der Terroristen nicht darauf zählen, dass sie bald Pakete mit Köttbullar empfangen werden. Offizielle Vertreter des Landes im  Norden scheren das Wohlergehen einzelner Palästinenser nicht wirklich. Sie spucken diese Blödsinn über „verhungernde“ Kinder nur, wenn sie auf Israel einprügeln oder die PA vor Kritik in Schutz nehmen wollen.

Das ist nur eine weitere rhetorische Waffe in der nie endenden internationalen Kampagne zur Schikanierung des jüdischen Staats.

Antisemitismus ist ein Virus, der mutiert: Wiederaufleben eines alten Hasses

Stephen Byers, The Guardian, 15. März 2004 (auch auf HaGalil)

Zu behaupten Juden verursachten ihr Leiden selbst, indem sie es unterlassen die israelische Politik zu kritisieren, ist das Wiederaufleben eines alten Hasses

Als agnostisches Kind praktizierender methodistischer Eltern habe ich mit Besorgnis das Ansteigen der antisemitischen Angriffe beobachtet und mich gefragt, ob es wirklich so ist, dass Juden das Verhalten der israelischen Regierung verurteilen müssen, um sich die europäische Verpflichtung zur Bekämpfung des Antisemitismus zu verdienen.

Im Europa des 21. Jahrhunderts steht der Anstieg antisemitischer Vorfälle in direkter Verbindung zu der erneuerten Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern. Wenn im Nahen Osten Spannungen auftreten, werden Synagogen angezündet, jüdische Friedhöfe geschändet und Juden angegriffen. Ethnisch und religiös motivierter Hass, Gewalt und Vorurteile, wo immer sie auftreten, sollten bedingungslose Verurteilung nach sich ziehen; Sympathie und Unterstützung für die Opfer sollten nicht von ihrem Verhalten oder ihren politischen Überzeugungen abhängig sein. Zwar kann Wut über Israels Politik diese Angriffe verursachen, aber deren Verurteilung findet oft zu langsam und zunehmend unter Vorbedingungen statt.

Das ist inakzeptabel. Natürlich ist Kritik der Politik Israels an sich nicht antisemitisch. Aber sie kann antisemitisch werden, wenn dazu gehört, dass mit zweierlei Maß gemessen wird und alle Juden für die Handlungen der israelischen Regierung verantwortlich gemacht werden oder eine Dämonisierung der Juden offen legt. Es ist eindeutig Antisemitismus, wenn diese Kritik einen Vorwand für antijüdischen Hass liefert.

Sollten chinesische Restaurants in London durch einen verärgerten Mob angesteckt werden – wäre es dann richtig, die Sympathie für die Opfer zurückzuhalten, bis sie China wegen seiner Politik in Tibet verurteilen? Sollten russische Studenten an britischen Universitäten belästigt werden, so lange sich nicht öffentlich die Handhabung der Tschetschenien-Krise ihrer Regierung verurteilen? Diese Art zu denken wird zu einer Rechtfertigung für Massenmord.

Von niemandem sollte verlangt werden einen Loyalitäts- oder moralischen Eid abzulegen, bevor er gegen Rassismus geschützt wird. Kein Bürger sollte das Gefühl haben, seine Gleichheit vor dem Gesetz hänge von seiner Begrüßung politischer Ansichten ab, denen wir zustimmen. Das ist eine totalitäre Logik, die die Grundlagen der Freiheit untergraben, auf denen unsere Gesellschaft steht. Trotzdem verlangen die heutigen Antisemiten von den Juden genau das.

Antisemitische Taten werden von einer zunehmenden Zahl „respektabler“ Kommentatoren gerechtfertigt, die Juden beschuldigen, sie selbst seien die Ursache ihres Leides. Diese Logik grenzt an Rechtfertigung von Hass; schlimmer noch, sie ist eine verschleierte Drohung, dass die Juden, wenn sie nicht parieren, in der Stunde der Not von niemandem unterstützt werden. Statt mit den Opfern mitzufühlen, nutzen die Antisemiten die palästinensische Sache aus, um sich auf die Seite der Täter zu stellen. In der gesamten Welt werden nur Israel und die Juden mit derartiger Verachtung behandelt.

Wenn es um Israel geht, werden die Juden kollektiv verantwortlich gemacht. Ihre Sünde ist nicht mehr der Gottesmord, sie werden auch nicht beschuldigt, dunkle Rasse-Eigenschaften zu haben. In einer modernen Welt sind die Methoden der Antisemiten weit subtiler. Es ist nicht länger der Nazi im Knobelbecher; stattdessen ist es Antisemitismus mit sozialem Bewusstsein, der sich oft auf Menschenrechte stützt und auf die Forderung eines Heimatlandes für das palästinensische Volk. Heute ist Israel das „kollektive Verbrechen“ der Juden.

Nichts ist unehrenhafter und vorurteilsvoller als achselzuckend die Verantwortung für den Hass dadurch abzutun, dass man sagt, die Opfer verdienten ihn. Muslime verdienen wegen Osama bin Laden keine Islamophobie; aber Juden werden irgendwie für den Antisemitismus verantwortlich gemacht, weil sie angeblich Israel unkritisch unterstützen. Das ist ein Versuch, den Antisemitismus rational zu erklären. Er stellt eine Warnung an die Juden dar, nicht von Leuten, die sich um sie sorgen, sondern durch Fanatiker, die ihre Vorurteile rechtfertigen wollen.

Antisemitismus ist nicht rational. Er ist, wie Oberrabbiner Jonathan Sacks sagte, ein Virus, der mutiert. Er wird nicht besiegt, so lange er nicht als Akt sinnlosen Hasses ohne Logik, ohne Begründung und ohne Rechtfertigung behandelt wird. Er schlummert, gebettet auf Mythen und mutwilligen, falschen Vorstellungen, die zu Stereotypisierung führen.

Die Verleumdung, dass Juden die Erinnerung an den Holocaust manipulieren, um Israel zu verteidigen, ist die bösartigste Ausformung davon. Kein Jude hat je gesagt, dass ich wegen der Leiden der Juden im Holocaust nicht das Recht hätte israelische Politik zu kritisieren. Es sind nicht die Juden, die die Erinnerung des Holocaust missbrauchen, um Israel vor Kritik abzuschirmen. Es sind die Antisemiten, die sein Gedächtnis beschmutzen, indem Israel durch bedrohliche Vergleiche dämonisiert wird, die groteske Verdrehungen der Wahrheit darstellen und deren Ziel die Leugnung des Holocaust ist.

Genauso wenig ist der von Max Hastings auf diesen Seiten vor Kurzem erhobene Vorwurf stimmig, dass „die Juden in Übersee weniger mutig sind als Israels einheimische Kritiker“. Die jüdische Welt drückt lautstark die Unterschiedlichkeiten ihrer Ansichten zur israelischen Politik aus. Die britische jüdische Gemeinde ist an vorderster Front der Kampagne gewesen, die eine Zweistaaten-Lösung verlangte. „Peace Now“ ist in der britischen jüdischen Gemeinde aktiv. Viele jüdische Wohlfahrts-Organisationen werben unermüdlich für den Dialog und die Koexistenz zwischen Israelis und Palästinensern.

Der Grund für das Wiederauftauchen eines alten Hasses ist einfach. Die Antisemiten fühlen sich wieder ermutigt. Ihre Vorurteile, in den letzten 50 Jahren von Schuldgefühlen unterdrückt, aber unterschwellig weiter vorhanden, finden ihren Weg zurück in die Alltag. Das kann nicht ignoriert werden. Antirassisten überall haben eine Verantwortung sich dem zu stellen und Antisemitismus offen zu legen, wo immer er auftaucht.

Stephen Byers ist der Vorsitzend des Parlamentarischen Komitees gegen Antisemitismus