Überschriften entlarven unsere Qualitätsjournaille

Immer wieder entlarven sich die Medien selbst, wenn sie schon Überschriften produzieren, die eigentlich alles dazu sagen, wie sie mit dem Nahost-Konflikt umgehen wollen. Die berühmteste Schlagzeile war wohl die vom Focus: „Israel droht mit Selbstverteidigung“ aus dem Januar 2006, als Israel erklärte, eine iranische Atombombe sei nicht hinnehmbar. (Die Überschrift steht heute noch da!)

Arschlochmedien_Focus.Israel-droht-mit-Selbstverteidigung

Übertroffen wurde das 2012 noch einmal im selben Blatt, als es einen „Waffenstillstand“ mit der Hamas gab (das ist inzwischen nicht mehr aufrufbar): „Weiter Raketen auf Israel, aber Waffenruhe hält“, hieß es seitens Focus, nachdem zuvor erst der lange Beschuss Israels unterschlagen und dann empört aufgebrüllt wurde, als die IDF es wagte gegen den Terror vorzugehen.

Im Mai 2013 kam wieder eine unglaubliche Überschrift zustande. Israelische Flugzeuge hatten zwei Angriffe gegen Ziele in Syrien geflogen, um (iranische) Raketenlieferungen an die Hisbollah zu unterbinden. Weil zur gleichen Zeit Assad Giftgas gegen sein Volk einsetzt, mischte man beim Focus beides zusammen (wahrscheinlich in der Annahme, dass Israel Giftgas-Transporte/-Waffen angegriffen hatte:

Arschlochmedien_Focus2013-05-06

“Darf ich angesichts der Überschrift kurz nachfragen, ob ihr eigentlich noch ganz dicht seid oder alternativ, welcher Taliban das Kraut liefert, das ihr in der Redaktion zu rauchen bekommt?”

So mein Kommentar beim Focus. Nein, natürlich haben sie ihn nicht veröffentlicht, wer hätte auch Humor vermutet. Aber eine halbe Stunde später wechselten sie still die Überschrift aus.

So damals Waldemar Papst auf seinem Blog über die tollen Hechte dieses Magazins.

Der Deutschlandfunk verdiente sich den Goldne Orwell von Gerd Buurmann. Am 19. August brachen die Terroristen mit der Erneuerung des Raketenfeuers die Waffenruhe (die erst Stunden später auslaufen sollte). Israel berief daraufhin seine Verhandlungsgruppe aus Kairo ab. Der DLF titelte daraufhin:

Das Friedensgespräch wurde somit laut der Schlagzeile des Deutschlandfunks nicht durch den Beschuss auf Israel abgebrochen, sondern erst durch das darauf folgende Verlassen der Friedensverhandlung durch Israel.

Der SPIEGEL strebt offenbar nach der Führung im Verleumdungs-Bingo. Am 13. August bringt er online diesen Versuch Israel anzuklagen, wenn die Hamas schießt:

SPON2014-07-13

Muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Die Hamas schießt, aber das erfährt der Überschrift-Leser nicht einmal wirklich. Ausschließlich Israel schießt trotz Waffenstillstand. Erwähnung der Hamas? Warum? Die Terroristen können offenbar keine Waffenruhe brechen, es muss auf Teufel komm raus Israel sein. Wehe, der Jude wehrt sich!
(Reaktion eines weiteren Facebook-Users: Manchmal glaube ich, bei SPON gestaltet ein Ex-Redakteur vom Postillon die Überschriften.

Ganz im selben Stil versucht sich auch der Schweizer Tages-Anzeiger in der Unter-Überschrift:

Tagi2014-08-13

Israel reagiert trotz Waffenstillstand – Waffenstillstandsbruch ist nur, wenn Israel schießt. Wie können es diese Juden nur wagen zu reagieren! Und auf was? Auf Hamas-Terror? Bewahre! Die Raketen fliegen offenbar von ganz alleine!
Im Text geht es genau so weiter: Kurz nach der Verlängerung der Waffenruhe hat die israelische Luftwaffe Ziele im Gazastreifen angegriffen. Ein Vertreter des palästinensischen Innenministeriums erklärte, die vier Attacken seien unmittelbar nach Inkrafttreten der ab Mitternacht geltenden neuen Feuerpause erfolgt. Fakt, was die Terroristen sagen (übrigens war es ein Vertreter der Hamas-Regierung in Gazastreifen, nicht der PA). Dann über die Israelis: Eine Sprecherin der israelischen Armee sagte, die Luftangriffe seien eine Reaktion auf den Abschuss von sechs Raketen aus dem Gazastreifen am späten Mittwochabend. Zwei weitere Raketen schlugen der Armee zufolge nach den Luftangriffen im Süden Israels ein, ohne Schaden anzurichten. Hamas? Wo? Ansonsten immer schön im Konjunktiv, wenn die Israelis etwas sagen, denn das ist ja nun mal nicht glaubwürdig – jedenfalls nicht so glaubwürdig wie die Angaben der Terroristen. Und um von Terroristen – militante Palästinenser – als militärisch Handelnde zu lesen, muss man schon im achten von neun Absätzen ankommen. Vorher erfährt man von ihnen nur als Waffenstillstandsengel.

Wunderbar auch der SPIEGEL. Am 7. Juni 2010 ließ man wissen:

Arschlochmedien_SPON2010-07-06

Erst im Text erfährt man, dass Israel „der Meinung gewesen“ sei, diese Männer hätten einen Terroranschlag ausführen wollen. Noch einen Absatz weiter muss lesen, wer wissen will, was die Terrorgruppen zu sagen haben: Die Typen waren auf einer „Trainingsmission“ unterwegs. Dass sie schwer bewaffnet waren, erfährt der SPON-Leser nicht. Aber vielleicht heißt ja „SPIEGEL-Leser wissen mehr“, dass die Leser des SPIEGEL nicht alles erfahren müssen, weil sie es ohnehin schon wissen?

Frankfurter Rundschau, 27.07.2014: Die Hamas hielt die Waffenruhe gar nicht erst ein, aber das ist ja egal…

a-lochmedien.FR140727Die übrigen Einträge erfolgen in chronologisch umgekehrte Reihenfolge. (Beim aktuellen Gazakrieg seit dem 8. Juli 2014 muss gesagt werden, dass viele Überschriften und Unter-Überschriften die Hamas einbezogen sind; aber es gibt typische Ausreißer, die mit Dauer des Krieges leider wieder typischer werden).


24. August 2016 – Reuters „berichtet“, dass israelische Soldaten in der „Westbank“ einen palästinensischen Autofahrer erschossen. Ein großes Foto – und kein Wort davon, dass der Araber zuvor die Soldaten mit Steinen bewarf, dann davon raste verfolgt wurde, ausstieg und mit einem Messer auf die Soldaten losging und einen verletzte:

Reuters2016-08-24

8. Juni 2016 – 2 PA-Araber morden in Tel Aviv und die Medien überschlagen sich, um das Wort „Terroristen“ zu vermeiden. Als Beispiel mag der schweizerische „Blick“ dienen. Die Audiatur-Stiftung hat mehr:

5. Mail 2016 – HonestReporting berichtet über gewollte Verzerrung durch gleich zwei Organe:

  • Die International Business Times schreibt, Israel haben einen zweijährigen Waffenstillstand beendet; dass die Terroristen schon zwei Tage lang Israel mit Raketen beschossen ist anscheinend Teil des Waffenstillstands und völlig in Ordnung:
  • Einen Tag zuvor machte Euronews aus dem Terroristen ein Teroropfer – die Schlagzeile erweckt den Eindruck, als habe nicht der Araber sein Auto in eine Gruppe Soldaten gerammt, sondern sei selbst der Gerammte:

4. Februar 2016: ORF und ARD machen wieder Terroristen zu Terroropfern

tagesschau.de vom 03.02.2016 (Zugriff am 10.02.2016):

tagesschau-2016-02-03

ZIB2 vom ORF hatte dieselbe, irreführende Schlaglzeile:

Was war passiert? Drei Palästinenser gingen gestern am Damaskustor in Jerusalem mit Messern und Pistolen auf israelische Grenzpolizistinnen los. Darüber hinaus trugen die Angreifer größere Mengen Sprengstoff bei sich, weswegen die israelische Polizei davon ausgeht, dass sie einen weit größeren Anschlag geplant hatten. Bei ihrer Attacke verwundeten die Männer zwei Polizistinnen – eine davon so schwer, dass sie schließlich im Spital ihren Verletzungen erlag – bevor sie selbst von Sicherheitskräften erschossen werden konnten.

Tagesschau und ZIB2 nivellierten in ihren Überschriften den Unterschied zwischen Angreifer und Angegriffenen, zwischen Tätern und Opfern und signalisierten so, dass in ihrem Treiben gestoppte Judenmörder ganz äquidistant wie diejenigen zu betrachten seien, die von ihnen ermordet werden. Doch immerhin erwähnten sie das israelische Todesopfer zumindest noch.

8. Dezember 2015: Der Standard aus Österreich tat sich hiermit hervor:

DerStandard2015-12-08

Fakt: Der Araber hatte (mit Genossen) die Soldaten angegriffen – steht im Text, aber weit unten. Fakt 2: Er war Mitglied der Terrororganisation PFLP – ein Kommentator wie darauf hin, die Zeitung hatte es bis zum Abend nicht für nötig gehalten das aufzunehmen. Wer die Überschrift und den Anfang der Meldung liest, kann nur zu dem Schluss kommen, dass da ein armer Unschuldiger ermordet wurde. Die Wirklichkeit sieht ganz anders aus.

28. November 2015: dpa will Reuters in nichts nachstehen. Als ein PA-Araber mit einem Messer zu morden versucht, schreibt die Qualitäts-Agentur das so, dass jeder den Attentäter für das Oper halten muss und die Verteidiger für Mörder, die grundlos einen armen Araber erschossen:

27. November 2015: Reuters berichtet über den Terroranschlag eines PA-Arabers, der sein Auto in eine Gruppe Soldaten fuhr:

reuters2015-11-27HR

„Palästinenser stirbt bei Autoanschlag“?

Der Araber ist das Opfer? Am besten noch eines israelischen Anschlags? Geht’s noch?

22. November 2015: DIE ZEIT will es auch wie die New York Times machen und schafft es fast genauso gut:

ZEIT2015-11-22

Wer nur die Überschrift liest, muss den Eindruck haben, dass die Palästinenser angegriffen und Opfer der Messeranschläge wurden.

Die New York Times kann es auch so wie die Europäer:

NYT2015-11-23Diese Schlagzeile lässt den Leser denken, dass da vier Menschen ermordet wurden und wie immer sind es mehr Araber als Israelis. Die bösen Juden agieren mörderisch und sind die wahren Terroristen. Man muss erst genauer hinsehen, um zu erkennen, dass die 3 toten Araber allesamt Terroristen waren, die gerade versuchten Juden zu ermorden. Und von denen eine auf einen PA-Araber einstach, den sie für einen Juden hielt.

EuroNews, 29. Oktober 2015: „Angebliche“ Messerangriffe? Dort will man man anscheinend wenigstens indirekt die Lüge der PA-Lügner vermitteln, dass Israel den Arabern die Messer zusteckt, nachdem sie getötet wurden. Dumm nur, dass die tatsächlichen Opfer diese Versuche Lügen strafen – wenn sie denn dem Medien-Konsumenten zugemutet werden:

Euronews2015-10-29_01

Kurier (Österreich), 18. Oktober 2015 (vermutlich, die haben nur einen Screenshot eingestellt):

Kurier2015-10-18

Also sind diese toten Palästinenser Opfer von Messern-Attacken? Sie waren die Attentäter, das erfährt man bei dieser Schlagzeile nicht, sondern glaubt das Gegenteil! Das ist dann wirklich eine Schlag-Zeile – eine Schlag-auf-Israel-ein-Zeile.
Was denken sie sich beim Kurier dabei? Dass man dem Publikum Judenhass eintrichtern muss?

n-tv (17. Oktober 2015) kann wohl nicht anders als auch in diese Richtung zu desinformieren (auch wenn beim Foto steht, dass ein 16-jähriger Palästinenser einen israelischen Polizisten mit einem Messer angriff):

n-tv2015-10-17Im Text geht es weiter: „Nach einer neuen Serie von fünf Messerattacken sind in Israel und dem Westjordanland mindestens vier palästinensische Angreifer erschossen worden.“ Erst im nächsten Satz wird von einem „weiteren Angreifer“ geschrieben.


DIE ZEIT, 9. Oktober 2015:

Der Artikel beginnt: „Messer, Schraubenzieher, Gemüseschäler: Mit den einfachsten Mitteln gehen Palästinenser und Israelis seit Tagen aufeinander los, nicht selten enden die Angriffe tödlich.“
Herzallerliebst: Die Juden machen das anscheinend genauso oft wie die Araber? Sie zückten landauf, landab auch israelische Juden ihre Stichwerkzeuge, um sie in Selbstjustiz gegen arglose, unschuldige Menschen zu richten? Lüge.

Einen Tag später kommt sie dann, die völlig irreleitende Schlagzeile, die komplett außer Acht lässt, dass die Toten angreifende Terroristen waren. Was „Zusammenstöße“ sind, wird auch erstmal dem Leser überlassen – und wenn Sicherheitskräfte töten, ist das bei uns schon per se negativ, übertrieben und die Toten sind die Opfer, nicht die Täter.

ZEIT2015-10-10_1

Und SPon fährt die alte Schiene der hochgerüsteten Israelis und der armen, Palästinenser mit ihrem „harmlosen Instrumentarium“, womit die Juden die Bösen und die Terroristen die armen Guten sind.

 

SkyNews, 10. Oktober 2015:

SkyNews_Pal-protesterDie Überschrift hat schon was – die ermordeten Israelis werden schön ignoriert, die zählen nicht. Nur tote Araber sind berichtenswert.
Und der Möchtegernmörder mit dem Messer ist ein „Protestierender“? Der tut nichts, der will nur spielen? Keine Gefahr? Oder was?
Am Ende kommt noch ein „Protestierender“, der nichts Böses im Sinn hat, schon gar keine Gewalt:

SkyNews_Pal-protester2

14. September 2015, New York Times:

Ein Jude wurde ermordet: In der „Westbank“ bewarfen Araber ein israelisches Auto mit Steinen. In Mordabsicht. Und diesmal hatten sie Erfolg, ein Jude ist tot. Und was macht die New York Times daraus? Täter gibt es nicht, die Steine flogen wohl von selbst:


Jüdischer Mann stirbt, als in der Westbank Steine auf sein Auto prasseln.

Der Artikel selbst macht alles eigentlich nur noch schlimmer: Die Legende des fliegenden Pferdes Mohammeds macht für die New York Times den Ort zum Heiligtum für Muslime, während von den jüdschen Tempeln, die  unbestreitbar dort gestanden haben, dieses laut NYT nur „geglaubt“ wird. Zudem macht die Zeitung sich die verlogene pal-arabische Behauptung (als Tatsache) zueigen, dass der gesamte Komplex die Al-Aqsa-Moschee darstellt und Polizisten, die mörderische Steinewerfer an ihrem Tun hindern wollen „Eindringende“ sind.

17. Juni 2015, Frankfurter Rundschau (nicht Nahost):

FR_Gewalt

Das soll suggerieren: Die Gewalt geht von den Rechten aus. Erst weit unten liest man, dass die Polizei von LINKER Gewalt ausgeht, die es zu verhindern gilt. Propaganda-Tröte.

16. April 2015: Die New York Times titelt:

nyt-bus-stop-headline2015-04-16Palästinensischer Autofahrer verdächtigt absichtlich Jerusalemer Bushaltestelle getroffen zu haben.

Der Mann ist nicht verdächtig eine (leere) Bushaltesstelle ins Visier genommen zu haben. Er steht unter dem Verdacht gewollt zwei Menschen über den Haufen gefahren zu haben (von denen aktuell einer seinen Verletzungen erlag, die andere im Krankenhaus mit dem Tod ringt)!

28. Dezember 2014: Am 25. Dezember gab es einen Anschlag mit einem Molotowcocktail auf einen Familienvater und seine 11-jährige Tochter; die Terroristen warfen den Bransatz in das Auto, der Fahrer wurde verletzt, seine Tochter erlitt lebensgefährdende Verbrennungen (an 70% ihres Körpers). Zwei Tage später wurden die Täter gefasst. DIE ZEIT titelte am 28.12.2014:

DIE-ZEIT_14-12-28

Das darf man sich wieder mal auf der Zunge zergehen lassen: Nicht Menschen wurden angegriffen, schon gar nicht Israelis, erst recht nicht „Siedler“. Nein, laut ZEIT galt der Angriff dem Auto! Ein Mordversuch? Aber bitte! Wie denn das? Kollateralschaden, eventuell! Insgesamt ist ja Sachbeschädigung inzwischen fast schon ehrenwert. Da macht eine solche Titelzeile sich gut, um die Terroristen nicht Terroristen nennen zu müssen.
Die Bezeichnung der Aches des Guten für die Redaktion ist völlig in Ordnung: Hamburger Edellumpen. Bei Journalistenwatch wird zurecht gefragt, ob für die ZEIT Juden nur noch Autos sind.

20. Dezember 2014: Die Araber schossen zum 3. Mal seit dem Beginn des letzten Waffenstillstands im August eine Raketen aus dem Gazastreifen nach Israel. Zum ersten Mal flog draufhin die Luftwaffe einen Angriff auf ein Terrorziel und zerstörte dieses. Opfer gab es keine, weder Tote noch Verletzte. Die deutschen Medien titelten unisono: Israel fliegt Luftangriffe auf Gazastreifen. tagesschau.de meldet eine neue Eskalation in Nahost, um dann ebenfalls Israel Angriffe fliegen zu lasen. Im Text wird dann zwar überall erwähnt, dass die Araber zuerst geschossen haben, aber selbst das wird so gebracht, dass dem Leser das lediglich auffällt, wenn er sehr aufmerksam liest.
Bewertungen: tapfer im nirgendwo (mit Zusammenstellung der Schlagzeilen), tw24

18. November 2014: Zwei Araber aus Jerusalems Viertel Jabel Mukaber betraten morgens gegen 7 Uhr eine Synagoge in der Agassi-Straße im Viertel Har Nov; sie waren mit einer Pistole und einem Schlachterbeil bewaffnet und töteten 4 betende Juden, verletzten 7 weitere. Die Polizei war gut 10 Minuten nach Beginn des Schlachtens vor Ort und erschoss die Terroristen (die dabei einen der Polizisten schwer und einen leicht verletzten). [Fotostrecke bei Arutz-7]

Das gab natürlich Schlagzeilen. Reuters schrieb „Palästinenser töten 4 in Anschlag auf Jerusalemer Synagoge“. Im Text wurde faktisch völlig korrekt berichtet (erstaunlicherweise sogar ohne große Tendenziösität). Der Guardian eliminierte jeglichen Zusammenhang mit den Arabern und titelte: „Vier Betende in Jerusalemer Synagoge getötet“. Auch im Leitabsatz wurde jegliche Identifizierung der Täter sorgsam umgangen: „Zwei mit Beilen, Messern und einer Pistole bewaffnete Männer haben in einer Syngagoe in Jerusalem vier Israelis getötet und mehrere verletzt…“

Die CBC ging in ihrer Schlagzeile noch einen großen Schritt weiter: „Jerusalemer Polizei erschießt 2 nach anscheinendem Anschlag auf Synagoge.“ Tote Juden? Bitte nicht, die könnten ja als Opfer wahrgenommen werden!

Doch es geht noch „besser“. Den Vogel schoss nämlich CNN ab. Dort schafften sie es ebenfalls zu titeln (im Ticker), dass die Polizei 2 Palästinenser erschoss.

JLEM14118CNN01

Doch sie machten übel weiter und stellten die terroristischen Mörder mit den Opfern gleich:

JLEM141118CNN024 Israelis, 2 Palästinenser tot in Jerusalem

Und sie setzten noch einen drauf: In der weiteren Berichterstattung machten sie (zumindest eine Zeit lang) aus der Synagoge eine Moschee!

JLEM141118CNN03

Erstaunlich ist auch, wie die Medien es immer wieder schaffen, den Begriff Terror auszublenden (nicht zu verwenden), wenn es um arabischen Terror gegen Israelis/Juden geht!

Auch nett: Richard C. Scheider „berichtete“ für die Tagesschau vom Anschlag – oder eher nicht, denn er schaffte es doch tatsächlich in seiner „weitere Einzelheiten“ bietenden Sendezeit 30 von 52 Sekunden fast ausschließlich von „extremistischen Juden“ zu reden, die „hinauf auf den Tempelberg gehen“, was die Araber provoziere und den Hass auf beiden Seiten schüre (weitere 12 Sekunden gehen für Netanyahu drauf). Eingeleitet wurde das von einer weiteren irrigen Darstellung: dass „aus einem politischen allmählich ein religiöser Konflikt“ würde – das ist er ja noch nie gewesen, oder was? Wie geschichtsvergessen (unbekannt: Haddsch Amin al-Husseini?) oder ignorant muss man eigentlich sein, um das so zu sagen?
Noch etwas: Herr Schneider erklärt diesen angeblichen Wandel so: „Die Ursache liegt in der Vergangenheit der letzten Wochen. Die Israelis haben einmal den Tempelberg komplett gesperrt wegen Unruhen. Das war das erste Mal seit der Zweiten Intifada vor 14 Jahren. Es gehen immer wieder radikale jüdische Extremisten…“
Merke: Zusammenhänge sind uninteressant, es darf nur gesagt werden, was der Jude angeblich Böses tut. Die arabischen Muslime sind völlig unbeteiligt, unschuldig oder können nicht anders!

Und die Moderatorin von CBS This Morning setzt auch einen drauf. Sie hatte zum Anschlag in Jerusalem das Folgende zu sagen: „Die beiden Palästinenser starben in einem Schusswechsel mit der Polizei. Das geschah an einer umstrittenen Stätte in Jerusalem“.
Har Nov ist NICHT umstritten. Es liegt westlich der Waffenstillstandslinie. Die Synagoge liegt nicht in Gebiet, das vor 1967 von Jordanien besetzt war. Die Synagoge damit auch nicht. Aber für moderne Medienleute ist Jerusalem als Ganzes umstrittten – wenn Juden sich dort aufhalten.

Am 5.  November fuhr erneut ein Hamas-Terrorist sein Auto auf eine Straßenbahn-Haltestelle und mordete Juden. Dann entstieg er seinem ramponierten Wagen und ging mit einem Brecheisen auf Passanten und Polizisten los. Diese sahen keine andere Möglichkeit, mehr Schaden zu verhindern, als den Terroristen zu erschießen. Der britische Guardian twitterte: Polizisten schießen Autofahrer tot.

guardian-tweet

Der Fokus liegt auf der Erschießung des „Autofahrers“; angegriffen wurden nur Polizisten. Der mehrfache Mordversuch fällt völlig unter den Tisch.

Auch nach dem Gaza-Krieg geht es immer weiter. Am 22. Oktober fuhr ein Hamas-Terrorist sein Auto in Jerusalem in die Fahrgäste der Straßenbahn, die die Bahn gerade verlassen hatten. Nach dem Mord (1 totes Baby, 8 weitere Verletzte) versuchte er zu Fuß zu fliehen und sich der Festnahme zu entziehen. Deshalb schoss ein Polizist und der Terrorist erlag kurz darauf seinen Verletzungen. Associated Press in der ganz natürlichen Manier westlicher Mainstream-Medien: Israelische Polizei erschießt Mann in Jerusalem.

Im Text geht es direkt weiter:

Die israelische Polizei sagt, sie habe auf einen Mann geschossen, dessen Auto in eine gedrängt volle Haltestelle in Ostjerusalem knallte; sie haben den Verdacht eines beabsichtigten Angriffs.
Es gab keine Einzelheiten zum Gesundheitszustand des Fahrers.
Samir sagt, erste Zeichen deuten darauf hin, dass der Vorfall ein vorsätzlicher Anschlag eines palästinensischen Angreifers war.

Schon erstaundlich: Die Opfer werden nicht erwähnt. Es geht nur um die Angeblichkeit eines absichtlichen Angriffs. Terror darf das schon gar nicht sein. Aber Hauptsache, die Juden schießen – Mordversuch des Arabers ist nicht. Erst viel später wurde die Story geändert AP brauchte zwei Anläufe! (zuerst traf nämlich ein Auto eine Bahnhaltestelle in Jerusalem) – und eine angemessene Darstellung geliefert. Dazu brauchte es beide Male massive Kritik in den sozialen Medien.

AFP wollte wohl nicht zurückstehen und gab ebenfalls nur an, dass ein Autofahrer erschossen wurde – als wäre das eine übertriebene Reaktion auf ein Unglück:

Die BBC ließ sich ebenfalls nicht lumpen: Erst gab es nur ein Auto, das Fußgänger traf (also einen Verkehrsunfall?) …

später war es ein Anschlag in Anführungszeichen (also kein echter oder einer, der bezweifelt werden muss) – und vom Täter keine Spur:

Dasselbe gilt für die New York Time – der Terrorist ist anonym, es gibt keine Identifizierungsmöglichkeit – geschweige denn die Information, dass das kein Verkehrsunfall war:

Bei der Berichterstattung über die Beerdigungen der Toten ging es weiter. Eine 22-jährige starb drei Tage später und der britische Guardian schrieb:


Beeerdigungen der Autounfall(opfer) fand statt.

Der zugehörige Text erweckte zudem weiter den Eindruck, als habe ein Verkehrsunfall stattgefunden. Kein Wort von Absicht, aber „Israel spricht von einem Terroranschlag“, die Familie des von der Polizei getöteten Fahrers von einem Unfall redet.

BBC, 27. Juli 2014:

a-lochmedien.BBC20140727Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: „Palästinensische militante Gruppe Hamas erklärt Gaza-Waffenruhe, nachdem Israel früheren Waffenstillstand unter Raketenfeuer beendete.“ – Israel beendete den Waffenstand unter Raketenfeuer? Das Raketenfeuer war also keine Beendigung des Waffenstillstands? Damit wäre das Raketenfeuer der Terroristen Waffenstillstand?

Hannoversche Allgemeine am 27. Juli 2014:

A-lochmedien.H-Allgm140727

Als wenn a) der Terror nicht fortgesetzt würde (das hatten sogar die sat.1-Nachrichten begriffen und gesat) und b) wurde die Waffenruhe nicht schon abgelehnt, bevor der Raketenterror weiter ging. Die textlich gut gestaltete Umkehrung der Abläufe halt…

Ebenfalls am 27. Juli 2014 verkündet die Neue Zürcher Zeitung:

A-lochmedien.NZZ140727

Im Text dann auch, dass Israel wieder zu schießen beginnt – und danach erst, wieso.

taz, 27.07.2014: Man muss ja regelrecht dankbar sein, dass „auch“ Israel wieder schießt (während die Terroristen nur „die Kampfhandlungen wieder aufnehmen“ wie ein Kellner eine runtergefallene Serviette).

a-lochmedien.taz140727

taz, 21.07.2014: Israel ist kriegerisch aktiv, empört wird untertitelt: „Eine Waffenruhe in Gaza wird immer unwahrscheinlicher. Israels Ministerpräsident Netanjahu kündigt sogar eine Ausweitung der Bodenoffensive im Gazastreifen an.“ Was ist mit dem Raketenterror? Mit der Waffenstillstände ablehnende und brechenden Hamas? Erst tief im Artikel ist kurz von Vorhaben der Terroristen die Rede, das war‘s dann aber auch

a-lochmedien.taz140721

Am 15. Juli 2014 fand sich in der Rheinischen Post online diese Darstellung:

A-lochmedien.RP140715

Merke: Der aktive Teil ist Israel; zuerst wird Israel genannt, dann erfährt man erst später, was der Grund war.

DIE WELT, 09.07.2014: Eskalation = Israel schießt. Was die Hamas machte, dazu musste man schon weiter lesen:

A-lochmedien.WELT140709

FAZ, 08.07.2014: Vom Tun der Hamas ist nicht die Rede, Krieg führt nur Israel:

A-lochmedien.FAZ140708

Tagesspiegel, 08.07.2014: Die Welt steht vor dem nächsten Gazakrieg, weil Israel seine Truppen mobilisiert und (nicht nur) strategische Ziele bombardiert – die Hamas rüstet „währenddessen“ auf, war also bisher nicht beteiligt?

A-lochmedien.Tagesspiegel140708

SPIEGEL, 07.07.2014: Israel eskaliert, weil es der Hamas droht sich zu wehren:

a-lochmedien.SPON140707

taz, 03.07.2014: Israel greift an – von den Hamas-Raketen kein Wort. Und die Kompetenz zur politischen Landschaft Israels ist wohl auch nur Glückssache – „Präsident Netanyahu“?

a-lochmedien.taz140703

taz, 01.07.2014: Israel provoziert, weil es nach den entführten Jugendlichen sucht; die Araber haben deeskaliert. Ja klar, sie haben die Entführung nur gefeiert…

a-lochmedien.taz140701

5 Gedanken zu “Überschriften entlarven unsere Qualitätsjournaille

  1. […] Am 18. November 2014 richteten zwei Araber in einer Jerusalemer Synagoge ein Blutbad an. Sie massakrierten mit einer Pistole und einem Beil bewaffnet vier betende Juden. Sieben weitere Menschen wurden verletzt. Zudem wurde ein Polizist angeschossen. Er erlag später seinen Verletzungen. Reuters schrieb “Palästinenser töten 4 in Anschlag auf Jerusalemer Synagoge”. CNN machte daraus folgende BREAKING NEWS: […]

  2. Es wäre empfehlenswert, auch den „Tages Anzeiger“ von Zürich zu lesen.

    Der strotzt von Antisemitismus. Dabei muss man gut auf die Formulierungen achten!

    Die Paradejournalistin heisst Susanne Knaul, die aus Israel schreibt.

    Letzthin gab ich auf einen ihrer Kommentare eine Antwort. Mein Titel trug das Thema:

    Frau Knaul hat einen Knall.

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