Wenn akademischer Antikolonialismus jüdische Geschichte verfälscht

Ein Buch über Juden Algeriens ignoriert Jahrhunderte vorkolonialer Unterdrückung

Lynn Julius, JNS.org, 30. Oktober 2022

Die Geschichte der Juden in arabischen Ländern ist an westlichen Universitäten lange ein obskures oder „Nischen“-Studienfeld gewesen. Zuletzt hat allerdings eine Schar bahnbrechender junger Akademiker das zu ihrem Spezialgebiet gemacht. Es sind Bücher zu so unterschiedlichen Themen wir Jüdische Kommunisten in Marokko, Juden in Bagdad und jüdische Musiker in Nordafrika aufgetaucht.

All diese Vorstöße in vergleichsweise jungfräuliches Gebiet sind zu begrüßen. Aber junge Akademiker in den USA sind auch Produkte ihrer Bildung und ihres Umfelds. Das aktuelle Klima ist das eines modischen, postmodernen Antikolonialismus – und das spiegelt sich in Arbeiten über Juden in arabischen Ländern.

Nehmen wir zum Beispiel Joshua Schreiers Buch Arabs of the Jewish Faith (Araber jüdischen Glaubens). Schreier hat eindrucksvolle Forschungsarbeit zu Frankreichs „Zivilisierungsauftrag“ bei den Juden Algeriens geleistet. Das Buch hat seinen Titel aus einer Äußerung eines ehemaligen Präfekten von Oran, Charles du Bouzet, ein Jahr, nachdem aus innenpolitischen Wahlgründen „einheimischen“ Juden durch das Décret Crémieux von 1870 die französische Staatsbürgerschaft zugewiesen wurde. (Einheimische Muslime waren davon ausgeschlossen.)

Du Bouzet sah keinen wirklichen Unterschied zwischen Arabern und Juden. Zum Beispiel wimmeln Kolonialarchive vor Verweisen auf Juden als korrupt und unmoralisch sowie der Behauptung, dass die Prostituierten von Oran alle im jüdischen Viertel zu finden waren.

In der Praxis wurden Juden allerdings als tauglicher für „Zivilisierung“ betrachtet als Muslime. Die französischen Kolonialisten glaubten, die Juden könnten nützlicher sein, weil Juden angeblich wichtige Handelsnetzwerke beherrschten und sogar loyales Kanonenfutter für das französische Militär bieten könnten.

Als Teil seines „Zivilisierungsauftrags“ strebte Frankreich an in jüdische Häuser, Schulen, Familienbeziehungen und Synagogen vorzudringen. Schreier versucht zu zeigen, dass Juden sich nicht ohne Widerstand unterwarfen. Sie waren keine passiven Opfer des Kolonialismus.

Schreiers Arbeit betrachtet Kolonialismus eindeutig als Zwang ausübend, aufdringlich und weitgehend unwillkommen. Er impliziert darüber hinaus, dass Dinge wie staatliches Eindringen ins Familienleben bis ins 21. Jahrhundert fortbestehen. Die französische Staatsbürgerschaft ist von den richtigen französischen Werten abhängig, behauptet er. Er legt einen zeitgenössischen Fall vor: Faiza, eine Marokkanerin, die in Frankreich lebt, wurde die französische Staatsbürgerschaft verweigert, weil sie eine von Kopf bis Fuß reichende Burka trug.

Es wurde auch behauptet, dass nach dem französischen Einmarsch in Algerien 1830 Ungleichbehandlung die Juden von den Muslimen „trennte“, was unnötige Feindseligkeit und Reibereien zwischen den beiden Gruppen schuf, die in Konflikt und Exil endeten. Die Distanzierung der Juden von der arabischen Kultur und Gesellschaft ist das „erste Exil“, das der einflussreiche Historiker des algerischen Judentums, Benjamin Stora, in seinem Buch Die drei Exile des algerischen Judentums beschrieb.

Dem Kontext der Diskussion fehlt jegliche tiefgehende Untersuchung dessen, wie Juden vor der Kolonialzeit behandelt wurden, als unter osmanischer Herrschaft das muslimische Scharia-Recht galt: Die Juden waren Dhimmis, institutionell gegenüber Muslimen minderwertig und mit wenig juristischen Rechten.

Schreier räumt ein, dass Juden in dieser Zeit nicht vor Erniedrigung, zusätzlichen Steuern und Kleiderordnungsgesetzen gefeit waren. Wenn sie in den Genuss wichtiger Posten kamen, dann nicht als Entscheidungsträger. Sie konnten Anordnungen ausführen. Juden konnten von Kontrahenten ermordet und von Wellen an Mob-Gewalt ins Visier genommen werden.

Schreier behauptet allerdings: „Eine buchstäbliche Interpretation des Dhimmi-Status sollte nicht für Sozialgeschichte stehen“, was „nahelegt, dass Juden relativ sicher und ein integraler Bestandteil der späten osmanischen und frühen kolonialen algerischen Gesellschaft waren“. Er verweist auf die mächtige merkantile jüdische Elite, die mit Getreide, Feldfrüchten, Wolle und Vieh handelte – sagte aber nicht, dass mehrere dieser erfolgreichen Händler den Schutz fremder Nationalitäten genossen. Er legt auch Beispiele für semitisch-nomadische Juden vor, „die wie Araber bewaffnet und gekleidet waren“, insbesondere im südlichen Algerien.

Andere Forscher, die oft in arabischen Ländern geboren waren, haben argumentiert, dass koloniale Emanzipation eine Befreiung vom Dhimmi-Status war. Soweit es die meisten Juden betraf, hatte der Kolonialismus viel, was für ihn sprach. Er gab den Juden in ihren Ländern zum ersten Mal mehr Sicherheit, Gleichberechtigung und juristische Rechte. Er führte Grundstandards in Gesundheitsvorsorge und Hygiene ein und setzte körperlichen Strafen in Schulen ein Ende. Er gab Juden eine westliche Bildung, die ihnen erlaubte in der modernen Welt Erfolg zu haben.

Den Dhimmi-Status herunterzuspielen bedeutet, die umfangreichen Zeugenberichte europäischer Reisender zu ignorieren, die die Eintreibungen und Misshandlungen beschreiben, die Juden in der vorkolonialen Zeit erlitten. Schreier tut diese Berichte als „übertrieben“ ab. Er behauptet, dass sie mit Skepsis behandelt werden sollten, weil sie geschrieben wurden, um einer kolonialen Agenda zu dienen, um die Emanzipation und Assimilation in französische Werte zu bewerben. Schreiers Verdacht erweitert sich auf Forscher wie den verstorbenen, respektierten, in Algerien geborenen französischen Professor Richard Ayoun, dessen Werk Schreier als „Beispiel für Forschung, die das koloniale Modell der Emanzipation von einem orientalischen Zustand der Demütigung wiedergibt“ bezeichnet.

In Wirklichkeit sollte es in erster Linie die jüdischen Gemeinden in muslimischen Ländern mit dem Nötigsten versorgen, damit sie um ihre Rechte als emanzipierte Bürger kämpfen können, die 1860 eine Gruppe französischer Juden in der Alliance Israelite Universelle einrichteten. Diese Institution war nicht nur eine jüdische Version des französischen „Zivilisierungsauftrags“. Es war eine Antwort auf die sehr reale Erniedrigung, die in der vorkolonialen Zeit beobachtet und festgehalten wurde und von Ritualmordlügen und Zwangskonversionen bis zu Prügel und abgebrannten Synagogen reichten. Das Buch Exile in the Maghreb von David Littman und Paul Fenton bietet reichlich Belege dafür – nicht nur aus europäischen, sondern auch aus jüdischen und muslimischen Quellen.

Dennoch finden die Bemühungen der Allianz den muslimischen Antisemitismus zu bekämpfen in Arabs of the Jewish Faith kaum Erwähnung, weil die erste Schule der Allianz in Algerien erst im frühen 20. Jahrhundert gegründet wurde.

Allzu oft macht der Antikolonialismus dieser modernen Wissenschaftler sie blind oder lässt sie arabischen und muslimischen Antisemitismus bagatellisieren. „Soziale Geschichte“ sollte keine Ausrede für Wunschdenken sein.

Die Zunahme des Judenhasses in den Medien

(Am Beispiel der USA, mit einem Kommentar am Ende)

Mike Konrad, American Thinker, 23. Oktober 2022

Es gab eine Zeit, in der war, was in den Medien akzeptabel war, allgemein überwacht wurde. Das war die Zeit der drei großen Sendernetze, die damals beschuldigt wurden die öffentliche Diskussion zu kontrollieren.

Bis in die 1990-er beherrschten ABC, NBC und CBS die Wohnstuben und sie neigten dazu extreme Ansichten nicht zu senden. Neonazis, Verschwörungstheoretiker erhielten nie ein Ohr. Die Medien waren selbstverständlich keimfrei. Ende der 1980-er begann der Sender FOX seinen Aufstieg, aber er folgte ähnlicher Vorgehensweise. Der einzige Unterschied bestand darin, dass FOX sich damals als konservativ zur Schau stellte.

Das war keine völlige Unterdrückung der freien Meinungsäußerung – auch wenn manche das behaupteten – sondern es war eine Art Zugangskontrolle. Anders denkende/extremistische Meinungen konnte kein Gehör finden.

Manche behaupteten die Medien würden von den Juden kontrolliert, aber mit dem Eintreffen von FOX – das den Murdochs gehört, einer christlichen Familie – war diese Behauptung nicht mehr zu halten. Dennoch sprach die ADL (Anti-Defamation League der B’nai Brith) das Thema 1999 an:

Steven G. Kellman, Professor an der University of Texas in San Antonio, schrieb … „von den 100 mächtigsten Menschen in der Industrie laut einer aktuellen Umfrage von Premiere, von denen die meisten, darunter die Top 12, Juden sind“, stellte aber fest: „Obwohl einzelne Juden Hollywood kontrollieren, tut es das Judentum nicht.“ Tatsächlich sind die Hollywood-Studios Eigentum öffentlicher Unternehmen und Kinofilme werden durch die Anstrengungen einzelner Männer und Frauen hergestellt, von denen einige Juden sind, viele aber nicht.

Die ADL schoss sich mit dieser Erklärung irgendwie ins eigene Knie. Es stimmte zwar, dass die jüdischen Führungskräfte kein Judentum puschten, aber sie konnten trotzdem offen für den Vorwurf sein das Gespräch zu steuern. All das fand Mitte der 1990-er ein Ende.

Mit dem Aufkommen des Internets konnte jeder veröffentlichen, was er wollte und es in die Welt hinausbringen. Alles, was man dazu tun musste, war eine Website einzurichten, was weit billiger war als Hefte zu veröffentlichen. Suchmaschinen machten es der Öffentlichkeit einfach solch fragwürdige Informationen zu finden.

Neonazi-Internetseiten schossen wie Unkraut aus dem Boden. Die Katze war aus dem Sack. Vor dem Internet war es schwierig solches Zeug zu finden. Mit dem Internet konnte man solches Zeug völlig anonym bekommen.

Dann verabschiedete die US-Regierung 1996 Section 230 des US-Kommunikations-Anstandsgesetzes, das Internet-Provider und Firmen vor einem großen Teil der juristischen Folgen dessen schützte, was sich auf ihren Servern befand. In einfachen Worten ausgedrückt: Dem Internet wurde ein Freifahrtschein erteilt.

So wurde das Internet zum Wilden Westen.

Die erste Panik gab es wegen Pornographie, die sich sofort rasend verbreitete. Die zweite Panik gab es wegen Antisemitismus. Bereits Mitte der 1990-er schlug die ADL Alarm.

Bis 2004 war die erste Seite, die angezeigt wurde, wenn man das Wort „Jew“ [Jude] in einer Google-Suche eingab, „Jew Watch“ – die Seite war bis 1998 online. Jew Watch war eine krass antisemitische Seite, die als Bibliothek judenfeindlichen Materials agierte. In ein paar Augenblicken hatte man Zugang zu Informationen, die zu sammeln früher Jahre gedauert hätte.

2008 stellte das israelische Außenministerium ein kostenloses Mittel – Megaphone genannt – zur Verfügung, mit dem jüdische Aktivisten befähigt werden konnten in Chaträume zu gehen und antisemitische oder israelfeindliche Kommentare zu bekämpfen.

[Israel] schuf Megaphone, ein kostenloses Mittel, das von seiner Internetseite heruntergeladen werden kann. Megaphone erlaubt, dass jedes Mal Benachrichtigungen beim Bildschirm des Users auftauchen, wenn ein Aufmerksamkeit verdienender Artikel, eine Umfrage oder ein Forum im Internet gefunden wird. Studenten und Mitglieder pro-israelischer Organisationen werden ermutigt die Seiten zu besuchen und ihre Meinungen zu äußern.

Selbst zu diesem frühen Datum war Israel sich bewusst, dass Kontrolle über das Internet verloren gegangen war und rüstete sich zum Kampf.

Nichts davon wäre vor dem Internet geschehen – hätte auch nicht geschehen können. Die Mainstream-Medien hielten solchen Unsinn aus der öffentlichen Arena heraus. Das Internet hat der kollektiven ID der Welt eine Stimme gegeben.

Und das Thema Israel sollte nicht verschwinden.

Schon 2015 beschuldigte Israel Facebook, es ermögliche Gewalt durch Tolerierung von Hetze auf seiner Plattform. Palästinenser in Judäa und Samaria (der Westbank) nutzten Facebook für verachtenswerte Zwecke. Das Israel Law Center führte sogar einen Test durch, um das zu zeigen.

Die sozialen Medien versteckten sich hinter Section 230, bis sie vom Kongress unter Feuer genommen wurden. Dann begannen sie zu zensieren, aber hauptsächlich Konservative.

Das Problem nahm zu und die Zahl der Studenten und Akademiker, die online bösartigen Antisemitismus posteten, sind zu einer Flut geworden. Auch der Campus-Antisemitismus ist außer Kontrolle geraten. Sehen Sie auch hier.

Also haben jüdische Gruppen Gegenmaßnahmen begonnen; heute nutzen sie die IHRA-Definition für Antisemitismus. Die hoffen die akademische Welt zu zügeln und nach ihren Anstrengungen kann man auf YouTube suchen („anti-semitism college“).

Aber Gegner der IHRA-Definition haben behauptet, ihre Antisemitismus-Definition sei viel zu weit gefasst und verschmelze Antizionismus mit Antisemitismus. Ein Autor der IHRA sagt, sie wird verwendet um freie Meinungsäußerung zu unterdrücken.

Kenneth Stern entwarf die „Arbeitsdefinition für Antisemitismus“, die US-Präsident Donald Trump in einer Präsidentenanordnung verwendet, um gegen Antisemitismus an Universitäten vorzugehen. Er ist zudem einer der lautstärksten Kritiker der jüngsten Anordnung.

Daher wird die IHRA-Definition nicht universell angewandt.

Twitter verbietet jetzt hasserfüllte Hashtags wie „#Hitlerwasright, aber es sind andere kodierte Hashtags aufgetaucht, zum Beispiel #COVID1948. Unser begannen Bilder zu posten, um die Wortfilter der künstlichen Intelligenz zu umgehen. Das Fazit lautet, es gibt keine Möglichkeit den Antisemitismus wirklich zu unterdrücken.

Sperren Sie Kanye West und andere werden aufkommen.

Europa hat härtere Gesetze – Gesetze gegen Hassverbrechen – aber es gibt einfachen Behelf, wenn man weiß, was man tut.

Wie sieht dann die Antwort aus? Technisch gibt es keine. Der Kriminelle ist in der Regel dem recht einen Schritt voraus. Die menschliche Natur ist hässlich. Wie Psalm 14,1 warnt, gibt es keinen, der Gutes tut. Das Internet, besonders die sozialen Medien, hat der gefallenen Menschheit in den Gestalten hasserfüllter Individuen gewaltige Mengen an Macht gegeben.

Die Antwort wird nicht technologisch gefunden werden, sondern gesellschaftlich.

Auf der Seite des Guten wird eine Folge des Internets zu wenige berichtet: die Verbreitung christlicher Internetseiten.

Image via Libreshot.


Anmerkung des Übersetzers:
Der Text greift m.E. mehr als zu kurz. Bei Konrad beschränkt sich der Antisemitismus auf „rechts“ (Neonazis), der linke und der muslimische Antisemitismus fehlen völlig. Ein typisches Verhalten gerade auch der ADL sowie der meisten Medien und Politiker auch in den USA; israelbezogener Antisemitismus fehlt auch (mit Ausnahme der Erwähnung der IHRA-Definition, die diesen enthält). Die „Schuld“ wird einzig dem Internet zugeschrieben, statt die Motive dahinter zu analysieren – was aber angesichts der Beschränktheit der Antisemiten auf rechtsextrem nun gar nicht mehr wundert. Konrads Beschreibung ist also absolut mangelhaft, weil die heute wichtigsten Formen des Antisemitismus völlig außer Acht gelassen sind.
Zudem wird der Zensur durch die Traditionsmedien das Wort geredet. Das vernachlässigt, dass heute Antisemitismus auch gerade von diesen immer wieder kolportiert wird. „Das Internet ist schuld“ erweist sich damit als Trugschluss samt Selbsttäuschung, die als Analyse überhaupt nichts taugt.
Konrads „Erkenntnisse“ sind absolut ungeeignet etwas zu einer fruchtbaren Diskussion beizutragen – außer man nimmt sie als Paradebeispiel dafür, wie man es nicht macht!

Das Haus eines Terroristen

LinkedIn, 23. Oktober 2022

Vielleicht erinnern Sie sich an Hallel Ariel, das 13-jährige Mädchen, das 2016 in seinem Bett ermordet wurde. Wie die Welt glaubt, war das Widerstand, der arme Kerl, der sie ermordete, war so arm und verzweifelt. Nun, das hier ist sein Haus:

Jetzt erzählt uns weiter, dass es um „Verzweiflung und Armut geht“!

Die neue, unheilige Allianz mit Islamisten

Konservative verzweifeln wegen der linken Erosion, liefern den Westen seinen Todfeinden aus.

Melanie Phillips, Israel HaYom, 28. Oktober 2022

Das stillschweigende Bündnis der westlichen Linken und der Islamisten – Muslime, die erpicht darauf sind den Westen für den Islam zu erobern – ist schon lange eine Quelle großer Sorge gewesen.

Linke, die übergroßen Einfluss auf die westliche Kultur ausüben, machen manchmal gemeinsame Sache mit Islamisten wegen des gemeinsamen Ziels den Westen und den Staat Israel zu zerstören. Das geschieht, obwohl Verweigerung von Demokratie und Menschenrechten durch die theokratischen Islamisten, ihre Unterdrückung von Frauen und der Verfolgung von Schwulen und Dissidenten den vorgeblichen Werten der westlichen Linken völlig zuwiderlaufen.

Als wäre diese Achse noch nicht gefährlich genug, gibt es jetzt verstörende Nachrichten über eine sich entwickelnde parallele Anziehung zwischen Islamisten und Konservativen. In einem langen und wichtigen Artikel auf Focus on Western Islamism hat Sam Westrop ausführlich ein aufkeimendes Bündnis zwischen Islamisten und amerikanischen Republikanern beschrieben.

Dafür gibt es einige Präzedenzfälle. Bei der Wahl 2000 haben laut einigen Schätzungen bis zu 70 Prozent der Muslime für Republikaner gestimmt.

Nachdem der Anti-Steuer-Aktivist Grover Norquist argumentierte, konservative Muslime bildeten eine natürliche Wählerschaft der republikanischen Partei, versuchte diese – unter Abweisung der Bedrohung, die einreisende Islamisten für Amerika darstellen – Leute zu erreichen, von denen sich herausstellte, dass sie radikale Islamisten sind.

Nach dem 9/11 scheiterte dieses Bündnis. Konservatives Erschrecken wegen des Islamismus erreichte 2007 seinen Höhepunkt, als der Prozess gegen die Holy Land Foundation zeigte, dass viele prominente amerikanisch-muslimische Organisationen und ihre Leiter und Aktivisten als „nicht angeklagte Mitverschwörer“ genannt wurden.

Erbost durch den Krieg im Irak wandten die Islamisten sich um Unterstützung an die Linke, die alle Sorgen wegen der muslimischen Welt als „islamophob“ verurteilte.

Heute, schreibt Westrop, ändert sich das wieder. Viele Islamisten betrachten die Linke nicht mehr als nützlichen Verbündeten, sondern wegen ihrer Agenda der Rechte von Homosexuellen, Transgener-Identität und sexuelle Freiheit, die sie so aggressiv puschen, als schädlichen Einfluss.

Eine kleine, aber zunehmende Anzahl muslimischer Aktivisten, sagt Westrop, propagieren die Idee, dass der amerikanische Konservatismus besser mit islamischen Prinzipien von Familie und Leben zusammenpasst.

In Berkeley (Kalifornien) hat Abdallah bin Hamid Ali, der Leiter des Islamic Law Councill am Zaytuna College, amerikanische Muslime gedrängt sich ihm in einer „neuen politischen Vision“ anzuschließen, die „Neoliberalismus“ ablehnt und Konservatismus als natürlicheres Heim schildern. Sein Twitter-Feed beinhaltet Dutzende Clips und Kommentare über die Verrücktheiten antikapitalistischer und antirassistischer Protestbewegungen.

Einige Islamisten betrachten die „extreme Rechte“ als Verbündete. Im Februar lud der führende Islamist Daniel Haqiqatjou Mark Collett auf seinen YouTube-Kanal ein; Collett ist ein prominenter britischer Neonazi. Die beiden taten sich wegen gemeinsamer Befürchtungen gegenüber dem Liberalismus, Säkularismus und der wahrgenommenen Bedrohung durch die Linke zusammen.

Gleichzeitig machen Elemente der Republikanischen Partei gemeinsame Sache mit islamischen Extremisten. Offizielle Vertreter der Republikanischen Partei schlossen sich vor kurzem radikalen Islamisten bei der Forderung an, „LGBTQ“-Bücher, die „Pornografie und Homosexualität“ propagieren, müssten aus Schulbibliotheken in Dearborn (Michigan) entfernt werden.

Im Juli waren Vertreter der Republikanischen Partei und Politiker Minnesotas bei einem großen Treffen zur Feier von Id al-Adha anwesend. Sie wurden an der Seite eines Islamisten aufgenommen, der Berichten zufolge islamische heilige Schriften zitierte, mit denen Juden der Verbreitung von „Korruption im Land“ beschuldigt und Muslime angewiesen werden, das Scharia-Recht über „menschgemachte“ Gesetze zu stellen, außerdem noch mit einem anderen, der in sozialen Medien Predigten über das „Massaker“ von den „Juden Israels“ an Muslimen einstellte.

Die fanatischen Ideologen, die in den 1920-er und 1930-er Jahren den modernen Islamismus entwickelten, stützten sich sowohl auf den Kommunismus als auch auf den Nationalsozialismus. In ihrem paranoiden Hass auf das jüdische Volk haben die Islamisten lange schon gemeinsame Sache sowohl mit der extremen Linken als auch der extremen Rechte gemacht.

Heute hat dieses Bündnis sich in den konservativen Mainstream ausgebreitet. Der Grund dafür liegt sicherlich in den ideologischen Turbulenzen, die die Konservativen in Amerika und Britannien seit dem Fall der Sowjetunion erschüttert haben.

Dieses Ereignis ließ sie glauben, dass ihr Fuchs erlegt worden sei. Auf der Suche nach einer neuen Sache, für die sie werben können, landeten sie bei der Freiheit.

Ihr Fehler war aber, die Freiheit vom geschichtlichen Netzwerk der Pflichten und Verbindlichkeiten zu trennen, die sie zusammen mit anderen Grundwerten der Zivilisation innerhalb einer kohärenten Gesellschaft schützt, wenn diese auf ererbter Tradition gründen. Diese Pflichten und Verbindlichkeiten waren natürlich grundsätzlich jüdische Werte, die in der christlichen Basis des Westens verankert waren.

Diese „Konservativen“ versäumten es zu erkennen, dass sie damit dasselbe Gebiet besetzten wie die hyper-individualistische Linke, die fest entschlossen ist diese Werte und diese Gesellschaft zu zerstören.

Die Konservativen erkennen jetzt den furchtbaren Schaden, der angerichtet worden ist, sind aber immer noch nicht in der Lage die eigene Rolle darin zu begreifen; so verzweifeln die Konservativen zunehmend daran, ob der Westen sich davor retten kann über den Rand dieser kulturellen Klippe abzurutschen.

Einige von ihnen schienen so verzweifelt nach Verbündeten zu suchen, dass sie für die Gefahren blind sind, die das darstellt. So pries der konservative Kommentator Dinesh D’Souza den radikalen Hassan Qazwini, Leiter des Islamic Institute of America, für seine „sozial und kulturell konservativen“ Anstrengungen, „die Mobilisierung muslimischer Eltern in Dearborn anzuheizen“.

Publikationen wie der American Conservative, sagt Westrop, veröffentlichen Kolumnen, die die Verteidiger des „blasphemischen“ Schriftstellers Salman Rushdie verurteilen (der vor kurzem von bei einem islamistischen Anschlag auf sein Leben schwer verletzt wurde) oder Darstellungen des Islam als Bollwerk gegen „die Verbreitung utopischen Progressivismus“ unterstützen. Weit davon entfernt die westlichen Kernwerte Menschenrechte, freie Meinungsäußerung und religiösen Widerspruch zu bewahren, helfen diese „Konservativen“ diese zu zerstören.

Es überrascht nicht, dass Islamisten diese Gutgläubigkeit und Ignoranz ausnutzen. Yasir Qadhi, ein Absolvent der salafistischen Hardliner-Bewegung und einer der bekanntesten islamisch-religiösen Führer des Westens, retweetete zustimmend die rechte Berichterstattung der Proteste in Dearborn und erklärte: „Konservative Christen und Juden müssen begreifen, dass Muslime ihre Verbündeten dabei sind eine reinere und moralisch aufrechtere Gesellschaft zu wollen.“

Sie sind aber keine Verbündeten des jüdischen Volks. Diese Islamisten nutzen sozialen Konservatismus, um zu versuchen die Christen gegen die Juden aufzubringen.

In Reaktion auf die „LGBTQ“-Lehren in Großbritannien und den Niederlanden, schreibt Westrop, veröffentlichen islamistische Aktivisten Karikaturen in sozialen Medien, die aus Neonazi-Publikationen adaptiert wurden, womit illustriert werden soll, dass Muslime und Christen gegen Juden, Schwarze, Homosexuelle und eine Reihe von Symbolen der offenbaren Übel des Progressivismus zusammenstehen.

Wenn westliche Konservative glauben, dass die Islamisten dieselbe Schlacht gegen den Progressivismus kämpfen, dann liegen sie sehr falsch.

Sozial Konservative opponieren gegen den Progressivismus, um den Westen zu retten. Islamisten opponieren gegen den Progressivismus als Teil ihrer Agenda den Westen zu zerstören.

Sozial Konservative opponieren gegen liberales Übermaß, weil sie glauben, dieses untergrabe westliche Kernwerte wie Wahrheit, Moral, fundamentale Institutionen wie Ehe und die Wahrheiten biologischer sexueller Unterschiede. Sie sehen es so, dass Liberalismus Respekt, Toleranz und Menschenrechte untergräbt und stattdessen Rassismus gegen Weiße und Antisemitismus propagiert.

Islamisten hingegen unterstützen Menschenrechte nicht; sie haben keinen Respekt für jedes einzelne Leben. Sie unterdrücken Frauen, töten Homosexuelle, hassen Juden, wollen Israel auslöschen und arbeiten daran den Westen zu erobern. Sie betrachten linke Exzesse als weiteren Beleg, dass der Westen zerstört werden muss.

Auch die Linken ihrerseits begreifen den fundamentalen Unterschied zwischen westlichen sozial Konservativen und Islamisten nicht. Die gegenüber der unterdrückerischen und illiberalen Natur ihrer eigenen „progressiven“ Werte blinden Linken nehmen stattdessen an, dass der westliche soziale Konservatismus unterdrückerisch und illiberal ist und so passt es natürlich mit islamischen Werten überein.

Amerikanische jüdische Linke erkennen also die Gefahr nicht, in der sie sich befinden. Denn die Islamisten haben sie direkt im Visier.

Und weit entfernt davon sie durch Hochhalten und Verteidigen westlicher Kernwerte zu verteidigen, driften jetzt Konservative, die den westlichen Liberalismus insgesamt ablehnen, selbst in Richtung Theokratie ab – und sind daher reif dafür die nützlichen Idioten des radikalen Islam zu werden.

Es hat lange schon Warnungen gegeben, dass, wenn die Mainstream-Gesellschaft die Verteidigung westlicher Werte aufgibt, das sich daraus ergebende Vakuum von Leuten mit anderen, unheilvollen Absichten gefüllt wird.

Es wurde allgemein gefürchtet, dass das bedeutet, dass ein autokratischer rechter Machthaber an die Macht kommt. Heute scheint es jedoch so, dass jemand von der Rechten stattdessen diese Rolle an Islamisten outsourct – und damit die Verteidigung des Westens seinen moralischen Feinden übergibt.

Für die Palästinenser taugen Frauen nur als Terroristen – oder als Terroristenmütter

Elder of Ziyon, 24. Oktober 2022

Montag, der 24. Oktober, war der Nationale Tag der palästinensischen Frauen.

Das Thema des Tages war Israel unter Druck zu setzen Terroristen aus dem Gefängnis freizulassen.

Die Teilnehmer an unterstützenden Mahnwachen für Gefangene, organisiert vom Ministerium für Frauenangelegenheiten in Koordination mit den Regierungsbezirken, aus Anlass des Nationalen Tags der palästinensischen Frauen am heutigen Montag betonten die Notwendigkeit eine Faktenfindungs-Kommission zu bilden, um die Lage männlicher und weiblicher Häftlinge zu studieren und sie mit dem  Hochkommissar für Menschenrechte in Genf zu diskutieren und regelmäßige Familienbesuche für weibliche und männliche Häftlinge zu ermöglichen.

Das Ministerium für Frauenangelegenheiten rief seinerseits in einer Pressemitteilung, die Vereinten Nationen, das Internationale Komitee vom Roten kreuz und die Arbeitsgruppe zu willkürlicher Inhaftierung auf die israelische Besatzung, die Besatzungsmacht Druck auszuüben, die Akte der Administrativhaft zu beenden und die Politik der Einzelhaft und ihre Anwendung gegen Palästinenser abzuschaffen.

Was hat das mit Frauen zu tun? Nicht viel, aber sie versuchten das mit dem Schuhlöffel einzubringen, indem sie weibliche Häftlinge anführten (kolossale sieben von 30 Häftlingen sind Mütter) und dass palästinensische Frauen leiden, wenn ihre Ehemänner und Söhne im Gefängnis sind.

Der Gouverneur von Nablus, Ibrahim Ramadan, sagte: „Der Verletzte, der Märtyrer und der Gefangene repräsentieren das Heimatland. Ohne sie gibt es kein Heimatland. Wir unterstützen ihre Mütter, die um des Heimatlandes willen Tränen wegen ihrer Kinder vergießen.“

Für Palästinenser sind Frauen da, um männliche Babys zu machen, die Juden sprengen und das ist ihre höchste Aufgabe.

Wenn Sie finden, das linge sexistisch, dann weil es das ist. Selbst ein palästinensischer Frauentag wird für antiisraelische Hetze gekapert und palästinensisch Frauen werden an dem angeblich ihnen gehörenden besonderen Tag zur Seite geschoben.

Die Internetseite des Ministers für Frauenangelegenheiten – schon deren Existenz als Ministeriums beweist, dass die palästinensischen Frauen als für die Gesellschaft nebensächlich gilt – enthält mehrere Statistiken, die genau zeigen, wie wenig angesehen Frauen in ihrer Gesellschaft sind:

96% der Mitglieder der Handelskammern sind Männer
15 von 16 Gouverneuren sind Männer
89% der Auslandsgesandten sind Männer
87% der Kabinettsmitglieder sind Männer
955 der Mitglieder des Zentralkomitees der PA sind Männer
89% der Mitglieder der Nationalversammlung sind Männer

Das ist die Realität der Frauenrechte in der PA – und im Gazastreifen unter der Hamas ist es noch schlimmer.

Für das Ministerium für Frauenangelegenheiten sind Sachen wie der Nationale Tag der palästinensischen Frau symbolische Hülsen-Veranstaltungen, um den gutgläubigen Westen (und nervtötende palästinensische Frauen) Glauben zu machen, es werde etwas unternommen, um die Ungleichheiten in der palästinensischen Gesellschaft anzugehen. Sie existieren, also kann die PLO der UNO berichten, wie viel man schon erreicht habe – „schaut, wir stecken Ressourcen in Frauenrechte!“ Aber nichts davon wandelt sich in irgendetwas, das palästinensischen Frauen tatsächlich hilft.

Und die israelfeindlichen Feministen der Welt kümmern sich einen Dreck darum.

Eine unbequeme Wahrheit: Die Juden haben das Land Israel nie verlassen

Jacob Sivak, the Algemeiner, 24. Oktober 2022

Ein Überblick zeigt den Platz vor der Westmauer in Jerusalem während der Coronavirus-Pandemie, 6. Mai 2020 (Foto: Reuters/Ronen Zvulun)

Ich habe gerade den aktuellen Artikel des früheren US-Botschafters David Friedman zu Ende gelesen, in dem er argumentiert, dass das Judentum und der Zionismus nicht zu trennen sind. Es ist ein ausgezeichneter Artikel und ich stimme ihm zu, aber ich frage mich, ob er die Rückkehr des jüdischen Volks nach langer Abwesenheit in sein Heimatland nicht zu stark betont. Ich habe dieselbe Sorge bei einer optimistischen Rezension der Leistungen Israels in einem aktuellen Artikel von David Weinberg, der auf zwei Jahrtausende jüdischer Zerstreuung verweist.

Zu implizieren, dass die Juden das Land Israel nach dem Fall Masadas 2.000 Jahre lang verlassen hatten, ist nicht akkurat. Das nährt die Ansicht, der moderne Staat Israel sei ein europäisches Kolonialunternehmen ohne historische Verbindung zum Land. Darüber hinaus entstammte die jüdische Rückkehr nicht mit der modernen zionistischen Bewegung Anfang der 1880-er Jahre. Aliyah ist die Zeitalter hindurch kontinuierlich gewesen.

Das jüdische Volk hat das Heilige Land nie wirklich verlassen. Natürlich wurden zur Zeit von Masada und später viele getötet oder vertrieben, aber viele Juden lebten erhebliche Zeit weiter in „Palästina“ (der Name, den die Römer ihm nach der Bar Kochba-Revolte 132 – 135 n.Chr. gaben). Die Beweise sind aus den umfangreichen archäologischen Stätten von heute ersichtlich, unter anderem die in Beit Alpha, Beit Sche’arim, Tzippori (Sepphoris), Baram und vielen anderen. Juden bildeten bis ins fünfte Jahrhundert eine Mehrheit der Bevölkerung Palästinas und bis 429 n.Chr. bestand ein autonomes, von den Römern anerkanntes jüdisches Patriarchat in Palästina.

Archäologische Ruinen deuten auf die Gründung von mehr als 80 Synagogen während der sechs Jahrhunderte nach der Zerstörung des Tempels hin, insbesondere in Galiläa. Nach Masada war die jüdische Bevölkerung beachtlich genug, dass es drei ernsthafte Revolten gegen die römische bzw. byzantinische Herrschaft stattfanden; die letzte gegen Kaiser Heraclius gab es im siebten Jahrhundert.

Belege aus der Genisa von Kairo und den Schriften des spanisch-jüdischen Reisenden Benjamin von Tudela deuten darauf hin, dass Juden nach der byzantinischen Niederlage gegen die Araber unter Omar Ibn Al-Khattab 637 und sogar auch während der Kreuzritter-Herrschaft weiter eine Reihe von Städten, einschließlich Jerusalems bewohnten. Tatsächlich erlebte das 12. Jahrhundert einen Aufschwung jüdischer Immigration aus Europa; 300 Rabbiner aus England und Frankreich, darunter eine Reihe prominenter Tosafisten, wanderte 1211 ins Heilige Land ein, während der bekannte spanische Rabbi und Philosoph Nachmanides (der Rambam) 1267 Aliyah machte.

Die jüdische Bevölkerung nahm aufgrund von Zuwanderung, Naturkatastrophen und Seuchen zu und ab. Die Vertreibung aus Spanien (1492) und Portugal (1497) führte im 16. Jahrhundert zur Gründung einer beträchtlichen jüdischen Gemeinde in Tzfat (Safed), die zu einem wesentlichen jüdischen Zentrum sowie einem bedeutenden Schwerpunkt für den Wollhandel und die Textilindustrie.

Ein Erdbeben zerstörte 1837 das gesamte jüdische Viertel von Tzfat und Teile von Tiberias und tausende Juden starben. Trotzdem bewohnte eine beträchtliche Anzahl Juden weiterhin andere Zentren wie Hebron und Jerusalem.

Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts, lange vor Beginn der Ersten Aliyah 1881, machten beträchtliche Anzahlen chassidischer Juden sowie ihrer Rivalen – den Anhängern des Gaon von Wilna – Aliyah. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts  stellten Juden eine Mehrheit der Bevölkerung Jerusalems.

Andere stellten dasselbe fest wie ich hier. Bari Weiss verweist auf eine unangenehme Wahrheit – dass es im Land Israel seit der Zerstörung des Tempels eine jüdische Präsenz gegeben hat.

Tarek Fatah, ein kanadischer Journalist pakistanischer Herkunft, drückte sich in einem Artikel in der Toronto Sun (2020) sogar noch deutlicher aus. Fatah schreibt: „… weit davon entfernt europäischer Besatzer Palästinas zu sein, wie uns erzählt wird, lebten die Juden mehr als ein Jahrtausend rund um Jerusalem und in der Levante. De facto waren es die Araber unter  Omar al-Khattab, die das Land Palästina als erste besetzten.“

Das Narrativ der „Siedlergewalt“ und die Knessetwahl

Wenn ein Israeli eine Straftat begeht, wird er oder sie verhaftet und vor Gericht gestellt. In der PA ist das Gegenteil der Fall: Dort werden diejenigen, die Juden töten als Helden bejubelt.

Ruthie Blum, Israel HaYom, 24. Oktober 2022

Der aktuelle Anstieg des palästinensischen Terrorismus, gekennzeichnet von täglich Dutzenden Fällen an Steinwürfen, Brandbomben, Messerangriffen, Autoramm- und Schießanschlägen, wurde letzte Woche von dem überschattet, was die Lokalpresse und bestimmte Politiker als nicht hinzunehmende „starke Steigerung der Siedlergewalt“ betonten.

Die Inbrunst, mit der Nachrichtenorgane und das „Jeder außer Bibi“-Lager – die Parteien im linken Spektrum, die darum wetteifern den ehemaligen Premierminister Benjamin Netanyahu nach der Wahl vom 1. November von der Rückkehr an die Macht abzuhalten – auf Geschichten von „Siedlern“ anspringen, die IDF-Truppen und Palästinenser angreifen, ist kaum zu beschreiben.

Nehmen wir z.B. das Aufeinandertreffen vom Donnerstag in Huwara bei Nablus.

Premierminister Yair Lapid etikettierte die Rowdys, die Steine auf palästinensische Fahrzeuge warfen und das Fallschirmjäger-Bataillon 202 der IDF mit Pfefferspray besprühten, wobei sie den Kommandeur und einen Soldaten verletzten, prompt als „gefährliche Kriminelle, die kurzerhand mit aller Härte verurteilt und der Gerechtigkeit zugeführt werden müssen“.

Sie „gefährden das Leben unserer Soldaten und schaden dem Staat Israel“, fügte er hinzu.

Verteidigungsminister Benny Gantz ging einen Schritt weiter und schrieb den Vorfall dem Verhalten seiner rechten Konkurrenten in der Religiös-Zionistischen Partei zu.

„Unverantwortliche Politiker, besonders [die Knessetmitglieder] Itamar Ben-Gvir und Bezalel Smotrich, motiviert von Nationalismus, betreiben eine Gewaltkampagne und stacheln zu Gewalt und Verbrechen gegen Westbank-Palästinenser und IDF-Kräfte auf“, erklärte er fröhlich. „Diese Leute könnten in Machtpositionen sein, wenn Netanyahu in der Lage ist die nächste Regierung zu bilden und das wird auf ihn zurückfallen“, heißt: sein Fehler sein, warnte er.

Es gibt ein zweifaches Problem mit dieser Äußerung – anders als sein Verweis auf Parlamentarier des Religiösen Zionismus als „diese Leute“. Erstens verurteilten alle Israelis, einschließlich der Leiter der Siedlungsgemeinden, den Angriff.

Zweitens: Hätte Gantz das Verteidigungsressort anders gehandhabt – eher mit eiserner Faust als mit der Ansicht, dass Frieden und Ruhe am besten mit Gesten des guten Willens sowie finanziellen Anreizen für palästinensische Araber erreicht werden – stünde Ben-Gvir wohl in den Umfragen nicht so gut da. Das ist aber eine unangenehme Wahrheit, die er als Zeichen beklagen kann und wird, die israelische Gesellschaft im Allgemeinen würde sich im Unrecht befindet, weil sie den Extremismus der liberalen Demokratie vorzieht.

Die Ironie ist atemberaubend. In dem Konflikt zwischen der palästinensischen Autonomiebehörde und Israel lehnt erstere die Werte der liberalen Demokratie ab und klammert sich an Extremismus; für letztere ist es umgekehrt.

Das soll nicht heißen, dass Israel keinen Anteil an gewalttätigen jüdischen Kriminellen hat. Aber wenn ein israelischer Zivilist oder Soldat in Judäa und Samaria oder sonstwo im Land einen Akt der Aggression gegen irgendjemanden begeht, wird er oder sie verhaftet und vor Gericht gestellt. In der PA ist das Gegenteil der Fall, wo diejenigen, die Israelis töten, als Helden bejubelt und ihre Familien mit Ehren und deftigen monatlichen Gehältern überschüttet werden.

Ein weiterer Punkt, den die Experten und Politiker bei jeder Gelegenheit nutzen, um „Siedlergewalt“ zu unterstreichen, versäumt es anzuerkennen, dass die Überzeugungen und Lehren der PA bekennen, der gesamte Staat Israel sei eine Siedlung. In der Tat unterscheiden sich, soweit es die Bosse in Ramallah und Gaza betrifft, die Bar-Hüpfer von Tel Aviv und die Besucher der Einkaufszentren in Haifa nicht von Juden, die in Efrat oder Tekoa leben. Und Lapid und Gantz sind nicht von Bibi und Ben-Gvir zu unterscheiden, außer im Ausmaß, in dem sie manipuliert werden können.

Als er über die beiden Flüche der Linken sprach, sagte der ehemalige Premierminister Ehud Barak letztes Wochenende in einem Interview, es sei nicht nur so, dass Netanyahu und Ben-Gvir „nur darauf warten, dass eine Mutter und ihre vier Kinder am Vorabend der Wahl ermordet werden; sie helfen dem auch“.

Seine verleumdenden Worte beinhalteten ein tragisches Häppchen Wahres. Das fragliche Duo muss nicht „darauf warten“, dass Palästinenser massakrieren oder „dabei helfen“.

Für jeden der blutigen Anschläge, die erfolgreich verübt wurden – wie das Einstechen auf einen jungen Mann in Jerusalem am Samstagnachmittag – wurden hunderte weitere vereitelt, dank der Wachsamkeit israelischer Sicherheitskräfte und durch die Gnade Gottes.

Das Phänomen ist heutzutage so alltäglich geworden, dass es kaum noch Schlagzeilen auf der Titelseite erhält. „Siedlergewalt“ hingegen wird groß herausgestellt. Der Grund dafür ist, dass sie selten vorkommt, nicht dass sie grassiert.