Das Problem ist nicht der Islamische Staat, sondern islamischer Hass

Raymond Ibrahim, 10. Mai 2017 (FrontPage Magazine)

Eine Lüge verbirgt die Wahrheit. Und hässliche, aber verborgene Wahrheiten haben nie eine Chance eingestanden, angegangen und gebessert zu werden. Wegen dieser einfachen Binsenwahrheit hat eine der größten Lügen unserer Zeit – dass im Namen des Islam begangene Gewalt nichts mit dem Islam zu tun hat – einen eigentlich schwachen Islam zur Geißel der modernen Welt gemacht, ohne das es ein Zeichen der Erleichterung am Horizont gibt.

Daher ist es nützlich die von den Lügnern in Regierung, Medien und akademischer Welt verwendeten Hauptstrategie zu entlarven: 1) die arttypischen, aber chronischen täglichen Berichte über muslimische Gewalt gegen Nichtmuslime rund um den Globus werden ignoriert; 2) nur spektakuläre muslimische Gewalt werden angesprochen, die dann, weil sie fast immer von professionellen Jihadistengruppen begangen werden, als begrenzte, zeitweilige, örtliche Probleme dargestellt werden können: Besiegt diese bestimmte „Terrorgruppe“ und das Problem verschwindet.

Als Beispiel brachten Sie bitte die islamischen Angriffe auf christliche Kirchen. Letzten Monat, als zwei ägyptische Kirchen mit Bomben angegriffen wurden, was zu 51 Toten Gläubigen führte, stellte jedermann rasch heraus, dass etwas namens „ISIS“ – das natürlich „nichts mit dem Islam zu tun hat“ – dafür verantwortlich war.

Ostersonntag 2016 wurden fast 5.000km von Ägypten entfernt in Pakistan rund 70 Christen bei einem Bombenanschlag getötet, der sich ausdrücklich gegen Osterfeiern richtete. Damals wurde uns erzählt, dass etwas namens „Taliban“ – hat ebenfalls nichts mit dem Islam zu tun – dafür verantwortlich war.

Derweil werden rund 5.000km westlich von Ägypten, in Nigeria, Christen ebenfalls angegriffen. Dort sind 11.500 Cristen getötet und 13.000 Kirchen zerstört worden. Nach Angaben der offiziellen Darstellung ist etwas namens „Boko Haram“ dafür verantwortlich. Das ist eine weitere Gruppe, die gewohnheitsmäßig an Weihnachten und Ostern Kirchen bombardiert; eine weitere Gruppe, von der uns erzählt wird, das sie „nichts mit dem Islam zu tun hat“, sondern ein begrenztes, zeitweiliges und örtliches Problem ist: Besiegt sie und das Problem verschwindet.

Das Problem besteht nicht nur darin, dass die Lügner in den Medien, der Regierung und der akademischen Welt es ablehnen die Zusammenhänge herzustellen und darauf bestehen jede der erwähnten Gruppen als eigene, eingeschränkte Gruppe mit unterschiedlichen „politischer“ oder „territorialer“ Motivation zu behandeln – wovon nichts mit dem Islam zu tun hat. Das größere Problem ist: Gewöhnliche Muslime, die nicht „ISIS“, „Taliban“, „Boko Haram“ oder „Al-Qaida“ genannt werden, begehen ähnliche Taten – und das regelmäßiger – obwohl dies von den Großen Medien selten erwähnt wird, damit die Leute nicht anfangen die Zusammenhänge herzustellen.

Folglich sind, obwohl ISIS den Bombenanschlag vor Ostern auf eine Kirche für sich beanspruchte, sind es gewöhnliche ägyptische Imame, „die der Öffentlichkeit über Lautsprecher Hass und Gewalt gegen Christen predigen“; es sind gewöhnliche Muslime, die „alle zwei oder drei Tage“ Christen verfolgen; gewöhnliche Muslime, die Muslime randalieren und töten, wann immer ein Gerücht aufkommt, dass eine Kirche gebaut werden soll oder dass ein junge Kopte Mohammed „lästerte“ oder dass ein Christ mit einer muslimischen Frau ausgeht. Kurz gesagt: Es sind gewöhnliche Muslime – nicht ISIS – die dafür sorgen, dass Ägypten der schlimmste Staat des 21. Jahrhunderts ist, um dort als Christ zu leben.

Gleichermaßen sind es, auch wenn die Taliban die Osterbomben von 2016 für sich reklamieren, gewöhnliche Muslime, die in Pakistan Christen fast täglich diskriminieren, verfolgen, versklaven, vergewaltigen und ermorden, was diesen Staat zum viertschlimmsten der Welt macht, um dort als Christ zu leben. Und obwohl Boko Haram immer für die spektakuläreren Anschläge auf Christen und ihre Kirchen verantwortlich gemacht wird, sind es gewöhnliche Muslime, einschließlich muslimischer Fulani-Hirten, die Nigeria zum zwölftschlimmsten Staat macht, um dort als Christ zu leben.

Das ist das wahre Problem. Während die Medien die Terrorgruppen als Verantwortliche für besonders spektakuläre Anschläge nennen mögen, werden wenige zugeben, dass Muslime allgemein überall in der Welt ähnliche Gewalttaten und Intoleranz gegen Nichtmuslime betreiben. In der Tat sind Muslime – aller Rassen, Nationalitäten, Sprachen und soziopolitischen und wirtschaftlichen Hintergründe, kaum nur „Terrorgruppen“ – verantwortlich für die Verfolgung von Christen in der 50 schlimmsten Staaten der Welt dafür Christ zu sein. Entsprechend ist, was „extremistische“, „terroristische“ und „militante“ Gruppen tun, nur die auffällige Spitze des Eisbergs dessen, was Muslime überall auf der Welt tun. (S. die Berichte „Muslim Persecution of Christians[1], die ich seit Juli 2011 jeden Monat zusammenstelle und die die pausenlose Diskriminierung, Verfolgung und Blutbad bezeugen. Jeder monatliche Bericht enthält Dutzende Gräueltaten, von denen die meisten rund um die Uhr berichtet würden, würden sie von Christen an Muslimen verübt.)

Es ist es wert wiederholt zu werden: Die Medien decken den Islam nicht nur, indem sie vorgeben, die von islamischen Gruppen gegen Nichtmuslime verübten spektakulären Anschläge seien begrenzt, lokal und überaus unbedeutend, „haben nichts mit dem Islam zu tun“. Sie decken den Islam, indem sie nicht über die tagtägliche Verfolgung von nicht muslimischen Erfahrungen durch die Hände gewöhnlicher Muslime – muslimischer Einzelpersonen, muslimischer Mobs, muslimischer Polizei und muslimischer Regierungen (einschließlich Amerikas engster „Freunde und Verbündeter“) – und kaum nur muslimische „Terroristen“. Sie wagen es nicht die Zusammenhänge herzustellen und ein ganzheitliches Bild anzubieten, das dies nicht nur diese oder jene Gruppe anklagt, sondern den Islam allgemein.

Entsprechend muss die Welt weiterhin unter islamischer Aggression leiden. Diese Lügen haben nict nur erlaubt, dass in der muslimischen Welt zahllose Unschuldige in Vergessenheit verfolgt wurden, sondern sie haben erlaubt, dass dieselbe Verfolgung in Amerika und Europa Einzug hält, in jüngster Zeit über Massenimmigration.

Die Tatsache bleibt: Eine hässliche Wahrheit muss erst einmal eingeräumt werden, bevor sie behoben werden kann. Es mag schwer sein eine hässliche Wahrheit zuzugeben – dass der Islam, nicht der „radikale Islam“ Hass auf und Gewalt gegen Nichtmuslime fördert – aber alles darunter wird einfach nur weiter die Lüge nähren, hießt: weiterhin Jihad und Terror nähren.

Kurz gesagt: Das Problem besteht weniger im „Islamischen Staat“; es besteht im islamischen Hass. Ersterer ist nur eine der vielen zweitweise vorhandenen und historischen Erscheinungsformen des Letzteren, der als integraler Teil des Islam Zeit und Raum überschreitet.

[1] Verfolung von Christen durch Muslime

Eine kleine Ungenauigkeit richtiggestellt

„Palästina gibt es nicht“, heißt es gerne, weil „das der römische Name für Israel war“.

Das stimmt so nicht.

Der römische Name für das Land Israel war Ivdaea (Judäa), wie auf der Münze unten zu sehen ist.

„Palästina“ kommt aus dem Griechischen, Παλαιστίνη (Palaistinê) und ist die griechische Übersetzung von ארץ ישראל (Eretz Yisrael, das Land Israel). Dieses wurde von den Römern in Palestina latinisiert, im Deutschen „Palästina“.

Das hat nichts mit den Philistern zu tun. Das Land der Philister hieß Γη των Φιλισταίων (Gi̱ to̱n Filistaío̱n), auf Latein „Philitsia“.

Wer das nicht glaubt, kann Google Translate oder ein anderes Programm nutzen und „Ringkämpfer“ ins Griechische übersetzen lassen. Das Ergebnis lautet παλαιστής (Palaistês). Somit ist Παλαιστίνη (Palaistinê – Palestine) das Land der Ringer (der Ringenden) – Eretz Yisrael.

Noch eine Anmerkung dazu: Nach dem Großen Aufstand (66-73) prägte Titus eine gewaltige Anzahl an Münzen mit der Aufschrift „IVDAEA CAPTA“ (Judäa [ein]genommen). Und man betrachte das Symbol für Judäa – es war eine Palme.

(Idee/Hintergrund: Dani Renan, Facebook, 10.05.2017)

Zu Arafats Rede vom 15. Mai 2002 (2)

Yassir Arafat hielt am 15. Mai 2002 eine weithin beachtete Rede. In dieser Rede – so berichteten unsere Medien – kündigte er Reformen in der PA und Wahlen an. Das wurde besonders hervor gehoben. Aber was hat er tatsächlich gesagt? (Abgesehen davon, dass er in der Folgezeit vor allem darauf hinwies, dass Wahlen nur stattfinden könnten, wenn die Israelis abziehen – als wenn das etwas miteinander zu tun hätte!). Aaron Lerner ist der Meinung, dass Washington die Analyse der Rede verpfuscht.

Washington verpfuscht die Analyse der Rede Arafats – mal wieder

Das Weiße Haus sagte heute, dass die Rede des Vorsitzenden der palästinensischen Autonomiebehörde heute in Ramallah „positiv“ war.

In der Rede setzte Arafat die Regeln für die Fortführung des Krieges gegen Israel: „Wir haben in der Vergangenheit verkündet und wir wiederholen es heute, dass wir alle Arten von Operationen ablehnen, die israelische Zivilisten angreifen“ – militärische Ziele (und in der Vergangenheit schloss das Highschool-Schüler ein, da sie „fast“ in der Armee sind) und Siedler bleiben Freiwild. Es sollte angemerkt werden, dass es für Staaten im Krieg typisch ist zu behaupten, sie hätten nicht vor, auf die Zivilbevölkerung des Feindes zu zielen – Arafats „positive“ Erklärung geht nicht weiter als bis da hin.

Zusätzlich spielte Arafat im Verlauf der Diskussion der Vereinbarung, die er mit Israel erreichen will, auf die Vereinbarung von Hudabiyya an (Kanal 2 des israelischen Fernsehens strahlte zwei Fälle aus – aus unerfindlichen Gründen ignorieren das die meisten Berichte über die Rede). Die Vereinbarung von Hudabiyya war ein 10-jähriger Friedensvertrag zwischen Mohammed und dem Stamm der Qureish. Nach zwei Jahren, als Mohammed sein militärische Position gestärkt hatte, zerriss er die Vereinbarung und schlachtete die Qureish ab. Saladin war der muslimische Führer, der – nach einem Waffenstillstand – den Jihad gegen die Kreuzfahrer erklärte und Jerusalem eroberte.

Glaubt Washington wirklich, dass es „positiv“ ist, wenn Arafat – in grober Verletzung von Oslo – lediglich Einschränkungen für Angriffe auf israelische Zivilisten innerhalb der Grünen Grenze auferlegt (und selbst diese nur, weil sie schlechte PR darstellen)?

Glaubt Washington wirklich, dass es „positiv“ ist, wenn Arafat seinem Volk erzählt, dass er einen zeitlich begrenzten Handel mit Israel schließen will, der auf den Müll geworfen wird, sobald sich eine Gelegenheit ergibt Israel zu zerstören?

Und schließlich: Wann wird Washington sich hinsetzen und die Bedeutung dessen, was Arafat sagt, studieren, bevor es aufspringt um ihm zu applaudieren?

Der Mythos vom palästinensischen Mandela

Einer der populärsten Palästinenserführer ist ein erbarmungsloser Mörder. Kann er auch der Erbe des größten Friedensstifers Südafrikas sein?

Dexter van Zile, The Tower, April 2017

Eines Tages wird Mahmud Abbas, der jetzt in seinen frühen 80-ern steht, seine Amtszeit als Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde beenden, ob nun durch Exil, Ruhestand oder Tod. Danach wird es natürlich einen Kampf um seine Nachfolge geben.

Ein möglicher Nachfolger ist Marwan Barghouti, ein PA-Offizieller, der zur Zeit wegen seiner Beteiligung an der Ermordung von fünf Israelis während er Zweiten Intifada in einem israelischen Gefängnis eine mehrfach lebenslängliche Haftstrafe verbüßt.

Im November 2014 forderte Barghouti einen Aufstand gegen Israel, der bei Befolgung vermutlich viele Israelis und Palästinenser getötet hätte. Trotzdem wird Barghouti regelmäßig als ein „palästinensischer Nelson Mandela“ beschrieben. Mandela verbrachte natürlich viel Jahre im Gefängnis, bevor er das Vertrauen seiner Gegner gewann und schließlich Präsident von Südafrika wurde. Als Präsident erreichte Mandela eine gewisse Versöhnung zwischen Schwarzen und Weißen und ist dadurch als eine Art säkularer Heiliger verehrt worden, ähnlich wie Mahatma Gandhi und Martin Luther King Jr. John Carlin, Autor von Invictus: Nelson Mandela and the Game that Made a Nation, das 2009 bewegend verfilmt wurde, beschrieb Mandela als „den Anti-Hitler“.

Carlins Buch beschreibt, wie Mandela den Sieg der südafrikanischen Nationalmannschaft (die „Springböcke“ genannt werden) bei der Rugby-Weltmeisterschaft 1995 nutzte, um das Land zu einen. Es war eine gewaltige Leistung. Schwarze Südafrikaner hielten es während der Apartheidzeit mit den Gegnern der Springböcke, weil sie als Mannschaft historisch aus Buren zusammengesetzt wwar, die von den schwarzen Südafrikanern als ihre Erzfeinde betrachte wurden. Dennoch war Mandela in der Lage das zustandezubringen. Als die Springböcke gewannen, feierte das gesamte Land.

„Mandela meisterte, mehr als jeder sonst Lebende (und recht wahrscheinlich Tote) die Kunst Freundschaften zu schließen und Menschen zu beeinflussen“, schrieb Carlin. „Egal, ob jemand in der extremen Linken oder der extremen Rechten begann, ob sie Mandela früher fürchteten, hassten oder bewunderten, jeder, den ich interviewte, hatte das Gefühl von seinem Beispiel erneuert und verbessert worden zu sein. Sie alle schienen, wenn sie von ihm sprachen, zu leuchten.“

Die Vorstellung, dass Barghouti – oder sonst irgendein politischer Führer der palästinensischen Gesellschaft – in der Lage ist die Rolle zu spielen, die Mandela spielte, ist an den Haaren herbeigezogen, dennoch hat sie ihre Anhänger. Einige europäische Parlamentarier haben Barghouti zum Beispiel für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

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Eine Statue Nelson Mandelas vor der südafrikanischen Botschaft in Washington DC
(Foto: Ted Eytan/flickr)

Einer der leidenschaftlichsten Befürworter des Themas Barghouti-als-Mandela ist Ahmed Kathrada, ein vor kurzem verstorbenes Mitglied des Afrikanischen Nationalkongresses, der 2013 die Robben-Island-Erklärung schrieb, einen Text, der Barghouti als „den prominentesten und berühmtesten palästinensischen politischen Gefangenen, ein Symbol der Suche des palästinensischen Volks nach Freiheit, eine einigende Gestalt und einen Fürsprecher von Frieden auf Grundlage des Völkerrechts“ beschreibt.

Die Erklärung fordert Barghoutis Freilassung – und die Freilassung tausender anderer Häftlinge in israelischen Gefängnissen – als notwendige Voraussetzung eines friedlichen Endes des Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern. „Einer der wichtigsten Indikatoren der Bereitschaft mit deinem Gegner Frieden zu schließen ist die Entlassung aller politischen Gefangenen, ein machvolles Signal der Anerkennung der Rechte eines Volks und der gerechtfertigten Forderungen nach Freiheit“, heißt es darin.

Die in Kathradas Erklärung impliziterte Botschaft lautet, dass Barghouti dieselben Führungsqualitäten hat wie Mandela und als Ergebnis irgendwie in der Lage sein wird Frieden zu erreichen, wie Mandela es tat, wenn nur Israel ihn freilassen und ihn seine Zauberkraft nutzen lassen würde. Darüber hinaus unterstellt er, dass die Last zu Veränderung bei den Israelis liegt, die Barghouti freilassen müssen, wenn sie wirklich Frieden wollen.

Was Verfechter der Vorlage des „palästinensischen Mandela“ nicht einräumen können: Wenn eni palästinensischer Mandela auftauchen würde, dann würde er mehr Forderungen an die Palästinenser haben als an die Israelis, so wie Nelson Mandela den schwarzen Südafrikanern, die ihm folgten, mehr abforderte als den weißen Südafrikanern, mit denen er Frieden schloss. In fortgesetzten Bemühungen das Vertrauen der Weißen zu gewinnen, verlangte Mandela, dass die Schwarzen Hirngespinst von deren Vertreibung aufgaben. Er forderte, das schwarze Südafrikaner ihre weißen Gegenüber als verletzliche menschliche Wesen betrachteten, deren Vertrauen und Kooperation notwendig waren um Frieden zu erreichen.

Als erstes machte er das mit seinen Mitgefangenen auf Robben Island; er forderte, dass sie anerkennen, „dass tief in Inneren alle Wächter verletzliche menschliche Wesen waren“, schrieb Carlin. Ja, er forderte Respekt und Würde für schwarze Südafrikaner, aber er forderte auch, dass sie die Weißen genauso behandelten.

„Er zerquetschte seine Feinde nicht“, erklärte Carlin. „Er wollte sie nicht erniedrigen. Er wollte nicht, dass sie mit gleicher Münze zurückzahlen. Er wollte, dass sie ihn mit schlichtem, ganz normalem Respekt behandelten.“

Mandela hatte zudem die Weitsicht und den Mut zu fordern, dass der Afrikanische Nationalkongress seine Sichtweise der weißen Südafrikaner als europäische Kolonialisten aufgibt, die kein Recht haben in Afrika zu leben. „Damit Mandela diese Ansicht ändern konnte, musste er erklären, dass die Afrikaners genauso das Recht hatten Afrikaner genannt zu werden wie die schwarzen Afrikaner, mit denen er seine Zelle teilte; das erforderte einigen Mut“, stellte Carlin fest.

Im palästinensischen Kontext würde ein Möchtegern-Mandela sich den religiösen, nicht Rassenfragen stellen und kämpfen. Viele sogenannte Friedens- und Gerechtigkeitsaktivisten wollen uns Glauben machen, dass die Haupthindernisse für den Frieden jüdische Ansprüche auf die Westbank sind, aber die wahre Herausforderung ist das muslimische Herrenmenschentum. Die palästinensische Elite übt Macht aus, weil sie bereit ist diesem Herrenmenschentum gegenüber zumindest Lippenbekenntnisse abzulegen. Auf diese Weise konnte Yassir Arafat an die Macht kommen und dort bleiben; so ist Abbas Präsident der palästinensischen Autonomie geblieben. Übrigens warb – so kann man vergleichen – der Afrikanische Nationalkongress keine Ideologie schwarzer Überlegenheit und Mandela selbst lehnte solche Ideen immer wieder ab.

Bemühungen Barghouti als palästinensischen Mandela darzustellen, verschleiern das Thema seiner Überzeugungen, die im Gegensatz zu denen Mandelas stehen. Zum Beispiel der Guardian im März 2014 in einem Artikel: „Lasst Marwan Barghouti frei. Er kann Palästinas Nelson Mandela sein.“ Martin Linton erklärte Barghouti „sei immer gegen Aktionen gewesen, die sich gegen israelische Zivilisten richten, auch bei der Verteidigung des Rechts der Palästinenser auf Widerstand.“ Diese Behauptung schient auf einem Op-Ed gegründet zu sein, das Barghouti 2002 für die Washington Post schrieb und in dem er behauptet: „Während ich und die Fatah-Bewegung, der ich angehöre, sehr gegen Anschläge Zivilisten und gegen diese gerichtete Aktionen in Israel sind, das unser zukünftiger Nachbar ist, behalte ich mir das Recht vor mich selbst zu schützen, der israelischen Besatzung meines Landes Widerstand zu leisten und für meine Freiheit zu kämpfen.“

Da gibt es nur ein Problem: Barghouti unterstützte auf jeden Fall Anschläge gegen Zivilisten und wir wissen das, weil er das öffentlich ausdrücklich sagte. Darüber hinaus handelte er entsprechend seiner Überzeugungen. Vor seiner Festnahme im Jahr 2002 war er der Führer der Tanzim und der Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden, Terrororganisationen, die für den Tod  Dutzender israelischer Zivilisten auf beiden Seiten der Grünen Linie verantwortlich sind. 2012 führte Ha’aretz kurz und bündig aus: „Es ist keine Frage, das er Gewalt unterstützte und zu ihr ermutigte.“ Sie berichtete im Juli 2016, das Barghouti, als die Zweite Intifada sich entwickelte, erklärte: „Die Zeit, in der nur wir Oper bringen, ist vorbei. Wir müssen Rache nehmen. Wir müssen Israelis töten. Ja, wir haben Kugeln. Wir haben Gewehre und sie werden auf die Besatzung gerichtet.“ Er sagt auch voraus, dass die Zweite Intifada „die letzte Runde der Gewalt sein wird, weil die Palästinenser das Gefühl haben, dass sie ihre Selbstachtung durch die Anschläge wiedeherstellten.“

Eine solche Gesinnung war Mandela völlig fremd. In einer Rede bei seinem Gerichtsverfahren 1964, das ihn ins Gefängnis brachte, gab Mandela zu, dass er die Nutzung von Sabotage unterstützte, aber nur um die Rechte zu bekommen, die den schwarzen Südafrikanern verweigert worden waren, die sie davor über gewaltfreie Methoden zu erhalten hofften. Vergleicht man, dann haben die Palästinenser seit Beginn ihrer Nationalbewegung Terrorismus genutzt und machten das sogar noch, nachdem ihnen bei den Verhandlungen 2000 in Camp David die Eigenstaatlichkeit angeboten worden war.

Ein palästinensischer Mandela müsste an sein Volk symbolische Forderungen stellen, die sie voraussichtlich verabscheuen würden, da sie Jahrzehnte lang gelehrt worden sind Israel und die Juden zu hassen.

Ein Beispiel: Zusätzlich zur Unterstützung der Springböcke rief Mandela die Südafrikaner auf die Hybridversion ihrer Nationalhymne, zu denen Verse aus „Die Stern“ („Der Ruf“) – einem 1918 geschriebenen Afrikaner-Lied –sowie Verse aus „Nkosi Sikele iAfrika“ („Gott segne Afrika“) gehörten, anzunehmen. An einem Punkt stimmte das Exekutivkomitee des Afrikanischen Nationalkongresses dafür das Afrikaner-Lied durch die schwarzafrikanische Hymne zu ersetzen, aber Mandela überzeugte das Komitee seine Entscheidung zurückzunehmen.

„Dieses Lied, mit dem ihr so leichtfertig umgeht, besitzt die Gefühle vieler Menschen, die ihr noch nicht repräsentiert. Mit einem Federstrich würdet ihr eine Entscheidung treffen, die ausgerechnet die – einzige – Grundlage zerstört, auf der wir unsere Versöhnung aufbauen“, sagte er dem Komitee.In ihrem Buch „Anger and Forgiveness: Resentment, Generosity, Justice“[1] schreibt Martha Nussbaum, dies sei „eine große Forderung: jede Gruppe muss lernen die Welt praktisch mit den Augen des anderen betrachten“.

Ein Gemälde zeigt Marwan Bargouti auf Israels Sicherheitsbarriere nahe des Westbank-Dorfes Qalandiya. (Foto: Haytham Shtayeh / Flash90)

Ein palästinensischer Mandela müsste in Zeiten zunehmender Spannungen und Wut zu Frieden aufrufen. Das ist das, was er im April 1993 nach der Ermordung des geliebten ANC-Akivisten Chris Hani durch einen polnischen Immigranten tat, als sich Bemühungen ein „Ein Mann – eine Stimme“-Wahlsystem einzuführen an einem kritischen Punkt befanden. Hanis Ermordung drohte einen gewalttätigen Bürgerkrieg loszutreten, aber Mandela zeigte sich der Situation gewachsen. Carlin schreibt, dass die Herausforderung, der sich Mandela gegenüber sah, „nicht darin bestand die Weißen zu gewinnen, sondern sie bestand darin seine eigenen Leute zu überzeugen“ nicht mit Gewalt zu reagieren. „Um das zu schaffen, musste er den Fluss ihrer Wut umleiten, die direkt in eine feindselige Konfrontation mit dem weißen Südafrika zu münden drohte. Um das erfolgreich zu tun, musste er nicht nur auf ihre Feindseligkeit einwirken, sondern auch auf das, was von ihrer Großzügigkeit übrig blieb.“ Um dieses Ziel zu erreichen, dürfte Mandela den Heroismus eines weißen Südafrikaners übertrieben haben, der das Nummernschild des Fluchtwagens des Mörders aufschrieb.

Zusammengefasst demonstrierte Mandel wiederholt eine Bereitschaft genau das Gegenteil dessen zu tun, was Palästinenserführer – einschließlich Barghoutis – im Verlauf von Jahrzehnten immer wieder getan haben – nämlich zu Feindschaft gegenüber Israel aufzuwiegeln.

Ironischerweise ist es genau diese Feindseligkeit, die den Mythos des palästinensischen Mandela so attraktiv macht. Mandela forderte seinen Anhängern ab ihren Wunsch nach Rache für Leiden der Vergangenheit aufzugeben und stattdessen Lösungen für die Probleme zu suchen, denen sie sich in der Gegenwart gegenüber sehen. Er sorgte auch dafür, dass seine schwarzen Anhänger begreifen, dass, so sehr sie auch weiße Südafrikaner gehasst haben mögen, eine sichere und erfolgreiche Zukunft für schwarze Südafrikaner ohne das Vertrauen und die Hilfe der Weißen einfach nicht zu haben sein würde.

Diese Anstrengungen waren es, die das Sicherheitsestablishment des Regimes Botha überzeugte, dass Mandela die letzte, die beste Chance für eine friedliche Lösung war. Als der südafrikanische Verteidigungsminister Kobie Coetsee 1985 im Volks Hospital seine geheimen Gespräche mit Mandela begann, war sein anfängliches Ziel ein beschränktes: Mandelas Freilassung aus dem Gefängnis im Tausch für die Abkehr von der Gewalt. Aber als die Gespräche Fortschritte begann Coetsee auf eine größere Lösung des Konflikts zu hoffen, nicht nur eine Einstellung der Gewalt. Diese Hoffnung wurde von zwei Faktoren inspiriert: Mandelas Höflichkeit während der Gespräche und seine vorherigen Bemühungen die Einstellung der schwarzen Südafrikaner zu verändern, die die Früchte der kommenden Jahre tragen sollten.

Ich bekam während des ersten Abends der Christus am Checkpoint-Konferenz 2014 in Bethlehem ein deutliches Gefühl dafür, wie weit entfernt von Mandelas Beispiel die palästinensischen Eliten entfernt waren. Mehr als 400 Christen aus Europa und Nordamerika nahmen an der Veranstaltung teil, die alle zwei Jahre am Bibel-Kolleg in Bethlehem stattfindet. Am Tag, als die Konferenz begann, veröffentlichte Amnesty International einen Bericht, in dem es hieß, die Einwohner eines palästinensischen Flüchtlingslagers in Yarmuk (Syrien) seien „an den Rand des Hungertodes gebracht worden, gezwungen irgendwelche Lebensmittel zu hamstern, die sie finden können“; das war das Ergebnis einer Belagerung, die vom Regime Assad verhängt worden war. Trotz der Differenzen, die ich mit den Organisatoren und Rednern der Konferenz hatte, war ich froh, dass Palästinenserführer, die zur Menge sprachen, eine Gelegenheit bekommen konnten die Aufmerksamkeit auf das Leid ihrer palästinensischen Geschwister in Yarmuk zu lenken.

Aber sie sagten nichts. Nicht ein Wort zu ihren Landsleuten, die weniger als 300km entfernt verhungerten. Keine verantwortungsvolle Führungsgruppe, die wirklich am Wohlergehen des von ihm geführten Volks interessiert ist, würde eine Gelegenheit verpassen die Aufmerksamkeit auf das zu lenken, was den Palästinensern in Yarmuk geschah. Aber an diesem Abend machten sie genau das. Die Organisatoren der Veranstaltung sprachen von der sich breit machenden Katastrpohe am nächsten Tag, nachdem ich die Aufmerksamkeit auf ihr Versagen in der Sache lenkte. Mandela hätte das Leiden in Yarmuk direkt angesprochen, nicht als Anhängsel. Dadurch, dass sie es verfehlen um Hilfe für ihre Landsleute zu bitten, entschieden sich die politischen und religiösen Führer der Palästinenser Israel unter Ausschluss des Strebens nach dem Wohlergehen der von ihnen geführten Menschen zu dämonisieren.

Das ist Jahrzehnte lang das Problem gewesen. Statt dem Beispiel Mandelas zu folgen, der forderte, dass seine Anhänger ernsthaft über ihre Zukunft und das, was sie brauchen um als Gemeinschaft erfolgreich zu sein, nachdenken, werben die palästinensischen Eliten für einen rückwärts gerichteten Revanchismus, der mehrere Generationen der Palästinenser zu Tod und Leid verurteilt hat. Indem sie sich zu Gegner jüdischer Anstrengungen in ihrem Heimatland aufzublühen machen, werfen die Palästinenser jegliche Hoffnung auf ein Gedeihen in einem eigenen Staat weg. Das ist die Entscheidung, die sie getroffen haben.

Mandela große Leistung bestand eindeutig darin Gewalt und Hass in einen generösen Wunsch nach Frieden und Aussöhnung zu verwandeln. Ein palästinensischer Mandela müsste dasselbe tun. Er müsste die Bereitschaft und die Fähigkeit zeigen die Palästinenser dazu zu bringen ihre Bemühungen aufzugeben israelische Juden zu ermorden, zu dämonisieren, zu beleidigen, zu erniedrigen und einzuschüchtern, damit sie ihr Heimatland verlassen oder, wenn das nicht möglich ist, vor arabischer und islamische Dominierung ihres Lebens kuschen. Bislang hat die Palästinenserführung, gelinde gesagt, Widerwillen gezeigt das zu tun und Barghouti ist keine Ausnahme.

Es ist an der Zeit damit aufzuhören das Bild von Nelson Mandela als Keule zum Eindreschen auf Israel zu benutzen und anzufangen es als Messlatte zu nehmen, um palästinensische Bemühungen zum Frieden zu verwenden.

[1] Wut und Vergebung: Feindseligkeit, Großzügigkeit, Gerechtigkeit

Freunde an weit entfernten Orten

Annika Hernroth-Rothstein, Israel HaYom, 20. März 2017

Oresto war Leher an einer Privatschule, als es diese noch gab, aber heute arbeitet er im Hotel Nacional in Havanna, versorgt Touristen mit Wasser und Kaffee und gelegentlich einem guten Rat.

Oresto hat eines dieser offenen und freundlichen Gesichter, von denen man sofort angezogen wird und ich stellte fest, dass ich jeden Tag zu einem kleinen Plausch zu ihm zurückkehrte, neugierig bezüglich seines Lebens und was ihn hierher geführt hatte. Während eines dieser Gespräche sieht er meine Kette mit dem Davidstern und er fragt mich, ob ich aus Israel bin. Als ich ihm sage: „Ja, gewissermaßen“, nimmt er eine Serviette und beginnt etwas zu zeichnen, wobei er mich drängte zuzusehen.

„Das ist der Gazastreifen, richtig? Und das ist Israel.“

Oresto zeigt auf die Serviette und ich sage nichts; aus Erfahrung weiß ich, dass das auf jede Weise enden kann und so lehnt er sich sehr aufgeregt zu mir und betont jedes Wort.

„Schau, ich weiß, wegen der Politik sagt meine Regierung mir, dass Israel schlecht und Palästina gut ist. Aber ich war Lehrer und ich lese viel. Ich weiß alles über Fatah und Hamas und ich weiß genau, wie nahe an Israel der Gazastreifen ist. Deshalb weiß ich auch, dass du, wenn du Zivilist bist und dort lebst und die Hamas Raketen auf dich schießt, dein Land sich verteidigen muss.“

Ich lache aufrichtig überrascht und frage ich, warum und wie er in der Lage ist der Darstellung der Regierung zu widerstehen. Er erzählt mir, dass er einmal Bilder im kubanischen Regierungsfernsehen sah, wie israelische Soldaten in das Haus einer palästinensischen Familie eindrangen und dass das, was er sah, tiefen Eindruck auf ihn machte, aber nicht so, wie es beabsichtigt war.

„Diese Familie, diese Palästinenser hatten ein schönes Haus. Sie hatten hübsche Möbel; Mikrowelle, einen Fernsehe und draußen stand ein nagelneues Auto. Hast du eine Vorstellung davon, was ich dafür geben würde eine Mikrowelle zu besitzen oder einen Fernseher?“

Oresto zeigt durch den Raum und sagt mir, dass die Annehmlichkeiten dieses Hotels nicht das Kuba darstellen, das er kenn und dass er es schwierig findet der Propaganda zu glauben, die Israel zum Unterdrücker macht und die Palästinenser in ihrem Land in Elend und Armut leben lässt.

„Vielleicht ist es leicht euch diese Lügen zu verkaufen, die ihr reich seid und nicht wisst wie es ist tatsächlich arm zu sein und tatsächlich nichts zu haben. Ihr glaubt, das sei Armut und ihr fühlt euch schuldig wegen der Dinge, die ihr habt. Ich weiß, was Unterdrückung ist und ich weiß, wie es ist arm zu sein, also kann man mir viel weniger etwas vormachen.“

Orestos Worte hauten mich um; nicht weil sie so viele meiner Erwartungen zerschlugen, sondern auch, weil sie mich etwas über Vorrechte lehrten und wie sie die Art beeinflussen, wie wir den Konflikt und diese Welt betrachten. Nicht die Bevorzugung von Weißen oder die von Männern, sondern die von der altmodischen Art, die mit Klasse und Demokratie zu tun haben. Für uns in dem Teil der Welt, der den Vorzug von Luxus wie Freiheit und Lebensmitteln hat, ist es leicht in Schuld gewickelt zu sein und die Wahrheit und unsere Gefühle durcheinanderzubringen. Für Oresto ist es viel einfacher: Auf dem Gipfel von nichts zu stehen lässt alles um dich herum viel klarer sehen. Seine Regierung sagt ihm, dass Israel ein Unterdrücker ist und dass die Palästinenser nicht nur unterdrückt sind, sondern Not leiden; und so ist es für Oresto mehr als klar, dass dies weit weg von der Wahrheit ist.

Es ist schön unerwartet und an neuen Orten Freunde zu finden; vielleicht noch schöner ist es, wenn dir deine eigenen Vorurteile widerlegt werden. Mein Instinkt sagt mir immer in die Defensive zu gehen, bereit eine Diskussion zu führen, wo ich dazu gebracht werde in einer feindseligen Welt Israels Wert und Rechtschaffenheit zu beweisen. Diesmal wurde ich überrascht und mein Privilegiertsein wurde auf unerwartete Weise entlarvt; es zeigte mir, das ich weder über Vorurteil noch Herablassung erhaben bin.

Mein Gespräch mit Oresto lehrte mich, das Israels Verbündete am ehesten in Ländern zu finden sein könnten, die echte Not begreifen und erleben, weil sie diejenigen sind, die am wahrscheinlichste frei von linkem Orientalismus sind, der diese Debatte zu beherrschen schient. Moralische Relativismus ist ein Luxus, etwas, das das Gemüt besetzt, wenn alle anderen Notwendigkeiten und Bedürfnisse gestillt sind, aber wenn das Böse und das Leid an deiner Türschwelle steht, dann hast du wenig Geduld für solche ausschweifenden Spiele.

Islamische Projektion: Warum Muslime Ungläubige hassen

Raymond Ibrahim, 29. März 2017 (FrontPage Magazine)

Eine wenig bekannte Tatsache: Wenn Muslime religiöse Minderheiten in ihrer Mitte verfolgen, dann rechtfertigen sie das oft, indem sie die übelsten Aspeke des Islam auf “Ungläubige” projizieren. Ein sehr bekanntes Phänomen, „Projektion“, wird definiert als „Übertragung der eigenen Ideen, Gefühle oder Einstellungen auf andere Personen“.[1] Ein akademischer Artikel erklärt: „Projektion erlaubt des dem Mörder seinen (inakzeptablen) Wunsch zu töten (foltern, vergewaltigen, stehlen, dominieren usw.) auf eine (bestimmte) Zielgruppe oder Person zu projizieren. Das dämonisiert das Ziel, wodurch es noch akzeptabler wird es zu töten.

Entsprechend würde jeder, der das neueste von ISIS zu Gewalt gegen Ägyptens Kopten aufrufende Video ansieht, glauben, dass die christliche Minderheit die muslimische Mehrheit unterdrückt – daher die Notwendigkeit des „heldenhaften“ ISIS „zurückzuschlagen“. Gleichermaßen schlachtete ISIS 2016 21 ägyptische Christen an den Stränden Libyens ab und erstellte ein Video davon, der sein Tun als „Vergeltung“ an der koptischen Kirche darstellte, die ISIS bizarrerweise beschuldigt muslimische Frauen zum Übertritt zum Christentum zu zwingen – alles Dinge, die Muslime regelmäßig Christen in Ägypten antun. (Offenbar war das Töten von fast 60 Christen in einer Kirche in Bagdad ein paar zuvor – was die Jihadisten dann ebenfalls als Vergeltung gegen die Zwangskonvertierung muslimischer Frauen darstellten – nicht genug.)

Wenn ein muslimischer Geistlicher sagte, „Wann immer sie [die USA] in ein muslimisches Land einmarschieren, dann schlagen sie an einem Sonntag zu. Immer“, dann projizierte er, was der von muslimischen Angriffen auf Ungläubige kennt. Sehen Sie sich fast jeden Bericht muslimischer Mob-Anschläge gegen Christen und ihre Kirchen an, besonders in Ägypten; sie finden fast immer an Freitagen statt – und das ganz natürlich: Denn das ist der ein Tag in der Woche, an dem Muslime sich in Moscheen zum Gebet versammeln, nur um ohne Ausnahme Predigten zu hören, die sie gegen Ungläubige aufbringen.

Das beste Beispiel ist aber vielleicht Ayat Oraby – die Muslima mit dem lächelnden Gesicht und dem pinkfarben Hijab, eine Aktivistin mit vielen muslimischen Anhängern in den sozialen Medien. In einem von ihr vor ein paar Monaten (um dieselbe Zeit, in der ein Kenner sagte, ägyptische Christen würden „alle zwei oder drei Tage“ Anschläge erleiden), erstellten Video versuchte diese muslimische Frau so viel Feindseligkeit wie möglich gegen die Kopten zu schüren; und sie machte das, indem sie sie beschuldigte Muslimen anzutun, was Muslime immer ihnen antun. Nachdem sie die koptische Kirche einen „Haufen Gangster“ und „eine totale Mafia“ nannte, die „hinter den Kulissen [Ägypten] regieren“, beschuldigte sie sie „Waffen in Kirchen zu horten“ und „danach zu streben einen koptischen Kleinstaat zu schaffen“, als Bemühung weiter „einen Krieg gegen den Islam“ zu führen.

Derweil ist zurück in der wirklichen Welt – die aus rund 200 Staaten besteht – Ägypten auf Platz 21 der für Christen schlimmsten Länder, in denen sie leben; sie erfahren dort nach Angaben von Open Doors, einer internationalen Menschenrechtsorganisation, „sehr starke Verfolgung“. Die Entführung christlicher Frauen und Kinder und ihre Zwangskonvertierung zum Islam ist üblich; ganze christliche Dörfer und Kirchen werden regelmäßig aufgrund des Gerüchts in Brand gesetzt, dass ein Christ irgendwo in den sozialen Medien Mohammed gelästert hat oder das ein Christ mit einer Muslima ausgeht.

Doch viele Muslime, so diese Ayat Oraby, die sich selbst immer als Opfer sehen, sind gegenüber solchen Fakten blind; ihre Vorstellungen der Realität sind vom Islam geprägt. Und der Islam fordert zur ständigen Feindschaft gegenüber dem „anderen“ – dem Nichtmuslim, dem Ungläubigen – auf, der von den Muslimen unterlaufen und unterworfen werden muss. Diese Art des Denkens geht direkt auf den Anfang zurück: die islamischen Eroberungen des 7. Jahrhunderts – diesen wundervoll „uneigennützigen Auftakt“ – werden ständig als nicht offensive Kriege, sondern als defensiv dargestellt. Muslime haben angeblich Arabien verlassen, ihren Weg durch den Nahen Osten, Ägypten, Nordafrika, Spanien und bis nach Frankreich hinein erobert und geplündert, um den Ungläubigen zuvorzukommen, die sich offenbar darauf vorbereiteten sich nach Arabien aufzumachen, um den aufkommenden Islam abzumurksen. Auf diese Weise wird die Disziplin der Geschichte in islamischen Schulen auf der ganzen Welt ständig verhöhnt.

Lassen Sie uns zu Ayat Oraby zurückkehren und ihre „projektiven“ Behauptungen betrachten. Sie beschuldigt Ägyptens Christen das Geschehen „hinter den Kulissen“ zu kontrollieren. Diese Behauptung ist ebenso ironisch wie alt. 2010 beschwerte sich der prominente ägyptische Geistliche Khlaid al-Jundi, in Ägypten hätten „Muslime weniger Rechte als Christen und nicht einmal das Recht Gottesdienste zu feiern wie die Christen“. In Wirklichkeit und wie durchaus bekannt ist, sehen sich christliche Kirchen immensen Einschränkungen ausgesetzt. Die Fakten sprechen eine deutliche Sprache: Es gibt in Ägypten 114.000 Moscheen, aber nur 2.000 Kirchen; das sind 57 Moscheen pro Kirche, obwohl die Christen mindestens 10 Prozent der Bevölkerung stellen.

Ist es darüber hinaus in einem Land, in dem der Islam uneingeschränkt herrscht – in dem die Scharia (die die Unterdrückung von Nichtmuslimen vorschreibt, wie in Sure 9,29) Teil der Verfassung ist; wo Kopten über Jahrhunderte dazu konditioniert wurden damit zufrieden zu sein, dass man sie in Ruhe lässt – vernünftig zu glauben, dass dieselben, geknechteten „Ungläubigen“, die zehn Prozent der Bevölkerung ausmachen, eine gewaltsame Machtübernahme Ägyptens planen?

Was Orabys Behauptung angeht ,dass Ägyptens Christen „in Kirchen Waffen horten“ und „danach streben eine koptischen Ministaat zu schaffen“, um weiter „Krieg gegen den Islam zu führen“, so ist dies eine weiterer ermüdender Vorwurf. Mohammed Salim al-Awwa, der ehemalige Generalsekretär der Internationalen Union muslimischer Gelehrter, erschien einst auf Al-Jazira und beschuldigte die Kopten in einer wilden Tirade „Waffen und Munition in ihren Kirchen und Klöstern zu horten“ – und sie sollten auch noch aus Israel, „dem Kern der koptischen Sache“ importiert sein und „sich darauf vorbereiten Krieg gegen die Muslime zu führen“. Er warten, wenn nichts unternommen würde, dann „wird das Land brennen“, stachelte Muslime an „der Macht der [koptischen] Kirche entgegenzuwirken“.

In Wirklichkeit sind alles, was brennt, koptische Kirchen, die von muslimischen Mobs und Terroristen angezündet werden – wie nach dem Sturz von Mohammed Morsi von der Muslimbruderschaft fast 70 Kirchen angegriffen und viele zerstört wurden. Darüber hinaus sind es Muslime, die Waffen schmuggeln und horten, auch in Moscheen, um ihre separatistischen Jihade zur Abspaltung von der Macht von „Ungläubigen“ zu schüren (z.B. wurden bei Trennungsversuchen von Russland in Tschetschenien oder in Mindanao von den Philippinen, während der Vergeltung der Muslimbruderschaft gegen die Regierung Sisi, regelmäßig gewaltige Waffenlager in Moscheen gefunden).

Der koptische Aktivist Mounir Bishai formulierte es einmal so: „Plötzlich sind wir [die Kopten] von Beschwerden zu Selbstverteidigung übergegangen, von der Forderung unserer Rechte zum Versuch die Öffentlichkeit zu überzeugen, dass wir anderen nicht ihre Rechte vorenthalten … heute werden wir beschuldigt Waffen anzusammeln … Wie können aus uns Verfolgten plötzlich Verfolgende werden, aus der schwachen Seite die starke und tyrannische, aus der angegriffenen die berüchtigten Angreifer und aus der armen die reichen Ausbeuter? Wie konnten diese Lügen sich so weit verbreiten, ohne dass wir irgendwie vorankommen oder unsere Situation sich auch nur ein klein wenig verbessert hat?“

Selbst im Bereich der Theologie neigen Muslime dazu islamische Vorstellungen von Jihad und „Märtyrertum“, dem Kampf bis zum Tod für den Islam, auf christliche Theologie zu projizieren. Zum Beispiel erklärte einmal die Al-Azhar Scholars Front, die aus Absolventen der Al-Azhar besteht, mitten in den Beschuldigungen, die Kopten würden Waffen horten, um Krieg gegen Muslime zu führen: „Das Christentum … beschreibt ständig seine offene und verdeckte Politik all seine Rivalen zu eliminieren oder [die Anhänger anderer Religionen] zu erniedrigen und ihnen jeden Grund zum Leben nehmen, damit sie gezwungen sind zum Christentum zu konvertieren.“

In Wirklichkeit ist das genau das, was der Islam tut: Über Jihad „all seine Rivalen zu eliminieen“ oder durch die Institution des Dhimmitums die Anhänger anderer Religionen „zu erniedrigen und ihnen jeden Grund zu leben zu nehmen, damit sie gezwungen sind zum Islam zu konvertieren“. Das ist sowohl historisch als auch dogmatisch nachweisbar.

Gleichermaßen wurde auch die Erklärung von Bischof Bishoy, dass Ägyptens Christen infolge ihrer zunehmenden Verfolgung den Punkt des Märtyrertums erreichen, weidlich als eine Erklärung des „Krieg bis zum Tod“ „islamisiert“, auch von Al-Awwa, der während seiner erwähnten Tirade auf Al-Jazira behauptete: „Vater Bishoy erklärte, sei würden den Punkt des Märtyrertums erreichen, was nur Krieg bedeuten kann. Er sagte: ‚Wenn man über unsere Kirchen redet, werden wir den Punkt des Märtyrertums erreichen.‘ Das bedeutet Krieg!“

Natürlich ist die Vorstellung, dass jemand ein Märtyrer ist, der Jihad – „heiligen Krieg“ – betreibt und dabei stirbt, ein Wesenszug des Islam (z.B. Sure 9,111). Selbst das verlässliche Hans Wehr Arabic-English Dictionary übersetzt Schahid („Märtyrer“) als „jemand, der in der Schlacht mit Ungläubigen getötet wird“. Andererseits hat christliches Märtyrertum immer bedeutet verfolgt und getötet zu werden, weil man dem Christenum nicht abschwört – und das ist genau die Definition, die seit Jahrhunderte auf Ägyptens Christen angewandt worden ist, die Definition, die Bischof Bishoy eindeutig meinte (s. diesen Artikel, um mehr über die wichtigen Unterschiede zwischen christlichen und muslimischen Vorstellungen zum Märtyrertum zu erfahren).

Rekapitulieren wir:

  • Christliche Mädchen werden regelmäßig von Muslimen entführt, missbraucht, gehirngewaschen und zum Übertritt gezwungen – und jetzt werden Christen beschuldigt genau dasselbe zu tun;
  • Muslime schmuggeln und horten regelmäßig Waffen, auch in ihren Moscheen – und jetzt werden Christen beschuldigt genau dasselbe zu tun.
  • Muslime versuchen ständig Ungläubigen-Staaten entweder wegzubrechen oder zu erobern – und jetzt werden Ägyptens Christen beschuldigt genau dasselbe zu tun.
  • Muslime streben entsprechend der Doktrin des Jihad und des Dhimmitums ständig den Ungläubigen zu eliminieren oder zu unterwerfen – und jetzt werden Christen dargestellt, als würden sie genau dasselbe tun.
  • Islamische Gewalt taucht regelmäßig an Freitagen auf und jetzt werden Christen (oder lediglich Westler) beschuldigt sonntags den Islam ins Ziel zu nehmen.
  • Islamisches Märtyrertum bedeutet andere und sich selbst zu töten, während man Jihad zur Stärkung des Islam zu führen – und jetzt wird christliches Märtyrertum, das immer bedeutete lieber den Tod zu akzeptieren als dem Glauben zu entsagen, als genau dasselbe definiert.

Dieser ausführliche Exkurs in islamische Projektionen auf das Christentum nutzt Ägypten als Beispiel und dient einem weiteren Zweck: Er legt nahe, wenn zivilisatorische Projektion trotz der Realität die muslimische Welt derart durchdringt, könnte das dann auch der Grund sein, warum die Menschen im Westen – von denen die meisten entweder erklären Christen zu sein oder zumindest von der christlichen Ethik und Gebräuchen beeinflusst sind – die Realitäten des Islam nicht akzeptieren können: Weil auch sie die Ideale ihres religiösen Erbes– eines, das Liebe, Toleranz und Vergebung den Feinden gegenüber predigt – auf Muslime und den Islam projizieren?

[1] Duden: Übertragung von Gefühlen u.Ä. auf andere

Das deutsche Dilemma

David Solway, The American Thinker, 14. März 2017

Das ist das deutsche Dilemma: die Unfähigkeit oder Nichtbereitschaft zwischen Judentum und Islam zu unterscheiden, den Unterschied zwischen Unterdrückung und Überleben zu entdecken

Wie einer der Charaktere der kanadischen Romanautorin Margaret Atwood in Surfacing sagte: „Die Probleme, das manche Leute damit haben deutsch zu sein, habe ich damit Mensch zu sein.“ Stimmt schon. Aber heutzutage haben die Probleme, die viele Deutsche damit haben Deutsche zu sein, wenig mit den Lastern und Grausamkeiten der kollektiven menschlichen Natur zu tun, aber dafür mit allem, was moderne deutsche Geschichte und ihr Nazi-Erbe angeht. Es ist ein merkwürdiges, sogar paradoxes Problem, weil die weit überwiegende Mehrheit der deutschen nachweislich gegen die Nazis ist und sich der brutalen, faschistischen und antisemitischen Vergangenheit schämt. Sie werden alles tun, um sich von diesem grauenhaften Erbe zu distanzieren und sicherzustellen, dass nichts Derartiges jemals wieder passiert.

Das ist ein wichtiger Grund dafür, dass die offizielle und ein Großteil der öffentlichen Reaktion auf die islamische Invasion, die im Begriff ist das Land in die Zahlungsunfähigkeit zu treiben und einen Feuersturm der Gewalt gegen seine Bürger zu entfesseln – wie sie im Moment dabei ist das zu tun – so zaghaft, lahm und in Verleugnung des Offensichtlichen versunken ist. Wie kann Deutschland zulassen, dass es sich selbst die islamische Horde antut, die heute das Land mit denselben strafenden, unterdrückenden und potenziell tödlichen Maßnahmen zerreißt, die in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts die jüdische Gemeinschaft heimsuchten? Wie kann man sehen, dass eine weitere Wannsee-Konferenz zusammengetrommelt wird, die zu einer Art „Endlösung“ führt, der Zwangsinhaftierung und Vertreibung der Migrationswelle aus Muslimen, die den Staat überflutet?

Das ist das deutsche Dilemma: Die Unfähigkeit oder der Widerwille zwischen Judentum und Islam zu Unterscheiden, den Unterschied zwischen Unterdrückung und Überleben zu entdecken, sich daran zu erinnern, dass es in den 1930-ern keine Terror-Synagogen gab, die Gewalt, die Eroberung des Staates und die Versklavung seiner Bürger predigten, wie es heute terroristische Moscheen gibt, die genau diese Gräueltaten vertreten und propagieren. Das Motiv für Abwehrhandlungen ist gerechtfertigt, aber die klar denkende Entschlossenheit fehlt.

Die Deutschen sind die Gefangenen ihrer eigenen Vergangenheit, nicht in dem Sinne, dass sie wünschen diese zu verlängern, sondern genau in dem Sinne, dass sie sie zu verhindern wünschen. Und das hemmt ihre Fähigkeit wahrzunehmen oder zuzugeben, was vor ihren Augen abläuft. Es erklärt ihre Hilflosigkeit gegenüber der sozialen und wirtschaftlichen Verheerung, die sich tagtäglich im öffentlichen Raum offenbart. Sie treffen Vorbereitungen für die Vergangenheit der Nation, indem sie die Zukunft des Staates opfern, indem sie trügerische und parasitäre muslimische Invasoren des 21. Jahrhunderts so behandeln, wie sie loyale und produktive jüdische Bürger des 20. Jahrhundes hätten behandeln sollen.

So wird jeder muslimische Vergewaltiger und Mörder nicht als offensichtlicher Feind des Staates beurteilt, sondern als armer Mensch, der unter psychologischen Traumata oder psychischen Erkrankungen leidet – eine Ausrede, die zufälligerweise nur auf muslimische Abweichende gilt, die unser Verständnis und sogar unser Mitgefühl verlangen. Beispiele gibt es in Hülle und Fülle, der jüngste Vorfall, berichtet in Diversity macht frei, stammt vom 4. März, als ein junger syrischer Flüchtling eine alte Frau folterte und tötete. Diese Eindringlinge, wissen Sie, sind einfach Unschuldige, die Probleme haben sich in ihr neues Leben einzufinden. Im Ergebnis lädt der Zustrom, wie Michael Walsh aufzeigt, eine „beträchtliche Bevölkerung vormoderner Primitiver ein, die von antichristlichem, antiwestlichem Hass durchdrungen, Jihadismus sind und gestattet ihm zu gären“. Es ist „ein Patzer epischen Ausmaßes“ – aber ein Patzer, der angesichts des kollektiven schlechten Gewissens eines gesamten Landes unausweichlich zu sein scheint.

Manche Deutsche mögen glauben, dass sie in einem Land leben, das es nicht wert es zu erhalten ist. Andere mögen sich als an der Spitze einer neuen globalistischen, mulltikulturellen Ordnung lebend betrachten. Wieder andere mögen sich mit den vergeblichen demografischen Überlegungen trösten – eine sinkende Geburtenrate und Erwerbsbevölkerung wird durch die islamische Welt versorgt. Manche bleiben heimliche Antisemiten, wie der Wuppertaler Richter,[1] der urteilte, dass muslimische Brandstifter, die eine Synagoge in Brand setzen wollten, nicht von Antisemitismus beeinflusst wurden, sondern einen legitimen Groll auf Israel hegten. Doch die meisten, fürchte ich, sind in einer Vergangenheit gefangen, die sie der Erkenntnis für vernünftigen Widerstand beraubt hat, was sie zu Geiseln fehlgeleiteter moralischer Prinzipien macht. Denselben Fehler machen wir nicht noch einmal, so das Denken (oder Gefühl): Sie wollen nicht beschuldigt werden das Nazierbe wiederzubeleben; daher haben sie keine Wahl als eine vernichtende Auflehnung zu gestatten. Die Torah wird dadurch wieder gut gemacht, dass man den Koran ehrt. Die Folge ist eine zweifache: Die Buße für das Abschlachten der Juden ist damit erlangt worden, dass man eine Juden hassenden Kultur willkommen heißt und Gewissensbisse sind durch Selbstaufgabe gesühnt worden.

Faktisch hat Deutschland immer noch ein „Judenproblem“, aber es ist die komplette Antithese dessen, was es sich einst törichterweise und sträflich zu sein einbildete. Heute hat es ein Islamproblem, allerdings eines, das in einer bizarren historischen Ironie unanfechtbar echt ist. Seine Schuld den Juden gegenüber ist an den Muslimen abgetragen worden.

[1] Ich vermute mal, dass dieser Richter – und auch die am nächsten Gericht in Düsseldorf, die die Einschätzung des Wuppertalers bestätigten – keine Antisemiten sind, sondern schlicht blind und dumm, verblendet durch politische Korrektheit und/oder ideologische Ausrichtung. Auf jeden Fall haben sie damit Antisemitismus gestärkt.