Ja, „der Islam ist Teil unserer Geschichte“

Raymond Ibrahim, FrontPage, 6.April 2018

Der erste Vizepräsident der Europakommission, Frans TImmermans, übte gerade den Vorsitz eines Runden Tisches mit zehn muslimischen Imamen aus sechs EU-Mitgliedsstaaten (Belgien, Bulgarien, Frankreich, Deutschland, Italien und den Niederlanden) aus. Hinterher verkündete Timmermans: „Die Kommission tritt entschieden für Diversität in Europa ein. Der Islam ist Teil unserer Geschichte, der Islam ist Teil unserer Gegenwart und der Islam will Teil unserer Zukunft sein.“

Solche Behauptungen sind so wahr wie die Annahmen, auf denen sie gründen – und wie solche Annahmen in historischen Fakten oder Fiktion gegründet sind. Wenn er seine Behauptungen zur historischen Rolle des Islam in Europa damit einleitet, dass er sagt: „Die Kommission tritt entschieden für Diversität in Europa ein“, dann ist klar, welche Wahrnehmung Timmermans beschwört.

Die wahre, historisch dokumentierte Rolle, die der Islam spielte, hat eine ganz andere Geschichte zu erzählen: Im frühen siebten Jahrhundert brachen Schwerter schwingende Araber aus der Arabischen Halbinsel aus und eroberten innerhalb von ein paar Jahrzehnten rund zwei Drittel dessen, was damals die christliche Welt darstellte – von Syrien und Ägypten im Osten bis Karthago und Spanien im Westen mit allem, was dazwischen lag. Einhundert Jahre nach dem Tod ihres Propheten (der traditionell ins Jahr 632 gelegt wird), befanden sie sich im Herzen Frankreichs, wo dank ihrer Niederlage bei Tours 732 und weiterer Frankensiege ganz Europa nicht auch erobert wurde.

Aber wo Ländereien nicht unterworfen werden konnten, konnte immer noch Leibern erobert werden und die nächsten zwei Jahrhunderte kehrte sich der Jihad in einen gigantischen Sklavenhandel mit europäischem Fleisch, da Überfälle zum Sklavenfang praktisch keinen Teil Europas unberührt ließen (selbst die Wikinger-Überfälle in Nordeuropa waren in erheblichem Maß von arabischem Gold getrieben).

Im zehnten und elften Jahrhundert bekehrten sich die Türken – die sich den Jihad-Ethos sich noch mehr als die Araber zueigen machten – zum Islam und wurden seine neuen Standartenträger. Obwohl sie nennenswerten Siege und Eroberungen vorweisen konnten – insbesondere nach dem Sieg der Seldschuken 1071 gegen das oströmische Reich – wurde der Jihad gegen Europa erst unter den Osmanen ernsthaft erneuert: im späten 14. und frühen 15. Jahrhundert wurde ein Großteil des Balkan brutal unterworfen und Konstantinopel – der ursprüngliche Erzfeind des Islam – 1453 schließlich (und furchtbar) geplündert.

Das osmanische Vorrücken ging unvermindert weiter – der europäische Sieg 1571 in Lepanto war mehr symbolisch als sonst etwas – und 1683 wurde Wien von hunderttausenden Muslimen eingekesselt. So wie fast ein Jahrtausend zuvor, als 732 der islamische Vormarsch nach Europa gestoppt wurde, sorgte ein christlicher Sieg vor Wien nur dafür, dass die Muslime in ihre bescheidenere Rolle als Sklavenhändler weißen Fleisches zurückverfielen: Vom fünfzehnten bis zum achtzehnten Jahrhundert versklavten muslimische Sklavenhändler vom Khanat auf der Krim im Osten bis zur Berberküste im Westen mehr als fünf Millionen Europäer – im späten 18. Jahrhundert auch amerikanische Seeleute, was die Berberkriege herbeiführte.

Der vielleicht aufschlussreichste Aspekt dieser hier angeführten Geschichte ist der erwiesene rote Faden in entschieden islamischen Begriffen: die muslimische Vorstellung, dass alle Ungläubigen drei Alternativen haben – Übertritt, bereitwillige Kapitulation über den Jizya/Dhimmi-Status oder den Tod; die mutwillige und massenhafte Zerstörung von Kirchen, Kreuzen und allem Christlichen; die sadistischen Gräueltaten, die jeder Beschreibung spotten; die „Allahu Akbar“-Rufe und andere Jihad-Parolen; die Beschwörung von Versprechen des Koran auf ein sexuell sinnlichen Paradiese für die, die im Jihad fallen – sie alle sind in praktisch jeder Begegnung zwischen Muslimen und Europäern präsent, von der schicksalhaften Schlacht von Yarmuk im Jahr 636 bis zu Amerikas Erfahrungen mit den Berbern um 1800, wie sie ausgiebig in meinem in Kürze erscheinenden Buch Sword and Scimitar: Fourteen Centuries of War between Islam and the West (Schwert und Säbel: Vierzehn Jahrhunderte Krieg zwischen Islam und dem Westen).

So sieht in Wahrheit die Rolle aus, die der Islam in Europas Vergangenheit spielte.

Was seine Rolle in der Vergangenheit angeht, so ist sie darauf gebaut, dass Europa diese unerschütterliche Geschichte der Feindseligkeit komplett ignoriert – wenn es sie nicht vorsätzlich verdreht; dass es Muslime in Massen in ihren Ländern willkommen heißt – und das im Namen der „Diversität“; dass es dementsprechend leidet und sich dann fragt, was sie, die europäischen Gastgeberländer, falsch machten.

Bedenkt man den unerschütterlichen Part, den der Islam in der Vergangenheit spielte und in der Gegenwart weiter spielt, dann bleibt abzuwarten, ob der Westen seine Zukunft auf Fakten oder auf Fiktionen aufbaut – wobei er in beiden Fällen seinen gerechten Verdienst dafür erhält.

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Warum Jerusalem nicht die drittheiligste Stätte des Islam ist

Joseph Farah, WorldNetDaily, 18. Februar 2018

Sie haben zweifellos gehört, dass Jerusalem die drittheiligste Stadt des Islam darstellt.

Das ist nachweisbar falsch.

Oder vielleicht haben Sie in Wikipedia gelesen oder auf CNN gehört, dass die Al-Aqsa-Moschee das drittheiligste Gotteshaus des Islam ist.

Auch das ist nachweisbar gelogen.

Oder vielleicht haben Sie von der Abstimmung in der UNESCO im Jahr 2016 gehört, die jegliche Verbindung Israels zum Tempelberg bestritt, indem nur mit seinem islamischen Namen „Haram al-Scharif“ auf ihn verwiesen wurde.,

Bevor ich zu Geschichte dieser Mythen komme, diesen abirrenden Legenden, diesen antisemitischen Fiktionen aus der Hölle, lassen Sie mich erzählen, warum jeder mit einem klaren Kopf und objektivem, rationalen Verstand die Wahrheit trotz der machtvollen Täuschung sehen kann, die einen Zauber über die Welt gelegt hat – vorsätzlich, mit politischem Ziel und auch erst vor kurzem.

Jeder sollte anerkennen, dass die heiligste Stätte Nummer eins im Islam Mekka ist, die Kaaba, die jedes Jahr Millionen Pilger anzieht – vielleicht mehr als jeder andere religiöse Schrein der Welt. Während zum Beispiel jedes Jahr 5 Millionen Menschen die Vatikanstadt besuchen, reisen 18 Millionen Muslime nach Saudi-Arabien, fast alle von ihnen nach Mekka, das Nichtmuslimen nicht erlaubt die Stadt zu betreten. Allein die jährliche fünftägige Haddsch zog 2017 mehr als 2 Millionen an.

Mekka

Spirituelle Pilgerreisen sind im Islam eine große Sache und die heilige Stätte Nummer zwei des gesamten Islam ist vermutlich Medina, wo Mohammed beerdigt ist.

Pilgerreise nach Medina

Aber nach Mekka und Medina gibt es genau genommen viel Streit, selbst unter Muslimen, was die drittheiligste Stadt des Islam sei. Warum? Während Mekka und Medina allen muslimsischen Anhängern Mohammeds und Allahs heilig ist, sind nicht alle davon  Sunniten. Anhänger des sunnitischen Islam stellen etwa 80 Prozent oder rund 1,2 Milliarden der Muslime weltweit. Aber die anderen 20 Prozent sind Schiiten, die nicht weniger als 300 Millionen stellen. Und schiitische Muslime verehren Heiligtümer in zwei anderen Städten im Irak – Nadschaf und Kerbela.

Wie viele machen während der schiitischen Arba’in-Pilgerschaft jährlich eine Pilgerreise von Nadschaf nach Kerbela? Halten Sie ihre Burka oder Keffiyeh fest: Mache Berichte schreiben von 30 Millionen aus bis zu 40 Ländern, die oft Angriffe sunnitischer Terroristen trotzen und in der Regel barfuß reisen. Stimmt. Diese Arba’in-Pilgerreise ist eine weit längere als die fünftägige Mekka-Haddsch und gemäß vieler Quellen in den schieren Zahlen der Teilnehmer eine weit größere.

Arba’in-Pilgerreise

Jetzt lassen Sie uns die Al-Aqsa und den Felsendom und Jerusalem betrachten.

Wie viele Muslime pilgern nach Jerusalem? Israel beherbergt jedes Jahr insgesamt rund 2 Millionen Touristen aus aller Welt, aber nur ein winziger Bruchteil davon sind Muslime. Touristen in Israel sind ethnisch vielfältig, aber fast alle sind Juden und Christen. Und bitte erzählen Sie mir nicht, Muslime seien nicht willkommen, denn sie sind es. 2014 – die jüngste Statistik, die ich finden konnte, zeigte 26.700 Touristen aus Indonesien, 23.000 aus der Türkei, 17.700 aus Jordanien, 9.000 aus Malaysia und 3.300 aus Marokko. Und das waren die größten Zahlen.

Aber vielleicht glauben Sie, dass Muslime nicht mehr nach Jerusalem, ihrer drittheiligsten Stadt, kamen, nachdem Israel sie 1967 wiedervereinigte. Ganz im Gegenteil. Es gab kaum irgendein Interesse an Jerusalem, als Jordanien die Al-Aqsa und den Felsendom unters seiner Kontrolle hatte. Selbst König Hussein besuchte Jerusalem während der Zeit, in der er einen Teil der Stadt zwei Jahrzehnte lang kontrollierte, nie.

Wenn Sie weiter zurückgehen wollen, vor die erste zionistische Aliyah, dann können Sie sehen, wie der Felsendom ca. 1875 aussah – verlassen, völlig verfallen, nicht besucht. Fakt ist, dass er sein berühmtes goldenes Kuppeldach erst 1950 unter jordanischer Kontrolle erhielt; und das musste 1993 unter israelischer Hoheit erneuert werden.

Der Felsendom 1875

Während wir anfangen in der Geschichte zurückzugehen, wollen wir im Koran nach Jerusalem suchen. Lassen Sie mich ihnen die Zeit sparen. Sie können aufhören zu suchen. Sie werden es nicht finden. Es ist nicht vorhanden, auch wenn ein Abschnitt, den wir im Koran lesen, tatsächlich den Bau der Al-Aqsa inspirierte.

Der muslimische „Anspruch“ auf Jerusalem gründet auf dem, was in Sure 17,1 geschrieben steht, die gesagt: „Preis Ihm, Der bei Nacht Seinen Diener hinwegführte von der Heiligen Moschee zu der Fernsten Moschee.“ Wie wurde diese „fernste Moschee“ zu der, die von Mohammed in einem Traum besucht wurde, zu der er auf einem fliegenden Kamel oder Pferd ritt?

Zu Lebzeiten Mohammeds war Jerusalem vom byzantinischen Reich besetzt. Während Mohammed bereits 632 starb, wurde Jerusalem von Muslime erst 638 erobert. Als sie kamen, gab es natürlich nirgendwo in Jerusalem eine Moschee oder einen Felsendom, nur Kirchen. Eine dieser Kirchen soll auf dem Tempelberg gebaut gewesen sein. Sie könnte sogar in die Al-Aqsa-Moschee umgewandelt worden sein. Fakt ist, dass sowohl der Dom als auch die Moschee unzweifelhaft erkennbaren byzantinischen Architektureinfluss aufweisen.

Als Rivalen der Nachfolger Mohammeds Jerusalem von den Christen eroberten, bauten sie erst einmal den Felsendom, einen Schrein, von dem die Eroberer glaubten, er stehe am Ort des zweiten Tempels, der vom römischen Reich 70 n.Chr. zerstört worden war. Der Dom wurde 691 fertiggestellt und die Al-Aqsa-Moschee 20 Jahre später oder 80 Jahre nach dem Tod Mohammeds. Die „Himmelfahrt“ Mohammeds vom Felsen unter dem Dom, so glaubt man, wurde in dieser Zeit von Kalif Omar hervorgezaubert, der eine neue heilige Stätte bauen wollte, um der in Mekka Konkurrenz zu machen.

Gleichwohl setzt sich die Idee der Errichtung dieses Schreins und der Al-Aqsa-Moschee auf dem alten Tempelberg als permanente islamische heilige Stätten nicht durch, wie wir über den Vergleich mit den anderen in  Mekka, Medina, Nadschaf und Kerbela sehen können.

Fakt ist: Während der gesamten Zeit des islamisch-osmanischen Reichs, das Jerusalem bis zum Ersten Weltkrieg kontrollierte, und nicht vor 1929 weckten der Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee auch nur irgendein leidenschaftliches Interesse im Islam. Und dann geschah das dank Adolf Hitlers muslimischem Freund Haddsch Amin al-Husseini, dem Großmufti von Jerusalem, der seine radikalen Anhänger an Mohammeds „Nachreise“ erinnerte. Er schürte den Mythos, um in dem Jahr die Unruhen anzustoßen.

Dann nutze ein weiterer Träumer, Yassir Arafat, nach dem Sechstagekrieg von 1967, in dem Israel Jerusalem unter seiner Kontrolle wiedervereinigte, die heiligen Stätten, um den Anspruch des Islam auf die Stadt anzuregen, die er „Al-Quds“ nannte. Arafat bekann auch die Lüge, dass nie ein jüdischer Tempel auf dem Tempelberg stand, obwohl ausgerechnet das der Grund ist, dass der Dom und die Moschee auf dem gebaut wurden, von dem Omar glaubte es seien das Fundament des Tempels.

Auf einer Eben hat der Propaganda-Coup den Großteil der Welt getäuscht – in einem Ausmaß, dass die meisten Muslime den Al-Quds-Mythos glauben. Dafür randalieren sie weltweit. Sie begehen Terrorismus im Namen ihrer „Befreiung“. Sie boykottieren, de-investieren, verhängen Sanktionen, werfen mit Steinen, schießen Raketen, beginnen Intifadas und mehr.

Aber eins tun sie nicht. Sie besuchen sie nicht. Sie unternehmen keine Pilgerreisen. Macht euch euren Reim drauf.

Warum hassen die Araber die Palästinenser so sehr?

Die arabische Welt ist aus vielerlei Gründen überhaupt nicht daran interessiert den Palästinensern einen arabischen Staat zu geben. Auch die palästinensischen Araber wollen ihn nicht wirklich – warum die „Flüchtlings“-Gans schlachten, die die goldenen Eier legt?

Mordechai Kedar, Israel National News, 5. März 2018

In Israel und einem Großteil der westlichen Welt tendieren wir dazu zu glauben, dass die arabische Welt in der Unterstützung der Palästinenser geeint ist, dass sie nichts so sehr will wie das Palästinenserproblem zu lösen, indem man ihnen einen Staat gibt und dass als Araber und Muslime die Palästinenser lieben und Israel hassen. Das ist jedoch ein allzu einfacher und unvollkommener Standpunkt, denn während es stimmt, dass viele, vielleicht sogar die Mehrheit der Araber und Muslime Israel hassen, gibt es ein Menge, die die Palästinenser genauso stark hassen.

Ihr Hass auf Israel entstammt Israels Erfolg im Überleben trotz Kriegen, Terror, Boykotten und der Feindschaft, die sich gegen den jüdischen Staat richtet; er entstammt der Tatsache, dass es einen existierenden jüdischen Staat gibt, obwohl das Judentum vom Islam abgelöst worden ist, der „wahren Religion“. Verschlimmert wird er dadurch, dass Israel eine Demokratie ist, während sie unter Diktaturen leben, denn Israel ist reich und sie sind arm, denn Israel ist ein Paradies im Vergleich mit den arabischen Ländern, von denen viele an nichts sehr erinnern wie die letzte Haltestelle vor der Hölle (siehe Syrien, Irak, Libyen, Jemen, Sudan – und die Liste lässt sich immer weiter verlängern) … und am wichtigsten: weil Israel in Bereichen Erfolg hatte, in denen sie versagten und ihre Eifersucht lässt sie die Wände hochgehen.

Aber warum sollten sie die „bedauernswerten“ palästinensischen Araber hassen? Immerhin sagt das arabische Narrativ, dass das Land der palästinensischen Araber gestohlen wurde und sie gezwungen wurden Flüchtlinge zu werden. Die Antwort auf diese Frage ist komplex und ist eine Funktion der Kultur des Nahen Ostens, die wir in Israel und die meisten Westler weder verstehen noch anerkennen.

Eine in Augen der Araber der schlimmsten Dinge besteht darin betrogen, hereingelegt und übervorteilt zu werden. Wenn jemand versucht einen Araber zu betrüben – und noch schlimmer, wenn diese Person Erfolg damit hat – wird ein Araber von rasender Wut überwältigt, selbst wenn die beteiligte Person sein Cousin ist. E wird an seinen Bruder appellieren ihm zu helfen an seinem Cousin Rache zu nehmen, was im Einklang mit dem arabischen Sprichwort steht: „Mein Bruder und ich gegen meinen Cousin – und mein Bruder mein Cousin und ich gegen einen Fremden.“

Bezüglich der palästinensischen Araber gilt, dass erst einmal viele ursprünglich gar keine Palästinenser sind. Sie sind Zugewanderte, die während des britischen Mandats aus der gesamten arabischen Welt ins Land Israel kamen, um Arbeit in den Städten und auf den Farmen zu finden, die die Juden aufgebaut hatten. Diese Immigranten haben immer noch Namen wie „Al-Hurani“ (aus Huran im südlischen Syrien), „Al-Tzuani“ (aus Tyrus im Südlibanon), Al-Zrakawi“ (aus Mazrake in Jordanien), Al-Maztri“ (der Ägypter) und viele andere, die auf die tatsächliche vielfältige geografische Herkunft der sogenannten Palästinenser hinweisen. Warum, fragen die anderen Araber, sollten sie im Vergleich mit denen, die in ihren Herkunftsländern blieben, eine Vorzugsbehandlung erhalten?

Mit dem Ende des israelischen Unabhängigkeitskriegs 1948 begann die Politik der arabischen Welt auf Israel und das „Palästinenserproblem“ zu konzentrieren, dessen Lösung nur durch das Auslöschen Israels erreicht werden sollte. Um zu helfen diesen Auftrag zu erfüllen, wurden die arabischen Flüchtlinge in Lagern gehalten, mit der ausdrücklichen Anweisung der Arabischen Liga sie dort zu halten und  nicht in die anderen arabischen Länder zu integrieren.

Die UNRWA stellte sicher, dass ihnen kostenlose Lebensmittel, Bildung und medizinischer Versorgung geboten wird – sprich: Die Staaten der Welt zahlen die Zeche, während die arabischen Nachbarn für diese ewigen „Flüchtlinge“ arbeiten und im Schweiße ihres Angesichts die Lebensmittel, Bildung und medizinische Versorgung für ihre Familien beschaffen mussten. Flüchtlinge, die mit kostenlosen Lebensmitteln wie Reis, Mehl, Zucker und Öl versorgt wurden, um sie für ihre Familien zu nutzen, verkauften oft einiges davon an ihre Nichtflüchtlings-Nachbarn und fuhren damit ordentlich Profit ein.

Die in den Flüchtlingslagern Lebenden zahlen keine städtischen Abgaben, was zu einer beträchtlichen Zahl an „Flüchtlingen“ führte, die ihre Häuser an andere vermieten und im Vergleich mit denen, die in nahe gelegenen Städten Wohnungen mieteten, Dank dieser Gebührenbefreiung überzogene Summen kassierten. Mit anderen Worten: Die Welt subventioniert die Steuern und Gebühren und die Flüchtlinge machen richtig Kohle.

Im Libanon wurden nahe Beirut mehrere Flüchtlingslager gebaut, aber in die wachsende Stadt integriert, dann in hochklassige Viertel mit eindrucksvollen Hochhaus-Wohnhäusern verwandelt. Jemand hat von dieser Veränderung profitiert und es ist nicht der Mann auf der Straße, der alle Gründe hat sich übervorteilt zu fühlen.

Die im Libanon liegenden „Flüchtlingslager“ sind von bewaffneten Organisationen übernommen worden, von der PLO bis ISIS, einschließlich der Hamas, der PFLP, der DFLP und Organisationen salafistischer Jihadisten. Diese Organisationen handeln den libanesischen Bürgern der Umgebung gegenüber bösartig und brachten 1975 einen Bürgerkrieg, der 14 lange Jahre des Blutvergießens, der Zerstörung und erlebte, wie Hunderttausende Libanesen aus ihren Dörfern wegzogen um ihr dortiges Leben gegen das furchtbare Leiden in Zeltlagern überall im Land zu tauschen. Viele nahmen in palästinensischen „Flüchtlingslagern“ Zuflucht, aber die libanesischen Flüchltinge erhalten weniger als 10 Prozent dessen, was palästinensische Araber bekommen, was viel wechselseitige Eifersucht und Hass verursacht.

In Jordanien versuchten die palästinensischen Araber 1970, angeführt von PLO-Chef Yassir Arafat, das Land durch Gründung eigener autonomer Regionen zu übernehmen, samt Einrichtung von Straßensperren und bewaffneten palästinensischen Arabern im Norden des Landes, die die Monarchie herausforderten. Im September 1970, der als „Schwarzer September“ bekannt ist, entschied König Hussein, dass er genug hatte und ihnen zeigen würde, wer in Jordanien der Chef ist. Der gegen ihn erklärte Krieg kostete sie tausende Leben auf beiden Seiten.

Unterdessen bestehen in Israel 20% der Bürger innerhalb der Linien von 1967 aus „palästinensischen“ Arabern, die nicht gegen den Staat rebellieren oder ihn bekämpfen. Mit anderen Worten: Die im Israel von vor 1967 lebenden „Palästinenser“ genießen das Leben in der einzigen Demokratie des Nahen Ostens, während die arabischen Länder das Blut ihrer Soldaten opfern, um „Palästina“ zu befreien. Gibt es einen schlimmeren Fall des Gefühls ausgenutzt zu werden als das eines arabischen Soldaten, der sein Leben für diese sinnlose Sache aufs Spiel setzt?

Noch schlimmer ist das, was jeder Araber weiß: Palästinensische Araber haben mindestens ein Jahrhundert lang Land an Juden verkauft, immens von den Geschäften profitiert und heulen sich dann bei ihren arabischen Brüdern aus, diese sollten kommen un „Palästina“ von der „zionistischen Besatzung“ befreien.

Im Verlauf der Jahre wurde den palästinensischen Arabern von den Staaten der Welt viele Milliarden Euro und Dollars gegeben, so dass das jährliche Pro-Kopf-Einkommen in der PA um ein Mehrfaches höher ist als das des ägyptischen, sudanesischen oder algerischen Mannes auf der Straße. Sein Leben ist während der letzten sieben Jahre um ein Vielfaches besser als das von in Syrien, dem Irak, Libyen und dem Jemen lebenden Araber.

Auf einer politischen Ebene haben es die Palästinenser geschafft den Hass vieler ihrer arabischen Brüder zu wecken: 1990 unterstützte Arafat Saddam Husseins Invasion Kuwaits. Aus Rache vertrieb Kuwait, sobald es von der irakischen Eroberung befreit war, Zehntausende Palästinenser, von denen die meisten auf seinen Ölfeldern beschäftigt gewesen waren; dadurch wurden sie mittellos. Das führte zu einer Wirtschaftskrise für ihre Familien in Judäa, Samaria und dem Gazastreifen, die regelmäßig Geld von ihren Söhnen in Kuwait erhalten hatten.

Heute werden die Hamas und der Palästinensische Islamische Jihad vom Iran unterstützt, dem Land, das von vielen Arabern gehasst wird, die daran erinnern, dass Flugzeugentführungen und die folgende Erpressungen von palästinensischen Arabern erfunden wurden, die 1968 – vor 50 Jahren –in Algiers ein El Al-Flugzeug entführten, womit eine Zeit der Mühsal begann, die von vielen in der gesamten Welt immer noch durchlitten wird.

Trotz der Vereinbarung von Taaf 1989, die den Bürgerkrieg im Libanon beendete und zu einer Entwaffnung und Auflösung aller libanesischen Milizen führen sollte, gestattete Syrien der Hisbollah ihre Waffen zu behalten und seine militärische Macht ungezügelt zu entwickeln. Die wiederholte Rechtfertigung lautete, dass die Waffen dazu bestimmt waren „Palästina zu befreien“ und nicht gegen die Libanesen gerichtet würden. Für jeden mit einem Quentchen Verstand war klar, dass die Palästinensergeschichte ein Feigenblatt war, das die traurige Wahrheit verdecken sollte, dass die Waffen auf die Feinde der  Hisbollah in Syrien und dem Libanon gerichtet werden würden. „Palästina“ war schlicht ein Vorwand für die Übernahme des Libanon durch die Schiiten.

Am schlimmsten ist, dass die Palästinenser fordern, die arabischen Länder sollten auf alle Beziehungen zu Israel verzichten, bis das Palästinenserproblem zur Zufriedenheit der PLO- und Hamasführer gelöst ist. Allerdings kann ein guter anteil der arabischen Welt keine Gemeinsamkeiten finden, die die PLO und die Hamas einen könnte. Sie haben es aufgegeben eine interne palästinensische Aussöhnung zu erreichen, dem endlosen Gezänk zuzusehen, die alle Chancen auf Fortschritt bezüglich Israel vernichten. Um die Lage zusammenzufassen: Die arabische Welt – der Teil davon, der Israel als die einzige Hoffnung sehen mit dem Iran klarzukommen – ist nicht glücklich mit der Erwartung, dass sie ihre Zukunft und ihre schiere Existenz an die internen Kämpfe zwischen der PLO und der Hamas verpfänden muss.

Und lassen Sie uns nicht vergessen, dass Ägypten und Jordanien Friedensverträge mit Israel unterschrieben haben, sich außerhalb des Kreislaufs des Krieges für die „Befreiung Palätinas“ bewegt haben und ihren palästinensisch-arabischen „Brüder“ aufgegeben haben, womit sie ihnen den Rücken kehrten, um allein mit ihren Problemen klarzukommen.

Ein Großteil der arabischen und muslimischen Welt ist überzeugt, dass die „Palästinenser“ keinen eigenen Staat haben wollen. Immerhin wird die Welt, wenn der Staat gegründet würde, aufhören diese enormen Summen zu spenden; es wird keine „Flüchtlinge“ mehr geben und die palästinensischen Araber werden arbeiten müssen wie jeder andere. Wie können sie das tun, wenn sie alle von dem Erhalt süchtig danach sind die Zuteilungen ohne Auflagen zu erhalten?

Man kann mit Sicherheit sagen, dass die arabische Welt 70 Jahre nach der Schaffung des „Palästinenserproblems“ erkannt hat, dass es keine Lösung gibt, die diejenigen zufriedenstellen wird, die „Flüchtling-ismus“ in einen Beruf verwandelt haben, so dass das „palästinensische Problem“ zu einer emotionalen und finanziellen Masche geworden ist, die nur dazu dienen die korrupten Führer in Ramallah und Gaza zu bereichern.

Auge um Auge – Zahn um Zahn

Ulrich Sahm (übernommen aus einem Forum)

Die Beschäftigung mit Israels „Reaktion“ auf Terroranschläge wäre nichts Absonderliches, wenn sie nicht mit biblischen Versen, einer angeblichen „jüdischen Mentalität“ und Vorurteilen begründet würde. Jeder zweite deutsche Kommentar zu Israel enthält die (falsche) Behauptung, dass Israels Regierung gemäß dem Prinzip „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ handle.

In Deutschland birgt die Verwendung vorbelasteter Begriffe aus der Tradition des Antisemitismus die Gefahr, unbeabsichtigte Emotionen zu erwecken. Eine mit biblischen Versen begründete Kritik an der Politik des jüdischen Staates liefert jenen rechtsradikalen Unverbesserlichen den „Beweis“ dafür, dass das „Weltjudentum“ und der Staat Israel gemäß Methoden handeln, die schon das antisemitische Machwerk „Die Protokolle der Weisen Zions“ vorgezeichnet hat.

Peinliche Nebenwirkungen

Kritik an Israels „Politik der Vergeltung“ kann auch ohne unterschwellig antisemitisch belastete Bibelverse mit allgemein gebräuchlichen Begriffen dargestellt werden. Das würde, ohne fragwürdige Nebenwirkungen, den beabsichtigten Zweck besser erfüllen.

Jedes Land und jeder Politiker reagieren ständig auf Ereignisse. Der eine handelt gemäß seiner „Politik“, andere richten sich nach ihrer „Ideologie“. Meistens werden die Reaktionen auf Grund der jeweiligen Interessen abgewogen. Nur im Falle Israels scheint der Ministerpräsident seinen Ministern aus der Bibel vorzulesen, um zu verkünden, was Israel nach Raketenangriffen des Irak oder nach Bombenanschlägen zu tun habe.

Vatikan ohne Bibelverse

Selbst bei Kommentaren zur Politik des Vatikans werden Bibelverse längst nicht so oft als „Erklärung“ verwendet wie im Falle Israels. Gewisse Vorurteile stecken offensichtlich so tief, dass manche „Nahostexperten“ lächerliche Fehler machen. Sie scheinen fest davon überzeugt zu sein, dass „der Jude“ und der jüdische Staat „anders“ funktionieren als der normale deutsche Christenmensch.

So fragte ein „Nahostexperte“, was denn das jüdische Religionsgesetz bei „Rache“ vorschreibe, wie und wann Rache verübt werden müsse. „Müssen die Juden warten, bis die Todesopfer begraben sind?“

Während die Amerikaner „Sanktionen“ erwägen oder mit einer „militärischen Intervention“ drohen, werden Israels Reaktionen nicht als politische oder militärische „Antwort“ beschrieben, den parteipolitischen oder staatlichen Interessen entsprechend, sondern als die von einem jüdischen Rachegott gelenkte Politik mit archaisch biblischer Motivation.

Satan als Rächer

Die geläufigen, bei Begräbnissen von ermordeten Kleinkindern gesagten Sprüche in Israel zeugen davon, dass die jüdische Religion Gott die Rache überlässt, dem Menschen aber verbietet. „Der Herr möge ihr Blut rächen“ heißt es da, oder: „Die Rache für den Mord an einem kleinen Kind hat selbst der Satan noch nicht geschaffen.“

Der große jüdische Ethiker und Rabbiner Samson Raphael Hirsch widmet in seinem Buch „Versuche über Jissroels Pflichten in der Zerstreuung“ nur ein winziges Kapitel dem Thema Rache. „Du darfst nicht rächen!“ zitiert er im Untertitel aus dem 3. Buch Moses 19,18 und führt dann aus, was im zweiten Teil des gleichen Verses steht: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst.“ Auch im „Kitzur Schulchan Aruch“, einem Kompendium aller 613 jüdischen Religionsgesetze, wird ebenfalls jener Vers aus dem 3. Buch Moses zitiert. Wer dennoch Rache „an seinem Feind“ verüben will, dem wird geraten, gute Taten zu tun und ein noch besserer Mensch zu werden. „So kannst Du indirekt Rache an Deinen Feinden üben, weil die sich schämen werden, wenn sie von Deinen guten Taten hören. Sie werden trauern, wenn sie von Deinem guten Ruf erfahren…“ (1.Buch 30, 8)

Keine Blutrache ohne Schutzburgen

Der biblische Begriff der „Blutrache“ gilt nur für Mord an einem Verwandten ersten Grades. Eine biblische Voraussetzung für die Blutrache war die Existenz von so genannten Zufluchtstädten, in denen der Delinquent Schutz finden konnte. Seitdem es diese Schutzburgen nicht mehr gibt, ist im Judentum die Blutrache verboten. Das Prinzip der Blutrache ist also vor über 2000 Jahren abgeschafft worden.

Der Spruch „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ steht im 3. Buch Moses 24,20. Da geht es um Fragen der Entschädigung und des Strafmaßes für Verbrecher. Ein erschlagenes Tier sollte im vollen Wert ersetzt werden. Wer einen Menschen erschlägt, der sollte getötet werden, also „Todesstrafe“ bei Mord. Da unterscheidet sich die Bibel von vielen zivilisierten Ländern bis heute nicht.

„Auge um Auge, Zahn um Zahn“ besagt lediglich, dass für ein ausgeschlagenes Auge eine gleichwertige, angemessene Strafe verhängt werden sollte. An anderer Stelle heißt es, dass ein Knecht freigelassen werden sollte, wenn ihm ein Auge oder ein Zahn ausgeschlagen wurden. Das ist gar das Gegenteil von „Rache“. Denn für den Herrn bedeutet die Freilassung seines Sklaven eine Geldstrafe, für den Sklaven bedeutet Freilassung eine große Belohnung.

Auge um Auge – Deutsches Rechtsprinzip

Im modernen deutschen Strafgesetzbuch gibt es sehr ähnliche Gesetze. Nur wird da ein Geldbetrag als Schadensersatz und eine Gefängnisstrafe als Sühne für das begangene Gewaltverbrechen festgelegt. Andere Zeiten, andere Sitten. So hat also das moderne deutsche Strafgesetzbuch schlicht das biblische Prinzip „Auge um Auge“ übernommen. Es ist deshalb verwunderlich, wenn im deutschen Sprachgebrauch ausgerechnet dieser Vers als Umschreibung für eine grausame und unangemessene militärische Vergeltung und eine „typisch israelische Verhaltensweise“ verwendet wird.

Die Auffassung, dass „Auge um Auge“ ein jüdisches Grundprinzip der Rache sei, geht auf den klassischen christlichen „Antisemitismus“ zurück: auf das Bemühen des Christentums, sich vom Judentum abzugrenzen. Jesus hat laut Matthäus 5,38 diesen Vers aus dem Alten Testament zitiert, um polemisch dazu seine neue Lehre zu verkünden: „die zweite Backe hinhalten“. In moderne Sprache übertragen fordert Jesus Straffreiheit für Verbrecher. Dieses „Prinzip“ ist bislang in keinem christlichen Staat beherzigt worden, genauso wenig wie der andere Vorschlag Jesu: die Feinde zu lieben. Kein christlicher Staat hat in den vergangenen 2000 Jahren die Bereitschaft gezeigt, sich selbst zu Gunsten des Feindes aufzugeben oder gar im Krieg zu kapitulieren, nur um dieser Lehre Jesu zu genügen.

Friedensbewegt

Die deutsche Friedensbewegung beruft sich noch am ehesten auf die Bergpredigt Jesu. Die Friedensbewegung ist aber (leider) nur in einem Land denkbar, wo ein konventioneller militärischer Angriff (fast) undenkbar ist und wo die Nachbarländer keine direkte Bedrohung darstellen. Dennoch gibt es selbst in der Bundesrepublik keinen verantwortungsbewussten Politiker, der sich für eine einseitige Abschaffung der Bundeswehr, des BND oder der Polizei aussprechen würde, nur weil Jesus geraten hat, „den Feind zu lieben“.

Jesus Christus habe Nächstenliebe gelehrt, während die Juden „stur“ an ihrem „Rächergott“ festhielten. So hat es Martin Luther in seinen antisemitischen Spätschriften behauptet, nachdem er verärgert war, dass die Juden ihm nicht in Massen folgten. In Deutschland hatten diese Schriften bis ins zwanzigste Jahrhundert einen nachhaltigen Einfluss. Luthers Sprachkünste hatten einen großen Einfluss auf die Gedankenwelt der Deutschen, schlicht über die Bedeutung der Worte und Begriffe der deutschen Sprache. Das hat Millionen Juden das Leben gekostet.

Irrlehre der Kirche

Die Kirche hat von Anfang an versucht, das Christentum als eine Religion der Nächstenliebe darzustellen. Sie habe die jüdische „Religion der Rache“ überwunden. Um das zu „beweisen“ wurde immer wieder der Vers „Auge um Auge“ herangezogen, obgleich der mit Rache nichts zu tun hat. Die Kirche hat die jüdische Religion Jahrhunderte lang verunglimpft und die christliche verherrlicht, indem sie den Eindruck erweckte, als habe Jesus den Vers „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ erfunden. Beide Anschauungen gingen Hand in Hand und haben sich zu einem negativen Vorurteil gegenüber den Juden verfestigt.

Ein evangelischer Theologe aus Berlin, auf diese Verse angesprochen, sagte: „Die falschen Interpretationen wurden doch schon vor 20 Jahren von der evangelischen Theologie klar als falsch herausgestellt…“ Er bestätigte, dass es fast 2000 Jahre lange gültige Lehre der Kirche war. Ebenso gestand er, dass neue theologische Lehrsätze nur sehr langsam, wenn überhaupt, den christlichen Laien erreichen.

Kohls zweite Backe

Wenn nun von Israel verübte Vergeltungsschläge mit dem missverstandenen und umgedrehten biblischen Vers „Auge um Auge“ verurteilt werden, entsteht zudem der Eindruck, als sei Israel eine Theokratie. Das ist falsch. Israel ist eine recht normale westliche Demokratie. Zu schließen, dass die staatlichen Interessen Israels aus der Bibel herausgelesen werden, gilt nicht einmal für „fromme“ Parteien. In Deutschland würde man vermutlich laut lachen, wenn jemand den christdemokratischen Bundeskanzler Kohl fragte, welche „andere Backe“ die Bundesrepublik Deutschland der RAF hinhalten wolle, nachdem Schleyer, Herrhausen oder Schäuble einem Attentat zum Opfer gefallen sind.

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Gut ergänzt wird diese Stellungnahme durch Angaben von Pastor i.R. Klaus-Peter Lehmann, der aus dem Materialdienst des Ev. Arbeitskreises Kirche und Israel in Hessen und Nassau zitiert.

Modischer Steinewerfer

Elder of Ziyon, 3. März 2018

Von der Facebook-Seite der Fatah, mit einem lyrischen Tribut an die Steinewerfer:

Markenpulli, flotte Armbanduhr, modische Jeans … selbst die Schimaske sieht aus, als könnte sie von einem Designer stammen.

Der sieht so richtig unterdrückt aus, nicht wahr?

Das Problem ist nicht „Islamophobie“, sondern Unkenntnis des Islam

William Kirkpatrick, Jihad Watch, 22. Februar 2018

Ein offener Brief an Bischof Joseph Bambera, den Vorsitzenden des Komitees für Interreligiöse Angelegenheiten der USCCB[1].

Exzellenz,

Ihnen muss Lob gespendet werden, dass Sie mit Ihrer Erklärung am 29. Dezember die Katholiken baten für „unsere koptischen Brüder zu beten, die um Christi willen Märtyrertum durchleiden“. Katholiken müssen das Ausmaß der Angriffe auf Christen in der muslimischen Welt erfahren. Wie Sie herausstellen, hat es allein in den letzten drei Jahren in Ägypten 2.000 Angriffe auf koptische Christen gegeben. Dazu gehörten mehrere fürchterliche Bombenanschläge auf Kirchen und dass 35 Christen abgeschlachtet wurden, die es ablehnten zum Islam zu konvertieren, als ihre Busse von islamischen Bewaffneten angegriffen wurden.

Tödliche antichristliche Angriffe sind in der muslimischen Welt alltäglich geworden. Katholiken müssen darüber informiert werden und sie müssen auch das „Warum“ dieser Anschläge erfahren. Es wird kein Ende des Blutvergießens geben, solange wir nicht verstehen, warum es stattfindet.

An diesem Punkt ist das USCCB nachlässig gewesen. Zahlreiche USCCB-Erklärungen im Verlauf der letzten 17 Jahre haben den Islam praktisch von den im Namen des Islam begangenen Verbrechen freigesprochen. Statt die religiöse Ideologie beim Namen zu nennen, die die Terroristen motiviert, sind die Kirchenvertreter damit zufrieden gewesen das Mantra zu wiederholen, dass Terrorismus nichts mit dem Islam zu tun hat.

Derweil hat die USCCB angesichts des vom Islam inspirierten Völkermords an Christen sich der problematischen Kampagne gegen Islamophobie angeschlossen. Das kommt mir wie eine groteske Umkehrung der Prioritäten vor. Warum werfen sich einer Zeit, in der Christen gegenüber den Gefahren alarmiert werden müssen, die von der Verbreitung des Islam ausgehen, Bischöfe n dne Kampf gegen den von der Muslimbruderschaft fabrizierten Kampf gegen die „Islamophobie“?

Ich setze „Islamophobie“ in Anführungszeichen, weil eine Phobie eine irrationale Angst ist. Aber viele Menschen – einschließlich der in Ägypten lebenden Christen – haben gute Gründe Angst zu haben. Es erweist ihnen einen schlechten Dienst zu sagen, dass ihre Ängste grundlos sind. Oder zu sagen, dass sie von authentischen Islam nichts befürchten müssen.

Ihre eigene Erklärung erwähnt verschiedene blutige Terroranschläge in Ägypten, aber die Worte „Islam“ und „islamisch“ kommen darin nicht vor. Im Gegensatz dazu erklärt ein Artikel in Coptic Solidarity (Koptische Solidarität), „islamische Unterdrückung“ sei die wichtigste treibende Kraft der Verfolgung. Ist die Angst der Kopten vor islamischer Unterdrückung „islamophobisch“? Oder ist das eine absolut rationale Angst?

Ihre Erklärung fordert Aufmerksamkeit für Terroranschläge in Ägypten. Es ist wichtig, dass Christen davon wissen. Gleichzeitig kann ein singulärer Fokus auf Gräueltaten irreführend. Das tendiert dazu das politisch korrekte Narrativ zu füttern, dass die Bedrohung für Christen auf eine Handvoll Extremisten begrenzt ist. Doch es gibt ein viel größeres Problem, mit dem man klarkommen muss – nämlich eine weit verbreitete, tägliche und unerbittliche Verfolgung von Christen, zu der Diskriminierung, Einschüchterung, Vergewaltigungen, Entführungen, Zwangskonversionen und der Zerstörung christlicher Häuser und Kirchen gehören. Nach Angaben des Artikels von Coptic Solidarity kommt diese Verfolgung aus jeder Ebene der ägyptischen Gesellschaft, wozu muslimische Kleriker, örtliche Offizielle, „normale Bürger“ und die eigene Familie (im Fall von Muslimen, die zu christlichen Glauben übergetreten sind) gehören.

Die in Ägypten weit verbreitete Christenverfolgung ist auch in falst allen mehrheitlich muslimischen Gesellschaften zu finden – in Pakistan, Syrien, dem Iran, Irak, Nigeria, Sudan, Indonesien und andernorts. Die allgegenwärtige Natur der Verfolgung in islamischen Ländern legt nahe, dass sie keiner Deformation des Islam entstammt, sondern eher aus den Kerntexten und Lehren des Mainstream-Islam selbst.

Was eine Frage aufwirft: Könnte es sein, dass all diese Muslime in verschiedenen Teilen der Welt den Islam falsch interpretiert haben? Oder ist es eher wahrscheinlich, dass das wahre Missverständnis katholische Prälaten sind die, wenn auch in guter Absicht – keine Lebenserfahrung mit dem Islam haben?

Verschiedene Äußerungen der USCCB im Verlauf der Jahre stellen den Islam als eine Religion des Friedens und der Gerechtigkeit dar – eine Religion, die dem Katholizismus nicht unähnlich ist. Tatsächlich hatte eine Schlüsselrede bei einem von der USCCB gesponserten muslimisch-katholischen dialog den Titel „Unseren Glauben gemeinsam leben“ – als ob Muslime und Katholiken einen gemeinsamen Glauben hätten. Haben sie natürlich nicht. Die Idee, dass sie ihn hätten gründet nicht auf den Texten, Lehren, Gesetzbüchern und der Geschichte des Islam, sondern auf Wunschdenken.

Das soll nicht nahelegen, dass katholische Leiter den Islam angreifen sollen, sondern dass sie den Katholiken ein realistisches Bild des islamischen Glaubens bieten sollen. Die aktuelle Politik des Schönfärbens der problematischen Aspekte des Islam ist höchst fehlleitend und hat mehrere schädliche Folgen. Lassen Sie uns auf nur eine davon konzentrieren.

Wenn Kirchenleiter weiterhin den Aspekt des Überlegenheitsanspruch des Islam herunterspielen oder gar bestreiten, dann werden viele Katholiken au die Art von Aggression nicht vorbereitet sein, die Christen in Ägypten und andernorts durchleiden.

Diese aggressiv antiwestliche Kultur – nennen wir sie kurz „Ägypten“ – ist bereits nach Europa gekommen. Was heute eine islamische Invasion zu sein scheint, wurde von naiver Immigrationspolitik ermöglicht, die auf derselben unkritischen Sicht des Islam gründet, wie die USCCB sie sich zueigen gemacht hat. Wie die ägyptischen Christen müssen die Europäe heute Angst haben jederzeit an jedem Ort angegriffen zu werden – in Bussen, Zügen, Konzerthallen und auf Weihnachtsmärkten.

Die Europäer waren ebenso wenig auf den kulturellen Aspekt der Invasion vorbereitet. Es war naiv anzunehmen, dass Muslime sich westlichen Werten anpassen würden. Stattdessen werden Europäer gezwungen sich islamischen Werten anzupassen – Polygamie, Frauenfeindlichkeit, Ehrengewalt und weiblicher Genitalverstümmelung. Und ebenso dem Antisemitismus. Heute fliehen Juden aus Europa in einer Zahl, wie es seit der Nazizeit nicht erlebt wurde.

Die Europäer verlieren ihre Zivilisation nicht, weil sie „islamophob“ sind, sondern weil sie den Islam ignorierten. Sie akzeptierten gehorsam die freundlich-lächelnde Darstellung des Islam, wie er ihnen von den sozialen und Regierungseliten präsentiert wird und zahlen heute den Preis dafür.

Wird „Ägypten“ nach Amerika kommen? Es ist eine Möglichkeit, über die die USCCB nachdenken sollte. Amerikas Bischöfe haben sich schuldig gemacht dasselbe wohlige Bild des Islam und der islamischen Migration zu propagieren, das Europa ins Chaos gestürzt hat. Dieser Ansatz hat dort nicht funktioniert. Warum annehmen, dass es hier funktionieren wird?

Es erscheint leichtsinnig diesen Weg weiterzugehen. Um der Christen in aller Welt willen müssen Amerikas Bischöfe die katholische Tradition des Realismus wiederentdecken und ihre Islam-Politik überdenken. Für eine Kurskorrektur ist es noch nicht zu spät.

Hochachtungsvoll

Dr. William Kilpatrick

[1] United States Conference of Catholic Bischof (Katholische US-Bischofskonferenz)

Der dänische „Karikaturenstreit” (3) – Der Fluch der moderaten Muslime

Charles Krauthammer, The Washington Post, 10. Februar 2006

Während ein großer Teil der islamischen Welt in einen wohl überlegten Ausbruch von Zorn über die dänischen Mohammed-Karikaturen ausbricht, sind auf beiden Seiten Stimmen der Vernunft zu hören. Einige islamische Führer und Organisationen sprechen sich, während sie das Gefühl des Grolls der Demonstranten und ihre Wut teilen, gegen den Gebrauch von Gewalt als Mittel ihres Ausdrucks aus. Ihre westlichen Gegenstücke – Intellektuelle, darunter die meisten der großen Zeitungen der Vereinigten Staaten – sind ähnlich ausgewogen: Während natürlich das Prinzip der freien Meinungsäußerung begrüßt wird, kritisieren sie die dänische Zeitung wegen des Missbrauchs dieses Rechts durch die Veröffentlichung der beleidigenden Karikaturen und erklären im Namen der religiösen Sensibilität gegen die Veröffentlichung, dass sie das nicht tun werden.

Gott bewahre uns vor den Stimmen der Vernunft.

Was in der islamischen Gemeinschaft als Moderatheit durchgeht – „Ich teile eure Wut, aber zündet nicht diese Botschaft an“ – ist einfach nichts dergleichen. Das ist einfach ein zynischer Weg die Ziele des Mobs gut zu heißen ohne die Mittel zu begrüßen. Das ist arglistig, denn während man vorgibt das Prinzip der religiösen Rücksichtnahme hoch zu halten, liegt nur das Interesse an diesem Fall von religiöser Gefühllosigkeit vor.

Hat irgendeiner dieser „Moderaten“ jemals gegen die grotesken Karikaturen von Christen und insbesondere von Juden protestiert, die im gesamten Mittleren Osten tagtäglich ausgestrahlt werden? Die Predigten im palästinensischen Fernsehen, in denen Juden als Söhne von Schweinen und Affen bezeichnet werden? Die syrische Fernsehserie zur Hauptsendezeit, die zeigt, wie Rabbis einen nicht jüdischen Jungen schlachten, um sein Blut rituell zu sich zu nehmen? Die 41-teilige (!) Serie im ägyptischen Fernsehen, die auf der antisemitischen, zaristischen Fälschung (und Inspiration der Nazis) basiert, den „Protokollen der Weisen von Zion“, die zeigt, wie die Juden sich mit einer Jahrhunderte alten Verschwörung zur Beherrschung der Welt beschäftigen?

Ein wahrhaft moderater Muslim ist einer, der gegen die Schändung jeden Glaubens protestiert. Die das nicht tun, sind keine Moderaten, sondern Heuchler, Opportunisten und Vertreter der Randalierer, die lediglich andere Mittel zur Erreichung desselben Ziels nutzen: dem Westen mit seinen Traditionen der Redefreiheit einen Satz von Tabus aufzudrücken, die exklusiv für den islamischen Glauben gelten. Solche Leute sind keine Verteidiger der Religion, sondern solche, die an die muslimische Überlegenheit glauben und versuchen ihr Diktat dem liberalen Westen aufzuzwingen.

Und diesen „Moderaten“ wird von westlichen „Moderaten“ geholfen, von ihnen unterstützt, die Bilder einer mit Elefantenkot bedeckten Jungfrau Maria veröffentlichen und „Piss Christ“ (ein Kruzifix, das in einem mit Urin gefüllten Glasgefäß steckt) als Kunst feiern, das öffentliche Subventionierung verdient, aber von einer plötzlichen religiösen Sensibilität ergriffen sind, wenn Mohammed das Objekt ist.

Wären sie nicht so heuchlerisch gewesen, könnte man ihre Ablehnung der Wiederveröffentlichung dieser Karikaturen verteidigen, weil guter Geschmack und Feingefühl manchmal über dem Nachrichtenwert stehen können. Schließlich veröffentlichen amerikanische Zeitungen allgemein – und zu Recht – aus grundsätzlichem Anstand keine Bilder von Leichen, welchen Nachrichtenwert auch immer sie haben.

Es gibt ein „Sensibilitäts“-Argument dafür die Karikaturen gar nicht erst zu veröffentlichen – damals im September, als sie das erste Mal in dieser dänischen Zeitung erschienen. Es ist aber nicht [mehr] September. Es ist Februar. Die Karikaturen wurden veröffentlicht und die Zeitung, die Herausgeber und Dänemark selbst werden wütend angegriffen. Nach vielfachen Brandstiftungen, verheerenden Boykotten und Drohungen Hände und Köpfe anzuschlagen hat das Thema nicht länger Nachrichtenwert, d.h. ob eine Zeitung sie veröffentlichen soll um die Leserschaft darüber informieren muss, was im Gang ist. Thema jetzt ist die Solidarität.

Der Mob versucht den westlichen Zeitungen, tatsächlich aber auch den westlichen Regierungen, zu diktieren, was ein legitimes Thema für Diskussion und Karikatur ist. Die Karikaturen haben nicht ansatzweise das künstlerische Niveau von Salman Rushdies Prosa, aber das ist nicht das Problem. Das Problem ist, wer entscheidet, was innerhalb der Grenzen dessen, was wir altmodisch als freie Welt bezeichnen, gesagt werden kann und was gezeichnet werden kann.

Der Mob hat das in einen Testfall für Redefreiheit im Westen gedreht. Die deutschen, französischen und italienischen Zeitungen, die diese Karikaturen abdruckten, machten das nicht, um zu informieren, sondern um sich zu widersetzen – um zu erklären, dass sie sich nicht vom Mob einschüchtern lassen.

Was im Raum steht, ist Angst. Der unausgesprochene Grund, dass viele Zeitungen [die Karikaturen] nicht abdrucken, ist nicht Sensibilität, sondern einfach Angst. Sie wissen, was Theo van Gogh passiert ist, der einen Film über die islamische Behandlung von Frauen machte und ein Messer in die Brust bekam, an dem ein islamistisches Manifest befestigt war.

Die weltweiten Krawalle und Verbrennungen sind Instrumente der Einschüchterung, Erinnerungen an van Goghs Schicksal. Die islamischen „Moderaten“ sind die Agenten und Interpreten des Mobs, die uns warnen, das nicht wieder zu tun. Und die westlichen „Moderaten“ sind ihre verängstigten Kollaborateure, die sagen: „Keine Sorge, machen wir nicht. Es sind diese Dänen. Wir sind sauber. Verschont uns. Bitte.“