Palästina: Was, wenn der Sechstagekrieg nie stattgefunden hätte?

Innerhalb der Linien von vor 1967, lange vor den angeblichen „Grundursachen des Konflikts“ (d.h. „Besatzung“ und „Siedlungen“) Teil der Diskussion waren, ganz abgesehen von Fakten vor Ort, wurde Israel als koloniale, faschistische, expansionistische Macht verurteilt.

Dr. Martin Sherman, Israel National News, 28. Dezember 2018

Als die „Westbank“ bis 1967 Teil des „Haschemitischen Königreichs“ war, wie konnte es plötzlich die lange ersehnte Heimat der palästinensischen Araber werden, die sie bis dahin unterwürfig bereit waren einem fremden Potentaten zu überlassen?

Seit der Zeit des Dr. Goebbels [Chef der Nazi-Propagandamaschinerie] hat es nie einen solchen Fall gegeben, bei dem ständige Wiederholung einer Lüge so viel Frucht getragen hat… Von all den palästinensischen Lügen ist keine größer oder vernichtender als die, die die Gründung eines eigenen palästinensisch-arabischen Staats in der „Westbank“ fordert… – Aus: „Palestinian Lies“ [Palästinensische Lügen] in Ha’aretz, 30. Juli 1976, geschrieben vom linksradikalen Meretz-Bildungsminister Prof. Amnon Rubinstein.

Während die Neuwahlen näher rücken wird das „Palästinenserproblem“ einmal mehr einen Großteil der Debatten zwischen den Parteien und auch innerhalb derselben bestimmen. Auf viele Weisen ist diese Debatte überflüssig. Schließlich wird ein einfaches Gedankenexperiment ausreichen, um den Schleier der Verlogenheit zu lüften, der die palästinensisch-arabischen Beschwerden gegenüber Israel einhüllt.

Stellen Sie sich einen Moment lang etwas vor…

Um das zu demonstrieren, stellen Sie sich einen Moment lang vor, der Sechstage-Krieg von 1967, bei dem mehrere arabische Armeen mit der unverhohlenen Absicht in Stellung brachten Israel auszulöschen, hätte nie stattgefunden. Stellen Sie sich vor, Israel wäre nicht gezwungen gewesen einen Präventivschlag zur Selbstverteidigung zu führen, um das offen erklärte Ziel der Araber, einen totalen Völkermord, zu vereiteln, der mit der kompletten Eroberung von Judäa und Samaria (alias der „Westbank“) endete, von der die palästinensischen Araber heute behaupten, sie sei ihr lange ersehntes Heimatland.

Dann fragen Sie sich: Was wäre, hätte dieser Krieg nicht stattgefunden, wo wäre „Palästina“?

Immerhin wäre die „Westbank“ ohne diesen Krieg nicht unter israelische Verwaltung gekommen. Sicher hätten die palästinensischen Araber dann keine Beschwerden gegenüber dem jüdischen Staat und es gäbe keine Vorwürfe an Israel, es „besetzt palästinensisches Land“ und vertreibe die „Palästinenser“ aus ihrer „Heimat“.

Leider ist das nicht der Fall. Vorwürfe von „Besatzung“ palästinensischen Landes und Vertreibung der Palästinenser waren weit verbreitet, lange bevor Israel die Kontrolle auch nur eines Quadratzentimeters der „Westbank“ hatte.

„Wir werden in Palästina und seinen mit Blut getränkten Boden einmarschieren“

Schon am 8. März 1965, mehr als zwei Jahre vor dem Sechstage-Krieg, verkündete Gamal Abdel Nasser, Präsident von Ägypten, seine Grauen erregende Absicht: „Wir werden nicht in Palästina mit seinem von Sand bedeckten Boden einmarschieren, wir werden in seinen mit Blut getränkten Boden einmarschieren.“

Aber welches Palästina meinte er? Es waren gewiss nicht die „Westbank“ und der Gazastreifen, die unter der Kontrolle von jordanischer bzw. ägyptischer Herrschaft standen. Es konnte nur das Gebiet des Israel innerhalb der Grenzen von 1967 sein – genau der Grenzen, zu denen zurückzukehren Israel unter Druck gesetzt wird, um was sicherzustellen? Frieden.

Gleichermaßen wilde Gefühle wurden von Ahmed Schukeiri, dem Vorgänger Yassir Arafats als Vorsitzender der PLO, zum Ausdruck gebracht. Tatsächlich krähte er nur Tage vor Ausbruch des Sechstage-Kriegs in einem etwas vorzeitigen Triumphgefühl: „Der D-Day rückt näher. Die Araber haben 19 Jahre lang auf diesen gewartet und werden nicht vor dem Befreiungskrieg zurückschrecken…“

Er drohte unheilverkündend: „Dies ist ein Kampf um die Heimat – es heißt entweder wir oder die Israelis. Es gibt nichts dazwischen… Wir werden Israel und seine Einwohner vernichten. Und was die Überlebenden angeht – so es welche geben sollte – so werden Boote bereit stehen um sie zu deportieren.“

Eine kurzlebige „Heimat“

Wieder ist hier Schukeiris Verwendung der Worte „Befreiung“ und „Heimat“ entlarvend… und für aktuelle palästinensische Ansprüche vernichtend.

Sie bewarben sich immerhin nicht um die „Westbank“ oder den Gazastreifen, da beide unter arabischer Herrschaft standen und natürlich nicht als „Heimat“ betrachtet wurden, auf die die palästinensisch-arabische Befreiungsbemühungen gerichtet waren.

Die wahre Bedeutung dieser Begriffe kommt mit großer Klarheit auf, wenn man den Text der ursprünglichen Version der palästinensischen Nationalcharta liest – ausformuliert 1964, volle drei Jahre bevor die „Westbank“ unter israelische Verwaltung fiel.

Darin heißt es in Artikel 16: „Die Befreiung Palästinas … ist von den Forderungen der Selbstverteidigung erforderlich gemacht“ und „das palästinensische Volk sieht der [internationalen] Unterstützung zur Wiederherstellung der legitimen Lage für Palästina freudig entgegen … und ermöglicht seinem Volk nationale Souveränität und Freiheit auszuüben.“

Aber Artikel 24 legt genau fest, was nicht zur „Heimat“ „Palästinas“ gehört und wo die Ausübung von Souveränität nicht angestrebt wird. Tatsächlich werden palästinensische Ansprüche auf „jegliche territoriale Souveränität über die Westbank im haschemitischen Königreich Jordanien und dem Gazastreifen“ vehement verneint.

Es ist schwierig sich eine zuverlässigere Quelle vorzustellen, um einen so fingierten palästinensischen Anspruch bloßzustellen, die „Westbank“ und der Gazastreifen stellten ihre „uralte Heimat“ dar.

Eine anormale „Nation“

Das schafft natürlich die bemerkenswert anormale Situation, die wir heute haben.

Einerseits bekunden die Palästinenser, dass sie bereit sind auf alles Territorium zu verzichten, das sie vor 1967 als ihre „Heimat“ beanspruchten, aber andererseits fordern sie verstockt für ihr „Heimatland“ nach 1967 ein völlig anderes Territorium, das sie von ihren früheren Heimat-Forderungen ausdrücklich ausschlossen.

Es wäre schwierig irgendeinen historischen Präzedenzfall einer solch dramatischen Metamorphose eines als „Heimat“ betrachteten Landes zu finden, in dem es keine Überlappung auch nur eines einzigen Quadratzentimeters zwischen dem zu finden gibt, was sie nur paar Jahre später forderten.

Das ist nichts Belangloses. Denn ein Gefühl des Nationalismus wird von einem Gefühl der Zugehörigkeit getrieben, die untrennbar mit geografischen Orten in der Heimat verbunden ist, wo große Ereignisse stattfanden, die eine ausgeprägte nationale historische Erinnerung und konsequent einheitliche nationale Identität hervorbrachten.

Wenn aber solche die Nation stiftende Orte im Palästina vor 1967 lagen, welche Orte könnten dann gegebenenfalls im Palästina von nach 1967 liegen, die ein Gefühl der nationalen Identität schaffen – da die Palästinenser selbst zugeben, dass diese bis 1967 keinen Teil ihrer Heimat ausmachten? Wenn die „Westbank“ bis 1967 tatsächlich Teil des „haschemitischen Königreichs“ war, wie konnte sie dann plötzlich die lang ersehnte Heimat der Palästinenser werden, die sie bis dahin an fremde Potentaten abzugeben so bereit waren?

„Befreiung der Heimat“ bedeutet „Vernichtung Israels“

Die Ziele der palästinensischen Araber haben daher eindeutig nichts mit ihrer Verbundenheit zum Land zu tun, sondern alles mit der Trennung der Juden vom Land – d.h. damit, die Juden von jedem Stückchen Land zwischen Jordan und Mittelmeer z u vertreiben.

Stattdessen wurde Israel selbst innerhalb der Linien von vor 1967 als koloniale, faschistische, expansionistische Macht verurteilt, lange bevor die heute behaupteten „Wurzeln des Konflikts“ (also „Besatzung“ und „Siedlungen“) Teil des Diskurses waren, geschweige denn Fakten vor Ort.

Artikel 19 deklariert: „Der Zionismus ist von Anbeginn als koloniale Bewegung aggressiv und Expansionismus ist sein Ziel, Rassismus ist seine Struktur und Faschismus sein Mittel und seine Ziele. Israel, Kolonialismus, ist eine permanente Quelle der Spannungen und des Aufruhrs im Nahen Osten.“

Die Folge vor 1967 ist klar: Um die beständigen „Spannungen und Aufruhr“ in der Region zu beseitigen, muss ihre „Quelle“ – Israel – beseitigt werden.

Damit muss die einzig vorstellbare „auf Deutsch verständliche“ Übersetzung für „Befreiung der Heimat“ die „Vernichtung Israels“ lauten.

Leugnung aller Verbindungen zwischen Juden und „Palästina“

Der palästinensische Pakt von 1964 wurde durch eine 1968-er-Version ersetzte, die in der Verkleidung der „Befreiung Palästinas“ weiterhin die Vernichtung Israels als notwendigen Wegbereiter für Frieden im Nahen Osten verfocht – in unverhohlen klaren Begrifflichkeiten.

Artikel 22 erklärt, dass die „Befreiung Palästinas die zionistische und imperialistische Präsenz vernichten und zur Bildung von Frieden im Nahen Osten beitragen wird“.

Jeder Gedanke, dass die Bezugnahme auf die „besetzten Gebiete“ nach 1967 meinte, wurde von Artikel 19 schnell zerstreut, der festhält: „Die Teilung Palästinas 1947 und die Gründung des Staates Israel sind vollkommen illegal, ungeachtet der seitdem verstrichenen Zeit…“

Artikel 20 geht noch weiter in die Geschichte zurück – bis 1917 – um die Gültigkeit der jüdischen Eigenstaatlichkeit in jeglichem Teil des Heiligen Landes zu bestreiten: „Die Balfour-Erklärung, das System des Mandats Palästina und alles, das darauf fußt wird als null und nichtig betrachtet. Die Behauptungen historischer und spiritueller Verbindungen zwischen Juden und Palästina stehen nicht in Übereinkunft mit den Fakten der Geschichte und dem Konzept dessen, was Eigenstaatlichkeit ausmacht.“

„Palästina“ ist da, wo die Juden sind

Gehen wir also zurück zu unserem Gedankenexperiment und der anfangs gestellten Frage: Wenn der Sechstage-Krieg niemals stattgefunden hätte und die „Westbank“ unter der Herrschaft des haschemitischen Königreichs verblieben wäre, wo wäre dann „Palästina“?

Die zwangsläufige Antwort würde lauten: Wo immer die Juden sich befinden …

Ist es viel verlangt zu hoffen, dass einfache Wahrheiten die Einstellungen in den nächsten Wahlen bestimmen werden?

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Was stand in einem Leserbrief von 1929?

Sheri Oz, Israel Diaries, 18. Dezember 2018

Man kann bemerkenswert unerwartete Schätze finden, wenn man eine archäologische Grabung in alten Zeitungen vornimmt. Hier ist etwas, das auftauchte, als ich nach etwas anderem suchte:

ARABER UND JUDEN

Sir – In Ihrer Ausgabe vom 26. Oktober macht Herr J. C. MacGregor in seinem Brief eine sehr seltsame Bemerkung: „Die meisten Menschen – und nicht zuletzt der berühmte Oberst Lawrence – wissen, dass unsere früheren Versprechen den Arabern gegenüber von unseren späteren Versprechen den Juden gegenüber (nationale Heimstatt usw.) annulliert wurden, wie es die Balfour-Erklärung aus dem Jahr 1917 verkörpert.“ Ich fürchte, Herr MacGregor weiß nicht, was „unsere früheren Versprechen den Arabern gegenüber“ waren, sonst würde er eine solche Bemerkung nicht geäußert haben.

Das Versprechen war Inhalt eines Briefs von Sir Henry McMahon aus dem Jahr 1915 an den Sherif von Mekka und er war von vorbehaltlicher Natur. Sein Inhalt lautete, dass Großbritannien am Ende des Krieges bereit sein würde die Unabhängigkeit arabischer Territorien anzuerkennen, die südlich des 37. Breitengrades liegen und gegen die türkische Herrschaft rebellierten. Der Sherif von Mekka rebellierte und wurde danach zum König des Hedschas gemacht. Die palästinensischen Araber rebellierten nie; sie blieben während des gesamten Feldzugs von General Allenby passiv. Erst 1921 behauptete Feisal, dass den palästinensischen Arabern im Brief von Sir Henry McMahon Selbstverwaltung versprochen worden sei und als der Kolonialminister (Herr Winston Churchill) ihm erklärte, dass sich irrte, akzeptierte er dessen Äußerung. Darüber hinaus machte Sir Henry McMahon selbst ein einem 1922 an das Kolonialministerium geschriebenen Brief aktenkundig, dass er beabsichtigte Palästina von dem dem Sherif von Mekka gegebenen Versprechen auszunehmen.

Das einzige Versprechen, das den palästinensischen Arabern gegeben wurde, ist das, das in der Balfour-Erklärung gegeben wurde, nämlich „dass nichts unternommen werden soll, das die bürgerlichen und religiösen Rechte der bestehenden nichtjüdischen Gemeinschaften in Palästina beeinträchtigen könnte“. Diese Zusage ist treulich gehalten worden.

Ich bin usw.
Israel Cohen

(abgedruckt in The Saturday Review, 1929)

Ich glaube nicht, dass ich irgendetwas hinzufügen muss, um dies noch klarer zu machen, als es dem scharfsinnigen Leser ohnehin schon ist. Nicht, dass dies 1929 geschrieben wurde, vor dem Holocaust, vor der Gründung der PLO, vor einem Haufen Zeugs.

Ich überlasse es Ihnen mir zu sagen, was Sie hieraus entnehmen.

Wohnungen aus dem „Konzentrationslager“ Gaza auf Airbnb

Aussie Dave, Israellycool, 28. November 2018

Mit Airbnbs erbärmlicher Demonstration von Antisemitismus in den Nachrichten dachte ich, ich sollte einen Blick auf einige der Einträge auf der Seite aus den palästinensisch kontrollierten Gebieten we4rfen. Natürlich fand ich, ich sollte mit dem Gazastreifen anfangen, der von so vielen Palästinensern und ihren Anhängern als „Freiluftgefängnis/Konzentrationslager“ beschrieben wird.

Zur Zeit, als ich diesen Eintrag erstelle, gab es eine Reihe Einträge aus dem Gazastreifen – von denen keiner einer Gefängniszelle oder einer Baracke in einem KZ ähnelte. So wie…

Chatet Berlin mit seinem Schwimmbad und Spielebereich

Beurit Tower

Diese modern wirkende Wohnung

und dieses Zimmer mit einem Whirlpool

Mich überrascht das natürlich nicht. Aber ich dachte, ich sollte irgendeinen Nutzen aus Airbnb ziehen, indem ich es nutze, um auf die Lügen hinzuweisen, die über den Gazastreifen verbreitet werden – denn ich werde sich ganz sicher nicht für irgendetwas anderes nutzen.

Worum es in dem Konflikt geht

Sar Shalom, Israel Thrives, 17. August 2018

Eine Basisfrage in der Debatte um den israelisch-palästinensischen Konflikt lautet, was fundamental auf dem Spiel steht. Es handelt sich um ein grundlegendes Thema, weil die westliche Intelligenzija von der Annahme ausgeht, dass es um ein Stück Land geht, das beide Seiten haben wollen und dass der Konflikt sich darum dreht, wie es aufzuteilen ist. Dieser Logik folgend behält Israel zu einem gewissen Grad die Kontrolle über das gesamte Land, mit minimalem Zugang hinein und heraus, während die Palästinenser diese nicht haben. Daher ist es – dieser Logik folgend  – Israels Handeln zur Aufgabe der Kontrolle oder nicht, die Israels Bereitschaft zu Kompromiss zeigen, während die Palästinenser, die keine solche Kontrolle abzugeben haben, nicht in der Lage sind Handlungen durchzuführen, nach denen man sie beurteilen kann. Und daher können sie nur entsprechend ihren Worten beurteilt werden.

Ein regelmäßiges Thema israelischer Hasbara ist die Betonung der Einhaltung der Standards des Kriegsrechts durch Israel. Wenn aber der palästinensische Groll sich nur um ihren fehlenden Staat dreht und Israel die Gewaltanwendung unnötig machen könnte, ob es nun das Kriegsrecht dabei einhält oder nicht, indem es diesem vernünftigen Groll nachgibt, werden wir international niemals Verständnis erhalten. Um Israels Ansehen in der Welt zu verbessern, müssen wir das Narrativ des „nur einen Staat haben wollen“ angreifen. Wir müssen die Menschen überzeugen, dass das wahre Problem, das dem Konflikt zugrunde liegt, darin besteht, dass die Zionisten den Pakt des Omar aufkündigten und dass die palästinensische Nationalbewegung (PNB) nichts weniger als die Beseitigung all der Juden akzeptieren werden, die es ablehnen diesen Pakt einzuhalten. Beachten Sie: Ich sage nicht, dass wir nur sagen müssen, es gehe um palästinensische Verweigerung, wir müssen andere überzeugen, dass dem so ist – eine größere Aufgabe.

Ein Anfang dazu wäre, die Frage zu stellen, was die PNB tun würde, wenn sie wirklich nur einen eigenen Staat haben wollten und was sie tun würde, wenn sie der jüdischen Selbstbestimmung ein Ende setzen will? Verfechter des „nur einen Staat haben wollen“ würden sagen, dass die Erklärungen der PNB in westlichen Sprachen, sie würden Israel anerkennen, alles ist, was man braucht, um zu zeigen, dass sie keine Ende der jüdischen Selbstbestimmung wollen. Aber alles, was benötigt wird, um diese Erklärungen zu veranlassen, ist eine strategische Entscheidung um die Unterstützung derer zu werben, für die die Beendigung der jüdischen Selbstbestimmung inakzeptabel ist. In sich sind Erklärungen in westlichen Sprachen mit beiden Hypothesen kompatibel und für keine von ihnen ein Beweis.

Andererseits werden, wie Einat Wilf oft sagt, Völker, die einfach nur einen Staat haben wollen, „ja“ sagen, wenn ihnen eine Gelegenheit geboten wird ihn zu bekommen. Sie werden das tun, egal, welche Mängel gegenüber dem bestehen, was sie eigentlich wollen; ein Beispiel dafür war die Akzeptanz des Angebots der Empfehlung der Peel-Kommission durch den Jischuw. Von daher widerspricht die Ablehnung der bisher gemachten Angebote durch die PNB der Vorstellung, dass sie „nur einen Staat haben wollen“. Wenn das Ziel aber darin besteht der jüdischen Selbstbestimmung ein Ende zu machen, dann werden sie nichts tun, das die Unterstützung durch den Westen  zur Auslöschung selbstbestimmter Juden untergraben könnte, ohne sie in die Fähigkeit zu versetzen, das ohne westliche Unterstützung zu tun. Die Anwesenheit irgendeines von Israel anerkannten Palästinenserstaats, außer er wird um ein Rückkehrrecht erweitert, würde genau diese Situation schaffen. Siehe da, genau dem entsprechen sie.

Auf einer separaten Beweisführungslinie habe ich bereits geschrieben, dass unsere Bedingung ein Abkommen zu treffen eine beständig bekräftigte Erklärung sein sollte, dass

  • die Juden ein Volk sind
  • das jüdische Volk dem Land Israel im Allgemeinen und Jerusalem im Besonderen tief verbunden ist
  • es in der heutigen Welt keinen Platz für den Pakt des Omar gibt

Die Frage lautet: Wie würden sich die Hypothesen des „nur einen Staat haben wollen“ und „die jüdische Selbstbestimmung auslöschen“ die Bereitschaft der PNB auswirken? Wenn die PNB nur einen Staat haben will, dann wäre alles, was davon nicht ablenkt kein Problem. Ein hypothetischer Staat Palästina, der anerkennt, dass die Juden ein Volk sind, das tief mit Israel und Jerusalem verbunden ist, wäre also nicht weniger ein Staat Palästina als ein Staat, der dies nicht tut. Dasselbe gilt für den Verzicht auf den Pakt des Omar. Wenn andererseits das Ziel die Beseitigung der jüdischen Selbstbestimmung ist, dann bestünde ein Anliegen darin, dieses Ziel mit „Gerechtigkeit“ auf eine Linie zu bringen. In diesem Sinne ist es eine Ungerechtigkeit einem Volk die Selbstbestimmung zu verweigern, ebenso wie einem Volk seine Heimat zu verweigern. Wie Einat Wilf festgestellt hat, ist dies kein Problem, wenn die Juden nur eine Religion sind und kein Volk, denn dann würde der jüdischen Selbstbestimmung ein Ende zu setzen jedem Volk Selbstbestimmung verweigern. Gleichermaßen ist es eine Lüge, darauf zu bestehen, dass die jüdische Verbundenheit zu Jerusalem eine Erfindung ist, um den Palästinensern Jerusalem zu stehlen, mit der die Ungerechtigkeit gerechtfertigt wird, den Juden ihre Heimat zu verweigern, damit die „Rückgabe“ Jerusalems an seine „rechtmäßigen“ palästinensischen Besitzer gerechtfertigt werden kann. In diesem Licht würde „nur einen Staat haben wollen“ nicht die Weigerung der PNB erklären die dreifache Erklärung abzugeben, „die jüdische Selbstbestimmung auszulöschen“ aber sehr wohl.

Wenn wieder einer erzählt, man müsse „auch die andere Seite sehen“

Neulich habe ich einer Gruppe Leute das Lied Jeruschalayim Schel Zahav von Naomi Schemer, gesungen von Schuli Nathan, vorgespielt. Danach den Hintergrund des Liedes erzählt: Anfang 1967 geschrieben, 3 Wochen vor dem Sechstagekrieg veröffentlicht und zu einer Art zweiter Nationalhymne Israels geworden; die Soldaten sangen es (mit verändertem Text) vor der Westmauer nach der Eroberung der Altstadt.

Die Zuhörer fanden das Lied ergreifend und im Vergleich zur Version von Ofra Haza authentischer. Nur einer meinte, er müsse unbedingt loswerden: „Man muss aber auch die andere Seite sehen.“  Womit er die „Palästinenser”meinte. Die seien doch Opfer der Israelis. Außerdem verweigert Netanyahu die Zweistaatenlösung. Es gebe nie nur eine Seite, die Opfer sei.

Ganz ehrlich: Das gehört zu den perfidesten und verlogensten Behauptungen in Sachen arabisch-israelischer Konflikt überhaupt. Die Gründe:

Ein solcher Satz wird nie geäußert, wenn palästinensische Araber (vermeintliche oder tatsächliche) Opfer sind. Es geht ja gar nicht, dass die Israelis „nur“ als Opfer betrachtet werden, Israelis (Juden) MÜSSEN Täter sein, Araber in den Gebieten und Israel MÜSSEN als Opfer gesehen werden. Und wenn es nicht anders geht, als Araber als Täter sehen zu müssen, dann MÜSSEN noch Israelis als Täter angeführt werden. Mindestens als gleich schlimme, wenn nicht schlimmere Täter. Wenn Israel sich wehrt, ist „man muss auch die andere Seite sehen“ niemals zu hören. Da wird auf Israel eingedroschen, die Araber sind die einzigen Opfer. Wie man aktuell seit April an den Terror-Feuerdrachen und –Ballons sehen kann. Im Juli titelte telekom-online sogar in Umkehrung der Fakten so etwas wie: „Israel fliegt Angriffe auf den Gazastreifen, Palästinenser schießen mit Raketen zurück.“

Geht es verlogener? Vielleicht, aber wer „die andere Seite sehen“ „muss“, tut das einseitig und gehört entweder zu den Lügnern oder zu den ahnungslos Dummen.

Sehen wir uns „die andere Seite“ mal genauer an: Wer tut wirklich etwas für den Otto-Normalpalästinenser? Ich würde behaupten, es gibt niemanden, der so viel für die Palästinenser tut wie Israel. Israel sorgt für Wasser und Strom für die meisten palästinensischen Araber, während die PA und die Hamas das im Großen und Ganzen nicht tun. Sie lassen die zugehörige Infrastruktur verrotten; es wird nicht repariert und schon gar nicht neu gebaut (die Ausnahme ist die neue Stadt Rawabi, die aber auf Privatinitiative eines arabischen Superreichen gebaut wird). Israel veranstaltet Messen für die Bauern, Händler und Industriellen der Palästinensergebiete. Israel hat Förderprogramme für den Export der Produkte aus den Palästinensergebieten. Israel veranstaltet Fortbildungsmaßnahmen für Bauern, Händler, Handwerker und Industrielle aus den Palästinensergebieten. Alles Maßnahmen, die es weder von der PA noch der Hamas gibt. Von denen gibt es nur dann „Infrastrukturmaßnahmen“, wenn sie dazu dienen können Israel Schaden zuzufügen.

Sehen die Leute das, die verlangen „die andere Seite zu sehen“? Nein, sehen sie nicht. Sie sehen nur ihre Version – Israel als brutaler Besatzer, was es nicht ist.

Und was ist mit der Zweistaatenlösung? Die wird von den Arabern seit jeher verweigert: 1936/37 gegenüber der Peel-Kommission, 1948/49 gegenüber der UNO, 1967 (die „3 Nein“ von Khartoum), 1993 (als Arafat schon einen Tag nach Unterzeichnung der Oslo-Verträge erklärt, dass das nur ein Scheinfrieden ist, um den Vernichtungskrieg gegen Israel besser fortführen zu können), 2000 in Camp David gegenüber US-Präsident Clinton und 2008 nach dem Angebot von Olmert auch wieder. Von Netanyahu ist hingegen verbrieft, dass er sie nicht ablehnt. Ganz anders als die „Palästinenser“. Umfragen, die zitiert werden, zeigen zwar, dass die Mehrheit der PA-Araber für eine Zweistaatenlösung ist, aber sie versäumen es nachzufragen, was sie darunter verstehen und welchen Zweck sie hat. Und da sieht es schon ganz anders aus. Denn die palästinensischen Araber betrachten die Zweistaatenlösung schon gar nicht als Ende des Konflikts, sie sehen sie als Ausgangspunkt, den Vernichtungskrieg gegen Israel wirkungsvoller weiterzuführen und ihre Vernichtungsziele zu erreichen!

Und noch ein Punkt zur Zweistaatenlösung wird immer nur allzu gerne ignoriert: Dass nämlich eine solche Lösung die gegenseitige Anerkennung beinhaltet. Und die fehlt von Seiten der palästinensischen Araber völlig. Sie fordern die Anerkennung ihres judenreinen Staates, aber sie sind im Gegenzug nicht bereit Israel als Staat des jüdischen Volkes anzuerkennen. Sie verlangen einen Staat ausschließlich für sich, denn dort darf es keine Juden geben (denen wird ein Rückkehrrecht verweigert) und einen weiteren für die Juden und sich, einschließlich eines „Rückkehrrechts“, mit dem die Juden in ihrem Staat zur Minderheit gemacht werden würden – damit man Israel demografisch vernichten kann.

Die Behauptung, „man muss auch die andere Seite sehen“, ist das Nachplappern der Vernichtungspropaganda der Terroristen; der verlogenen Behauptungen von Abbas und Co. Das „die andere Seite sehen müssen“ ignoriert:

  • dass der Otto Normalpalästinenser von der eigenen Führung unterjocht und missbraucht bis ermordet wird.
  • dass die Anerkennung der Zweistaatenlösung beinhaltet, dass Israel von den Arabern als Staat des jüdischen VoIks anerkannt werden muss – was aber verweigert wird.
  • dass Israel mehr für die einfachen Palästinenser tut als alle anderen Araber zusammen, einschließlich der PA bzw. Hamas.

„Man muss auch die andere Seite sehen“ ist ein Code dafür, die pal-arabische Seite von jeglicher Verantwortung für das eigenen Volk und das eigen Tun (bzw. Nichttun) freizusprechen, um Israel zum Schuldigen zu machen, sie von jegliche Verpflichtung den eigenen Leuten gegenüber freizusprechen, um Israel diese zuzuschieben, Terror zu billigen bzw. zu rechtfertigen und die palästinensischen Araber ausschließlich als Opfer darzustellen. Das ist entweder übel verlogen oder es zeugt von völliger Ahnungslosigkeit. Wer so redet, hat keinerlei Sachkenntnis, ignoriert die Fakten oder leugnet sie, lässt jegliche Ursachen für die Verhältnisse außer Acht.

„Man muss auch die andere Seite sehen“ ist der Satz der gutmeinenden Dummschwätzer ohne Ahnung (oder der böswilligen Lügner), von den verlogenen Heuchel-Propagandisten übernommen. Es ist ein Satz, der erfunden wurde, um dem ahnungslosen Fußvolk im Westen Sand in die Augen zu streuen, damit es ein Haltung übernimmt, die die antiisraelische Hasspropaganda ihnen vermittelt. Die Worte sind wohl gewählt, sie verführen und leiten fehl. Sind genau dafür ausgewählt worden.

Unsere Medien sind über die wohlmeinende Ahnungslosigkeit längst hinaus. Sie sind aktiver Teil der Lügenpropaganda, machen sich zum aktiven Sprachrohr der Terroristen. Dem einen „man muss auch die andere Seite sehen“-Schwätzer kann ich noch unterstellen, dass er ahnungslos ist und von unseren Medien desinformiert. Unseren Qualitätsmedien kann ich nicht mal mehr vorhalten, dass sie es gut meinen (wobei das Gegenteil von „gut“ bekanntlich „gut gemeint“ lautet), sondern dass sie übelwollend den jüdischen Staat verleumden wollen.

Womit sie ihren Auftrag gezielt verfehlen. Sie verstehen sich heutzutage als Volkserzieher, nicht als Berichterstatter. Und sie verwenden und verbreiten den Satz „man muss auch die andere Seite sehen“ als Waffe gegen Israel – gewollt eingesetzt – statt neutral und ausgewogen zu informieren.

Nur eine Erinnerung daran, was die Araber meinen, wenn sie „besetzte Gebiete“ sagen

Elder of Ziyon, 24. Juli 2016

Quds News hat einen siegestrunkenen Artikel, in dem Israels Kanal 10 zitiert wird; darin heißt es, die Zahl der französischen Immigranten nach Israel habe wegen der aktuellen Welle an Messeranschlägen, Auto-Ramm-Versuchen und Anschlägen mit Schusswaffen dieses Jahres die Erwartungen nicht erreicht.

Araber betrachten jeden Juden, der nicht nach Israel immigriert, als Sieg, denn sie wollen Israel judenrein machen.

Aber ein Satz ist interessant:

Einige jüdische Immigranten ziehen es jetzt vor nach London oder Montreal auszuwandern, statt nach „Israel“, das sie nicht gut assimilierte und sie haben während der Zeit ihres Aufenthalts in den besetzten Gebieten schlechte ökonomische Bedingungen erlitten.

Die französischen Immigranten zogen in die „besetzten Gebiete“? Ich dachte, sie konzentrierten sich zumeist in Aschkelon, Aschdod, Netanya, Tel Aviv und Ra’anana.

Ein ähnlicher Artikel in Erem News von letzter Woche hatte die Überschrift „Israel ermutigt Juden in die besetzten Gebiete zu emigrieren“, wo sie die sich verschlechternde Sicherheits- und wirtschaftliche rund um die Welt ausnutzen.“ Der Artikel sagt allerdings nichts über einwandernde Juden, die ermutigt werden jenseits der Grünen Linie einzuziehen.

Die Antwort ist offensichtlich: Für die arabische Welt ist der gesamte Staat Israel „besetztes Palästinensergebiet“.

Begreift man diese grundlegende Tatsache erst einmal, dann zeigt sich, dass die gesamte Vorstellung, dass der Frieden im Nahen Osten davon abhängt, dass Israel mehr Land an Araber für einen Palästinenserstaat abtritt, absurd ist. Im Gegenteil: Mehr Land abzugeben würde zu größeren Forderungen nach noch mehr Land führen. Siehe Hisbollah im Libanon und dem Gazastreifen als Beweisstücke A und B.

Leider scheinen die „Experten“, die solch zuversichtliche Behauptungen aufstellen, ein Palästinenserstaat würde Frieden bringen, nicht die Fähigkeit zu haben sich anzusehen, was arabische Zeitungen tagtäglich sagen.

Es ist nicht die „Besatzung“, es sind die Juden

Israel zog vor 13 Jahren aus dem Gazastreifen ab, aber bis heute haben die Palästinenser dort eine zivile Regierung nicht zur Priorität gemacht * Warum werden die Ägypter, die ihre Grenzübergänge zum Gazastreifen genauso überwachen wie Israel, nicht beschuldigt Besatzer zu sein?

Dror Eydar, Israel HaYom, 1. Juni 2018

Hamas-Mitglieder wohnen dem Begräbnis ihres Kameraden bei, der letzten Monate im zentralen Gazastreifen bei einer Explosion getötet wurde.

Sehen Sie sich eine beliebige Nachrichtenseite an und in fast jeder werden Sie feststellen, dass der Gazastreifen als von Israel „besetzt“ beschrieben wird.

Hier ist die Realität: Israel zog im Sommer 2005 aus dem Gazastreifen ab, unter der fehlgehenden Annahme, dass die palästinensische Autonomiebehörde dort die Zuständigkeit haben würde.

Das sollte aber nicht der Fall sein. Sechs Monate nach Israels Abzug gewann die Hamas die palästinensischen Wahlen und inszenierte im folgenden Sommer einen gewalttätigen Umsturz. Die Tatsache, dass die Hamas Krieg vorbereitete, veranlasste Israel die Überwachung der Grenzübergänge zwischen Israel und dem Gazastreifen, sehr wohl wissend, dass die Hamas weniger am Wohlergehen der Einwohner des Gazastreifens interessiert war als vielmehr am Erwerb von Waffen und dem Bau von Verteidigungsanlagen.

Die Tatsachen sind für jeden leicht zugänglich, der sich umschaut, aber das scheint nie jemand zu tun. Wir werden ständig als Besatzer beschrieben. Zufälligerweise kontrollieren die Ägypter ihre Grenzübergänge zum Gazastreifen ebenfalls, aber niemand klebt ihnen das Etikett „Besatzer“ an. Das ist einzig für die Juden reserviert.

Wiederholen wir noch einmal: Die „Besatzung“ ist keine Behauptung, sie ist eine Vorstellung und diese gründet auf der Idee, dass jüdische Souveränität über welchen Teil des Landes Israel auch immer abscheulich ist. Nach den Oslo-Vereinbarungen gab Israel die Kontrolle über den größten Teil der arabischen Bevölkerung in Judäa und Samaria ab. Sie haben eine Palästinenserregierung mit einer palästinensischen Flagge und einer palästinensischen Nationalhymne und einem palästinensischen Haushalt. Sie sollten in palästinensischen Parlamentswahlen abstimmen. Ein großer Teil des Territoriums ist nicht bewohnt und Israel hat als Nation ein historisches Recht darauf.

Das israelische Militär ist um die Palästinensergebiete herum eingesetzt, um es – und uns – vor der Radikalisierung durch die Hamas zu schützen. Was im Gazastreifen geschah, könnte zehnfach in Judäa und Samaria geschehen, wenn wir den Fehler machen uns dort zurückzuziehen. Tun wir das, werden wir von der Heimatfront aus wirklich um unser Leben kämpfen müssen und die Palästinenser könnten einen Schlag erleiden, der schlimmer ist als alles, was wir bisher gesehen haben. Also ja: Es gibt eine israelische Präsenz in Judäa und Samaria. Aber anders als die Realität in Gaza hat unsere Militärpräsenz in Judäa und Samaria sich bewährt. Die Region Judäa und Samaria ist für Araber einer der ruhigsten und sichersten Orte des gesamten Nahen Ostens. Doch das spielt keine Rolle. Die Betrachtung Israels in der Welt ist jetzt noch schlimmer als sie es vor den Oslo-Vereinbarungen war. Wir werden ausschließlich als Besatzer betrachtet.

Blutende Herzen und Menschenrechtsaktivisten behaupten, wir müssten uns „von ihnen trennen oder ihnen volle Bürgerrechte geben“. Aber wir haben uns von ihnen getrennt. „Gebt ihnen einen unabhängigen Staat“, fordern sie. Sie hatten alle Möglichkeiten im Gazastreifen einen Staat zu gründen, aber sie haben demonstriert, dass Zivilregierung an und für sich für sie keine Priorität hat. Sie interessiert Selbstregierung als Kriegswaffe gegen uns. „Nun denn, gebt ihnen volle Bürgerrechte“, sagen sie. Aber sie genießen unter der PA Bürgerrechte. Wer sagt, dass jede ethnische Minderheit den Anspruch auf einen unabhängigen Staat hat? Und wenn der vorgesehene Staat nicht aufblüht und seinen Bürgern das Leben schwer macht? Und noch schlimmer: Wenn der Staat für Israel eine existenzielle Bedrohung darstellt? Wird das immer noch für solch ein fundamentales Recht gehalten?

Wenn also keinen unabhängigen Staat, dann „gebt ihnen volle israelische Staatsbürgerschaft“, argumentieren sie. Und das wird das Problem der „Besatzung“ lösen? In der Knesset gibt es bereits arabische Repräsentanten. Soweit es sie angeht, sind sie nicht besetzt? Akzeptieren sie die Selbstdefinition des Staates, in dem sie wohnen? Akzeptieren sie seine Symbole? Erkennen sie die Souveränität über das Land an? Ihr könnt uns nicht zum Narren halten. Jeder, der die sogenannten Positionspapiere des Arabischen Hohen Beobachterkomitees liest – „Die Vision der Zukunft der arabischen Palästinenser in Israel“, veröffentlich 2006 – wird sehen, dass für sie die Juden fremde Kolonialisten sind, die in ein Land kamen, das ihnen nicht gehört (Palästina). Solange Israel sich als Nationalstaat des jüdischen Volks definiert und nicht der Staat jeder anderen Nationalität, wird die arabische politische (sowie ein Großteil der intellektuellen) Führung weiterhin das Gefühl haben, dass ihnen als Folge ihrer „Katastrophe“ des Unabhängigkeitskriegs von 1948 ihre israelische Staatsbürgerschaft aufgezwungen wurde? Was also, wenn sie die israelische Staatsbürgerschaft haben? Würde es für einen politischen Gefangenen einen psychologischen Unterschied machen, wenn ihm erlaubt würde bei den Wahlen für die Aufseher abzustimmen? Würde es den Status des Gefangenen ändern?

Nebenbei bemerkt: Was ist mit Jordanien? Die meisten der jordanischen Staatsbürger sind Palästinenser unter der Herrschaft der Haschemiten-Dynastie, die aus dem Königreich des Hedschas stammt. Trifft diese Situation nicht auf alle bekannten Kriterien für eine Besatzung zu?

Der Westen, einschließlich Israels, legt an den Nahen Osten politische Standards des Westens an und wendet westliche Einsichten und seine fundamentalen Sichtweisen auf die Realität des Nahen Ostens an, obwohl die Region weit älter ist als der Westen; seine fundamentalen Wahrnehmung zu Verwaltung, Politik, Kultur und Religion unterscheiden sich komplett von denen des Westens. Der Westen redet in der Sprache der Logik – eine rationale Sprache, die die tiefen Ebenen des nahöstlichen Lebens glättet, die uralte Mythologie der Region ignoriert und fehlgeleitet glaubt, dass der religiöse Faktor genauso gewertet werden kann, als handele es sich um Europa (heutzutage ist das christliche Europa selbst etwas hilflos angesichts der Religion des Nahen Ostens, der seine Straßen flutet).

Sollten Sie so gepolt sein, dann sehen Sie sich online die Hamas-Charta an und Sie werden Tendenzen erkennen, wie blind manche von uns gegenüber der tief sitzenden ideologischen Grundlage gegen schon unseres Bestehens nicht als Israelis, sondern als Juden sind. Artikel 6 der Charta, die politische und militärische Plattform, stellt den Widerstandswahlspruch der Hamas dar, der ursprünglich seit 1928 der Wahlspruch der Muslimbruderschaft war: „Allah ist das Ziel [der Organisation]. Der Prophet ist der Führer. Der Koran ist seine Verfassung. Der Jihad ist ihr Weg und Tod um Allahs Willen ist das angestrebte Ziel.“

Das ist die Wurzel aller Aussagen der Charta. Artikel 12 zum Beispiel beschreibt, wie Verhandlungen zwischen Staaten oder Völkern – eine der Grundlagen des herkömmlichen Denkens des Westens – gegenüber der Idee in den Hintergrund treten, dass der „Nationalismus [einer jeden Nation] aus Sicht der Islamischen Widerstandsbewegung Teil der religiösen Überzeugung ist“. Glauben Sie das? In psycho-historischen Begriffen kommt das der Unterordnung des Logos (Rationalismus) unter den Mythos gleich. Diese Betrachtung der Welt wird sich nie mit der des Westens überschneiden, ohne dass die arabische Welt eine tiefgreifende kulturelle und wissenschaftliche Revolution durchläuft, wie der Westen es in den letzten tausend Jahren machte. Das ist aber hier nicht das Thema – wir reden über die „Besatzung“.

Schauen Sie sich nur all die arabischen Länder an, die in den letzten zehn Jahren vor unseren Augen in einem Strudel aus Feuer und Blut auseinandergefallen sind. Was eigentlich zerfällt, ist der falsche Nationalismus, der den Völkern und Stämmen der Region vor etwa hundert Jahren künstlich von den europäischen Kolonialisten aufgezwungen wurde, die den Nahen Osten nach dem Ersten Weltkrieg aufteilten. In einem Fall beschlossen diese Kolonialmächte zum Beispiel, dass die Sunniten, Schiiten, Drusen, Christen, Alawiten und Assyrer eine einzige Nation namens Syrien seien. So entschieden sie. Die Region fällt heute in die Stammesstrukturen zurück, die diesen launenhaften Teilungen vorausgingen. Sie kehrt zurück in ihre uralten Clan- und ethnischen Strukturen. Die Fassade des westlichen Rationalismus zerbröselt und die Mythologie des Nahen Ostens bricht wieder durch.

Die Debatte über die „Besatzung“ wird daher innerhalb des westlichen Konstrukts geführt, das davon ausgeht, dass es für jede ausgeprägte ethnische Einheit ein Recht auf nationale Selbstbestimmung gibt. Der Westen redet davon, dass Israel ein anderes Volk kontrolliert, während die „Besatzung“ in Wirklichkeit nur die Spitze des Eisbergs des jüdischen Problems in der Region ist. Nehmen Sie sich zum Beispiel die Zeit die vier von Palästinensern bewohnten Gebiete Gazastreifen, Judäa und Samaria, Israel sowie Jordanien zu untersuchen. Das tiefer liegende Problem ist nicht die „Besatzung“ im westlichen Sinn der Kontrolle über ein anderes Volk, sondern das uralte, mystische Gefühl der Kontrolle über das Land.

Während der Westen also davon redet, dass „Territorien“ geteilt werden können, redet die arabische Welt von Land und in unserer Region leitet sich die Existenz eines Menschen aus seiner Verbindung zum Land und dieses zu besitzen her. Das ist der Grund für das endlose Blutvergießen um dieses Land zu erlangen. Die Geschichte klopft uns auf rätselhafte Weise auf den Kopf, zwingt uns, uns wieder mit dieser uralten Komponente in unserer Identität in Einklang zu bringen, die das gute Land in uns symbolisiert.