Weltgemeinschaft geht gegen „Islamophobie“ vor

19. September 2012 um 14:20 | Veröffentlicht in die Welt+Islam, EU-Europa, UNO | 2 Kommentare
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Bruce Bawer, FrontPageMag.com, 11. September 2012

Wollen Sie sehen, wie weit unsere Herren und Meister zu gehen bereit sind, um den Islam zu beschwichtigen? Riskieren Sie einen Blick auf einen aktuellen Bericht mit dem Titel „Guidelines for Educators on Countering Intolerance and Discrimination against Muslims: Addressing Islamophobia through Education (Richtlinien für Ausbilder zur Bekämpfung von Intoleranz und Diskriminierung von Muslimen: Islamophobie durch Bildung thematisieren). Als gemeinsames Produkt des Europarats, der UNESCO und etwas, das sich „Büro für Demokratische Institutionen und Menschenrechte der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (auch als OSZE oder ODIHR bekannt) wurde dieses Dokument in Konsultation mit „Bildungsexperten, Lehrern, Repräsentanten der Zivilgesellschaft und Regierungsbeamten“ aus aller Welt zusammengestellt. Ich werde es aus Bequemlichkeitsgründen den Jagland-Bericht nennen, nach Thorbjørn Jagland, den ambitionierten norwegischen Politiker, der als Kopf des norwegischen Nobelpreis-Komitees hauptverantwortlich für die Verleihung des Friedensnobelpreises an Obama war und der in seiner derzeitigen Funktion als Generalsekretär des Europarats einer der drei Unterzeichner des Berichts ist. Da er ein klassisches Beispiel für den aalglatten, unaufrichtigen europäischen Technokraten par excellence ist – wie Dominique de Villepin in Frankreich und Zapatero in Spanien – ist es absolut angemessen diesen Namen seinem aalglatten, unaufrichtigen Meisterwerk an Bürokratensprech anzuheften.

Ich habe früher schon über den Obin-Bericht geschrieben, eine detaillierte Studie französischer Schulen, die 2004 vom französischen Innenministerium produziert wurde. Dieser Bericht identifizierte muslimische Schüler und ihre Eltern mutig als in Frankreichs Schulen kritische Problem schaffend, Probleme, die jeden Aspekt der Bildung betrafen: Muslimische Schüler weigerten sich Literatur zu lesen, die ihre Religion als obszön oder blasphemisch ansieht; sie duldeten keine Geschichtsschreibung, die von dem abwich, was ihnen in der Moschee erzählt wurde; sie forderten in den Cafeterien muslimische Speisekarten; usw. Zu den Schlussfolgerungen des Berichts gehörte, dass muslimische Schüler quälten ihre jüdischen Klassenkameraden in einem Ausmaß, dass es für diese unmöglich war in Frankreich eine Ausbildung zu finden. Kurz gesagt: Der Obin-Bericht machte deutlich, dass Diskriminierung muslimischer Schüler kein großes Problem an französischen Schulen war – dass aber Diskriminierung DURCH muslimische Schüler nichts geringeres als eine Krise darstellt.

Der französische Bericht war eine mutige Angabe von Fakten, in klarer, direkter Sprache dargelegt. (Der Bericht war in der Tat so mutig, dass die Regierung ihn erst einmal ad acta legte, nur um ihn offiziell zu veröffentlichen, nachdem er im Internet durchsickerte.) Der Jagland-Bericht ist stilistisch wie moralisch genau das Gegenteil. Nehmen Sie z.B. den allerersten Satz des Vorworts:

Heute muss die Förderung gegenseitigen Verständnisses und Respekts für Vielfalt, zusammen damit, allen Formen von Intoleranz und Diskriminierung entgegenzutreten, muss für die internationale Gemeinschaft heute mehr als jemals zuvor absolute Priorität haben, um Frieden und Stabilität auf der globalen wie den regionalen Ebenen zu erhalten.

Der gesamte Bericht ist in dieser Art von Prosa geschrieben. In der Tat liest sich das ganze Teil, als wäre es entworfen, um das exemplarische Beispiel für alles zu sein, über das George Orwell sich in seinem bahnbrechenden Aufsatz „Politik und die englische Sprache“ beschwerte. Wie Orwell herausstellte, wird solche Prosa, die aus langen Reihen Abstrakta, die in bekannter Weise aneinander gehängt werden, allgemein von Leuten (oder Komitees) verbrochen, sie eine „Parteilinie“ darlegen: Orthodoxy, welche Farbe auch immer sie trägt, scheint einen leblosen, imitativen Stil zu fordern. „Das Problem mit solchen Sprachgebrauch ist jedoch, wie Orwell betonte, nicht nur seine Leblosigkeit, sondern der heimtückische Zweck, der dieser Leblosigkeit zugrunde liegt – nämlich eine Entschlossenheit den Realitäten ins Auge zu sehen zu vermeiden. („Der große Feind klarer Sprache“, vermerkte Orwell, „ist Unaufrichtigkeit.“)

Später im Vorwort des Jagland-Berichts kommt dieser Satz: „Die Haltungen und Spannungen, die zu inter-gemeinschaftlichem Konflikt führen, sind oft tief in Stereotypen und Fehlannahmen verwurzelt; eine der drängendsten zeitgenössischen Herausforderungen besteht darin für Wissen über und Verständnis für unterschiedliche Kulturen zu werben. Pädagogen spielen bei dieser Herausforderung eine fundamentale Rolle.“ Beachten Sie die hier unausgesprochenen Annahmen: erstens, dass Spannungen zwischen Muslimen und anderen im Westen zum großen Teil das Ergebnis von „Stereotypen und Fehlannahmen“ zu Muslimen sind; zweitens, wenn Nichtmuslime den Islam kennenlernen und verstehen, der „Konflikt“ verschwinden würde. Es ist unnötig zu erwähnen, dass diese Behauptung, die im Jagland-Bericht immer und immer wieder wiederholt wird, der Erfahrung vieler Nichtmuslime widerspricht, die entdeckt haben, dass sie sich, je mehr sie über den Islam erfahren, um so mehr Sorgen wegen ihm machen.

Es überrascht nicht, dass der Jagland-Bericht die Verwendung der Herkunft des Begriffs „Islamophobie“ vermeidet; diesen hatte sich die Muslimbruderschaft als Mittel ausgedacht, um legitime Kritik am Islam zum Schweigen zu bringen. Der Bericht nutzt diesen Begriff nicht nur, er befürwortet auch den Ausdruck „antimuslimischer Rassismus“, der, so heißt es, „das Thema der Intoleranz  gegenüber Muslimen in den breiteren Rahmen des Rassismus setzt und die Radikalisierung einer religiösen Kategorie impliziert Der Begriff betont den multi-dimensionalen Aspekt der Intoleranz gegenüber Muslimen, die auf Faktoren gegründet werden können, die über die Religion hinaus gehen.“ Der Zweck dieser völligen Kauderwelschs besteht natürlich in der Vorstellung, dass Kritik am Islam – einer Religion – als Rassismus angesehen werden kann. Später bestätigt der Bericht in einem Hinweis auf die Gefahr „rassistische Ansichten in den Untergrund zu drängen“ explizit, dass „Islamophobie“ eine Form von Rassismus ist. (Gleichzeitig betont der Bericht kurioserweise die Wichtigkeit Schülern zu vermitteln, dass der Islam keine Hautfarbe ist – mit anderen Worten: dass Muslime Farbtönen kommen.)

Eine der wichtigen Schwerpunkte des Jagland-Berichts ist die Notwendigkeit der Anerkennung „der universalen Menschenrechte und fundamentalen Freiheiten der anderen“. Was er zu erwähnen vermeidet: Der Islam selbst lehnt, wie es unzweideutig in der Erklärung der Menschenrechte von Kairo erklärt wird, schon das Konzept der „universalen Menschenrechte und fundamentalen Freiheiten“ ab. Das 1990 als Antwort zur Universalen Erklärung der Menschenrechte der UNO ausgegebene Kairo-Dokument machte wiederholt klar, dass jedes vermutete Recht oder Freiheit, die der Scharia widersprechen, illegitim sind. Punkt. Der Jagland-Bericht verweilt ausführlich bei der Frage von Rechten; er bietet dabei eine Liste „grundlegender Rechtsprinzipien, die für die Verhinderung von Intoleranz gegenüber und Diskriminierung von Muslimen relevant sind“, einschließlich der „Gleichheit aller vor dem Gesetz“ und der „Freiheit des Denkens, des Gewissens und der Religion oder des Glaubens“. Es ist interessant festzustellen, dass jedes einzelne dieser Prinzipien den islamischen „Prinzipien“ komplett widerspricht. Interessant ist, dass der Jagland-Bericht tatsächlich nicht einen einzigen Hinweis enthält, dass vieles von dem, was er als „Islamophobie“ beschreibt, in Wirklichkeit eine Sache von Nichtmuslimen ist, die auf Erscheinungsformen der völligen Ablehnung des Konzepts der universalen Menschenrechte und fundamentalen Freiheiten durch den Islam reagieren.

Der Obin-Bericht widmete muslimischen Eltern, die ihren Kindern nicht erlauben an verschiedenen Aktivitäten wie Klassenfahrten und Schwimmunterricht, beträchtliche Aufmerksamkeit: Sie betrachten einige dieser Aktivitäten als Verletzung des „Anstands“ der Mädchen und lehnen andere einfach ab, weil sie nicht wollten, dass ihre Kinder sich mit Ungläubigen zu sehr anfreunden. Der Jagland-Bericht bringt dieses Thema auch auf, doch er geht es aus einem völlig anderen Winkel an: Wenn zum Beispiel muslimische Eltern es ablehnen ihre Töchter zu geschlechtergemischtem Schwimmunterricht mit Jungs gehen zu lassen, macht der Bericht deutlich, dass die Schule, nicht die Eltern als intolerant angesehen werden sollten, weil sie darin versagt hat ihren Schwimmunterricht  den Forderungen dieser Eltern anzupassen.

Der Jagland-Bericht bietet reichlich Empfehlungen. Er rät: „Schulpolitik und -praxis sollten in Partnerschaft entworfen werden, in Partnerschaft zwischen Gemeinden und Eltern, um Diskriminierung muslimischer Schüler zu verhindern und entgegenzuwirken.“ Er empfiehlt die „Überarbeitung von Schulbüchern“, um Material zu eliminieren, das vor den Kopf stoßen könnte. Es weist Schulen an die Ausdrucksweisen der Schüler für „Vorurteile“ zu „beobachten“. Er fordert die Bildung von „Fokus-Gruppen“, in der Schüler ermutigt werden über das „Klima der Toleranz“ an ihrer Schule zu sprechen; diese Diskussionen werden von „einer erfahrenen Person“ „moderiert“, „z.B. jemandem aus einer Nichtregierungsorganisation, die sich mit Diskriminierung und Intoleranz beschäftigt“. Der Bericht fährt nach einer Pro-forma-Anerkennung der freien Meinungsäußerung damit fort zu verfechten, dass gewisse Formen der freien Meinungsäußerung in einem Klassenraum einfach nicht „angemessen oder akzeptabel“ sind. Kann es also als „unangemessen“ festgelegt werden, dass schlicht Fakten über den Islam vorgetragen werden? (Bis zum Ende des Berichts gewinnt man den Eindruck, dass die Antwort ein „Ja“ ist.)

Der Bericht fordert weiterhin „Darstellungen des Islam und der Muslime“, die „genau, fair und respektvoll“ sind. Doch wie können Darstellungen gewisser Aspekte des Islam wie die Todesstrafe für Glaubensabtrünnige sowohl genau wie auch „respektvoll“ sein? Der Bericht betont die Wichtigkeit der Diskussion von „Fragen, bei denen Missverstehen besonders akut ist, so der Rolle der Frau in islamischen Gesellschaften“. „Missverstehen“? Sollen wir das so verstehen, dass die den Pädagogen vermittelte Botschaft die ist, dass die unangenehmen Fakten zum Status der Zweitklassigkeit der Frauen im Islam im Unterricht nicht eingeräumt werden sollen und dass Schüler, die Bedenken bezüglich sexueller Gleichstellung in der islamischen Welt äußern, wegen ihrer „Stereotype und Fehlvorstellungen“ aus ihrem Irrtum befreit werden müssen und, sollten sie auf ihren Fehlern beharren, als hartnäckige Islamophobe betrachtet werden sollen? (Wie auch immer: Erkennen Sie, dass – wenn man all diese Empfehlungen zusammenzählt – das daraus resultierende Bild an nichts anderes erinnert als ein maoistisches Umerziehungslager?)

Obwohl der Jagland-Bericht vorgibt voll und ganz für Inklusion und Integration einzutreten, gibt er seine volle Unterstützung muslimischen Forderungen nach unterschiedlicher Behandlung. Er besteht zum Beispiel darauf, dass Schulen sich solchen Formen des „religiösen Entgegenkommens“ wie „Gebetsräumen, Feiertagsfragen und Schul- oder Sportuniformen, die sich der Notwendigkeit für Anstand anpassen“. (Beachten Sie übrigens die Benutzung des Wortes Anstand im Bericht: Mit der Benutzung des Wortes in diesem Sinne, dann akzeptiert man implizit die islamische Sicht, dass Frauen, die den Hijab nicht tragen, unanständig angezogen sind.) Der Bericht befürwortet auch, dass Schulen Muslimen „Ausnahmen“ für Dinge wie „religiöse Feiertage, nicht obligatorischen Religionsunterricht, Teilnahme an Klassenfahrten und Ausflügen sowie Kleidungsvorschriften“ gewähren.

Schließlich drängt der Bericht Lehrer, sie sollten Schülern „Informationen zu muslimischen Künstlern, Autoren, Politiker und Wissenschaftler liefern, die die negativen Stereotype zu Muslimen widerlegen“. Autoren? Schon von Salman Rushdie gehört? Wird Lehrern erlaubt die vielen Künstler und Autoren in der heutigen muslimischen Welt zu erwähnen, die inhaftiert, gefoltert, gar hingerichtet worden sind, weil sie die Linie überschritten? Sicherlich nicht. Nein, wir sollten uns die harten Fakten nicht ansehen – lasst uns nicht versuchen herauszufinden, warum die Zahl der Wissenschaftler, Nobelpreisträger, Patente, übersetzten Bücher, respektablen Universitäten usw. in der muslimischen Welt relativ zum Rest des Planeten so überwältigend niedrig ist. Lasst uns keine offene, ehrliche Diskussion im Klassenraum darüber haben, welche Wege der Islam gleichermaßen zum Ersticken wissenschaftlicher Untersuchung und freier Literatur sowie künstlerischen Ausdrucks beschreitet. Tun wir einfach so als ob.

Wenn man sich diesen schwindelerregend orwellianische Dokument durchliest, dem stellt sich ständig die Frage: Wie können diese Leute sich dazu bringen ihre Namen unter dieses erbärmlichen Dokuments zu setzen? Begreifen sie wirklich voll und ganz, wohin sie uns mit dieser Art bringen? Verstehen sie nicht, dass das, was sie hier produziert haben, ein Satz Direktiven ist, der nun überhaupt nichts mit der Bekämpfung von Intoleranz zu tun hat, sondern alles mit der Anpassung von Schulen der nicht muslimischen Welt an die Normen der Scharia? In der Tat sind praktisch alle vom Bericht angebotenen Beispiele angeblicher Intoleranz keine Beispiele für Intoleranz, sondern des Versagens seitens Teilen der nicht muslimischen Welt sich schnell genug in den Unterwerfungsmodus zu begeben, wenn Muslime sich beschweren. Die Grundbotschaft dieses „Berichts“ lautet: Wenn es um den Islam geht, dann ist das Letzte, was nicht muslimische Lehrer tun sollten, zu lehren – stattdessen sollten sie die düsteren Fakten über den Islam durch hübsche Lügen ersetzen und die Wahrheit zu sagen als Islamophobie verurteilen, während sie die Schüler zu feigen Dhimmis erziehen.

Kurz gesagt: Ein bösartiges, verlogenes Werk – doch wieder etwas, für das der verlogene Thorbjørn Jagland sich schämen sollte, wäre er fähig sich zu schämen.

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2 Kommentare »

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  1. Es wäre relativ leicht die sogenannte Islamophobie zu verhindern, wenn “die” Muslime
    sich wie zivilisierte Menschen benehmen, d.h. keinen Terror ausüben, nicht ständig
    das und jenes fordern, nicht ständig beleidigt sind, indem sie tolerant sind und ande-ren Lebensauffassungen Respekt erweisen, also genau das, was sie für sich fordern usw. Solange das nicht geschieht, sehe ich schwarz. Denn diese “Phobie” ist hat einen realen ohne Grund und dadurch kein Ressentiment.
    MvG.
    Caruso

  2. [...] verlogene Thorbjørn Jagland sich schämen sollte, wäre er fähig  sich zu schämen. {Quelle: heplev.wordpress.com-  Bruce Bawer, [...]


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