Frankreich als Palästinenserlager – alter Führer, neuer Furor

17. Oktober 2012 um 15:25 | Veröffentlicht in Europa+Islam, Europa+Nahost | 5 Kommentare
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Giulio Meotti, Arutz-7, 15. Oktober 2012

In Frankreich werden fast jede Woche Brandanschläge auf Synagogen verübt, koschere Schlachter werden angegriffen, jüdische Männer von Jugendlichen mit „Palästinenser tötet die Juden“ verhöhnt, jüdische Schülerinnen von Kriminellen geschlagen, die „Juden müssen sterben“ johlen, Juden werden nach den Sabbath-Gebeten mit Steinen beworfen und Molotowcocktails werden gegen jüdische Kulturzentren geworfen. Manchmal werden Juden am hellichten Tag niedergeschossen.

Wie kommt es, dass dieser unmenschliche Hass in der Lage gewesen ist das Land zu kontaminieren, das Europa Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit gab?

In den französischen Moscheen werden die Juden oft als Untermenschen beschrieben, mit Ausdrücken wie „Schwein“, „Krebs“, „Unrat“, „Mikroben“ oder „Ungeziefer“; Hassschriften wie die Protokolle der Weisen von Zion oder Landkarten ohne Israel für Schulen werden von den Islamzentren verbreitet; das jüdische Recht auf Selbstbestimmung wird von den französischen Politikern bestritten, die behaupten Israels Existenz ist „Apartheid“; in der französischen Presse werden Vergleiche zwischen Israels Politik und den Nazis gezogen; vom Otto Normalverbraucher wird – immer diffamierend – das Weltjudentum kollektiv für das Handeln Israels verantwortlich gemacht.

Das Böse hat in Frankreich gesiegt, so wie es in den palästinensisch-arabischen Gebieten Israels gesiegt hat.

Ein paar Wochen nach der Mordserie in Toulouse, bei der vier Juden vor einer Schule getötet wurden, hinterließ jemand auf einer Mauer im französischen Dorf Tarbes ein Graffiti zu Ehren des Mörders Mohammed Merah: „Du bist der wahre Ritter für den Islam. Du hast die zionistischen *** und falsche Muslime bekämpft. Du starbst mit Waffen in der Hand. Ich grüße dich, Mohammed, mein Bruder, mein Freund. Ruhe in Frieden.“

Im Gegensatz zu dem, was unsere westlichen und französischen „Gutdenker“ glauben, gab das naziartige Pogrom von Toulouse der Nachahmung Auftrieb, während seine Oper – Rabbi Jonathan Sandler, seine Söhne Aryah und Gavriel und die wunderbare Miriam Monsonego – bereits vergessen sind. Wer im französischen Mainstream spricht noch von ihnen? Die Juden sind in Frankreich kein cause célèbre. Für den Sänger Betrant Cantan, der seine Frau ermordete, oder den italienischen Terroristen Cesare Battisti gingen mehr Menschen auf die Straße als für die kleine Miriam Monsonego.

Alter Führer, neuer Furor.

Einer der schlimmsten antijüdischen Angriffe in Europa seit dem Zweite Weltkrieg schuf Mitgefühl in der muslimischen Gemeinschaft. Die elf vor ein paar Tagen verhafteten Verdächtigen wurden in verschiedenen Berichten in den Nachrichten als „Bewunderer Merahs“ beschrieben und einige dieser Leute sprachen sogar davon „die Schlacht von Toulouse“ nachzuahmen. Die Al-Qaida verbreitete im Internet ein Dokument mit dem Titel „Considérations sur la bataille de Toulouse“ (Überlegungen zur Schlacht von Toulouse).

Nach Angaben von Le Figaro sind die Terroristen allesamt Konvertiten zum Islam, die bereit waren als „Märtyrer“ (einer von ihnen, der von der Polizei getötet wurde, hatte bereits seinen Bart nach „Märtyrerart“ rasiert) zu sterben. Eine Facebook-Seite wurde zur Segnung des Terroristen von Toulouse geschaffen; sie ist überschriebem mit „Hommage a Mohammed Merah“. Ein Englischlehrer an einer französischen Schule forderte seine Schüler auf für Merah eine „Schweigeminute“ einzulegen.

Wichtiger ist, dass der französische Mainstream ebenfalls für das Schuld trägt, was mit den Juden geschieht. Palästinensische Terroristen werden tagtäglich als „Militante“ bezeichnet und Flottillen-Jihadisten von Intellektuellen in „Humanisten“ verwandelt, während die Tribunale mit Leichtigkeit Judenmördern verzeihen, die immer als „Jugendliche“ bezeichnet werden. Um Pierre-Andre Taguieff zu zitieren: Sie „lösen die antijüdischen Taten in einer ansteigenden Flug von Gesetzesverstößen auf2.

Was passierte den Mördern von Ilan Halimi – dem jugendlichen Juden, der von einer Bande Muslime 2006 entführt, gefoltert und hingerichtet wurde? Youssouf Fofana, der Anführer der Bande, die Halimi verbrannte, wurde vor Gericht von Emmanuel Ludot, dem Anwalt von Saddam Hussein, und Isabelle Countant-Peyre, der Eherfrau von „Carlos dem Schakal“ verteidigt. Letzterer lenkte die furchtbarsten Terroranschläge der jüngeren Geschichte gegen jüdische Ziele.

Nach Angaben der beiden Anwälte sind Foufana und die anderen „Opfer eines Mediensystams“ und „Sündenböcke“ einer „Lobby“ – der jüdischen. Bis auf Foufana sind alle anderen zu sehr milden Strafen verurteilt worden.

Das war das grüne Licht für zukünftige Massaker – wie dem von Toulouse.

Frankreich predigt genau die palästinensische Variante der Glorifizierung des Terrorismus, die keine Ähnlichkeit mit anderen Formen terroristischer Gewalt hat, denn es lobt sowohl die Verstümmelung einzelner Juden wie die völlige Vernichtung des jüdischen Staates.

In Frankreich wird, wie in den palästinensisch-arabischen Gebieten, die Ermordung von Juden als höchste Form politischen Engagements glorifiziert.

Sehen Sie sich Frankreichs Wandmalereien an; die Zeichen auf den Mauern palästinensisch-arabischer Kindergärten proklamieren ihre Schülern zu „den Schahiden [Märytern] von morgen“. Dürfen wir daran erinnern, dass der französischen Außenminister Jean Sauvagnargues der erste offizielle Vertreter des Westens war, der Yassir Arafat in Beirut besucht, 1974? Oder dass ein Jahr später die PLO ihr erstes Büro in Europa in Paris eröffnete, mit einer Charta, die die Eliminierung Israels forderte?

Letztes Jahr veröffentlichte Ilam Halimis Mutter Ruth „24 giorni“, eine wunderbare Denkschrift einer modernen Rahel zu den furchtbaren Tagen, in denen ihr Sohn zu Tode gefoltert wurde. Der mutige Verleger, Guido Guastalla, bat mich, zusammen mit Bernard-Henri Lévy ein paar Zeilen als Einleitung des Buches zu schreiben.

Der 11. Oktober hätte Ilans 30. Geburtstag sein sollen. Dies ist die Geschichte eines jungen Juden, der in der Hauptstadt dessen lebte, was vom europäischen Judentum nach der Schoah übrig geblieben ist – Paris, der Stadt von Dreyfus und der Aufklärung.

Ilan trug keinen langen, schwarzen Kaftan; er trug auch keine Kippa. Ilan hatte lediglich einen hebräischen Namen, doch das reichte aus, um ihn zur Jagdbeute zu machen. Wenn das Opfer kein Jude ist, wäre es viel einfacher gewesen zu verstehen, wie tief und monströs Europas neuer Antisemitismus ist. Die Entführer glaubten, dass alle Juden reich sind und die Familie ein Lösegeld zahlen würde. Sie wussten nicht, dass Ilans Eltern gar nicht reich waren.

Nachbarn hörten Halimis Schreie, sagte aber kein Wort. Ilan wurde neben einem verwahrlosten Bahnhof gefunden. Halb nackt, mit Brandmarken von Zigaretten auf seinem unschuldigen Fleisch, starb Ilan in einem Krankenwagen. Doch sein Tod war einer öffentlichen Meinung keine Bekundungen von Schock und Wut wert, die immer bereit ist für Dialog und Toleranz zu plädieren.

Der Barbarismus des 20. Jahrhunderts, seine Transformation in einen Schlachthof für Hunderte Millionen menschlicher Westen, darunter 6 Millionen Juden, begann mit dem Schrei spanischer Phalangisten und SS-Totenköpfen: „Viva la muerte!“ Heute erklingt derselbe Schrei in Europa wie in den Bereichen von Judäa und Samaria unter der von Oslo verursachten arabischen Kontrolle.

Es gibt ein Foto von Ilan Halimi. Er hat kurze Haare und trägt ein T-Shirt. Er ist glücklich und lächelt dem Leben zu. Ilans hochherziges Lächeln sollte Europas schlechtes Gewissen auf ewig quälen.

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5 Kommentare »

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  1. Ich bin derart zutiefst erschüttert, über das was hier zu lesen ist – mir fehlen ganz einfach die Worte um einen längeren Kommentar abzugeben. Und ich lebe in der großen – keineswegs überflüssigen – Sorge, dass diese fürchterlichen, menschenverachtenden Vorgänge auch bei uns in Deutschland voran gehen werden – alle Anfänge sind bereits überschritten – gerade wurde in den ARD-Nachrichten berichtet, dass 20% der Deutschen “judenfeindlich” eingestellt sind!

  2. Himmel noch eins, wieso können die Franzosen diesem Gesindel nich nur mal zeigen, wo der Hammer hängt, sondern ihn auch einsetzen?! Es wurde doch mal von “kärchern” geredet, wo bleibt das jetzt?!

    • Aber das war Sarkozy – bevor er Präsident wurde.

      • Weiß ich, aber der neue Pariser …. ääääähhhh … Präsi sollte es beherzigen! Terrorismus darf unter keinen Umständen geduldet werden.

  3. [...] von heplev – abseits vom mainstream| Veröffentlicht in Europa+Islam, Europa+Nahost | Kommentare  Schlagwörter: Antisemitismus, Frankreich Giulio Meotti, Arutz-7, 15. Oktober 2012In [...]


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