Die Nazi-Wurzeln der deutschen Grünen

Benjamin Weinthal, Jerusalem Post, 7. Juli 2013

Akademische und journalistische Recherche der vergangenen fünf Jahre zeigt die Schlüsselrolle von Nazi-Persönlichkeiten bei der Gründung und Entwicklung der Partei

Die Gesetzesinitiative der deutschen Grünen-Partei israelische Produkte aus der Westbank zu kennzeichnen wirft ein Schlaglicht auf die Rolle, die ehemalige Nazis bei der Gründung der Partei spielten. Akademische und journalistische Recherche der vergangenen fünf Jahre zeigt die Schlüsselrolle von Nazi-Persönlichkeiten bei der Gründung und Entwicklung der Partei.

Nachdem starke Ähnlichkeiten zwischen einer Initiative der deutschen Neonazi-Partei NPD vom letzten Jahr in einem Landesparlament zur Abgrenzung israelischer Produkte und einer Initiative der Grünen im Bundestag ein ähnliches System für israelische Waren zu verhängen offenbart wurden, wiesen Kritiker in einem Versucht die gegen jüdische Geschäfte gerichteten Strafmaßnahmen zu erklären auf die „braunen“ – die Farbe symbolisiert den Nationalsozialismus – Wurzeln der Grünen hin.

Die populäre Pro-Israel-Internetseite Lizas Welt tweetete letzten Monat: „Bin nicht sicher, was die Grünen wirklich gegen Nazis haben. Sie kopieren sie manchmal sogar.“

Lala Süsskind, die ehemalige Leiterin der Berliner jüdischen Gemeinde und Vorsitzende der NGO Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus, nannte bei einer Veranstaltung im letzten Monat die Initiative der Grünen „Juden gegenüber feindlich“.

Dr. Martin Kloke, Experte zu zeitgenössischem deutschem Antisemitismus, drängte die Grünen in einem Blogeintrat auf Die Achse des Guten „ihre ambivalente Rolle in der Geschichte des linksdeutschen Antizionismus/Antisemitismus kritisch aufarbeiten“.

Dr. Clemens Heni, ein führender deutscher Forscher zu modernem Antisemitismus, sagte der Jerusalem Post, das Werner Vorgel, ehemaliges Mitglied der Nazi-Partei und ihrer SA-Sturmtruppen, „1983 zu den ersten gewählten Mitgliedern der Grünen im Bundestag gehörte“. Nachdem die Medien Vogels Hintergrund offen legten, gab er sein Bundestagsmandat auf.  Henis sagte, dass führende Grünen-Politiker damals nichts gegen Vogels Parteimitgliedschaft einzuwenden hatten.

Heni fügte hinzu, dass die Gründer der Grünen August Haußleiter willkommen hießen, der 1979 als Mitgründer der Grünen eine wichtige Rolle in der Entwicklung der Partei spielte. Haußleiter war bei Hitlers Münchener Bierhallen-Putsch 1923 aktiv und pries 1942 die deutsche Wehrmacht. Er schürte antiamerikanische und antijüdische Gesinnungen im Westdeutschland der Nachkriegszeit, sagte Heni.

Baldur Springmann, ein ehemaliges SA-Mitglied, spielte ebenfalls eine wichtige Rolle in der Entstehungsphase der deutschen Grünen. Er verließ die Partei 1980.

Heni sagte, dass auch Henning Eichberg 1979 eine wichtige Rolle bei der Gründung der Grünen in Baden-Württemberg spielte, obwohl er sich entschied ihnen nicht beizutreten. Eichberg hatte enge Bande zum ehemaligen Nazipartisanenbekämpfungsspezialisten Arthur Ehrhard von der SS.

Zur Rolle ehemaliger Nazis bei der Gründung der Grünen, schrieb Michael Schroeren, Sprecher der Partei im Bundestag, der Post per E-Mail, solche Vorwürfe seien absurd und Anfragen dieser Art führten nirgendwohin.

Die Geschichte der Grünen und des Nationalsozialismus hat die Rolle der grünen Bundestagsabgeordneten gegenüber Israel genauere Überprüfung hinzugefügt. Die grüne MdB Kerstin Müller, die für die Leitung des Ablegers der Heinrich-Böll-Stiftung in Tel Aviv vorgesehen ist, half höchstpersönlich die Initiative im Bundestag israelische Produkte zu kennzeichnen zu formulieren.

Die deutsche jüdische Gemeinschaft hat ihre Ansichten gegenüber Israel und der Sicherheit des jüdischen Staates im Verlauf der Jahre scharf kritisiert. Der Zentralrat der Juden in Deutschland sagte 2010, Müller lege eine „nicht tolerierbaren paternalistischen Ton“ gegenüber Israel und den Juden in Deutschland an den Tag. In diesem Jahr unterstützte sie eine antiisraelische Resolution des Parlaments und griff den Rat in einem Brief an, weil seine Führung die Resolution kritisierte. Mit dieser Resolution wurde Israel gemaßregelt, weil es das türkische Schiff Mavi Marmara abfing, das versuchte Israels legale Blockade des von der Hamas kontrollierten Gazastreifens zu brechen.

Die Post erhielt eine Kopie von Müllers Brief, mit dem sie Deutschlands Juden herunterputzte, weil diese die Resolution kritisierten. Darin schrieb Müller die Kritik des Zentralrats an der Parlamentsresolution, diese sei „einseitig und stelle sich gegen Israel“, sei unhaltbar.

Das Simon Wiesenthal Center betrachtet Müllers Ernennung zur Leiterin der Böll-Stiftung in Tel Aviv angesichts ihrer Aktivitäten gegen den jüdischen Staat als skandalös.

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11 Gedanken zu “Die Nazi-Wurzeln der deutschen Grünen

  1. Der Stänkerer Lusru schmiert am Ende eines sogenannten Kommentars: „Mal sehen, ob dieser Kommentar zu lesen sein wird – daran wird die Seriösität dieser Seite gemessen – und gelegentlich dargestellt.“
    Lieber Stinkstiefel, Sie werden aus Prinzip hier nicht (mehr) veröffentlicht, da ist es egal, welchen Blödsinn Sie verzapft haben.
    Im Übrigen sind NICHT Sie es, der über die Seriösität dieser Seite zu bestimmen hat. Im Gegenteil – wann immer Sie sich äußern, weiß ich, dass ein getroffener Hund jault und damit das hier Veröffentlichte richtig gut ist.

  2. “Mal sehen, ob dieser Kommentar zu lesen sein wird – daran wird die Seriösität dieser Seite gemessen – und gelegentlich dargestellt.”

    Deine Seite ist so seriös, mein lieber Heplev….. seriöser geht gar nicht!!!

    Ich verlinke sie täglich weiter, man will ja schließlich die Wahrheit lesen und
    nichts als die Wahrheit…. so wahr uns Gott helfe!!! 😉

  3. Es ist gut lieber heplev, dass Du uns die Ergüsse solcher Kommentatoren ersparst. Da ich selbst keinen Blog betreibe, weiß ich nicht welcher Mist so alles aufläuft.
    @ Tapfer im Nirgendwo hat mal eine Kostprobe zugänglich gemacht. Mir hat es gereicht. Das war wirklich grauenhaft, was manche Zeitgenossen so absondern.

    Wer Deinen Blog nicht für nicht seriös hält, hat sich schon selber disqualifiziert.

    Herzlich, Paul

  4. Erstaunlich (oder auch nicht), wie uninteressant dieses Thema doch für unsere „Qualitätsmedien“ ist. Kein Wunder, sollen rund 40% unserer „Journalistinnen und Journalisten“ Grünenwähler sein…
    Zu Deinem Artikel, Heplev, paßt auch dieser hier, den ich verlinken möchte. Eben gerade auf der Achse gefunden.
    http://www.science-skeptical.de/klimawandel/wissenschaft-im-dienst-der-ideologie/0010349/
    Er befaßt sich mit den Ursachen solcher Massenpsychosen wie dem Klimawahn, Waldsterbenwahn usw. Wellen des Schwachsinns, die die ganze Gesellschaft ergreifen. Kritik daran wird dabei systematisch ausgeblendet und die Widersprecher weggebissen. Die Grünen mit ihrem ganzen Programm und ihrer Haltung stellen meiner Meinung nach auch so eine große Welle dar (eine Ideologie eben, so wie die 68er-Bewegung) – und der Antisemitismus ist wohl eher eine Konstante.
    Der grünlinke Mainstream ist so stark, und so viele Leute, denkfaul und „mitläuferisch“, daß dagegen anzukämpfen einer vergeblichen Sysisphusarbeit gleichkommt.
    Das einzige Heilmittel, so das Fazit des Artikels, ist der Verstand. Nur ist der sehr rar gesät. Deshalb ist es so schwer gegen Antisemitismus anzukämpfen. Und deshalb will auch kaum einer von den Nazi-Wurzeln der Grünen wissen. Diese „Nazi-Enthüllung“ der Grünen (so neu ist die Erkenntnis darüber aber gar nicht) müßte eigentlich ein gefundenes Fressen für die Medien sein und man könnte einen Sturm der Entrüstung erwarten, darüber, daß man so lange einer Lüge aufgesessen ist. Aber nichts dergleichen! Es sind wohl zu viele darin verwickelt, müßten sich neu orientieren, so daß sie lieber nichts davon wissen wollen.
    .
    „Und jetzt glaube keiner, wir wären andere Menschen als die des Mittelalters, wie wären ‘erwachsener’ als sie und immun gegen dergleichen. Die Gesellschaftskatastrophen der Moderne beweisen das Gegenteil und die Aufklärung hat nie wirklich die Gesellschaft durchdrungen, sondern die Masse ist vom Glauben, aber nicht vom Wissen beseelt.“

  5. Eigentlich schätze ich Daniel Pipe’s Kommentare. Nur schade, dass sie, was ich aus der Geschichte noch verstehen kann, sehr oft polemisch geschrieben sind. Somit kann ich sie schwer weiterempfehlen.
    Danke fürs Verständnis.

  6. Wenn mal alle so seriös wie Heplev sein würden, dann hätten wir hier in Deutschland weniger Probleme. Das musste mal gesagt werden.

    • per E-Mail von einem Bekannten:
      Finde den Artikel weder fair noch ausgewogen.
      Alle deutschen Parteien haben eine Nazi Vergangenheit. Die Grünen habe alle ihre Nazigrößen bei bekanntwerden wenigstens rausgeschmissen.

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