Das alte deutsche Problem

Deutschland negative Haltung gegenüber den USA geht lange vor Trumps Aufstieg zurück.

Victor Davis Hanson, National Review online, 1. Juni 2017

Berlin – Deutsche scheinen den Amerikanern heutzutage nicht allzu freundlich gegenüber zu sein.

Nach Angaben einer neuen Studie weltweiter Medien der Havard Kennedy School stellen 98 Prozent der deutschen öffentlichen Fernsehnachrichten Präsident Donald Trump negativ dar, was sie zu den bei weitem stärksten Anti-Trump-Medien der Welt macht.

Die Verachtung geht auf Zeit vor der Wahl Trumps zurück, der hier wegen seinen unverfrorenen anti-EU-Ansichten verachtet wird.

In einer Studie zu europäischen Ländern des Pew Research Center von 2015 hatte Deutschland den am wenigsten wohlwollenden Eindruck von Amerika. Nur etwa 50 Prozent der Deutschen gab positiven Gefühlen gegenüber den USA zum Ausdruck. Der ehemalige Präsident Barack Obama, der letzte Woche zu Besuch war, um die Welt zu Vielfalt und Toleranz zu belehren, änderte die negativen Einstellungen nach den Jahren des unbeliebten George W. Bush nie sonderlich.

Die Deutschen scheinen offenbar nicht zu schätzen, dass der NATO-Kollege Amerika ihre Verteidigung subventioniert. Sie scheinen auch nicht ihren gigantischen Handelsüberschus ($65 Millionen) mit den USA zu schätzen.

Die Deutschen scheinen vergessen zu haben, dass amerikanische Truppen die Sowjet vor 45 Jahren davon abhielten ganz Deutschland zu schlucken. Die Berliner Luftbrücke ist heute vormoderne Geschichte.

Warum können dann die selbstsicheren Deutschen die Vereinigten Staaten immer weniger leiden?

Das ist kompliziert.

Seit 1989 hat Deutschland hart an seinem Image als weithin pazifistisches Land nach der Einigung gearbeitet. Es ist erpicht darauf andere Länder zu lehren, wie man sich friedfertig verhält und gemeinsame globale Ziele verfolgt, so die Reduzierung des Erderwärmung oder die Öffnung nationaler Grenzen für die Flüchtlinge der Welt.

Zu Deutschlands Botschaft gehört implizit, dass die postmodernen Deutschen am besten wissen, was nicht getan werden darf – angesichts ihrer furchtbaren Vergangenheit im 20. Jahrhundert mit den Aggressionen des kaiserlichen Deutschlands und später der von Hitlers Drittem Reich begangenen Brutalität und des Holocaust.

Aber schuldbeladen zu sein ist nicht das Gleiche wie bescheiden zu sein (was noch nie eine deutsche Stärke war).

Derselbe Dünkel eines ethnisch, sprachlich und kulturell einheitlichen Staates, der Deutschland in den Konflikt mit den USA zog (deren später Eintritt in beide Weltkriege half sicherzustellen dass Deutschland besiegt wurde) ist nie wirklich verschwunden.

Stattdessen ist die deutsche Herablassung nur auf den neuesten Stand gebracht worden.

In der internationalen Finanzwelt betreibt Deutschland die EU de facto als ein Handelssystem. Es manipuliert den Euro als schwächere Währung, um auf eine Weise zu über die Exportmärkte zu drängen, die mit der alten und höher bewerteten Deutschen Mark schwierig zu bewerkstelligen gewesen wäre.

Als ärmere südeuropäische Länder mit leicht zu habenden Krediten zu viele deutsche Waren kauften, nur um mit der Tilgung in Verzug zu geraten, gaben ihnen die Deutschen sachkundige, aber wichtigtuerische Vorträge zur Notwendigkeit zu halten, dass sie deutsche Sparsamkeit und Fleiß bräuchten.

Eine ähnliche deutsche Überheblichkeit galt für die jüngste Zuwanderung nach Europa.

Berlin signalisiert der Welt oft Werte als Tugend, wie moralisch überlegen es heute ist, während es nach Wegen sucht, um billige Arbeitskräfte zu importieren. Ein Ergebnis davon ist Kanzlerin Merkels desaströse Politik der offenen Tür, mit der Millionen nicht überprüften Zuwanderer aus dem von Krieg verheerten Nahen Osten willkommen geheißen werden und das in einer Zeit verstärkte Sorgen wegen jihadistischem Terrorismus.

Doch Deutschland flutete nicht nur das eigene Land mit verarmten, kaum zu assimilierenden Neuankömmlingen. Es diktierte auch, dass andere europäische Länder dasselbe tun – ob sie das nun wollten oder nicht.

In Sachen internationaler Beziehungen und Handels hatte Deutschlands Gefühl der Überlegenheit gelegentlich in althergebrachter Mogelei. Um Importe von VWs in die USA zu steigern, versuchte das Land bei Emissionstest zu betrügen, um teure Bestimmungen zu umgehen. Die Deutsche Bank wurde erwischt, wie sie die Profite von Russen in Wladimir Putins Vetternwirtschaft wusch. Und Berichte deuten darauf hin, dass deutsche Offizielle, um die FIFA zu überzeugen Deutschland die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 zu geben, auf Bestechung zurückgriffen.

Deutsche prahlen mit ihrem großzügigen Sozialstaatssystem und vergleichen es oft mit einem angeblichen halsabschneider-kapitalistischen Amerika. Es ist allerdings deutlich leiser bezüglich der Umgehung seiner finanziellen Verteidigungs-Verpflichtungen als NATO-Mitglied, bei der es Geld für seine eigenen Bürger frei macht – und Megaprofite aus dem Export von teuren Luxusautos an eine hyperkapitalistische amerikanische Elite einstreicht.

Wir sollten alle Deutschland dankbar sein, weil es sein unbestreitbares Talent und Energie vom Krieg zum Frieden gekehrt hat. Seine gewaltige Wirtschaft macht Berlin verständlicherweise in der Europäischen Union einflussreich.

Deutsche Überheblichkeit funktioniert zwar in einem abhängigen Europa, beeindruckt aber ein argwöhnisches Amerika gewiss nicht immer.

Die Vereinigten Staaten sind immer noch weit größer, wohlhabender und mächtiger, genauso wie es 1918, 1945 und 1989 war. Es muss nicht unbedingt auf deutsche Scheinheiligkeit in Sachen Klimawandel, Immigration, Handel oder die gelegentliche Notwendigkeit gelegentlich die Anwendung von Gewalt hören.

Stattdessen tut Amerika mehr oder weniger das, von dem es glaubt, dass es im besten Interesse seiner selbst und seiner Verbündeten ist.

Deutsche empfinden amerikanische Unabhängigkeit als Cowboy-Verhalten und aufsässig – und glauben, sie könnten die Amerikaner zu den Gefahren solch unangebrachten Chauvinismus belehren. Die Amerikaner ignorieren diese ermüdenden Predigten in der Regel.

Stattdessen glauben viele von ihnen, wann immer Deutschland sich an der Sorge um Deutschland festklammert, dass die Welt weit sicherer ist – heute genauso wie in der Vergangenheit.

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