Stimmen aus Teilen der muslimischen Welt: Die schlimmsten Antisemiten

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Es gibt eine riesige, weitgehend amorphe Masse an Nachrichtenmeldungen zu Antisemitismus und Antiisraelismus. Google Alerts wählt jedes Jahr mehr als 3.000 antisemitische Meldungen aus. Das ist nur eine meiner Quellen.

Es wäre logisch gewesen, hätte die israelische Regierung eine Organisation aufgebaut, die diese Informationen sichtet, kategorisiert und die extremsten Dinge aussortiert. Eine solche Organisation gibt es jedoch nicht.

Dennoch gibt es Abkürzungen, die bei der Sammlung von Informationen über die extremsten Vorfälle und Bekundungen von Antisemitismus helfen. Seit 2010 veröffentlicht das Simon Wiesenthal Center (SWC) jährlich eine Liste der Top 10 der antisemitischsten Vorfälle weltweit. Bei einigen Artikeln wurde mehr als ein Fall erwähnt. [1] Über einen Zeitraum von 10 Jahren wird das Bild klarer, wer die schlimmsten Antisemiten sind.

Die extremsten antisemitischen und antiisraelischen Schürer von Israelhass kommen aus Teilen der muslimischen Welt. Der Rest – freilich gefährlich – hinkt mächtig hinterher. Das gilt sogar für den zunehmenden rechtsextremen Antisemitismus. Eine Hauptfigur der muslimischen Hetze ist der ehemalige malaysische Premierminister Mahathir Mohammed. 2010 schaffte er es wegen dieser Äußerung auf die Liste des SWC: „Juden sind in europäischen Ländern  schon immer ein Problem gewesen. Sie mussten in Ghettos gesteckt und regelmäßig massakriert werden.“ … „Selbst nach dem Massaker durch die Nazis in Deutschland überlebten sie, um weiterhin für die Welt eine Quelle noch größerer Probleme zu sein.“

Geht man die jährlichen Listen des SWC durch, dann erkennt man, dass die einzigen Forderungen nach Auslöschung Israels oder der Juden von Klerikern und anderen einflussreichen Persönlichkeiten der muslimischen Welt kommen. Das Folgende wird das verdeutlichen: 2012 betete der Geistliche Futouh Abd Al-Nabi Mansour bei einem landesweit ausgestrahlten Gottesdienst in der el-Tenaim-Moschee in Kairo. Daran nahm der damalige ägyptische Präsident, der verstorbene Mohammed Morsi teil. Der Kleriker sagte: „O Allah, vernichte die Juden und ihre Helfer – O allah, zerstreue sie und zerreiße sie, O Allah, demonstriere deine Macht und Größe über sie.“ Morsi ist zu sehen, wie er „Amen“ dazu sagt.[2]

Der Stabschef der iranischen Streitkräfte, Generalmajor Hassan Firouzabadi, sagte am 5. August 2012: „Die iranische Nation steht für ihre Sache, die vollständige Vernichtung Israels.“

Yusuf al-Qaradawi wird als der führende sunnitische Geistliche betrachtet. 2013 rief er nicht zur Auslöschung der Juden auf, verwies aber positiv darauf, indem er erklärte: „Allah hat den Juden Leute auferlegt, die sie wegen ihrer Korruptheit bestrafen. Die letzte Strafe wurde von Adolf Hitler vollzogen.“

Im selben Jahr sagte auch der irakische Kleriker Qays bin Khalil al-Kalbi während eines Besuchs in den USA: „Allah kürte euch zum erbärmlichsten aller Völker. Allah erwählte euch als die, die am besten sind, um Schweine und Affen zu werden… Allah erwählte Hitler, um euch zu töten, wer ist also besser, ihr oder er?“ Darüber hinaus strahlte der saudisch-irakische Kleriker, Anwalt und Poet Mohammed al-Farraj das folgende Gedicht aus: „Adolf Hitler hatte eine gesegnete Art euch zu beerdigen, o verfaulte Nation. Wenn mir erlaubt wäre für einen Nichtmuslim zu beten, würde ich für die Seele des Naziführers beten, der euch (die Russen) und die Juden in Gänze mit Benzin grillte.“

Am 18. November 2014 ermordeten zwei muslimische Terroristen aus Ostjerusalem in einer Jerusalemer Synagoge vier Menschen sowie einen heldenhaften israelisch-drusischen Polizisten. Die Terroristen wurden getötet.[3] Am nächsten Tag veranstaltete das jordanische Parlament eine Schweigeminute für die Mörder und lasen laut Koranverse – „um ihre reinen Seelen und die Seelen aller Märtyrer in den arabischen und muslimischen Nationen zu verherrlichen“. Der jordanische Premierminister Abdallah Ensour schickte den Familien der Terroristen ein Kondolenzschreiben, in dem er erklärte: „Ich bitte Gott darum sie mit Gnade einzuhüllen und Ihnen Geduld, Trost und Erholung von Ihrer Trauer zu gewähren…“ Andererseits gab die jordanische Regierung eine Erklärung ab, mit der der Anschlag verurteilt wurde und fügte hinzu, dass alle Gewaltakte gegen Zivilisten in Jerusalem verurteilt werden müssen.

2015 zeigt ein vermeintlich von ISIS produziertes Video einen ein Messer schwingenden ISIS-Kämpfer, der neben zwei maskierten Bewaffneten steht. Der Erzähler verkündet, dass der Krieg gegen die Juden „bald angefangen wird, so Gott will“, sagt er. „All den Juden, den Enkeln von Affen und Schweinen: Wir sind überall auf der Welt hinter euch her. … Der Krieg findet bald statt; er wird nicht lange dauern, so Gott will, so Gott will.“ Ein weiteres Video, auf Hebräisch veröffentlicht, droht: „Bald wird es in Jerusalem oder dem Rest des Landes keinen einzigen Juden mehr geben. Wir werden weiter machen, bis wir diese Seuche weltweit ausgemerzt haben.“

Mit der Zuwanderung vieler Muslime in die USA sind auch dort Vernichtungs-Botschaften ausgestrahlt worden. 2017 rief Imam Ammar Shahin vom Islamic Center in Davis (Kalifornien) unter Zitierung von Texten über die Endzeit: „Befreit die Al-Aqsa-Moschee vom Dreck der Juden … löscht sie bis zum letzten aus.“

In diesen zehn jährlichen Veröffentlichungen des SWC gibt es keinen einzigen Vernichtungstext von Nichtmuslimen. Aber das Problem geht weit darüber hinaus. Nur Führer einer Reihe muslimischer Länder hetzen extrem gegen Israel und die Juden. Solche Führer gibt es in keinem anderen Land. Zusätzlich stellte die ADL-Studie Global fest, dass 49% der Muslime Antisemiten sind, während sich bei Christen 24% und bei säkularen Menschen 21% mit diesen hasserfüllten Empfindungen identifizieren.[4]

[1] www.wiesenthal.com/about/news/top-10/

[2] www.timesofisrael.com/in-morsis-presence-egyptian-preacher-urges-allah-destroy-the-jews/

[3] https://mfa.gov.il/MFA/ForeignPolicy/Terrorism/Palestinian/Pages/Terror-attack-in-Jerusalem-synagogue-18-Nov-2014.aspx

[4] https://global100.adl.org/map

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