Jerusalem – mehr als träumen

The Real Jerusalem Streets, 8. Juni 2017

„Nächstes Jahr in Jerusalem“
ist seit Jahrhunderten
das Mantra des jüdischen Volkes.

Zum Abschluss des Pessah-Seders
und am Ende von Hochzeiten mit dem Zerbrechen eines Glases
wird der Zerstörung Jerusalems gedacht.

Von Mai 1948 bis Juni 1967,
den Jahren unter jordanischer Besatzung,

war die Kotel, die Westmauer zu erreichen
oder in die Nähe des Tempelbergs zu gehen
nur in der Fantasie oder im Traum möglich.

Ein Blick aus Notre Dame
über gefährliches Niemandsland
war die größte Nähe, die ein Jude erreichen konnte.

Für diejenigen, die noch keine 60 Jahre alt sind
sind das Drama und Trauma des Sechstage-Kriegs
und der sich daraus ergebende Sieg selbstverständlich.
Die Welle der Gefühle, der wundersamen Errettung
vor gigantischen arabischen Armeen, die von allen Seiten angriffen,
ist verloren gegangen.

Die Bedeutung von „Jerusalem 50“
und seine vielen Feiern wird achselzuckend zur Kenntnisgenommen,

denn heute können Zehntausende zum Kotel-Platz gehen und beten.

Der Sechstage-Krieg brachte aber auch die Rückkehr
in den Gush Etzion,

das 16 Kilometer südlich der Knesset liegt

Und im Norden

ist der schöne Kineret, der See Genezareth,

über den sich die Golanhöhen erheben, wo Syrer saßen.

Das Hadassah-Krankenhaus auf dem Skopusberg
wurde geschlossen, nachdem ein Konvoi mit medizinischen Mitarbeitern
im April 1948 überfallen und 73 Menschen ermordet wurden.

Diese Gedenkmauer im Gedenkgarten auf dem Skopusberg
war der Hintergrund für eine Nachstellung dafür, wie das Hadassah
im Juni 1967 von Bürgermeister Teddy Kollek seine Schlüssel zurückbekam.

Und die Westbank,
die man Jahrhunderte lang als Judäa und Samaria kannte,

das Land Benjamin,

erstreckt sich soweit das Auge sehen kann.

Dazu gehört Tel Schilo,
wo sich 369 Jahre lang die Bundeslade befand.

50 Jahre.

Ein halbes Jahrhundert.

Dies ist eine erstaunliche Zeit, um in Jerusalem in Israel zu sein.

Die Tage der von im Verkehr feststeckenden Fahrzeugen
würgend verschmutzten Luft auf der Jaffa Road

sind entschwindende Erinnerungen, während die Straßenbahn vorbeifährt.

50 Jahre,
die Dinge sind weit davon entfernt perfekt zu sein,
aber ich würde nicht in die Zeit vor 51 Jahren zurück wollen.

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