Offener Brief eines irakischen Juden an die Presbyterianische Kirche USA

21. März 2014 um 13:57 | Veröffentlicht in Christen+Kirchen, die Welt+Nahost | 2 Kommentare
Schlagwörter: , ,

Joe Samuels, Times of Israel blogs, 12. März 2014

Einige Ihrer Mitglieder haben unter dem Banner der Menschenrechte ein einziges Land dämonisiert. Nach ihren Angaben ist das einzige Land, das den Nahen Osten destabilisiert und der arabischen Welt viel Schmerz und Leid verschafft, nicht der Iran, Syrien oder der Libanon. Es ist Israel.

Sie glauben, die Wurzel des Problems ist der Zionismus und die Rückkehr der Juden nach Israel.

Ihre Gruppe hat gerade ein Büchlein mit dem Titel „Zionism Unsettled“ [Zionismus entsiedelt] veröffentlicht. Das Büchlein behauptet, ohne die zionistische Bewegung, die Israel gründete, würden die Juden aus arabischen Ländern immer noch in Frieden und Harmonie in den arabischen Staaten leben. Ich zitiere aus Seite 48 von „Zionism Unsettled“:

Die Juden des Nahen Ostens – sie werden auch Miszrahi-Juden genannt – teilen eine Geschichte weithin harmonischer Integration und kulturellen Anpassung in ihren Gastgeberländern. Leider wurde dieses Modell der Koexistenz durch das regionale Eindringen des Zionismus mit Beginn des späten 19. Jahrhunderts destabilisiert.

Mein arabischer Name lautet Yussuf. Ich wurde im Dezember 1930 im jüdischen Viertel der Altstadt von Bagdad geboren, das man als „Taht El-Takia“ kennt. Ich bin jetzt 83 Jahre alt. Meine Muttersprache ist Arabisch und ich bin einer dieser Juden, die in der arabisch-islamischen Kultur des Irak integriert war.

Hier sind ein paar Beispiele dafür, wie wir arabischen Juden in Harmonie mit unseren Gastgebern lebten: Ich überlebte den Farhud von 1941 – ein gewalttätiges „Progrom“, als irakische Muslime, aufgehetzt von Nazi-Deutschland, auf die Straße gingen, das jüdische Viertel zerstörten und 180 jüdische Männer, Frauen und Kinder töteten. Ich war 11 Jahre alt. Googeln Sie Farhud oder lesen Sie Edwin Blacks Buch „The Farhud“. Die Ursache des Farhud war nicht der Zionismus. Der Farhud war ein rein antisemitischer Akt. Im Alter von 14 wurde ich von zwei muslimischen Jugendlichen mit einem Messer gejagt, weil ich sie davon abhielt die Teenager-Tochter meiner Nachbarn am hellichten Tag belästigten. Als ich 18 Jahre alt war, nach dem Abschluss der Al-A’Adadiah-Oberschule, wurde mir ein Ausreisevisum zum Verlassen des Irak für ein Studium in den USA verweigert, weil ich Jude war. Meine Geschichte ist nicht einzigartig. Ich bin einer von 150.000 irakischen Juden, die diskriminiert, unterdrückt und gezwungen wurden vor religiöser Verfolgung zu fliehen – wegen meines Glaubens.

Im Mai 1948, nach dem fehl geschlagenen Versuch Israel in seinem Kampf um Unabhängigkeit zu vernichten, wandte sich die irakische Regierung gegen ihre jüdischen Bürger, deren Vorfahren kontinuierlich seit 2.500 Jahren dort gewesen waren. Verhaftungen, Folter, Freiheitsentzug und Aufhängen von Juden ließ jedes jüdische Herz vor Angst beben. Es war die Angst um mein Leben, die mich den Versuch unternehmen ließ mich im Dezember 1949 aus dem Irak schmuggeln zu lassen. Ich wurde durch den Iran geschmuggelt und fand in Israel zum ersten Mal meine Freiheit. 1941, während des Farhud gab es nichts, wohin man fliehen konnte. Gott sei Dank gab es Israel, das uns aufnahm. Ich begann dort mein Leben, wie viele Juden aus muslimischen Ländern, als enteigneter, heimatloser, mittelloser Flüchtling.

Ihre Kommentare, das „die in arabischen Ländern lebenden Juden harmonisch integriert und in Koexistenz in ihren Gastgeberländern lebten und wegen des Zionismus im 19. Jahrhundert destabilisiert wurden“ ist völlig irreführend und falsch. Erst einmal gab es nie eine kontinuierliche friedliche Koexistenz zwischen Muslimen und Juden. Es gab Tausende Jahre Juden in arabischen Ländern, aber wir lebten als Dhimmi-Bürger zweiter Klasse. Wir mussten regelmäßig Bestechungsgelder zahlen und uns ohne Gerechtigkeit zu suchen malträtieren lassen. Wenn z.B. ein jüdisches Mädchen vergewaltigt wurde, wenn ein muslimischer Kunde meinem Vater die gekaufte Ware nicht bezahlte oder wenn ein Muslim einen Juden ermordete, dann hätten wir es nicht gewagt Gerechtigkeit zu suchen, aus Angst vor Vergeltung.

Von den 850.000 Juden, die einst arabische Länder bewohnten und entweder vertrieben wurden oder flüchteten, darunter auch ich und meine Familie, lebt keiner in Flüchtlingslagern. Wir haben uns überall in der Welt, in vielen Ländern als angesehene Bürger niedergelassen. Meine Familie ist dankbar Bürger der Vereinigten Staaten zu sein. Wir sind glücklich aus dem Irak entkommen zu sein und niemand von uns teilt Ihre Traurigkeit oder hat die Nostalgie zurückzugehen und als unterdrückte Bürger zweiter Klasse in einem muslimischen Land zu leben.

Von den 600.000 Juden, die aus den arabischen Ländern nach Israel gingen, lebt niemand in einem Flüchtlingslager. Eine ähnliche Zahl palästinensischer Flüchtlinge aus dem Krieg, den ihre Führer begannen, leben nach 66 Jahren immer noch in Flüchtlingslagern in arabischen Ländern.

Stellen Sie sich vor, die irakische Regierung verspräche meiner Familie das konfiszierte Haus im Distrikt Al-Alwiya zurückzugeben. Stellen Sie sich vor, sie versprechen das Importgeschäft meines Vaters zurückzugeben. Stellen Sie sich vor, ich brächte meine Frau, meine drei Kinder (zwei mit Doktortitel, einer Arzt) und fünf Enkel nach Bagdad. Wie verrückt wäre ich? Als amerikanische Juden und Zionisten – wie lange, glauben Sie, würde es dauern, bis wir umgebracht werden?

Ihre Veröffentlichung „Zionism Unsettled“, die für Boykott, De-Investition und Sanktionen (BDS) Israels wirbt, lehnt die Existenz eines jüdischen Staates ab. Das ist kein Angriff auf israelische Politik, sondern auf die pure Vorstellung, dass Juden selbstbestimmt sind und einen eigenen Staat und Zuhause haben. Zu behaupten, dass es in Ihrer Veröffentlichung um Besatzung geht, zu behaupten, dass es darin um Frieden geht, zu behaupten, dass es darin um Menschenrechtsmissbräuche geht, zu behaupten, dass es darin um etwas anderes als niederträchtigen, gehässigen, antisemitischen Judenhass geht, ist eine Lüge.

Sollte es für Sie als christliche Kirche nicht Priorität haben für Ihre christlichen Geschwister einzutreten? Wo ist Ihre Veröffentlichung von „Islam Unsettled und der Umgang mit Christen in der muslimischen Welt“? Fünfzig koptische Kirchen wurden an einem einzigen Tag niedergebrannt, als Morsi in Ägypten herrschte. Eine Million irakischer Christen lebt in Flüchtlingslagern in Jordanien. Was ist mit den Christen in Syrien unter den Rebellen oder Christen im Gazastreifen? Bethlehem hatte eine christliche Mehrheit; heute hat es eine muslimische Mehrheit. Der Libanon war das einzige arabische Land mit einer Mehrheit an Christen. Heute leben die libanesischen Christen als Minderheit und wagen es nicht die Hisbollah zu entwaffnen, die extremistische Gruppe, die den Libanon beherrscht.

Reverend Chris Leighton, der geschäftsführende Direkter des Institute for Christian & Jewish Studies, der Ihrer Veröffentlichung heftig ablehnte, fasst seinen Widerspruch in einem offenen Brief an die Kirche zusammen. Er schrieb: „Nahezulegen, dass das die jüdische Sehnsucht nach einem eigenen Heimatland – ein Sehnen, das wir Presbyterianer für zahlreiche andere Nationen unterstützt haben – irgendwie theologisch und moralisch abstoßen ist, bedeutet Juden ihre eigene Identität als Volk zu verweigern.“

Es gibt 22 arabische Staaten. Es gibt Platz für einen dreiundzwanzigsten. Doch es gibt keinen Platz für einen jüdischen Staat von der Größe New Jerseys? Schande über Sie.

Christus am Checkpoint-Konferenz: Werbung für Delegitimisierung, nicht für Versöhnung

19. März 2014 um 14:29 | Veröffentlicht in Christen+Kirchen, Nahost-Konflikt | Hinterlasse einen Kommentar
Schlagwörter: , , ,

Dan Calic, The American Thinker, 15. März 2014

Vom 10. bis 14. März wurde die dritte „Christ at the Checkpoint“-Konferenz in Bethelehm begangen. 2010 initiiert, ist dies eine Zusammenkunft Hunderter christlicher Leiter aus aller Welt. Viel wurde über die Konferenz diskutiert, was ihre Ausgewogenheit oder sollten wir sagen: deren Fehlen angeht. In der Tat legt schon der Name der Konferenz nahe, dass Jesus, würde er heute leben, Verhören durch israelische Sicherheitskräfte unterzogen würde. Er legt auch nahe, dass Jesus kein Jude, sondern „Palästinenser“ sei. Während sein Status für viele zur Debatte steht, gibt es keinerlei Beweise, die nahe legen, er sei „palästinensisch“. Das ist Teil eines fortgesetzten Versuchs der Organisatoren die Geschichte umzuschreiben.

Ungeachtet hochtrabender Worte wie „Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung“, die zum Teil für die Beschreibung ihrer Ziele benutzt werde, ignoriert die Konferenz Israels Recht auf Selbstverteidigung gegen Terrorismus und konzentriert sich einzig auf das „leidende palästinensische Volk“.

Eine weitere Bemühung die Geschichte umzuschreiben ist ihre Förderung der „palästinensischen Kirche“ und der „uralten Nation des palästinensischen Volks“. Theologen müssen nur einen Blick in die Bibel werfen, der zu folgen sie behaupten, um zu wissen, dass es keine solche „Kirche“ oder „uralte Nation“ gibt. Die „Palästinenser“ sind Araber, die Yassir Arafat 1967 als solche umbenannte, um ein einzigartiges ethnisches und kulturelles Erbe zu erfinden.

Das Manifest der Konferenz beinhaltet mehrere Punkte, die einer genaueren Untersuchung bedürfen. Zum Beispiel:

5. „Jeder Exklusivanspruch auf das Land der Bibel im Namen Gottes stimmt nicht mit der Lehre der Schrift überein.“ Mit anderen Worten: Es ist inakzeptabel die Bibel für die Bestätigung zu nutzen, wem das Land gegeben wurde. Was nehmen Christen als Grundlage ihrer Lehre? Die Bibel. Doch diese Konferenz sagt, sie kann nicht genutzt werden, wenn sie die Rechtmäßigkeit des Besitzes des Landes bestätigt. Warum? Man muss zu dem Schluss kommen, dass sie wissen, dass die Bibel bestätigt, das Gott das Land den Juden gab. Damit wird die Bibel zu einer unbequemen Wahrheit. Mit einem Wort: Das ist heuchlerisch.

9. „Für palästinensische Christen ist die ‚Besatzung‘ das Kernproblem des Konflikts.“ Diese Äußerung ignoriert die „Kern“-Frage, die aus Zweierlei besteht: Die Weigerung der arabischen Welt Israels Existenzrecht anzuerkennen und die Notwendigkeit, dass Israel sich vor Terror und den Versuchen es zu vernichten schützt. In der Tat wurden so viele Terroranschläge gegen unschuldige israelische Zivilisten lanciert, dass eine Mauer errichtet werden musste, um sich gegen die ständigen Anschläge zu schützen. Seit 1948 sind mehr als 3.900 Zivilisten von arabischen Terroristen getötet worden. Doch statt diese Realität anzuerkennen, ziehen es die Organisatoren der Konferenz vor die Mauer als [Rassen]- „Trennung“ oder „Apartheidmauer“ zu bezeichnen, ein offensichtlicher Versuch Israel als eifernd und rassistisch zu brandmarken. Eine ehrliche Äußerung würde auf Israels Bedarf an Sicherheit verweisen.

12. „Christen müssen den globalen Zusammenhang des Aufstiegs des extremistischen Islam verstehen.“ Mit anderen Worten: Die christlichen Organisatoren und Teilnehmer sollten einfühlsam dafür sein, warum der fundamentale Islam angeschwollen ist? Das Ziel des fundamentalen Islam ist die Vernichtung der Juden und der Christen. Warum sollte eine Konferenz von „Christen“ Empathie für ein solches Ziel vorschlagen?

Teil des Grundes ist, dass den meisten Menschen, besonders außerhalb der Region, nicht bewusst ist, dass viele der arabischen palästinensischen Christen arabische Muslime als ihre „Brüder“ im Kampf um „bewaffneten Widerstand“ gegen Israel betrachten. Das legt nahe, dass ihre materiellen Ziele wichtiger sind als ihr Glaube, der einer fundamentalen christlichen Lehre widerspricht.

In der Tat ist einer der Organisatoren und Redner der Konferenz, Sami Awad, Gründer des Holy Land Trust, damit zitiert worden, dass er sagte, nicht gewalttätige Demonstrationen seien „kein Ersatz für den bewaffneten Kampf“. Außerdem ignorieren sie bequemerweise die Tatsache, dass Schikanen durch arabische Muslime die Hauptursache des enormen Bevölkerungsrückgangs der arabischen Christen in Bethlehem, Nazareth usw. ist. Sie sollen Sie Glauben machen, dass es Israels Fehler ist, während die bekannte Tatsache so aussieht, dass Muslime im gesamten Nahen Osten und darüber hinaus Christen verfolgen.

Ein weiterer Versuch die Geschichte umzuschreiben, fand auf der Konferenz von 2012 statt. Nur, dass in diesem Fall das Opfer der Neuschreibung der Geschichte die Bibel war. Jack Sara, Präsident des Bethlehem Bible College und Gastgeber der Konferenz, änderte Hesekiel 37 ab. Dabei handelt es sich um eine gut bekannte Stelle der jüdischen Bibel, die sich auf das Haus Israel bezieht. Hier ist das, was Sara sagte (S. 43):

Die Hand des Herrn legte sich auf mich und der Herr brachte mich im Geist hinaus und versetzte mich mitten in die [Westbank - Bethlehem, Jenin und Salvit und Nablus und Ramallah.]**
Sie war voll von Gebeinen… Er fragte mich: Menschensohn, können diese Gebeine wieder lebendig werden? [Kann das palästinensische Volk leben?]**
Da sagte er zu mir: Sprich als Prophet über diese Gebeine und sag zu ihnen: Ihr ausgetrockneten Gebeine, hört das Wort des Herrn!…

(** Die Worte in den eckigen Klammer wurden von Sara hinzugefügt und stehen nicht in der Bibel.)

Ein Blick auf die Redner der Konferenz ist ebenfalls verräterisch. Die Organisatoren sagten, alle Gesichtspunkte seien eingeschlossen. Doch die Liste der 34 vorgesehenen Redner und ihre Aufzeichnungen bestätigen die eklatante Unausgewogenheit der Konferenz. 32 der Redner sind als Kritiker Israels und Anhänger der Ersetzungstheologie bekannt. Wenn die Organisatoren Ausgewogenheit der Meinungen behaupten wollen, müssen sie auch glauben der Mond sei aus Käse gemacht.

Auch ein vor kurzem veröffentlichter NGO-Bericht bestätigt, dass die Regierungen der USA, Großbritanniens und der Niederland der Konferenz und Sami Awads Holy Land Trust Geldmittel gespendet haben. Dass die US-Regierung antiisraelischen theologischen Bemühungen Gelder spendet, wird den Konflikt nur weiter anheizen statt ihn zu lösen.

Wenn die Organisatoren der Konferenz wirklich Verständnis fördern wollen, könne sie damit beginnen, dass sie ihr einen etwas weniger hetzerischen Namen geben, aufhören ihre Bibel zu verbieten, wenn die ihnen ungelegen kommt und bezüglich Israels Bedürfnis nach Sicherheit ehrlich sind. Vielleicht gibt es dann eine Chance für echte „Frieden, Gerechtigkeit und Aussöhnung“.

Wer sind die Oberhäupter der Kirchen in Jerusalem?

19. Februar 2014 um 15:29 | Veröffentlicht in Christen+Kirchen, Jerusalem, Nahost-Konflikt | Hinterlasse einen Kommentar

Malcolm Lowe, Gatestone Institute, 29. Januar 2014 (mit freundlicher Genehmigung des Autors und seines Übersetzers)

Weihnachten 2013 wurde in den Kirchen wieder einmal durch kleinmütige Judenhasser getrübt, die sich als Verfechter der Palästinenser darstellen. Die Details wurden hier sorgsam gesammelt. Oft beanspruchen sie, im Namen „der palästinensischen Christen“ zu handeln. Aber die palästinensischen Christen, auf die sie sich berufen, kann lediglich irgendeine Clique sein, die nicht befugt ist, im Namen des „palästinensischen Christentums“ zu reden, wie etwa die handvoll Ehemaliger und Möchtegerns, die das sogenannten Kairos-Palästina-Dokument verfasst haben. Die „Oberhäupter der Kirchen in Jerusalem“ können wohl als die einzige Einrichtung betrachet werden, die die authentische Meinung der palästinensischen Christen zum Ausdruck bringt. Aber auch für diese Annahme fehlt die Grundlage, wie wir sehen werden.

Die Weihnachtsbotschaft der Oberhäupter der Kirchen in Jerusalem von 2013 ist sicherlich eine bewundernswerte und beispielhafte Aussage der christlichen Theologie, die alle Menschen guten Willens leiten könnte. Es tröstet die christlichen Opfer des heutigen Nahen Ostens, ohne jemand für die Schuld zu benennen oder den Abstieg in eine freischärlerische Politik zu beschuldigen. Nur Fanatiker, gleich welcher Überzeugung, könnten mit Worten nicht einverstanden sein, wie etwa: „Einige sehen Gewalt als den einzigen Weg Ordnung zu schaffen und Sicherheit zu erreichen oder andere als den einzigen Weg, Unterdrückung und Ungerechtigkeit zu widerstehen. Wir glauben fest daran, dass Gewalt nicht der Weg ist und dass Jesus als der Friedefürst gekommen ist, um uns nicht nur zu zeigen, wie wir mit Gott versöhnt werden, sondern auch miteinander. Frieden muss in den Herzen der Menschen beginnen, wenn wir das gemeinsam Menschliche erkennen, das wir mit jedem einzelnen Menschen teilen, der nach dem Bild Gottes geschaffen ist.“

Von wem spricht die Nachricht? Von Syrern und Ägyptern ebenso wie von Israelis und Palästinensern, wie aus anderen Teilen der Nachricht deutlich wird, allerdings ohne Namen zu nennen. Noch vor einigen Jahren tendierten aber die wiederholten Verlautbarungen im Namen der Oberhäupter der Kirchen deutlich in Richtung Palästinenser, sei es in den jährlichen Botschaften zu Weihnachten und Ostern oder in Reaktion auf bestimmte Ereignisse. Manchmal waren die Nachrichten mit politischen Forderungen an die israelischen Regierungen und die verschiedenen palästinensischen Fraktionen gespickt.

Mays Mißverständnisse

Diese Verlautbarungen veranlassten die Akademikerin Melanie A. May, eine kommentierte Sammlung von fast siebzig dieser veröffentlichen Statements zu publizieren: Jerusalem Testament: Palestinian Christians Speak, 1988-2008 (Eerdmans, 2010). Der Klappentext behauptet: „Dieses Buch ist ein kraftvolles Zeugnis für das Evangelium von Jesus Christus und den Glauben und die Hoffnung palästinensischer Christen, die in den besetzten Gebieten leben. Melanie May führt in die bemerkenswerten öffentlichen Erklärungen der Jerusalemer Kirchenoberhäupter der vergangenen zwei Jahrzehnte, 1988 bis 2008, ein und stellt sie vor. Durch Jerusalem Testament sprechen die Stimmen palästinensischer Pastoren im Namen ihres eigenen Volkes und rufen Christen weltweit auf zu einem neuen Bund mit ihren Brüdern und Schwestern in und um Jerusalem.“

Leider sind sowohl der Klappentext als auch der Titel des Buches nicht nur irreführend, sondern falsch. Die Statements erscheinen in der Regel über dreizehn Signaturen. Zwölf sind die der Kirchenführer, normalerweise in folgender Reihe: griechisch-orthodox, lateinisch-katholisch, armenisch-orthodox, koptisch-orthodox, syrisch-orthodox, äthiopisch-orthodox, griechisch-katholisch, maronitisch, episkopal (anglikanisch), lutherisch, syrisch-katholisch und armenisch-katholisch. Der dreizehnte Name, der des franziskanischen Kustos, steht auf dem vierten Platz, nach den drei historischen Patriarchen.

Sieben davon repräsentieren nicht-palästinensische Kirchen: die zwei armenischen, die koptische, die zwei syrischen, die äthiopische und die maronitische. Sie werden von Nicht-Palästinensern geleitet und ihre Mitglieder sind weder Palästinenser, noch nicht einmal ethnische Araber. Die Kopten, zum Beispiel, sind Nachfahren der vorislamischen Bevölkerung von Ägypten, da das islamische Recht die Heirat von muslimischen Frauen mit christlichen Männern verbietet, während es die Kinder von einem muslimischen Mann und einer christlichen Frau als muslimisch zählt. Die Armenier und Syrer sind Nachkommen von Flüchtlingen des Völkermordes des Ersten Weltkriegs in der Türkei; es gab auch Massentötungen an syrischen und griechischen Christen in der Türkei, nicht nur an den Armeniern. Die Maroniten, so erklärte uns einmal charmant eines ihrer Oberhäupter, nennen sich selbst „Araber“, wenn sie politisch schwach, aber „Phönizier“, wenn sie politisch stark sind.

Zu den sechs anderen Kirchen gehören auch Palästinenser, aber der griechisch- orthodoxe Patriarch ist immer griechisch (wie auch die meisten in der oberen Hierarchie), der franziskanische Kustos ist ein Italiener, und die griechisch- katholischen Christen werden in der Regel von einem Syrer geleitet, derzeit allerdings von einem Ägypter, der eine griechische Mutter hat. So waren also in der Zeit des Buches von Professorin May (und sind es auch heute) nur drei der dreizehn Häupter Palästinenser, obschon in Erinnerung ist, dass auch diese drei immer aus Italien (die Lateiner), aus Großbritannien (die Episkopalen) und aus Deutschland (die Lutheraner, bevor die arabischen Gemeinden von den Deutschen getrennt und eine unabhängige Kirche wurden) kamen.

Andererseits sind ihre Parochien nicht nur palästinensisch, sondern umfassen auch Israel und Jordanien. Das griechische Patriarchat erstreckt sich bis zu den Golfstaaten, das lateinische Patriarchat schließt Zypern ein, die anglikanische Diözese umfaßt Libanon und Syrien, und die Franziskaner kommen aus der ganzen Welt. Darüber hinaus haben die Kirchen mit arabischen Mitgliedern, mit Ausnahme der arabischen Lutheraner, weit mehr Mitglieder innerhalb des Staates Israel als in den Gebieten der palästinensischen Autonomiebehörde.

Es ist darum lächerlich, von den Dreizehn so zu sprechen, als seien sie palästinensische Kirchen, die von palästinensischen Christen geleitet werden. Dieser Fehler ist jedoch keine Besonderheit der Professorin May, sondern nur übernommen von dem, was fast alle pro-palästinensischen Ausländer, darunter viele Akademiker, als selbstverständlich annehmen.

Die Erklärungen von Professorin May sind ebenfalls von palästinensischer Propaganda beeinflusst, die für bare Münze genommen werden. Nur ein Beispiel sind ihre Zeilen (S. 44), dass „im September 1996 … Ministerpräsident Netanyahu grünes Licht gab den ‚Klagemauer-Tunnel‘ zu öffnen, einen archäologischen Tunnel, der unter der Al-Aqsa und dem Haram al-Sharif verläuft“. Dies ist kein unbeabsichtigtes Versehen, da sie es wiederholt (S. 55): „Der archäologische Tunnel, der unterhalb des Haram al-Sharif verläuft“. Tatsächlich wurde dieser Anwurf von Palästinensern propagiert und provozierte gewalttätige Ausschreitungen, bei denen Menschen getötet und verletzt wurden. Er war aber eine grobe Lüge. Der „Tunnel“ verläuft nicht unter der Al-Aqsa oder dem Tempelberg (ein Begriff, den sie offenbar vermeidet, vielleicht aus Rücksicht auf die bösartige palästinensische Lüge, dass es dort nie einen jüdischen Tempel gegeben habe). Zweitens ist es kein Ausgrabungstunnel und drittens wurde nicht „es“, sondern etwas anderes eröffnet.

Um genau zu sein: Es ist die alte Straße, die vermutlich schon in der Zeit Jesu bestand, aber jahrhundertelang verschüttet war, die entlang der Westseite des Tempelbergs führt. Die Straße wurde beim Entfernen des angesammelten Schutts in den Unterbauten neuerer Gebäude ausgegraben. Und was eröffnet wurde, war nicht der Ort, der bereits für Besucher zugänglich war, sondern nur ein Ausgang zur Via Dolorosa an seinem nördlichen Ende. Die Idee war, einen kontinuierlichen Besucherstrom von Süden nach Norden zu ermöglichen. Falls Professorin May jemals seitdem in Jerusalem war, hätte sie eine Tour buchen und es selbst sehen können. Die Touren wurden Jahr um Jahr durchgeführt, ohne noch Unruhen zu provozieren, weil die Palästinenser begriffen haben, dass sie wieder einmal verleitet worden waren, sich für die Lügen ihrer Führer töten zu lassen.

Doch der krasseste Fehler – mit dem Professorin May ebenfalls nicht allein steht – ist die Annahme, dass diese verschiedenen Verlautbarungen in Sitzungen der dreizehn Unterzeichner entstanden. Soweit ich, der ich seit 1970 in Jerusalem lebe, feststellen konnte, ist jedes dieser Statements, bis auf den heutigen Tag, normalerweise das Werk einer einzelnen Person. Die Oberhäupter der Kirchen haben möglicherweise jeweils wenig mehr getan als, wenn überhaupt, ihre Unterschriften hinzuzufügen. Manchmal haben sie nicht einmal alle das getan, aber die Botschaft ging trotzdem hinaus.

Die Träumereien von Sellors

Für die gesamte Periode des Buches von Professorin May (1988-2008) ist nicht einmal klar, ob überhaupt eines der im Namen der Kirchenoberhäupter herausgegebenen Statements von einem Palästinenser geschrieben wurde. Sicher ist, dass in der zweiten Hälfte dieses Zeitraums der Mann, der die Verlautbarungen verfasste, kein Palästinenser war, sondern ein vor kurzem angereister Engländer, Michael H. Sellors (1936-2010).

In der Zeit von 1997-2002 war Sellors Dekan der episkopalen St. Georgs-Kathedrale. Nach seiner Pensionierung beschloss er, in Jerusalem zu bleiben anstatt in seine alte Diözese in England zurückzukehren, wo er, wie das Gerücht ging, eine Ehefrau hatte. Wegen seiner exzentrischen Erscheinung und Art war er bei Einigen bekannt als „Mad Mike“. Wer aber die Barsetshire-Romane von Anthony Trollope gelesen hat, dem Lieblingsautor des verstorbenen britischen Premierministers Harold Macmillan, wundert sich nicht über seltsame anglikanische Geistliche.

Obwohl Sellors kein Mandat mehr hatte, ließen ihn die Oberhäupter der Kirchen weiterhin ihre gelegentlichen Treffen und Geschäft koordinieren, währenddessen er sich weiterhin „Hochwürden“ nennen ließ. Er fand Unterkunft durch die Großzügigkeit des einen oder anderen Klosters. Aber nun hatte er auch weniger Beschränkungen für seine Abfassung von Verlautbarungen. Man hofft, dass einer oder mehrere Kirchenführer seine Weihnachts- und Osterbotschaften begleitet haben, aber andere Verautbarungen wurden durch plötzliche Ereignisse veranlasst. Die Erklärung unterlag dann einem Prozess, den man als „Mad Mike-Manöver“ bezeichnen könnte. Das heißt, sein Statement wurde in die Büros aller Kirchenoberhäupter mit dem Hinweis geschickt: „Das wird mittags versandt, falls ich nichts von Ihnen höre.“ Ungeachtet der Tatsache, dass einige von ihnen, wie es Prälaten mit weitreichenden Diözesen geht, außer Landes waren.

Die meisten der Oberhäupter der Kirchen könnten eine passive Rolle in der Formulierung solcher Erklärungen gespielt haben. Doch jemand, dessen Hand in einigen dieser Aussagen gefühlt werden kann, ist Michel Sabbah, dessen Amtszeit als lateinischer Patriarch (1987-2008) fast den gesamten Zeitraum umfasst, den das Buch von Professorin May aufzeichnet.

Unmittelbar nach seiner Pensionierung, befreit von Beschränkungen und nicht bereit loszulassen, spielte Sabbah eine Rolle bei der Formulierung des Kairos-Palästina-Dokuments, das im Dezember 2009 veröffentlicht wurde. Die Hauptinitiatoren dieses Dokuments waren jedoch zwei vom Sekretariat des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) angestellte Palästinenser: Yusef Daher und Rifat Odeh Kassis. Obwohl das Dokument der Welt in Bethlehem vorgestellt wurde, liegt seine ursprüngliche Herkunft, abgesehen von der Finanzierung des Projekts, in Genf.

Nicht lange nach der Pensionierung von Sabbah starb Sellors plötzlich (27. Januar 2010). Eines Morgens bemerkte man, dass er zusammenhanglos sprach, aber leider wurde das einem Rausch zugeschrieben. Als er schließlich überredet werden konnte, in ein israelisches Krankenhaus zu gehen, wurde dort ein Schlaganfall diagnostiziert und es war zu spät.

So ist die begeisterte Rede von Professorin Mays Klappentext über „den Glauben und die Hoffnung der Palästinenser“ und „die Stimmen der palästinensischen Hirten“ viel dummes Zeug. Stattdessen dokumentiert ihr Buch in hohem Maße die Träumereien eines exzentrischen Engländers, die ein automatisches grünes Licht hauptsächlich von nicht- palästinensischen Kirchenführern bekamen.

Dies soll nicht die Kirchenoberhäupter verunglimpfen. Im Gegenteil, für die meisten von ihnen, die ich kenne, könnten viele Beispiele ihrer Hingabe an ihre Gemeinden und ihres wahrhaft christlichen Geistes angeführt werden. Viele müssen auch häufig reisen und in langen, Pflichtgottesdiensten amtieren. Mit wenigen Ausnahmen, wie Sabbah und dem arabisch-lutherischen Bischof Munib Younan, können sie ihre Zeit nicht mit dem Schreiben politischer Kommentare vergeuden.

Sie mögen es sogar als Zeitverschwendung ansehen. Es wäre schwer, ein Beispiel aus den im Buch von Professorin May zusammengestellten Statements zu finden, das einen Einfluss auf den politischen Prozess gehabt hätte. Aktive Politiker mögen Kirchenführern höflich zuhören, aber sie haben wichtigere Themen im Kopf, wie die Wirtschaft, die nationale Sicherheit und die Sicherstellung ihrer eigenen Wiederwahl. Die Einzigen, die viel aus diesen Nachrichten gemacht haben, sind pro-palästinensische Wissenschaftler und Bürokraten im ÖRK und in westlichen Kirchen, die selbst keinen politischen Einfluss haben.

Im Oktober 2012 zum Beispiel sandten fünfzehn meist protestantische Kirchenführer einen Brief an den US-Kongress und forderten ihn auf, die Militärhilfe für Israel zu überdenken. Unbeeindruckt davon erhöhte der Kongress in der Zwischenzeit die Hilfe für Israel. Die Gründe dafür sind offensichtlich. Seit Präsident Obamas Rede in Kairo (4. Juni 2009), für die er den Friedensnobelpreis jenes Jahres bekam, gibt es im Nahen Osten zunehmende Kriegsführung und Chaos. In Ägypten sind alle streitenden Parteien wütend auf die USA. Abgesehen von US-Stützpunkten im Persischen Golf ist Israel das einzige Standbein des noch verbleibenden US-Einflusses. Darüber hinaus wird die Militärhilfe im US-Interesse gebraucht: Ein Teil wird für den Kauf von US-Waffen ausgegeben, ein anderer für die Entwicklung von Raketenabwehrsystemen, die die USA selbst nutzen wollen.

Heute ist es eine andere Person, die die Verlautbarungen schreibt und darüber hinaus den Kirchenoberhäuptern ausreichend Zeit gibt, um sie zu bewerten. Es besteht keine Notwendigkeit, den Namen zu nennen oder zu erwähnen, ob es ein Mann oder eine Frau ist. Es genügt zu sagen, dass ein Palästinenser ein treuerer Christ sein kann als ein ausländischer Pro-Palästinenser, der zwar sein palästinensisches Christsein zur Schau stellt, es oft aber nicht ist.

Auch wenn die Statements politische Themen berühren, so hat sich der Ton geändert. Im Vorfeld der Debatte um einen palästinensischen Staat in der UN-Vollversammlung im Jahr 2011 veröffentlichten die Oberhäupter der Kirchen ein Kommuniqué zu „den Prinzipien, in denen wir übereinstimmen“: „1. Eine Zwei-Staaten-Lösung dient der Sache des Friedens und der Gerechtigkeit. 2. Israelis und Palästinenser sollen jeweils in ihrem je eigenen, unabhängigen Staat in Frieden und Gerechtigkeit leben und die Menschenrechte gemäß internationalen Rechtes leben. 3. Verhandlungen sind der beste Weg, um alle noch offenen Probleme zwischen den beiden Seiten zu lösen. 4. Palästinenser und Israelis sollten Zurückhaltung üben, unabhängig vom Ergebnis der Abstimmung bei den Vereinten Nationen. 5. Jerusalem ist für die Anhänger aller drei abrahamitischen Religionen eine heilige Stadt, in der alle Menschen in Frieden und Ruhe leben können, eine Stadt, die von zwei Völkern und drei Religionen geteilt wird.“

Hier gibt es keine parteiische Haltung im Namen von Israelis oder Palästinensern. Einige von uns würden sagen, dass das Reden von einer Zwei-Staaten-Lösung unrealistisch ist, wenn eine Drei-Staaten-Lösung bereits existiert (wobei Gaza und die West Bank getrennte Wege gehen). Aber da die Regierungen und internationalen Medien diese Phantasie immer noch propagieren, kann den Oberhäuptern der Kirchen nichts vorgeworfen werden.

Sanierte Kirchen

Das Verschwinden von Sellors und Sabbah ist nur ein Teil der Erklärung für den veränderten Ton der Statements. Die Kontrolle darüber, was im Namen der Kirchenoberhäupter herausgegeben wird, ist auch strenger geworden. Das hat damit zu tun, dass innere Krisen der verschiedenen Kirchen behoben wurden.

In erster Linie hat das griechisch-orthodoxe Patriarchat eine längere Reihe von Problemen überwunden (Beispiele folgen). Diese Entwicklung ist von Bedeutung, weil der griechische Patriarch der Vorsitzende aller Treffen der Kirchenoberhäupter und ihr anerkannter Sprecher für formale und zeremonielle Zwecke ist. Während des langen Dämmerns des griechischen Patriarchats konnte Sabbah das Rampenlicht für seine Zwecke gewinnen.

Die Amtszeit des griechischen Patriarchen Diodoros I (1981-2000) war von Problemen heimgesucht. Zu seinen ersten Amtshandlungen gehörte die Verbannung von jungen Priestern aus Jerusalem, die als Schützlinge seines Vorgängers, des verehrten Benedikts I, galten. Einmal wurden in der Limousine von Diodoros bei seiner Rückkehr aus Jordanien Drogen und Gold gefunden. Nach einer langen Untersuchung entschieden die israelischen Behörden, seine Darstellung zu akzeptieren, dass er nichts davon gewußt habe. In seinen letzten Jahren war er durch Krankheit praktisch arbeitsunfähig. Sein Gesundheitszustand wurde dann von einer Gruppe von Israelis ausgenutzt, um ein Dokument mit seinem Namen zu erhalten, das eine langfristige Vermietung verschiedener Immobilien an den Staat Israel für sechzehn Millionen Dollar garantierte. Nur war seine Unterschrift gefälscht und die von israelischer Seite übergebenen US-Dollar gingen verloren. Die Verurteilung der letzten Angeklagten in diesem Fall wurde vor kurzem von Israels Oberstem Gerichtshof bestätigt.

Sein Nachfolger Irenaios I (2001-2005) hatte mit anderen Problemen zu kämpfen. Seine Anerkennung durch Israel wurde lange wegen eines angeblichen Briefes verzögert, den er an Yasser Arafat geschickt hätte; der Brief wurde schließlich als Fälschung identifiziert. In der Zwischenzeit warf er seinem Hauptherausforderer in der Wahl zum Patriarchenamt vor, ein Killerkommando beauftragt zu haben, ihn für eine halbe Million Dollar zu töten. Wie der Rivale, der der Sekretär des Patriarchats unter Diodoros gewesen war, so viel Geld erworben haben konnte, wurde nicht erläutert.

Später stellte Irenaios einen jungen Mann ein, dem er seine Vollmacht gab, die der für angebliche Vermietungen von Patriarchatsimmobilien an verschiedene jüdische Gruppen benutzte. Der Bericht einer Untersuchungskommission, die von der palästinensischen Autonomiebehörde eingesetzt wurde, bestätigte, dass Irenaios nicht beabsichtigt hatte, die Immobilien zu vermieten, aber sein Verhalten hat so viel wütende Irritationen unter palästinensischen Mitgliedern der Kirche hervorgerufen, dass die Heilige Synode votierte, ihn abzusetzen und einen Nachfolger, Theophilos III, zu wählen. Weitere Faktoren im Hintergrund waren der persönliche Stil Irenaios anderen gegenüber im Patriarchat und seine Auseinandersetzungen mit Mitgliedern anderer Kirchen.

Daraufhin erschienen erneut Briefe, angeblich von Theophilos, an Feinde des Staates Israel. Folglich erkannte Israel zwei Jahren lang weiterhin den abgesetzten Irenaios an und lud ihn sogar zu offiziellen Anlässen ein, wo er von anderen Christen gemieden wurde. Schließlich erwiesen sich im Jahr 2007 die Vorwürfe als weiterer Unsinn und Theophilos wurde anerkannt. Es gibt immer noch verärgerte Mitglieder der Kirche, die Lügen über ihn zu verbreiten suchen, aber er hat zunehmend Respekt bei der Mehrheit gewonnen, Arabern wie Griechen.

Glücklicherweise war Theophilos immer ein einfacher Diener der Kirche und wurde mit keiner politischen Haltung oder klerikalen Fraktion identifiziert. Er fand die Finanzen der Kirche in einem miserablen Zustand vor, teilweise weil der Zugang zu den Bankkonten der Kirche in der Zeit der Nicht-Anerkennung blockiert war. So begann seine Sanierung der Kirche, die ihre Titular-Führung vor allen lokalen Kirchen wieder aufzunehmen ermöglichte, gerade in der Zeit, in der Professorin May´s Buch endet.

Auch die Episkopalkirche (Anglikaner) gehörte zu den Kirchen, die in der Zeit von Professorin Mays Buch Probleme hatten. Sowohl Bischof Samir Kafity (1984-1998) als auch Bischof Riah Abu El-Assal (1998-2007) propagierten palästinensischen Nationalismus ebenso inbrünstig wie den christlichen Glauben. Bischof Samir eröffnete einst seine Osterpredigt (ich war dort) mit der folgenden Botschaft: „Wir arabischen Christen von Jerusalem, wir sind das Oster-Volk, weil die Auferstehung hier stattfand.“ Damit negierte er alle christliche Theologie. Es ist das Grundprinzip aller christlichen Kirchen, wie sie sich auch sonst unterscheiden mögen, dass Jesus Christus starb, um für die Sünden der ganzen Welt zu sühnen, nicht nur für Juden, geschweige denn allein für die heutigen arabischen Christen von Jerusalem. „Jesus Christus … ist die Versöhnung für unsere Sünden, nicht nur für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt“ (1. Joh. 2,1-2).

Das war also Ketzerei. Bedauerlicherweise hat die palästinensische Häresie inzwischen mehrere protestantische Kirchen unterwandert. Diese Häresie macht die Palästinenser zum auserwählten Volk und behandelt das Kairos-Palästina-Dokument als unfehlbare Schrift, wohingegen es natürlich gestattet ist, die schlichte Bedeutung der Bibel zu ignorieren oder zu verdrehen. Die Kirche, die dieser Häresie erst zuletzt wieder erlegen ist, ist die Kirche von Schottland.

Das erstaunlichste Ereignis während Samirs Amtszeit ereignete sich bei einem Besuch in London. Die Metropolitan Police, die seine Identität nicht kannte, inhaftierte ihn in der U-Bahnstation Baker Street. Nach einigen Tagen wurde beschlossen, dass es kein öffentliches Interesse für eine Anklage gab (auch gibt es kein öffentliches Interesse, hier den Grund für seine Festnahme anzugeben). Bei seiner Pensionierung entschied sich dieser palästinensische Nationalist, sich in Kalifornien niederzulassen. So viel zu dem Oster-Volk.

Bei der Wahl zu seinem Nachfolger war der von Riah besiegte Konkurrent Naim Ateek. Letzterer jedoch war weiterhin ein Rivalitäsfokus für Riah, bis Ateek zustimmte in Rente zu gehen und sich aus der Beteiligung an kirchlichen Angelegenheiten zurückzuziehen. So vertreten Ateek und sein Sabeel Center, das weltweit von pro-palästinensischen Christen so geliebt wird, keinesfalls Ateeks eigene Kirche.

Sobald Bischof Suheil Dawani im Jahr 2007 das Bischofsamt übernahm, strengte er in den israelischen Gerichten ein Verfahren gegen seinen Vorgänger an. Kurz vor seinem Ruhestand hatte Riah rechtliche Schritte unternommen, um eine kirchliche Schule in Nazareth in seinem eigenen Namen zu registrieren, die er „Bishop Riah Educational Campus“ nannte. Er begann, große Summen an Schulgebühren zu sammeln. Es gab auch andere schwere Vorwürfe finanzieller Unregelmäßigkeiten und Betrugs.

Michael H. Sellors wurde im Jahr 1997 zum Dekan der episkopalen Kathedrale ernannt und verfasste seine pro-palästinensischen Statements während der gesamten Zeit, in der sein palästinensischer Bischof angeblich jene Straftaten beging. Ein Foto von Sellors mit Bischof Riah findet sich hier (Sellors ist auf der linken Seite).

Später war Riahs Frau an einem Aufruhr in dem Diözesanbüro beteiligt. Die israelischen Gerichte haben in den Jahren 2008 und 2010 entschieden, die Schule in Nazareth wieder der Kirche zuzusprechen. Die Episkopalprovinz forderte daraufhin Riah auf rund fünf Millionen Schekel an die Diözese zurückzuzahlen. Offenbar muss Professorin May in ihrer Begeisterung für die „palästinensischen Hirten“ lernen zu unterscheiden.

Kurz danach, im Jahr 2011 stornierte das israelische Innenministerium das Visum für Suheil als nicht-israelischem Staatsbürger aus Nablus wegen der Vorwürfe, er habe illegal jüdischen Grundbesitz an Palästinenser übergeben. (Einige vermuteten einen Zusammenhang zwischen dem Versuch, Suheil zu untergraben und der früheren Affäre.) Doch sogar ohne Visum konnte Suheil weiterhin in Jerusalem wohnen und nach Besuchen in die in arabischen Ländern weitverzweigte Diözese nach Israel zurückkehren. Die Vorwürfe gegen ihn, ähnlich wie die fiktiven Briefe, die den griechischen Patriarchen zugeschrieben wurden, waren bösartiger Unsinn.

Obschon er den größten Grund für Beschwerden gegen Israel hätte haben können, ist Suheil der am wengisten politisierte der letzten episkopalen Bischöfe. Wie bei Theophilos ist auch sein Fokus pastoral, mit dem Ziel seine Kirche wieder aufzubauen, aber gleichzeitig die Beziehungen zu den drei lokalen Regierungen, israelisch, jordanisch und palästinensisch, auszubalancieren. Das gleiche kann von dem gegenwärtigen Dekan der Kathedrale gesagt werden, der ebenfalls die lange Verzögerung hätte nachtragen können, nach der Israel ihm erlaubte, mit seiner Frau und Kindern zusammmenzuleben (er hat die israelische Staatsbürgerschaft, seine Frau ist Palästinenserin). Wie bei der griechisch-orthodoxen Kirche kann auch die Rückkehr eines christlichen Geistes in die Führung der episkopalen Kirche als Segen begrüßt werden.

Was ist das Fazit von all dem? Menschen im Ausland sollten sich hüten, Verlautbarungen, die im Namen der Kirchenoberhäupter erscheinen, automatisch Respekt zu zollen. Derzeit genießen neben Theophilos und Suheil die Leiter der koptisch-orthodoxen, syrisch-orthodoxen und griechisch-katholischen Kirchen, zusammen mit dem franziskanischen Kustos, allgemein Respekt über ihre eigenen Gemeinden hinaus. Die Verlautbarungen in Jerusalem, unabhängig davon, wie viel Input sie von den christlichen Leitern enthalten, sind im Ton spürbar christlich. Aber das war nicht immer so.

Auf jeden Fall gibt es keine Einzelperson oder Gruppe, die befugt ist, als „die Stimme der palästinensischen Christen“ zu agieren. Es sind nicht „die palästinensischen Christen“, sondern nur ein oder zwei Personen, die die öffentlichen Verlautbarungen schreiben, auch wenn diese unter Titeln erscheinen, die von dem Respektablen („Oberhäupter der Kirchen“) zum Absurden („Kairos-Palästina“) variieren. Die einzig lohnende Frage ist die, ob die Nachricht einen wahrhaft christlichen Geist trägt oder lediglich in einen theologischen Wortschwall gekleidete politische Agitation ist.

Die neue Betrügerei

Die Taschenspielerei in Bezug auf die Kirchenoberhäupter aber ist noch nicht zu Ende. Im letzten Jahr kündigte der ÖRK eine „Weltwoche für Frieden in Palästina und Israel“ (22.-28. September 2013) an, die den Untertitel „Beten, erziehen und für Gerechtigkeit in Palästina sein“ trug (ja, hier wurde „Israel“ weggelassen). Im Rahmen dieses Programms, dessen breitere Implikationen man hier nachlesen kann, verbreitete der ÖRK ein sogenanntes Gebet der Jerusalemer Kirchen. Es enthielt fünf Absätze, die mit den Worten begannnen: „Wir, die Kirchen in Jerusalem…“ Ganz natürlich würde jeder, der das liest, annehmen, dass ein Gebet mit einem solchen Titel und einer solchen Formulierung von den Kirchenoberhäuptern kommt.

Tatsächlich nannte es die amerikanisch-presbyterianische Kirche (PCUSA) ein Gebet der Kirchenoberhäupter, als sie dieses Gebet ihren Mitgliedern empfahl. Nur ein einziger scharfsinniger Ältester dieser Kirche hat diese Angabe geprüft. (Ich bin im Besitz des daraus folgenden Schriftwechsels, will aber die meisten Namen nicht nennen.)

Die relevanten Vertreter der PCUSA antworteten schließlich dem Ältesten wörtlich aus einem Brief von Yusef Daher (dem oben erwähnten ÖRK-Beamten). Das Gebet, schrieb Daher, wurde „von einem Komitee der Bischöfe vorbereitet“, von denen Daher einige nametlich erwähnte. Nicht alle Personen, die Daher nannte, waren jedoch Bischöfe und nur einer war ein Kirchenoberhaupt, nämlich der arabisch-lutherische Bischof Munib Younan.

Der Älteste schrieb zurück und wies darauf hin, dass Verlautbarungen der Kirchenoberhäupter in der Regel mit Unterschriften der drei historischen Patriarchen und des Kustos usw. kommen, nicht nur mit der von Munib Younan (letzterer ist in der Regel der Elfte in der Liste von Dreizehn). Als Antwort erhielt er einen zweiten Brief von Daher.

Der Wortlaut dieses zweiten Briefes ist etwas verworren, aber sein wesentlicher Punkt scheint zu sein, dass das bereits erwähnte „Komitee der Bischöfe“ Mitglieder einschließt, die von allen dreizehn Kirchenoberhäuptern ernannt worden seien. Doch anstatt zu sagen, dass das Gebet durch das Komitee „vorbereitet“ wurde, wie in seinem ersten Brief, macht Daher nun lediglich geltend, dass das Gebet dem Komitee „vorgestellt“ und „von einigen von ihnen verändert“ wurde. Während sein erster Brief dem Komitee Autorenschaft zuschrieb, gab er nun zu, dass das Gebet von jemand anderem geschrieben wurde.

Da ich alle Personen, die von Daher ausdrücklich als zu seinem „Komitee der Bischöfe” gehörend genannt wurden, bei verschiedenen Gelegenheiten getroffen habe, fragte ich einen von ihnen, was er zu dieser Geschichte sagen könne. Er erzählte mir, dass er nichts mit dem Schreiben des Gebets zu tun hatte, Daher hatte es ihm lediglich mit der Bitte um einen Kommentar geschickt, aber er hatte keinen.

Aus dieser Antwort lernen wir auch, dass das Gebet weder von dem Komitee „vorbereitet“ wurde, noch wurde es ihm „vorgestellt“ (als ob das Komitee in einer Sitzung darüber gesessen hätte), sondern nur an die Mitglieder des Komitees einzeln versandt wurde. Das einzig wesentliche Element in Dahers zwei verschiedenen Geschichten, das (noch) nicht widerlegt wurde, ist die Behauptung, dass das Gebet „von einigen von ihnen verändert wurde“.

Was wir hier also haben, ist eine Wiederholung des „Mad Mike-Manövers“. Etwas wurde von jemandem geschrieben und an verschiedene Leute geschickt und dann im Namen „der Kirchen in Jerusalem“ veröffentlicht, gleichgültig ob die kontaktierten Leute überhaupt darauf reagierten oder nicht. Diese Personen wurden zuerst als seine Verfasser dargestellt, aber dann, als Daher weiter befragt wurde, gab der zu, dass sie es nicht waren.

Mit der Abfassung des Gebets hatte Daher etwas zu tun, vielleicht unterstützt von einem englischen Muttersprachler, aber wer darüber hinaus? Der einzige Beitrag von „den Kirchen von Jerusalem“ bestand in „Modifikationen“ durch einige Einzelpersonen, denen das Gebet geschickt wurde, wenn das überhaupt stimmt. Dennoch verbreitete der ÖRK das Gebet weltweit und möglicherweise hat niemand seiner Empfänger, mit Ausnahme des einen Ältesten, jemals realisiert, dass es nicht von den Kirchenoberhäuptern kam.

Sehr schlau. Nur lassen Sie sich bitte beim nächsten Mal nicht wieder betrügen.

————————————
Anhang der Verlautbarungen:

Unten befinden sich Links zu verschiedenen Verlautbarungen, die im Namen der Oberhäupter der Kirchen in Jerusalem veröffentlicht wurden. Der erste Link ist eine Auswahl älterer Dokumente von Pax Christi für ihre eigenen militanten Zwecke. Danach kommen so viele Weihnachts- und Oster-Verlautbarungen, wie sie noch im Internet zu finden waren, beginnend im Jahr 2000. Was fehlt, sind die Botschaften für Ostern und Weihnachten 2003 und Weihnachten 2005; wer einen Link zu einem dieser Dokumente findet, möge ihn in einem Leserkommentar melden. An den entsprechenden Stellen befinden sich einige der gelegentlichen Verlautbarungen, die als Antwort auf bestimmte Ereignisse erschienen (es waren in der Zeit von Sellors sehr viel mehr).

Für die meisten der einzelnen Verlautbarungen wurden alternative Links gefunden. Daher wird ein kurzes Zitat aus jedem Dokument hinzugefügt, so dass, wenn möglicherweise der angegebene Link inaktiv wird, eine Suche nach diesem Zitat zur betreffenden Verlautbarung auf einer anderen Webseite führt. Man wird sehen, dass manchmal nur ein Teil der Kirchenoberhäupter als Unterzeichner aufgeführt werden und manchmal gibt es überhaupt keine Liste. Wie oben erläutert, ist es ungewiß, ob alle Kirchenoberhäupter alle Verlautbarungen sahen, die in ihrem Namen veröffentlicht wurden.

1989-2007 Selected Messages
Es ist zu bedenken, dass diese Auswahl nur im Hinblick auf die Interessen von Pax Christi repräsentativ ist. Der Link ist hier in die Liste aufgenommen, weil ältere Verlautbarungen nicht leicht im Internet zu finden sind.

2000 Easter Message
„The last few months have been encouraging to us all in view of the manifestations of solidarity from our Christian family…“

2000 July: Messages of the Three Patriarchs to Camp David
„Greetings to you from Jerusalem as you strive to bring peace to our beloved Holy Land…“

2000 Christmas Message
„In the year 2000, our land – the land of Jesus’ birth – cries out in pain again…“

2001 March Appeal to Governments and World Leaders
„Concerned for the spiritual, mental and bodily well-being of all the citizens of this Holy Land, Christian, Moslem and Jew…“

2001 Easter Message
„Indeed, after the suffering and death of our Lord Jesus Christ, the Churches of Jerusalem witness with one voice and one heart to the glory of His Resurrection…“

2001 October Urgent Appeal
„We the Patriarchs and the Heads of Churches in Jerusalem appeal to our Brothers and Sisters around the world to help in a time of urgent need in the Holy Land… “

2001 November Message about the Nazareth Mosque
„We, the leaders of the Christian Churches in the Holy Land, are alarmed by recent developments on the ground…“

2001 Christmas Message
„We wish you all a Blessed Christmas and hope that this solemnity will bring us justice and peace…“

2002 March Call to Palestinians and Israelis
„We, the Patriarchs and the Heads of Churches in this Land, are concerned for the recent developments and the spiral violence directly affecting the lives of the people…“

2002 Easter Message
„When Jesus entered the City of Jerusalem that first Palm Sunday he was fulfilling prophecy written some Five hundred years before his birth…“

2002 Christmas Message
„Once more we turn our thoughts and prayers to the gift that God gave us His Eternal Word in the Person of His Only Son, Our Lord Jesus Christ, born in Bethlehem…“

2003 August on the Separation Wall
„We the Heads of Churches in Jerusalem affirm our determination to do all in our power to work for Peace in this Holy Land…“

2004 Easter Message
„As we gaze on the Cross of Christ, we need to ask ourselves some penetrating questions if we would claim to be true disciples…“

2004 Christmas Message
„Another Christmas is upon us and we go to Bethlehem to adore the Word of God who became flesh and appeared as a new born child there…“

2005 Easter Message
„Though our Churches celebrate Holy Week and Easter at different times this year (on the 1st of May and on the 27th of March)…“

2006 February Advocacy for Peace
„During the last 39 years Churches, Church Leaders and ordinary Christians have worked tirelessly and patiently advocating for Peace in Palestine and Israel…“

2006 Easter Message
„This year the celebration of Easter falls in our Churches on either April 16th or 23rd. The close proximity of these two dates should strengthen the solidarity of our celebrations…“

2006 September on the Status of Jerusalem
„Once more, we have experienced another period of deadly violence in the war in South Lebanon…“

2006 Christmas Message
„As we celebrate the birth of our Lord Jesus Christ, we need to remember that he came to be the light for us and for the world, and to guide us in the paths of peace and justice in our land…“

2007 Easter Message
„Having opposed early Christians and, indeed, sought to bring many of them to trial for their faith, St. Paul was suddenly challenged by our Blessed Lord as he journeyed to Damascus…“

2007 June Action for Peace
„As Patriarchs and Heads of Local Christian Churches in Jerusalem we call upon our fellow Christians in this Land and across the world to join us in the International Church Action for Peace in Palestine & Israel…“

2007 Christmas Message
„Another Christmas is upon us and still we seek Peace for this Holy Land amidst continuing hardships…“

2008 March Condolences to Olmert and Abbas
„We write to express our condolences for the killing of the Yeshiva students, not least to the parents and families of the victims… “ „We the Patriarchs and Heads of the Christian Churches in Jerusalem address this letter to you to express our condolences for all the victims who have fallen and are still falling in this wave of violence in Gaza…“

2008 Easter Message
„Many people limit their thoughts on Easter to the empty tomb. How important then, for us to concentrate on the first manifestation which our Lord made to his disciples…“

2008 Christmas Message
„As we prepare to celebrate Christmas there seems to be even more, darkness, conflict and despair in the world around us…“

2009 Easter Message
„As we greet you all for Easter we would remind you that the Resurrection is not something tacked on to the end of our Christian Faith…“

2009 Christmas Message
„We, the Patriarchs, Bishops and the Heads of Christian Churches in Jerusalem, follow with deep concern, regret, and shock the war currently raging in the Gaza Strip…“

2010 Easter Message
„We, the Heads of the Churches in the Land of the Holy One, share with you the Good News of the life of our local Christian Church as one Body in Christ who live the resurrection faith every day…“

2010 Christmas Message
„We, the Heads of the Churches of Jerusalem, share with you in praising God for the birth of the holy child on a cold night in Bethlehem so long ago…“

2011 Easter Message
„However, when we in Jerusalem, the city of redemption, see the suffering of our Christian brothers and sisters in Egypt, Iraq and elsewhere in our region our joy becomes more solemn…“

2011 September on Palestinian Statehood
„Looking ahead to the upcoming General Assembly of the United Nations this September 2011 and the bid for Palestinian statehood, the Heads of Christian Churches in Jerusalem feel the need to intensify our prayers…“ (Das diesem Eintrag begleitende Bild zeigt nicht die Kirchenoberhäupter, sondern Gäste aus verschiedenen Kirchen bei einem Weihnachtsempfang.)

2011 Christmas Message
„This ‚Good News‘ was first proclaimed to the people of God in this very holy place, where Joseph and Mary, the shepherds and the Magi rejoiced with the heavenly host…“

2012 Easter Message
„The faithful, through their Lenten journey and pilgrimage, walk in faith toward the empty tomb so that they may be filled with grace through the Risen and Triumphant Lord…“

2012 Christmas Message
„We, the Heads of the Churches of Jerusalem, bring you greetings of joy, peace, hope and love from the Land of the Nativity: the Joy and the peace of God that were announced by the heavenly host of Angels…“

2013 Easter Message
„Each year the Church calls us to celebrate the death and resurrection of Jesus Christ through Divine Liturgies and Paschal ceremonies and gatherings… “

2013 May on Holy Saturday Incident
„We, the Heads of Churches in Jerusalem, watched with sorrowful hearts the horrific scenes of the brutal treatment of our clergy, people, and pilgrims in the Old City of Jerusalem during Holy Saturday last week…“ (Dies bezieht sich auf die erzwungene Festnahme eines Priesters, der versuchte, durch eine Polizeisperre zu stoßen: siehe hier, am Ende.)

2013 Christmas Message
„We praise God for the Word made flesh in the person of Jesus Christ from the pure blood of the Blessed Virgin Mary and for her willingness to co-operate with his divine plan…“

Copyright by Gatestone Institute, veröffentlicht am 29. Januar 2014

Jede Menge muslimische Militante – wo sind die Kirchen-Militanten?

23. Januar 2014 um 14:41 | Veröffentlicht in Christen+Kirchen, die Welt+Islam, die Welt+Nahost, Europa+Islam, Islamstaaten | 2 Kommentare
Schlagwörter:

Robin Mitchinson, The Commentator, 17. Januar 2014

Die Hölle würde losbrechen, wenn irgendjemand den Muslimen weltweit antun würde, was muslimische Extremisten Christen antun. Doch unsere Regierungen und die Kirche verschließen weitgehend die Augen.

Stellen Sie sich den Tumult vor, wenn nicht muslimische Länder Muslime mit dem Abfackeln von Moscheen, der Zerstörung heiliger Bücher und Reliquien, Entführungen und Morden verfolgen würden. Die Hölle würde ausbrechen. Botschaften würden in die Luft gejagt, Diplomaten ermordet und es gäbe allgemeines Chaos.

Es gäbe Massendemonstrationen in London, Bradford und anderen Orten mit großer muslimischer Konzentrierung. Es gäbe Empörung unter Politikern und Religiösen. Es gäbe wütende Verurteilungen der UNO und Resolutionen des Sicherheitsrats.

All dies geschieht in islamischen Ländern; Verfolgung von Christen grassiert. Es wird geschätzt, dass jedes Jahr über die letzten zehn Jahre 100.000 Christen vorwiegend in islamischen Ländern getötet worden sind.

Und wie sah die Reaktion in der christlichen Welt aus?

Es gab sie kaum; ein gleichgültiges Schulterzucken. Der Erzbischof von Canterbury hatte ein paar Worte über Christenverfolgung zu sagen. Das wurde weitgehend nicht berichtet – in einem Augenblick wurde die ganze Sache fallen gelassen. Ernsthafte Berichterstattung durch die Medien ist fast Null gewesen, abgesehen von den verheerenden Enthüllungen im The Commentator (Terror of Christian Coptic kids abducted in Egypt)

Die Church of England ist lediglich auf ihren Standardmodus der Konzentration auf modische Fragen zurückgefallen, die das liberal-linke Establishment wie homosexuelle Vikare und Bischöfinnen zufriedenstellt. Sie sollten selbst entscheiden, was Sie von solchen Dingen halten. Aber Mitchristen werden verstümmelt, getötet und entführt. Wie würden Ihre Prioritäten aussehen?

Die Kirchen geben den Palästinensern unbeschränkten und nicht hinterfragte Unterstützung, selbst wenn diese Bomben nach Israel schicken; und sie frönen in bösartiger Verurteilung Israels wegen dessen legitimer Selbstverteidigung.

Saudi-Arabien führt die Liste der [Christen] verfolgenden Länder an, obwohl das weitgehend als Unterdrückung sichtbar wird, die von der Drohung mit der Todesstrafe für Konvertiten und vom Glauben Abgefallene untermauert wird. Den Saudis folgen Afghanistan, der Irak, Somalia und die Malediven.

Der Arabische Frühling brachte den Christen keine Freude. Sie haben Ägypten in Scharen verlassen. Kirchen aus dem 5.Jahrhundert sind zerstört worden. Eine Hochzeitsgesellschaft in Kairo wurde bombardiert, was viele Tote verursachte. Es hat mehr als 500 Entführungen in einem einzigen Bezirk gegeben. Christen werden regelmäßig verprügelt und ihre Häuser zerstört.

Die neueste empörende Entwicklung ist die Entführung von Kinder zur Erpressung von Lösegeld geworden (s. Link oben). Dieses beläuft sich oft auf mehr als £100.000 und wenn es nicht gezahlt wird, findet man das Kind mit durchschnittener Kehle auf. Viele junge Christliche Frauen sind entführt, zum Übertritt [zum Islam] gezwungen und in Ehen verkauft worden.

Unter Sadam Hussein und Assad waren Christen allgemein sicher, jedenfalls vor religiöser Verfolgung. Der Golfkrieg und der syrische Aufstand hat dem ein Ende gesetzt. Der Westen ließ islamische Fundamentalisten los, weil den entsetzlichen Konsequenzen kein Gedanke geschenkt worden war, als sei 2003 bereits für alle offensichtlich sein konnten. Er hat auch keine Vorschläge für ein Syrien nach Assad oder viel zur Ermordung oder Zwangskonvertierung von Christen durch die Rebellen zu sagen, die Assad ablösen wollen.

Ich kann keinen substanziellen Hinweis auf einen führenden westlichen Politiker finden, der Pakistan wegen der Verurteilung von Asa Bibi zum Tode verurteilt, weil die es wagte aus einem Brunnen zu trinken und damit – als Christin – diesen für die wahren Gläubigen verunreinigte. Achtzig Christen wurden bei einem Gottesdienst in Peschawar mit einer einzelnen Bombe getötet. Mord, Vergewaltigung und Brandstiftung werden allgemein gegen pakistanische Christen unter Mitwisserschaft der Behörden eingesetzt. Auslandshilfen fließen weiterhin.

Riesige Anzahlen Christen sind seit dem Beginn des Bürgerkriegs in der ersten Hälfte der 1980-er Jahre getötet worden Boko Haram schwört das gesamte nördliche Nigeria von „Ungläubigen“ zu säubern.

Wo sind also die UNO-Resolutionen? Die Protestmärsche? Die Handelssanktionen? Die touristischen Boykotte?

Nur ein Narr würde das, was ich sage, als Aufruf an Christen interpretieren das Verhalten ihrer Verfolger nachzuahmen. Doch im Sinne einer energischen Kampagne, um den furchtbar dringend Unterstützung benötigenden Christen zu helfen, muss man fragen: Wo ist die Kämpfende Kirche?

Kritiker: NGOs tischen „klassiche antijüdische Theologien“ auf, um Israel während Weihnachten anzugreifen

25. Dezember 2013 um 16:30 | Veröffentlicht in Christen+Kirchen, NGOs | 1 Kommentar
Schlagwörter: ,

The Tower (Redaktion), 24. Dezember 2013

Antiisraelische Gruppen haben Weihnachten in eine jährliche Gelegenheit verwandelt den jüdischen Staat in besonders unwirklichen Begriffen anzugreifen; einige gehen so weit mit Schimpfwörtern angefüllte Weihnachtslieder auszuwalzen und fordert wirtschaftliche Kriegsführung gegen israelische Juden, wie ein gestern veröffentlichter, detaillierter Bericht des Forschungsinstituts NGO Monitor aus Jerusalem aufzeigt.

Der Bericht ist Teil von NGO Monitors „BDS in the Pews“-Programm (BDS in den Kirchenbänken), das europäische, US- und kanadische Regierungsfinanzierung verfolgt, die durch antiisraelische christliche Gruppen fließt. Dokumentiert wird eine Bandbreiter von Gruppen – darunter Christian AID (GB), Kairos Palästina, Sabeel, War on Want (GB), Amos Trust, und Adalah-NY – die Feiertage und religiöse Symbole ausnutzen, um darauf zu drängen, dass Israel wirtschaftlich und politisch isoliert wird.

Weihnachtslieder, Feiertagskarten und sogar Krippenszenen und anderes wird alles mobilisiert, um Boykott-, De-Investitions- und Sanktions-Kampagnen zu fördern. Diese Kampagnen – die fordern, dass israelische Juden wirtschatlich und kulturell bestraft werden, bis sie eine Vielzahl an Zugeständnissen machen, die die Kampagnenführer zufriedenstellen – sind von Top-Watchdog-Gruppen, darunter dem Simon-Wiesenthal-Zentrum hart als antisemitisch kritisiert worden.

Die von NGO Monitor ermittelten Gruppen behaupten, ihre jährlichen, mit weihnachtlichen Themen bestimmten Kampagnen seien eine Reaktion auf Israels Umgang mit Christen. Diese Erklärung ist in einigen Gegenden als überanspruchter Vorwand genommen worden. Papst Franziskus lenkte letzten Monaten die Aufmerksamkeit auf die systematische Säuberung von Christen aus dem Nahen Osten, aber in Israel – das ist entscheidend – nimmt die christliche Bevölkerung zu.

Israel ist das einzige stabile, demokratische Land in der Region und das einzige Land, das allen Glauben frei ausüben lässt. Es gibt innerhalb Israels Bewegungen die Identifikation der arabisch-israelischen Christen mit dem Land und seinen Institutionen zu verstärken, mit denen die Regierung stolz umgeht.

Die Eintritt Arabisch sprechender Christen durch Israels Militär hat sich im letzten Jahr verdreifacht. Letzten Sommer empfing der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu Vater Gabriel Nadaf – einen griechisch-orthodoxen Priester, der für Christen im Militärdienst wirbt – und verpflichtete sich zu einer gemeinsamen Initiative der Gemeinde und der Regierung, über die der Militärdienst zunimmt und die christliche Integration in das nationale Leben verstärkt werden sollen. Netanyahu betonte besonders, dass eines der Ziele der neuen Initiative sein würde die Christen zu schützen, die Militärdienst leisten und die sie unterstützen, nachdem Leiter von Integrationsbemühungen sich Drohungen ausgesetzt sahen.

Nadaf hat offen betont, das israelische Araber „sich in Israel sicher fühlen … als Bürger mit gleichen Rechten sowie mit gleicher Verantwortung und Verpflichtungen“ und darauf bestehen, dass „die meisten der jungen Christen hier Israel als ihr Land betrachten … Teil dieser Gesellschaft in jedem Sinn des Wortes“.

Das von einigen antiisraelisch-christlichen Gruppen gezeichnete Bild Israels könnte – freundlich ausgedrückt – als diese Dynamik auslassend beschrieben werden. Stattdessen, sagt NGO Monitor, investieren vom Ausland finanzierte Gruppen in die Wiederherstellung einer sehr alten Art von Anschuldigungen gegen Juden:

Yitzhak Santis, Chief Programs Officer und Leiter des Projekts BDS in the Pews, vermerkt: “Die wachsende Rolle der Kirchen, christlicher Hilfsorganisationen und religionsbasierte NGOs in politischen Kampagnen gegen Israel höhlt tragisch die historischer Aussöhnung zwischen Juden und Christen nach dem Holocaust aus. Durch einige dieser NGO-Gefüge kommen klassische antijüdische Theologien wieder hoch und das ist extrem beunruhigend.“

Die ganze Bandbreite der Ausdrucksformen und Taktiken ist alles andere als unkreativ:

  • Feiertagsbotschaften: Sabeels jährliche Weihnachtsbotschaft des Jahre 2013 gibt eine grob verallgemeinernde Erklärung ab, die eine uralte Falschmeldung aufbringt, die Juden des Geizes bezichtigt: „Die erschreckende Ironie besteht in dem, was das jüdische Volk im Verlauf der Jahrhunderte ersehnte, als es schwach war und was sie jetzt anderen nicht zu geben bereit sind, wo sie stark geworden sind“ und vergleicht die negativ mit dem Christentum: „In Christus wird das Böse der Diskriminierung und des Fanatismus ausgelöscht.“
  • Predigten: Das Kairos Palästina-Pamphlet mit Beiträgen radikaler NGOs beutet traditionelle christliche Quellen aus und benutzt religiöse Persönlichkeiten und biblische Geschichten als Teil politisierter Botschaften.
  • Weihnachtslieder: Aktivisten von Adalah-NY sangen aus dem „The Boykott Leviev Holiday Songbook – Warum einkaufen wenn du helfen kannst die Apartheid zu stoppen“, zu dem veränderte Versionen traditioneller Feiertagslieder gehören.
  • Feiertagskarten: Die UK Palestinian Solidarity Campaign (PSC) verkauft eine Weihnachtskarte mit palästinensischen Symbolen, die mit klassischen christlichen Weihnachtsbildern verbunden werden.
  • BDS-Kampagnen: Friends of Sabeel-North America betreibt eine Kampagen „Schickt einen Weihnachtsappell an SodaSream14“, mit dem große Firmen dazu ermutigt nicht weiter Produkte dieser israelischen Firma zu verkaufen.

Die Enteignung christlicher Botschaften durch die Impfung mit politischer Kriegsführung gegen Israel in die christlichen Gemeinden spiegelt die anhaltenden internationalen Kampagnen zur Delegitimierung des jüdischen Staates.

Weihnachtslehrstunde für Nazis

24. Dezember 2013 um 10:15 | Veröffentlicht in Christen+Kirchen, Geschichte, kurz notiert | 2 Kommentare
Schlagwörter: ,

Weihnachten stand vor der Tür, als die Nazis in das Haus von deutschen Christen eintraten, um versteckte Juden zu suchen. Die gesamte Familie stand still und zitternd in der Küche. Die versteckten Juden waren direkt unter ihrem Boden und hörten wie die Nazis, erst die Eltern und dann die Kinder, einem nach dem anderen ohne Erfolg ausfragten.

Dann kamen sie zu dem jüngsten Sohn und fragten ihn auch: „Habt ihr Juden bei euch zu Hause?” Der kleine junge zögerte erst mit seiner Antwort, dann aber sagte er „Ja”.

Die Eltern erschraken und bekamen beinahe einen Herzanfall. Die Nazis baten ihn höflich, sie zu ihnen zu führen. So lief der kleine Junge ihnen voran und führte sie ins Wohnzimmer, wo ein wunderschöner Weihnachtsbaum aufgestellt war. Er bückte sich unter den Baum, holte das kleine Christkind Jesus aus der Krippe hervor und zeigte es ihnen.

(h/t: Jörg Haller)

Nächste Seite »

Bloggen Sie auf WordPress.com. | The Pool Theme.
Einträge und Kommentare feeds.

Follow

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 419 Followern an

%d Bloggern gefällt das: