Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (19.-25.10.2014)

19. Oktober 2014 um 21:23 | Veröffentlicht in Araber, Israel, Jerusalem, Nahost-Konflikt, Palästinenser | Hinterlasse einen Kommentar
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Sonntag, 19.10.2014:

Aktuelle Verleumdungen durch die PA-Medien:
– Israel vergiftet palästinensische Wasserbrunnen
– Juden benutzen das Blut palästinensischer Kinder zum Backen von Matzen
– „Die Protokolle der Weisen von Zion“ sind ein authentisches Buch.

Und warum sollte man das bezweifeln? Die Hamas gibt an, dass sie schon wieder kräftig dabei ist ihre Tunnel nach Israel zu buddeln.

Montag, 20.10.2014:

Die PA lehrt ihre Kinder und Jugend via Fernsehen: Haifa, Jaffa, Akko. Das ist unser besetztes Land, das Land von 1948, das Israel 1948 besetzte… So Allah will werden es eines Tages zu uns zurückkehren und nicht unter Herrschaft der Besatzung sein.

Hamas prahlt weiter, dass sie schon dabei ist ihre Tunnel wieder zu bauen. Die Welt ignoriert es…

Heckmeck:
– Ein offizieller Hamas-Vertreter in Ägypten sagt, dass die indirekten Gespräche mit Israel in einer Woche beginnen werden.

Dienstag, 21.10.2014:

Friedenspartner Jordanien: König Abdallah erklärte „zionistische Extremisten“ auf eine Stufe mit dem „Islamischen Staat“. Denn: „Alle fünf Minuten wollen die Israelis unsere Kinder in Gaza und Jerusalem töten.“ Daneben fordert er Israel dringend auf, dass vorgeschlagene Gesetz nicht zu erlassen, das Juden das Beten auf dem Tempelberg erlauben würde.

Mahmud Abbas verschärfte die Gesetze gegen den Verkauf von Land an Juden.

Wegen der „stillen Intifada“ wird die Polizei in Jerusalem eine Sondereinheit zur Bekämpfung der Gewalt aufstellen.

Mittwoch, 22.10.2014:

Saeb Erekat drohte schon wieder, die PA würde die Sicherheitskooperation mit Israel einstellen.

Vor etwa zwei Monaten verübte ein Araber einen tödlichen Anschlag mit einem Bagger auf Israelis aus. Er fuhr absichtlich einen Bus um und versuchte weiteren Schaden anzurichten. Ein Polizist in Zivil und außer Dienst erschoss ihn, als er ihn anders nicht stoppen konnte. Die Familie des Terroristen hat jetzt Klage eingereicht; sie behauptet, der Anschlag sei ein Unfall gewesen und verlangt NIS2,5 Millionen Entschädigung.

Die Charakterschweine von der Hamas begrüßen den Tod des jüdischen Babys nach dem Anschlag des terroristischen Autofahrers auf Fußgänger. Das sei nur „die natürliche Reaktion auf die Verbrechen der Besatzung und des Einmarsches der Juden in unser Land“.

Donnerstag, 23.10.2014:

Der Terrorist, der gestern das Baby totfuhr, machte in den sozialen Medien aus seinem Judenhass keinen Hehl; ebenso wenig aus seiner Lust Terror zu verüben.

Ein führender Mitarbeiter von Mahmud Abbas pries den Mord an dem Baby gestern und lobte den Mörder als Helden. Die Hamas findet den Mord sowieso völlig in Ordnung – eine „natürliche Reaktion auf Israels Politik“.
WAFA (die offizielle „Nachrichten“-Agentur der PA) gab übrigens an, dass der Terroranschlag ein Unfall gewesen sei – während ein Unfall in der „Westbank“, bei dem ein arabisches Mädchen zu Tode kam, ein gezielter Mord gewesen sein soll.

Es gibt ein Überwachungsvideo vom Mordanschlag an der Straßenbahn-Haltestelle. Ein weiteres Video gibt es von der Kreuzung; es zeigt, wie der Terrorist mit seinem Auto auf den Haltestellen-Bahnsteig „einbiegt“.

Die PA will auf jeden Fall und unter allen Umständen ihre Pläne bei der UNO vorantreiben, egal, wie viel Druck die USA machen.

Wegen der angespannten Sicherheitslage ist der Zugang zum Tempelberg morgen für muslimische Männer auf 40 Jahre aufwärts beschränkt.

Hamas ist nicht antisemitisch

23. Oktober 2014 um 15:45 | Veröffentlicht in Palästinenser | Hinterlasse einen Kommentar
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Meschaal_nicht-antisemitisch

Die europäische Linke kehrt dem Friedensprozess den Rücken

23. Oktober 2014 um 13:00 | Veröffentlicht in Europa+Islam | Hinterlasse einen Kommentar
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Michael Curtis, The American Thinker, 16. Oktober 2014

Alle gutmeinenden Leute hoffen, dass der Konflikt zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn friedlich gelöst werden kann, wenn er nicht gar in einem Paradies innerer Ruhe endet. Bedauerlicherweise schaden linke politische Gruppen in Europa dieser Hoffnung auf zweierlei Weise. Sie ignorieren die kriegslüsternen Äußerungen sowie die Taten der Palästinenser. Zusätzlich lehnen sie durch die Unterstützung einseitigen Handelns der Palästinenser formelle internationale Vereinbarungen, die im Verlauf der Jahre getroffen wurden und ein Ende des israelisch-arabischen Konflikts über Verhandlungen fordern. Dem Friedensprozess wird durch Bruch internationaler Übereinkünfte nicht geholfen.

Das britische Unterhaus – das am 10. Oktober 2014 einen nicht bindenden Beschluss fast, der von linken Mitgliedern der Labour-Partei im Parlament eingebracht wurde; damit forderte man die Anerkennung eines Staats Palästinas, was mit 274 gegen 12 Stimmen beschlossen wurde, obwohl die meisten Mitglieder der Konservativen Partei sich der Stimme enthielten – oder das nicht zu begreifen schienen. Sie empfanden sich selbst als Leute, die einen kleinen, symbolischen Schritt und eine Geste für alltägliche Menschlichkeit unternahmen, aber faktisch ignorierten sie die Tatsache, dass beträchtliche Teile der Palästinenser den Staat Israel nicht anerkennen und diesem Staat nicht zu existieren gestatten würden, wenn sie die Macht dazu hätten.

Es bleibt ein Rätsel, warum Linke eindeutige palästinensische Äußerungen ignorieren. Eine wurde vor kurzem in Al-Quds berichtet, am 3. Oktober 2014; sie stammt von Jibril Rajoub, dem stellvertretenden Sekretär des Zentralkomitees der Fatah. Rajoub betonte, dass die Palästinenserführung entschieden habe das Thema der bilateralen Beziehungen zum Besatzer (Israel) zu kappen. Weitere Beziehungen zu Israel würden als solche zwischen Feinden bestehen.

Die britische Linke scheint die kriegslüsterne Stimme von Palästinenserpräsident Abbas vor den Vereinten Nationen am 26 September 2014 zu vergessen – oder vielleicht willkommen heißen; dort sprach er vom palästinensischen Volk als „Terrorismus durch die rassistische Besatzungsmacht“ unterworfen.

Die britische Linke scheint sich der Drohungen gegen Israel und die Juden nicht bewusst zu sein. Europäische Länder sind sich dieser Drohungen bewusst geworden. In Frankreich beschloss Lille, die viertgrößte Stadt des Landes, seine Beziehungen zu Safed – einer der heiligsten Städte des Judentums, dem Zentrum der Kabbalah und ein wichtiges Kunstzentrum – auszusetzen. Der vordergründige und unglaubhafte Grund für die Entscheidung war eine Reaktion auf Israels Handeln, als es sich im September 2014 während der Operation „Fels in der Brandung“ gegen Hamas-Raketenangriffe wehrte. Der Stadtrat erklärte, seine Entscheidung sei dazu gedacht auf die israelische Regierung Druck auszuüben und damit die Lösung des Konflikts zu forcieren.

Zwei weitere Faktoren untergraben allerdings diese fadenscheinige „Erklärung“. Einer ist die nicht erwähnte Tatsache, dass 4 der 11 Mitglieder des Rats Muslime sind – in einer Stadt, die aktuell zu 27 Prozent muslimisch ist. Die wachsende muslimische Präsenz spiegelt sich auf mindestens zwei Weisen. Ein Indikator ist, dass 2013 dort dreizehn Moscheen gebaut wurden, es aber nur neun Kirchen gibt. Ein weiterer ist, dass eine muslimische Oberschule – die erste in Frankreich – vor kurzem als Alternative zum säkularen öffentlichen Bildungssystem eröffnet wurde.

Der zweite Faktor ist, dass Bürger von Lille sich bewusst sind und vielleicht Angst haben, dass von Israels Feinden Ärger droht. Sie erinnern sich an die unangenehme Episode vom Juni 2014 beim Fußballspiel zwischen OSC Lille und dem israelischem Maccabi Haifa, das in Österreich stattfand. Palästinensische Protestierende unterbrachen das Spiel, indem sie auf das Spielfeld liefen um israelische Spiele zu attackieren.

Die Palästinenserfrage ist komplizierter geworden, weil sie mit dem islamistischen Terrorismus verbunden worden ist. Frankreich steht vor dem Problem, dass mehr als 100 französische Frauen das Land verlassen haben, um sich dem terroristischen Islamischen Staat (IS) im Irak und Syrien anzuschließen. Wie immer ihre Gründe sein mögen, eine Identitätskrise oder der Wunsch Märtyrer zu werden, ihr Schicksal ist absehbar. Sie sollen entweder die Ehefrauen oder die Konkubinen der Terroristen werden.

Großbritannien hat ebenfalls Hunderte Bürger erlebt, die das Königreich verlassen, um für den IS zu kämpfen. Statt sich auf dieses zunehmende Problem zu konzentrieren, hat die politische Linke – die Labour Party (LP) – des Landes sich mit der Frage eines Palästinenserstaats befasst. Die britische Liberaldemokratische Partei zeigte ihren Schwachpunkt oder politische Taubheit damit, dass sie ihre Jahreskonferenz am Yom Kippur abhielt, dem Versöhnungstag.

Obwohl die Meinungen zu Nahost-Fragen innerhalb der Labour Party verschieden sind, unterstützte die Partei 2011 und 2012 den palästinensischen Antrag den Palästinenserstatus bei der UNO aufzuwerten. Sie machte das, als die UNO mit 139 zu 9 Stimmen die Resolution genehmigte, Palästina als Nichtmitgliedstaat mit Beobachterstatus aufzunehmen. Die konservative britische Regierung war eines der 41 Länder, die sich der Stimme enthielten.

Ein beträchtlicher Teil der Labour Party, wenn nicht auch ihre Führung, hat eine kritischere Hlatung zu Israel übernommen und eifert Schweden nach. Am 3. Oktober gab der neue schwedische Premierminister, der eine Koalitionsregierung führende Linke Stefan Lofven, am ersten Tag im Amt im Parlament eine Äußerung ab. Er verkündete, als Teil seiner allgemeinen Äußerung zur Regierungspolitik, dass Schweden den Staat Palästina anerkennen würde. Er erklärte auf recht unlogische Art, dass eine Zweistaaten-Lösung gegenseitige Anerkennung und den Willen friedlicher Koexistenz verlange. Daher würde Schweden den Staat Palästina anerkennen. Es ist der erste EU-Staat, der das tut. Andere europäische Länder – Ungarn, Polen und die Slowakei – machten das, bevor sie EU-Mitglieder wurden.

Diese unüberlegte und kontraproduktive Äußerung des Premierminister folgte verstörenden Aussagen andere linker Politiker in Malmö, einer Stadt, deren Bevölkerung zu rund einem Drittel aus Muslimen besteht. Schwedens linke Sozialdemokraten schaden dem Ruf des Landes als rational und objektiv. Der ehemalige Bürgermeister Malmös, Ilmar Reepalu, war berüchtigt für seine Äußerung der Zionismus sei rassistisch, für Äußerungen, die hart an der Grenze zu Antisemitismus waren und für seine Weigerung sich mit muslimischer Aggression gegen Juden auf den Straßen Malmös zu befassen.

Adrian Kaba, ein weiterer linker Politiker, Mitglied des Stadtrats von Malmö, produzierte eine neue Version der Geschichte. 2012 warnte er vor „der jüdisch-europäischen, extrem rechten Verschwörung“. Im Oktober 2014 verkündete er in seiner neuen Version, der israelische Mossad habe den Islamischen Staat im Irak und Syrien ausgebildet. Diese bizarre Zusammenstellung von Beschuldigungen lässt es so aussehen, als würden die schwedischen Medien keine Informationen zu den jüngsten Ereignisse übertrage – und zwar die Enthauptung unschuldiger Journalisten und Massenmorde durch den IS. Stattdessen informiert Kaba uns: „Muslime führen keinen Krieg; sie werden als Bauern im Spiel anderer Völker benutzt.“

Die britischen Linken sind nicht auf diese aberwitzige und paranoide linke Sicht der Schweden auf die Israelis als allmächtig übergegangen. Obwohl die Führer der Labour Party fanden, das sei unklug, schlug eine Gruppe linker Mitglieder des Unterhauses am 13. Oktober 2014 vor, die britische Regierung solle den Staat Palästina an der Seite des Staates Israel anerkennen. Der Initiator des Antrags war ein Hinterbänkler namens Grahame Morris, der seit Dezember 2013 der Vorsitzende der Labour Friends of Palestine and the Middle East ist. Er sprach vom Freiheitskampf des palästinensischen Volks und gegen ihre ungerechte Behandlung, vergaß dabei aber zu erwähnen, dass die Hamas weitgehend dafür verantwortlich ist. Seine wahren Ansichten offenbarte er in einer früheren Rede, als er erwähnte, die Gleichsetzung von Israel mit dem Südafrika der Apartheid sei „stichhaltig“.

Unterstützer der Palästinenser mögen zufrieden mit dem sein, was sie als symbolische Gesten und Propagandacoups betrachten, denen die europäischen Länder Aufmerksamkeit schenken. Doch symbolische Gesten verändern die Außenpolitik nicht und einseitiges Handeln bringen den Frieden nicht voran. Die genauen Konturen eines Palästinenserstaats werden nur durch Verhandlungen bestimmt. Dass einseitiges Handeln für die Gründung eines Palästinenserstaats gefordert wird, macht die Linken praktisch zu Reaktionären; es verhindert Dialog und pervertiert die internationalen Vereinbarungen, die forderten, dass ein Endstatus durch Verhandlungen festgelegt wird.

Zurückhaltung üben?

22. Oktober 2014 um 17:54 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost, Israel, Jerusalem, Terroranschläge | 1 Kommentar
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Paula R. Stern, A Soldier‘s Mother, 22. Oktober 2014 (ergänzt durch Informationen aus Arutz-7 und TLV Faces)

Eine sehr übliche Forderung, die von Europäern und Amerikanern kommt, ist die, dass Israel Zurückhaltung üben soll. Wenn alle anderen Staaten schießen würden, wird uns gesagt, wir sollten warten. Wenn andere ihre Feinde platt machen und sich nicht um den Unschuldigen kümmern, hinter dem die sich verstecken, wird Israel gesagt, es solle warten.

Hier ist ein Beispiel für Zurückhaltung. Soldaten in einem befestigten Beobachtungsposten in Jerusalem werden von arabischen Randalierern festgenagelt. Sie werfen Steine, decken den Posten mit Brandbomben ein und greifen sogar das Metall, um es in ihrer Rage zu schütteln.

Nicht eine Kugel wird aus dem Posten gefeuert. Das wurde gestern gefilmt. Und vor nur wenigen Augenblicken fuhr ein Araber sein Auto am Ammunition Hill in Fußgänger – dort warte ich fast jeden Tag auf den Zug, dort nehmen meine Kinder den Bus, um nach Hause zu kommen – fast jeden Tag.

Drei Menschen wurden schwer verletzt, darunter ein Baby… der Fahrer* versuchte (zu Fuß) zu fliehen, wurde aber von einem Polizisten erschossen. Das ist das, was passiert, wenn man Zurückhaltung zeigt. Das ist das, was passiert, wenn man seinen Feinden zu glauben erlaubt, wir seien schlicht zu schwach um zu antworten, statt dass wir uns entscheiden nicht zu antworten.

Das ist das erste Gesicht der Zurückhaltung. Das zweite Gesicht ist das eines kleinen Kindes, das um sein Leben kämpft. Neun Personen – ein Baby und zwei Personen kritisch, zwei mittelschwer und vier leicht – wurden an der Bushaltstelle verletzt, an der wir warten um nach Hause zu kommen.

UPDATE: Baruch Dayan Emet, das Baby, ist seinen Verletzungen erlegen. Möge Gott sein Blut vergelten.

* Es wurde bestätigt, dass der Fahrer ein Araber aus Schiloah/Silwan ist, Hamas-Mitglied, der bereits wegen Terrorismus im Gefängnis saß.

Europäische Politik

22. Oktober 2014 um 15:45 | Veröffentlicht in Europa+Nahost, Karika-Tour | Hinterlasse einen Kommentar
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DryBones, 21. Oktober 2014

DryBones2014-10-21Sagt nicht, wir hätten euch nicht gewarnt…

Den Jihadismus immer noch nicht begriffen

22. Oktober 2014 um 13:00 | Veröffentlicht in die Welt+Islam, Islam+Islamismus, Medien + Islam, Muslime | Hinterlasse einen Kommentar
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Bruce Thornton, FrontPageMag, 14. Oktober 2014

Präsident Obamas Behauptung von neulich, der Islamische Staat habe nichts mit dem Islam zu tun, ist nicht neu. Seit 9/11 haben wir von beiden Seiten des politischen Spektrums zu hören bekommen, dass jihadistischer Terror materielle Ursachen und von sozialen, politischen oder wirtschaftliche Fehlfunktionen bedingte psychologische Beschaffenheit habe. Dieses Argument ist alt und war nach 9/11 üblich. Typisch für solches Denken war Bill Clintons Behauptung, diese „Kräfte der Reaktion [Al-Qaida] zehre von Desillusionierung, Armut und Verzweiflung“. Unerklärt bleibt die Tatsache, dass Milliarden anderen Menschen überall auf der Welt noch verarmter und hoffnungsloser sind, aber keine multikontinentalen Netzwerkgruppen geschaffen haben, die sich dem Zufügen von brutaler Gewalt und Verstümmelung an denen verschrieben haben, die ihren Glauben nicht teilen oder ihre Visionen von Weltherrschaft behindern.

Solch materialistische Analysen ignorieren den historischen und theologischen Kontext modern islamischer Gewalt oder versuchen ihn zu positiv zu erklären. Das Ergebnis ist, das wir im zweiten Jahrzehnt unseres Krieges gegen den Jihad das Problem immer noch falsch diagnostizieren und uns handlungsunfähig machen, indem wir zu Werbung für Demokratie oder wirtschaftliche Entwicklung Zuflucht suchen, obwohl diese Lösungen nichts mit der Wurzel des Problems zu tun haben – der theologisch sanktionierten Gewalt, Intoleranz und totalitärem Universalismus, der den traditionellen Islam definiert.

Ein aktuelles Beispiel dieses Versagens der Vorstellungskraft erschien im Wall Street Journal in einem Aufsatz des peruanischen Ökonomen Hernando de Soto. De Soto ist einer der eloquentesten Helden der freien Marktwirtschaft und von Wohlstand, Freiheit und Chancen, die von ihr geschaffen werden können Lateinamerikas. Mit Verweis auf den Erfolg einiger lateinamerikanischer Länder beim Loslösen von dirigistischen oder sozialistischen Wirtschaftsordnungen behauptet de Soto, dass auch in der muslimischen Welt „wirtschaftliche Hoffnung die einzige Möglichkeit ist den Kampf um die Wähler zu gewinnen, aus dem sich die Terrorgruppen nähren“.

Um diese Behauptung zu untermauer, benutzt de Soto eine Analogie zwischen islamischen Jihadisten und der radikal marxistisch-leninistischen Terrorgruppe „Leuchtender Pfad“, die in den 1990-er Jahren Peru heimsuchte. Genauso, wie wirtschaftliche und rechtliche Reformen Chancen und weiter verbreiteten Wohlstand schufen und damit die Unterstützung für den Leuchtenden Pfad austrockneten, argumentiert de Soto, könnte ähnliche Aufmerksamkeit auch im Nahen Osten Unternehmertum und Gesetze ermutigen, die für Geschäfte günstig sind und damit die zahlreichen jihadistischen Gruppen neutralisieren. Diese Analogie ignoriert jedoch die entscheidenden Unterschiede zwischen einer glaubensbasiert Bewegung und einer wie dem auf einer säkularen, materialistischen Ideologie wie dem Kommunismus gegründeten.

Der Islam und der Kommunismus weisen Ähnlichkeiten auf, wie zahlreiche Autoren seit fast einem Jahrhundert feststellten. Bertrand Russell schrieb 1920: „Der Bolschewismus kombiniert die Charakteristika der Französischen Revolution mit denen des Aufstiegs des Islam… Marx hat gelehrt, dass der Kommunismus unwiderruflich dafür vorherbestimmt ist zustande zu kommen; das schafft einen Geisteszustand, der dem der frühen Nachfoger Mahommets (Mohammeds) nicht unähnlich ist.“ Der französische Soziologe Jules Monnerot schrieb 1949: „Sowjetrussland ist nur das geografische Zentrum, aus dem der kommunistische Einfluss ausstrahlt; er ist ein ‚Islam‘ auf dem Marsch und betrachtet seinen Grenzen zu jeder Zeit als rein provisorisch und vorläufig. Wie der siegreiche Islam macht der Kommunismus keine Unterschiede zwischen Politik und Religion, aber diesmal trifft der Anspruch sowohl universaler Staat als auch universale Wahrheit zu sein nicht nur innerhalb einer Zivilisation oder Welt zu, die mit anderen, unterschiedlichen Zivilisationen, anderen Welten koexistiert, sondern auf den gesamten Erdball.“

Diese Vergleiche, zeigt Ibn Warraq in seiner Übersicht, sind insoweit geeignet, als sie die universalistischen Ambitionen und die totalitäre Natur des Kommunismus und des Islam als Ideologien verdeutlichen. Doch die wichtigen Unterschiede zwischen den beiden Glaubenssystemen, wie sie genau genommen in der Praxis erscheinen, machen die Analogie weniger brauchbar, wenn es darum geht den Islam zu reformieren und den Jihadismus zu neutralisieren. Wir können dieses Problem in einem jüngeren und einflussriechen Beispiel des Vergleichs der Sowjetunion mit dem Islam erkennen, Natan Sharanskys „The Case for Democracy“ von 2004, das George W. Bushs fehlgeschlagenem Ziel im Irak demokratische Freiheit zu schaffen inspirierte. Sharansky argumentiert, dass genau so, wie die Sowjetunion wegen des angeborenen Wunsches nach Freiheit zusammenbrach, auch in der muslimischen Welt demokratische Regierungen zu schaffen, die politische Freiheit und Menschenrechte respektieren, die Jihadführer ihrer Rekruten berauben würde.

Diese Analogie ignoriert jedoch einen tief gehenden Unterschied zwischen Kommunismus und Islam. Der Sowjetkommunismus war eine materielle, atheistische Ideologie, die einem tief religiösen Volk gewaltsam aufgezwungen wurde. Er versuchte die religiösen Bedürfnisse der Russen zu unterdrücken und zum Ausgleich materiellen Wohlstand zu bieten. Er versagte bei beidem. Beachten Sie, dass heute ein autokratischer Wladimir Putin bei den Russen weit verbreitete Unterstützung genießt, zum Teil, weil er die religiösen Empfindlichkeiten und den Stolz des russischen Volks anerkennt und ihren Glauben vertritt, das religiöse Frömmigkeit im Herzen seiner nationalen Identität liegt und es vom gottlosen, säkularen Westen trennt. Und diese Unterstützung bleibt trotz der offenkundigen Störungen und der Korruption in der russischen Wirtschaft stark.

Putins Autokratie ähnelt den noch autokratischeren Regierungen des muslimischen Nahen Ostens. Dort achten solche Regime sorgfältig darauf die religiösen Sensibilitäten ihrer Völker zu respektieren und zufriedenzustellen; am offensichtlichsten findet das in Saudi-Arabien statt, wo die Unterstützung von und Toleranz für Wahhabismus und Jihadismus im Ausland geholfen haben das Haus Saud an der Macht zu halten. Auch im Iran, wo die Mullahkratie sich beträchtlicher Unterstützung bei den Massen frommer Schiiten in den Dörfern und Städten jenseits außerhalb der Reichweite westlicher Kameras in Teheran erfreut; oder in der Türkei, wo Tayyip Erdoğan ein Jahrhundert kemalistischer Säkularisierung und Demokratisierung durch die Wiederbelebung des traditionellen Standesdünkels als einzigem Paradigma sozialer und politischer Ordnung rückgängig zu machen.

In all diesen Beispielen bleiben autokratische Führer, bei all ihrer Tyrannei und Unfreiheit immer noch solidarisch mit ihrem Volk, was sich auf religiöse Frömmigkeit und Harmonie zwischen Herrscher und Beherrschten gründet, die es im Sowjetkommunismus nicht gab. Dafür teilen sie die Feindseligkeit und oft Hass auf den Westen und besonders die Vereinigten Staaten, die für die frommen Muslime ein gottloses Sodom des Materialismus und der Sittenlosigkeit sind, das von wurzellosem Individualismus und unverantwortlichen Freibriefen getarnt als Wohlstand und demokratischer Freiheit genährt wird. Selbst wenn also dem Wunsch nach politischer Freiheit und materiellem Wohlstand von autokratischen Regimen des Nahen Ostens nicht nachgekommen wird, die religiösen Bedürfnisse werden bedient.

Es ist diese tiefgehende islamische Spiritualität, die de Soto und andere Säkularisten ignorieren. Wenn die von de Soto und anderen favorisierte wirtschaftliche Entwicklung die Ungläubigkeit, sexuellen Freibriefe und Gottlosigkeit angerichtet haben, die die Muslime tagtäglich im Satellitenfernsehen und im Internet sehen können, warum sollten sie eine solche Welt auf Kosten ihrer unsterblichen Seelen gewinnen? Dass dieses Bild der USA, inzwischen fast ein Jahrhundert alt, zu einem gewissen Grad eine einseitige Karikatur ist, spielt keine Rolle. Es ist das, was Muslime sehen, was sie in Freitagspredigten in ihren Moscheen hören und was den Jahrhunderte alten kosmischen Konflikt zwischen den Glaubenstreuen und den Ungläubigen schärft, zwischen dem Haus des Islam und dem Haus des Krieges.

Wirtschaftliche Entwicklung ist nicht die Antwort auf islamischen Terror. Der Iran und die Türkei sind keine verarmten Nationen, doch sie unterstützen aktiv jihadistischen Terror. Ebenso Qatar, das sagenhaft reich ist. Wie die Autokraten teilen die Jihadisten fundamentale Überzeugungen mit Millionen Muslimen weltweit. Letztere möchten sich nicht in die Luft jagen oder persönlich Jihad führen oder sie mögen glauben, dass solche Gewalt taktisch falsch ist, aber das beseitigt nicht die spirituelle Solidarität, den Wunsch unter dem Gesetz der Scharia zu leben und Träume weltweiter islamischer Dominanz, die auf traditionellen islamischen Überzeugungen und Praxis gründet – eine Solidarität, die eine atheistische, säkulare Ideologie wie der Kommunismus niemals bei den Volksmassen genoss, ob nun in Russland oder Peru. Bis wir den Jihadismus als spirituelles statt als materielles Phänomen betrachten, werden wir weiter Taktiken und Politik betreiben, die zum Scheitern verurteilt sind.

Abgelehnte und genehmigte Terroristen

21. Oktober 2014 um 15:45 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost, Europa+Nahost, Terrorismus | Hinterlasse einen Kommentar
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