Der Unterschied

17. Juli 2008 at 11:21 | In Nahost-Konflikt | 2 Comments
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Das Bild unten stammt von der heutigen Titelseite der israelischen Tageszeitung Yisrael Hayom (Israel heute).

Die Schlagzeile lautet: „Zwischen zwei Grußgesten“ (soll heißen: der Unterschied zwischen zwei Grußgesten).

In der Bildunterschrift steht (bitte daran denken, dass Hebräisch von rechts nach links gelesen wird): „Zwei Bilder, die die ganze Geschichte erzählen. Oben: Der Generalstabschef, Generalleutnant Gabi Ashkenazi, salutiert am Sarg von Ehud Goldwasser auf der Basis Shraga, während links neben ihm die weinende Witwe Karnit auf den Sarg blickt. Links: Der befreite Mörder Samir Kuntar in Hisbollah-Uniform grüßt mit erhobenem Arm bei den Feiern zu seiner Ehre in Beirut, an denen Nasrallah teilnahm.“

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(Übermittelt von Nissan Ratzlaw-Katz)

Und nur für den Fall, dass jemand auf die Idee kommt, das sei nicht der Gruß der Braunhemden, hier noch ein Bild beim Einmarsch - das sollte nun wirklich eindeutig sein (gefunden bei Media BackSpin), denn wo dieser Arm hinzeigt, gibt es niemandem, dem man zuwinken kann:


Gefangenen-Austausch … nicht ganz

16. Juli 2008 at 20:09 | In Israel, Nahost-Konflikt | 2 Comments
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Denn es wurden ja nicht Gefangene ausgetauscht, sondern fünf lebendige und ein Haufen toter Terroristen gegen zwei Leichen. Es ist immer wieder schwer zu begreifen, dass Israel sich zu solch einem Handel hergibt. Schwer zu begreifen, nicht unbegreiflich.

Allerdings dürfte damit jetzt sichergestellt sein, dass Gilad Shalit auch nicht lebendig zurückkommen wird. Die Hamas hat – einmal mehr – gelernt, dass sie keine lebenden Israelis braucht, um Israel zu erpressen. Dass Entführungen ein probates Mittel sind, um den jüdischen Staat erpressen zu können, wissen sie schon länger und haben schon lauthals verkündet, dass weitere folgen sollen.

Jetzt haben sie die volle Bestätigung, dass sie alles unternehmen können, womit sie Israelis in die psychische Hölle stürzen und erpressen können. Dank der Stümper in Jerusalem, die nicht einmal darauf bestanden, dass sie nur Leichen gegen Leichen tauschen – und lebende Gefängnisinsassen gegen lebende Entführte. Mal abgesehen davon, dass die Nasrallah und seine Kumpane schon vor dem Austausch die Vereinbarungen brachen, weil die „Informationen“ über Ron Arad überhaupt nichts brachten.

Eigentlich – und hier neige ich dazu, meine sämtlichen Prinzipien und Grundsätze über Bord zu werfen – wäre es jetzt an der Zeit, dass die Jubelfeiern für Samir Kuntar im Libanon mit ein paar explosiven Grüßen zu versehen werden, zumal alle „Parteien“ des Libanon fröhlich mitfeiern. Das mit dem Knallen werden die Israelis nicht tun, dazu sind sie viel zu anständig. Aber unerfreulich wäre es nicht, wenn die frei gelassenen Terroristen ganz schnell so außer Gefecht gesetzt wären, dass sie ihre „Tätigkeiten“ nicht wieder aufnehmen können.

Was uns diese Episode zeigt, ist eigentlich vor allem eins: Die Hisbollah (und mit ihr die anderen Terroristen) haben keinerlei Ansätze menschlichen Verhaltens; sie verachten alles, was an normalem Umgang üblich sein sollte. Sie morden, erpressen und spielen übelste Spielchen.

Jeder, wirklich jeder, der noch weiter Versuche unternimmt, die Hisbollah in irgendeiner Weise zu rechtfertigen, verdient nur eines: dass man ihn über’s Knie legt und ihm den Hintern versohlt, dass er eine Woche nicht sitzen kann. Solchen Monster irgendetwas Positives zuzuschreiben, ist ähnlich unmenschlich wie das Verhalten dieser Barbaren.

Ich bewundere Menschen wie Lila von Letters from Rungholt, die bei dieser Thematik so „neutral“ aufzuschreiben in der Lage sind, mit etwas geistiger Distanz, wie die Stimmung in Israel ist, wie die unterschiedlichen Probleme aussehen und in welcher Zwickmühle man dort steckt. Andererseits frage ich mich, ob es wirklich immer so richtig ist, sich diese Distanz aufzuerlegen. Ich weiß aber eins: Im Westen wird gezielt Schindluder getrieben, es wird gezielt die Umkehr von Opfer und Täter betrieben und die Unmenschen werden als gerechtfertigt dargestellt. Und darauf sollte Israel keine Rücksicht mehr nehmen. Denn es wird den gutmenschlichen Terror-Apologeten nie genug dafür tun, um in ihren Augen „richtig“ zu handeln. Versucht es weiter sich dem Westen anzubiedern, hat es keine Chance seine Sicherheit zu gewährleisten.

Im Fernsehen schwadronierte heute ein noch nicht einmal bei seinem Sender weltberühmter Korrespondent von Annäherungen zwischen Israel und der Hisbollah, sah einen Durchbruch in Sachen Frieden zwischen Syrien und Israel und damit die gute Chance, dass die Achse Iran-Syrien (und weiter zur Hisbollah) durchbrochen wird. Herzlichen Glückwunsch, Dumpfbacke, was müssen die Terroristen eigentlich noch machen, damit du sie als die bezeichnest, die sie sind und entsprechend einordnest?

Hier ein paar lesenswertere Beiträge zum Leichenaustausch:
- Glückwünsche (Letters from Rungholt)
- Noch kein Ende (Letters from Rungholt)
- Ein verheerender Deal (Spirit of Entebbe)
- Eine Mords-Fete (Gil Yaron als Gastautor auf der Achse des Guten – das ist m.E. die stärkste Überschrift für einen Kommentar in dieser Sache)
- Zwei Leichen gegen fünf Verbrecher (Malte Lehming)

Nachtrag: Begriffsverwirrung in den 22-Uhr-Nachrichten von n-tv: Einmal werden die Terroristen zwar als Terroristen bezeichnet, aber dann werden sie als „Kämpfer“ eingestuft und die Leichen als „libanesische und palästinensische Soldaten“. Anders N24: „libanesische und palästinensische Kämpfer“ – über diese verharmlosende Bezeichnung kann man angesichts der n-tv-Formulierungen schon fast froh sein…

Die ARD-tagesthemen verzeichnen nur einen der Freigelassenen als Terroristen – die anderen vier sind offenbar ganz harmlose Normalbürger? Zumindest bringt der Bericht in vollem Umfang zum Ausdruck, welche grausame Unmenschen die Hamas-Leute sind.

Und sollte sich irgendjemand im Unklaren sein, wes Geistes Kind da heute in den Libanon frei gelassen wurde, hier ein Bild des Mörders bei seinem Empfang:

Dazu muss man nichts mehr sagen. Vielleicht die kleine Anmerkung von David Harnasch auf der Achse des Guten. Aber das reicht dann auch.

Doppelte Unverschämtheit

9. Juli 2008 at 15:47 | In Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser | 3 Comments
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Dass die PalAraber keine Gelegenheit auslassen, an jüdisches Geld zu kommen, auch wenn es noch so dreist ist, sollte niemanden wundern. Allerdings wundert es ebenfalls überhaupt nicht, dass die israelische Regierung mit jüdischen Staatsbürgern, denen sie ohnehin schon übel mitgespielt hat, weiterhin so unverschämt umgeht, dass einem das Kotzen kommt:

Gaza-Araber wollen Entschädigung für Entlassung aus den Jobs in Gush Katif

Nissan Ratzlav-Katz, Arutz-7, 9. Juli 2008

Araber aus dem Gazastreifen, die von israelischen Farmern im Gush Katif beschäftigt wurden, bis die Juden 2005 aus dem Gebiet vertrieben wurden, suchen nach Wegen ihre ehemaligen Arbeitgeber wegen „unrechtmäßiger Entlassung“ und für den Erhalt anderer Arbeitnehmer-Vergünstigungen zu verklagen.

Die Ausreißung der pulsierenden jüdischen Gemeinden und ihrer Wirtschaft aus Gush Katif während der „Abkoppelung“ der Regierung Sharon vom Gazastreifen führte zur sofortigen Arbeitslosigkeit von etwa 10.000 Menschen, die in der Landwirtschaft und damit zusammenhängenden Industrie arbeiteten; zu ihnen gehörten auch 5.000 Araber der palRegierung Sharon vom Gazastreifen führte zur sofortigen Arbeitslosigkeit von etwa 10.000 Menschen, die in der Landwirtschaft und damit zusammenhängenden Industrie arbeiteten; zu ihnen gehörten auch 5.000 Araber der palästinensischen Autonomie. Der Stand vom Juni 2008 ist, dass mehr als 50 Prozent der früheren Einwohner des Gush Katif immer noch arbeitslos sind.

Nach Angaben eines Berichts von Israel Fernsehkanal Eins sagte die SELA-Verwaltung, die dafür geschaffen wurde den durch die Abkopplung Vertriebenen helfen soll, sich ein neues Leben und neue Gemeinschaften aufzubauen, den ehemaligen Einwohnern, Arbeitgebern und Geschäftsleuten des Gush Katif, dass die Forderungen der Araber „euer Problem“ sei. Die Regierung hat behauptet, dass zu den Abfindungszahlungen, die den ehemaligen Einwohnern gezahlt wurden, ein Fonds gehörte, der für die ehemaligen Angestellten der aus dem Gazastreifen geworfenen jüdischen Industrie genutzt werden sollte.

Aktivisten des Gush Katif entgegnen, dass die Abfindungszahlungen bisher nicht einmal die Grundbedürfnisse der Vertriebenen selbst abdeckten.

Yossi Schwartz, der früher eine Fabrik für Bekleidung besaß und von Kanal Eins für den Bericht interviewt wurde, sagte, dass die Forderungen der ehemaligen Arbeiter sich nur in seinem Fall schon auf mehr als eine Million Schekel belaufen könnten. Schwartz ist, wie so viele seiner ehemaligen Nachbarn, weiterhin arbeitslos.

Halten wir also fest: Die „unrechtmäßigen Entlassungen“ müssen die ehemaligen Arbeitgeber verantworten, obwohl sie zu diesen gezwungen waren: Wo keine Arbeit mehr ist, kann man auch niemanden beschäftigen. Und die Regierung Olmert kümmert sich einen Scheißdreck darum, was mit den Menschen ist, die sie da entwurzelt und ihrer Existenzen beraubt hat. Im Gegenteil: Die sollen auch noch alles ausbaden, was die Regierung des Amtsvorgängers (zu dessen Getreuen der jetzige Regierungschef ja gehört) verbrochen hat. Da fragt man sich, wer hier eigentlich unverschämter ist – die Hamastanis oder Olmert.

Die vorhersagbare Spontanität des Terrors

7. Juli 2008 at 17:20 | In Araber, Geschichte, Islamstaaten, Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser | No Comments
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Noch ein paar zeitlos wahre Dinge zum Terror allgemein von Gerald M. Steinberg:

Gerald M. Steinberg
Jerusalem Post, 03. Juli 2008, S. 4

Auf gewisse Weise war der jüngste Terroranschlag in Jerusalem vorhersehbar – nicht, was die Art angeht, den Zeitpunkt oder den genauen Ort, aber aus dem ständigen Muster von mehr als 60 Jahren. Wo immer während dieses Zeitraums die gewalttätigen Angriffe gegen Israelis an einer Front eingedämmt wurden, wurde sofort eine weitere Front eröffnet, die oft eine andere Form der Gewalttätigkeit beinhaltete.

Die Waffenstillstandsvereinbarungen nach dem Unabhängigkeitskrieg 1948 wurden abgelöst vom Beginn der Infiltrationen durch Fedayin, die aus Jordanien und Ägypten kamen und israelische Zivilisten nahe der Grenze attackierten. Einige Jahre später waren diese Zugänge geschlossen und die Angriffe verschoben sich zur Westbank und vor dort in den Libanon. In jüngerer Zeit, als der Selbstmord-Bombenfeldzug (der den falschen Namen „Zweite Intifada“ erhielt) von IDF-Operationen wie „Schutzschild“ und dem Bau einer Sicherheitsbarriere gestoppt wurde, begann der Raketenregen aus dem Gazastreifen. Und die letzte Woche am Gazastreifen erklärte wackelige Waffenruhe war auch das Signal für eine neue und andere Form der Gewalt gegen israelische Zivilisten.

Wie die Geschichte zeigt, ist der „bewaffnete Kampf“ die dominante Strategie gewesen, die genutzt wurde, um für das Ziel der Rückgängigmachung der Gründung des jüdischen Staates zu werben. Lediglich die Namen der Organisationen haben sich geändert – Fatah, die PLO, Al-Aksa-Märtyrerbrigaden, Hamas, Islamischer Jihad und vielleicht jetzt eine neue Bezeichnung – aber die Strategie des Terrors bleibt. Gleichermaßen ist der Grundansatz des Terrors trotz der angenommenen Motivations- und Rechtfertigungsverschiebungen, einschließlich der Hinzufügung der „Besatzung“ oder der Siedlungen, die dem Krieg von 1967 folgte, konstant geblieben.

Wie der jüngste Anschlag in Jerusalem zu demonstrieren scheint, benötigen die Übeltäter nicht unbedingt einen Organisation mit Ausbildung, Waffen oder Vorschriften. Die Palästinenser sind mit dem bewaffneten Kampf groß gezogen worden und viele sind in der Lage die Zeichen zu lesen und eigenständig zu handeln, mit jeglichen Waffen, die ihnen gerade zur Verfügung stehen. Das kann ein Gewehr sein, ein mit Sprengstoff gefüllter Selbstmord-Gürtel oder, wie in diesem Fall, ein Radlader.

Der stete Fluss an Hetze in den Medien spielt in diesem Prozess eine zentrale Rolle, einschließlich der palästinensischen Fernsehprogramme, die den hohen Wert des Märtyrertums undd ie Ehre des Kampfes gegen den zionistischen Feind predigen. Als Ergebnis davon mag das isolierte Handeln zwar spontan erscheinen, aber die Grundlagen und die Vorbereitung sind nie weit weg gewesen.

Die Palästinenser haben weiterhin gelernt, dass die Vereinten Nationen und die mächtigen Gruppen, die behaupten für die Menschenrechte einzutreten, selten auf solche Anschläge reagieren, ganz im Gegensatz zu den ständigen und vorhersagbaren Verurteilungen israelischer Angriffe. Während des Zweiten Libanonkrieges und in den letzten Monaten während der Raketenangriffe aus dem Gazastreifen konzentrierten sich die Äußerungen und Kampagnen von Human Rights Watch, Amnesty International und vieler anderer Gruppen in ihren Berichten in erster Linie auf Beschuldigungen Israels wegen „Kollektivstrafen“ und „Kriegsverbrechen“ (die Tatsache, dass diese juristischen Begriffe in diesem Zusammenhang bis zur Unkenntlichkeit verdreht werden, wird allgemein ignoriert). So hat die palästinensische Gewalttätigkeit die doppelte Wirkung Israelis umzubringen, während sie gleichzeitig zur Dämonisierung Israels beiträgt.

Eine Antwort auf diese Geschichte und Strategie des Terrors ist ein Minimallevel als Preis für Freiheit und Souveränität zu akzeptieren oder zumindest anzuerkennen. Mit jeder Welle hat Israel die Oberhand behalten, nachdem es mit dem Leben einiger seiner Staatsbürger bezahlt hat. Vielleicht ist das das Beste, was man erwarten kann, bis es eine historische Verschiebung in der palästinensischen und arabischen öffentlichen Meinung gibt, die die Akzeptanz der israelischen Legitimität beinhaltet.

Um diese Strategie besiegen zu helfen, sollte mehr Gewicht auf die Beendigung der Hetze gelegt werden (insbesondere seitens der die Palästinenser finanzierenden europäischen Regierungen), sowie auf die Beendigung des Missbrauchs internationalen Rechtssprachgebrauchs zur Verurteilung legitimer israelischer Antworten [auf den Terror].

Terror in Jerusalem

7. Juli 2008 at 17:16 | In Israel, Jerusalem, Medien+Nahost, Nahost-Konflikt, Palästinenser, Terroranschläge, Terrorismus | No Comments
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Es ist zwar fast eine Woche später, aber die Inhalte dieses Editorials der Redaktion sind eigentlich zeitlos:

Jerusalem Post, Staff editorial, 3. Juli 2008, S. 13

Es wäre einfacher mit dem klar zu kommen, was am Mittwoch in Jerusalem geschah, wennw ir uns selbst davon überzeugen könnten, dass Jusam Taysir Dwayat einfach durchgedreht hätte, als der so mörderisch in Fußgänger, Autos und Busse hineinpflügte.

Könnte doch nur ein forensischer Psychiater belegen, dass der 30-jährige Baggerfahrer einen psychotischen Anfall erlitt, die ihn zwang, auf seiner Mammut-Maschine sitzend durch eine der engsten Engstellen der Stadt zu randalieren und so viele unschuldige wie möglich zu töten und zu verwunden, wie er konnte. Wir könnten entsetzt unseren Kopf schütteln, uns aber sagen, dass es letztlich keinen Schutz vor Verrückten gibt.

Aber die auf der Jaffa Road angerichtete Verwüstung war aller Wahrscheinlichkeit nach nicht das Werk eines Wahnsinnigen; uns von etwas anderes überzeugen zu wollen, wäre Einbildung.

Augenzeugen beschreiben die Szene eines Gemetzels. Dwayat begann seinen Ansturm von einer Baustelle an der nahe gelegenen Straße Sarei Yisrael aus; er rammte in einen Linienbus und verwundete Menschen entlang des Wegs, bevor er auf die Jaffa Road einbog – die noch verstopfter war als normal, weil an den Straßenbahngleisen gearbeitet wurde.

Während Fußgänger aus dem Weg spritzten, um nicht von dem Baufahrzeug zermalmt zu werden, fuhr der Killer in Richtung des Freiluftmarktes Mahaneh Yehuda, wobei er gezielt einen zweiten Linienbus heftig rammte und ihn umkippte. Er rammte und zermalmte einige weitere Fahrzeuge, die ihm im Weg waren.

Drei Menschen wurden getötet und jede Menge verletzt, bevor ein Soldat außer Dienst und ein besonders ausgebildeter Motorradpolizist es schafften auf den Radlader zu klettern und Dwayat, während er „Allahu akbar“ (Allah ist groß) schrie, erschossen.

Nur Stunden nach dem Mordzug war der umgekippte Bus wieder aufgerichtet und abgeschleppt worden. Der Radlader war ebenfalls entfernt, wie auch die zermalmten Autos. Freiwillige wuschen das Blut der Opfer von der Straße. Die Jaffa Road und die angrenzende Umgebung des zentralen Busbahnhofs nahmen ihr normales Erscheinungsbild an.

Aber die Menschen Jerusalems sind schwer traumatisiert worden. Es gibt das nagende Gefühl, dass die Ruhe, der sich die Einwohner jetzt seit einigen Jahren; seit dem inoffiziellen Ende der zweiten Intifada; erfreuen konnten, vorüber sein könnte – und dass die größte Gefahr aus dem Bereich innerhalb der Stadtgrenzen selbst kommt.

Dwayat wohnte in Sur Baher, einem palästinensisch-arabischen Viertel in der Nähe des Kibbutz Ramat Rachel im Südosten Jerusalems und innerhalb der Sicherheitsbarriere gelegen. Als Einwohner der Großstadt Jerusalem besaß Dwayat, anders als die der Westbank, einen blauen Personalausweis, der dem ähnlich ist, den alle israelischen Staatsbürger besitzen.

Das Verbrechen von Mittwoch bringt den Anschlag in Erinnerung, der erst vor drei Monaten im Lesesaal der Marcaz Havat-Yeschiwa statt fand; damals ermordete ein anderer Jerusalemer Araber, Ala Abu Dhaim aus Jebl Mukaber acht Schüler, bevor er von einem außer Dienst befindlichen IDF-Offizier erschossen wurde.

Neben einigen bemerkenswerten Ausnahmen habe die Araber Jerusalems dazu tendiert sich nicht in die zweite Intifada hineinziehen zu lassen. Aber in den letzten Monaten gab es eine Reihe von Zwischenfällen, darunter die Beinahe-Lynchung zweier Stadtinspektoren an der Saladin-Straße und den Versuch zwei Sicherheitsleute in der Altstadt zu ermorden, die das Augenmerk auf das richten, was ein Trend zur Radikalisierung zu sein scheint. Die arabische Bevölkerung der Hauptstadt hat bei den palästinensischen Wahlen von 2006 ihre Unterstützung der Hamas gegeben.

Die arabischen Viertel, die als Sprenkel den Großstadtbereich Jerusalems durchsetzen – nicht nur im Osten, sondern auch im Norden und Süden – wurden nach dem Sechstage-Krieg in die Grenzen der Hauptstadt übernommen; seine arabischen Einwohner bekamen blaue Personalausweise. Sie hatten die Möglichkeit die volle israelische Staatsbürgerschaft zu beantragen, entschieden sich aber in ihrer überwältigenden Mehrzahl dazu, das nicht zu tun, aus Solidarität mit der palästinensischen Sache.

Die Dichotomie, unter der diese Araber leben, scheint immer stärker gespannt zu werden. Sie mögen für Juden arbeiten; sie mögen Krankenversicherung und Sozialleistungen vom zionistischen Staat erhalten, aber kulturell und politisch sind sie vom sie umgebenden arabischen Milieu nicht zu trennen. Sie sehen dasselbe Satelliten-Fernsehen und hören die Prediger für dieselben radikalen Botschaften Partei ergreifen, wie ihre Landsleute in der Westbank und dem Gazastreifen.

Wir müssen zumindest wahrnehmen, dass dieser Rahmen – die Beziehung zwischen Jerusalems Arabern und Juden und ihre Auswirkungen auf die Sicherheit – wie er seit 1967 angewendet wurde, eine Neubewertung benötigt. Es anders zu sehen, würde uns der Selbsttäuschung überlassen.

Nur noch krank

7. Juli 2008 at 10:39 | In Araber, NGOs, Nahost-Konflikt, Palästinenser, Terroranschläge | 6 Comments
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Es gibt Momente, da versagt einem einfach die Sprache. Einen solchen erlebte ich bei dieser Meldung, weshalb ich mir tatsächlich mitten im Urlaub einen internetfähigen Rechner gesucht habe, um den Ärger zu verarbeiten und mitzuteilen:

Addameer: Untersuchung des Radlader-Vorfalls muss international beaufsichtigt werden

Maan News, 5. Juli 2008

Gaza – Addameer (Gewissen), eine palästinensische NGO, die sich zur Aufgabe gemacht hat, die Rechte politischer Gefangener und Gefängnisinsassen zu schützen und für sie zu werben, gab a Samstag eine Erklärung aus, in der sie „Hinrichtung“ des Jerusalemer Baggerfahrers Husam Dwayat verurteilt wurde.

Die Erklärung beschrieb die Hinrichtung als „Verletzung des Rechts auf Leben“.

Außerdem drosch die Erklärung auf die Entscheidung der Knesset ein das Haus des Mannes abzureißen; die Aktion wird als „rassistisches Verhalten und Kollektivstrafe gegen palästinensische Einwohner Jerusalems“ beschrieben.

Die Vereinigung verlangte in ihrer Erklärung, das Untersuchungen unter internationaler Aufsicht durchgeführt werden, da es einige Hinweise gibt, dass der Vorfall in Wirklichkeit ein Verkehrsunfall war und nichts mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt zu tun hat.

Addameer deutet in ihrer Erklärung an, dass der Angreifer einfach die Kontrolle über seinen Bagger verloren hat.

Addameer ruft die internationale Gemeinschaft auf einzugreifen, um den bereits im Gang befindlichen Prozess zur Zerstörung des Hauses der Familie Dwayyat aufzuhalten.

Soso. Ein Verkehrsunfall, bei dem der Baggerfahrer „Allahu akbar“ schreit, unkontrolliert von einer Straße in die nächste kurvt, wobei er völlig unabsichtlich immer Autos unter sich lässt, egal, wo die sich gerade befinden, einen Bus mehrmals rammt, einen weiteren umkippt und sich gegen Eingriffe von außen wehrt, bis er „hingerichtet“ wird.

Einen klareren Fall von dreifachem Mord und dutzendfachem versuchten Mord gibt es wohl nicht. Und die „Hinrichtung“? Der Typ wehrte sich gegen jeden Eingriff in sein Tun. Wenn der Radlader nur außer Kontrolle gewesen wäre, hätte er die Männer eingreifen lassen. Statt dessen drückte er seinen Gebetsruf brüllend wieder auf’s Gas. Einen klareren Fall von Nothilfe gibt es auch kaum.

Wenn also eine arabische Organisation versucht das anders darzustellen, dann hat sie ganz klar die Absicht Terror zu unterstützen. Sie hetzt gegen Israel, rechtfertigt alles, was mit dem Morden von (jüdischen) Menschen zu tun hat. Damit kann ihr Volksverhetzung nachgewiesen werden. Rassistisch? Rassistisch ist der, der in diesem Fall Judenmord nicht verurteilt.

Aber hier wird das wahrscheinlich wieder von allen möglichen Terror-Apologeten aufgegriffen und rechtfertigt werden. Hauptsache, man kann Israel beschmieren. Der Mörder wird vielleicht sogar zur nächsten Rachel Corrie! Hat der Neudeck sich noch nicht zur „Hinrichtung“ des armen Opfers des Verkehrsunfalls geäußert? Oder sonst einer der Idioten, die immer nur allzu gerne entschuldigen, was an Terror gegen Israelis veranstaltet wird?

Das “Recht auf Leben” des Mörders sei verletzt worden, schimpfen die Terror-Sympathisanten. Dieses Recht haben immer vor allem die, die gerade keine Juden sind, nicht wahr? Insbesondere Mörder, die Juden das Leben nehmen. Wie nennt man so was? Antisemitisch nennt man sowas! Die einzig akzeptable Form des Rassismus!

Keiner Antisemit außer den Juden?

29. Juni 2008 at 21:20 | In Deutschland, Europa+Nahost, Geistesgrößen, Nahost-Konflikt | 4 Comments
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Diese Schlussfolgerung muss man wohl ziehen, liest man die Äußerungen eines Göttinger Sportwissenschaftlers namens Arnd Krüger und dem, was ihm an Zustimmung in der unzensierten Medienlandschaft entgegenflutet.

Der Mann ist so irre zu behaupten, dass die israelischen Sportler 1972 gewusst hätten, dass sie überfallen werden und hätten sich freiwillig geopfert, um Israel zu nützen.

Ich vermute mal: Der These, dass Mohammed al-Dura von palästinensischen Terroristen erschossen wurde, um Stimmung gegen Israel zu machen, wird dieser Mann mit Sicherheit vehement widersprechen.

Aber zurück zum eigentlichen Vorgang. Lila berichtet ausführlicher, was von der Sch…. zu halten ist, die der Mann von sich gibt, indem sie ihm einiges ins Stammbuch schreibt, was jüdische/israelische Grundprinzipien und das Verhältnis zum Leben an sich angeht. Auch der „Lindwurm“ nimmt die wirren Schwachkopf-Konstrukte auseinander (auch wenn die religiösen Seitenhiebe nicht sonderlich erbaulich sind). Die Unverschämtheit dieses Mannes ist schlichtweg unglaublich. Seine Verlogenheit kaum übertreffbar. Wenn man einen geistigen Brandstifter sucht, dann ist dieser Göttinger Vorturner ein Paradesbeispiel.

Aus der offiziellen Welt kommen natürlich Reaktionen, die den Mann verurteilen und man kann sich einiges sogar anhören. Das ist gut und richtig. Und liefert den Israel-Hassern Munition, weil sie jetzt wieder behaupten, bei uns dürfe man Israel nicht kritisieren. Und der Göttinger Stinkstiefel wird zu ihrem neuen Helden. Tatsachen zählen ja nicht, man macht sie sich selbst.

Und so finden sich – auch von Lila angeführt – Reaktionen auf die Lügen des Göttingers, die für sich sprechen. Eines der ganz großen Kennzeichen der Israel-Hasser ist die Behauptung, dass bei jeder Gelegenheit, bei der kleinsten Kleinigkeit die Antisemitismuskeule (einer der Zitierten nennt es „Antisemitismuskarte“) gezogen würde. So ziemlich alle dieser zitierten Kommentatoren führen das „Argument“ mit dem Antisemitismus-Vorwurf an. Nochmal eine Vermutung: Sie weisen ihn natürlich auch alle ganz weit von sich.

Aber die Art und Weise, wie sei das tun offenbart etwas. Jeder kann etwas gegen Israel haben; jeder kann das Leid der Palästinenser beklagen. Das ohne die „Leistungen“ der palästinensischen Terroristen zu tun (oder diese nur als „Freiheitskämpfer“ zu sehen), ist schon reichlich einseitig, hat aber nichts Antisemitisches an sich. Es ist schlicht Blindheit. Mehr aber nicht. Doch was sonst noch so kommt, das geht in eine Richtung, die mehr als bedenklich ist.

Wer Israel einen „Holocaust an den Palästinensern“ vorwirft; wer behauptet, dass Israel „eine Atomparanoia“ habe, den Iran militärisch bedrohe und Israel deswegen als „schwere Bedrohung des Weltfriedens“ darstellt; wer behauptet, dass alle anderen Länder des Nahen Ostens auch die Atombombe haben müssen, weil sonst kein Friede einkehrt; der macht sich dessen schon verdächtig, was er sich vorgeworfen fühlt. Denn solche Vorwürfe werden (ansatzweise mit Ausnahme der USA) keinem anderen Staat und keiner Organisation gemacht. Und das ist bezeichnend.

Einer dieser Kommentatoren schreibt in seiner ganzen ideologischen Verblendung:

Weil ich der Meinung bin das jedem Land der Welt Atomwaffen zustehen, wenn welche in Bushs Händen sind, bin ich Antisemit? Wenn ich Krieg verachte ist, darf ich Israel nicht für den Libanon-Überfall verachten, weil ich dann Antisemit bin?

Nun, solchen Leuten entgegne ich: Du darfst dieser Meinung sein, ohne dass du Antisemit bist. Aber da
du nur Israel (und den USA) vorhältst, sie seien aggressiv;
weil du ausblendest, dass Israel vom Libanon aus überfallen wurde und REagierte (!);
weil du nicht berücksichtigen willst, dass die Amerikaner und Israelis keine Atombomben benutzt haben, obwohl sie sie besitzen
und du denen, die sie zur Vernichtung Israels einsetzen werden, das angekündigt haben und seit Jahrzehnten die Vernichtung der Juden anstreben, ihre Absichten nicht übel nimmst, sondern sie unterstützt,
ja, DANN BIST DU DOCH EIN ANTISEMIT, weil du die angestrebte Vernichtung der (israelischen) Juden gut heißt!

Weil du an Israel Maßstäbe negativ anlegst, die du keinem anderen zumutest;
weil du den Juden nicht zugestehst sich verteidigen zu dürfen (ja, ja, ich weiß, deine Lippenbekenntnisse zur Selbstverteidigung kenne ich – du bist dafür, dass sie sich verteidigen dürfen, nur haben sie bisher nie eine Art der Verteidigung gefunden, die du akzeptieren könntest!);
weil nach deiner Darstellung die Juden für alles, was ihnen angetan selbst verantwortlich sind
und die Terroristen (ach ja, das sind ja keine, das sind verzweifelte Leute, die nur frei sein wollen) ihnen antun,
DESHALB BIST DU DOCH EIN ANTISEMIT!

Wer, wie der Göttinger Sportwissenschaftler, den Juden unterstellt, sie hätten gewusst und gewollt, was da 1972 in München passierte, bedient sich klar antisemitischer Motive. Wer ihn unterstützt, muss sich gefallen lassen, dass im Propagierung antisemitischen Gedankenguts vorgeworfen wird.

Sarkozy und Land für Frieden

25. Juni 2008 at 22:03 | In Europa+Nahost, Nahost-Konflikt | No Comments
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Ein Vergleich von Steven Plaut, 24. Juni 2008

Da war also Sarkozy diese Woche in Jerusalem; vor der Knesset forderte er von Israel, dass es der Teilung Jerusalems zustimmt, wobei die Hälfte den Wilden übergeben werden soll. Er forderte auch die ethnische Säuberung der in der Westbank lebenden Juden.

Diese französischen Politiker haben lange geglaubt, dass Frieden geschaffen werden kann, indem man Israel in eine Art Vichy-Appeasementregime verwandelt. Aber jetzt, wo sie Frieden mit Land erkaufen wollen, könnten sie auf etwas Wichtiges aus sein.

Ich bin nie vor einer Herausforderung zurückgeschreckt; und so habe ich eine Liste an Vorschlägen erstellt, die das französische Volk sich überlegen sollte, damit sie eine vollständigen, dauerhaften und gerechten Frieden mit ihren historischen Gegner erzielen können.

Zuerst einmal stimmen wir alle darin überein, dass Territorium nicht durch Gewalt annektiert werden darf. Daher können wir also auch übereinstimmen, dass Deutschland ein moralisches Recht hat die Rückgabe von Elsass-Lothringen zu verlangen, denn die französische Aggression von 1945 und die folgende Besatzung dürfen nicht belohn werden. „Ein vollständiger Rückzug für vollständigen Frieden“ sollte hier Anwendung finden. Darüber hinaus muss Frankreich der Rückkehr und Rehabilitation aller ethnischen Deutschen zustimmen, die nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg aus Elsass-Lothringen vertrieben wurden, außerdem aller, die sich als deren Nachfahren definieren.

Aber das ist natürlich nur der erste Schritt hin zu einer Lösung, denn keine Aggression kann belohnt werden – und Frankreich hat einiges an gestohlenem Territorium zurückzugeben. Genua nahm es Korsika weg, Piedmont Nizza und Savoyen; als Nachfolgestaat muss Italien all dieses Land zurückbekommen. In ähnlicher Weise gehen Gebiete an Österreich zurück, die den Habsburgern genommen wurden, darunter auch Franche-Comté, Artois und das historische Burgund. Die Region Rousillon (entlang der Pyrenäen) muss an ihren rechtmäßigen Eigentümer Spanien zurückgegeben werden. Und die Normandie, Anjou, Aquitanien und die Gascogne müssen an ihre rechtmäßige Eigentümer, die britische königliche Familie, zurückgegeben werden.

Aber auch das reicht für den Sinn des Friedens nicht. Die Bretagne und der Languedoc müssen sofort Autonomie erhalten, damit verbunden die Anerkennung der bretonischen und okzitanischen Freiheitsorganisationen als deren legale Herrscher. Das belässt der französischen Regierung die Kontrolle über die Ile de France (die Gegend um Paris).

Das löst aber immer noch nicht das Problem der Heiligen Stadt Paris, die Touristen, Gourmets und Ehebrechern heilig ist. Die Korsen haben offensichtlich einen historischen Anspruch auf das Grab von Kaiser Napoleon, ihren berühmten Sohn, wie auch den Komplex des Dome des Invalided und seiner Umgebung. Im Sinne des Friedens ist es doch nicht zu viel verlangt, dass Paris die Hauptstadt für zwei Völker ist? Die französischen Herrschenden müssen zustimmen, dass die französischen Pariser vom Betreten der heiligen Grabgeländes abgehalten werden, damit das nicht die Korsen verärgert.

Die Saint Chapelle und die Kathedrale Notre Dame werden natürlich internationalisiert, unter der gemeinsamen Aufsicht des Vatikan und der Historiker. Die Franzosen sollten es als Kompliment von höchstem Wert betrachten, dass so viele Menschen Paris als internationale Stadt ansehen.

Die Franzosen haben nichts, über das sie sich beschweren könnten. Sie werden sich der Vorzüge des Friedens erfreuen und die Kontrolle über die Champs Elysées behalten.

Wobei, wenn man darüber nachdenkt, selbst die Champs Elysées zu viel sein könnten. Wenn man sich überlegt, dass die Franzosen meinen, Jerusalem sei nicht die Hauptstadt Israels, dann ist vielleicht die französische Hauptstadt gar nicht Paris, sondern Vichy.

Schlussbemerkung heplev: Jetzt warte ich auf ähnliche Vergleiche für weitere europäische Staaten!

Was man so als Waffenruhe verkauft und wer sie bricht

24. Juni 2008 at 19:41 | In Israel, Medien+Nahost, Nahost-Konflikt, Palästinenser | 4 Comments
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Es hat nicht lange gedauert. Na ja, im Nahen Osten sind fünf Tage schon fast eine Ewigkeit. So lange hat die „Waffenruhe“ am Gazastreifen gedauert. Heute wurde er erst vom Raketenalarm gestört wurde, dann schlugen insgesamt drei Qassams ein, zwei davon in Sderot, eine in offenem Gelände. Premier Olmert, der vorher tönte, dass der Waffenschmuggel der Hamas einen Bruch des Waffenstillstands darstelle, bezeichnete die Beschießung durch den Palästinensischen Islamischen Jihad als „eklatanten und eindeutigen Bruch der Abmachungen, die als Teil der Waffenruhe verabredet wurden“.

Natürlich sehen die Terroristen das anders. Für sie gilt ein Antiterror-Einsatz der IDF in Schechem/Nablus als solcher Bruch. Dass die „Westbank“ von ihnen einseitig in den „Waffenstillstand“ einbezogen wurde, hat ja nichts zu bedeuten. Auch nicht, dass PA-Terroristen bereits Montagabend einen Mörser aus dem Gazastreifen nach Israel schossen.

Jetzt fragt sich, wie das Großmaul von Regierungschef auf die pal-arabischen Brüche reagiert. Zu erwarten ist, dass gar nichts passiert, außer, dass die Terroristen hofiert werden, die Grenzübergänge stärker geöffnet werden und die westliche Presse wird alles tun, um Israel die Schuld am Ende der Scharade zuzuweisen.

Unsere großen Medien halten sich (noch?) zurück. Andere weniger Die israelische Botschaft in Berlin berichtet in ihrem Newsletter nur von den drei Raketen, der Mörserangriff fehlt. Israelnetz übernimmt von Ha’aretz die Bekämpfung der Terroristen in Nablus, in der auch dick die Palästinenser-Sicht wiedergegeben wird, während die Fakten zur Geltung der „Waffenruhe“ sowie der Mörserangriff erst am Ende nebenher vorkommen.

Die Freunde der offenen Gesellschaft hatten nur den Mörserangriff im Programm. Dafür die richtigen Fragen: Wo sind die deutschen Medien? Wo bleiben zumindest die Verurteilungen?

Beer7 berichtet – noch früh am Morgen, vor den Raketen – den Mörserangriff und zitiert die Terroristen-Lügen vom Bruch der Waffenruhe durch Israel.

Gleichermaßen hat Lila von Letters from Rungholt am frühen Morgen den Mörserangriff und fragt sich, warum Israel so genannte Blockade weiter lockert und was noch kommt und ob das so weiter gehen wird. Im Update folgen (als Antwort auf die rhetorische Frage) die Raketenangriffe.

Jihad Watch bringt eine Meldung von AP: Der Mörserangriff fehlt bei der Agentur, die Raketen sind Antwort auf Israels „Bruch“ (Anführungszeichen von mir) der Waffenruhe. Zumindest wird erwähnt, dass die „Westbank“ (Anführungszeichen von mir) nicht formal Teil in die Waffenruhe einbezogen wurde. Aber die Hamas verkündet, sie bleibe ihr verpflichtet. Ja klar!

Verteidigungsminister Ehud Barak hatte auch schon getönt, als er heute durch den Negev tourte: „Ruhe wird mit Ruhe beantwortet werden, Stille mit Stille“, gab er von sich. Aber wie auf die Beschießung durch die Terroristen geantwortet werden soll, das sagte er offenbar nicht.

Und die Agenturen bereiten vor, dass Israel beschuldigt werden kann für die Gewalt verantwortlich zu sein. Genaueres hat Beer7 aufgeführt. Da wollte MS-NBC wohl nicht nachstehen und verkündet: „Die Westbank ist kein formeller Teil der Gaza-Waffenruhe. Aber der israelische Angriff könnte als Verletzung des Geistes des Waffenstillstands gesehen werden.“ Das ist der komplette Bullsh*t! (So gesehen ist der „Geist des Waffenstillstands“ der: Israel hat still zu halten, egal was passiert.) Auch MS-NBC scheint die Haltung einzunehmen, dass einzig und alleine die Terroristen definieren dürfen, wer im Rahmen des „Waffenstillstands“ was tut. Was ist eigentlich mit dem „Geist des Waffenstillstands“ geschehen, als der Mörserangriff auf Israel geführt wurde?

Spirit of Entebbe hat ein paar nette Zitate, die zeigen, wie die Terroristen das mit dem Waffenstillstand sehen, besonders jetzt nach dessen Bruch. Zuerst einmal wird jemand namens Al-Haya in der Ha’aretz zitiert, auf Englisch; hier die Übersetzung:
- „Selbst wenn es durch einige Fraktionen Verletzungen gibt, betont die Hamas ihre Verpflichtung zur Ruhe und arbeitet an der Umsetzung der Ruhe… Aber die Hamas wird keine Polizei sein, die die Grenze der der Besatzung sichert. Niemand wird sich eines frohen Augenblicks erfreuen, in dem er jemanden von der Hamas sieht, der einem Widerstandskämpfer ein Gewehr ins Gesicht hält.“
Klar genug?
Und die Waffenruhe wird nicht durch Raketenschüsse nach Israel gebrochen, nein: „Die Schließung [der Grenzübergänge] durch die Besatzung ist ein Bruch des Handels für die Ruhe im Gazastreifen.“ Also ist es Israel, das gar nicht mehr im Gazastreifen ist, ihn aber trotzdem noch besetzt hält, das durch die falsche Reaktion auf den trotz „Waffenruhe“ statt findenden Terror die „Waffenruhe“ bricht.
Diese Logik ist einfach umwerfend!

Eine Waffenstillstandsvereinbarung mit der Hamas folgt „Einem Fehlschlag, schlimmer als der Zweite Libanonkrieg“

22. Juni 2008 at 15:54 | In Israel, Nahost-Konflikt, Terrorismus | No Comments
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Dr. Joel Fishman, Makor Rishon, 20. Juni 2008

Am Dienstagabend, 17. Juni 2008, verkündete die ägyptische Regierung, dass eine Waffenstillstandsvereinbarung zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen am Donnerstag, 19. Juni, 6 Uhr morgens in Kraft treten würde. Diese Abmachung bedeutet im Grunde, dass Israel indirekt eine Terrororganisation anerkennt und mit ihr verhandelt, die sich seiner Vernichtung verschrieben hat. Davor gab es in der Woche erbitterte Diskussionen und den Austausch gegenseitiger Beschuldigungen bezüglich der Frage, ob Israel massiv mit bewaffneten Kräften im Gazastreifen einmarschieren sollte, um den Terrorakten ein Ende zu setzen, zu denen auch der Beschuss der Zivilbevölkerung des westlichen Negev und Aschkelons mit Raketen und Mörsern gehört. Am 16. Juni gab das Außenministerium eine Erklärung aus, mit der es die Öffentlichkeit informierte, dass „die Tatsache, dass die Hamas einen gewalttätigen Staatsstreich gegen die pragmatischere, von Abu Mazen geführte palästinensische Autonomiebehörde durchführte, beweist, dass sie nicht Willens sind an dem Prozess teilzunehmen, durch Kompromiss Frieden zwischen Israel und der palästinensischen Autonomiebehörde zu erzielen, der 1993 mit den Vereinbarungen von Oslo begonnen wurde.“

Es ist wahrscheinlich, dass jegliches Arrangement mit der Hamas nur vorläufig sein wird und nur so lange dauert, wie es denen gefällt. Im Austausch für eine unbestimmt lange Pause in den Feindseligkeiten plant Israel die Vorteile relativer militärischer Stärke aufzugeben, während sein Feind sich auf die nächste Runde vorbereitet, seine Kräfte ausbildet, Befestigungen baut und neue Waffen einschmuggelt. Der Prototyp dieser Transaktion war der Waffenstillstand von Hudaibiya aus dem Jahr 628 unserer Zeitrechnung, den Mohammed mit dem mekkanischen Stamm der Quraisch zu einer Zeit schloss, als seine Streitkräfte relativ schwach waren. Später, als er mehr Anhänger gewonnen hatte, brach er den Vertrag und besiegte diesen Stamm. Die Internetseite Israel Forum schreibt dazu: Dieser Waffenstillstand wurde zum Modell und zum Präzedenzfall im islamischen Recht für alle Vereinbarungen mit Ungläubigen; er darf nie länger als zehn Jahre dauern (mit der Möglichkeit einer Verlängerung um weitere zehn Jahre, keinesfalls mehr).“ Innerhalb eines breiteren Blicks ist, wie Mao einst schrieb, das wichtige Ziel einer jeden Guerillabewegung einfach weiter zu existieren. So gesehen ist der Staat Israel der Hamas unnötig behilflich gewesen.

Die Auswirkungen alternativ wählbarer Politik, einer Waffenruhe oder möglicher Militäraktionen im Gazastreifen, sind keiner ernsthaften öffentlichen Diskussion unterzogen worden und einige der Hauptfragen wurden vernebelt. Zudem ist die Tendenz der Medien irreführend, die jüngsten Entwicklungen hauptsächlich aus der Perspektive der Gegenwart so darzustellen, als seien sie völlig neu.

Heute vor einem Jahr, am 20. Juni 2007, verlor Israel Ze’ev Schiff, einen seiner besten Militäranalysten. Zwölf Tage vor seinem Heimgang erschien einer seiner letzten Artikel in Ha’aretz: „An Israeli Defeat in Sderot“ (Eine israelische Niederlage in Sderot). Obwohl seitdem ein Jahr vergangen ist, hat der Artikel seinen Wert behalten. Wäre Schiff heute noch am Leben, hätte er denselben Artikel mit nur unwichtigen Änderungen schreiben können. Einige seiner Schlussfolgerungen sind diese:

  1. Israel ist in Sderot besiegt worden;
  2. Der Feind hat die gesamte Stadt still gelegt und das normal Leben zum Stehen gebracht;
  3. Die Menschen in Sderot haben nicht das Gefühl, dass das Land hinter ihnen steht;
  4. Die Regierung hat es nicht geschafft, aus dem bombardierten Sderot in ein nationales Verteidigungsprojekt zu machen, das die Einschätzung stärkt, dass diese Regierung in der Lage ist die Nation in einer militärischen Konfrontation zu führen;
  5. Der Feind, der Sderot besiegt hat, ist eine Terrororganisation, die militärisch schwach ist, es aber trotz dieser Schwäche geschafft hat gegenüber Israel eine Abschreckung zu erzielen, so wie es die Hisbollah [im Norden] machte.
  6. Israel befindet sich mit der Hamas in einem militärischen Patt. Das ist ein ernster nationaler Fehlschlag, der schlimmer ist, als der Fehlschlag des Zweiten Libanonkrieges.
  7. Entgegen der von David Ben Gurion eingeführten Tradition, hat der Feind die Kämpfe auf israelisches Territorium bringen können.

Seit Ze’ev Schiff das schrieb, sind weitere Raketen auf Sderot gefallen; Mörser sind auf die umliegende Region nieder gegangen. Einige Grad-Flugkörper haben Aschkelon getroffen. Menschen verlassen einige Gebiete in der Nähe der Grenze zum Gazastreifen. Es ist bemerkenswert, dass Schiffs Beschreibung der Niederlage seiner Ansicht nach eng damit verbunden war, dass die Regierung die traditionellen „Kernwerte“ der israelischen Gesellschaft verlassen hat. Er nannte die Situation eine „nationale Schande“.

Die Regierung Israels hat sich Zeit gelassen, um effektiv auf den Hamas-Terror zu reagieren, insbesondere auf den Verschuss von Raketen und Mörsern auf jüdischen Städte und landwirtschaftliche Siedlungen. Einer der Gründe dafür ist, dass sowohl die Regierung als auch die Armee nicht in der Lage gewesen sind, der politischen Kriegsführung entgegenzutreten. Die Armee hat sich zwar recht gut geschlagen, was die Logistik und kreative Problemlösungen bezüglich Kämpfen in dicht besiedelten Gebieten angeht, wie es in Jenin 2002 der Fall war, aber sie hat den Fehler gemacht, das ausschließlich „von einem rein militärischen Standpunkt aus zu tun“. Die Armee und die politische Führung haben darin versagt Israels Legitimität und die Ausübung des souveränen Rechts auf Schutz der eigenen Zivilbevölkerung zu verteidigen. Dieses Versagen ist schmerzlich offenbar geworden, weil Israel sich in dem Zustand eines sich in die Länge ziehenden Konflikts befindet.

In der Vergangenheit bestand der Staat Israel auf dem Prinzip, dass im Umgang mit Regimen, die erlaubten, dass ihr Territorium aus Ausgangspunkt für Terror benutzt wird, diese zur Rechenschaft gezogen werden. Derzeit ist klar, dass der Staat seine traditionelle Politik aufgegeben hat, dass die anderen den Preis für den Terror gegen die israelische Zivilbevölkerung zu zahlen haben. Die Tatsache, dass Israel im Krieg der Worte und Ideen nicht auf seinen legitimen Ansprüchen bestanden hat, stellt ein schwerwiegendes Versäumnis seitens der Regierung dar.

Unter den gegenwärtigen Umständen könnte eine massive Militäraktion im Gazastreifen ein ernsthafter Fehler sein. Die Bevölkerung dort ist schwer bewaffnet und das Gebiet dicht besiedelt. Darüber hinaus gibt es auch keinen überzeugenden Grund dafür, dass Israel Verluste erleidet, um für das schwache und diskreditierte Regime des Abu Mazen den Weg freizumachen. Wenn im Gazastreifen langfristige Ergebnisse erzielt werden sollen, dann ist es notwendig einen fundamentalen Regimewechsel im Geist der amerikanischen Besetzung Deutschlands und Japans nach dem Zweiten Weltkrieg herbeizuführen.

Es wäre nötig die Hamas-Institutionen der zivilen und politischen Gesellschaft neu zu formen und eine völlig neue Organisation zu schaffen, die weder mit der palästinensischen Autonomiebehörde noch mit der Muslimbruderschaft verbunden ist. Ein neues Grundgesetz müsste die Hamas-Charta ersetzen. Das würde entschiedene Polizeiarbeit verlangen, rechtliche Reform, den Neuaufbau der Justiz und des Bildungssystems, politische Säuberungen, Zensur der Presse und der Predigten in den Moscheen und die Neuschreibung der Schulbücher. Ein solches Programm würde Israel die Verantwortung für die Gesundheit, soziale Wohlfahrt und Ernährung der Zivilbevölkerung des Gazastreifens aufgeben – eine schwere Last, die jenseits seiner Möglichkeiten und Ressourcen liegt.

Es ist wahrscheinlich, dass die neue Waffenstillstands-Vereinbarung nicht in einer Beendigung der Feindseligkeiten münden wird. Da diese Abmachung es dem Feind ermöglichen wird sich auf die nächste Runde vorzubereiten, muss auch Israel sich auf das Worst-Case-Szenario vorbereiten. Was im Endeffekt übrig bleibt, ist die Option der Abschreckung. Israel sollte eine permanente und effektive Informations-Kampagne beginnen, um sein Recht auf Selbstverteidigung zu schützen und den Feind zu diskreditieren. Es sollte ständig daran arbeiten die Unterstützung der Bevölkerung des Gazastreifens für das Regime der Hamas zu untergraben und auf das Mögliche ausdehnen: etwas Verständnis in der arabischen Welt zu gewinnen. Es ist unvorstellbar, dass eine Terror-Organisation, die sich mit dem Mord von israelischen Zivilisten beschäftigt, von Rechten profitiert, die das internationale Recht verleiht. Daher mus Israel bereit sein sich gegen großen internationalen Druck zu stellen. In Verbindung mit einer energischen Informations-Kampagne muss Israel bereit sein Maßnahmen kraftvoller Abschreckung und Vergeltung anzuwenden. Gewisse militärische Optionen, wie Artillerie- und Raketenbeschuss, Luftangriffe, wie auch gezielte Tötungen, sollten angewendet werden, um die andere Seite zu überzeugen, dass jeder Angriff auf israelische Zivilisten teure und schmerzhafte Folgen haben wird.

Dr. Joel Fishman arbeitet an einem Forschungszentrum in Jerusalem.

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