Kerry im Wunderland
20. Mai 2013 um 12:36 | Veröffentlicht in Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser, USA | 1 KommentarSchlagwörter: Friedenshetze, Friedensverhandlungen, John Kerry, Mahmud Abbas
Sid Demling, Guerilla Israel, 18. Mai 2013
Man muss sich fragen ob John Kerry über irgendeinen Helfer verfügt, der Arabisch in Englisch übersetzt. Nur einen; das würde schon reichen. Wäre das der Fall, dann sollte man denken, dass eine Übersetzung der Nachrichten des Tages aus dem Arabischen ins Englische Amerikas Außenminister davon überzeugen könnte seinen wahnhaften Versuch die Friedensgespräche zwischen den Israelis und den Palästinensern wieder in Gang zu bekommen abzuwracken.
Doch weil er offenbar lange Flüge genießt, wird Kerry nächste Woche wieder nach Jerusalem jetten, für weitere Plaudereien zur „Förderung“ des – man muss diesen viel missbrauchten Ausdruck lieben – Friedens-Prozesses.
Wann immer zwei Worte auffällig fehl am Platz waren wie ein Piano im Mittelmeer, dann sind es diese beiden Worte Friedens-Prozess. Ein kurzer Blick auf Ereignisse, die diese Woche bereits stattgefunden haben, werden meinen Punkt unterstreichen
Frieden
Welcher Frieden? Araber bekämpfen Araber. Araber töten Araber. Syrien kann nicht mehr gerettet werden. Die Hisbollah versucht verzweifelt sich für einen weiteren Angriff auf Israel wiederzubewaffnen und Mahmud Abbas lässt Kerry weiterhin wie einen Vollidioten aussehen, wann immer der Araber den Mund aufmacht.
Seine Feindseligkeit gegen Israel hat der Palästinenserpräsident weiter verschärft, als er neulich eine Rede hielt, in der er behauptete, die Palästinenser würden keinen Friedensvorschlag akzeptieren als den, der auf der UNO-Resolution 194 gründet. Würde ein solcher Vorschlag akzeptiert, würde er Israel automatisch dem Untergang weihen.
Die Tirade des Arabers kommt direkt nachdem Kerry Tzipi Livni ausdrücklich sagte, dass es nicht nur direkte arabisch-israelische Verhandlungen geben muss, sondern es auch keine Vorbedingungen für diese Gespräche geben darf. Kaum waren die Worte keine Vorbedingungen ausgesprochen, da begann Abbas seine Vorbindungen aufzulisten, zu denen das fiktive „Rückkehrrecht“ gehört, das vor langem schon von Israel kurzerhand abgelehnt wurde. „Die Araber haben ihre Vorbedingungen nicht nur nicht zurückgenommen“, schreibt Zalman Shoval in Israel Hayom, „sie haben sie ausdrücklich wiederholt.“
Ist Kerry – oder vielleicht jemand in seinem Ministerium, der Arabisch lesen kann – nicht informiert worden, dass Abbas Inc. diese Vorbedingungen aufgelistet hat? Glaubt irgendein logisch Denkender, dass Israel dem Folgenden zustimmen würde?
* ANERKENNUNG DER GRENZEN VON 1967: Das zu akzeptieren würde Israels Fähigkeit einen massiven arabischen Angriff zu kontern auf das Negative der Wurzel aus 50 reduzieren.
* ALLE BAUTÄTIGKEIT EINSTELLEN: Das setzt voraus, dass das bizarre Argument, Wohnungen zu finden, in denen Juden friedlich leben können, ein Hindernis für den Frieden ist.
* ALLE PALÄSTINENSISCHEN HÄFTLINGE FREILASSEN: Es gibt einen Grund dafür, dass die inhaftierten Araber im Gefängnis sind; entweder haben sie israelische Juden getötet oder wollten das tun. Welcher Idiot würde solchen potenziellen Mörder erlauben frei herumzulaufen?
Shoval: „Die Palästinenser haben im Vorhinein sichergestellt, dass Verhandlungen auf Basis der israelischen und US-Position, es könne keine Vorbedingungen geben, nicht möglich sein werden.“
Darüber hinaus zieht Abbas weiter in Richtung Krieg. Einmal mehr versuchte er die Aussöhnung mit den terroristischen Hamas-Führern. Und er hat die Angriffe auf IDF-Kräfte während des Nakba-Tages unterstützt.
Außerdem waren diese feindlichen Demonstrationen weder in ihrer Art, noch in ihrer Ausprägung oder Form isolierte Vorfälle. Sie fanden in Jerusalem statt, nahe Hebron und – einmal mehr – schossen palästinensische Militante Raketen auf das südliche Israel. Dazu wird tagtäglich in jeder möglichen Weise Judenhass in jeder Stufe in jeder arabischen Schule gelehrt, ob nun in der Westbank oder dem Gazastreifen. Und diese militanten Islamleute wagen es von Frieden zu reden!
Jammerschade, dass Kerry nicht etwas von der arabischen Hass-Literatur in die Finger bekommen kann. Übersetzungen, die etwa eine Stunde zu lesen wären, würden ihn sicher überzeugen seinen Trip nach Israel nächste Woche zu streichen. Das heißt, außer er kommt den langen Weg von Washington, weil er Jets genießt.
Sollte das nicht der Grund sein, dann verschwendet der unverbesserlich optimistische Außenminister seine Zeit – und auch die von Benjamin Netanyahu!
Zitat der Woche: Wie kann es je Frieden geben…?
18. Mai 2013 um 6:03 | Veröffentlicht in Nahost-Konflikt, Palästinenser | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Friedensbemühungen
This Ongoing War, 17. Mai 2013

Wie kann es jemals einen Friedensprozess geben,
wenn jeder Palästinenser, der sich mit einem Israeli trifft,
sofort als Verräter denunziert wird?
… Die meisten dieser Denunzierungen kommen
von der „moderaten Fatah“
und nicht von der Hamas.
Aus: Fatah’s Drive Against Normalization von Khaled Abu Toameh auf der Internetseite des Gatestone Instiute, 17. Mai 2013
Wie im antiisraelischen Propagandakrieg zweierlei Maß benutzt wird
17. Mai 2013 um 14:00 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost, Nahost-Konflikt | 1 KommentarSchlagwörter: Antiisraelismus, Antisemitismus
Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)
(Dies ist die Übersetzung der Zusammenfassung eines deutlich längeren Aufsatzes, der im Journal for the Study of Anti-Semitism, Vol. 4, Ausgabe 2, 2012 erschien.)
Die Anwendung unterschiedlicher Maßstäbe für Juden im Vergleich zu anderen ist ein wichtiges Element im Kern antisemitischer Aktivitäten und Hetze im Verlauf vieler Jahrhunderte. Das ging ins Extreme, als Juden auf das Leben in bestimmten Bereichen einer Stadt beschränkt wurden, nicht die Kleidung tragen durften, die sie wollten und in den meisten Berufen nicht arbeiten durften. Es bedeutete, dass das zweierlei Maß ihnen gegenüber die meisten Aspekte ihres Lebens zutiefst durchdrang. Diese Diskriminierung der Juden war regelmäßig von ihrer Dämonisierung begleitet.
Cambridge Dictionaries Online definiert „zweierlei Maß“ [„double standards“] kurz und bündig: „Eine Regel oder ein Standard guten Verhaltens, bei der von einigen Leuten – unfairerweise – erwartet wird, dass sie ihr folgen oder ihn erreichen, von anderen aber nicht.“1
Die von der European Agency for Fundamental Rights (FRA, früher EUMC) – einem mit der Europäischen Union verbundenem Gremium – vorgelegte Definition des Antisemitismus erkennt die wichtige Rolle an, die zweierlei Maß bei der Diskriminierung Israels spielt, ebenso ihren antisemitischen Charakter. Das Dokument, das diese Definition enthält, erwähnt, dass Erscheinungsformen von Antisemitismus „auch gegen den Staat Israel zielen, der als jüdisches Kollektiv begriffen wird“.
Sie bezieht sich nicht nur auf Dinge wie die Forderung oder Rechtfertigung des Tötens von Juden, ihre Entmenschlichung und Dämonisierung, sie eingebildeter Verbrechen zu beschuldigen, den Holocaust zu leugnen und Juden zu anzugreifen, sie wären wie Nazis. Die Definition schließt auch ein, den Juden das Recht auf Selbstbestimmung zu verweigern und zweierlei Maß anzuwenden, indem man von Israel Verhalten fordert, das von keinem anderen demokratischen Land erwartet wird.2 Diese Definition unterscheidet damit „reguläre“ Kritik an von antisemitischen Bekundungen gegen Israel.
Kategorien des zweierlei Maß
Die Zahl der Vorfälle, bei denen zweierlei Maß gegen Israel angewandt wird, geht fast ins Unendliche. Um die unterschiedlichen Aspekte dieses Phänomens zu aufzuzeigen, konzentriert man sich am besten darauf, Beispiele aus den verschiedenen Kategorien des gegen Israel angewandten zweierlei Maß zu zeigen und sie mit anderen zu vergleichen.
Eine Kategorie des gegen Israel angewandten zweierlei Maß sind einseitige Erklärungen oder Berichterstattung. Solche Erklärungen oder Berichterstattung kann von den Vereinten Nationen oder anderen internationalen Organisationen kommen, von Regierungen, Parlamenten, Kirchenleitern, Medien, Gewerkschaften, NGOs, Akademischen Einrichtungen sowie von Einzelpersonen.
Ein typischer Fall einseitiger Äußerungen betraf Verurteilungen Israels durch viele Länder wegen der Tötung von Hamas-Führer Scheik Ahmed Yassin im Jahr 2004. Die Aufgeregtheit der internationalen Reaktionen auf die Tötung von bin Laden durch die US Army könnte Israel eine wichtige Gelegenheit geliefert haben das zweierlei Maß zu demonstrieren, das von so vielen in der westlichen Welt und andernorts an den jüdischen Staat angelegt wird. Alles, was man hätte tun müssen, war die Reaktionen verschiedener wichtiger Führungspolitiker und Institutionen auf diese Ermordung mit denen nach der Tötung von Scheik Yassin zu vergleichen. Dieser Terrorführer war direkt für viele tödliche Angriffe auf israelische Zivilisten verantwortlich, einschließlich Selbstmord-Bombenanschlägen.3
Die Äußerungen der Vereinten Nationen in diesen Fällen illustriert diese Einseitigkeit gut. UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon sagte Reportern: „Der Tod Osama bin Ladens, den Präsident Obama gestern Abend verkündete, ist ein Wendepunkt in unserem gemeinsamen globalen Kampf gegen den Terrorismus.“4 Nach der Tötung von Scheik Yassin sagte der damalige UNO-Generalsekretär Kofi Annan: „Ich verurteile die gezielte Tötung von Scheik Yassin und den anderen, die mit ihm starben. Solche Taten widersprechen nicht nur dem internationalen Recht, sie helfen auch nicht bei der Suche nach einer friedlichen Lösung.“5
Nach der Tötung von bin Laden erklärten die Führer des Europarats und die Europäische Kommission, dass sein Tod „die Welt sicherer macht und zeigt, dass Terroranschläge nicht ungestraft bleiben“.6 Nach der Tötung von Yassin sagte der damalige EU-Außenpolitikchef Javier Solana: „Diese Art Handeln trägt überhaupt nicht dazu bei die Bedingungen für Frieden zu schaffen. Das sind sehr, sehr schlechte Nachrichten für den Friedensprozess. Die Politik der Europäischen Union ist durchgängig gewesen außergerichtliche Tötungen zu verurteilen.“7
Auslassungen
Ein zweiter Typ von zweierlei Maß ist das Auslassen wichtiger Informationen. Eine Art der Auslassung ist das Entfernen von Kontext. Thomas Friedman von der New York Times veröffentlichte (viele Jahre danach), dass westliche Korrespondenten in Beirut vor 1982 nicht einmal einen Hinweis auf die wohlbekannte Korruption der dortigen PLO-Führung berichteten. Er vermerkte auch, dass diese Korrespondenten die PLO weit großzügiger beurteilten als die Phalangisten, die Israelis oder die Amerikaner.8 Ein wichtiger Grund dafür war, dass sie sich mit der PLO gut stellen mussten, weil ihr Auslands-Chefredakteur sonst bei seinem Eintreffen das überaus begehrte Interview mit Yassir Arafat nicht bekommen würde.9
Unverhältnismäßiges Handeln
Eine dritte Kategorie von zweierlei Maß betrifft unverhältnismäßiges Handeln. Ein Beispiel dafür findet sich, wenn die Medien detailliert negative Nachrichten über Israel berichten, aber kaum weit wichtigere negative Nachrichten über muslimische Staaten.
NGO Monitor hat offengelegt, wie Human Rights Watch in seinen Veröffentlichungen unverhältnismäßiges Handeln nutzt um Israel zu dämonisieren. 2008 wurde eine quantitative Analyse der Veröffentlichungen von HRW durchgeführt. NGO Monitor fand heraus, dass diese NGO Israel nach Saudi-Arabien als den zweitschlimmsten Menschenrechtsverletzer im Nahen Osten darstellte, noch vor dem Iran, Syrien, Jordanien und Ägypten.
In dem Jahr verurteilte HRW Israel 33-mal wegen Verletzungen des „Menschrechtsgesetzes“, des „humanitären Rechts“ oder des „internationalen humanitären Rechts“; im Vergleich dazu wurden die Palästinenser 13-mal, die Hisbollah 6-mal und Ägypten fünfmal aufgeführt. NGO Monitor stellte heraus, dass HRW Israel in diesem Jahr auf eine Stufe mit dem Sudan und Führern des ehemaligen Jugoslawien, des Kongo und Uganda stelle.10
Einmischung in Israels innere Angelegenheiten
Ein vierter Typ der Nutzung von zweierlei Maß ist die Einmischung in Israels innere Angelegenheiten. Ein Beispiel dafür ist eine Resolution, die vom deutschen Parlament nach dem Vorfall mit der Gaza-Flottille 2010 einstimmig verabschiedet wurde. Darin wurde behauptet, Israels Handeln diene „nicht den politischen und Sicherheitsinteressen Israels“.
Der sozialdemokratische Abgeordnete Gerd Weisskirchen fragte sich, wie das deutsche Parlament die Möglichkeit hat zu entscheiden, wie die Interessen der Sicherheit Israels aussehen. Und selbst wenn es das tut, wie kann es eine solche Entscheidung ohne einen intensiven Dialog mit der israelischen Knesset treffen?11
Diskriminierendes Handeln
Eine fünfte Kategorie für zweierlei Maß ist diskriminierendes Handeln gegenüber Israel. Dies kann sich zum Beispiel mit der schon erwähnten Kategorie einseitiger Erklärungen überschneiden. Bereits vor einem Jahrzehnt verwies Irwin Cotler, der später kanadischer Justizminister werden sollte, auf die Vereinten Nationen als Musterbeispiel von gegenüber Israel praktiziertem zweierlei Maß. Er sagte: „Trotz der Killing Fields rund um die Welt befand sich der UNO-Sicherheitsrat von März bis Mai 2002 in fast ununterbrochenen Sitzungen und diskutierte ein nicht existentes Massaker in Jenin.“12
Noch ein Beispiel dieses Phänomens war die Veröffentlichung einer Karikatur von Dave Brown in der britischen Zeitung The Independent, die Sharon als Kinderfresser darstellte – eine neue Mutation des mittelalterlichen Ritualmords. Die Verunglimpfung der Juden, sie würden das Blut nichtjüdischer Kinder zu religiösen Zwecken entstand während des Mittelalters in England. In Reaktion auf Proteste erklärte die UK Press Complaints Commission (Beschwerderat der britischen Presse) die Karikatur für in Ordnung.13 Danach gewann sie den Political Cartoon of the Year Award der Political Cartoon Society des Jahres 2003.
Auf die diskriminierende Natur dieser Karikatur wurde vom damaligen israelischen Botschafter in Großbritannien, Zvi Shtauber, hingewiesen. Er fragte den jüdischen Herausgeber des Independent, Simon Kelner, ob die Zeitung jemals eine ähnliche Karikatur einer Person des öffentlichen Lebens veröffentlicht hatte. Kelner musste 18 Jahre in die Vergangenheit gehen, um eine zu finden.14
Ein weiterer Typ diskriminierenden Handelns, das zweierlei Maß gegenüber Israel zum Ausdruck bringt, ist die Förderung von De-Investionen und Boykotten. Ein Beispiel unter vielen ist die des staatlichen norwegischen Pensionsfonds, der seine Anteile an einigen israelischen Firmen verkaufte, während er die Anteile an einer Reihe höchst unethischer Firmen in seinem Portfolio behielt.15
Zweierlei Maß bei der Anwendung des internationalen Rechts
Eine sechste Kategorie betrifft zweierlei Maß in der Anwendung des internationalen Rechts. Meir Rosenne, ehemaliger israelischer Botschafter in den Vereinigten Staaten und Frankreich und Anwalt für internationales Recht, drückte sich kräftiger aus: „Es gibt zwei Gattungen des internationalen Rechts. Das eine gilt für Israel, das andere für alle anderen Staaten. Das rückt in den Vordergrund, wenn man sich die Art und Weise ansieht, wie mit Israel in internationalen Institutionen umgegangen wird…“
Rosenne erwähnt als typisches Beispiel für zweierlei Maß im internationalen Recht die konsultative Meinung des Internationalen Gerichtshofs zum israelischen Sicherheitszaun von 2004. „In seiner Beurteilung entschied das Gericht in Den Haag, dass das inhärente Recht der Selbstverteidigung nur in Kraft gesetzt ist, wenn man von einem Staat angegriffen wird. Wäre das wahr, dann würde es bedeuten, dass die USA, was immer sie gegen die Al-Qaida unternehmen, illegal handelt. Das kann nicht als Selbstverteidigung nach Artikel 51 der UNO-Charta angesehen werden, weil Al-Qaida kein Staat ist.“16
Humanitärer Rassismus
Eine siebte Kategorie des zweierlei Maß könnte man „humanitären Rassismus“ nennen. Dabei handelt es sich um eine der am wenigsten anerkannten Formen des Rassismus. Er kann als Zuschreibung intrinsisch reduzierter Verantwortlichkeit von Menschen gewisser ethnischer oder nationaler Gruppen für deren kriminellen Taten bzw. Absichten definiert werden. Diese Menschen beurteilen Fehlverhalten und Verbrechen unterschiedlich, entsprechend der Hautfarbe und der Macht derer, die sie begehen. An Weiße werden z.B. andere Maßstäbe für Verantwortung angelegt als an farbige Menschen.17 Den Israelis werden alle Maßnahmen vorgeworfen, die sie zu ihrer Verteidigung unternehmen.
Humanitärer Rassismus kann zusammen mit Dämonisierung auftreten. 1984 besuchte der Sozialdemokrat und schwedische stellvertretende Außenminister Pierre Schori Israel. Damals pries er Arafat und dessen „flexible Politik“. In einem Artikel behauptete er, „terroristische Taten der PLO seien ‚bedeutungslos‘, während Israels Gegenmaßnahmen ‚abscheuliche Terror-Akte‘ seien.“18
Wie soll man zweierlei Maß bekämpfen?
Die Bekämpfung von zweierlei Maß ist entscheidend im Kampf gegen die Delegitimierung Israels. In einer zersplitterten, postmodernen Gesellschaft gibt es viele, die solchen Israel-Hass verüben. Eine Reihe verwenden mehr als eine Kategorie des zweierlei Maß.
Verschiedene Einzelpersonen und Organisationen, die zweierlei Maß gegenüber Israel anwenden, tun das regelmäßig. Ihren Äußerungen kann man im Internet folgen. Man kann sich ein paar Antisemiten auswählen, die man sorgfältig beobachtet und entlarvt. Die meisten Menschen sind Feiglinge. Wird erst einmal klar, dass einige für ihren Antisemitismus einen hohen Preis zahlen müssen, dann werden viele der Feinde Israels vorsichtiger sein.
Eine größere Rolle bei der Bekämpfung von zweierlei Maß können Beobachtungsorganisationen spielen, die den Verantwortlichen für Antiisraelismus und Antisemitismus in bestimmten Bereichen folgen. Da sie die Haupttäter in diesen Bereichen gut kennen, können sie Artikel über ihr zweierlei Maß veröffentlichen und auch auf frühere Fälle dazu verweisen. Auf diese Weise wird ein vollständigeres Bild des Fehlverhaltens bestimmter Organisationen und Einzelpersonen geschaffen.
NGO Monitor, das antiisraelische Nichtregierungs-Organisationen beobachtet, hat dies bereits in einer Reihe von Fällen getan. Es hat die Strategie der öffentlichen Bloßstellung verfolgt. Bezüglich der Vereinten Nationen ist viel Arbeit von zwei Beobachter-Organisationen gemacht worden: UN Watch und Eye on the U.N. Gleichermaßen könnte und sollte man eine Vielzahl Kirchenorganisationen untersuchen. In diesem Bereich gibt es allerdings derzeit keine Beobachter-Organisation.
Ein typisches Beispiel weiterer lohnenswerter Ziele sind große Teile der norwegischen kulturellen Elite, einschließlich der derzeitigen norwegischen Regierung und zweier sie stützende Parteien – die Arbeitspartei und die Linkssozialisten. Diese Regierung ist auf vielfältige Weise ein indirekter Unterstützer des antiisraelischen Terrorismus.19
Noch eine Möglichkeit zweierlei Maß zu bekämpfen besteht darin, Personen des öffentlichen Interesses sich gegen zweierlei Maß und weitere Phänomene der Delegitimierung aussprechen zu lassen. Ein Beispiel für einen Führungspolitiker, der das tat, ist der kanadische Premierminister Stephen Harper, der 2010 sagte:
„Wir müssen unermüdlich diesen neuen Antisemitismus als das entlarven, was er ist. Natürlich darf Israel, wie jedes Land, fairer Kritik unterzogen werden. Und wie jedes freie Land unterzieht sich Israel selbst solcher Kritik – gesunder, notwendiger, demokratischer Diskussion. Doch wenn Israel – das einzige Land der Welt, dessen schiere Existenz angegriffen wird – ständig und auffallend zur Aburteilung ausgesucht wird, dann, glaube ich, sind wir moralisch dazu verpflichtet Stellung zu beziehen. Dämonisierung, zweierlei Maß [„double standards“], Delegitimierung, die drei Ds – es liegt in unser aller Verantwortung uns dem entgegenzustellen.“20
In einigen Fällen können auch rechtliche Mittel genutzt werden, wo zweierlei Maß durch Diskriminierung von Einzelpersonen zum Ausdruck gebracht wird. Ziel sollten zunehmende Intensität und ein systematischeres Herangehen an die Bekämpfung antiisraelischen zweierlei Maßes sein. Das wird außerdem für die Zukunft durchdachtere und effizientere Methoden der Bekämpfung bringen.
Fazit
Eine Analyse des gegen Israel angewandten zweierlei Maßes zeigt, dass es in einer großen Zahl von Bereichen erscheint und viele Aspekte der westlichen Gesellschaft durchdrungen hat. Die Anwendung solchen zweierlei Maßes gegen Israel hat den kumulativen Effekt der Dämonisierung und einen langsamen Aufbau der Unterstützung für die Delegitimierung des Landes.
Dass aufeinander folgende israelische Regierungen und ihre führenden Vertreter viel zu wenig von der Natur dieses Dämonisierungs- und Delegitimierungsprozesses und wie zweierlei Maß gegen sie angewandt werden verstanden haben, stellt ein kapitales Versagen dar. Gleichzeitig gibt diesem Prozess zu folgen vielen einen Einblick in den moralischen Verfall zeitgenössischer Gesellschaften, einschließlich der westlichen. Juden sind im Verlauf der Zeitalter Zeuge der moralischen Verdorbenheit vieler Gesellschaften und deren Elemente gewesen. Dasselbe stimmt heute, soweit es Israel betrifft.
Dr. Manfred Gerstenfeld ist Mitglied des Aufsichtsrats des
Jerusalem Center of Public Affairs, dessen Vorsitzender er 12 Jahre lang war.
1 Cambridge Dictionaries Online http://dictionary.cambridge.org/dictionary/british/double-standard
2 fra.europa.eu/fraWebsite/material/…/AS-WorkingDefinition-draft.pdf
3 Eine detailliertere Analyse findet sich bei: Manfred Gerstenfeld: Bin Laden versus Yassin. YNet, 5. März 2011.
4 U.N. chief Ban hails bin Laden death as ‚watershed‘. Reuters, 2. Mail 2011.
5 World leaders condemn Yassin assassination. The Sunday Times, 22. Märu 2004.
6 Lisa Bryant: Europe Welcomes bin Laden’s Death. Voice of America, 2. Mai 2011.
7 World Leaders condemn Yassin assassination. The Sunday Times, 22. März 2004.
8 Thomas L. Friedman: From Beirut to Jerusalem. New York (Anchor Books, Doubleday) 1990, S. 72-73.
9 ebenda
10 Examining Human Rights Watch in 2008; Double Standards and Post-Colonial Ideology”. NGO Monitor, 13. Januar 2009.
11 Gert Weisskirchen: Anmaßende Abgeordnete. Jüdische Allgemeine, 8. Juli 2010.
12 Manfred Gerstenfeld, Interview mit Irwin Cotler: Discrimination Against Israel in the International Arean: Undermining the Cause of Human Rights at the United Nations. In: Europe’s Crumbling Myths: The Post-Holocaust Origins of Today’s Anti-Semitism. Jerusalem (Jerusalem Center for Public Affairs), Yad Vashem, World Jewish Congress, 2003, S. 220.
13 www.politicalcartoon.co.uk/html/exhibition.html
14 Manfred Gerstenfeld, Interview mit Zvi Shtauber: British Attitudes on Israel and the Jews. In: Israel and Europe: An Expanding Abyss?, S. 188.
15 Israel: Billionaire with settlement links targeted in divestment campaign. www.adnkronos.com/AKI/English/Security/?id=3.0.3758448930
16 Persönliches Gespräch mit Meir Rosenne, in: Manfred Gerstenfeld: European Politics – Double Standards Toward Israel. Jewish Political Studies Review 17:3-4, Herbst 2005.
17 Manfred Gerstenfeld: Behind the Humanitarian Mask. Jerusalem (Jerusalem Center for Public Affairs and Friends of Simon Wiesenthal Center for Holocaust Studies) 2008, S. 22-23.
18 Moshe Yegar: Neutral Policy – Theory versus Practice: Swedish-Israeli Relations. Jerusalem (Israel Council on Foreign Relations) 1993, S. 126-128.
19 Manfred Gerstenfeld: Is Norway promoting terror? YNet, 2. August 2011.
20 Erklärung des kanadischen Premierministers Stephen Harper auf der Konferenz zur Bekämpfung von Antisemitismus in Ottawa im November 2010. AFP/YNetNews, 9. November 2010 (www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3981757,00.html).
Der Krieg der Wunder
15. Mai 2013 um 15:00 | Veröffentlicht in Geschichte, Israel, Nahost-Konflikt | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Sechstagekrieg
Moshe Feiglin, Manhigut Yehudit, 8. Mai 2013
Israels Regierung wollte Jerusalem nicht befreien. Um genauer zu sein: Die Minister der Arbeits- und der Nationalreligiösen Parteien wollten Jerusalem nicht befreien. „Wer braucht diesen ganzen Vatikan?“, erklärte Mosche Dayan. Premierminister Eshkol hatte eine Abmachung mit Hussein, dass es ein wenig „Pyrotechnik“ im Bereich von Armon Hanatziv in Jerusalem geben würde, damit er dem ägyptischen Präsidenten Nasser zeigen konnte, dass er etwas tat. Doch es gab eine höchste Macht, die andere Pläne hatte und der Sechstagekrieg wurde zu dem Krieg den Militärexperten logisch nicht erklären können. Ich nenne diesen Krieg den „Krieg der Wunder“.
Einen kleinen Moment dieser Wunder lernte ich „zufällig“ kennen. Ich fuhr eines Abends vor ungefähr sechs Jahren nach Hause und hörte im Radio ein Interview mit dem General der Reserve Avihu Ben Nun, der als junger Pilot an dem Krieg teilnahm.
Ben Nun erzählte den Hörern, wie er mit der gesamten Luftwaffe abgehoben hatte, sehr niedrig flog, damit sie nicht auf Jordaniens Radarschirmen erschienen. Wenn die gesamte Luftwaffe gemeinsam in völliger Funkstille abhebt, über den Wellen kreist und Ägyptens Flughäfen in Kairo erreicht ohne entdeckt zu werden und ohne mit einander zu kollidieren, dann hat ein ziemlich großes Wunder stattgefunden. Doch etwas noch größeres geschah.
Während der befehlsgemäßen Bombardierung des ägyptischen Flugplatzes wurde Ben Nun von einem ägyptischen Bomber überrascht, der gerade landen wollte. Her war gezwungen sich zwischen der Beschießung des Bombers und der Ausführung seines ursprünglichen Auftrags zu entscheiden. Er entschied sich für seinen Auftrag. Andere israelische Jets verfolgten den Bomber, doch dessen erfahrener Pilot schaffte es ihnen mit beeindruckender fliegerischer Leistung zu entkommen.
Jahre später, Ben Nun war inzwischen Zivilist, traf er einen jordanischen Geschäftsmann, der ihm erzählte, dass er den Luftraum in dem Kontrollturm überwachte, der Israels Flugplätze von Ramallah aus überwachte. Während des Tags vor dem Ausbruch der Kämpfe bat Israels Führung König Hussein eindringlich, sich nicht dem vom ägyptischen Despoten angezettelten Krieges zu beteiligen. Der junge Hussein war beinahe überzeugt, doch genau in der Stunde, in der Ben Nun und seine Kameraden Ägypten bombardierten, rief Nasser Hussein an und sagte ihm: „Unsere Flugzeuge bombardieren Tel Aviv; Haifa wird von See aus beschossen. Willst du Jerusalem verlieren?“ Hussein war skeptisch, also rief er den Luftraumüberwacher im Kontrollturm an.
„Hussein fragte mich, ob ich ägyptische Flugzeuge über Tel Aviv sähe“, erzählte der jordanische Geschäftsmann Ben Nun. „Ich sagte ihm, dass ich nichts dergleichen sähe. Dann, während wir sprachen, war mein Bildschirm plötzlich voll von Hunderten ägyptischer Flugzeuge auf dem Weg nach Tel Aviv. Ich berichtete dem König aufgeregt die neue Information.“
Der Luftraumüberwacher, der die israelischen Flugzeuge auf ihrem Weg nach Ägypten nicht sehen konnte, konnte nun Ben Nun und seine Freunde auf ihrem Rückflug nach Israel sehen, nachdem sie die ägyptische Luftwaffe am Boden zerstörten. Zu diesem Zeitpunkt flogen sie auf normaler Höhe. Er glaubte, es seien ägyptische Flugzeuge. Dieses Telefongespräch überzeugt Hussein in den Krieg einzutreten, was letztlich die Befreiung Jerusalems, Judäas und Samarias zur Folge hatte.
Ohne diesen wundersamen „Zufall“ wäre Jerusalem in jordanischer Hand geblieben. Doch das ist nicht alles: „Das einzige, das ich an diesem Tag nicht richtig machte“, beendete Ben Nun das Interview, „war die Entscheidung, dem ägyptischen Bomber nicht nachzustellen. Es stellte sich heraus, dass sich der ägyptische Generalstabschef und das gesamte Oberkommando der Armee in diesem Flugzeug befanden.“
Da erinnerte ich mich an ein anderes Interview mit Uri Milstein im Magazin Nekuda, das dieselbe Geschichte aus einem anderen Blickwinkel beleuchtete. Milstein erwähnte Ben Nun nicht, aber er sagte, der Verdienst des Fehlers des israelischen Piloten, der sich entschied den ägyptischen Bomber nicht abzuschießen, war die Rettung des ägyptischen Generalstabschefs. „Dieser Fehler stellte sich als Glücksfall heraus“, erklärte Milstein. „Die gekonnten Ausweichmanöver des ägyptischen Piloten erschütterten den armen ägyptischen Generalstabschef und noch vom Flugzeug aus befahl er seiner Armee die gesamte Sinai-Halbinsel zu evakuieren.“
Die ägyptischen gepanzerten Streitkräfte waren im Sinai nach sowjetischem Muster tief eingegraben. Diese Aufstellung zu durchbrechen hätte ohne Weiteres viele israelische Leben kosten können und den Krieg beträchtlich verlängern können. Doch nach der Anweisung des Generalstabschefs tankten die israelischen Jets auf, hoben wieder ab und griffen die sich zurückziehenden ägyptischen Panzerkräfte an. Der Krieg im Sinai verwandelte sich praktisch einen Wettlauf zwischen Rückzug und geprügelt zu werden.
Die Wunder, die bei der Schlacht um Jerusalem und seiner Umgebung stattfanden, sind zu zahlreich um sie in einem kurzen Artikel erzählen. Doch letztlich wurde Jerusalem befreit – gegen den Willen sowohl der Araber wie auch der Juden.
Man muss schon mit religiösem Eifer an den Atheismus glauben, um die Hand göttlicher Fügung in den erstaunlichen Wundern nicht zu sehen, die im Kriegsverlauf präzise zusammengewoben wurden und den Juden das Land ihrer Vorväter auf einem Silbertablett servierten.
Alles, was wir am Tag der Befreiung Jerusalems hoffen können, ist eine Führung, die die Bedeutung des Geschenks begreift, das wir von unserem Vater im Himmel erhalten haben – und nicht ihr nicht den Rücken kehrt.
Eine Illusion namens Territorium
15. Mai 2013 um 14:30 | Veröffentlicht in Araber, Geschichte, Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser | 3 KommentareSchlagwörter: Friedensbemühungen
Dror Eydar, Israel HaYom, 3. Mail 2013
1. In dem Konflikt geht es nicht um Territorium. Die arabischen Staaten haben Territorium in Hülle und Fülle. Die Palästinenser haben ebenfalls einiges: Es gibt keine Juden im Gazastreifen und Jordanien hat eine palästinensische Mehrheit. Die Araber Palästinas hätten ihren eigenen Staat schon vor langer Zeit gründen können, doch sie entschieden sich dagegen.
Seit einem Jahrhundert und insbesondere seit 1967 haben wir versucht die wahre Natur des Konflikts zwischen uns und den Staaten der Region zu ignorieren. Wir haben von der Teilung des Landes, Interessen, Sicherheitsvereinbarungen und sonst was geredet. Doch jedes Mal, wenn wir glaubten wir ständen vor der Unterzeichnung einer Vereinbarung, kam etwas hoch. Folgt man dem arabisch-palästinensischen Narrativ, das viele bei uns und im Westen nur allzu gerne übernahmen, wurde die Verantwortung für das Nichtvorhandensein von Frieden vor unsere Türschwelle gelegt. Selbst die unvoreingenommenen Leute der israelischen Linken, die das Schuld-Narrativ nicht akzeptieren, handeln so, als wäre es korrekt. Sie glauben: Wenn wir ihnen ein wenig mehr geben, wenn wir das „Fenster der Chance“ nutzen, dann werden unsere Nachbarn vielleicht der Unterzeichnung eines Friedensvertrages zustimmen. Jetzt versuchen sie uns wieder einmal den Vorschlag der Arabischen Liga zu verkaufen – abgenutzte Ware, die die Illusionsindustrie des orthodox-linken Flügels versorgt, bis die Gespräche zusammenbrechen. Und dann beginnt der Kreislauf von vorne.
Was mach den Vorschlag der Arabischen Liga besser als die anderen? Nichts. Die Anhänger des Friedens um jeden Preis unter uns müssen ihre Existenz rechtfertigen, also murmeln sie weiter ihr Kredo, dem jeder realistische Zugriff auf die Lage fehlt.
2. Es ist nur logisch zu glauben, dass es in dem Konflikt nur um Land geht. In Europa fanden Jahrhunderte lang Blut triefende Konflikte statt, bis die Stimme der Vernunft und der Interessen endlich obsiegte, die Konflikte gelöst wurden und Frieden herrscht. „Zwei Völker greifen nach einem Mantel. Das eine sagt: Das gehört alles mir; und das andere sagt: Alles gehört mir. In einem solchen Fall sollte man ihm teilen.“ Unsere Weisen sagte das vor fast zweitausend Jahren. Der durchschnittliche israelische Diplomat und sein Gegenpart im politischen Echelon folgen dieser Logik. Sie sind überzeugt, dass der Schlüssel zur Lösung des Konflikts rationale Verhandlungen sind, an deren Ende wir die lange ersehnte Teilung des Landes und damit – endlich – Frieden haben werden. Doch leider sieht der Westen die Dinge in dieser Region nicht, wie sie wirklich sind. Immer wieder stößt diese westliche Logik auf eine unpassierbare Wand. Lesen Sie den Bund der Hamas (eine ausgezeichnete Übersetzung findet sich im Internet). Lesen die die Nationalcharta der PLO und der Fatah, beide säkulare Bewegungen. Besuchen Sie Internetseiten wie MEMRI und Palestinian Media Watch, die die arabische Welt um uns herum übersetzen. Lesen Sie den Sprachgebrauch ehrlich und realistisch und Sie werden keine Stimme der Logik hören. Hass hat auch Logik und viele Konflikte können analysiert werden. Doch nicht in diesem Fall. Die Lälnder dieser Region akzeptieren Israel nicht als jüdischen Staat, als unabhängige Einheit. Israels pur Existenz stellt eine ketzerische Herausforderung der muslimischen Welt, ihrer Überzeugungen und Werte dar. Israel ist ein Keil, der zwischen ihren Augen steckt, eine Nebenstelle des Westens im Herzen heiligen muslimischen Bodens. Lesen Sie weiter die oben erwähnten Texte und Quellen und Sie werden sehen, dass diese Stimmen über einen nur religiösen Konflikt hinaus gehen. Die Region, in der wir leben, ist die Wiege der Zivilisation. Die Stimmen, die wir hören werden, sind die ihrer antiken Mythen.
3. Logs vs. Mythos – das Wort gegen Märchen. Her bedeutet Mythos nicht Fiktion oder Fälschung, sondern das Gründungsnarrativ von Völkern und Nationen. Der Islam ist rund 1400 Jahre alt, doch diese Region hat Jahrtausende lang in mythischer Sprache gesprochen. Mythos umfasst Religion und geht darüber hinaus.
Der immer noch geltende Brauch von Steinigung, Blutfehde, Enthauptungen, Mord zum Schutz der Familienehre, die Wahrnehmung von Raum, Erbmasse und Land, die Beziehungen zwischen Stämmen in der Region, Stammesloyalität gegen Loyalität dem Königreich gegenüber und weitere solcher Konzepte, die so sehr Teil des Lebens in dieser Region sind, befinden sich in einem existenziellen Konflikt mit der Art, wie der Westen dieselben Konzepte betrachtet. Lassen Sie uns ein imaginäres Treffen zwischen einem israelischen Diplomaten und seinem palästinensischen Gegenpart vorstellen. Beide sprechen in einer internationalen Sprache (in diesem Fall Englisch) und beide nutzen den Begriff „Territorium“. Das ist nicht kompliziert. Ein umstrittenes Territorium und mit gutem Willen auf beiden Seiten können wir, sobald wir unseren Maß an Blutvergießen hatten, das „Problem“ lösen, indem wir das Land teilen, damit wir normale Leben als Nachbarn führen können. Doch das passiert nicht. Gelegentlich gibt es eine Ruhepause, nachdem Israelis „Gesten“ abgab. Dann machen sie weiter, wo die letzte Runde endete, vor dem nächsten Ausbruch der Gewalt (für die natürlich Israel verantwortlich gemacht wird).
4. Hier ist ein Schlüssel für das „hinter-den-Kulissen-Verständnis“ des Gesprächs. Der israelische Diplomat wurde in einer 2.500 Jahre alten westlichen Tradition aufgezogen, die Logik über Emotionen und Mythen stellt. Territorium kann halbiert und geteilt werden. Die Grenzen können gezogen werden, wo immer man möchte. Die Palästinenser sprechen auch von Territorium. Doch für sie sind die Worte lediglich Vorboten, die Spitze des Eisbergs, der flüchtigste Blick in eine andere Welt, die sich vollkommen von der unseren unterscheidet. Für ihn geht es nicht um Territorium, sondern um den Boden an sich – adama auf Hebräisch, von dem das Wort für Mensch, Adam, abgeleitet ist. Ein Mensch ohne Land ist kein menschliches Wesen. Seine ganze Existenz wird in Frage gestellt. Und das ist der Punkt, an dem „dam“ – Blut, das ebenfalls Teil des Wortes adama ist – ins Spiel kommt. Dam, adama, adam: Wenn diese Konzepte das sind, was unser Dasein definiert, dann hat man keine andere Zuflucht als Blut für den Boden zu vergießen, der dich als menschliches Wesen definiert. Ich beziehe mich hier nicht nur auf ein Wortspiel in Hebräisch, sondern auf die Idee hinter diesen Worten. Die biblische Wahrnehmung, die sich in dieser Region vor Tausenden Jahren herauskristallisierte, deckt sich mit den Mythen der Region. Kein an den Verhandlungen beteiligter Diplomat sprich jemals über diese Dinge – und dieses fehlende Teil wirft einen gigantischen Schatten, der unbemerkt bleibt. Das ist das politisch Unbewusste, die unser Leben weit stärker beeinflusst als unser Bewusstsein es tun wird.
5. Denken Sie über das Flüchtlingsproblem nach. Dutzende Millionen Flüchtlinge wurden allein im 20. Jahrhundert vertrieben und wanderten durch Europa und wurden schließlich neu angesiedelt. Warum gibt es in Europa keine Flüchtlingslager? Immerhin wurden Millionen Menschen aus ihren Heimen entwurzelt. Warum blieben sie keine Flüchtlinge, bis ihre Forderung nach Rückkehr in ihre Häuser gelöst wurde? Weil die Logik die Oberhand behielt. Es war nicht unbedingt die Logik der Flüchtlinge, doch zumindest war es die Logik der Länder Europas: um ihre Wunden zu verbinden und den Körper politisch heilen zu lassen. Es war nicht nur in Europa so. Es geschah auch hier. Mehr als ein Jahrzehnt lang lebten tausende jüdische Flüchtlinge in Transitlagern im jungen Staat Israel. Sie lebten in Zelten, in Blechhütten, in Buden. Ich weiß es. Meine Eltern waren dort. Das waren Flüchtlingslager in jedem Sinn des Wortes. Die Flüchtlingslager wurden zu Vierteln, Gemeinden und Städten, auf die unser Land stolz sein sollte. Wir hielten nicht an, um uns in Selbstmitleid zu suhlen. Wir fanden uns mit dem Verlust unseres Besitzes und unseres früheren Lebens ab und begannen mit den Aufbau einer neuen Gesellschaft.
Was ist also an den arabischen Flüchtlingen von 1948 so einzigartig? Was hießt sie davon ab die Lager zu verlassen, sie in Stadtviertel zu verwandeln, auf die sie stolz sein konnten? Warum gründeten sie vor 1967 oder noch früher, 1947 keinen Staat?
Wem wir uns gegenüber sehen, ist kein Konflikt um Territorium. Diese Art Konflikt versklavt keine Millionen für einen ewigen Krieg gegen uns. Es wird hier keinen Frieden geben, bis die Staaten der Region Israel als die nationale Heimstatt der Juden anerkennen. Dem entstammen alle anderen Fragen. Eine solche Anerkennung wird nicht nur mit Worten gegeben. Wir hatten genug Worte. Es gehören Bildung, Schulbücher, die Medien, die Straße und der politische und religiöse Diskurs dazu. Begreifen Sie, dass eine solche Aufgabe mindestens hundert Jahre braucht? Wir brauchen Geduld. Und Glauben.
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