Viel Glück damit…

23. Mai 2013 um 15:55 | Veröffentlicht in Friedensinitiativen, Palästinenser, USA | 2 Kommentare
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Israel Matzav, 17. Mai 2013

Eine überparteiliche Gruppe Kongressabgeordneter hat den „moderaten“ „Palästinenser“-Präsidenten Mahmud Abbas Abu Mazen gedrängt einen offiziellen Fatah-Vertreter zu feuern, der den Mord an dem fünffachen Vater Evyatar Borovsky im letzten Monat pries. Das Folgende entstammt dem dritten Link.

Der am Mittwoch an PA-Präsident Mahmud Abbas geschickte Brief verurteilte eindringlich Sultan Abu-Einein von der Fatah nach dessen „offener Unterstützung für den Mörder von Eviatar Borovsky“ und forderte, dass er aus dem Amt entfernt wird.

Al-Einein nannte den Terroristen einen „heldenhaften Kämpfer“, heißt es in dem Brief, der von den Abgeordneten Eliot Engel (D-NY), Ed Royce (R-CA), Nita Lowey (D-NY), Brad Sherman (D-CA) und Ted Deutch (D-FL) unterzeichnet wurde.

Al-Einein erklärte außerdem: „Gesegnet seien die Brüste, die Salam Al-Zaghal stillten“, so der Brief.

Die Kongressabgeordneten sagten Abbas, „zu gestatten, dass diese Art von Hetze und Hass-Verbreitung innerhalb Ihrer Reihen stattfindet, ist nicht tolerierbar, wenn Sie sich wahrhaftig der Gewaltlosigkeit verschrieben haben. Wir fordern, dass Sie öffentlich und offiziell Herrn Al-Einins Äußerungen sofort anprangern und verurteilen und ihn von seinem Posten in Ihrer Regierung entfernen.“

Erwarten Sie nicht zuviel und warten darauf, dass Abu Bluff Al-Eineins Äußerungen verurteilt oder ihn entlässt. Das wird einfach nicht passieren.

Jetzt ist es offiziell: Jesus war Palästinenser

20. Mai 2013 um 13:30 | Veröffentlicht in Palästinenser, Propaganda | 5 Kommentare
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(… oder: Alle Palästinenser sind Jesusse)

Ulrich Sahm, 19. Mai 2013 (direkt vom Autor)

Jesus war Palästinenser und die heutigen Palästinenser sind seine Nachkommen. Gemäß der christlichen Tradition war Jesus weder verheiratet und noch hatte er Kinder. Doch das stört die offizielle palästinensische Regierungszeitung Al-Hayat-Al Jedida nicht, Jesus auch noch zum, „ersten muslimischen Schahid (Märtyrer)“ zu erklären. Weil Jesus sein „Neues Testament“ unter der Menschheit verbreitet habe, so die Zeitung, hätten die Juden ihn verfolgt, gekreuzigt und ermordet.

Die Geschichtsklitterung liegt auf der Hand, was aber weder den palästinensischen Verhandlungsführer Saeb Erekat oder die Gouverneure von Nablus und Ramallah hindert, sogar vor Auslandskorrespondenten zu behaupten, dass Jesus der „erste Palästinenser“ gewesen sei. Die Tatsache, dass die Römer ihre Provinz „Judäa“ erst im Jahr 136, also lange nach dem Tod Jesu, in „Palästina“ umbenannt haben und dass der Prophet Muhammad erst fünfhundert Jahre später den Islam begründete, wird ausgeblendet.

Diese Propagandisten versuchen, die Unterdrückung und Verfolgung Jesu durch die Juden damals mit dem Schicksal der Palästinenser heute gleichzusetzen. Und so wie Jesus auferstanden sei, seien die „Palästinenser, Jesu Nachkommen, aus der Asche auferstanden“.

Adel Abd Al-Rahman schrieb weiter in der palästinensischen Regierungszeitung, dass Ostern ein „Fest des palästinensischen Nationalismus“ sei. „Seine Auferstehung, drei Tage nachdem er gekreuzigt und von den Juden getötet worden war – wie im Neuen Testament berichtet- spiegelt die Geschichte der Palästinenser wider, die gegen die Nachfahren des modernen zionistischen Judentums kämpfen müssen, das sich in seiner neuen kolonialistischen Form mit vermeintlich christlichen westlichen Kapitalisten verbündet hat.“ Jesus, „möge er in Frieden ruhen“, sei der „patriotische Ahnherr“ der Palästinenser.

Nach Angaben der israelischen Organisation „Palestinian Media Watch“ (PMW) habe die Neuerfindung der Geschichte durch die Palästinenser schon 1998 begonnen mit einem Aufruf des Dr. Yussuf Alzamili, dem Leiter der Geschichtsabteilung des Khan Yunis College. Das Ziel sei, den heutigen Juden jegliche historische Verbindung zum Heiligen Land oder der biblischen Geschichte abzusprechen und so auch die Existenzberechtigung des Staates Israel infrage zu stellen. Manche palästinensische Sprecher behaupten, dass Jesus den Islam gelehrt habe. Abgesehen von der historischen Absurdität, werden so die Juden ihrer Geschichte und Kultur beraubt und das Christentum für ungültig erklärt.

Relativ neu ist der Versuch, Jesus als „Schahid“, als muslimischer Märtyrer, darzustellen und mit palästinensischen Helden, den Selbstmordattentätern, gleichzusetzen. Im vergangenen Dezember hatte die Zeitung sogar eine Dreifaltigkeit  erfunden mit Jesus als Palästinenser, Yasser Arafat als sich selber opfernder Palästinenser und schließlich (Präsident) Mahmoud Abbas, als Botschafter des Friedens auf Erden. „Welch großartige Nation der heiligen Dreieinigkeit!”

Diese und weitere absurde Aussagen palästinensischer Politiker wie Dschibril Radschub oder des Jerusalemer Mufti, Scheich Muhammad Hussein, sind durch Filmaufnahmen und offizielle Bulletins belegt.

Kerry im Wunderland

20. Mai 2013 um 12:36 | Veröffentlicht in Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser, USA | 1 Kommentar
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Sid Demling, Guerilla Israel, 18. Mai 2013

Man muss sich fragen ob John Kerry über irgendeinen Helfer verfügt, der Arabisch in Englisch übersetzt. Nur einen; das würde schon reichen. Wäre das der Fall, dann sollte man denken, dass eine Übersetzung der Nachrichten des Tages aus dem Arabischen ins Englische Amerikas Außenminister davon überzeugen könnte seinen wahnhaften Versuch die Friedensgespräche zwischen den Israelis und den Palästinensern wieder in Gang zu bekommen abzuwracken.

Doch weil er offenbar lange Flüge genießt, wird Kerry nächste Woche wieder nach Jerusalem jetten, für weitere Plaudereien zur „Förderung“ des – man muss diesen viel missbrauchten Ausdruck lieben – Friedens-Prozesses.

Wann immer zwei Worte auffällig fehl am Platz waren wie ein Piano im Mittelmeer, dann sind es diese beiden Worte Friedens-Prozess. Ein kurzer Blick auf Ereignisse, die diese Woche bereits stattgefunden haben, werden meinen Punkt unterstreichen

Frieden

Welcher Frieden? Araber bekämpfen Araber. Araber töten Araber. Syrien kann nicht mehr gerettet werden. Die Hisbollah versucht verzweifelt sich für einen weiteren Angriff auf Israel wiederzubewaffnen und Mahmud Abbas lässt Kerry weiterhin wie einen Vollidioten aussehen, wann immer der Araber den Mund aufmacht.

Seine Feindseligkeit gegen Israel hat der Palästinenserpräsident weiter verschärft, als er neulich eine Rede hielt, in der er behauptete, die Palästinenser würden keinen Friedensvorschlag akzeptieren als den, der auf der UNO-Resolution 194 gründet. Würde ein solcher Vorschlag akzeptiert, würde er Israel automatisch dem Untergang weihen.

Die Tirade des Arabers kommt direkt nachdem Kerry Tzipi Livni ausdrücklich sagte, dass es nicht nur direkte arabisch-israelische Verhandlungen geben muss, sondern es auch keine Vorbedingungen für diese Gespräche geben darf. Kaum waren die Worte keine Vorbedingungen ausgesprochen, da begann Abbas seine Vorbindungen aufzulisten, zu denen das fiktive „Rückkehrrecht“ gehört, das vor langem schon von Israel kurzerhand abgelehnt wurde. „Die Araber haben ihre Vorbedingungen nicht nur nicht zurückgenommen“, schreibt Zalman Shoval in Israel Hayom, „sie haben sie ausdrücklich wiederholt.“

Ist Kerry – oder vielleicht jemand in seinem Ministerium, der Arabisch lesen kann – nicht informiert worden, dass Abbas Inc. diese Vorbedingungen aufgelistet hat? Glaubt irgendein logisch Denkender, dass Israel dem Folgenden zustimmen würde?

* ANERKENNUNG DER GRENZEN VON 1967: Das zu akzeptieren würde Israels Fähigkeit einen massiven arabischen Angriff zu kontern auf das Negative der Wurzel aus 50 reduzieren.

* ALLE BAUTÄTIGKEIT EINSTELLEN: Das setzt voraus, dass das bizarre Argument, Wohnungen zu finden, in denen Juden friedlich leben können, ein Hindernis für den Frieden ist.

* ALLE PALÄSTINENSISCHEN HÄFTLINGE FREILASSEN: Es gibt einen Grund dafür, dass die inhaftierten Araber im Gefängnis sind; entweder haben sie israelische Juden getötet oder wollten das tun. Welcher Idiot würde solchen potenziellen Mörder erlauben frei herumzulaufen?

Shoval: „Die Palästinenser haben im Vorhinein sichergestellt, dass Verhandlungen auf Basis der israelischen und US-Position, es könne keine Vorbedingungen geben, nicht möglich sein werden.“

Darüber hinaus zieht Abbas weiter in Richtung Krieg. Einmal mehr versuchte er die Aussöhnung mit den terroristischen Hamas-Führern. Und er hat die Angriffe auf IDF-Kräfte während des Nakba-Tages unterstützt.

Außerdem waren diese feindlichen Demonstrationen weder in ihrer Art, noch in ihrer Ausprägung oder Form isolierte Vorfälle. Sie fanden in Jerusalem statt, nahe Hebron und – einmal mehr – schossen palästinensische Militante Raketen auf das südliche Israel. Dazu wird tagtäglich in jeder möglichen Weise Judenhass in jeder Stufe in jeder arabischen Schule gelehrt, ob nun in der Westbank oder dem Gazastreifen. Und diese militanten Islamleute wagen es von Frieden zu reden!

Jammerschade, dass Kerry nicht etwas von der arabischen Hass-Literatur in die Finger bekommen kann. Übersetzungen, die etwa eine Stunde zu lesen wären, würden ihn sicher überzeugen seinen Trip nach Israel nächste Woche zu streichen. Das heißt, außer er kommt den langen Weg von Washington, weil er Jets genießt.

Sollte das nicht der Grund sein, dann verschwendet der unverbesserlich optimistische Außenminister seine Zeit – und auch die von Benjamin Netanyahu!

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (12.-18.05.2013)

18. Mai 2013 um 21:23 | Veröffentlicht in Nahost-Konflikt, Palästinenser | Hinterlasse einen Kommentar
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Sonntag, 12.05.2013:

Umfrage von Pew: 61% der PalAraber sind der Meinung, dass eine friedliche Koexistenz mit Israel nicht möglich ist; 14% glauben das Gegenteil.

Montag, 13.05.2013:

Die Einwohner von Esh Kodesh haben „Wanted“-Bilder erstellt; diese zeigen Araber aus der Umgebung, von denen sie in den letzten zwei Wochen angegriffen wurden (hauptsächlich Steinwürfe) und die sie dabei auf Video aufgenommen haben. Sie werfen der Polizei bzw. IDF vor, trotz dieser an sie weitergegebenen Kenntnisse nichts gegen die Angreifer zu unternehmen.

Der innenpolitische Ausschuss der Knesset berät darüber Juden das Gebet auf dem Tempelberg zu gestatten. Die Araber wüten wegen „Judaisierung Jerusalems“. Die Juden wollten die Al-Aqsa-Moschee teilen wie die Patriarchenhöhle in Hebron (die zugunsten der Muslime geteilt wurde!). Die Terroristen drehen also die Realität auf den Kopf.
Mahmud Abbas verkündete übrigens höchstpersönlich: Juden, die den Tempelberg besuchen, sind „Angriffe gegen die Al-Aqsa“.

Offizielle UNRWA-Vertreter (Westler) posierten mit einer großen Landkarte des „arabischen Palästina“ – auf der es kein Israel gibt. Geschehen bei der Vorstellung eines UNRWA-Projektes im Libanon, das von Deutschland finanziert wird.

Heckmeck:
- Die Fatah sagt, sie sei nicht gegen den Landtausch-Deal aus dem arabischen „Friedens“-Vorschlag. Im Übrigen machen sie jetzt Kerry und die Israelis dafür verantwortlich, wenn es keine neuen Verhandlungen geht. Von ihren Forderungen – Israel muss die Ergebnisse vorab anerkennen, die die Araber diktieren – rücken sie allerdings nicht ab.

Dienstag, 14.05.2013:

Beim Friedensvertragspartner: Ein ägyptischer Prediger fordert Allah auf die Juden auszulöschen. (HRW, Amnesty schweigen.)

Mittwoch, 15.05.2013:

Putin: He Israel, ihr müsst dafür sorgen, dass es keine Eskalation in Syrien gibt. (Auch wenn das heißt, dass die Hisbollah und andere Terroristen Waffen zur Vernichtung Israels in die Finger bekommen – also wie üblich: Hey, ihr Juden, ihr müsst schon zulassen, dass die Antisemiten und Judenmörder die Mittel bekommen, euch zu vernichten!)

Es sieht so aus, als habe der Iran Syriens Assad überzeugt, die Hisbollah von syrischem Territorium aus Israel angreifen zu lassen.

Oh-oh: Ungenannte israelische Offizielle haben der Presse eine nie da gewesene Nachricht an Syrien vermittelt: Gegen Waffenlieferungen an Terroristen wird Israel weiter vorgehen. Und das Regime Assad wird gestürzt, wenn es wegen solcher Angriffe gegen Israel zurückschlägt. Diese Botschaft sei an Damaskus geleitet worden, kurz nachdem auf dem Hermon syrische Granaten einschlugen.

Eine Stellung der UNIFIL im Libanon wurde überrannt, die „Friedensschützer“ gekidnappt, Munition und Ausrüstung gestohlen. Die UNIFIL-Soldaten wurden später freigelassen.

Eine israelische Organisation will über Fußball für Zusammenleben werben. Einige arabische Jugendliche nahmen dabei an einem Fußballturnier in Holon teil. Diese Jugendlichen werden jetzt von der Fatah bedroht – „Normalisierung“ ist verboten. Die Fatahführung verurteilte die Veranstaltung als „seltsam“ und warf den Teilnehmern vor, sie würden ignorieren, dass Israel das Prinzip der Koexistenz nicht akzeptieren würde. (Wie war das noch: Die lügenden Charakterschweine werfen Israel – wahrheitswidrig – immer gerne vor, was sie selbst praktizieren.)

Heckmeck:
- Der Superpräsi versprach am Montag seine Macht zu nutzen, um eine Friedensvereinbarung zwischen Israel und der PA herbeizuführen. Auf beiden Seiten gäbe es ein starkes Verlangen nach Frieden. Die Chance müsse genutzt werden. (Hm, mit zwei Dritteln der PalAraber als Befürworter von Judenmord ist diese Einschätzung wohl etwas daneben. Und mit der permanenten Hetze in der PA ist das wohl noch stärker so.)

Donnerstag, 16.05.2013:

Eine bisher unbekannte Palästinensergruppe beansprucht die Raketenschüsse auf den Golan für sich (damit sind die Mörsergranaten am Hermon gemeint). Israel vertritt die Meinung, dass die Mörser bei Kämpfen zwischen der syrischen Armee und Rebellen geschossen wurden.

Freitag, 17.05.2013:

Das soll wohl so richtig provozieren: Die israelisch-arabische Stadt Sakhnin soll vorhaben zwei Straßen nach zwei mörderischen Erzfeinden Israels zu benennen: Yassir Arafat und Gamal Abdel Nasser.

Die Lügenminister des Äußeren von Ägypten, Libyen und Libanon forderten zusammen mit einer PalAraber-Delegation die UNO auf Sanktionen gegen Israel zu verhängen. Siedler würden ständig die heiligen Stätten der Muslime und Christen in Jerusalem angreifen.

Der Kommandeur der Quds-Kräfte der iranischen Revolutionsgarden wurde vom Obersten Revolutionsführer Ali Khamenei nach Syrien geschickt, um den Kampf gegen Israel über Syrien zu managen. Dazu soll er die Hisbollah- und PalAraber-Kräfte beobachten, die Assad gegenüber loyal sind.

Heckmeck:
- Mit Realismus hat das wohl nichts zu tun: Ban Ki-moon unterstützt die US-„Friedenbemühungen“ und ist voller Hoffnung, dass die derzeitigen Anstrengungen bald zur Formulierung einer echten Friedensinitiative führen.
- Da darf die Westerwave natürlich nicht fehlen und sieht auch „ein Fenster der Gelegenheit“ im Friedensprozess. Wenigstens gesteht er Israel das Recht zu sich zu verteidigen.
- Erdoğan in Washington: Hamas ist für Friedensgespräche unerlässlich. Na, dann mal los. Bring sie hin, ErdoWAHN! (Ach ja: Israel muss auf die Linien von 1967 zurück – gleich!)

Samstag, 18.05.2013:

Ach, es könnte ja alles so schön sein: Netanyahu muss zwischen Frieden und Siedlungen wählen, ließ Mahmud Abbas aus Kairo zum Abschluss seiner Ägyptenreise wissen. Israel könne ja schließlich die Siedlungen ganz einfach verlassen, wie es das im Sinai auch getan habe. Abu Mazen sagt nur eins nicht: Bevor Israel aus dem Sinai abzog hatte es einen Friedensvertrag mit Ägypten – ausgehandelt, nicht von Terroristen diktiert!

Zur Erinnerung: die „täglichen Vorkommnisse“ (verhinderte Terroranschläge, versuchte Morde usw.) finden sich auf der Seite „Friedfertigkeiten 2013“; die humanitären Lieferungen und Maßnahmen Israels unter „Humanitäres“ (beides in der Sidebar zu finden).

Zitat der Woche: Wie kann es je Frieden geben…?

18. Mai 2013 um 6:03 | Veröffentlicht in Nahost-Konflikt, Palästinenser | Hinterlasse einen Kommentar
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This Ongoing War, 17. Mai 2013


Wie kann es jemals einen Friedensprozess geben,
wenn jeder Palästinenser, der sich mit einem Israeli trifft,
sofort als Verräter denunziert wird?
… Die meisten dieser Denunzierungen kommen
von der „moderaten Fatah“
und nicht von der Hamas.

Aus: Fatah’s Drive Against Normalization von Khaled Abu Toameh auf der Internetseite des Gatestone Instiute, 17. Mai 2013

Eine Illusion namens Territorium

15. Mai 2013 um 14:30 | Veröffentlicht in Araber, Geschichte, Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser | 3 Kommentare
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Dror Eydar, Israel HaYom, 3. Mail 2013

1. In dem Konflikt geht es nicht um Territorium. Die arabischen Staaten haben Territorium in Hülle und Fülle. Die Palästinenser haben ebenfalls einiges: Es gibt keine Juden im Gazastreifen und Jordanien hat eine palästinensische Mehrheit. Die Araber Palästinas hätten ihren eigenen Staat schon vor langer Zeit gründen können, doch sie entschieden sich dagegen.

Seit einem Jahrhundert und insbesondere seit 1967 haben wir versucht die wahre Natur des Konflikts zwischen uns und den Staaten der Region zu ignorieren. Wir haben von der Teilung des Landes, Interessen, Sicherheitsvereinbarungen und sonst was geredet. Doch jedes Mal, wenn wir glaubten wir ständen vor der Unterzeichnung einer Vereinbarung, kam etwas hoch. Folgt man dem arabisch-palästinensischen Narrativ, das viele bei uns und im Westen nur allzu gerne übernahmen, wurde die Verantwortung für das Nichtvorhandensein von Frieden vor unsere Türschwelle gelegt. Selbst die unvoreingenommenen Leute der israelischen Linken, die das Schuld-Narrativ nicht akzeptieren, handeln so, als wäre es korrekt. Sie glauben: Wenn wir ihnen ein wenig mehr geben, wenn wir das „Fenster der Chance“ nutzen, dann werden unsere Nachbarn vielleicht der Unterzeichnung eines Friedensvertrages zustimmen. Jetzt versuchen sie uns wieder einmal den Vorschlag der Arabischen Liga zu verkaufen – abgenutzte Ware, die die Illusionsindustrie des orthodox-linken Flügels versorgt, bis die Gespräche zusammenbrechen. Und dann beginnt der Kreislauf von vorne.

Was mach den Vorschlag der Arabischen Liga besser als die anderen? Nichts. Die Anhänger des Friedens um jeden Preis unter uns müssen ihre Existenz rechtfertigen, also murmeln sie weiter ihr Kredo, dem jeder realistische Zugriff auf die Lage fehlt.

2. Es ist nur logisch zu glauben, dass es in dem Konflikt nur um Land geht. In Europa fanden Jahrhunderte lang Blut triefende Konflikte statt, bis die Stimme der Vernunft und der Interessen endlich obsiegte, die Konflikte gelöst wurden und Frieden herrscht. „Zwei Völker greifen nach einem Mantel. Das eine sagt: Das gehört alles mir; und das andere sagt: Alles gehört mir. In einem solchen Fall sollte man ihm teilen.“ Unsere Weisen sagte das vor fast zweitausend Jahren. Der durchschnittliche israelische Diplomat und sein Gegenpart im politischen Echelon folgen dieser Logik. Sie sind überzeugt, dass der Schlüssel zur Lösung des Konflikts rationale Verhandlungen sind, an deren Ende wir die lange ersehnte Teilung des Landes und damit – endlich – Frieden haben werden. Doch leider sieht der Westen die Dinge in dieser Region nicht, wie sie wirklich sind. Immer wieder stößt diese westliche Logik auf eine unpassierbare Wand. Lesen Sie den Bund der Hamas (eine ausgezeichnete Übersetzung findet sich im Internet). Lesen die die Nationalcharta der PLO und der Fatah, beide säkulare Bewegungen. Besuchen Sie Internetseiten wie MEMRI und Palestinian Media Watch, die die arabische Welt um uns herum übersetzen. Lesen Sie den Sprachgebrauch ehrlich und realistisch und Sie werden keine Stimme der Logik hören. Hass hat auch Logik und viele Konflikte können analysiert werden. Doch nicht in diesem Fall. Die Lälnder dieser Region akzeptieren Israel nicht als jüdischen Staat, als unabhängige Einheit. Israels pur Existenz stellt eine ketzerische Herausforderung der muslimischen Welt, ihrer Überzeugungen und Werte dar. Israel ist ein Keil, der zwischen ihren Augen steckt, eine Nebenstelle des Westens im Herzen heiligen muslimischen Bodens. Lesen Sie weiter die oben erwähnten Texte und Quellen und Sie werden sehen, dass diese Stimmen über einen nur religiösen Konflikt hinaus gehen. Die Region, in der wir leben, ist die Wiege der Zivilisation. Die Stimmen, die wir hören werden, sind die ihrer antiken Mythen.

3. Logs vs. Mythos – das Wort gegen Märchen. Her bedeutet Mythos nicht Fiktion oder Fälschung, sondern das Gründungsnarrativ von Völkern und Nationen. Der Islam ist rund 1400 Jahre alt, doch diese Region hat Jahrtausende lang in mythischer Sprache gesprochen. Mythos umfasst Religion und geht darüber hinaus.

Der immer noch geltende Brauch von Steinigung, Blutfehde, Enthauptungen, Mord zum Schutz der Familienehre, die Wahrnehmung von Raum, Erbmasse und Land, die Beziehungen zwischen Stämmen in der Region, Stammesloyalität gegen Loyalität dem Königreich gegenüber und weitere solcher Konzepte, die so sehr Teil des Lebens in dieser Region sind, befinden sich in einem existenziellen Konflikt mit der Art, wie der Westen dieselben Konzepte betrachtet. Lassen Sie uns ein imaginäres Treffen zwischen einem israelischen Diplomaten und seinem palästinensischen Gegenpart vorstellen. Beide sprechen in einer internationalen Sprache (in diesem Fall Englisch) und beide nutzen den Begriff „Territorium“. Das ist nicht kompliziert. Ein umstrittenes Territorium und mit gutem Willen auf beiden Seiten können wir, sobald wir unseren Maß an Blutvergießen hatten, das „Problem“ lösen, indem wir das Land teilen, damit wir normale Leben als Nachbarn führen können. Doch das passiert nicht. Gelegentlich gibt es eine Ruhepause, nachdem Israelis „Gesten“ abgab. Dann machen sie weiter, wo die letzte Runde endete, vor dem nächsten Ausbruch der Gewalt (für die natürlich Israel verantwortlich gemacht wird).

4. Hier ist ein Schlüssel für das „hinter-den-Kulissen-Verständnis“ des Gesprächs. Der israelische Diplomat wurde in einer 2.500 Jahre alten westlichen Tradition aufgezogen, die Logik über Emotionen und Mythen stellt. Territorium kann halbiert und geteilt werden. Die Grenzen können gezogen werden, wo immer man möchte. Die Palästinenser sprechen auch von Territorium. Doch für sie sind die Worte lediglich Vorboten, die Spitze des Eisbergs, der flüchtigste Blick in eine andere Welt, die sich vollkommen von der unseren unterscheidet. Für ihn geht es nicht um Territorium, sondern um den Boden an sich – adama auf Hebräisch, von dem das Wort für Mensch, Adam, abgeleitet ist. Ein Mensch ohne Land ist kein menschliches Wesen. Seine ganze Existenz wird in Frage gestellt. Und das ist der Punkt, an dem „dam“ – Blut, das ebenfalls Teil des Wortes adama ist – ins Spiel kommt. Dam, adama, adam: Wenn diese Konzepte das sind, was unser Dasein definiert, dann hat man keine andere Zuflucht als Blut für den Boden zu vergießen, der dich als menschliches Wesen definiert. Ich beziehe mich hier nicht nur auf ein Wortspiel in Hebräisch, sondern auf die Idee hinter diesen Worten. Die biblische Wahrnehmung, die sich in dieser Region vor Tausenden Jahren herauskristallisierte, deckt sich mit den Mythen der Region. Kein an den Verhandlungen beteiligter Diplomat sprich jemals über diese Dinge – und dieses fehlende Teil wirft einen gigantischen Schatten, der unbemerkt bleibt. Das ist das politisch Unbewusste, die unser Leben weit stärker beeinflusst als unser Bewusstsein es tun wird.

5. Denken Sie über das Flüchtlingsproblem nach. Dutzende Millionen Flüchtlinge wurden allein im 20. Jahrhundert vertrieben und wanderten durch Europa und wurden schließlich neu angesiedelt. Warum gibt es in Europa keine Flüchtlingslager? Immerhin wurden Millionen Menschen aus ihren Heimen entwurzelt. Warum blieben sie keine Flüchtlinge, bis ihre Forderung nach Rückkehr in ihre Häuser gelöst wurde? Weil die Logik die Oberhand behielt. Es war nicht unbedingt die Logik der Flüchtlinge, doch zumindest war es die Logik der Länder Europas: um ihre Wunden zu verbinden und den Körper politisch heilen zu lassen. Es war nicht nur in Europa so. Es geschah auch hier. Mehr als ein Jahrzehnt lang lebten tausende jüdische Flüchtlinge in Transitlagern im jungen Staat Israel. Sie lebten in Zelten, in Blechhütten, in Buden. Ich weiß es. Meine Eltern waren dort. Das waren Flüchtlingslager in jedem Sinn des Wortes. Die Flüchtlingslager wurden zu Vierteln, Gemeinden und Städten, auf die unser Land stolz sein sollte. Wir hielten nicht an, um uns in Selbstmitleid zu suhlen. Wir fanden uns mit dem Verlust unseres Besitzes und unseres früheren Lebens ab und begannen mit den Aufbau einer neuen Gesellschaft.

Was ist also an den arabischen Flüchtlingen von 1948 so einzigartig? Was hießt sie davon ab die Lager zu verlassen, sie in Stadtviertel zu verwandeln, auf die sie stolz sein konnten? Warum gründeten sie vor 1967 oder noch früher, 1947 keinen Staat?

Wem wir uns gegenüber sehen, ist kein Konflikt um Territorium. Diese Art Konflikt versklavt keine Millionen für einen ewigen Krieg gegen uns. Es wird hier keinen Frieden geben, bis die Staaten der Region Israel als die nationale Heimstatt der Juden anerkennen. Dem entstammen alle anderen Fragen. Eine solche Anerkennung wird nicht nur mit Worten gegeben. Wir hatten genug Worte. Es gehören Bildung, Schulbücher, die Medien, die Straße und der politische und religiöse Diskurs dazu. Begreifen Sie, dass eine solche Aufgabe mindestens hundert Jahre braucht? Wir brauchen Geduld. Und Glauben.

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