Europäische Politik

22. Oktober 2014 um 15:45 | Veröffentlicht in Europa+Nahost, Karika-Tour | Hinterlasse einen Kommentar
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DryBones, 21. Oktober 2014

DryBones2014-10-21Sagt nicht, wir hätten euch nicht gewarnt…

Abgelehnte und genehmigte Terroristen

21. Oktober 2014 um 15:45 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost, Europa+Nahost, Terrorismus | Hinterlasse einen Kommentar
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abgelehnte+genehmeTerroristen

Kann Israel Europa je vertrauen? (Teil 3/3)

20. Oktober 2014 um 13:00 | Veröffentlicht in Europa+Islam, Europa+Nahost, Geschichte | Hinterlasse einen Kommentar
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Manfred Gerstenfeld interviewt Dan Vittorio Segre (Teil 1, Teil 2)

Dies ist der dritte Teil eines Interviews, das in Manfred Gerstenfelds Buch „Israel‘s New Future“ 1994 veröffentlicht wurde. Das Buch wurde 2014 von RVP Press unter dem Titel „Israel’s New Future – Revisited“ überarbeitet neu aufgelegt.

Prof. Dan V. Segre

Prof. Dan V. Segre

Fragt man Segre, wohin dies alles führt, antwortet er: „Ein altes jüdisches Sprichwort sagt: Seit der Tempel zerstört wurde, sind Prophezeiungen kleine Kindern und Narren vorbehalten. Ich bin kein kleines Kind und ich will nicht wie ein Narr aussehen. Ich kann nichts prophezeien. Ich kann nur auf Trends hinweisen, die sich bewahrheiten oder auch nicht.“

Er identifiziert drei wichtige Trends. Der erste ist ein geografischer. Israel ist der einzige moderne Staat auf dem halben Weg zwischen Washington und Peking. Das hat viele Folgen und schafft eine Vielzahl an Chancen. „Bis vor kurzem ein neuer Satellit gestartet wurde, lieferte eine Fernsehsatelliten-Farm in Herzliya überall auf der Welt die Aufzeichnungen zentralasiatischer Sender“, sagt er. „Nach den politischen Veränderungen in Osteuropa hat sich für Israel eine neue Art Seidenstraße nach Indien und China geöffnet.“

Ein paradoxes Ergebnis des arabischen Boykotts ist gewesen, dass Tokio und Mexiko Stadt näher an Tel Aviv liegen als Damaskus oder Kairo, jedenfalls in Begriffen der Wirtschaft. Er vermerkt, dass der Boykott Israel Milliarden Dollar gekostet hat, es aber auch zwang seine Produktion zu diversifizieren und Märkte mit starker Konkurrenz zu betreten, während arabische Ökonomien in der Hauptsache entweder landwirtschaftlich oder vom Öl beherrscht geblieben sind.

Heute, sagte er, ergänzen sich die Wirtschaften Israels und der arabischen Länder nicht. Eine mögliche nützliche Folge der Vereinbarungen zwischen Israel und der PLO könnte es sein den aktuellen Fluss an Handel, Arbeitskräften und Technologie zwischen Israel und den arabischen Ländern zu erhöhen. Wenn auch ein gemeinsamer Markt im Nahen Osten nicht schon morgen aufkommen dürfte, sagt Segre, könnte der Zusammenbruch wirtschaftlicher Mauern zwischen Israel und den Arabern sich als treibender Faktor für beide Seiten erweisen.

Den zweiten Trend identifizierte Segre als einen politischen. „Es könnte Frieden geben oder auch nicht“, sagt er. „Wenn Frieden kommt, wird er kein langwieriger Prozess sein. Er wird rasche, explosive Resultate haben. Viele Firmen des Auslands werden in Israel Büros eröffnen. Israel wird schnell ein internationales Geschäftszentrum werden.“

Segre sieht hier aber Grund für Vorsicht. Er zitiert den Helden seines neuesten Buchs: „Der italienische Botschafter Amedeo Guillet, der italienische Lawrence von Arabien, erzählte mir vor mehr als 40 Jahren, dass die Araber ein Körper ohne Kopf und die Juden ein Kopf ohne Körper sind. Das Problem ist, die beiden zusammenzubekommen“, fährt er fort. „Guillet hat vermutlich selbst heute noch recht. Araber und Israelis ergänzen sich in vielen Bereichen. Wenn sie ihre Kräfte zusammenschließen, wird nie einen den anderen kontrollieren lassen, sondern beide würden davon profitieren.“

Segre zeigt auf eines von vielen Beispielen: „Denken Sie einfach an die Palästinenser. Sie haben zwei Wissenschaftslehrer für jede freie Stelle an ihren Schulen, während Israel solche Lehrer sucht. In einer wahren Partnerschaft müssen wir sehr sorgfältig darauf achten uns nicht als potenzielles neues Venedig zu sehen, den italienischen Staat, der viele Jahrhunderte lang nur an Wirtschaftlichem interessiert war. Geld ist nicht alles, was zählt. Israel sollte im Nahen Osten nicht mit einem europäischen Ansatz agieren. Stattdessen sollt es sich als integralen Teil des Nahen Ostens betrachten, als neutrale Brücke zwischen Staaten.“

Die beiden bisher erwähnten Trends verbinden sich als Öffnung neuer osteuropäischer und asiatischer Märkte für Israel und reduzieren so die Abhängigkeit von Europa. In der Vergangenheit, merkt er an, hat die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft viele feindselige Aussagen gegen Israel gemacht und ihm sogar gelegentlich mit Sanktionen gedroht. Es ist wiederum symbolisch, dass die bekanntesten dieser Äußerungen eine war, die 1980 in – ausgerechnet – Venedig abgegeben wurde. Darin versuchte Europa seine nicht existierende Macht auf Israel auszuüben, um die Araber zufriedenzustellen.

In Anerkennung der Rechte der palästinensischen Araber auf ein Heimatland untergrub die Erklärung von Venedig die Position Jordaniens, das damals immer noch die rechtliche Obrigkeit der Palästinenser war – eine Tatsache, die zu erwähnen die Europäer „vergaßen“, womit sie ein Land delegitimierten, das ein verlässlicher Verbündeter der Europäer gewesen war.

Mit der Erklärung von Venedig, sagt Segre, belohnte Europa die PLO für ihren Terrorismus und das zu einer Zeit, als diese es ablehnte die Existenz Israels anzuerkennen. Später unterstützten die Europäer den einzigen Versuch im Nahen Osten Frieden zu schaffen – die Camp David-Vereinbarungen – nicht.

Segre hat noch heftigere Worte des Misstrauens gegenüber Europa: „Europa scheint sich nicht von einigen Aspekten der Shylock-Politik losgesagt zu haben“, sagt er. „Es will von Israel ein Pfund Fleisch an territorialen Zugeständnissen, ohne den Schaden zu beachten, den das dem Gesamtkörper zufügen könnte, was die Verteidigungsmöglichkeiten Israels angeht. Nach der jugoslawischen Erfahrung auf einseitigen Zugeständnissen zu bestehen würde ulkig aussehen, wäre es nicht so tragisch.“

Der dritte Trend, den Segre sieht, ist noch schwieriger zu definieren. Er betrifft Religion, Ethik und Moral und ist mit dem verbunden, was er „das machiavellische Dilemma“ nennt. Machiavelli sagte, ein christlicher Prinz sei ein Widerspruch; entweder ist er ein Prinz oder er ist Christ. Israel kann dieses Dilemma für das christliche Europa nicht lösen, doch Segre sieht etwas Licht. „Vielleicht kann Israel einige Vorschläge machen“, sagt er. „Einer besteht darin die Europäer einzuladen mit etwas Bescheidenheit den Bemühungen eines kleinen Staates zu folgen, der mit dem Problem zu kämpfen hat, wie er zu seinen heiligen Traditionen zurückkehren kann, ohne die Modernisierung wegzuwerfen, für die die Juden in den letzten 150 Jahren wichtige Förderer waren. Man muss nur an Einstein, Freud und Marx denken. Das ist nicht nur ein israelisches Problem“, sagt er. „Es ist ein entscheidendes Problem, dem sich Europa gegenüber sieht und eines, das man mit den Arabern teilt. Sie sind mit der Herausforderung konfrontiert, Wege zu finden sich rasch zu modernisieren, ohne mit ihren sehr starken Traditionen zu brechen. Auf diesem Gebiet könnte Europa helfen neue Wege zu gehen, die zu Verständnis führen könnten.“

Erst vor kurzem hat Europa religiöse und nationalistische Kriege und Hass überwunden, die seine Flüsse Jahrhunderte lang mit Blut gefüllt haben. Wenn die Europäer einen echten Beitrag zu einem stabilen Frieden im Nahen Osten leisten wollten, könnten sie brauchbare Elemente aus ihrer eigenen Erfahrung ableiten. Beide Seiten könnten von der Entwicklung regionaler Marktinstitutionen profitieren, legt er nahe. Das würde sowohl Israel als auch den Palästinensern eine Vorzugsbehandlung – einschließlich vollem Zusammenschluss mit der EWG – geben, unter der Bedingung, dass sie in bestimmten Bereichen wie Energie, Wasser, Wissenschaften und Bankwesen zusammenarbeiten.

Wichtiger ist, dass die EWG sich als internationale Organisation sehen sollte, die die alten europäischen Reiche der Habsburger, der Zaren und selbst der Ottomanen als wirtschaftlicher Rahmen ersetzt, was vielen „Stämmen“ helfen könnte Ausgleich und Gründe zu Zusammenarbeit zu finden, indem Traditionen und Modernisierung ausbalanciert werden. Das dürfte schwierig sein, gibt Segre zu. Es wird für Zeitungs- und Fernsehjournalisten sicher weniger aufregend sein, als das, was heute geschieht. Es ist jedoch natürlich eine zivilisierte Weise all den Schaden zu kompensieren, den Europa in der Vergangenheit bei Israel angerichtet hat und einen Raum zu schaffen, in dem die beiden in der Zukunft zusammenarbeiten können.

Er besteht darauf, dass es bessere europäische Traditionen gibt als die von den Dominikanermönchen begründete, als sie den Talmud verbrannten oder Napoleons, der Ägypten zivilisieren und einen jüdischen Staat ausrufen wollte, um leichter Nachschub für seine Armee zu bekommen. Die Botschaft Europas, sagt er, sollte die des Erasmus sein, die er so zusammenfasst: „Rationalismus, Mitgefühl, Mäßigung und Selbstkritik, die allesamt in Europa selten geworden sind.“

Dr. Manfred Gerstenfelds kommendes Buch „The War of a Million Cuts“ analysiert, wie Israel und die Juden delegitimiert werden und wie sie dagegen kämpfen sollten.
Er war von 2000 – 2012 Vorsitzender des Jerusalem Center of Public Affairs.

Kann Israel Europa je vertrauen? (Teil 2/3)

13. Oktober 2014 um 13:00 | Veröffentlicht in Europa+Islam, Europa+Nahost, Geschichte | Hinterlasse einen Kommentar
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Manfred Gerstenfeld interviewt Dan Vittorio Segre (direkt vom Autor; Teil 1, Teil3)

Dies ist der zweite Teil eines Interviews, das in Manfred Gerstenfelds Buch „Israel‘s New Future“ 1994 veröffentlicht wurde. Das Buch wurde 2014 von RVP Press unter dem Titel „Israel’s New Future – Revisited“ überarbeitet neu aufgelegt.

DanVSegre

Prof. Dan Vittorio Segre

Was europäischen Nationalismus angeht, sind Juden, sagt Segre, sowohl dessen Förderer als auch Opfer gewesen sind. Denjenigen, die mit der Geschichte des modernen Italien vertraut sind, fällt auf, dass die Juden zwischen 1835 und 1870 trotz ihrer geringen Zahl ein beträchtlicher Faktor beim italienischen Risorgimento – dem Kampf um Italiens Einheit – waren.

Es ist unwahrscheinlich, dass Menschen, die – obwohl nicht durch eigene Fehler – das Versagen der Ideen anderer aufzeigen, von denen geliebt werden, deren ideologischen Ballons die Luft ausging. Segre sagt, dass Israel die traditionelle Rolle der Juden als Testfall für das Versagen der europäischen Ideen fortführt.

Israel kann mit vielen Problemen umgehen, denen Europa sich zu stellen, geschweige denn sie zu lösen, schwer tut. So stellt sich Israel zum Beispiel mit ziemlichem Erfolg der Herausforderung der Integration von Einwanderern. Es hat im Verhältnis mehr Einwanderer aus der Dritten Welt in eine westlich geprägte Gesellschaft integriert als jedes andere Land. Europa hat eine Menge gute und schlechte Erfahrungen im Umgang mit Immigranten gemacht, vermerkt Segre, aber ihm fehlt ein adäquater Ansatz zur Integration von Nichteuropäern.

Viele Europäer haben unterbewusst Probleme zu akzeptieren, dass Israel in dem fortbestehenden Kampf zwischen Theokratie und Demokratie auf realistische Weise mit der Rückkehr des „Heiligen“ in die Politik umgeht. Das ist für die zeitgenössische internationale Gesellschaft eine Frage von maßgeblicher Bedeutung. Das Element des „Heiligen“, das die Französische Revolution aus der europäischen Politik vertrieb, kehrt in Europa auf verschiedene Weisen mit Wucht zurück. Ein Beispiel dafür ist Bosnien, das Teil eines territorialen Nationalstaats war und heute in zwei religiöse Enklaven geteilt ist. Segre erwartet, dass zu gegebener Zeit weitere Beispiele folgen werden.

Diesbezüglich ist Israel das einzige Land im Nahen Osten, in dem Demokratie und Theokratie bisher ohne brutale Konfrontation nebeneinander bestehen. Doch es erscheint für Europäer schwer zu sein den universalen Wert einer Erfahrung anzuerkennen, die kein Land der Dritten Welt friedlich zu entwickeln in der Lage gewesen ist. „Schlimmer noch“, fügt er an, „hat Israel in den 45 Jahren seiner Geschichte gezeigt, wie ein unterentwickeltes Land sich modernisieren kann, während viele der ehemaligen europäischen Kolonien zusammenbrechen. Das ist für europäische Führungskräfte ein weiteres Ärgernis, auch wenn das nie explizit gesagt wird.

Während der ersten Jahre seiner Unabhängigkeit verkörperte Israel den einzigen lebensfähigen sozialistischen Staat der Geschichte, der auf Solidarität und Freiwilligentätigkeit gründete, sagt Segre. Es gibt in der europäischen Geschichte viele Beispiele dafür, dass Versuche solche Staaten zu gründen fehlschlugen. Dazu gehören Bayern und Ungarn nach dem Ersten Weltkrieg und das republikanische Regime in Spanien. „Man kann von den Führern der linken europäischen Staaten nicht gemocht werden, während man ihnen Erfolge in Feldern unter die Nase reibt, auf denen sie kläglich versagt haben“, sagt er mit einer Spur Ironie.

Israel könnte sogar ein weiteres Problem lösen, dem sich zu stellen Europäer ernste Probleme haben: Die Krise zwischen Staat und Nation. Die heutige italienische Nation erlebt Schwierigkeiten beim Erhalt eines italienischen Staates. Die baskischen Länder wollen nicht Teil der spanischen Nation sein. Wir erleben einen beginnenden Zusammenbruch der belgischen Nation. Das Vereinte Königreich befindet sich im Prozess unvereint zu werden. Die Auflösung Jugoslawiens ist das schlimmste Beispiel, sagt er, besonders wenn man bedenkt, dass die Europäische Gemeinschaft dem Zerfall Vorschub leistete.

„Während die meisten europäischen Länder diese Art Problem nicht lösen können, könnte der Staat in Israel eine Nation aus dem schaffen, was immer noch eine Gesellschaft ist, die aus jüdischen Stämmen besteht“, sagt Segre. „Diese ‚Stämme‘ haben, trotz dem, was viele glauben mögen, wenig gemeinsame Sprache oder historische Erfahrung. Ihre Sprache, das Hebräische, begann größtenteils als ein Esperanto.

Dennoch haben diese ‚Stämme‘ einen Staat geschaffen, der höchstwahrscheinlich eine israelische Nation schafft. Paradoxerweise geht viel vom Verdienst dafür an die Araber. Sie haben die israelische Gesellschaft gezwungen angesichts der Feindschaft Einheit zu pflegen. Andere Gesellschaften haben externen Druck erlebt, sind aber nicht in der Lage gewesen das in eine kreative interne Einigkeit zu übertragen. Der Fall einer sowjetischen Gefahr ausgesetzten europäischen Staaten ist ein Paradebeispiel. Sollte Israel kein Wunder-Beispiel sein, dann ist es zumindest ein spektakuläres.“

Um die Dinge in den Augen der Europäer ständig schlechter zu machen, sagt Segre, ist Israel ein moderner, siegreicher Staat, während sie im Zweiten Weltkrieg durch eine Ideologie der Finsternis besiegt worden wären, hätte es nicht die militärischen Anstrengungen zweier Nationen gegeben, die die Europäer als ziemlich unzivilisiert ansehen – die Amerikaner und die Russen. Moderne europäische Historiker haben angefangen zu erkennen, dass die beiden Weltkriege eigentlich europäische Kriege waren, die die Europäer in den Rest der Welt ausbreiteten.

Gemäß eines gewissen Typs europäischen historischen Determinismus sollte ein Staat wie Israel, geschaffen vom Zionismus, der einzigen je von den Vereinten Nationen als rassistisch gebrandmarkten Nationalbewegung, Kriege gegen die Drittwelt-Araber auf dieselbe Art verlieren, wie die Europäer ihre Kolonien verloren. Keine westliche Macht ist fähig gewesen Befreiungskriegen standzuhalten, wie die Beispiele Indien, Indonesien, Algerien und Vietnam zu beweisen scheinen. Im Fall Israel sind viele – aber offensichtlich nicht alle – Europäer, die von dieser falschen Voraussetzung ausgehen, sehr enttäuscht, wenn dies nicht zum erwarteten falschen Ergebnis führt.

Der Kniefall der Europäer vor den Arabern – und ihrem Öl-Reichtum – in den 1970er- und 1980-er Jahren hat viele von ihnen für die Gefahren der Rechtfertigung von Terrorismus (hauptsächlich arabischen Ursprungs) blind gemacht. Trotz der Fakten wurde Israel für viele der wichtigen Probleme des Westens verantwortlich gemacht.

Die Vereinten Nationen erklärten in einer ihrer vielen verdrehten Äußerungen Israel zur Hauptgefahr für den Weltfrieden und den Nahost-Konflikt zum gravierendsten am Ende des Jahrhunderts, erzählt Segre. Israel wurde von seinen westlichen Kritikern auch für den Einzug des russischen Einflusses im Nahen Osten und den der Chinesen in Afrika verantwortlich gemacht, die versuchten den Erfolg israelischer Kooperationspolitik auszugleichen.

„Heute ist die Burg aus zusammengemischten europäischen, arabischen, kommunistischen und UNO-Lügen auf blamable Weise zusammengebrochen und hat ein Paradox zu Ergebnis“, sagte Segre. „Israel, das beschuldigt wurde den Frieden zu bedrohen, ist für jeden sichtbar ein wichtiger Verbündeter der Welt beim Kampf gegen muslimischen Terrorismus – eine pluralistische Demokratie inmitten von autoritären, nicht demokratischen, gewalttätigen Regimen.

Das Palästinenserproblem ist gewiss eine Belastungsprobe für die moralischen und politischen Werte Israels“, sagt Segre. „Es hat viele Verfälschungen in jüdischer Ethik und demokratischem Verhalten verursacht, für die Israel Kritik von Freunden wie Feinden verdient. Das rechtfertigt aber nicht die Kritiker, die fordern, dass Israel sich wie eine Demokratie im Frieden und nicht wie z.B. eine westliche Demokratie im Krieg verhält. Darüber hinaus ist europäische Außenpolitik weit davon entfernt ethisch zu sein und sie ist nicht von rein progressiv-demokratischen Prinzipien inspiriert.“

Er verweist auf Europas fortgesetzte Wirtschaftsbeziehungen zum Iran als besten Beleg, dass europäische Regierungen aus der Vergangenheit nicht gelernt haben. Obwohl sie die Iraner leicht zur Vernunft bringen könnten, sagt Segre, indem sie den Kauf von deren Öl streichen – und damit ihre arabischen Verbündeten stärken – haben die Europäer solche Schritte nicht unternommen.

Dr. Manfred Gerstenfelds kommendes Buch „The War of a Million Cuts“ analysiert, wie Israel und die Juden delegitimiert werden und wie sie dagegen kämpfen sollten.
Er war von 2000 – 2012 Vorsitzender des Jerusalem Center of Public Affairs.

Memo für die Schweden

8. Oktober 2014 um 13:00 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost, Europa+Nahost, Friedensinitiativen, Geschichte, Nahost-Konflikt, Palästinenser | 1 Kommentar
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Dr. Reuven Berko, Israel HaYom, 6. Oktober 2014

Es gibt Leute, die argumentieren, PA-Präsident Mahmud Abbas stelle eine „unersetzliche, einmalige Gelegenheit“ dar. Sie behaupten, wenn Israel ein Friedensabkommen mit dem „rais“ (Präsidenten) unterzeichne, würde das die Palästinenser für alle Zeiten verpflichten. Aber jeder, der die Situation in Judäa und Samaria beobachtet, kann sehen, dass die Unterstützung für die Hamas, Abbas‘ Rivalen, in die Höhe schnellt und das die vorherrschenden Gefühle die Vernichtung Israels befürworten.

Damit Frieden geschlossen werden kann, müssen beide Seiten nach ihm verlangen. Würde ein Friedensabkommen mit Abbas unterzeichnet, würden nicht einmal seine Söhne es einhalten. Sie sagen, dass die Forderung des Rückkehrrechts für palästinensische Flüchtlinge nach UNO-Resolution 194 immer noch gültig ist.

Abbas erklärte, Safed aufzugeben (wo er geboren wurde) sei ein persönliches Opfer. Nach ihm war das die individuelle Entscheidung eines einzelnen Palästinensers und kein Präsident hat die Befugnis in dieser Sache eine Entscheidung zu treffen. Wenn der Rais in Sachen „Rückkehr“ keine Entscheidung im Namen seines Volkes treffen kann, welchen Wert hat dann die Unterzeichnung einer Vereinbarung mit ihm, während der Kern der Palästinenserfrage ungelöst bleibt?

Abbas‘ wahre Haltung zur Frage der „Rückkehr“ wurde in seiner jüngsten Rede vor der UNO deutlich, in der er das „Rückkehrrecht“ forderte, wie er Resolution 194 interpretiert – in ein Land, das er einen „Apartheidstaat“ nannte. Wenn es in der Tat „Apartheid“ ist, warum mehr Palästinenser in den Kreis des von Israel zugefügten „furchtbaren Leidens“ bringen?

Der Rais lehnt die Anerkennung Israels als jüdischer Staat wegen seiner Verpflichtung gegenüber den „vernachlässigten“ israelische Araber und seines Plans, den „Apartheidstaat“ zu vernichten und mit Palästinensern gemäß der UNO-Resolution 194 zu fluten, ab. Halten Sie im Hinterkopf, dass das Wort „Apartheid“ schon früher benutzt wurde, als Israel seinen Sicherheitszaun baute, um palästinensische Terroristen von jüdischen Opfern zu trennen. Jemand steckte einen Stock ins Rad.

In seiner Rede betonte Abbas, dass die Palästinenser – die es ablehnen sich entsprechend der Sicherheitsinteressen Israels zu verhalten, auf „Widerstand“ (d.h. Terrorismus) als dem „Erbe der Fedayin“ (die PLO-Terroristen, die nach Oslo halbwegs gezähmt waren) und entsprechend dem internationalen Recht bestehen. Nach ihrer Sicht erlaubt das Recht „Widerstand gegen Besatzung“ mit allen Mitteln. Wenn aber die „Besatzung“ es wagt „dem Widerstand Widerstand zuleisten“, dann ist das nach Maßgabe des Rais Völkermord.

Abbas fordert jetzt, dass den Palästinensern die Kontrolle über Grenzübergänge gegeben wird, sowohl an Land als auch auf See. Da Schweden den palästinensischen Opportunismus unterstützt, wird es schwedischen UNO-Beobachtern erlaubt werden über den Flughaften Ben Gurion zu fliehen, bevor der in die Luft gejagt wird.

In seiner Rede vor der UNO beschuldigte Abbas Israel dem Konflikt eine religiöse Dimension zu geben. Wirklich? Hamas, sein Regierungspartner, ist der einzige, der mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt als eine Frage der Religion umgeht, indem er palästinensisches Land als „Waqf-Land“ definiert, der in muslimische Hände zurückgegeben werden muss, während Juden getötet und ihr Staat aufgelöst wird.

Abbas ist Partner in einer Regierung, die Völkermord an Juden plant und ihn versucht auszuführen. Er ist derzeit Teil einer Einheitsregierung mit der Hamas, die sich der Tötung jedes einzelnen Juden gemäß Kapitel 7 ihrer Charta verpflichtet ist und seit Jahren daran gearbeitet hat dieser Verpflichtung auf mörderische Weise nachzukommen. Selbst heute, nachdem die Hamas besiegt wurde, lehnt es Abbas ab Hand an die Entmilitarisierung des Gazastreifens zu legen, trotz der Verpflichtung in den Oslo-Vereinbarungen.

Als Abbas den Westen aufforderte ihm zu helfen Israel zu boykottiere und die Chance zu nutzen einen Palästinenserstaat ohne Friedensverhandlungen zu ergreifen, zitierte er den palästinensischen Dichter Mahmud Darwisch: „Wir Palästinenser leiden unter einer unheilbaren Krankheit namens ‚Hoffnung‘.“

Alle Zeichen deuten darauf hin, dass diese „Hoffnung“ eine Hoffnung auf Völkermord an Juden und die Auslöschung Israels ist.

Kann Israel Europa je vertrauen? (Teil 1/3)

6. Oktober 2014 um 13:00 | Veröffentlicht in Europa+Nahost | Hinterlasse einen Kommentar
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Manfred Gerstenfeld interviewt Dan Segre (direkt vom Autor; Teil 2, Teil 3)

Dies ist der erste Teil eines Interviews, das in Manfred Gerstenfelds Buch „Israel‘s New Future“ 1994 veröffentlicht wurde. Das Buch wurde 2014 von RVP Press unter dem Titel „Israel’s New Future – Revisited“ überarbeitet neu aufgelegt.

DanVSegre

Prof. Dan Vittorio Segre

Dan Segre wurde 1922 in einer assimilierten jüdischen Familie im italienischen Dorf Rivoli geboren, wo er auf dem Bauernhof der Familie seiner Mutter aufwuchs. Sein Vater war im Dorf Govone der jüngste Bürgermeister des Landes.

Nachdem Mussolini 1938 antijüdische Gesetze erließ, floh Segre nach Palästina – ohne jedes zionistische Bewusstsein. Er hat diese Zeit im ersten Teil seiner Autobiografie und Bestseller The Memoirs of a Fortunate Jew (Die Memoiren eines Juden, der Glück hatte) beschrieben, die in neun Sprachen übersetzt wurde.

Er diente während des Zweiten Weltkriegs in der britischen Armee und wurde später Offizier bei den Fallschirmjägern in Israels Unabhängigkeitskrieg. Bald darauf wurde er Kultur- und Presseattaché an der neuen israelischen Botschaft in Paris.

1952 schloss er ein Jura-Studium an der Universität von Turin ab. Als nächstes studierte er Politikwissenschaften beim Sciences Politiques und orientalische Sprachen an der Sorbonne, beide in Paris. Er diente bis 1967 in verschiedenen Funktionen im israelischen Außenministerium, dann akzeptierte er ein Forschungstipendium für Nahoststudien am St. Anthony’s College in Oxford. Von 1967 bis 1969 war er Ford-Gastprofessor für vergleichende Geschichtsschreibung am MIT.

1972 wurde er ordentlicher Professor für internationale Beziehungen an der Universität Haifa. Später nahm er den Posten als Reuben-Hecht-Professor für Zionismus an. Nach seiner Pensionierung 1986 war er mehrere Jahre Gastprofessor an der Stanford University. Er hat eine Reihe Bücher zu einer Vielzahl von Themen geschrieben; dazu gehört eine Biografie des italienischen Generals Amadeo Guillet. Zu Segres weiterem Büchern gehören: Israel, Society in Transition (Israel, Gesellschaft im Umbruch, 1970), The High Road and the Low, Technical Cooperation and African Development (Der sichere Weg und der nicht sichere: Technische Kooperation und die Entwicklung Afrikas, 1974) und Israel and Zionism, A Crisis of Identiy (Israel und der Zionismus: Eine Identitätskrise, 1980).

Neben seiner Lehrtätigkeit ist Segre immer im Journalismus tätig gewesen. Viele Jahre lang war er Israel-Korrespondent sowohl des Le Figaro als auch des Corriere della Sera. 1974 war er Mitgründer der italienischen Tageszeitung Il Giornale.

„Um zu verstehen, wie die zukünftigen Verbindungen zwischen Europa und Israel sich harmonischer entwickeln können“, sagt Segre, „ziehe ich es vor einen Blick darauf zu werfen, welche Straßen Europa und die Juden in der Vergangenheit überquerten.“

Die europäische Haltung gegenüber Israel hat sich im Verlauf der Jahrzehnte beträchtlich verändert. Nachdem Israel 1948 unabhängig wurde, erklärt er, waren viele Europäer enthusiastisch, denn sie sahen darin die Verwirklichung eines idealen Staates. Sie glaubten, das sei eine Wiederholung der amerikanischen Revolte gegen Britannien, die zur Unabhängigkeit der USA führte. Ein zweiter, weniger wichtiger Grund für die positive Haltung vieler Europäer gegenüber Israel entstammte dem Schock des Holocaust.

Warum dann dieser Wandel in der Einstellung? Segre sieht vier Gründe. Der Traum vom idealen Staat, von Anfang an unrealistisch, musste scheitern. Israel lehnte es ab der einzige vegetarische Staat in einer Welt von Fleischfressern zu sein. Dazu kam die plötzliche Zunahme arabischen Reichtums als Ergebnis der ungeschickten Art, wie der Westen mit der Ölkrise von 1973 umging. Ein dritter Faktor war die Verknüpfung von arabischer und kommunistischer Propaganda gegen den Zionismus. Ein vierter Faktor waren Israels Verbindungen zu den Vereinigten Staaten oder – in linken Propagandabegriffen – zum amerikanischen Imperialismus.

Für Segre besteht die zentrale Bedrohung, die die europäischen Einstellungen gegenüber den Juden – und heute gegenüber Israel – durchzieht, aus lange gehegten historischen Vorurteilen, Komplexen und Frustrationen. „Der Antisemitismus ist nicht verschwunden“, sagt er. Im Gegenteil: Segre erklärt, dass er sich ausgeweitet hat, um den Antizionismus einzubeziehen.

Segre sieht im heutigen, nicht ganz so geeinten Europa eine moderne Version des Heiligen Römischen Reiches, in dem die Juden immer Fremde waren: Zuerst, weil sie anders, aber keine Heiden waren, später, weil sie keine Christen waren.

Diese europäische Wahrnehmung der Juden als Außenstehende nahm verschiedene Formen an: Verräter, die den Muslimen die Tür nach Spanien öffneten; Überträger der Pest im 14. Jahrhundert; „Quislinge“ für die Türken, als diese damit drohten die italienische Stadt Ancona zu belagern, um der dortigen jüdischen Gemeinde zu helfen; afrikanische Sklaven für Voltaire; gefährliche Agenten der Revolution für Napoleon; liberale Bourgeoisie, Kommunisten und Kapitalisten; und für die Nazis und ihre Anhänger „einfach nur Bakterien“, die für soziale und rassische Verseuchung sorgen.

Für viele Europäer bleiben die Juden bis heute Fremde. Heute ein amerikanischer Jude zu sein ist eine legitime Art Amerikaner zu sein, selbst wenn es vielleicht in den Augen der Mehrheit dieses Landes nicht die beste Art ist. Für die Europäer ist die Wahrnehmung der Juden die eines Fremden geblieben, nach dem Zweiten Weltkrieg und der Gründung Israels sogar noch mehr.

Segre behauptet, dass das vorherrschende historische Stereotyp der Juden in den Augen des modernen Europäers das des Antisemitismus ist; der Begriff wurde 1874 von Wilhelm Marr erfunden, einem deutschen Journalisten und Parlamentarier. Diese europäische Haltung hat tiefgreifende Beweggründe. Die Juden sind zu vielen Gelegenheiten der Testfall versagender europäischer Ideen und Ideale gewesen. Der Fall Dreyfus, der mit der Verurteilung des unschuldigen französischen Offiziers endet, einfach weil er Jude war, symbolisiert nicht nur das Versagen der europäischen Aufklärung, er demonstriert sie auch.

Segre behauptet, dass Juden auch das Versagen der europäischen Linken symbolisieren. Diese hat die inhärenten Widersprüche ihrer Ideologie gezeigt, ebenso die zwischen Ideologie und Praxis. Für einige ihrer Vorläufer im 19. Jahrhundert, beispielsweise die Franzosen Proudhon und Fourier, sind Juden und Banker dasselbe. Ein beliebter Trugschluss war: Da der Jude das Geld hat und Geld die Welt beherrscht, beherrschen die Juden die Welt.

In der ersten Version von Das Kapital, das nach seinem Tod geändert wurde, schrieb Karl Marx: „Alle Handelsgüter werden aufs Engste von jüdischem Geld beschnitten.“

Die Zweite Internationale und Lenin lehnten offiziell den Antisemitismus ab, aber das änderte nicht das gewöhnliche Vorurteil gegen Juden im kommunistischen Lager, wie z.B. das Slansky-Verfahren in der Tschechoslowakei 1952 und das von Stalin 1953 arrangierte „Ärzte-Komplott“ zeigten.

Segre hat keine Zweifel, dass marxistischer Antisemitismus einen tief gehenden Einfluss auf die europäische Linke hat. „Sie akzeptierte das Prinzip, dass Völker der Dritten Welt per Definition proletarisch seien, während Israel ein Handlanger des Imperialismus sei“, sagt er. „Der Kommunismus, der behauptet, er habe sich gegen Antisemitismus immunisiert, erhob seine Stimme nicht gegen die Delegitimierung Israels als Staat durch die Nationalcharta der Palästinenser.“

Er war noch schlimmer, vermerkt er, als er das ganze Arsenal an antisemitischen Waffen gegen den Zionismus einsetzte. „Damit unterstützte er das fälschlich Hegel zugeschriebene Prinzip, wenn Fakten nicht mit der Ideologie übereinstimmten, sollten sie verworfen werden.“

Beide – die Linke und ihre Gegner – hatten einander widersprechende Stereotype: einerseits das des reichen Juden, andererseits das des subversiven Anarchisten, Gottesmörders und Weltverschwörers.

Dr. Manfred Gerstenfelds kommendes Buch „The War of a Million Cuts“ analysiert, wie Israel und die Juden delegitimiert werden und wie sie dagegen kämpfen.
Er war von 2000 – 2012 Vorsitzender des Jerusalem Center of Public Affairs.

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