Fallstudie zur Inkompetenz der Nachrichtenmedien
24. November 2009 at 15:47 | In Medien+Nahost | 1 CommentElder of Ziyon, 19. November 2009
Vor ein paar Tagen genehmigte ein internes Jerusalemer Planungskomitee als Vorabschritt Pläne zum Bau von rund 900 Wohneinheiten im Jerusalemer Viertel Gilo.
Die Nachrichtenmedien haben diese Story allesamt überproportional aufgeblasen und die Führer der Welt sind pflichtgemäß gefolgt und Israel wegen „Siedlungsbau“ ohne Umschweife verurteilt. Die Nachrichten darüber zu lesen würde es so erscheinen lassen, als sei es das Ende der Welt oder dass die Bautätigkeiten unmittelbar bevorstehen, während Fakt ist, dass kein israelischer Führungspolitiker der Linken oder der Rechten jemals das Viertel Gilo in einer Endstatus-Übereinkunft aufgeben würde; es ist bereits ein jüdisches Viertel und es geht (nach meiner Kenntnis) nicht über die Grenzen von Gilo hinaus. Es handelt sich um eine reine Kampagne, auf Israel wegen etwas Druck auszuüben, das das Leben keines einzigen palästinensischen Arabers jetzt oder in der Zukunft auch nur irgendwie beeinträchtigt, außer als mögliche Arbeiter beim Bau.
Major Barrett von Fox News fragte Präsident Obama zu der Nachricht:
Die Israelis haben ihre Absicht angekündigt weitere Siedlungen in Gilo zu errichten, ich glaube, das ist der Name der Stadt, wie hilfreich oder schädlich für den Prozess ist das und betrachten Sie es eine Rüge für Ihre Anstrengungen diese Siedlungen zu stoppen?
Gilo ist eine Stadt? Wenn das eine Stadt ist, wie können darin „Siedlungen“ gebaut werden? Die Frage verrät eine unglaublich Ignoranz des Themas, denn die Nachrichtenmedien stellen die Wahrheit falsch dar und übersimplifizieren und selbst ein altgedienter Korrespondent begreift weder die Basics zu den Fakten vor Ort noch das, was genau passierte.
Präsident Obama antwortete allgemein zu „Siedlungen“, nicht Gilo; er gab diese Antwort (übersetzt aus dem Original-Transkript):
Nun, es gibt keinen Zweifel daran, dass ich in der Lage gewesen bin die Siedlungen zu stoppen; und es gibt aus meiner Perspektive auch keinen Zweifel daran, dass es nicht nur im Interesse der USA, sondern auch im Interesse Israels ist keine Siedlungen zu bauen.
Sehen Sie, die Lage im Nahen Osten ist sehr schwierig und ich habe wiederholt gesagt und ich werde es wieder sagen: Israels Sicherheit ist ein vitales nationales Interesse der Vereinigten Staaten und wir werden sicher stellen, dass sie [dort] sicher sind.
Ich denke, dass zusätzlicher Siedlungsbau nicht zu Israels Sicherheit beiträgt. Ich denke, er macht es für es schwieriger mit seinen Nachbarn Frieden zu schließen. Ich denke, es verbittert die Palästinenser auf eine Art, die sehr gefährlich enden könnte und es macht es schwierig irgendeine Art ernsthafter Gespräche darüber wieder zu beginnen, wie man eine Zweistaaten-Lösung erzielt.
Betrachten Sie den hervorgehobenen Satz. Obama sagt, dass jenseits der Grünen Linie zu bauen die palästinensischen Araber wütend macht und sie zu Gewalt veranlassen könnte. Das stimmt. Viele Dinge veranlassen die Araber Gewalt zu verüben; das macht diese Dinge nicht von sich aus schlecht, aber es zugegebenermaßen ein Faktor bei der Entscheidungsfindung und es ist eine wichtige Art, dass Araber und Muslime historisch – oft erfolgreich – versucht haben den Westen dahin zu manipulieren, dass er ihren Willen tut. Ich habe dies „die Diplomatie der Angst“ genannt und die Muslime haben das seit über einem Jahrhundert eine Selbstverständlichkeit ausgeübt.
Die Gefahr, die Obama hervorhebt, ist nicht die, dass die Siedlungen an sich gefährlich sind, sondern dass die palästinensisch-arabische Reaktion für Israel gefährlich sein könnte. Das ist natürlich eine Rechnung, die Israel aufmachen sollte, nicht die USA.
Es ist unglaublich und inkompetent, wie Fox News Obamas Äußerung in ihrem Artikel über das Interview falsch darstellt:
Obama nennt israelischen Siedlungsbau in Ostjerusalem „gefährlich“
Präsident Obama nannte es am Mittwoch „gefährlich“, dass Israel plant 900 neue Apartments in einer bestehenden Siedlung in Ostjerusalem zu bauen – eine Gegend, von der die Palästinenser hoffen sie als ihre Hauptstadt auch ohne Friedensabkommen mit Israel beanspruchen zu können.
Von hier aus spielen die Medien das alte Kinderspiel „Stille Post“ und verstärken den Fehler, wie AFP berichtet:
Israels Entscheidung den Bau neuer Siedlungen im besetzten Ostjerusalem voranzutreiben, könnte „sehr gefährlich“ sein, sagte US-Präsident Barack Obama am Mittwoch in einem Interview mit Fox News.
Nein, nicht die Entscheidung war „sehr gefährlich“, die mögliche Reaktion ist das, was gefährlich ist. Einem bestehenden jüdischen Viertel Häuser hinzuzufügen ist nicht die Gefahr – die arabische Reaktion könnte es sei.
Genauso, wie nicht die Veröffentlichung einer Karikatur über Mohammed „gefährlich“ ist, sondern die möglich Gegenreaktion dünnhäutiger und verunsicherter Muslime.
Die palästinensischen Araber sind im internationalen Recht einzigartig
19. November 2009 at 21:43 | In Medien+Nahost, die Welt+Nahost | Leave a CommentTags: internationales Recht
Elder of Ziyon, 6. November 2009
Der Guardian sagt, der vermutliche Fort Hood-Mörder Nidal Hasan sei „der Sohn von Palästinensern aus einem Dorf bei Jerusalem“.
Die New York Times sagt: „Im Nachruf seiner Mutter in der Roanoke Times 2001 heißt es, sie wurde 1952 in Palästina geboren.“
Das führte dazu, dass ich mich über einen Widerspruch in der standardmäßigen pro-palästinensischen Erzählung wunderte, die die Welt komplett geschluckt hat: Wie „wissen“ alle, dass Israel juristisch als Besatzer der Westbank betrachtet wird. Zu diesem wurde es u.a. von der UNO und dem IGH erklärt. Die Definition von Besatzung ist allerdings geradlinig einfach:
„Militärische Besatzung besteht, wenn ein Krieg führender Staat das Territorium eines anderen Staates in der Absicht besetzt, dieses Territorium zumindest vorübergehend zu halten.“
Die ursprüngliche Definition der Haager Konventionen von 1907 erklärt:
Militärische Amtsgewalt über das Territorium eines feindlichen Staates.
Artikel 42 – Territorium wird als besetzt angesehen, wenn es tatsächlich unter die Kontrolle der feindlichen Armee gestellt ist. Die Besatzung erstreckt sich nur über das Territorium, wo eine solche Amtsgewalt eingesetzt ist und ausgeübt werden kann.
Unklar bleibt die Frage: Welcher Staat ist es, den Israel besetzt? Es kann nicht Jordanien sein, denn Jordanien verzichtete 1988 auf die Kontrolle und die internationale Gemeinschaft hatte Jordaniens Annexion der Westbank nie anerkannt. Es scheint aus den oben erwähnten Quellen heraus klar, dass dieser [besetzte] „Staat“ „Palästina“ ist.
Mit anderen Worten: Nach Angaben der UNO und des IGH gibt es eine juristische Einheit namens „Palästina“ und sie hat mindestens seit 1967 existiert, wahrscheinlich seit 1948. Das ist schon in sich bemerkenswert, dass das internationale Recht implizit einen Staat anerkennt, der niemals ausgerufen oder anerkannt wurde. Fakt ist, dass es gegen das internationale Recht sein dürfte, einen Staat vorzeitig anzuerkennen (Anmerkung 26).
(Der IGH nimmt die Position ein, dass die Absicht der Vierten Genfer Konvention nicht nur für Vertragsparteien gilt und dass die Absicht der Verfasser war, Zivilisten auch dann zu schützen, wenn sie sich vorher nicht in einem Staat befanden. Das ist vermutlich wahr: Die Vierte Genfer Konvention beschäftigt sich besonders mit Zivilisten. Die beratende Meinung wird weit über den Umgang mit Zivilisten – die Verantwortung, die Israel 1967 freiwillig akzeptierte – und in den rechtlichen Status der Gebiete selbst ausgedehnt. Das wird nicht durch Genf definiert, sondern durch Den Haag. Was zu einem völlig anderen Satz Anomalien führt, da Israel immer wieder große Teile der Gebiete an die PA abtrat, denn eine strikte Lesart von „Besatzung“ würde implizieren, dass Israel weit größere Verantwortung für die palästinensischen Fragen in der Westbank hat als es derzeit ausübt – eine Position, die bei der UNO und dem IGH Entsetzen hervorrufen würde.)
Wenn wir diese Anomalien ignorieren und annehmen, dass es eine juristische Einheit namens Palästina gibt, die unter dieser Besatzung steht, dann ein weiteres Problem auf uns zu: die Definition von „Flüchtlinge“.
Wir haben in der Vergangenheit oft diskutiert, dass die palästinensisch-arabischen „Flüchtlinge“ die einzigen in der Welt sind, deren Definitin die Nachkommen der ursprünglichen Leute einschließt, die vor einem Krieg flohen. Die operationelle Definition der UNRWA wurde auf irgendeine Weise die juristische.
Doch diese Definition hat eine weitere Ausnahmedefinition: Wenn man berücksichtigt, dass die Westbank rechtlich „Palästina“ ist, dann würden die ursprünglichen „Flüchtlinge“ dort normalerweise als „intern geflohene Personen“ betrachtet. Denn sie zogen nur von einem Teil „Palästinas“ in einen anderen – wenn man akzeptiert, dass „Palästina“ „besetzt“ ist.
Diese Analyse zeigt, dass die einzige Möglichkeit, damit die Sicht der Welt zu „Besatzung“ und „Flüchtlingen“ akkurat und nicht widersprüchlich ist, darin besteht beide Worte umzudefinieren, um einen besonderen Umstand Platz zu bieten. Zu sagen, dass normale juristische Begriffe für die palästinensischen Araber umdefiniert werden müssen – und nur für die palästinensischen Araber – heißt, dass man die Vorstellung von Recht an sich zur Farce macht.
Der mit Fotobeschreibungen überforderte AP-Fotograf
16. November 2009 at 17:30 | In Medien+Nahost | 7 CommentsTags: AP, Associated Press
CAMERA snapshots, 15. November 2009
Erinnern Sie sich an Bernat Armangue, den AP-Fotografen, dessen fehlerhafte Fotobeschreibung fälschlich erklärte, ein palästinensischer Demonstrant sei ohnmächtig geworden, obwohl der seine rechte Hand in die Luft streckte? (CAMERAs Mitarbeiter veranlassten eine Richtigstellung.)
Einmal mehr ist Bernat Armangue von einer Fotobeschreibung herausgefordert. Denken Sie über das folgende Foto und die Bildunterschrift nach:
Ein ultraorthodoxer Jude pausiert for der Al-Aqsa-Moschee, der drittheiligsten Stätte des Islam, die den Juden als Tempelberg bekannt ist, in der Altstadt Jerusalems, Mittwoch, 11. Nov. 2009
Hier sind die Probleme dieser Fotobeschreibung, beginnend mit der fundamentalen Unwahrheit, gefolgt von zwei zweitrangigen Punkten:
1) Diese Fotobeschreibung vermittelt den falschen Eindruck, dass der Mann tatsächlich vor der Moschee steht, auf dem Tempelberg. Angesichts der Spannungen, die es in den letzten Wochen im Umfeld des Tempelbergs gab, könnte die Anwesenheit eines ultraorthodoxen jüdischen Mannes, der vor der Moschee steht, ausreichen, um weitere arabische Krawalle auszulösen, sowohl auf dem Berg als auch in nahe gelegenen Vierteln Ostjerusalems.
In Wahrheit steht er anscheinend am oberen Ende der Stufen, die hinunter zur Westmauer führen. Er stützt seinen linken Arm auf etwas, am wahrscheinlichsten die Mauer am Aussichtspunkt oben an den Stufen. Von dort, wo er steht, ist er vom Tempelberg durch den Platz vor der Westmauer getrennt. Besonders angesichts der Sensibilität des Ortes besteht ein großer Unterschied zwischen einem ultraorthodoxen Mann, der auf den Stufen zum Eingang zur Westmauer steht – einem Bereich direkt am Tempelberg und vollständig unter israelischer Kontrolle – und einem ultraorthodoxen Mann, der vor der Al Aqsa-Moschee steht, auf dem Tempelberg selbst, der sich unter der tagtäglichen Kontrolle der islamischen Waqf befindet.
Das wäre nicht das erste Mal, dass eine PA-Fotobeschreibung einen Vorfall fälschlich auf den Tempelberg verlegt.
2) Warum wird der Tempelberg als drittheiligste Stätte des Islam angeführt, aber nicht gesagt, dass es die heiligste des Judentums ist?
3) Die Al Aqsa-Moschee ist den Juden nicht als Tempelberg bekannt, die Juden kennen sie als auf dem Tempelberg stehend.
AP stellte im September 2000 und Mai 2009 Bildunterschriften richtig. Wir erwarten auch im November 2009 eine Richtigstellung.
(h/t: Yisrael Medad, der dieses Foto auf der Internetseite der BBC bemerkte.)
Noch eine Anmerkung zum Schluss: Das Foto zeigt nicht die Al Aqsa-Moschee, sondern den Felsendom – also noch ein weiterer Fehler des Fotografen.)
Ritualmord-Schreiberling Boström tut nichts leid
2. November 2009 at 20:24 | In Medien+Nahost | 2 CommentsTags: Donald Boström, Propagandalügen
…und gegenüber Ha’aretz lügt er
Elder of Ziyon, 2. November 2009
Der schwedische „Reporter“ Donald Boström, der behauptete die IDF töte palästinensische Araber und ernte ihre Organe, ist in Israel. Er wählte sich den krankesten linken Journalisten, den er finden konnte, Gideon Levy, um sich von ihm interviewen zu lassen. (Selbst Levy nannte Boströms Artikel „problematisch“.)
Tut Ihnen irgendetwas leid?
Mir tut leid, dass es so viele Lügen über mich gibt. Zum Beispiel, dass man sagt, ich hätte geschrieben, die Soldaten jagten Jugendliche, um ihre Organe zu nehmen. Das ist offensichtlich eine Lüge. Selbst die Palästinenser behaupten so etwas nicht. Und die andere Seite schreibt mit Antisemitismus zu. Das tut mir leid. Es tut mir leid, dass ich ein politisches Werkzeug geworden bin. Mit tut leid, dass der Artikel dem Kampf für Menschenrechte hier Schaden zugefügt hat. Und vor allem tut mir leid, dass niemand den Artikel ernst nahm und dass sie die Verdachtsmomente nicht untersuchten. Auch in Schweden nahmen sie das nicht ernst.“
Mit anderen Worten: Ihm tut überhaupt nicht leid, dass er einen Artikel schrieb, der andeutete, dass jüdische Israelis blutrünstige, habgierige, kaltblütige Killer sind. Ihm tut nur leid, dass man deswege beleidigt war.
Würden Sie ihn heute anders schreiben?
Würde ich ihn noch einmal schreiben, würde ich betonen, dass die IDF so viele Jugendliche ohne Gerichtsverfahren liquidiert und dass sie die Leichen nehmen und Autopsien durchführen, ohne dass die Familien ihre Zustimmung geben. Mein Artikel schuf Konfusion und wurde falsch interpretiert. Ich bewundere Ihren demokratischen Mut, mich einzuladen, um mich hier zu erklären.
Glauben Sie, dass die IDF Menschen tötete, um Organe zu bekommen?
Ich glaube nicht, dass Soldaten sich so verhalten haben. Ich glaube nicht, dass sie töteten, um Organe zu sammeln. Die Wahrheit ist, dass sie sie ohne Gerichtsverfahren töteten und ihre Leichen nach Abu Kabir gebracht wurden. Wir wissen nicht, ob sie die Organe entnahmen. Das muss noch weiter ermittelt werden. Niemand öffnete die Leichen, nachdem sie zurückgegeben wurden und nur ein Mann kennt die Wahrheit, Prof. Yehudah Hiss, der Direktor des forensischen Instituts.
Jedes Jahr verschwinden einige schwedische Kinder in genau dem Land, in dem er seine Mahlzeiten zu sich nimmt. Ich weiß nicht, ob Boström kleine Kinder schlachtet und zum Frühstück verspeist. Er könnte sie essen. Er könnte nicht. Ich zeige nur auf, dass Kinder vermisst werden. Böstrom isst jeden Tag, manche Leute sind Kannibalen und es sind Vorwürfe erhoben worden. Niemand ist Zeuge seiner Essensgewohnheiten. Es muss weiter ermittelt werden. Es gibt eine Menge Fragezeichen.
Warum veröffentlichten Sie dann Vorwürfe, für die es keine Grundlage gibt?
Ich glaube, der Artikel führte zu guten und zu schlechten Dingen, aber jetzt ist er auf dem Tisch. Die israelischen Journalisten müssen ermitteln. Ihr habt in der Vergangenheit Gutes getan. Ha’aretz berichtet besser über den Konflikt als die schwedischen Zeitungen, also macht weiter und untersucht das. Es gibt eine Menge Fragezeichen.
Was Boström nicht anspricht (und Levy geflissentlich nicht fragt), sind seine vom Algerischen Pressedienst (APS) zitierten öffentlichen Äußerungen, dass mehr als tausend Organe von Israel geerntet wurden, dass Israel außerdem Organe von anderen in Israel getöteten Ausländern Organe entnimmt und dass die Organernte 1960 begann. Er stellte diese zusätzlichen Behauptung auf, als er eine mit $5000 dotierte Auszeichnung von Algerien entgegen nahm und von offiziellen Vertretern Algeriens wegen seines Artikels gefeiert wurde.
Selbst wenn die APS ihn falsch zitiert haben sollte, war es offensichtlich, dass der einzige Grund, dass er diese $5000-Auszeichnung erhielt, der war, dass seine algerischen Gastgeber seinen Artikel als Beweis dafür verstanden, dass Israel palästinensische Araber besonders deswegen tötet, weil es deren Organe stiehlt. Boström sagte überhaupt nichts, als er seine Auszeichnung annahm, um seine Haltung zu klären oder diese Behauptungen zu dementieren; er erweiterte sie noch.
Ihm tut eindeutig nichts leid, außer die Tatsache, dass er als ein journalistischer Betrüger und Verleumder entlarvt worden ist.
Wo die Hetze überall zu finden ist
1. November 2009 at 13:33 | In Medien+Nahost, die Welt+Nahost | 4 CommentsTags: Süddeutsche Zeitung
In der Süddeutschen Zeitung (Printausgabe vom 28.10.2009, S. 14) wird ein Buch besprochen, in dem von „Mauern als Grenzen“ geschrieben wurde. Oder wird nur aus dem Inhalt zitiert? Das wird nicht klar.
Klar wird: Es geht um Mauern überall auf der Welt und überall in der Geschichte. Und welche Mauer sucht die SZ zur Illustration aus? Natürlich die der Israelis gegen die Palästinenser.
Und während der gesamte Artikel nicht einmal die Länge dieser Mauer bemüht, darf bei der Bildunterschrift natürlich nicht fehlen, wie lang sie angeblich ist: „Bethlehem im Westjordanland: Kinder spielen Fußball vor dem Haus an der Separation Wall. Rund 750 Kilometer ist die Betonmauer lang, an manchen Abschnitten innerhalb der Städte bis zu acht Meter hoch.“
So toll Englisch dort mit hinein gebracht werden muss, so falsch sind die Angaben. Wie üblich mit einem Stück Wahrheit, denn innerhalb von bebauten Gebieten ist die Mauer tatsächlich bis zu acht Meter hoch. Warum? Weil sie den Terroristen die Möglichkeit nehmen soll über die Anlage hinweg weiter auf israelische Zivilisten zu können. Und deshalb stehen Mauern nur und ausschließlich an solchen Stellen.
Womit die „rund 750 Kilometer“ eine glatte Lüge sind. Die von unseren Medien plakativ ständig gerne weiter verbreitet wird, wider besseres Wissen. Weil es so schön plakativ und kurz ist? Wäre es wirklich zu viel verlangt zu differenzieren? Oder wird „Differenzierung“ nur von denen verlangt, die Israel unterstützen?
Nun gut, vielleicht kann man nichts anderes erwarten von einer Zeitung, deren Mitarbeiter nicht einmal Fußball von Basketball unterscheiden können. Wobei auch das wieder verkürzt ist: Der Junge im Hintergrund spielt seinen Ball mit dem Fuß, der im Vordergrund wirft seinen in einer eindeutigen Basketball-Haltung. Platz war wohl nicht genug, sonst hätte die „Information“ über die 750 Kilometer Beton nicht mehr hinein gepasst…
Was das vorgestellte Buch angeht, so habe ich mit anscheinend zentralen Aussagen leichte Probleme:
Kaum eine Mauer erfüllte ihren ersten, den realen Verteidigungszweck, besonders lang. (Ansonsten waren Mauern böswillige Werke, die ausgrenzen und einzäunen und die Freiheit abwürgen sollten. Aha.) Die Mauer der Amurriter gegen umherziehende Nomaden aus dem späten dritten Jahrtausend vor Christus hielt offenbar gerade einmal 30 Jahre, der römische Hadrianswall gegen die Pikten 160 Jahre, der Wall der Sassaniden gegen die Hunnen 100 Jahre. Da erscheint die vor zwanzig Jahren gefallene Berliner Mauer mit gerade einmal 28 Jahren fast wie ein Detail – zumindest in der Geschichte der Mauern.
Nur haben die Menschen nicht viel aus dieser Erkenntnis gelernt. Immer noch werden neue Mauern errichtet – gegen den so genannten Terror, gegen illegale Einwanderer, gegen verfeindete Völker wie das eigene: zwischen Israel und dem Westjordanland, zwischen den USA und Mexico, in Belfast, Zypern, in Korea, 18 000 Kilometer weltweit. Für wie lange?
Noch einmal: Es wird nicht klar, ob das von der Rezensentin Petra Steinberger stammt oder aus dem von Astrid Nunn herausgegebenen Buch. Was aber letztlich egal ist, es stand in der Süddeutschen und die muss sich die Kritik gefallen lassen:
Dass keine Mauer ihren Zweck lange erfüllte, ist reichlich relativ. Die 28 Jahre in Berlin sind nur im Rückblick und in sehr großen geschichtlichen Zusammenhängen „fast wie ein Detail“. Warum dann aber die 30 Jahre Mauer der Amurriter mehr als ein Detail sein sollen, bleibt eine Frage, die sich vielleicht nur mir stellt. Aber 160 Jahre oder 100 Jahre Effektivität würden den Israelis sicherlich erst einmal reichen. Ganz abgesehen davon, dass sie selbst die Mauer gar nicht auf Dauer haben wollen. Anderes zu behaupten ist eine spekulative Unterstellung. Allerdings könnte es dennoch nötig sein, dass die Mauer „bis in alle Ewigkeit“ existieren muss, um die arabischen Terroristen an der Umsetzung ihrer Berufung des Massenmords an Juden zu hindern. Diese Notwendigkeit ist aber etwas ganz anderes als sie zu wollen.
Perfide ist die Formulierung „gegen den so genannten Terror“. Sollte sich das auf Israel beziehen, dann ist das grenzenlose Hetze. Denn in Abrede zu stellen, dass der Terror der PalAraber Terror ist, negiert nicht nur die Natur dieses Terrors, sondern delegitimiert auch Israel und seine Verteidigung. Es unterstellt Israel ein Handeln, das es nicht an den Tag legt. Aber was will man von jemandem erwarten, die weder die Motivation der Maßnahme, noch die Effektivität oder gar das wahre Ausmaß der Sperranlage auch nur ansatzweise korrekt darstellt?
Wie ein arabisches Gerücht entsteht
31. Oktober 2009 at 10:48 | In Araber, Medien+Nahost, Nahost, Palästinenser | 7 CommentsTags: Palestine Today, Propagandalügen
Elder of Ziyon, 11. Oktober 2009
Palestine Today berichtet, dass republikanische Kandidaten für den Kongress Sonntag auf einem Schießstand in Florida auf Bilder von Yassir Arafat schossen. Bebildert wurde das so:

Wenn man sich den tatsächlichen Artikel und das zugehörige Video ansähe, würde man sehen, dass die Mitglieder des Southeast Broward Republican Club sich auf einem Schießstand trafen und eines der Ziele als Bild eine Panzerfaust und eine Keffiyeh trug, die, wie der Reporter hilfreich sagte, „die Art von Kopfbedeckung ist, die der verstorbene Palästinenserführer Yassir Arafat trug“. Hier das, was tatsächlich zu sehen war:
Ich persönlich (heplev: Elder of Ziyon) hätte jetzt keine Probleme damit auf ein Zielbild mit Yassir Arafat zu schießen. Dennoch ist das ein erstklassiges Beispiel dafür, wie falsche Gerüchte in der arabischen Welt in die Welt gesetzt werden und wie armselig einige arabische Medien darin sind die Wahrheit zu übermitteln (was zugegebenermaßen kaum für die arabische Welt alleine gilt).
Einige dieser Gerüchte bleiben haften und einige nicht, aber diejenigen, die haften bleiben, haben manchmal tödliche Folgen.
Amnesty International – Propaganda vs. Wirklichkeit
28. Oktober 2009 at 22:31 | In Medien+Nahost, NGOs | 2 CommentsTags: Amnesty International, Propagandakrieg, Wasser, ZDF
Amnesty Interational hat einen – natürlich in unseren Qualitätsmedien viel beachteten und übernehmend berichteten – Bericht veröffentlicht, der Israel vorwirft den Palästinensern das Wasser zu stehlen oder abzugraben, es zu verschwenden. Neben den Bloggern und israelischen Medien ist wahrscheinlich Ulrich Sahm der einzige Journalist aus dem deutschsprachigen Raum, der diesen Vorwurf als das entlarvt, was er ist: gelogene Propaganda. Er schrieb per E-Mail:
Amnesty International hat einen großen Report über Wasserknappheit bei den Palästinensern veröffentlicht, wobei allein Israel schuld sei. Manche Angaben stimmen, andere sind plumpe Propaganda.
So wird nicht erwähnt, dass im Westjordanland der Wasserverlust wegen nicht instand gehaltener Wasserleitungen bei 40 (vierzig) Prozent liege, wie mir mal ein Mitarbeiter der GTZ sagte, der als Entwicklungshilfe die Wasser- und Abwassseranlagen in Bethlehem und Salfit renovierte.
So wird da angedeutet, dass die Palästinenser offenbar unter Wassermangel leiden, weil die Siedler Swimmingpools und grüne Gärten besäßen.
Als Illustration habe ich (teilweise erst in den letzten Tagen) einige palästinensische Swimmingpools fotografiert. Diese Bilder sind vielleicht der beste Beweis dafür, dass an dem Report irgendwas faul ist:
Nablus – Der private Swimmingpool des Herrn Masri

Ramallah – Ein Wasserbecken bei Arafats Grab

Ramallah – Empfang der deutschen Repräsentanz am deutschen Nationalfeiertag beim Swimmingpool des Grand Park Luxushotels

Jericho – Swimmingpool und verschwenderische Wasserspiele

Ich könnte auch Bilder von grünen palästinensischen Gärten liefern.
Übrigens: Seinerzeit gab es die gleiche Propagandakampagne über Wasserknappheit im Gazastreifen, ebenfalls vermeintlich wegen der Swimmingpools der Siedler. Seit 2005 sind die Siedler verschwunden.
Haben die Palästinenser dort etwa heute auch nur einen Tropfen mehr Wasser?
Mehr zum Thema:
- nach Ritualmord mal wieder Brunnenvergiftung
- Amnesty und die Mainstream-Medien als Wasserverschmutzer
- Israel protestiert gegen Vorwürfe von Amnesty International
(derselbe Text steht auch bei Israelnetz)
- Amnesty: Israel verweigert Palästinensern Wassser (morgenweb gibt auch die israelische Position wieder)
- Wasserbehörde gegen Bericht von Amnesty International
Und die Linke Zeitung produziert mangels Englischkenntnissen neue Berge…
Nachtrag: Eine Leserreaktion an das ZDF zur Berichterstattung erreichte German Media Watch per E-Mail:
Sehr geehrte ZDF-Redaktion,
als ich im August 2009 in Jerusalem war, herrschte dort Bewässerungsverbot für alle privaten Grünanlagen. Davon waren alle „jüdischen“ Grasflächen betroffen und sahen entsprechend aus – alles verdorrt, nicht wie die hier gezeigten palästinensischen Gärten der Semiramis! Das möchte ich der Schauerpropagandaabteilung der Amnesty International und den deutschen Medien, die die Meldung über angeblichen Wasserentzug für Palästinenser weiterverbreiten, mitteilen sowie Ulrich Sahms Dokumentation zur Kenntnis weiterreichen.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Elvira XXX
Die Reaktion des ZDF:
Your message
To: XXX
Cc: XXX
Subject: RE: Amnesty International: Grosse Realitätsprobleme
Sent: Tue, 27 Oct 2009 18:09:12 +0100
was deleted without being read on Wed, 28 Oct 2009 09:38:39 +0100
(„wurde ohne gelesen zu sein gelöscht“)
Der „Heiligenschein-Effekt“ der NGOs und die Medien
27. Oktober 2009 at 22:30 | In Medien+Nahost, NGOs | Leave a CommentAmnesty International hat einen Bericht veröffentlicht, der sich mit den Wasserproblemen der Palästinenser beschäftigt. In der markant einseitigen Art allerdings, denn von israelischer Seite wurde keine kompetente Stimme auch nur angehört. Den ganzen Müll von der durch Israel verweigerten Wasserversorgung und dem „Raub“ des Wassers durch die „Siedlungen“ haben wir schon vor Jahren zu hören bekommen – u.a. auch über den Gazastreifen. Jetzt, wo die Israelis seit inzwischen vier Jahren dort weg und keine Siedler mehr vorhanden sind, haben die Menschen im Gazastreifen keinen Tropfen Wasser mehr als vorher. Berichten unsere Medien darüber? Eine Nachrichtensendung habe ich gesehen, die einen israelischen Verantwortlichen zu Wort kommen ließ; mit einem einzigen Argument (es gibt weitaus mehr). Die Journalisten übernehmen, was ihnen parteiische NGOs vorkauen. NGO-Monitor sagt das schon länger. Dort bezeichnet man das als „Heiligenschein-Effekt“, weil die NGOs einfach einen Ruf haben, dem sie schon lange nicht mehr nachkommen:
Die Beweislage zeigt, dass viele Journalisten NGO-Berichte einfach abdrucken, ohne Fragen zu stellen oder etwas zu verifizieren. Das ist als „Heiligenschein-Effekt“ bekannt und verletzt sowohl journalistische Ethik, die Skepsis und unabhängige Verifikationen verlangt, als auch die Norm ist, wenn man aus anderen Quellen berichtet, einschließlich Regierungsvertretern. Aber wenn ein „hoch respektierter Menschenrechts-Wächter“ wie Amnesty International oder HRW eine Erklärung abgibt, tendieren Journalisten dazu die Voreingenommenheit zu ignorieren und das als Fakt zu wiederholen. Eine Harvard-Studie zur Berichterstattung des Libanon-Kriegs von 2006 zeigt, dass die meisten Medien rund um die Welt die Behauptungen von HRW über den Vorfall in Qana weiter zitierten, selbst nachdem HRW gezwungen war ihre Fehler zuzugeben. Es dürfte viele weitere Beispiele geben, nicht nur in Bezug auf Israel, sondern in Kolumbien, dem Irak und wo immer NGOs sich auf „Augenzeugen“ verlassen und es an unabhängigen Ressourcen fehlen lassen. Gleichermaßen geht die Illusion der „Ausgewogenheit“ und politischen Neutralität der NGOs unter Journalisten weiter – im Juli 2007 schrieb ein Reporter: „Während des Krieges [2006] veröffentlichte Human Rights Watch mehrere Berichte, mit denen beide Seiten kritisiert wurden.“ Ein simpler Überblick über diese Berichte demonstriert die Einseitigkeit der Verurteilungen Israels. Ernsthafte Journalisten beginnen aber über den „Heiligenschein-Effekt“ hinauszublicken, wie im Fall von Jackson Diehl von der Washington Post, der HRWs Einseitigkeiten bloßstellte, und im Economist, der sich Amnestys annahm.
Das Gegenteil ist gemeint und Israel ist schlimmer
26. September 2009 at 19:45 | In Geistesgrößen, Medien+Nahost | Leave a CommentTags: junge Welt, Werner Pirker
Wenn Werner Pirker in junge Welt etwas über den iranischen Chef-Gangster schreibt, dann kann das nicht sein, ohne dass er Israel in den Dreck zieht. Er folgt hier einer eigenen Tradition, die selbst in junge Welt zu Kritik geführt hatte. Heute ist das anscheinend nicht mehr der Fall. Da haben sich halt zwei gesucht und gefunden.
Wie üblich erklärt Pirker zwar, dass Achmadinedschad eklig ist. Aber das lässt ihn nicht folgern, dass konsequentes Vorgehen gegen ihn und seine Rückendecker und Mit-Terrorprediger/unterstützer nötig ist. Im Gegenteil. Denn Pirker beschreibt „Eklat“ und „Skandal“ – in diesem Fall in der UNO – in einer Art und Weise, dass klar wird: Seiner Meinung ist nach ist das Kinderkram und die Skandale und Eklats finden woanders statt. Natürlich greift er dann die jüdische Minderheit im Iran auf, die „eine respektierte Minderheit mit allen Bürgerrechten“ ist – hohle Phraseologie, die immer nötig ist, um zum eigentlichen Punkt zu kommen: Ahmadinedschad zum Krieg der Worte gegen Israel zu nutzen.
Und so fährt er in der zweiten Hälfte eines Kommentars zu Ahmadinedschads Nicht-Antisemitismus alles auf, was der gemeine Nahost-„Experte“ so anführen muss: israelische Gewaltpolitik gegenüber den Palästinenser (wenn auch „Völkermord“ übertrieben ist), ethnische Säuberungsaktion vor der Gründung des Staates Israel (klar, dass die tatsächlichen arabischen ethnischen Säuberungen nicht erwähnt werden), Existenzbedrohung der Palästinenser durch die „Lebensaufgabe“ „Tod den Arabern“ seitens der Siedler. Alle Vorurteile und falschen Behauptungen zusammengefasst in ein paar Sätzen, die vor Fakten-Ignoranz nur so trotzen. Und wenn von Hass die Rede ist, dann nur von dem „in Washington und Tel Aviv“ – womit der Ignorant die israelische Hauptstadt verlegt und den arabischen und muslimischen Hass völlig außen vor lässt.
Einseitigkeit, Beschreibung von Unmenschen als nicht gut, aber eher harmlos – die übliche Vorgehensweise derer, die Terror und Völkermord behilflich sind und dabei behaupten für Frieden zu stehen.
Neue arabische Strategie: Israel gibt alles auf und bekommt dann vielleicht etwas zurück
21. September 2009 at 19:46 | In Friedensinitiativen, Medien+Nahost, Nahost-Konflikt, die Welt+Nahost | Leave a CommentTags: Saudischer Friedensplan
Barry Rubin, 13. September 2009
Es hat in der arabischen Strategie gegenüber Israel eine wichtige neue Entwicklung gegeben. Obwohl sie im saudischen, später arabischen Friedensvorschlag implizit enthalten war, wurde sie jetzt explizit, wie in Turki al-FAisals Op-ed in der New York Times. Er schrieb:
„Saudi-Arabien … muss es daher ablehnen sich mit Israel zu beschäftigen, bis es seine illegale Besatzung der Westbank, des Gazastreifens und der Golan-Höhen wie auch der Shebaa-Farmen im Libanon beendet. Wenn die Saudis Schritte hin zu diplomatischer Normalisierung zu unternähmen, bevor dieses Land seinen rechtmäßigen Eigentümern zurückgegeben wird, würde das internationale Recht untergraben und die Augen vor Unmoral verschließen.“
Das ist eine offene und direkte Zurückweisung der Politik der Obama-Administration, die Vertrauen bildende Maßnahmen von beiden Seiten anstrebt. Natürlich wird die Administration die Saudis nicht dafür kritisieren, dass die Saudis auf ihrer Politik herumtrampelt und weiter darauf bestehen, sie habe positive Antworten aus arabischen Staaten, die zeigten, dass Fortschritte gemacht werden.
Doch noch wichtiger ist: Die Haltung der arabischen Staaten – bei teilweisem Ausschluss Ägyptens und Jordaniens – zum Friedensprozess ist jetzt diese:
Zuerst muss sich Israel aus allen Gebieten zurückziehen, die es im Krieg von 1967 eroberte; das heißt: Ostjerusalem, die Westbank und die Golanhöhen. Zusätzlich muss es allen Palästinensern, die dort lebten oder einen Vorfahren hatten, der dort lebte, wo jetzt Israel ist, ohne Einschränkung in Israel Wohnung nehmen lassen, wenn die das wollen.
Dann werden die arabischen Staaten über Frieden und die Gewährung von diplomatischer Anerkennung verhandeln. Der Führer der palästinensischen Autonomie, Mahmud Abbas, und Syrien haben Haltung entlang gleicher Leitlinien eingenommen.
Das kann so zusammengefasst werden: Erst Land, dann Frieden. [heplev: Ich würde zwischen „dann“ und „Frieden“ noch ein „vielleicht“ einfügen.]
Sollte eine solche Initiative von irgendeinem Staat der Welt zu irgendeiner anderen Frage übernommen werden, würden die Beobachter eine solch absurde Position spotten.
Natürlich ist sie absurd und widerspricht den UNO-Resolutionen 242 und 338, wie auch allen israelisch-palästinensischen Vereinbarungen, einschließlich denen von Oslo 1993. Sie alle verlangen, dass beide Seiten die Verpflichtungen gleichzeitig umsetzen. Keine israelische Regierung würde jemals einer solch absurden Vorstellung zustimmen, die alle Karten in der Hoffnung aufgibt, um dann etwas zurück zu bekommen.
Kurz gesagt: Das ist eine Formel für den Tod des Friedensprozesses.
Das Problem besteht darin, dass führende westliche Politiker, Diplomaten, Experten und Medien diese Neuerung und ihre Bedeutung nicht sehen. Zusammen mit zunehmendem Gerede von einer „Ein-Staaten-Lösung“ oder einfach Israel von der Landkarte zu wischen, ist es ein weiteres Signal, dass wir uns zurück in die 1960-er Jahre bewegen, wobei der Friede ein zunehmend weit entfernter Traum wird.
Weit davon entfernt zu zeigen, dass Israel einen Frieden um jeden Preis so bald wie möglich benötigt, zeigt es, dass der Status quo besser ist als das, was angeboten wird. Es zeigt auch die zunehmende Absurdität der Vorstellung, dass Israel für das Fehlen von Friedensvereinbarungen verantwortlich ist.
Vermerken Sie auch – das ist wieder etwas, von dem niemand Notiz nehmen wird – das das Op-ed die USA beleidigt, weil es direkt Obamas derzeitiger Initiative widerspricht, die etwas von den arabischen Staaten bekommen will, das dem israelischen Einfrieren der Bautätigkeit gleich kommt.
Schließlich und vielleicht am wichtigsten: Es widerlegt die zwei Haupt-Theorien zu dieser Frage.
Erstens: Im Gegensatz zur gängigen Meinung ist es so, dass, je mehr Israel gibt, die andere Seite noch mehr verlangt und alle früheren israelischen Zugeständnisse für unbedeutend erklärt.
Zweitens: Je mehr die USA sich von Israel entfernen und es kritisieren, desto mehr verhärtet sich die Haltung der Araber und Palästinenser.
Wird irgendjemand von den Massenmedien – ein einziger Reporter oder Redakteur? – oder den politischen Autoritäten irgendetwas davon wahrnehmen?
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