Ritualmord-Schreiberling Boström tut nichts leid

2. November 2009 at 20:24 | In Medien+Nahost | 2 Comments
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…und gegenüber Ha’aretz lügt er

Elder of Ziyon, 2. November 2009

Der schwedische „Reporter“ Donald Boström, der behauptete die IDF töte palästinensische Araber und ernte ihre Organe, ist in Israel. Er wählte sich den krankesten linken Journalisten, den er finden konnte, Gideon Levy, um sich von ihm interviewen zu lassen. (Selbst Levy nannte Boströms Artikel „problematisch“.)

Tut Ihnen irgendetwas leid?

Mir tut leid, dass es so viele Lügen über mich gibt. Zum Beispiel, dass man sagt, ich hätte geschrieben, die Soldaten jagten Jugendliche, um ihre Organe zu nehmen. Das ist offensichtlich eine Lüge. Selbst die Palästinenser behaupten so etwas nicht. Und die andere Seite schreibt mit Antisemitismus zu. Das tut mir leid. Es tut mir leid, dass ich ein politisches Werkzeug geworden bin. Mit tut leid, dass der Artikel dem Kampf für Menschenrechte hier Schaden zugefügt hat. Und vor allem tut mir leid, dass niemand den Artikel ernst nahm und dass sie die Verdachtsmomente nicht untersuchten. Auch in Schweden nahmen sie das nicht ernst.“

Mit anderen Worten: Ihm tut überhaupt nicht leid, dass er einen Artikel schrieb, der andeutete, dass jüdische Israelis blutrünstige, habgierige, kaltblütige Killer sind. Ihm tut nur leid, dass man deswege beleidigt war.

Würden Sie ihn heute anders schreiben?

Würde ich ihn noch einmal schreiben, würde ich betonen, dass die IDF so viele Jugendliche ohne Gerichtsverfahren liquidiert und dass sie die Leichen nehmen und Autopsien durchführen, ohne dass die Familien ihre Zustimmung geben. Mein Artikel schuf Konfusion und wurde falsch interpretiert. Ich bewundere Ihren demokratischen Mut, mich einzuladen, um mich hier zu erklären.

Glauben Sie, dass die IDF Menschen tötete, um Organe zu bekommen?

Ich glaube nicht, dass Soldaten sich so verhalten haben. Ich glaube nicht, dass sie töteten, um Organe zu sammeln. Die Wahrheit ist, dass sie sie ohne Gerichtsverfahren töteten und ihre Leichen nach Abu Kabir gebracht wurden. Wir wissen nicht, ob sie die Organe entnahmen. Das muss noch weiter ermittelt werden. Niemand öffnete die Leichen, nachdem sie zurückgegeben wurden und nur ein Mann kennt die Wahrheit, Prof. Yehudah Hiss, der Direktor des forensischen Instituts.

Jedes Jahr verschwinden einige schwedische Kinder in genau dem Land, in dem er seine Mahlzeiten zu sich nimmt. Ich weiß nicht, ob Boström kleine Kinder schlachtet und zum Frühstück verspeist. Er könnte sie essen. Er könnte nicht. Ich zeige nur auf, dass Kinder vermisst werden. Böstrom isst jeden Tag, manche Leute sind Kannibalen und es sind Vorwürfe erhoben worden. Niemand ist Zeuge seiner Essensgewohnheiten. Es muss weiter ermittelt werden. Es gibt eine Menge Fragezeichen.

Warum veröffentlichten Sie dann Vorwürfe, für die es keine Grundlage gibt?

Ich glaube, der Artikel führte zu guten und zu schlechten Dingen, aber jetzt ist er auf dem Tisch. Die israelischen Journalisten müssen ermitteln. Ihr habt in der Vergangenheit Gutes getan. Ha’aretz berichtet besser über den Konflikt als die schwedischen Zeitungen, also macht weiter und untersucht das. Es gibt eine Menge Fragezeichen.

Was Boström nicht anspricht (und Levy geflissentlich nicht fragt), sind seine vom Algerischen Pressedienst (APS) zitierten öffentlichen Äußerungen, dass mehr als tausend Organe von Israel geerntet wurden, dass Israel außerdem Organe von anderen in Israel getöteten Ausländern Organe entnimmt und dass die Organernte 1960 begann. Er stellte diese zusätzlichen Behauptung auf, als er eine mit $5000 dotierte Auszeichnung von Algerien entgegen nahm und von offiziellen Vertretern Algeriens wegen seines Artikels gefeiert wurde.

Selbst wenn die APS ihn falsch zitiert haben sollte, war es offensichtlich, dass der einzige Grund, dass er diese $5000-Auszeichnung erhielt, der war, dass seine algerischen Gastgeber seinen Artikel als Beweis dafür verstanden, dass Israel palästinensische Araber besonders deswegen tötet, weil es deren Organe stiehlt. Boström sagte überhaupt nichts, als er seine Auszeichnung annahm, um seine Haltung zu klären oder diese Behauptungen zu dementieren; er erweiterte sie noch.

Ihm tut eindeutig nichts leid, außer die Tatsache, dass er als ein journalistischer Betrüger und Verleumder entlarvt worden ist.

Wo die Hetze überall zu finden ist

1. November 2009 at 13:33 | In Medien+Nahost, die Welt+Nahost | 4 Comments
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In der Süddeutschen Zeitung (Printausgabe vom 28.10.2009, S. 14) wird ein Buch besprochen, in dem von „Mauern als Grenzen“ geschrieben wurde. Oder wird nur aus dem Inhalt zitiert? Das wird nicht klar.

Klar wird: Es geht um Mauern überall auf der Welt und überall in der Geschichte. Und welche Mauer sucht die SZ zur Illustration aus? Natürlich die der Israelis gegen die Palästinenser.

Und während der gesamte Artikel nicht einmal die Länge dieser Mauer bemüht, darf bei der Bildunterschrift natürlich nicht fehlen, wie lang sie angeblich ist: „Bethlehem im Westjordanland: Kinder spielen Fußball vor dem Haus an der Separation Wall. Rund 750 Kilometer ist die Betonmauer lang, an manchen Abschnitten innerhalb der Städte bis zu acht Meter hoch.“

So toll Englisch dort mit hinein gebracht werden muss, so falsch sind die Angaben. Wie üblich mit einem Stück Wahrheit, denn innerhalb von bebauten Gebieten ist die Mauer tatsächlich bis zu acht Meter hoch. Warum? Weil sie den Terroristen die Möglichkeit nehmen soll über die Anlage hinweg weiter auf israelische Zivilisten zu können. Und deshalb stehen Mauern nur und ausschließlich an solchen Stellen.

Womit die „rund 750 Kilometer“ eine glatte Lüge sind. Die von unseren Medien plakativ ständig gerne weiter verbreitet wird, wider besseres Wissen. Weil es so schön plakativ und kurz ist? Wäre es wirklich zu viel verlangt zu differenzieren? Oder wird „Differenzierung“ nur von denen verlangt, die Israel unterstützen?

Nun gut, vielleicht kann man nichts anderes erwarten von einer Zeitung, deren Mitarbeiter nicht einmal Fußball von Basketball unterscheiden können. Wobei auch das wieder verkürzt ist: Der Junge im Hintergrund spielt seinen Ball mit dem Fuß, der im Vordergrund wirft seinen in einer eindeutigen Basketball-Haltung. Platz war wohl nicht genug, sonst hätte die „Information“ über die 750 Kilometer Beton nicht mehr hinein gepasst…

Was das vorgestellte Buch angeht, so habe ich mit anscheinend zentralen Aussagen leichte Probleme:

Kaum eine Mauer erfüllte ihren ersten, den realen Verteidigungszweck, besonders lang. (Ansonsten waren Mauern böswillige Werke, die ausgrenzen und einzäunen und die Freiheit abwürgen sollten. Aha.) Die Mauer der Amurriter gegen umherziehende Nomaden aus dem späten dritten Jahrtausend vor Christus hielt offenbar gerade einmal 30 Jahre, der römische Hadrianswall gegen die Pikten 160 Jahre, der Wall der Sassaniden gegen die Hunnen 100 Jahre. Da erscheint die vor zwanzig Jahren gefallene Berliner Mauer mit gerade einmal 28 Jahren fast wie ein Detail – zumindest in der Geschichte der Mauern.
Nur haben die Menschen nicht viel aus dieser Erkenntnis gelernt. Immer noch werden neue Mauern errichtet – gegen den so genannten Terror, gegen illegale Einwanderer, gegen verfeindete Völker wie das eigene: zwischen Israel und dem Westjordanland, zwischen den USA und Mexico, in Belfast, Zypern, in Korea, 18 000 Kilometer weltweit. Für wie lange?

Noch einmal: Es wird nicht klar, ob das von der Rezensentin Petra Steinberger stammt oder aus dem von Astrid Nunn herausgegebenen Buch. Was aber letztlich egal ist, es stand in der Süddeutschen und die muss sich die Kritik gefallen lassen:

Dass keine Mauer ihren Zweck lange erfüllte, ist reichlich relativ. Die 28 Jahre in Berlin sind nur im Rückblick und in sehr großen geschichtlichen Zusammenhängen „fast wie ein Detail“. Warum dann aber die 30 Jahre Mauer der Amurriter mehr als ein Detail sein sollen, bleibt eine Frage, die sich vielleicht nur mir stellt. Aber 160 Jahre oder 100 Jahre Effektivität würden den Israelis sicherlich erst einmal reichen. Ganz abgesehen davon, dass sie selbst die Mauer gar nicht auf Dauer haben wollen. Anderes zu behaupten ist eine spekulative Unterstellung. Allerdings könnte es dennoch nötig sein, dass die Mauer „bis in alle Ewigkeit“ existieren muss, um die arabischen Terroristen an der Umsetzung ihrer Berufung des Massenmords an Juden zu hindern. Diese Notwendigkeit ist aber etwas ganz anderes als sie zu wollen.

Perfide ist die Formulierung „gegen den so genannten Terror“. Sollte sich das auf Israel beziehen, dann ist das grenzenlose Hetze. Denn in Abrede zu stellen, dass der Terror der PalAraber Terror ist, negiert nicht nur die Natur dieses Terrors, sondern delegitimiert auch Israel und seine Verteidigung. Es unterstellt Israel ein Handeln, das es nicht an den Tag legt. Aber was will man von jemandem erwarten, die weder die Motivation der Maßnahme, noch die Effektivität oder gar das wahre Ausmaß der Sperranlage auch nur ansatzweise korrekt darstellt?

Wie ein arabisches Gerücht entsteht

31. Oktober 2009 at 10:48 | In Araber, Medien+Nahost, Nahost, Palästinenser | 7 Comments
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Elder of Ziyon, 11. Oktober 2009

Palestine Today berichtet, dass republikanische Kandidaten für den Kongress Sonntag auf einem Schießstand in Florida auf Bilder von Yassir Arafat schossen. Bebildert wurde das so:


Wenn man sich den tatsächlichen Artikel und das zugehörige Video ansähe, würde man sehen, dass die Mitglieder des Southeast Broward Republican Club sich auf einem Schießstand trafen und eines der Ziele als Bild eine Panzerfaust und eine Keffiyeh trug, die, wie der Reporter hilfreich sagte, „die Art von Kopfbedeckung ist, die der verstorbene Palästinenserführer Yassir Arafat trug“. Hier das, was tatsächlich zu sehen war:

Ich persönlich (heplev: Elder of Ziyon) hätte jetzt keine Probleme damit auf ein Zielbild mit Yassir Arafat zu schießen. Dennoch ist das ein erstklassiges Beispiel dafür, wie falsche Gerüchte in der arabischen Welt in die Welt gesetzt werden und wie armselig einige arabische Medien darin sind die Wahrheit zu übermitteln (was zugegebenermaßen kaum für die arabische Welt alleine gilt).

Einige dieser Gerüchte bleiben haften und einige nicht, aber diejenigen, die haften bleiben, haben manchmal tödliche Folgen.

Amnesty International – Propaganda vs. Wirklichkeit

28. Oktober 2009 at 22:31 | In Medien+Nahost, NGOs | 2 Comments
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Amnesty Interational hat einen – natürlich in unseren Qualitätsmedien viel beachteten und übernehmend berichteten – Bericht veröffentlicht, der Israel vorwirft den Palästinensern das Wasser zu stehlen oder abzugraben, es zu verschwenden. Neben den Bloggern und israelischen Medien ist wahrscheinlich Ulrich Sahm der einzige Journalist aus dem deutschsprachigen Raum, der diesen Vorwurf als das entlarvt, was er ist: gelogene Propaganda. Er schrieb per E-Mail:

Amnesty International hat einen großen Report über Wasserknappheit bei den Palästinensern veröffentlicht, wobei allein Israel schuld sei. Manche Angaben stimmen, andere sind plumpe Propaganda.

So wird nicht erwähnt, dass im Westjordanland der Wasserverlust wegen nicht instand gehaltener Wasserleitungen bei 40 (vierzig) Prozent liege, wie mir mal ein Mitarbeiter der GTZ sagte, der als Entwicklungshilfe die Wasser- und Abwassseranlagen in Bethlehem und Salfit renovierte.

So wird da angedeutet, dass die Palästinenser offenbar unter Wassermangel leiden, weil die Siedler Swimmingpools und grüne Gärten besäßen.

Als Illustration habe ich (teilweise erst in den letzten Tagen) einige palästinensische Swimmingpools fotografiert. Diese Bilder sind vielleicht der beste Beweis dafür, dass an dem Report irgendwas faul ist:

Nablus – Der private Swimmingpool des Herrn Masri

Ramallah – Ein Wasserbecken bei Arafats Grab

Ramallah – Empfang der deutschen Repräsentanz am deutschen Nationalfeiertag beim Swimmingpool des Grand Park Luxushotels

Jericho – Swimmingpool und verschwenderische Wasserspiele

Ich könnte auch Bilder von grünen palästinensischen Gärten liefern.

Übrigens: Seinerzeit gab es die gleiche Propagandakampagne über Wasserknappheit im Gazastreifen, ebenfalls vermeintlich wegen der Swimmingpools der Siedler. Seit 2005 sind die Siedler verschwunden.

Haben die Palästinenser dort etwa heute auch nur einen Tropfen mehr Wasser?

Mehr zum Thema:
- nach Ritualmord mal wieder Brunnenvergiftung
- Amnesty und die Mainstream-Medien als Wasserverschmutzer
- Israel protestiert gegen Vorwürfe von Amnesty International
(derselbe Text steht auch bei Israelnetz)
- Amnesty: Israel verweigert Palästinensern Wassser (morgenweb gibt auch die israelische Position wieder)
- Wasserbehörde gegen Bericht von Amnesty International

Und die Linke Zeitung produziert mangels Englischkenntnissen neue Berge…

Nachtrag: Eine Leserreaktion an das ZDF zur Berichterstattung erreichte German Media Watch per E-Mail:

Sehr geehrte ZDF-Redaktion,

als ich im August 2009 in Jerusalem war, herrschte dort Bewässerungsverbot für alle privaten Grünanlagen. Davon waren alle „jüdischen“ Grasflächen betroffen und sahen entsprechend aus – alles verdorrt, nicht wie die hier gezeigten palästinensischen Gärten der Semiramis! Das möchte ich der Schauerpropagandaabteilung der Amnesty International und den deutschen Medien, die die Meldung über angeblichen Wasserentzug für Palästinenser weiterverbreiten, mitteilen sowie Ulrich Sahms Dokumentation zur Kenntnis weiterreichen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Elvira XXX

Die Reaktion des ZDF:

Your message
To:      XXX
Cc:      XXX
Subject: RE: Amnesty International: Grosse Realitätsprobleme
Sent:    Tue, 27 Oct 2009 18:09:12 +0100
was deleted without being read on Wed, 28 Oct 2009 09:38:39 +0100

(„wurde ohne gelesen zu sein gelöscht“)

Der „Heiligenschein-Effekt“ der NGOs und die Medien

27. Oktober 2009 at 22:30 | In Medien+Nahost, NGOs | Leave a Comment

Amnesty International hat einen Bericht veröffentlicht, der sich mit den Wasserproblemen der Palästinenser beschäftigt. In der markant einseitigen Art allerdings, denn von israelischer Seite wurde keine kompetente Stimme auch nur angehört. Den ganzen Müll von der durch Israel verweigerten Wasserversorgung und dem „Raub“ des Wassers durch die „Siedlungen“ haben wir schon vor Jahren zu hören bekommen – u.a. auch über den Gazastreifen. Jetzt, wo die Israelis seit inzwischen vier Jahren dort weg und keine Siedler mehr vorhanden sind, haben die Menschen im Gazastreifen keinen Tropfen Wasser mehr als vorher. Berichten unsere Medien darüber? Eine Nachrichtensendung habe ich gesehen, die einen israelischen Verantwortlichen zu Wort kommen ließ; mit einem einzigen Argument (es gibt weitaus mehr). Die Journalisten übernehmen, was ihnen parteiische NGOs vorkauen. NGO-Monitor sagt das schon länger. Dort bezeichnet man das als „Heiligenschein-Effekt“, weil die NGOs einfach einen Ruf haben, dem sie schon lange nicht mehr nachkommen:

Die Beweislage zeigt, dass viele Journalisten NGO-Berichte einfach abdrucken, ohne Fragen zu stellen oder etwas zu verifizieren. Das ist als „Heiligenschein-Effekt“ bekannt und verletzt sowohl journalistische Ethik, die Skepsis und unabhängige Verifikationen verlangt, als auch die Norm ist, wenn man aus anderen Quellen berichtet, einschließlich Regierungsvertretern. Aber wenn ein „hoch respektierter Menschenrechts-Wächter“ wie Amnesty International oder HRW eine Erklärung abgibt, tendieren Journalisten dazu die Voreingenommenheit zu ignorieren und das als Fakt zu wiederholen. Eine Harvard-Studie zur Berichterstattung des Libanon-Kriegs von 2006 zeigt, dass die meisten Medien rund um die Welt die Behauptungen von HRW über den Vorfall in Qana weiter zitierten, selbst nachdem HRW gezwungen war ihre Fehler zuzugeben. Es dürfte viele weitere Beispiele geben, nicht nur in Bezug auf Israel, sondern in Kolumbien, dem Irak und wo immer NGOs sich auf „Augenzeugen“ verlassen und es an unabhängigen Ressourcen fehlen lassen. Gleichermaßen geht die Illusion der „Ausgewogenheit“ und politischen Neutralität der NGOs unter Journalisten weiter – im Juli 2007 schrieb ein Reporter: „Während des Krieges [2006] veröffentlichte Human Rights Watch mehrere Berichte, mit denen beide Seiten kritisiert wurden.“ Ein simpler Überblick über diese Berichte demonstriert die Einseitigkeit der Verurteilungen Israels. Ernsthafte Journalisten beginnen aber über den „Heiligenschein-Effekt“ hinauszublicken, wie im Fall von Jackson Diehl von der Washington Post, der HRWs Einseitigkeiten bloßstellte, und im Economist, der sich Amnestys annahm.

Das Gegenteil ist gemeint und Israel ist schlimmer

26. September 2009 at 19:45 | In Geistesgrößen, Medien+Nahost | Leave a Comment
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Wenn Werner Pirker in junge Welt etwas über den iranischen Chef-Gangster schreibt, dann kann das nicht sein, ohne dass er Israel in den Dreck zieht. Er folgt hier einer eigenen Tradition, die selbst in junge Welt zu Kritik geführt hatte. Heute ist das anscheinend nicht mehr der Fall. Da haben sich halt zwei gesucht und gefunden.

Wie üblich erklärt Pirker zwar, dass Achmadinedschad eklig ist. Aber das lässt ihn nicht folgern, dass konsequentes Vorgehen gegen ihn und seine Rückendecker und Mit-Terrorprediger/unterstützer nötig ist. Im Gegenteil. Denn Pirker beschreibt „Eklat“ und „Skandal“ – in diesem Fall in der UNO – in einer Art und Weise, dass klar wird: Seiner Meinung ist nach ist das Kinderkram und die Skandale und Eklats finden woanders statt. Natürlich greift er dann die jüdische Minderheit im Iran auf, die „eine respektierte Minderheit mit allen Bürgerrechten“ ist – hohle Phraseologie, die immer nötig ist, um zum eigentlichen Punkt zu kommen: Ahmadinedschad zum Krieg der Worte gegen Israel zu nutzen.

Und so fährt er in der zweiten Hälfte eines Kommentars zu Ahmadinedschads Nicht-Antisemitismus alles auf, was der gemeine Nahost-„Experte“ so anführen muss: israelische Gewaltpolitik gegenüber den Palästinenser (wenn auch „Völkermord“ übertrieben ist), ethnische Säuberungsaktion vor der Gründung des Staates Israel (klar, dass die tatsächlichen arabischen ethnischen Säuberungen nicht erwähnt werden), Existenzbedrohung der Palästinenser durch die „Lebensaufgabe“ „Tod den Arabern“ seitens der Siedler. Alle Vorurteile und falschen Behauptungen zusammengefasst in ein paar Sätzen, die vor Fakten-Ignoranz nur so trotzen. Und wenn von Hass die Rede ist, dann nur von dem „in Washington und Tel Aviv“ – womit der Ignorant die israelische Hauptstadt verlegt und den arabischen und muslimischen Hass völlig außen vor lässt.

Einseitigkeit, Beschreibung von Unmenschen als nicht gut, aber eher harmlos – die übliche Vorgehensweise derer, die Terror und Völkermord behilflich sind und dabei behaupten für Frieden zu stehen.

Neue arabische Strategie: Israel gibt alles auf und bekommt dann vielleicht etwas zurück

21. September 2009 at 19:46 | In Friedensinitiativen, Medien+Nahost, Nahost-Konflikt, die Welt+Nahost | Leave a Comment
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Barry Rubin, 13. September 2009

Es hat in der arabischen Strategie gegenüber Israel eine wichtige neue Entwicklung gegeben. Obwohl sie im saudischen, später arabischen Friedensvorschlag implizit enthalten war, wurde sie jetzt explizit, wie in Turki al-FAisals Op-ed in der New York Times. Er schrieb:

„Saudi-Arabien … muss es daher ablehnen sich mit Israel zu beschäftigen, bis es seine illegale Besatzung der Westbank, des Gazastreifens und der Golan-Höhen wie auch der Shebaa-Farmen im Libanon beendet. Wenn die Saudis Schritte hin zu diplomatischer Normalisierung zu unternähmen, bevor dieses Land seinen rechtmäßigen Eigentümern zurückgegeben wird, würde das internationale Recht untergraben und die Augen vor Unmoral verschließen.“

Das ist eine offene und direkte Zurückweisung der Politik der Obama-Administration, die Vertrauen bildende Maßnahmen von beiden Seiten anstrebt. Natürlich wird die Administration die Saudis nicht dafür kritisieren, dass die Saudis auf ihrer Politik herumtrampelt und weiter darauf bestehen, sie habe positive Antworten aus arabischen Staaten, die zeigten, dass Fortschritte gemacht werden.

Doch noch wichtiger ist: Die Haltung der arabischen Staaten – bei teilweisem Ausschluss Ägyptens und Jordaniens – zum Friedensprozess ist jetzt diese:

Zuerst muss sich Israel aus allen Gebieten zurückziehen, die es im Krieg von 1967 eroberte; das heißt: Ostjerusalem, die Westbank und die Golanhöhen. Zusätzlich muss es allen Palästinensern, die dort lebten oder einen Vorfahren hatten, der dort lebte, wo jetzt Israel ist, ohne Einschränkung in Israel Wohnung nehmen lassen, wenn die das wollen.

Dann werden die arabischen Staaten über Frieden und die Gewährung von diplomatischer Anerkennung verhandeln. Der Führer der palästinensischen Autonomie, Mahmud Abbas, und Syrien haben Haltung entlang gleicher Leitlinien eingenommen.

Das kann so zusammengefasst werden: Erst Land, dann Frieden. [heplev: Ich würde zwischen „dann“ und „Frieden“ noch ein „vielleicht“ einfügen.]

Sollte eine solche Initiative von irgendeinem Staat der Welt zu irgendeiner anderen Frage übernommen werden, würden die Beobachter eine solch absurde Position spotten.

Natürlich ist sie absurd und widerspricht den UNO-Resolutionen 242 und 338, wie auch allen israelisch-palästinensischen Vereinbarungen, einschließlich denen von Oslo 1993. Sie alle verlangen, dass beide Seiten die Verpflichtungen gleichzeitig umsetzen. Keine israelische Regierung würde jemals einer solch absurden Vorstellung zustimmen, die alle Karten in der Hoffnung aufgibt, um dann etwas zurück zu bekommen.

Kurz gesagt: Das ist eine Formel für den Tod des Friedensprozesses.

Das Problem besteht darin, dass führende westliche Politiker, Diplomaten, Experten und Medien diese Neuerung und ihre Bedeutung nicht sehen. Zusammen mit zunehmendem Gerede von einer „Ein-Staaten-Lösung“ oder einfach Israel von der Landkarte zu wischen, ist es ein weiteres Signal, dass wir uns zurück in die 1960-er Jahre bewegen, wobei der Friede ein zunehmend weit entfernter Traum wird.

Weit davon entfernt zu zeigen, dass Israel einen Frieden um jeden Preis so bald wie möglich benötigt, zeigt es, dass der Status quo besser ist als das, was angeboten wird. Es zeigt auch die zunehmende Absurdität der Vorstellung, dass Israel für das Fehlen von Friedensvereinbarungen verantwortlich ist.

Vermerken Sie auch – das ist wieder etwas, von dem niemand Notiz nehmen wird – das das Op-ed die USA beleidigt, weil es direkt Obamas derzeitiger Initiative widerspricht, die etwas von den arabischen Staaten bekommen will, das dem israelischen Einfrieren der Bautätigkeit gleich kommt.

Schließlich und vielleicht am wichtigsten: Es widerlegt die zwei Haupt-Theorien zu dieser Frage.

Erstens: Im Gegensatz zur gängigen Meinung ist es so, dass, je mehr Israel gibt, die andere Seite noch mehr verlangt und alle früheren israelischen Zugeständnisse für unbedeutend erklärt.

Zweitens: Je mehr die USA sich von Israel entfernen und es kritisieren, desto mehr verhärtet sich die Haltung der Araber und Palästinenser.

Wird irgendjemand von den Massenmedien – ein einziger Reporter oder Redakteur? – oder den politischen Autoritäten irgendetwas davon wahrnehmen?

Wer begann den Gazakrieg?

15. September 2009 at 14:46 | In Medien+Nahost, NGOs, Nahost-Konflikt, Palästinenser, die Welt+Nahost | 2 Comments
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Elder of Ziyon, 13. September 2009

Amnesty International führt in seinem Bericht zum Gaza-Krieg das Thema so ein:

Um 11.30 Uhr am 27. Dezember 2008 begannen die israelischen Streitkräfte ohne Vorwarnung einen verheerenden Bombenkrieg gegen den Gazastreifen, der den Codenamen „Gegossenes Blei“ trug. Das erklärte Ziel war die Beendigung der Raketenangriffe auf Israel durch bewaffnete Gruppen, die mit der Hamas oder anderen palästinensischen Gruppen verbunden sind.

Der Bericht trägt den Titel „ISRAEL/GAZA: OPERATION ‘CAST LEAD’: 22 DAYS OF DEATH AND DESTRUCTION“ (Israel/Gaza: Operation ‚Gegossenes Blei‘: 22 Tage Tod und Zerstörung).

Das ist eine recht typische Beschreibung dessen, wie der Krieg begann. Die Leute wissen, dass die Hamas und andere Gruppen Raketen nach Südisrael schossen, aber die gängige Meinung ist, dass Israel den richtigen Krieg anfing.

Nun ist es zufällig so, dass die Hamas volle drei Tage vor Israel den Krieg erklärte. Und diese kleine Tatsache ist so gut wie verschwunden.

Am Mittwoch, 24. Dezember, volle drei Tage vor Israels Antwort, verkündete die Hamas ihre „Operation Ölfleck“ [je nach Übersetzung im Englischen „Oil Stain“ oder „Oil Slick“]. An diesem Tag schossen sie mehr als 40 Qassam-Raketen und mehr als 80 andere Projektile auf Zivilisten in Israel. Es war bei weitem das stärkste Trommelfeuer, das seit Februar auf Israel niederging.

In den englischsprachigen palästinensisch-arabischen Medien kann ich nur eine einzige Quellenangabe für die „Operation Ölfleck“ finden, aber die Presseerklärungen der Hamas bezeichneten sie mit diesem Namen noch lange, nachdem die israelische Antwort begann. Sie betrachteten das nie als einmalige Aktion. Die Hamas betrachteten Israels Antwort als Teil des Krieges, den sie begann. Hier ist z.B. ihre Presseerklärung vom 28. Dezember; dazu auch diese vom 1. Januar.

Ein paar Tage später änderte die Hamas die Tonart und nutzte am 3. Januar sowohl den Begriff „Ölfleck“ wie auch den neuen Begriff „Schlacht der Zwietracht“; der neue Begriff wurde am 4. Januar ausschließlich genutzt.

Mit anderen Worten: Rund eine Woche nach Israels Gegenangriff rechnete die Hamas sich den Verdienst an den Krieg begonnen zu haben. Als dann klar wurde, dass die Hamas politisch stärker punkten konnte, indem sie behauptete Opfer israelischer Aggression zu sein, legte sie ihr früheres Prahlen mit der Operation Ölfleck ab und die Medien und Menschenrechts-Organisationen ignorierten die Kriegserklärung der Hamas in jedem einzelnen bis heute veröffentlichten Bericht.

Das ist ein typischer Fall von Meta-Befangenheit, bei der schon das Rahmenwerk der Beschreibung des Krieges so beschaffen ist, dass man es erscheinen lässt, dass Israel der Aggressor ist (sehen Sie sich Amnesty Formulierung „ohne Vorwarnung begannen die israelischen Streitkräfte…“). Israels Antwort war zwar tatsächlich verheerend, aber Amnesty und andere Gruppen ignorieren, dass es eine Antwort auf einen sehr spezifischen, geplanten und erklärten Angriff drei Tage früher war. Und indem sie das Gespräch auf diese Weise formulieren, erzwingen sie, dass jede sich Gegenargumentation in diesem fehlerhaften Rahmenwerk bewegt und die Hamas vom Haken lässt.

Es wird interessant zu sein zu sehen, ob der diesen Monat fällige UN-Goldstone-Bericht die Dinge irgendwie anders sehen wird. Aber angesichts seines Mandats dürfte die Wahrscheinlichkeit dafür gering sein.

Alte antizionisische Lügen sterben nie

8. September 2009 at 20:31 | In Israel, Medien+Nahost | 3 Comments
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Elder of Ziyon, 6. September 2009

Mitten in einem vorhersagbar antiisraelischen Artikel in den Gulf News, der von Stuart Reigeluth geschrieben wurde, kommt ein „Nahost-Experte aus Madrid“ mit diesem kleinen, nebensächlichen Detail:

Mann kann sich nur wundern, ob Israel diesen Kolonien erlaubt weiter zu gedeihen, um den Traum vom „Großisrael“ zu unterstützen. Eine Landkarte dieses zionistischen Traums ist auf der nationalen 10-Agorot-Münze zu finden – die ironischerweise am häufigsten als Wechselgeld in den palästinensischen Minibussen genutzt wird, die die kurvenreichen Straßen der Westbank herumwackeln.

Diese Vorstellung, dass die Bildseite der 10-Agorot-Münze eine Landkarte Israels vom Nil bis zum Euphrat zeigt, wurde erstmals von Yassir Arafat 1988 auf einer Pressekonferenz in Umlauf gebracht und sofort als Lüge enttarnt – das Design folgte einer Münze, die vom letzten Hasmonäer-König um 40 v.Chr. ausgegebe wurde.


Es ist merkwürdig, dass dieser „Nahost-Experte“ es als absolute Wahrheit akzeptierte. (Aber sein dann beinhaltet sein Artikel wiederum gleichermaßen unsinnige Dinge zur Demographie.)

Manchmal sind diese kleinen Nebenbemerkungen schädlicher als die Geschichte selbst. Menschen, die den Artikel lesen, könnten auf die Idee kommen, dass er unausgewogen ist, aber sie haben keinen Grund zu glauben, dass die dahin geworfenen „Fakten“ völlig erfunden sind; sie gehen ins Unterbewusstsein und tragen zu einem Gewebe der Täuschung bei, die die Wahrnehmung des Nahen Ostens durch die Menschen umgibt.

Die Grenzen des höflichen Diskurses

7. September 2009 at 16:57 | In Medien allgemein, Medien+Nahost | Leave a Comment
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Menschen bösen Ideen aussetzen oder das Böse als das Böse offen legen?

Barry Rubin, 5. September 2009

Nach der Veröffentlichung eines Kommentars eines radikalen israelischen Professors, der zu einem Boykott Israels drängt, sagte der zuständige Redakteur der Los Angeles Times, Tim Newton: „Hätte Hitler in den späten 1930-er Jahren einen Auszug aus Mein Kampf vorgelegt, [dann hätte ich ihn veröffentlicht], weil die Welt davon profitiert hätte bösartigen Ideen ausgesetzt zu werden.“

Das ist ein interessantes Diskussionsthema, aber zuerst sollte vermerkt werden, dass Newton seine Antwort falsch formulierte, was für einen professionellen Journalisten und Redakteur ein recht heftiger Fehler ist. Vielleicht handelt es sich gar um eine freud’sche Fehlleistung.

Wahrscheinlich würde es der Welt genutzt haben, Hitlers Behauptungen als böse und unredlich ausgesetzt worden zu sein. Aber zieht die Welt, um Newtons Formulierung zu nutzen, Nutzen „aus der Aussetzung bösartiger Ideen“, das heißt, indem man ihnen einfach ein größeres Publikum gibt?

Nein. Immerhin tun diejenigen, die bösartige Ideen verbreiten, das aus dem Grund, diejenigen für sich zu gewinnen, die sie vernehmen. Die Welt wurde den bösartigen Ideen des Faschismus ausgesetzt. Eines der Hauptresultate war eine Menge Unterstützung durch Millionen Menschen in vielen Ländern.

Und das geschieht heutzutage natürlich auch haufenweise mit den zeitgenössischen, äquivalenten bösartigen Ideen.

Die Medien publizieren bösartige Ideen nicht nur, sondern verstärken sie in vielen Fällen. Newtons Fehler zeigt das Problem auf: Die Medien entlarven bösartige Ideen nicht als bösartig. Sie stellen sie oft als korrekt und genau oder gut oder zumindest einfach eine weitere glaubwürdige Meinung dar.

Newtons Argument wirft auch eine weitere Frage auf: die nach den Grenzen dessen, was „höflicher Diskurs“ genant worden ist.

In Gesellschaften, die freie Meinungsäußerung praktizieren könnte – zumindest bis vor kurzem – alles gesagt werden. Der schädliche Einfluss des Konzepts der „Hass-Rede“, das erstmals auf die Holocaustleugnung angewandt wurde, ist für die freie und offene Diskussion furchtbar Einschränkend geworden. In Kanada, das nominal einer der freiesten Staaten ist, kann man vor Gericht gestellt und verurteilt werden, wenn man etwas sagt oder schreibt, das von einer Gruppe als beleidigend angesehen wird.

Newton stellt sich korrekterweise dagegen, glaube ich; er hält das Konzept der freien Meinungsäußerung hoch. Aber noch einmal: Er impliziert nicht, er würde Hitler veröffentlichen, weil der deutsche Diktator das Recht hat seine Ansichten zum Ausdruck zu bringen, sondern gerade, um ihn als bösartig bloßzustellen. Woher weiß man, dass sie bösartig sind?

Bedeutet das, die Zeitung müsse anderes Material veröffentlichen – bis hin zu einer kritischen Einführung – um zu sagen, dass diese Ideen bösartig sind? Oder sagen dem Leser der gesunde Menschenverstand und seine politische Kultur von Haus aus, dass diese Ideen bösartig sind? Sicher würden nicht alle sie so sehen, wie Pat Buchanan, Hitlers führender zeitgenössischer amerikanischer Bewunderer oder David Irving, sein Gegenpart in Großbritannien, uns wiederholt in Erinnerung bringen.

[Lassen Sie mich hier einen Moment abschweifen. Hitlers Buch „Mein Kampf“ ist interessant zu lesen und ich habe es in meinem Buch „Modern Dictators“ analysiert, um Parallelen zu kommunistischem und islamistischem Denken aufzuzeigen. Das soll nicht heißen, dass die drei Doktrinen gleich sind, sondern sie teilen eine Menger ihrer grundsätzlichen Herangehensweisen an Politik, Rationalität, Kritik westlicher Demokratien und der Rezepte einer Diktatur, die die gesamte Gesellschaft und ihre Institutionen kontrolliert.]

Doch wenn es um Kommunikationskanäle geht, die durch Zeit und Raum begrenzt sind – Zeitungen, Nachrichten-Agenturen, Radio, Fernsehen und Buchveröffentlichungen – muss gewählt werden. Die Leute, die diese Wahlen treffen, entscheiden, was veröffentlicht, gedruckt, über den Äther oder im Fernsehen gesendet wird.

Dasselbe gilt für den Umgang der schwedischen Regierung mit der Geschichte, dass Israel Palästinenser ermordet, um ihre Organe zu stehlen. Schwedens Vertreter stellen sich selbstgerecht als Verteidiger der freien Meinungsäußerung dar. In Wirklichkeit bezahlte jedoch die schwedische Regierung den Schreiber, der diese abscheulichen Behauptungen machte und finanzierte die Veröffentlichung seines Werks. Die schwedische Regierung entschied sich nicht jemanden zu subventionieren, der ein Buch zur Verteidigung Israels schrieb oder genau die wirklichen Verbrechen aufzuzeigen, die von radikalen Islamisten und Terroristen begangen werden.

Wir reden hier nicht von freier Meinungsäußerung, sondern von Entscheidungen, die von Regierungsvertretern und Redakteuren getroffen werden.

Wie treffen sie diese Entscheidungen?

Diese Entscheidungen werden angeblich von professioneller Ethik und Praxis bestimmt. Ein Faktor, der bestimmt, welche Storys veröffentlicht werden, ist die Wichtigkeit; ein weitere die Ausgewogenheit (die Darstellung unterschiedlicher Sichtweisen); ein weiterer ist Fairness, den Kritisierten eine angemessenen Raum zur Antwort zu geben. Das „Recht der Öffentlichkeit auf Information“ zu dem, was ihre Regierung und Institutionen tun, ist ein weiterer Gesichtspunkt. Auch der Stand in Ranglisten und der Verkauf von Zeitungen durch Sensationslust oder menschliches Interesse ist Teil der Mischung.

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