Bilder vom Golan

Barry Shaw, Facebook, 19. April 2017

Exklusive Bilder aus dem israelischen Fernsehen zu neuen Flüchtlingslagern auf den Golanhöhen in Syrien, direkt an der Grenze zu Israel. Der israelische Militärgeheimdienst beobachtet diese Lager, um herauszufinden, ob die Bewohner echte Flüchtlinge sind oder terroristische Beobachter der Hisbollah, ISIS oder Al-Nusrah, die scharf darauf sein könnten jegliche Schwäche der IDF-Positionen auf unserer Seite der Grenze auszutesten.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (16. – 22. April 2017)

Sonntag, 16.04.2017:

PA-Lüge: Israel habe zwar arabischen Christen aus den Palästinensergebieten Einreisegenehmigungen für Ostern erteilt, dann aber auch über sie die Abriegelung zu Pessah verhängt (das gleichzeitig stattfand). Trotz dieser „Verbote“ besuchten 30.000 Muslime am Freitag die Gebete auf dem Tempelberg. Die Kirchen in Jerusalem waren so voll, dass die Kirchenleiter den Zugang beschränken mussten. Im Gazastreifen gibt es noch 700 Christen – 300 davon waren zu Ostern in Jerusalem.

Die Herrscher im Gazastreifen „protestieren“ (gegen die PA) – indem sie der Bevölkerung am Freitag von 19 bis 23 Uhr den Strom komplett abstellten. Was wieder zeigt, dass ihnen die Leute völlig am Allerwertesten vorbeigehen. Und die PA-Führung hatte auch nur böse Worte, statt z.B. die Stromrechnungen an Israel zu bezahlen und den Menschen im Gazastreifen das Leben nicht schwerer zu machen.
Inzwischen geht dem Elektrizitätswerk in Gaza wieder der Treibstoff aus…)

Zahlen: Derzeit sitzen 6.500 terroristische Häftlinge in israelischen Gefängnissen, darunter 57 Frauen und 300 Minderjährige.

Hausbauminister Yoav Gallant warnt, dass es diesen Sommer einen Krieg mit der Hamas geben wird. Israel müsse darauf vorbereitet sein, aber auch alles tun, um das zu verhindern.

Montag, 17.04.2017:

Heute haben fast 1.200 pal-arabischer Terror-Häftlinge geführt von Marwan Barghouti in israelischen Gefängnissen einen Hungerstreik begonnen (das hat es natürlich in unsere Nachrichten geschafft). Barghouti befindet sich seit heute in Einzelhaft, allerdings nicht wegen seiner führenden Rolle beim Hungerstreik, sondern weil er einen hetzerischen Lügenartikel in der New York Times geschrieben hat.

In Umm el-Fahm wurde ein Unterstützungszelt für die hungerstreikenden Terroristen errichtet.

Mahmud Abbas forderte die internationale Gemeinschaft auf zu intervenieren, um das Leben der Hungerstreikenden zu retten, das „wegen Israels Sturheit und Ablehnung die gerechten humanitären Forderungen der Häftlinge zu erfüllen“ gefährdet sei.

Dienstag, 18.04.2017:

Die für Terrorbekämpfung zuständige Behörde gab bekannt, dass der Grenzübergang Taba vorläufig weiter für die Ausreise von Israelis nach Ägypten geschlossen bleibt. Die Lage wird aber ständig neu bewertet.

Mittwoch, 19.04.2017:

Der stellvertretende Hamas-Chef im Gazastreifen verkündete, dass die Terrortruppe keinen Krieg (mit Israel) suchen und dem Waffenstillstand mit Israel verpflichtet ist, solange dieses sich daran hält.

Der PA-Bildungsminister ließ in allen Schulen einen Brief von Marwan Barghouti verlesen. Dieser betonte zwar, dass lernen eine Form von „Widerstand“ sei, dass aber der Terror (den er nicht so nennt) genauso wichtig sei und genauso intensiv betrieben werden müsste.

Iraelisch-jüdische Tempelberg-Organisationen stellten zufrieden fest, dass es zu Pessah 35% mehr jüdische Besucher des Tempelbergs gab als im letzten Jahr (fast 1.700).

Palästinenserführer drohen mit einer „neuen Intiada“, sollte einer der Hungerstreiker in den israelischen Gefängnissen sterben.

Donnerstag, 20.04.2017:

Die Jugendorganisation einer Partei will heute ein großes Barbecue am Ofir-Gefängnis veranstalten – und zwar an einer Stelle, von der aus die Grill-Gerüche genau über/durch das Gefängnis ziehen. Die Organisatoren haben es satt, dass der Staat Israel von den Terroristen erpresst werden soll.

Mahmud Abbas tönt, er sei bereit sich mit Netanyahu in Washington zu treffen. (Warum so weit reisen? Er glaubt, er könne so Druck aufbauen.)

Hisbollah-Generalsekretär Naim Qassem sagt, Israel habe Angst vor einem Krieg im Libanon diesen Sommer. „Israel ist abgeschreckt und unternimmt keine offensiven Aktionen.

Von den mehr als 1.000 Hungerstreikenden haben mehr als 100 heute ihren Hungerstreik abgebrochen.

Die Hamas verhöhnt die Familien der von ihr gefangen gehaltenen Israelis; sie veröffentlichte einen Clip (auf Hebräisch), in dem angeblich die Gefangenen ein Lied singen. Das wird begleitet von Fotos der Eltern der Gefangenen.

Freitag, 21.04.2017:

Ein entscheidender Berater von Mahmud Abbas bestätigte nicht nur, dass Israel kein Recht hat zu existieren; er bestätigte auch, dass Fatah der Meinung der Hamas zustimmt, dass der Islam es den PalArabern verbietet (!) Israels Existenz, in welchen Grenzen auch immer, anzuerkennen!

8.000 Juden beteten am späten Donnerstagabend an dessen Todestag am Grab des Propheten Josua im Ort Kifl Hares in Samaria. Die Betenden wurden von Soldaten gesichert.

Ort der Hoffnung

Daniel Gordis, 22. Januar 2007 (Link zu: Orthodox Union, 8. Februar 2007)

Vor ein paar Monaten hatte ich einen Termin bei einem neuen Arzt, nur eine Stunde vor dem Abflug in die USA. Wir kannten einander nicht, dieser neue Arzt und ich, aber er schien ein netter Kerl zu sein. Ich war in Eile und musste schnell wieder nach Hause, um zu packen. Ich wollte nur mein Rezept haben, damit ich meine Arzneien bekam, bevor es auf einen 15-stündigen Flug nach Los Angeles ging.

Aber er war in einer Art freundschaftlicher Stimmung. „Warum reisen Sie in die Staaten?“, wollte er wissen. „Arbeit“, sagte ich, nicht gerade überschwänglich. „Was machen Sie?“ Ich fühlte mich viel zu schlecht, um zu erklären, was die Mandel-Stiftung macht und ihn auf unsere Internetseite zu verweisen schien etwas unanständig (und würde mir nicht helfen meine Medikamente zu bekommen). Also log ich ein wenig und sagte: „Ich schreibe.“ „Worüber schreiben Sie?“, bohrte er weiter. Ohne dieses Gespräch wirklich führen zu wollen, sah ich sehnsüchtig auf den Drucker und betete, dass er bald das Rezept ausspucken würde und sagte: „über die Zukunft Israels.“ Woraufhin er von seiner Tastatur hoch blickte, sich mir zuwandte und sagte: „Oh, Sie schreiben Kurzgeschichten.“

Ich lachte, er auch, aber es klar, dass keiner von uns das sonderlich lustig fand. Und in den Wochen seit dieser kurzen Begegnung habe ich mehr als einmal darüber nachgedacht. Denn sie fing, so denke ich, die Stimmung hier ein, eine Stimmung, über die niemand redet, die aber jeder fühlt. Eine Stimmung, eine Art Verzweiflung, in der es nicht um den letzten Krieg geht oder den, der kommen könnte, sondern um etwas tiefer Gehendes.

Ich sprach neulich mit einem IDF-General über etwas, an dem wir gemeinsam arbeiten und unser Gespräch wandte sich den jüngsten Regierungsskandalen zu, die die Regierung so sehr mit ihrer Verteidigung beschäftigen, dass sie kaum funktionieren kann. Ermittlungen gegen zwei Oberrabbiner. Zwei Justizminister, denen Vergehen vorgeworfen werden und die vor Gericht stehen werden. Der jetzt im Ruhestand befindliche IDF-Generalstabschef wird immer noch von Vorwürfen verfolgt, dass er sein Aktienpaket in den ersten Stunden des Krieges verkaufte. Gegen die Leiter der Steuerbehörde wird ermittelt, einige stehen unter Hausarrest. Dem Präsidenten wird Vergewaltigung vorgeworfen. Gegen den Premierminister wird wegen Korruptionsvorwürfen ermittelt (er besteht, wie all die anderen, darauf, dass er nichts Falsches gemacht hat).

„Wie erklärt man dieses Land?“, fragte mich der General. „In einem normalen Land würden die Leute auf den Straßen sein, Reifen verbrennen, zu Tausenden protestieren. Aber hier passiert nichts. Die Leute machen weiter, als ob es nichts gäbe, über das man sich aufregen müsste.“

Ich bin nicht so sicher, dass es schrecklich ist, dass die Leute keine Reifen verbrennen. Brennende Reifen würde zeigen, dass ein Regierungswechsel ausreichen würde. Aber das würde täuschen. Der Grund dafür, dass die Israelis nicht protestieren, ist, glaube ich, dass sie tief innen drin begreifen, dass das Problem weit tiefer liegt als in der Regierung oder der Korruption oder dem Krieg. Es geht um den Zionismus. Niemand drückt es so aus, aber das ist die wahre Frage. Einhundertzehn Jahre nach dem ersten Zionistischen Kongress fangen die Menschen an sich zu fragen, ob der Zionismus begonnen hat fehl zu scheitern.

Der Zionismus – ein Fehlschlag? Wie, könnte man fragen, kann das sein? Ein Land, das bald den größten Teil der jüdischen Bevölkerung haben wird? Eine Wirtschaft, die brummt, trotz allem, dem wir uns gegenüber sehen. Die Grundstückspreise gehen in Jerusalem und andernorts durch die Decke, international anerkannte Universitäten, eine Armee, mit der man sich immer noch nicht anlegen sollte, das kulturelle und intellektuelle Leben, das für eine Bevölkerung dieser Größe erstaunlich ist. Denken Sie daran, was es vor 75 Jahren hier gab, sehen sie sich an, was heute hier ist – kann man das einen Fehlschlag nennen?

Nein, Israel ist kein Fehlschlag. Der Staat ist ein riesiger Erfolg. Aber, so würde ich sagen, er tut für die Juden nicht, was die ursprünglichen Zionisten sich erhofft hatten. Und Teil der nationalen Angst hat genau damit zu tun.

Vor einem Jahrhundert versprachen die ersten Zionisten den Juden, wenn ein jüdischer Staat geschaffen würde, gäbe es endlich einen Ort auf der Erde, wo die Juden sicher wären. Er würde vielleicht nicht groß sein; er würde vielleicht nicht schön sein; aber er würde sicher sein. Hier, wurde gesagt, würden die Juden in der Lage sein sich zu verteidigen. Hier, wurde gesagt, würden ihnen die Launenhaftigkeit der Welt erspart bleiben.

Eine Weile schien es so, als habe der Zionismus dieses Versprechen eingelöst. Die Dinge standen 1948 schlecht, auch in den Tagen vor dem Juni 1967. Aber der Sechstage-Krieg und andere Feldzüge (und ja, sogar der Sicherheitszaun) schienen das zu verdeutlichen – die Juden würden tun, was nötig ist, um sich zu verteidigen.

Aber der Sommer 2006 beendet diese Illusion der Sicherheit. Vierunddreißig lange Tage ließ die IDF enorme Teile ihrer (konventionellen) Feuerkraft los, aber sie konnte das Abfeuern der Katjuscha-Raketen der Hisbollah auf den Norden nicht stoppen. Während mehr als eine Million Israelis sich in Bunkern versteckten, von denen wenige geglaubt hatten, dass wir sie je wieder benutzen würden, zerstörte die israelische Luftwaffe große Teile Beiruts, blockierte den Libanon, schickte Soldaten in den Norden des Libanon, sogar nahe an die syrische Grenze – aber sie konnte die Sicherheit der israelischen Bürger nicht gewährleisten. Am Ende war das Einzige, was den Beschuss der nördlichen Städte Israels beendete, die UNO.

Während die Raketen in den gesamten Norden flogen, verpassten nur wenige Menschen in Israel die Ironie der Tatsache, dass es jetzt gefährlicher ist ein Jude in Israel zu sein (zumindest in bestimmten Zeiträumen, wie in Jerusalem während der Intifada oder in Haifa während des Krieges), als an irgendeinem anderen Ort der Welt. Sie entging ihnen, als der Krieg nur zu Ende ging, wie Israel einem von der UNO vermittelten Waffenstillstand zustimmte, die Ironie, dass die Israelis einmal mehr von der internationalen Gemeinschaft abhängig waren, um auch nur ein Mindestmaß and Sicherheit zu haben. Damit begann die nationale Depression einzusetzen.

Und als ob die Hisbollah nicht schlimm genug wäre, fragen die Israelis: Was ist mit dem Iran? Was wird geschehen, wenn der die Bombe bekommt? Was bedeutet es für die Juden, für den Zionismus, dass gerade einmal siebzig Jahre nachdem die Welt sich verschwor die Juden auszulöschen, mehr als die Hälfte der jüdischen Kinder der Welt (d.h. die in Israel leben) schon bald im Fadenkreuz eines atomar bewaffneten, wahnsinnigen muslimischen Fanatikers leben? Ist das eine Zuflucht? Ist das der Erfolg des Zionismus? Was bedeutet es, dass die Welt klar demonstriert, dass sie bereit ist zuzusehen, wie das passiert und nicht einzugreifen? Eine weitere massenhafte Auslöschung des jüdischen Volkes droht und Herzl würde es wagen den Zionismus als Erfolg zu bezeichnen?

Als wäre der Verlust des Gefühls einer Zuflucht nicht genug, finden sich die Israelis auch mit der Tatsache ab, dass der Zionismus bezüglich eines weiteren seiner Versprechen versagt hat. Vor (ungefähr) einem Jahrhundert glaubten die frühen politischen Zionisten, dass einen Staat zu haben auch die Bedingungen für die Juden in der Welt normalisieren würde. Die Juden wurden als einzige ausgesucht, glaubten Leute wie Herzl und Nordau (und viele andere), weil ein Volk, das keine Heimat hat, etwas Unnatürliches hatte. Die Polen hatten Polen, die Italiener hatten Italien. Wenn die Juden einen Staat haben würden, dann würden endlich die (Lebens-)Bedingungen der Juden (die überall, aber nirgends Zuhause waren) sich ändern. Und die Welt würde irgendwann ihre unablässige Aufmerksamkeit für diesen winzige Teil der Weltbevölkerung aufgeben.

Aber das ist – natürlich – auch nicht geschehen. Jugoslawien, Ruanda, Darfur – alles Konflikte, die unendlich viel mehr Leben gekostet haben als der israelisch-palästinensische Konflikt – erhalten nicht ansatzweise die Aufmerksamkeit, die Israel erhält. Tausende werden in Darfur vergewaltigt und abgeschlachtet und Tage vergehen, in denen das in den Zeitungen der Welt kaum erwähnt wird. Es gibt alleine in Sierra Leone 200.000 Kindersoldaten, aber wer weiß das schon? Aber eine einzelne Demonstrantin ignoriert die Warnungen der IDF aus dem Weg zu gehen und wird versehentlich von einem Bulldozer zermalmt und die Welt ist in Aufruhr. Dann produziert der Broadway ein (schlechtes) Stück über sie. Das ist Normalität?

Nordkorea wird Atommacht, der Iran droht dasselbe zu tun und sagt öffentlich, dass Israel vernichtet werden sollte und doch gibt es immer noch nur ein einziges Land in der Welt, über dessen Existenzrecht immer noch debattiert wird. Und das ist nicht Nordkorea. Oder der Irak. Oder Saudi-Arabien, das eifrig mit dem Export des Wahhabismus beschäftigt ist, der der Schlüssel für die Anschläge vom 11.9. war.

Professor Tony Judt von der New York University schreibt in einem Artikel in der New York Review, dass Israel ein Anachronismus ist, weil die Juden zu spät auf den Zug des Nationalismus aufsprangen. Die Tatsache, dass die Palästinenser ihre nationalistischen Anstrengungen ein Dreiviertel Jahrhundert später begannen, scheint in die Gleichung nicht einzufließen. Die Lösung der Nahost-Krise, schreibt Judt, ist ein Ende des jüdischen Staates. „Aber was, wenn es in der heutigen Welt keinen platz für einen ‚jüdischen Staat’ geben würde? Was, wenn die binationale Lösung nicht nur zunehmend wahrscheinlich wäre, sondern auch ein wünschenswerter Ausgang?“, fragt er.

Jimmy Carter schreibt ein Buch, in dem er Israel als Apartheidstaat bezeichnet und trotz der zahlreichen Rezensionen, die die Unfairness und zahlreiche Tatsachenfehler aufzeigen, schießt das Buch auf die Bestsellerliste. In den USA, nicht in Ägypten. Es sollte niemandem entgehen, dass Menschen dazu tendieren Bücher zu kaufen, die Haltungen vertreten, mit denen sie überein stimmen.

Wen kümmert es, wie Jimmy Carter mit dem Apartheid-Wort herumwirft? Es sollte uns aber kümmern. Erinnern Sie sich an die Kommentare von Jostein Gaarder, den Autor von „Sophies Welt“ und ein bekannter norwegischer Intellektueller? Gaarder mochte die israelische Politik während des Sommerkrieges im Libanon nicht. Seine Reaktion? „Wir konnten das Apartheid-Regime nicht anerkennen“, erinnert er an Südafrika, also: „Wir erkennen den Staat Israel nicht länger an. Wir müssen uns an die Idee gewöhnen. Der Staat Israel, in seiner heutigen Form, ist Geschichte.“

Wenn ein anderes Land der Welt etwas tut, gegen das die Leute sind, dann richten sie sich gegen die Führer oder die Politik. Sagt irgendjemand, der gegen den Krieg im Irak ist, dass die USA nicht länger das Recht haben zu existieren? Oder dass Großbritannien zerstückelt werden soll? Oder dass die Türkei wegen der Art gemieden werden sollte, wie sie mit der politischen Opposition umgeht; oder wegen seiner Leugnung des Völkermords an den Armeniern?

Einhundertzehn Jahre nach Herzl hat der Zionismus den Juden keine Normalität gebracht. Nicht in Israel und nicht in Europa. Fragen Sie einfach mal die Juden Frankreichs, wo die Polizei jüdische Kinder von den Champs-Elysées entfernte, weil sie sie nicht vor den Mobs muslimischer Jugendlicher zu schützen in der Lage war (wie wirkt das als Wiederholung eines europäischen Präzedenzfalls?). Oder in Deutschland, wo der erste ordinierte Rabbiner seit dem Krieg vor kurzem feststellte, dass er in der Öffentlichkeit keine Kippa tragen kann, weil die extremen Rechten jetzt wissen, dass die Straßen ihnen gehören?

Israel hat Fortschritte gemacht, aber die Welt hat sich nicht sonderlich verändert. Normalität ist nicht eingetreten. Und sie wird wahrscheinlich nicht kommen. Abgang von Herzl und Nordau. Auftritt der Verzweiflung.

Angesichts des Begreifens, dass der Zionismus dem jüdischen Volk weder eine sichere Zuflucht noch Normalität gebracht hat, wie schwer ist es den Zustand der Moral der Israelis zu verstehen? „Worum geht es in dem Kampf?“, fragen sie. Wenn das Staat Israel genannte Experiment uns immer noch Zuhause wie weltweit verletzbar sein lässt, warum dann den Preis zahlen? Warum Generation nach Generation an die Front schicken, mit Tausenden Müttern und Vätern, die Nacht um Nacht um Nacht warten, Angst erfüllt warten, dass ihr Sohn anruft, damit sie wissen, dass er es wieder einmal geschafft hat zurückzukommen? Hätten wir Sicherheit – oder Normalität – dann wäre es das vielleicht wert. Aber all dies um verwundbar zu bleiben? All dies, nur, um das einzige Land der Welt zu bleiben, das kein Recht hat zu sein?

Es ist nicht schwer die Tatsache zu verstehen, dass es keine Demonstranten auf den Straßen gibt. Das ist für bloße Proteste viel zu groß.

Die Frage ist natürlich nicht wirklich Israel oder selbst der Zionismus. Es sind die Juden. Wieder einmal. Amos Oz hat traurig über die Ironie geschrieben, dass er, als sein Vater in Europa aufwuchs, Schilder sah, auf denen stand: „Juden, geht heim nach Palästina.“ Aber als er, Amos, in Palästina aufwuchs, stand auf den Schildern: „Juden raus aus Palästina.“ Oz, einer der bekanntesten linken Intellektuellen Israels, fasst die unvermeidbaren Botschaft zusammen: „Seid nicht hier. Seid nicht da. Kurz gesagt: Seid nicht.“ Eine Übertreibung? Ich glaube, nicht. Wie nannte Gaarder sein Editorial, mit dem er gegen Israelis Militärpolitik Einspruch erhob und in dem er behauptete, Israel sei jetzt „Geschichte“? „Gottes erwähltes Volk“. Wie um alles in der Welt ist die Frage, wie Israel den Libanonkrieg führte, mit „Gottes erwähltem Volk“ verbunden, außer wenn das wirkliche Problem nicht Israel ist?

Es ist es nicht.

Was uns eine Entscheidung überlässt – die Juden müssen sich – einmal mehr – entscheiden, ob wir überleben wollen. Wenn wir es schaffen wollen, dann müssen wir eine der Grundvoraussetzungen des Zionismus wieder entfachen und die Dinge in die eigenen Hände nehmen. Es reicht nicht aus einfach das Gefühl zu haben, dass wir wieder dort sind, wo wir vor 110 Jahren angefangen haben. Die Frage ist: Was machen wir daraus? Wie stellen wir die Hoffnung wieder her?

Erstaunlicherweise reden sehr wenige Leute davon, weder in Israel noch im Ausland. Die Tragödie der heutigen Lage ist: Fragt man junge amerikanische Juden nach einer freien Assoziation mit dem Wort „Israel“, dann hört man am wahrscheinlichsten „Palästinenser“, „Krieg“ oder „Zaun“. Aber der Staat wurde für keines davon geschaffen. Die meisten Juden, in Israel wie außerhalb, können kein intelligentes Wort dazu sagen, warum der Staat geschaffen wurde. Sie nennen vielleicht die Schoah. Oder die Flüchtlingsfrage. Aber sie gehen am wichtigsten Punkt vorbei – dass der Zweck Israels nicht der Staat war. Sonder es war die Hoffnung.

Sie wissen nicht mehr, dass die zionistische Bewegung – und dann der Staat – als Nationalhymne ein Gedicht wählte: „Die Hoffnung“. Sie kennen die Melodie und die Israelis kennen die Worte. Aber sie haben keine Ahnung, worum es da geht. Sie können nicht einmal ansatzweise die Sichtweise artikulieren, dass Israel für die Juden auf dem gesamten Globus, nach dem schlimmsten Jahrhundert, das wir erlebten, Leben statt Tod repräsentiert. Kontinuität statt Auslöschung. Eine Heimat statt Exil. Wiedergeburt statt Vernichtung.

Sie sind so eingenommen von der misslichen Lage der Palästinenser (offensichtlich eine schreckliche Lage, die angegangen werden muss – sobald die Palästinenser ihr Priorität einräumen), dass bei ihnen nicht im Geringsten der Stolz widerhallt, den die Juden einst wegen der Rettung der äthiopischen Juden empfanden oder wegen der Rettung in Entebbe oder das überlegene technologische Können israelischer Firmen oder der inzwischen stereotypisch sonnengebräunten und gestählten israelischen Jugend, die stark mit der allgemeinen Darstellung europäischer Juden als blass und passiv kontrastiert. Sie begreifen nicht, dass das so ist, weil es Hoffnung – Leben statt Tod – im tiefsten Inneren dieses Landes war, die erklärt, warum es immer noch riesige Buchmessen in diesem Land gibt, die die einfache Tatsache feiern, das jedes Jahr Tausende von Büchern in einer Sprache veröffentlicht werden, die vor 150 Jahr praktisch niemand in der Welt sprach. Deshalb wurde das Tanzen zu einem integralen Teil dieser Kultur und der Grund, dass Juden wegen eines Liedes ganz aufgeregt waren, das einen Sprinkler feierte und geschrieben wurde, als das Projekt des „National Water Carrier“ vollendet wurde. Welcher Mensch mit gesundem Menschenverstand könnte von einem Sprinkler singen? Wer tanzt wegen der Vorstellung, dass ein Sprinkler arbeitet? Juden taten es und tun es, wenn der Sprinkler Wasser aus dem Norden in den Süden bringt, wenn er Leben in die Wüste bringt, wenn er nicht nur vom Fluss des Wassers kündet, sondern von der Möglichkeit der Hoffnung, wenn es nichts als Verzweiflung hätte geben können.

Solche Lieder empfinden unsere Kinder als Kitsch, Relikte einer lange vergangenen Ära. Aber den Zynismus können wir uns nicht leisten. Was ihnen als Kitsch erscheint, war für die Juden von einer Generation eine Wiedergeburt. Wenn die heutigen Juden dem Bilde des Juden als Soldaten ambivalent gegenüber stehen, dann verstanden das bis vor kurzem andere Juden so, dass der Jude als Soldat, mit all der Komplexität, die das mit sich bringt, endlich bedeutete, dass die Juden ihr Schicksal selbst bestimmen konnten. Wenn es etwas gibt, das dem Zweiten Libanonkrieg, de, Iran, Judt, Gaarder, Carter und der ganze Rest gemein ist, dann dies, dass sie uns einmal mehr eine Erinnerung bieten, dass dieser Hoffnung genannte Ort sein Schicksals selbst kontrollieren muss.

Wenn die Regierung hoffnungslos korrupt ist, dann wird es nicht ausreichen sie aus dem Amt zu bringen (das wird sie schon selbst schaffen). Wir sollte lieber eine Institution aufbauen, vielleicht wie die Kennedy School in Harvard oder Frankreichs Ecole Nationale d’Administration, um endlich einen anständigen Kader von Führungspersönlichkeiten auszubilden. Wenn das System nicht in Ordnung ist, dann lasst es uns in Ordnung bringen.

Wenn es undenkbar ist, dass mehr als die Hälfte der Juden der Welt in Ahmadinedschads Fadenkreuz leben, dann sollten wir besser herausfinden, was wir deswegen zu unternehmen gedenken. Die Welt wird ihn nicht auf halten. Werden wir es tun? Welche Mittel würden wir einzusetzen bereit sein, um Irans atomaren Fähigkeiten ein Ende zu setzen? Wäre es moralisch vertretbar Waffen zu benutzen, die wir nie benutzt haben, wenn sie das einzig mögliche Mittel wären? Wäre es moralisch vertretbar, es nicht zu tun, wenn die Zukunft des jüdischen Volkes auf dem Spiel steht? Wie viel sind die Juden bereit zu tun, um zu überleben?

Die Hisbollah hat keine territorialen Streitigkeiten mit Israel, hat aber trotzdem einen Krieg angefangen. Die Hamas erkennt Israels Existenzrecht nicht an und sagt, dass sie es nie tun wird. Warum dann das Händeringen? Lasst uns Grenzen setzen und sie verteidigen. So viel hat zumindest Sharon begriffen. Der Rest der Welt mag einseitiges Handeln nicht? Was, genau, mag die Welt an uns? Die Frage kann nicht sein, was die Welt will. Die Frage ist, ob der Zionismus seine Grundfrage behauptet: Was wollen wir?

Wir wollen einen jüdischen Staat und wir wollen eine Demokratie. Und wir haben eine große arabische Minderheit, die wächst. Unternehmen wir diesbezüglich etwas, etwas moralisch vertretbares? Können wir beides haben, einen Staat, der jüdisch und demokratisch ist? Was ist nötig, damit wir beides haben können? Es wäre nicht einfach und nicht alles wäre schön, aber es ist zu schaffen. Wollen wir so dringend überlegen, um damit anzufangen? Oder gar erst die Frage zu stellen?

Und was ist mit der Armut? Oder mit dem dringend reparaturbedürftigen Bildungssystem? Oder dem Sklavenhandel mit Frauen in diesem Land? Glaubt irgendjemand wirklich, dass ein Staat Hoffnung generieren kann, ohne solche Fragen anzugehen? Haben wir den Mumm unsere Ärmel hochzukrempeln und an die Arbeit zu gehen? Wäre es hilfreich, wenn wir begreifen würden, dass es letztlich nicht nur um arme Menschen oder Alphabetisierung oder hilflose Frauen geht – sondern um Hoffnung, um eine Zukunft? Um das Überleben des jüdischen Volkes?

Nein, das ist nicht übertrieben. Es geht wirklich um das Überleben des jüdischen Volkes. Kann sich wirklich jemand vorstellen, dass die amerikanischen Juden ohne Israel überleben würden? Sind die Leute wirklich naiv genug zu glauben, dass, sollte Israel so schlimm straucheln, dass es sich nicht wieder erholen könnte, das amerikanischen jüdische Leben einfach weiter gehen würde? Es würde vielleicht eine Generation lang klappen, vielleicht zwei. Denn es gibt ein Limit dafür, wie viel Hoffnung ein Volk innerhalb eines Jahrhunderts verlieren und doch wieder zurückkommen kann. Ein Volk kann sich nicht zweitausend Jahre lang nach Souveränität sehnen, sich am Rande der Auslöschung befinden, wieder zurückkommen, einen Staat bekommen und den dann auch verlieren und dann weiterlaufen, als ob alles in Ordnung wäre. Nichts wäre in Ordnung und der Optimismus, der jetzt einen Großteil des Diaspora-Judentums charakterisiert würde bald nach dem Staat verschwinden.

Ich stimme meinem Freund, dem General nicht zu. Ich finde es gut, dass die Leute nicht protestieren. Bei Protesten würde es um die Regierung gehen und die Regierung ist das geringste unserer Probleme. Das Problem ist nicht Olmert; oder Katzav. Dabei geht es nicht um Israel. Nicht einmal um den Zionismus. Es geht um die Zukunft dessen, was wir das jüdische Volk nennen. Die Hisbollah begreift das. Die Hamas begreift es. Ahmadinedschad begreift es. Gaarder begreift es.

Warum wir nicht?

„Kindermörder Israel“ – wie geht Israel mit seinen Feinden um? (2/2)

Es ist en vogue Israel willkürlichen Massenmord vorzuwerfen, weil es militärisch gegen die vorgeht, die es vernichten wollen – und das nicht nur verbal in die Welt setzen, sondern durch Taten untermauern. So ist auch gerade jetzt im Zusammenhang mit dem Kampf gegen die Hisbollah im Libanon wieder viel davon zu hören, dass Israel unverhältnismäßig reagiere, zu viele Zivilisten töte und keine Rücksicht auf die libanesische Bevölkerung nehme.

Jedem, der auch nur ein ganz klein wenig vergleicht, wie sich andere Armeen verhalten, vor allem aber, wie sich die verhalten, die Israel zu bekämpfen gezwungen ist, weiß, was für ein Unsinn diese Vorwürfe an Israel sind. Allen anderen – die leider die überwiegende Mehrheit in unserem Lande zu stellen scheinen – möchte ich hier zwei Beispiele dafür aufzeigen, wie sich Israel positiv von dem deutlich unterscheidet, was ihm vorgeworfen wird.

Wie Israel kämpft

Was die Medien nicht berichten

Jonathan Kay, Jewish World Review, 10. August 2006

Am späten Samstagabend landete eine israelische Kommandoeinheit per Hubschrauber auf dem Strand in der Nähe der libanesischen Stadt Tyrus. Keiner der Soldaten trug militärische Abzeichen. Alle hatten sich Bärte stehen lassen, damit Beobachter glauben würden, sie seien nur eine weitere Gruppe von Hisbollah-Jihadis.

Nach der Landung bahnten sich die Soldaten ihren Weg in eine Gebäude, in dem sich eine dreiköpfige Raketenwerfer-Mannschaft der Hisbollah befand. Aus Geheimdienstberichten wussten die Angehörigen des Kommandos, dass sich das Trio in einer Wohnung im zweiten Stock verschanzt hatte.

Der israelische Kommandeur war der erste, der durch die Tür ging und prompt eine Kugel in die Lunge bekam. Die Israelis schossen zurück. Als sich der Rauch legte, waren alle drei Hisbollah-Mitglieder tot. Der israelische Kommandeur atmete noch – so gerade eben. Ein weiterer Soldat war schwer verwundet.

Als der Kommandotrupp das Haus verließ – die beiden Verwundeten auf Tragen – wurde er von Hisbollah-Kämpfern angegriffen, die aus den umliegenden Gebäuden fluteten. In der nähe schwebende israelische Kampfhubschrauber gaben Feuerschutz, was dem Kommandotrupp erlaubte sich in die Landezone zurückzuziehen. Nachdem ein Militärarzt eine Notoperation durchführte, die das Leben des Kommandeurs rettete, flog das ganze Team zurück nach Israel.

Diese Details der Operation klingen, als kämen sie aus einem Hollywood-Film. Aber der wirklich erstaunlichste Teil ist, dass die Mission überhaupt statt fand. Statt das Leben seiner weitaus besten Soldaten zu riskieren, hätte Israel einfach eine Bombe auf das Gebäude fallen lassen können, die ihre Ziele ausgeschaltet hätte, während diese schliefen.

Warum hat Israel das nicht gemacht? Weil das Gebäude nicht nur als Kaserne für die Hisbollah diente, sondern auch Zivilisten beherbergte. Und Israel wollte deren Blut nicht vergießen. Die Hisbollah mag Krieg führen, indem sie sich hinter Frauenröcken und Babyrasseln versteckt. Aber Israel hält sich stur an menschlichere Überzeugungen.

Das ist keine neue Politik, die Israel als Antwort auf die Bombardierung von Qana am 30. Juli übernahm. Israelische Soldaten wendeten dieselben humanen Methoden bei einem der ersten größeren Gefechte dieses Krieges an.

Am 26. Juni griffen israelische Infanteristen die Außenbezirke von Bint Jabail an, einem wichtigen Hisbollah-Stützpunkt nahe der Grenze. Israel hätte die Stadt einfach zum Vorteil seiner Soldaten platt machen können – sie liegt im Feuerbereich der Artillerie der Armee, ganz zu schweigen von der israelischen Luftwaffe. Aber nach Angaben eines hochrangigen israelischen Offiziers wurde ein Flächenbombardement ausgeschlossen, weil mehrere Hundert zivile Einwohner von Bint Jbail die israelische Aufforderung zur Flucht ignoriert hatten. Wie in Tyrus benutzte die Hisbollah sie als menschliche Schutzschilde.

Das Ergebnis? Das Bataillon 51 der israelischen Golani-Brigade wurden von Dutzenden Hisbollah-Kämpfern überfallen, die Panzerabwehr-Raketen schwangen. In dem folgenden höllischen Nahkampf starben acht israelische Soldaten. Wie die 23 israelischen Soldaten, die 2002 ihr Leben in den engen Straßen des Flüchtlingslagers in Jenin verloren, starben die Männer von Bataillon 51, damit arabische Zivilisten leben konnten. Keiner der Feinde Israels wäre unter denselben Umständen dieselben Risiken eingegangen.

Israel folgt auch nicht einfach den Buchstaben des internationalen Rechts. Eine Hisbollah-Rakete kann Dutzende oder sogar Hunderte Israelis mit einer einzigen Salve töten. Es wäre vertretbar proportionale und völlig legale israelische Antwort auf die durch die darin befindlichen Männer gewesen, das Wohnhaus in Tyrus zu vernichten.

Darüber hinaus hatte Israel die Einwohner von Tyrus oft gewarnt die Stadt zu verlassen. Die meisten derer, die in der Stadt blieben, sind Unterstützer der Hisbollah. Letzte Woche sagte Haidar Fayadh, ein Cafe-Besitzer in Tyrus, der New York Times: „Jeder hat eine Waffe im Haus. Es gibt Ärzte, Lehrer und Bauern. Die Hisbollah ist das Volk. Das Volk ist die Hisbollah.“ Zum Glück für Fayadh nimmt Israel ihn nicht beim Wort, sonst wäre er tot und ganz Tyrus eine qualmende Ruine.

An diesem Punkt des Krieges werden einige Leser genug über Medien-Voreingenommenheit gehört haben. Dennoch kann ich nicht anders als über den Eindruck aus einer andren Welt zu wundern, den die Menschen bekommen. Die israelische Luftwaffe hat in diesem Krieg 9.000 Einsätze geflogen. Die Hand voll Vorfälle, bei denen Israel versehentlich zivile Ziele beschossen hat, werden als Kriegsverbrechen gehandelt. Inzwischen hat die Hisbollah mehr als 2.000 Raketen nach Israel abgeschossen, von denen jede gezielt israelische Zivilisten treffen sollte. (Die in Syrien gefertigten 302mm-Raketen der Gruppe sind voll gepackt mit Zehntausenden Stahlkugeln, die diejenigen, die nicht getötet werden, entstellen sollen.) Aber darüber wird nur dann berichtet, wenn die Raketen tatsächlich etwas treffen – in diesem Fall wird die Tatsache nicht als Anklage der Barbarei der Hisbollah angeführt, sondern als Zeugnis für ihre Stärke und die angeblichen Nutzlosigkeit der israelischen Strategie.

Dieses verheerende zweierlei Maß geht über die Medien-Einseitigkeit hinaus. Es spiegelt ein tiefer gehendes Gefühl wider, dass unsere gesamte Gesellschaft durchdringt. Nachdem wir zwei Generationen lang zusahen, wie arabische Terroristen unschuldige Juden töten, haben wir uns an ihr Tun gewöhnt. Es wird einfach als selbstverständlich angesehen, dass antiisraelische „Widerstands“-Bewegungen auf das niedrigstmögliche Niveau absinken, sobald das Schießen los geht: Zivilisten umbringen. Raketenwerfer in Wohnhäusern verstecken. Aus Moscheen heraus schießen. All das überrascht nicht – wird sogar erwartet – also macht daraus niemand eine Nachricht. Lass andererseits Israel versehentlich Zivilisten töten, wenn es sich wehrt und die Druckerpressen müssen angehalten werden.

Es ist nicht klar, welche Seite im derzeitigen Krieg als Sieger angesehen werden wird. Aber noch bevor das Schießen begann, konnten militante Araber ein perverse Art von Triumph feiern: die Befreiung von den menschlichen Standards, die die Welt normalerweise an die Armeen anlegt, die im Krieg kämpfen. Israel – und mit ihm alle zivilisierten Nationen – kann stolz darauf sein, dass es diesen Triumph hinter sich gelassen hat.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (19.-25. Februar 2017)

Sonntag, 19.02.2017:

Ein PA-Araber wurde festgenommen, der gefälschte israelische Einreisegenehmigungen verkaufte.

Sicherheitskräfte haben schon im Januar zwei PA-arabische Jugendliche aus Dir Abu festgenommen, die in Judäa und Samaria Schießanschläge verübt haben.

Am 14. Februar nahmen IDF und Schabak einen 45-jährigen Fatah-Terroristen fest, der an Terroraktivitäten im Raum von Tekoa beteiligt war.

Hamasgerichte im Gazastreifen haben 3 Gazaner zum Tod durch Erhängen verurteilt; sie sollen für Israel spioniert haben.

Montag, 20.02.2017:

Volkstanzfest in Nablus, von der EU (mit-)finanziert: „Wir ersetzten Armbänder durch Waffen, wir griffen die widerwärtige Zionisten an. Jihad ist nötig, betätigt den Abzug.“ Und ähnliche Friedfertigkeiten.

Mittwoch, 22.02.2017:

Die Menschen im Gazastreifen sind ganz aufgeregt: Es gibt das größte geschlossene Einkaufszentrum, eine sogenannte „Mall“ (nach amerikanischem Vorbild) mit einer internationalen Einzelhandelskette, einem Buchladen über drei Stockwerke und einer betriebsamen „Fressmeile“. Die Mall ist 1.800 Quadratmeter groß. Es gibt bereits zwei nicht ganz so große Malls.

Teenager aus Efrat (im Gush Etzion) haben einige Wochen lang alles Mögliche an Material für syrische Babys (im Wert von mehreren Zehntausend Schekeln) gesammelt.

Die Hisbollah schimpft wieder einmal, Israel habe Spionageausrüstung im Südlibanon platziert.

Donnerstag, 23.02.2017:

Das Bildungsministerium und der Shin Bet haben die sofortige Schließung einer Schule in „Ost“-Jerusalem angeordnet; diese wurde von der Hamas betrieben.

Am Mittwochabend nahm die Polizei 4 jüdische junge Frauen fest, die verdächtigt werden auf dem Tempelberg gebetet zu haben. Am Donnerstagmorgen wurden die Vorwürfe von einem Gericht abgewiesen und die Jüdinnen freigelassen.

Christliche Soldaten in der IDF erhalten Morddrohungen von Arabern. Es kommen Forderungen auf die Hetzer endlich zur Verantwortung zu ziehen; sie sind bekannt, weil die Hetze samt den Drohungen in den sozialen Medien verübt wird.

Freitag, 24.02.2017:

PFLP-GC-Chef Ahmed Jibril: Ich will iranische Soldaten in Galiläa kämpfen sehen. Wir werden auf unserem Weg zum totalen Krieg mit Israel durch Jordanien marschieren, ob es König Abdallah gefällt oder nicht.

Israel Einreisebehörde hat Aktivisten von Human Rights Watch auf Anweisung des Außenministeriums die Einreise verweigert. HRW wird vorgeworfen im Dienst palästinensischer Propaganda zu arbeiten und eine „fundamentale Einseitigkeit gegen den jüdischen Staat“ zu haben. Das Verbot richtet sich nicht gegen die Einzelpersonen, sondern gegen die NGO und ihre Mitglieder. (Der aktuelle Hintergrund für die Maßnahme ist bei tw24 zu finden.)

Samstag, 25.02.2017:

Eine Gruppe demonstrierender Libanesen überquerte die israelische Grenze, aber nicht den Grenzzaun. Sie wurden von IDF-Soldaten mit Tränengas zerstreut. Die Libanesen sollen auf die Behauptung der Hisbollah reagiert haben, Israel habe Spionageausrüstung auf libanesischem Gebiet installiert.

Jetzt machen die Israeli wohl doch einen Rückzieher gegenüber Human Rights Watch: Der BDS-Hetzer, dem die Einreise versagt wurde, kann anscheinend mit einem Touristenvisum einreisen und sich dann um eine Arbeitsgenehmigung bemühen.

Frau Merkel redet wieder von der Wichtigkeit der Zweistaatenlösung. Sie sieht keine andere Möglichkeit einen Friedensprozess zu erzielen. (Jetzt sind sie schon mit dem Prozess zufrieden…)

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (12.-18. Februar 2017)

Sonntag, 12.02.2017:

Ein Hamasnik: „Dass sie am Leben bleiben wollen, ist Beweis, dass die Juden feige sind.“ (Das kann nur ein unmenschlich Verblendeter von sich geben – es zeigt, welch dunkle, teuflische Ideologie von dieser Truppe vertreten wird.)

Montag, 13.02.2017:

Das Nachrichtenportal 0404 vermeldete, dass im Laufe des jüdischen Neujahrsfestes der Bäume Tu Bishvat (am vergangenen Samstag, 11,2) mehrere Gruppen von linksextremen Aktivisten gemeinsam mit lokalen arabischen Einwohnern an die Sicherheitszäune der Farm Ma’on und der Siedlung Karmel und anderen in den Südhevronbergen gekommen waren. Teilweise hätten diese demonstrativ palästinensische Flaggen geschwenkt; neben dem Sicherheitszaun, unmittelbar an den Gemeinschaften und teilweise auf Staats- bzw.Gemeinschaftsland hätten sie Bäume gepflanzt. 0404 berichtet, diese Pflanzungen haben im Laufe der ganzen Woche bis zum Samstag hin stattgefunden. Offenbar handele es sich bei den Aktivisten, welche die palästinensischen Einwohner zu den Pflanzungen bringe, um Ausländer. Der Vorsitzende des Regionalkonzils Südhevron, Yochai Damri, äußerte starken Protest gegen die Aktionen.

Zudem berichtete 0404,Verdächtige hätten eine Aussichtsplattform nahe der jüdischen Ortschaft Bet Haggai bei Hevron angezündet, ebenso hätten andere versucht, Kirschenplantagen bei der Ma’on-Farm anzuzünden.

Wegen der seit Monaten andauernden Anschläge mit Felsbrocken und anderem aus dem PA-Dorf Husan am Gush Etzion ist der Zugang zu diesem Dorf von der IDF jetzt blockiert worden.

Die Hamas im Gazastreifen hat einen neuen Führer: Yahya Sinwar übernimmt von Ismail Haniyeh. Er gilt als einer der skrupellosesten Hamasniks überhaupt. Er saß wegen Mordes in einem israelischen Gefängnis und kam im Austausch gegen Gilad Shalit 2011 wieder frei. Selbst in der Hamas gilt er als „Falke“ und ist gegen jeglichen Kompromiss in der Politik gegenüber der PA und Israel.

Saeb Erekat hetzt wieder bei der EU: Er fordert ein „totales Verbot von in der Westbank hergestellten Waren“; das sei nötig um Israels „Kolonisierungspläne zu vereiteln“.

Donnerstag, 16.02.2017:

PA-Araber aus Husan wurde der Zugang nach Beitar Illit verwehrt, wo sie normalerweise arbeiten; aber wegen der ständigen Mordversuche mit Felsbrocken an Autofahrern wird Familienmitgliedern von Steinewerfern die Aufenthalts-/Arbeitsgenehmigung für Israel und „Siedlungen“ aberkannt.

Die Hisbollah droht Israel mit Angriffen auf den Atomreaktor von Dimona.

Es gab eine Bombendrohung gegen das israelische Konsulat in Miami. Es wurde evakuiert.

MK Ahmed Tibi (Vereinigte Arabische Liste) prahlt, wenn es keine Zweistaatenlösung gibt, dann eben eine Einstaatenlösung und dann würden alle Palästinenser ihn wählen und einige Israelis auch und er wäre Premierminister.

Die PLO interpretiert Trumps Anmerkung, dass die Zweistaatenlösung nicht die einzige Möglichkeit sein muss, „wenn beide Seiten das so wollen“ als offene Ablehnung der Zweistaatenlösung (was schon gelogen ist) und sagt, die Alternative dazu sein „Blutvergießen“.

Freitag, 17.02.2017:

Avigdor Lieberman bot der Hamas massive Wirtschaftshilfe für den Gazastreifen an, wenn die Terroristen ihre Raketen und Tunnel aufgeben. Mahmud al-Zahar von der Hamas lehnte das für die Terrorgrupe ab.

Grundsatzaussage eines Fatah-Offiziellen: Die Palästinenser haben das „Recht“ Terror zu benutzen, um „unser Heimatland zu befreien“. (Total nach Frieden suchend…)

Abbas hat neuerdings einen „Vizepräsidenten“ – jedenfalls in der Fatah. Und dieser Mahmud al-Aloul ist langjähriger Führer des „bewaffneten Arms der Fatah“, schon vor den Oslo-Vereinbarungen. Und er hat immer erklärt und ist weiterhin der Meinung, „bewaffneter Widerstand“ sei das Rechte der „Palästinenser“.

Der Januar war der für Israel blutigste Monat seit Juni: 5 tote Israelis, 16 Verletzte.

Terroristen beschwichtigen

Joseph Farah, WorldNetDaily, 8. Mai 2002

Als die Israelis vor zwei Jahren ihre Streitkräfte einseitig aus dem schmalen Korridor entlang seiner Nordgrenze zum Libanon zurückzogen, nahm die Welt des Terrorismus davon Kenntnis.

Hisbollah, die im Libanon stationierten islamischen Terroristen, die von Syrien und dem Iran den Rücken gestärkt bekommen, beanspruchte schnell den Verdienst für den israelischen Rückzug für sich. Die Hisbollah hatte einen Abnutzungskrieg gegen das israelische Militär und die Zivilisten im Südlibanon geführt, die vom jüdischen Staat Schutz erwarteten.

Israel mag andere politische Gründe für das Verlassen des Libanon gehabt haben, aber seine plötzliche Entscheidung, dies zu tun – was viele seiner arabischen Verbündeten der Gnade der Hisbollah auslieferte – sah tatsächlich wie eine Vietnam-artige Niederlage aus.

Der „Sieg“ der Hisbollah über die Israelis entging nicht der Aufmerksamkeit anderer terroristischer Gruppen – besonders derer, die mit Yassir Arafat verbunden sind. Hisbollah versuchte nie mit Israel zu verhandeln und Israel versuchte nie mit Hisbollah zu verhandeln. Hisbollah erreichte ihre kurzfristigen Ziele eines Israel-freien Libanon allein durch Guerilla-Krieg.

Der israelische Premierminister Ehud Barak mag gedacht haben, dass er mit dem Rückzug aus dem Libanon Punkte in der internationalen Gemeinschaft sammelt. Barak mag gedacht haben, dass er Arafat demonstrierte, wie vernünftig er war. He mag gedacht haben, der einseitige Rückzug würde eine Reduzierung der gewalttätigen Zusammenstöße an der Grenze und der Spannungen mit Arabern in den palästinensischen Gebieten bedeuten.

Was immer Barak dachte, er lag falsch. Wir können heute auf den israelischen Rückzug aus dem Libanon als den Schlüsselfehler der israelischen Politik zurückblicken, der zur massiven Eskalation des Terrorismus führte.

Arafat betrachtete den israelischen Rückzug als ein Zeichen der Schwäche – ein klein Beigeben gegenüber der skrupellosesten Terrororganisationen der Welt. Es ist recht plausibel, dass auch Osama bin Laden von dem Sieg seiner Verbündeten über Israel im Libanon inspiriert wurde. Die Lehre, die andere Terroristen aus Israels Erfahrungen im Libanon zogen, war, dass eine Kampagne von unbarmherziger Guerilla-Aktionen letztlich Erfolg bringen wird – je dreister die Aktionen, um so besser.

Arafat erhöhte die Gewalt schnell in seinem sich entfaltenden Intifada-Feldzug. Bin Laden griff New York und das Pentagon in einem koordinierten Selbstmord-Flugzeugentführungs-Versuch an. Arafats Streitkräfte übernahmen die Selbstmord-Bomber-Strategie.

Ich sage jetzt voraus, dass Hisbollah – unter der wachsamen Schirmherrschaft von Syrien und dem Iran – dabei ist, Israel stärker unter Druck zu setzen.

Hisbollah hat nach Geheimdienst-Berichten ein Arsenal von 10.000 Raketen, davon viele mit einer Reichweite von 70 Kilometern. Jetzt kontrolliert sie den von Israel verlassenen südlichen Libanon, von dem aus sie in der Lage ist, Verwüstung anzurichten. Sie macht gemeinsame Sache mit dem Generalkommando der PFLP, einem anderen von Syrien gestützten Verbündeten Arafats, um eine neue militärische Front an Israels Nordgrenze zu eröffnen.

Um sich auf die unvermeidbaren israelischen Vergeltungsmaßnahmen vorzubereiten, hat Syrien seine Armee im Libanon umgruppiert. Damaskus will sich nicht direkt in einem militärischen Zusammenstoß mit Israel engagieren. Statt dessen wünscht es, dass Hisbollah einen Stellvertreter-Krieg mit Israel führt – wobei es sich hinter den Röcken von Zivilisten versteckt. Hisbollahs Kommando- und Kontroll-Instanzen befinden sich in überfüllten städtischen Gebieten und können nicht ohne die Verursachung schwerer ziviler Verluste angegriffen werden – ein Vorgehen, das darauf abzielt, Israels Sorge um Menschenleben zum Verbündeten der Sache der Terroristen zu machen.

Aber ich muss leider sagen, dass es noch schlimmer kommt.

Geheimdienstberichte deuten auch darauf hin, dass bin Ladens Al Qaida und Hisbollah im Transport und der Lagerung von chemischen Waffen als Teil des Feldzugs zusammenarbeiten. Auch vom Iran wird gesagt, dass er den Terrorgruppen bei ihren Experimenten zur Bestückung dieser 10.000 Raketen mit chemischen Sprengköpfen hilft.

Wenn meine Vorhersage sich als richtig erweisen und Hisbollah, Syrien und der Iran die Einsätze im Nahen Osten erhöhen, könnten die vergangenen 18 Monate der Arafat-geförderten Gewalt gegen Israel im Vergleich wie ein Nebenvorstellung am Rande aussehen.

Und das wird das Ergebnis des Nachgebens gegenüber den Terroristen im Jahre 2000 sein.

Die Lehre ist eindeutig: Man kann nicht gewinnen, indem man den Terrorismus beschwichtigt. Man kann Terroristen nicht mit Freundlichkeit beeindrucken. Man kann Terroristen nicht mit Zugeständnissen umstimmen. Man kann mit Terroristen nicht verhandeln und man kann ihnen nicht Quartier bieten.

Israel machte den Fehler im Jahr 2000. Wird der Westen die Lehre daraus ziehen?

© WorldNetDaily.com, Inc. 2002