Terroristen beschwichtigen

Joseph Farah, WorldNetDaily, 8. Mai 2002

Als die Israelis vor zwei Jahren ihre Streitkräfte einseitig aus dem schmalen Korridor entlang seiner Nordgrenze zum Libanon zurückzogen, nahm die Welt des Terrorismus davon Kenntnis.

Hisbollah, die im Libanon stationierten islamischen Terroristen, die von Syrien und dem Iran den Rücken gestärkt bekommen, beanspruchte schnell den Verdienst für den israelischen Rückzug für sich. Die Hisbollah hatte einen Abnutzungskrieg gegen das israelische Militär und die Zivilisten im Südlibanon geführt, die vom jüdischen Staat Schutz erwarteten.

Israel mag andere politische Gründe für das Verlassen des Libanon gehabt haben, aber seine plötzliche Entscheidung, dies zu tun – was viele seiner arabischen Verbündeten der Gnade der Hisbollah auslieferte – sah tatsächlich wie eine Vietnam-artige Niederlage aus.

Der „Sieg“ der Hisbollah über die Israelis entging nicht der Aufmerksamkeit anderer terroristischer Gruppen – besonders derer, die mit Yassir Arafat verbunden sind. Hisbollah versuchte nie mit Israel zu verhandeln und Israel versuchte nie mit Hisbollah zu verhandeln. Hisbollah erreichte ihre kurzfristigen Ziele eines Israel-freien Libanon allein durch Guerilla-Krieg.

Der israelische Premierminister Ehud Barak mag gedacht haben, dass er mit dem Rückzug aus dem Libanon Punkte in der internationalen Gemeinschaft sammelt. Barak mag gedacht haben, dass er Arafat demonstrierte, wie vernünftig er war. He mag gedacht haben, der einseitige Rückzug würde eine Reduzierung der gewalttätigen Zusammenstöße an der Grenze und der Spannungen mit Arabern in den palästinensischen Gebieten bedeuten.

Was immer Barak dachte, er lag falsch. Wir können heute auf den israelischen Rückzug aus dem Libanon als den Schlüsselfehler der israelischen Politik zurückblicken, der zur massiven Eskalation des Terrorismus führte.

Arafat betrachtete den israelischen Rückzug als ein Zeichen der Schwäche – ein klein Beigeben gegenüber der skrupellosesten Terrororganisationen der Welt. Es ist recht plausibel, dass auch Osama bin Laden von dem Sieg seiner Verbündeten über Israel im Libanon inspiriert wurde. Die Lehre, die andere Terroristen aus Israels Erfahrungen im Libanon zogen, war, dass eine Kampagne von unbarmherziger Guerilla-Aktionen letztlich Erfolg bringen wird – je dreister die Aktionen, um so besser.

Arafat erhöhte die Gewalt schnell in seinem sich entfaltenden Intifada-Feldzug. Bin Laden griff New York und das Pentagon in einem koordinierten Selbstmord-Flugzeugentführungs-Versuch an. Arafats Streitkräfte übernahmen die Selbstmord-Bomber-Strategie.

Ich sage jetzt voraus, dass Hisbollah – unter der wachsamen Schirmherrschaft von Syrien und dem Iran – dabei ist, Israel stärker unter Druck zu setzen.

Hisbollah hat nach Geheimdienst-Berichten ein Arsenal von 10.000 Raketen, davon viele mit einer Reichweite von 70 Kilometern. Jetzt kontrolliert sie den von Israel verlassenen südlichen Libanon, von dem aus sie in der Lage ist, Verwüstung anzurichten. Sie macht gemeinsame Sache mit dem Generalkommando der PFLP, einem anderen von Syrien gestützten Verbündeten Arafats, um eine neue militärische Front an Israels Nordgrenze zu eröffnen.

Um sich auf die unvermeidbaren israelischen Vergeltungsmaßnahmen vorzubereiten, hat Syrien seine Armee im Libanon umgruppiert. Damaskus will sich nicht direkt in einem militärischen Zusammenstoß mit Israel engagieren. Statt dessen wünscht es, dass Hisbollah einen Stellvertreter-Krieg mit Israel führt – wobei es sich hinter den Röcken von Zivilisten versteckt. Hisbollahs Kommando- und Kontroll-Instanzen befinden sich in überfüllten städtischen Gebieten und können nicht ohne die Verursachung schwerer ziviler Verluste angegriffen werden – ein Vorgehen, das darauf abzielt, Israels Sorge um Menschenleben zum Verbündeten der Sache der Terroristen zu machen.

Aber ich muss leider sagen, dass es noch schlimmer kommt.

Geheimdienstberichte deuten auch darauf hin, dass bin Ladens Al Qaida und Hisbollah im Transport und der Lagerung von chemischen Waffen als Teil des Feldzugs zusammenarbeiten. Auch vom Iran wird gesagt, dass er den Terrorgruppen bei ihren Experimenten zur Bestückung dieser 10.000 Raketen mit chemischen Sprengköpfen hilft.

Wenn meine Vorhersage sich als richtig erweisen und Hisbollah, Syrien und der Iran die Einsätze im Nahen Osten erhöhen, könnten die vergangenen 18 Monate der Arafat-geförderten Gewalt gegen Israel im Vergleich wie ein Nebenvorstellung am Rande aussehen.

Und das wird das Ergebnis des Nachgebens gegenüber den Terroristen im Jahre 2000 sein.

Die Lehre ist eindeutig: Man kann nicht gewinnen, indem man den Terrorismus beschwichtigt. Man kann Terroristen nicht mit Freundlichkeit beeindrucken. Man kann Terroristen nicht mit Zugeständnissen umstimmen. Man kann mit Terroristen nicht verhandeln und man kann ihnen nicht Quartier bieten.

Israel machte den Fehler im Jahr 2000. Wird der Westen die Lehre daraus ziehen?

© WorldNetDaily.com, Inc. 2002

Israel veröffentlicht Terrorkarte des Südlibanon

The Jewish Press, 7. Dezember 2016

Die IDF hat eine Landkarte veröffentlicht, die die Stellungen und Waffenlager der Hisbollah im Südlibanon zeigt – und damit dokumentiert, wie die Terrorgruppe sich in die Zivilbevölkerung eingebettet hat: Waffenlager, Raketenabschussrampen, Infanterie, Tunnel und sonstige Infrastruktur, mit denen die gesamte Bevölkerung zu menschlichen Schutzschilden gemacht wird.

Damit ist Resolution 1701 des UNO-Sicherheitsrats vom Jahresende 2006 Makulatur, komplett ad absurdum geführt.

Nissans Quotes and Notes Corner: Der Nazi Nasrallah

Nissan Ratzlav-Katz, 24. Juli 2008

Nur, dass wir uns darüber im klaren sind: Die libanesische Strohmann-Organisation Hisbollah wird von einem Mann geführt, der einen neuen Völkermord an den Juden anstrebt. Und wenn man es immer nur zwei Juden auf einmal machen kann, dann eben auch so.

Wie üblich in dieser Rubrik werde ich den Mann für sich selbst sprechen lassen.

Im Oktober 2002 behauptete Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah während einer Ansprache bei einer Schulabschlussfeier in einem Beiruter Stadtviertel, dass die US-Politik auf zionistische Ziele hin manipuliert werde, so die Rückkehr der Juden in das Land Israel. So unglaublich das klingt, aber Nasrallah ging dann dazu über eine Beobachtung als Lob des Zionismus abzugeben.

„Wenn sie [die Juden] sich all in Israel versammeln, dann wird uns das die Mühe ersparen weltweit hinter ihnen her zu sein“, sagte er.

Ich weiß, das ist nur eine Übersetzung, aber glaube nicht, dass „hinter ihnen her sein“ in diesem Zusammenhang bedeutet „ihnen hinterzulaufen“. Ich glaube, die Übersetzung meint eher etwas wie „abstechen, erschießen und sie sprengen“. Soll heißen: Jihad.

Wie in „…dann tötet die Götzendiener, wo immer ihr sie findet, und ergreift sie und belagert sie und lauert ihnen aus jedem Hinterhalt auf…“ (Koran, Sure 9 At-Tauba, Vers 5).

Und so wie in: „Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Allah und an den Jüngsten Tag glauben, und die das nicht für verboten erklären, was Allah und Sein Gesandter für verboten erklärt haben, und die nicht dem wahren Glauben folgen – von denen, die die Schrift erhalten haben, bis sie eigenhändig den Tribut in voller Unterwerfung entrichten.“ (Koran, Sure 9 At-Tauba, Vers 29)

Oder wie in: “Es wird nach der Autorität von Abu Huraira berichtet, dass der Bote Allahs sagte: Mir ist befohlen worden so lange gegen Menschen zu kämpfen, so lange sie nicht erklären, dass es keinen Gott außer Allah gbit und dem, der es bekundet, wird der Schutz seines Eigentums und Lebens in meinem Namen garantiert, außer das Recht liegt in dieser Sache bei Allah.“ (Nach der Hadith-Sammlung Sahih Muslim, Kitab Al-Iman, Hadith Nr. 30; und fast identisch in den Hadithen Nr. 31-35. Hadithe sind Berichte darüber, was Mohammed tat, sagte oder gut hieß – wobei alle bindende Anweisungen für den frommen Muslim darstellen.)

Quellen:
1. Die Rede Nasrallahs wurde in der führenden englischsprachigen Zeitung des Libanon, dem Daily Star, berichtet. Die archivierte Ausgabe vom 23. Oktober 2002 findet sich hier.
2. Eine exzellente Quelle zur Studium der Texte des Koran in Englisch findet man hier (eine deutschsprachige Quelle ist hier).
3. Dieselbe Quelle bietet englischsprachige Sammlungen der Hadithe. Die zitierten Hadithe stammen von hier. [Auf Deutsch konnte ich keine Hadith-Sammlung finden; das, was dem am nächsten kommt, ist eine englische Übersetzung von Sahih Muslim in einer deutschsprachigen Seite.]

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (02.-08. Oktober 2016)

Sonntag, 02.10.2016:

Nach der Beerdigung von Shimon Peres machte Mahmud Abbas am Samstag da weiter, wo er vorher nicht aufgehört hatte: Er hielt in Bethlehem eine glühende Rede, in der er seiner Hoffnung Ausdruck gab, dass 2017 der Palästinenserstaat mit Jerusalem als Hauptstadt gegründet werde, egal, was Israel tut. „Palästina“ wird weiter das Ziel verfolgen volles UNO-Mitglied zu werden. Einer seiner Sprecher sagte, dass Peres an der Beerdigung teilnahm, schicke den Israelis eine mächtige Botschaft – dass es einen Friedenspartner gibt. (Was er ja ständig auf Arabisch „beweist“, nicht wahr?)
Ein Mitglied des Zentralkomitees er Fatah äußerte sich kritisch; Tawfik Tirawi war gegen Abbas‘ Teilnahme, weil dieser ein Zionist war, der von Kopf bis Fuß mit dem Blut der Palästinenser und dem anderer Araber getränkt war.

Umfrage: Zwei Drittel der Israelis glauben, dass ein Friedenschluss nicht machbar ist.

Fans des israelisch-arabischen Fußballclubs Maccabi Ahi Nazareth F.C. buhten während einer Schweigeminute für Shimon Peres.

Gegen sechs Einwohner von „Ost“-Jerusalem wurden jetzt Anklage erhoben, weil sie versuchten eine ISIS-Zelle aufzubauen.

Bilanzen: Das Al-Quds-Zentrum veröffentlichte in seinen Statistiken, dass die meisten (48%) der Terroranschläge aus den Bereichen Hebron (Platz 1) und Jerusalem (Platz 2) kamen.

Montag, 03.10.2016:

Wäre ja auch ein Wunder, wenn es anders wäre: Hanan Aschrawi schimpft, Peres habe zwar viel von Frieden geredet, aber nichts dazu unternommen, sondern half die „Besatzung“ zu perpetuieren.

Donnerstag, 06.10.2016:

Die Sicherheitskräfte gaben bekannt, dass sie letzte Woche eine siebenköpfige Terrorzelle in Bethlehem, die für mehrere versuchte Anschläge auf das Rahelgrab verantwortlich ist.

Letzten Monat wurde eine sechsköpfige Terrorzelle der Hisbollah verhaftet, die im Norden Israel operierte.

Polizei und Sicherheitsdienste schlossen 3 Institutionen der (verbotenen) Islamischen Bewegung; alle ihre Bankkonten wurden eingefroren.

Freitag, 07.10.2016

Die PA lässt wieder wissen, dass Israel die USA beherrscht, die wiederum die Welt beherrschen.

Ultimatum der (anderen) Islamistengruppen im Gazastreifen an die Hamas: Entweder ihr lasst unsere Leute frei, die ihr festgenommen habt oder wir schießen Raketen auf Israel.

Der Fraktionsvorsitzende der „Arabischen Union“ besuchte den Erzterroristen Marwan Barghouti im Gefängnis.

Samstag, 08.10.2016:

Das hat auch was: Palästinenser befinden, dass Israel an der Eskalation der Lage schuld ist, weil es auf Angriffe reagiert.

Führende Amerikaner zeigen täglich, dass sie den Nahen Osten nicht begreifen – und deshalb versagt ihre Politik

Der Westen hat immer und überall das Rezept parat, um den Nahost-Konflikt zu lösen. Seit Jahrzehnten wird das Rezept ausprobiert und sein Scheitern nicht akzeptiert – schon gar nicht als Anlass genommen, das Konzept zu überdenken.

Barry Rubin, 5. Juni 2009

General David Petraeus ist für seine schwere Arbeit im Irak in den höchsten Tönen gelobt worden und ich möchte ihm hier keinen Respekt verwehren. Aber jeden Tag machen führende Amerikaner Äußerungen, die zeigen, dass sie es versäumen die Nahost-Politik nicht begreifen; und das ist der Grund, dass ihre Politik nicht funktioniert.

Es ist keine Frage der Haltung zu Israel, die gewöhnlich das Problem ist, sondern die Karikatur arabischer Politik, die in ihren Köpfen sitzt.

Petraeus sagte in einem Interview mit der Zeitung al-Hayat – vorausgesetzt seine Worte sind vollständig und genau berichtet worden – die US-Regierung betrachte die Hisbollah als Terror-Organisation, die nicht zur Stabilität des Libanon beitrage.

Wenn das stimmt, bedeutet es, dass eine von der Hisbollah dominierte Regierung oder selbst eine Koalition, in der die Hisbollah Veto-Macht hat, keine Unterstützung und Hilfe der USA erhalten wird. Wir werden sehen, ob das wirklich passiert.

Aber hier ist die Bemerkung, die ich herausheben möchte:

„Die Rechtfertigungen der Hisbollah für ihre Existenz werden nichtig, wenn die Palästinenserfrage gelöst wird. Eine Vereinbarung über einen Friedensprozess im Nahen Osten zu erreichen, wird für einige Gruppen die ‚Begründungen für ihre Existenz‘ eliminieren.“

Es ist wirklich schockierend. Erstens ist die Hisbollah eine Organisation, die – mit viel Erfolg – die Führung aller libanesischen Schiiten anstrebt. Von daher würde ein Ende des arabisch-israelischen Konflikts keine Auswirkungen welcher Art auch immer auf die Existenz der Gruppe haben.

Zweitens versucht die Hisbollah den Libanon im größtmöglichen Ausmaß zu beherrschen.

Drittens ist die Hisbollah ein Agent – keine Marionette, sondern ein echter Jünger, wenn auch mit ihrer eigenen, unabhängigen Entscheidungsgewalt – des Iran und Syriens. Selbst wenn die palästinensische Autonomie verschwinden sollte, würde Hisbollah weiter für die Interessen ihrer Sponsoren vertreten, die in ihren Absichten antiamerikanisch und Revolution ausübend sind.

Viertens ist die Hisbollah eine islamistische Gruppe, die den Libanon gerne in einen islamistschen Staat nach iranischem Vorbild verwandeln würde. Es ist nicht wahrscheinlich, dass das passiert, aber es ist ein Motiv, das über den arabisch-israelischen Konflikt hinaus geht und die Hisbollah weiter motivieren wird.

Und schließlich: Da die Hisbollah und ihre Sponsoren sich verschrieben haben den Konflikt für ihre eigenen politischen Zwecke zu nutzen und wirklich gegen Israels Existenz unter welchen Umständen auch immer sind, würde die Hisbollah, sollten Israel und die palästinensische Autonomie eine Friedensvereinbarung erzielen, extrem hart – und gewalttätig – daran arbeiten jegliche solche Vereinbarung zu sabotieren, sowohl durch Angriffe auf Israel aus dem Norden, als auch durch Unterstützung der Hamas beim Versuch die palästinensische Autonomiebehörde zu stürzen.

All dies ist elementar. Wenn Petraeus das nicht begreift, dann geht in der US-Politik etwas ernsthaft schief. Dass er das öffentlich sagt, ist noch schlimmer.

Nein, die arabisch-israelischen oder israelisch-palästinensischen Konflikte sind nicht der Kern von allem, das im Nahen Osten falsch läuft. Das von Petraeus gezeigt Denken ist das Gleiche, als würde man sagen, wenn der Westen der Sowjetunion die Kontrolle über Osteuropa gibt (Ö1945) oder die USA Japan gegenüber genügend Respekt zeigt (1941) oder Großbritannien und Frankreich die westliche Tschechoslowakei Deutschland überlassen (1938), dann wird es keine Konflikte mit diesen Kräften mehr geben.

Die Hisbollah und andere radikale Islamisten mögen den Palästinensern helfen wollen Israel zu vernichten, aber sie existieren, weil sie Staatsmacht übernehmen und ihre Gesellschaften verändern wollen. Ist das wirklich so schwer zu begreifen?

Und selbst, wenn es eine vergleichbare Vereinbarung zur Beendigung des Konflikts gibt und die Palästinenser einen eigenen Staat erhalten, würden sie diese diplomatische Lösung ablehnen, sich also nicht völlig aus dem Geschäft zurückziehen.

Ironischerweise versteht das amerikanische Volk die Dinge oft besser als ihre Eliten. In einer vor kurzem durchgeführten Umfrage von USA Today und Gallup bezweifelten die Amerikaner mit einer Marge von 66 zu 32 Prozent, „dass eine Zeit kommen wird, in der Israel und die arabischen Nationen in der Lage sein werden ihre Differenzen beizulegen und in Frieden zu leben“. Das ist die am wenigsten optimistische Einschätzung in Umfragen der letzten zehn Jahre.

Sie begreifen es einfach nicht

Der Westen hat immer und überall das Rezept parat, um den Nahost-Konflikt zu lösen. Seit Jahrzehnten wird das Rezept ausprobiert und sein Scheitern nicht akzeptiert – schon gar nicht als Anlass genommen, das Konzept zu überdenken.

Elder of Ziyon, 5. Juni 2009

Aus dem Daily Star (Libanon):

General David Petraeus, Chef des US Central Command, sagte gegenüber der Zeitung al-Hayat in am Montag veröffentlichten Kommentaren, dass die Administration von US-Präsident Barack Obama die Hisbollah als Terror-Organisation betrachte; er fügte hinzu, dass die Partei nicht zur Förderung der Stabilität im Libanon beitrage. „Die Rechtfertigungen der Hisbollah für ihre Existenz werden nichtig, wenn die Palästinenserfrage gelöst wird. Eine Vereinbarung über einen Friedensprozess im Nahen Osten zu erreichen, wird für einige Gruppen die ‚Begründungen für ihre Existenz‘ eliminieren“, erklärte er. Petraeus fügte hinzu, dass die Lösung des palästinensisch-israelischen Konflikts den Weg für Araber und Muslime ebnen wird, den USA in ihrem Krieg gegen den Terror zu helfen.

Der größte Einzelfehler, den gut meinende Westler machen, wenn sie den Nahen Osten analysieren, ist der, dass sie annehmen, jeder denke auf die gleiche Art wie sie.

Für einen Westler scheint es offensichtlich, dass Organisationen, die keinen logischen Grund für ihre Existenz haben, irrelevant werden würden. In der arabischen Welt liegen die Dinge ganz anders.

Westler betrachten ein Problem und versuchen instinktiv eine optimale, logische Lösung zu finden. Sie wollen eine gerade Linie von Punkt A nach Punkt B ziehen. Sie schaffen Projektpläne, halten Konferenzen ab, diskutieren Probleme und versuchen jeden glücklich zu machen – alles mit der darunter liegenden Haltung, dass jedermann so ist wie sie.

Araber denken nicht so wie wir. Die Westler müssen aufhören den quadratischen arabischen Pfahl in das runde westliche Loch stecken zu wollen und endlich eine völlig fremde Denkart begreifen.

(Das soll nicht wertend sein. Ich sage nicht, dass irgendeine dieser Denkweisen überlegen ist, nur dass sie enorm unterschiedlich sind.)

Die Westler müssen die arabische Anhänglichkeit an Symbolismus, Stolz und die Religion begreifen, bevor sie solch fehlgeleitete Analysen vornehmen.

In westlichen Augen hatte die Hisbollah nie einen Existenzgrund, seit Israel sich vor fast einem Jahrzehnt auf die von der UNO gezogene Blaue Linie zurückzog. Doch es gibt sie heute und sie ist mächtiger denn je zuvor. Das sollte Grund genug sein sich noch einmal anzusehen, was die Hisbollah eigentlich ist.

Die direkte Methode ist oft die einfachste. Der nächste Absatz entstammt der Charta der Hisbollah:

Unsere Haupt-Annahme in unserem Kampf gegen Israel legt fest, dass das zionistische Gebilde von Anbeginn aggressiv und auf Land gebaut ist, das seinen Eigentümern entrissen wurde, auf Kosten der Rechte des muslimischen Volks. Daher wird unser Kampf erst enden, wenn dieses Gebilde ausgemerzt ist. Wir erkennen keinen Vertrag mit ihm an, keinen Waffenstillstand und keine Friedensvereinbarung, ob separat oder gemeinsam.

Die Erfahrung hat gezeigt: Wenn eine arabische Terror-Organisation Äußerungen wie diese macht, dann werden diese nie zurückgenommen.

Aus arabischer Perspektive ist die „Rechtfertigung“ der Hisbollah kristallklar und eindeutig: Sie wird weiter existieren, bis Israel vernichtet ist. Für eine große Zahl Araber würde ein Friedensvertrag, per definitionem zwischen Israel und arabischen Verrätern, eine nutzlose Geste sein, deren einziger möglicher Zweck es wäre Israel in Stufen zu vernichten. Für sie ist schon Israels Existenz ein nicht verzeihlicher Affront für ihre Ehre als Araber. Die Hisbollah ist nicht palästinensisch.

Selbst, wenn wir Israel vergessen, hat die Hisbollah zwei weitere Zielsetzungen, die sie nach jedem „Friedensvertrag“ wichtig bleiben lässt: Sie wollen den Libanon in einen fundamentalistisch-islamischen Staat verwandeln und (das ist neuer) sie ermöglicht es dem Iran seinen Einfluss im Nahen Osten zu verstärken. (Auch Syrien findet die Hisbollah zur Förderung seiner Interessen nützlich.)

Wenn man dies aus dieser Perspektive betrachtet – und das meiste davon sagt die Hisbollah in sehr deutlicher Sprache – dann ist die Vorstellung, dass ein Friedensvertrag der palästinensischen Autonomiebehörde mit Israel die Hisbollah schwächen würde, lachhaft, gefährlich und naiv.

Nach dem Libanonkrieg 2006 – Kommentar (4): Hisbollahs Wiederbewaffnung hat begonnen

Am 12. Juli überfiel ein Kommando der Hisbollah aus dem Libanon heraus eine israelische Patrouille, tötete 8 Soldaten und entführte zwei. Zur Ablenkung beschoss die Hisbollah Israel massiv mit Katjuscha-Raketen. Israel reagierte mit einem Einmarsch in den Südlibanon. Die Kämpfe dauerten etwa einen Monat, dann ließ sich die israelische Regierung von der UNO, Westeuropa und den USA zu einem Waffenstillstand überreden. Es wurde versprochen, im Südlibanon eine Schutztruppe von 15.000 UNO-Soldaten zu stationieren, die dafür sorgen sollte, dass die Hisbollah entwaffnet wird und keine Bedrohung für Israel mehr darstellt. So viel zur Vorgeschichte.

Was nach dem Beginn des Waffenstillstands geschah und wie dieser sowie die Versprechen an Israel einzuschätzen sind, dazu folgen einige Kommentare. Ich habe auch den von Charles Krauthammer übersetzt, obwohl ich denke, dass er völlig falsch liegt. Ich stelle ihn an den Anfang, weil die übrigen Texte aufzeigen, dass die bei Krauthammer beschriebenen Voraussetzungen nicht erfüllt werden – im Gegenteil: Die Erfahrungen aus diesem Krieg führen sogar dazu, dass anderer Feind Israels seine strategischen Planungen ändert.

Hier der vierte von insgesamt 5 Kommentaren zur damals aktuellen Lage:

Daveed Gartenstein-Ross, counterterrorismblog, 31. August 2006

Bei der Zusammenfassung der Gewinner und Verlierer des Konflikts zwischen Israel und der Hisbollah hat mein Kollege Bill Roggio das Folgende geschrieben, als er die Hisbollah zum Gewinner erklärte:

Während das israelische Militär der Hisbollah im Südlibanon allgemein eine taktische Niederlage beigebracht haben wird, eine erkleckliche Zahl von Hisbollah-Soldaten getötet hat, den Nachschub an weitreichenden Raketen herabgesetzt hat und in der Lage war am Ende des Feldzugs zum Litani vorzudringen, überlebte die militärische und politische Organisation Hisbollah, um später weiterzukämpfen. Der Nachschub an Raketen mittlerer und großer Reichweite durch die iranischen und syrischen Unterstützer wird sofort beginnen und die syrischen Nachschublinien ins Bekaa-Tal bleiben weit offen… Die Hisbollah wird jetzt alle Bemühungen ihrer Hilfsorganisationen darauf verwenden, die beschädigte Infrastruktur wieder aufzubauen und die hilfsbedürftigen Libanesen unterstützen. Die Kombination von militärischem Sieg zusammen mit der Möglichkeit für die Libanesen auf eine Art zu sorgen, die der Staat nicht bieten kann, wird ihre Stellung und Unterstützung nur verstärken.

Ich stimmte dieser Bewertung damals zu. Und trotz Hassan Nasrallahs Beteuerungen, dass er den Konflikt mit Israel bedauert, glaube ich, dass die Ereignisse Bills Einschätzung als richtig erweisen. Auch eine neue Stratfor-Analyse zur Wiederbewaffnung der Hisbollah deutet darauf hin.

Als erstes berichtet Stratfor, dass die Wiederbewaffnung der Hisbollah bereits begonnen hat – aber die Terrorgruppe benutzt Mulis statt Fahrzeuge, um die Waffen zu transportieren:

Mulis statt Fahrzeuge transportieren die kleinen Waffen, Munition und einige Panzerbekämpfungsmunition über die Berge des Antilibanon entlang der libanesisch-syrischen Grenze, durch das Bekaa-Tal und hinein in die westlichen Berge, insbesondere durch das griechisch-orthodoxe Bergdorf Bteggrine. Von hier können die Lieferungen mit Hilfe der syrischen Sozial-Nationalistischen Partei die Hisbollah in den südlichen Vororten von Beirut erreichen, von wo aus sie in den Süden verteilt werden können.

Es hat bis jetzt keine Berichte über Lieferungen von Artillerie-Raketen in den Libanon gegeben, was nach Stratfor andeutet, dass „Israel die großen Waffenlieferungen in den Libanon effektiv unterbindet“.

Darüber hinaus ist die Hisbollah in einer exzellenten Position Vorteile aus dem Wiederaufbau im Südlibanon zu ziehen:

Die Hisbollah ist in einer bemerkenswert guten Position, da Wiederaufbau-Gelder einströmen und die militante Gruppe praktisch den gesamten Südlibanon wieder aufbaut, womit sie de facto der Grundbesitzer wird und eine neue Quelle substanziellen Einkommens hat: Mieten. Dazu unternimmt die Hisbollah alles, um Provokationen Israels zu vermeiden sowie die innenpolitische Unterstützungsstrukturen wieder aufzubauen, während man sich gleichzeitig die nächste Konfrontation vorbereitet.

An diesem Punkt scheinen die Vorbereitungen der Terrorgruppe für den nächsten Konflikt so gut zu laufen, wie sie es nur erwarten konnte.