Die den Südlibanon besetzt Hisbollah haltende beschuldigt UNIFIL der Besetzung des Südlibanon

Elder of Ziyon, 12. September 2022

Aus Naharnet:

Ein Hisbollah-Vertreter schlug am Freitag Alarm wegen der jüngsten Resolution des UNO-Sicherheitsrats, mit der das Mandat für die United Nations Interim Force in Lebanon (UNIFIL) verlängert wurde.

Was unternehmen Offizielle bezüglich der Resolution  des Sicherheitsrats, der UNIFIL Bewegungsfreiheit gewährt … ohne dafür eine Erlaubnis von der Armee für die angemeldten wie nicht angemeldeten Patrouillen zu benötigen?“, fragte Scheik Mohammed Yazbek.

„Das widerspricht den früheren Vereinbarungen und das ist eine gefährliche Entwicklung, die aus den UNIFIL-Kräften in Besatzungskräfte macht, deren Rolle darin besteht den israelischen Feind über Verfolgung des Volks und des Widerstands zu schützen“, fügte Yazbek hinzu.

… „Der Beschluss ist eine Verschwörung gegen den Libanon und seine Souveränität“, sagte der Hisbollah-Vertreter weiter.

Aber es ist nicht nur die Hisbollah. Die Regierung des Libanon scheint dem zuzustimmen!

Das Außenministerium hielt am Mittwoch fest, dass die Resolution „einen Text beinhaltet, der nicht dem entspricht, was in der Rahmenvereinbarung steht, die vom Libanon mit der UNO unterzeichnet wurde“ und fügte hinzu: „Der Libanon hat gegen die Einführung dieser Wortwahl Einspruch eingelegt.“

„Entsprechend hat der Minister für Äußere Angelegenheiten und Emigranten ein Treffen mit dem Leiter der UNIFIL-Mission gefordert, um die Bedeutung der Fortsetzung dauerharter Kooperation und Koordination mit der libanesischen Armee zu betonen, damit der Erfolg des Auftrags der UNO-Kräfte im  Libanon sichergestellt wird“, sagte das Ministerium.

Die  Zeitung Nidaa al-Watan berichtete Mittwoch, dass der Libanon die Entfernung von „zwei Sätzen in den Klauseln 15 und16 der Verlängerungsresolution beantragt hatte, die die Bewegungsfreiheit von UNIFIL und festlegt und womit jegliche Einschränkung dieser Freiheit im Bereich südlich des Flusses Litani verurteilt wird.“

Die betreffenden Sätze (Klauseln 16 und 17) lauten.

16. Mahnt alle Seiten voll mit dem Leiter der Mission und UNIFIL bei der Umsetzung der Resolution 1701 zu kooperieren sowie sicherzustellen, dass die Bewegungsfreiheit von UNIFIL bei all ihren Operationen und UNIFILs Zugang zur B lauen Linie in allen Bereichen in vollem Umfang respektiert und im Einklang mit ihren Einsatzregeln ungehindert möglich ist, darunter durch Vermeidung  jeglicher Handlungsweisen, die UNO-Personal gefährden; bestätigt erneut, dass laut der Vereinbarung zum Status der UN Interim Forces in Lebanon (SOFA) zwischen der Regierung des Libanon und den Vereinten Nationen UNIFIL keine vorherige Genehmigung oder Erlaubnis benötigt ihren Mandats-Aufgaben nachzukommen und dass UNIFIL autorisiert ist ihre Operationen unabhängig durchzuführen, aufs Nachdrücklichste alle Versuche verurteilt Zugang zu Bewegungsfreiheit des Personals von UNIFIL zu verweigern oder einzuschränken und alle Angriffe auf UNIFIL-Personal und-Ausrüstung sowie Belästigungen und Einschüchterung von UNIFIL-Personal und Desinformationskampagnen gegen UNIFIL; die Regierung des Libanon wird aufgefordert UNIFIL prompten und vollen Zugang zu von UNIFIL beantragten Orten zu ermöglichen, um rasche Ermittlungen durchzuführen, darunter alle relevanten Stellen nördlich der Blauen Linie, die in Verbindung mit der Entdeckung von Tunneln stehen, die die Blaue Linie queren, von denen UNIFIL als Verletzung von Resolution 1701 (2006) in Übereinstimmung mit dieser Resolution berichtete, wobei die Souveränität des Libanon respektiert wird.

17. Fordert die Setien auf jegliche Einschränkungen und Hindernisse für die Bewegungsfreiheit von UNIFIL-Personal zu beenden und die Bewegungsfreiheit von UNIFIL zu garantieren, einschließlich dadurch angekündigter wie nicht angekündigter Patrouillen.

Das ist nicht neu – UNIFILs Unabhängigkeit war immer Teil des Mandats. Und der Einspruch der libanesischen Regierung dazu klingt, als würde sie von Hisbollah geführt.

UNIFIL gab heute eine eigene Erklärung aus:

UNIFIL hat immer das Mandat gehabt Patrouillen in ihrem Operationsgebiet durchzuführen, mit wie ohne das libanesische Militär. Trotzdem werden unsere operationellen Aktivitäten, einschließlich der Patrouillen, weiter mit der libanesischen Armee koordiniert, selbst wenn es uns nicht begleitet.

Unsere Bewegungsfreiheit ist in den Resolutionen des Sicherheitsrats bekräftigt worden, die das UNIFIL-Mandat erneuerten, einschließlich Resolution 1701 von 2006 und UNIFILs Status of Forces Agreeemnt, das 1995 unterzeichnet wurde.

UNIFIL scheint in letzter Zeit mit der Hisbollah immer mehr die Geduld zu verlieren und wie ich bereits festgestellt habe, verurteilte die jüngste Resolution des UNO-Sicherheitsrats zum Südlibanon die Hisbollah, auch wenn ihr Name dabei nicht genannt wurde. Die Hisbollah mischt sich in die bereits schwache Durchsetzung der UNO-Resolutionen durch UNIFIL ein den Südlibanon von nicht der Armee gehörenden Waffen freizuhalten.

Das scheint Teil der zunehmenden Bedrohungen Israels durch die Hisbollah in den letzten Monaten zu sein. Die Gruppe scheint mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit fest entschlossen zu sein einen neuen Krieg mit Israel anzufangen, scheiß auf den Rest des Libanon.

Deutschland muss sein Verbot von Hisbollah-Terroraktivitäten umsetzen

Kanzler Olaf Scholz sollte die Verhaftung aller Mitglieder der Terrorbewegung anordnen und alle ihre Moscheen und Vereine in der BUndesrepubik schließen.

Benjamin Weinthal, JNS.org, 7. Februar 2022

Mit großem Tamtam kündigte Berlin im April 2020 an, es habe alle Aktivitäten der libanesischen Terrorbewegung Hisbollah auf dem Territorium der Bundesrepublik verboten. Das Verbot bleibt allerdings folgenlos, weil Deutschland und seine 16 Bundesländer es weitgehend ablehnen es durchzusetzen.

Nach Angaben eines Geheimdienst-Berichts des niedersächsischen Verfassungsschutzes aus dem Jahr 2021 stieg die Zahl der Hisbollah-Anhänger und –Mitglieder in Deutschland von 1.050 im Jahr 2019 auf 1.250 im Jahr 2020. Trotz des Verbots hat Deutschland sie nicht festgenommen. Beachten Sie, dass lediglich drei Hisbollah-Aktive es schafften 2012 in Bulgarien einen Reisebush zu sprengen, was die Ermordung von fünf Israelis und ihrem bulgarisch-muslimischen Busfahrer zur Folge hatte.

Die Hisbollah bleibt in Europa eine tödliche Bedrohung für Juden und Israelis.

Richard Grenell, der ehemalige US-Botschafter in Deutschland, der weitgehend dafür verantwortlich war Berlin anzutreiben ihr Hisbollah-Verbot zu erlassen, twitterte im Juni 2021: „Es ist gut, dass die Deutschen letztes Jahr den Schritt unternahmen die Hisbollah trotz der Tatenlosigkeit der EU zu verbieten. Die deutsche Regierung hat jetzt mehr rechtliche Mittel die Hisbollah auszuschalten und ihre Anhänger zu verhaften.“

Die drängende Frage lautet: Wird Deutschland samt seinen Bundesländern das neue Rechtsmittel und Terrorbekämpfungsmittel nutzen, um gegen die Hisbollah-Aktivitäten vorzugehen?

Nehmen wir das beunruhigende Beispiel des südwestlichen Bundeslandes Baden-Württemberg, wo die Hisbollah Ammoniumnitrat lagerte und derzeit 75 aktive Handelnde hat, so der jüngste Verfassungsschutz-Bericht des Landes.

Hisbollah-Terroristen haben Ammoniumnitrat verwendet, um in Argentinien, Großbritannien, Bulgarien, Zypern und Frankreich Bombenanschläge zu verüben und derselbe Sprengstoff zerstörte den Hafen von Beirut im August 2020, wobei 218 Menschen getötet sowie mehr als 7.000 verletzt und geschätzte 300.000 Menschen obdachlos gemacht wurden; außerdem gab es mehr als $15 Milliarden an Schäden.

Im September 2020 kontaktierte mich Timur Lutfullin, ein parlamentarischer Berater des FDP in der baden-württembergischen Landesregierung und stellte fest, dass er zusammen mit zwei Politikern „sie Initiative bezüglich der Hisbollah-Aktivitäten in Baden-Württemberg vorbereitete“.

Die Initiative kam in Form eines Fragebogens, der Antworten seitens der Landesregierung dazu haben wollte, wie die Hisbollah in der Lage sein konnte, in Baden-Württemberg Sprengmaterial zu lagern und was das Land unternimmt, um die Terrororganisation zu bekämpfen.

Lutfullin fügte hinzu: „Wir würden das Sache gerne in der Öffentlichkeit weiter verfolgen und den Druck auf unsere Regierung erhöhen.“

Das Gefühl der Dringlichkeit wegen der Hisbollah-Aktivitäten in Baden-Württemberg hat sich intensiviert, weit aufgedeckt wurde, dass Michael Blume, der mit der Bekämpfung des Antisemitismus Beauftragte des Landes, über Likes und Retweets eines Twitter-Accounts eines Axel Mylius förderte, der Berichten zufolge ein deutscher Antisemit ist, der in Berlin eine radikal-islamistische Initiative startete. Mylius ist ein ehemaliger „großer Freund“ und wahrscheinlich immer noch ein Unterstützer) der finanziellen Hauptsponsors  und Verbündeten der Hisbollah – der Islamischen Republik Iran.

Dokumente zeigen, wie Mylius unter dem Namen „Ombar Mylius“ bei einer Gedenkveranstaltung in der Botschaft Teherans in Berlin die antisemitische Islamische Revolution von 1979 feierte. Mylius wird vom Thinktank Mena-Watch in Wien als antisemitisch bezeichnet.

Mylius‘ Twitter-Account hat Israels Botschafter bei den Vereinten Nationen, Gilad Erdan, den israelischen Finanzminister Avigdor Lieberman und den ehemaligen Premierminister Benjammin Netanyahu mit Faschisten gleichgesetzt, klare Beispiele zeitgenössischen Antisemitismus. Blume widersprach den Vergleichen nicht, als Presseanfragen geschickt wurden; er schwieg auch zu den Gefahren, die die Terrororganisation Hisbollah in Baden-Württemberg darstellt.

All das hilft zu erklären, warum die prominente jüdische Menschenrechtsorganisation Simon Wiesenthal Center Blume auf ihre Liste der „Top 10“ der schlimmsten Ausbrüche von Antisemitismus weltweit des Jahres 2021 setzte.

Blume, schrieb das SWC, „hat seit 2019 fortgesetzte Aktivitäten in den sozialen Medien, wo er einem Facebook-Posting einen Like gab, mit dem der Zionismus mit den Nazis gleichgesetzt wurde. Er hat seitdem weiter judenfeindliche, israelfeindliche und verschwörerische Twitter-Accounts „geliket“.

Daniel S. Mariaschin, Generaldirektor von B’nai Brith International, sagte über Blume: „Es ist erschütternd, dass ein öffentlicher Bediensteter, dem die Bekämpfung von Antisemitismus anvertraut ist, Facebook-Vergleichen  „Likes“ gibt, die den Zionismus mit dem Nationalsozialismus gleichsetzen, ganz zu schweigen davon, dass er sich nicht gegen eine Bank zu Wort meldet, die unter ihren Kunden eine Organisation hat, die sich der Delegitimation Israels verschrieben hat und kein Ende der Beziehungen zwischen Freiburg und einem iranischen Regime fordert, das Völkermord-Aufrufe zur Vernichtung Israels ausgibt.“

Die Stadt Freiburg in Baden-Württemberg hilft sowohl den Iran – laut US-Regierung der schlimmste Staatssponsor von Terrorismus und Antisemitismus –  und Irans Stellvertreter Hisbollah massenkompatibel zu machen.

Mariaschin fügte an: „Das scheint ein weiteres Beispiel der Bequemlichkeit zu sein ungestraft gegen Israel zu schießen. Beim zeitgenössischen Antisemitismus geht es sehr stark um die Kampagne den jüdischen Staat zu dämonisieren. Diese Realität zu begreifen sollte unbedingt eine Voraussetzung dafür sein einen Posten zu bekleiden, der diejenigen anprangern soll, die diese Art eklatanter Diffamierung betreiben.“

Michael Wolffsohn, ein hervorragender deutsch-jüdischer Historiker und Kommentator des modernen Antisemitismus, sagte der schweizerischen Zeitung NZZ, dass Blume die Sache der Antisemiten fördert. „Deshalb mein vereinfachtes Fazit: Blume ist ein ‹nützlicher Idiot› der Antisemiten“, sagte Wolffsohn.

Blume sollte von seinem Posten entlassen werden, weil der weiterhin die Bedrohung durch die Hisbollah in seinem Bundesland ignoriert. Genauso beunruhigende sind Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl und Ministerpräsident Winfried Kretschmann, die Blumes Attacken auf Juden und Israel freigeben und es ablehnen gegen die Hisbollah durchzugreifen.

Hans-Ulrich Rülke, ein FDP-Mitglied des baden-württembergischen Landtags, sagte: „Strobl muss endlich handeln und mit der Hisbollah verbundene Organisationen daran hindern Hassprediger nach Baden-Württemberg einzuladen und Geld für terroristische Zwecke zu sammeln.“

Die Aktivitäten der Hisbollah beschränken sich nicht auf Baden-Württemberg. Die Mitglieder der Organisation und ihr Netzwerk finden sich kreuz und quer durch das mitteleuropäische Land. In Niedersachsen gibt es 180 Hisbollah-Mitglieder und Anhänger, 20 mehr als 2019.

Wenn es Deutschland wirklich ernst ist mit dem Verbot der Hisbollah-Aktivitäten, sollte Kanzler Olaf Scholz die Verhaftung aller Mitglieder der Terrorbewegung anordnen und ihre Moscheen und Vereine in der Bundesrepublik schließen.

Der Streit um das Gasfeld Karish: Die Zunahme der Spannungen zwischen dem Libanon und Israel verstehen

Chaim Lax, HonestReporting, 14. Juni 2022

Die aktuelle Ankunft einer Gasförderplattform vor der Küste Israels hat erneut die Medienaufmerksamkeit auf die köchelnden Spannungen zwischen Israel und dem Libanon gelenkt (siehe hier und hier), wobei einige Analysten spekulieren, dass ein weiterer Konflikt zwischen den beiden Ländern bevorstehen könnte.

Um aus der unbeständigen Lage Sinn zu machen, die sich zwischen Israel und dem Libanon zusammenbraut (und was das mit einer Gasförderplattform zu tun hat), ist es wichtig sowohl den historischen Kontext als auch zu verstehen, was es für die Akteure der Region bedeutet.

Libanon, Israel und das Gasfeld Karisch: ein kurzer Überblick

Obwohl sie Nachbarn sind, haben Israel und der Libanon keine offiziell anerkannte Grenze. Stattdessen werden die beiden Länder von der Blauen Linie getrennt, einer territorialen Demarkationslinie, die von den Vereinten Nationen nach dem israelischen Rückzug aus dem Libanon im Jahr 2000 festgelegt wurde. Die Blaue Linie basiert auf der Grünen Linie, also der Waffenstillstandslinie, auf die sich der Libanon und Israel nach dem israelischen Unabhängigkeitskrieg 1948/49 einigten.

Während die Blaue Linie die anerkannte Landgrenze zwischen Israel und dem Libanon darstellt, verlängert sie sich nicht ins Mittelmeer, wo beide Länder Territorialgewässer und Exklusivhandelszonen (maritime Regionen, in denen sie die alleinige Kontrolle über alle Wirtschaftsressourcen behalten) haben. Diese Störung eine offizielle Demarkationslinie der Seegrenzen zu bieten hat zu Auseinandersetzungen zwischen dem  Libanon und Israel darüber geführt, wo die Territorialgewässer des einen Landes enden und die des anderen anfangen.

Die aktuellen Spannungen zwischen Israel und dem Libanon entstammen einem Disput über 850 Quadratkilometer Mittelmeer, die entlang der Grenze zwischen den beiden Ländern liegen. Israel betrachtet diesen Bereich als Teil der nördlichsten Grenze seiner Territorialgewässer, während der Libanon es als Teil seiner südlichsten Grenze betrachtet.

Dieser territoriale Disput zwischen dem Libanon und Israel ging bis zum Jahr 2000 weiter, als die USA und die UNO halfen indirekte Gespräche zwischen den beiden Ländern bezüglich einer endgültigen Vereinbarung zu den maritimen Grenzen zu vermitteln. Nach diesen Gesprächen dehnte der Libanon seine Ansprüche aus, so dass weitere 1.400 Quadratkilometer territorialer Gewässer eingeschlossen sind, die von Israel beansprucht werden, darunter das Gasfeld Karisch.

Das Gasfeld Karisch 75km nordwestlich von Haifa  wurde 2013 als reiche Erdgas-Quelle entdeckt. 2017 genehmigte das israelische Energieministerium einen Plan zur Entwicklung des Feldes, zu dem die griechische Offshore-Bohrfirma Energean und der Transport von Gas an Land nach Israel durch eine 90 km lange Pipeline gehörten.

Mit der geplanten Ankunft der Gasförderplattform von Energean im Feld Karisch am 5. Juni 2022 spitzte sich die Krise zwischen Israel und dem Libanon zu. Die Ankunft der Gasplattform wurde im Libanon mit Wut begegnet, sowohl seitens der libanesischen Politik als auch der Bürger, die den Schritt verurteilten und drohten, dass jegliche Aktivität in dem Bereich als „Provokation“ und „Akt der Aggression“ betrachtet werden würde. In Reaktion forderte Israel die Rückkehr an den Verhandlungstisch und versprach, es werde in den 850 Quadratkilometer umfassenden Gewässern nicht nach Gas zu bohren.

Wie von der israelischen Zeitung Ha’aretz berichtet, zeigen Satellitenbilder, dass die Gasplattform von Energean knapp 10km südlich der umstrittenen 850 Quadratkilometer liegt, die der Libanon ursprünglich beanspruchte.

Der US-Gesandte Amos Hochstein besuchte den Libanon am 13. und 14. Juni im Versuch die Gespräche zwischen Israel und dem Libanon wieder in Gang zu bringen und hoffentlich eine Lösung für den anhaltenden Streit zwischen den beiden Ländern herbeizuführen.

Warum ist das Gasfeld Karisch wichtig?

Der Hauptgrund, dass sowohl Israel als auch der Libanon hartnäckig das Gasfeld Karisch für ihre jeweiligen Exklusiv-Wirtschaftszonen haben wollen, istt, dass solch ein großes Vorkommen an Erdgas für jedes der beiden Ländern ein wirtschaftlicher Segen wäre.

Eine solch große Menge Gas zu verarbeiten würde Israel erlauben seine einheimischen Brennstoffreserven zu vergrößern und auch in der Lage zu sein seinen Exportmarkt auf europäische Länder auszuweiten, die nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Februar 2022 Sanktionen gegen russisches Gas verhängten.

Der Libanon betrachtet das Gasfeld Karisch als eine Möglichkeit die die Kräfte des Landes aufzehrende Treibstoffknappheit einzudämmen, und außerdem ein Weg der schweren Wirtschaftskrise entkommen, die es seit 2019 erlebt. Abgesehen vom Wirtschaftswachstum könnte das Gasfeld Karisch auch helfen das anfällige politische System des Landes zu stabilisieren.

Der Faktor Hisbollah

Wann immer es einen Disput zwischen Israel und dem Libanon gibt, kann man sicher sein, dass die Hisbollah, die vom Iran gestützte Terrororganisation, sich auch einmischt.

In diesem besonderen Fall soll Scheik Naim Qassem (der stellvertretende Leiter der Hisbollah) in Reaktion auf die Ankunft der Gasförderplattform im Gasfeld Karisch gesagt haben, wenn die libanesische Regierung ankündigen würde, dass Israel die Souveränität der Gewässer formell verletzt, dann würde sie mit Gewalt reagieren, „egal, wie die Antworten lauten“. Das könnte als Signal der Bereitschaft der Hisbollah betrachtet werden die Spannungen zu schüren und eine direkte Konfrontation mit Israel zu betreiben, eine Möglichkeit, auf die die IDF sich vorbereitet.

Qassems Kommentare folgten Äußerungen von Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah, die von den USA als Terrororganisation eingestufte Gruppe sei in der Lage die Offshore-Bohrungen mit Gewalt aufzuhalten.

Von Nasrallah wird auch berichtet, er habe seine Opposition gegenüber fortgesetzten Verhandlungen über den US-Vermittler Amos Hochstein zum Ausdruck gebracht. In einer Ansprache voller antisemitischer Untertöne soll er gesagt haben: „Wenn ihr die Verhandlungen fortsetzen wollt, dann macht das, aber … nicht mit Hochstein, Frankenstein oder sonst irgendeinem Stein, der in den Libanon kommt.“

Diese Äußerung Nasrallahs widerspricht direkt dem Willen der libanesischen Regierung, die Hochstein im Versuch die Spannungen abzumildern in den Libanon eingeladen hat.

In der Vergangenheit ist die Hisbollah dafür bekannt gewesen territoriale Streitigkeiten zwischen Israel und dem Libanon für die eigenen üblen Zwecke auszunutzen. Ein berühmtes Beispiel dafür sind die fortgesetzten Angriffe der Hisbollah auf Israel im Vorfeld des zweiten Libanonkriegs; damals behauptete die Gruppe, sie kämpfe um die umstrittene Region der Schebaa-Farmen.

Mit der Entwicklung der sich ständig in Bewegung befindlichen Situation zwischen Israel und dem Libanon ist es wichtig, dass die darüber Berichtenden ihren Lesern den angemessenen historischen Kontext liefern und dass sie nicht in Sensationsjournalismus verfallen, der die Situation verschärfen und die Spannungen aufheizen könnte. Wenn man es mit einer derart belasteten Atmosphäre zu tun hat, ist journalistische Besonnenheit keine Wahlmöglichkeit, sondern eine Notwendigkeit.

Palästinenser glauben, sie seien das Zentrum des Universums, versuchen sogar einen ISIS-Anschlag in Ägypten sich um sie drehen zu lassen

Elder of Ziyon, 8. Mai 2022

Am Samstag wurden bei einem Feuergefecht mit vermutlich dem Islamischen Staat treuen Militanten elf ägyptische Soldaten getötet.

Natürlich versuchen die Palästinenser diese Nachricht zu kapern und daraus etwas zu machen, dass ich um wen dreht? – Um sie!

Die Fatah veröffentlichte eine Stellungnahme, in der es heißt, sie betrachten den Anschlag als „kalkulierten Dienst im Interesse des rassistischen zionistischen Siedlungs-Besatzungsregimes“; sie sagte, die Angreifer hätten eine „Agenda gegen die Brüder im arabischen Ägypten und seine heldenhafte Armee und gegen das palästinensische Volk im besetzten Palästina“.

Sie fügte hinzu, der Anschlag sei „ein vorsätzlicher Dienst für das Besatzungsregime und die israelische Armee und ein verzweifelter Versuch die Moral der ägyptischen Armee zu brechen“.

Khaled al-Batsch, ein Mitglied des Politbüros der Bewegung Islamischer Jihad, bezeichnete den Anschlag als einen „Versuch die Sicherheit Ägyptens zu manipulieren und seine Stabilität auszuhöhlen, um dem zionistischen Feind zu dienen“.

Unterdessen plapperte die Hisbollah dieselbe bizarre Idee nach und sagte, der Anschlag habe „die Aufmerksamkeit vom zionistischen Terrorismus in Palästina ablenken“ sollen.

Wie nennt man das, wenn jemand für alles Schlechte, was passiert, die Juden verantwortlich macht? Ich bin sicher, dafür gibt es ein Wort.

Israel muss deutlich machen, dass mehrere Fronten zu eröffnen einen Preis hat

Die Hamas versucht mit unterschiedlichem Erfolg an verschiedene Stellen zu zündeln. Israel muss der Gruppe verständlich machen, dass jedem Terroranschlag, für den sie verantwortlich ist, mit einer Reaktion im Gazastreifen begegnet werden wird.

Yoav Limor, Israel HaYom, 26. April 2022

Der Monat Ramadan liefert weiter eine schwindelerregende Menge an Sicherheitsvorfällen in allen Sektoren. Der Tempelberg, der die letzten zwei Wochen über im Zentrum des Interesses stand, wurde Montag vom Norden abgelöst, in dem von der Hamas initiierte Krawalle ausbrachen.

Die über Nacht auf Westgaliläa geschossene Rakete verursachte keinerlei Verletzte oder Schäden, war aber eine Erinnerung daran, dass die Hamas beharrlich daran arbeitet alle Konfliktzonen aufzuputschen. Nachdem sie – erfolglos – versuchte bei arabischen Israelis Unruhen zu schaffen, sie nur teilweisen Erfolg der Versuche erlebte Judäa und Samaria aufzustacheln, aber großen Erfolg auf dem Tempelberg hatte, versucht die Hamas jetzt im Norden zu zündeln.

Die Organisation tut das über einen Zweig, den sie im Libanon gründete; dieser operiert unter Salah al-Arouri, einem ranghohen Hamas-Vertreter im Ausland, der beim Schalit-Deal aus dem Gefängnis entlassen und dann deportiert wurde. Seitdem ist Arouri in der Achse Türkei-Qatar-Libanon aktiv gewesen, wo er eine vom Iran finanzierte und von der Hisbollah genehmigte terroristische Infrastruktur schuf, die der Gruppe erlauben soll im Fall einer Eskalation im Gazastreifen oder in Jerusalem vom Libanon aus zu agieren.

Diese Infrastruktur soll auch der Hisbollah erlauben das Beste beider Welten zu genießen – zu erleben, dass Israel angegriffen wird, ohne selbst den Preis dafür zu zahlen. Israel kann diese Entwicklung auf keinen Fall zulassen. Letztes Jahr stockte es, bevor es auf Raketenfeuer aus dem Libanon reagierte und es war gut, dass es auf den letzten Vorfall sofort antwortete. Die Reaktion war weich, aber so gestaltet, dass sie dem Libanon und der Hisbollah ein Botschaft schickte, dass die Verantwortung sich nicht allein auf die Randelemente beschränken wird, die die Rakete abfeuerten.

Um die Botschaft hervorzuheben, verriet IDF-Sprecher Oberstleutnant Avichay Adraee am Montag auf Arabisch, dass das ranghohe Hisbollah-Mitglied Haddsch Khalil Harb Drogen und Waffen über die Grenze schmuggelte. Während es ein tiefer gehendes Motiv als den Schmuggel zu vereiteln gab die Methode aufzudecken, zielte die Botschaft darauf die Hisbollah mit Drogenhandel und Verbrechen in Verbindung zu bringen und die Organisation hauptsächlich so darzustellen, dass sie mit ihrem Verhalten den Libanon in Gefahr bringt.

Die Verbindungsmöglichkeiten zwischen den verschiedenen Fronten und der Versuch die arabische und palästinensische Öffentlichkeit aufzustacheln sind nicht allein der Hamas bekannt. Der Palästinensische Islamische Jihad macht dasselbe, wie wir nach der Aufdeckung eines PIJ- Versuchs eine Terrorinfrastruktur in Judäa und Samaria aufzubauen wissen, was der Shin Bet verhinderte. Laut einer Stellungnahme des Shin Bet schafften es Mitglieder des Netzwerks eine Bombe zu bauen, bevor sie geschnappt wurden. Das ist beunruhigend, weil der potenzielle Schaden, den Bomben wie diese anrichten können, weit größer ist als das, was ein einzelner Terrorist anrichten kann.

Seit der zweiten Intifada hat der Shin Bet Dutzende ähnliche Komplotte torpediert, Selbstmord-Bombenanschläge mit Massen an Opfern verhindert. Dennoch ist klar, dass Terrororganisationen immer noch versuchen Anschläge dieser Art zu verüben, in der Hoffnung Israel in Schockstarre zu versetzen. Sie agieren unter der falschen Vorstellung, dass sie in einer Zone – Judäa und Samaria – Eskalation verursachen können, während das in einer anderen – dem Gazastreifen – verhindert wird. Dieser Versuch schlug fehl, als die Hamas im Juni 2014 drei Teenager entführte, was zur Operation Fels in der Brandung führte; und als 2021 Krawalle auf dem Tempelberg angezettelt wurden, was zur Operation Wächter der Mauern führte. Israel muss den Gruppen im Gazastreifen deutlich machen, dass ihr Mehrfrontenspiel auch heute einen Preis hat – wenn, was der Himmel verhüten möge, ein großer Terroranschlag verübt wird, der aus dem Gazastreifen finanziert und geplant wird, es der Gazastreifen ist, wo Israel reagiert.

Wir können annehmen, dass die Versuche mehrere Sektoren aufzuheizen bis zum Ende des Ramadan weitergehen werden. Das fordert von Israel seinen hohen Bereitschaftszustand fortzusetzen und umsichtig darauf zu reagieren. Inzwischen bleiben die Streitkräfte in höchster Alarmbereitschaft. Vor uns liegen jede Mange angespannter Tage, bis Entwarnung gegeben werden kann.

Die Libanesen machen sich über Nasrallahs Rede lustig

Elder of Ziyon, 17. Februar 2022

Die englischsprachige libanesische Nachrichten-Seite Naharnet ist eine der wenigen, die es den Lesern erlaubt frei zu kommentieren und die meisten von ihnen hassen Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah so richtig.

Hier sind ein paar der Zitate aus Nasrallahs Rede von Mittwoch und einige libanesische Reaktionen:

Nasrallah: Israel ist auf dem Rückzug und auf dem Weg in den Niedergang.

Antwort: Da musste ich lachen! Klar ist Israels Wirtschaft ein Trümmerhaufen, seine Staatsverschuldung übersteigt $150 Milliarden, ist mit seinen Staatsschulden in Verzug, seine Währung ist mehr als 20-mal abgewertet worden, es ist isoliert und hat keine Freunde.

Nasrallah: Wir ermutigen die Israelis Palästina zu verlassen und wir sind bereit ihnen die Fahrkarten zu zahlen.

Antwort: Ufff…. Warum stattdessen nicht das Geld dazu verwenden die Libanesen im eigenen Land zu halten?

Narallah: Die Hisbollah stellt im Libanon Präzisionsraketen und Drohnen her.

Antwort 1: Großartig… und das libanesische Volk verhungert! Nehmt eure Raketen und Drohnen und schiebt sie euch dahin, wo die Sonne nicht scheint.

Antwort 2: Können wir die Raketen und Drohnen kochen und essen? Hat die Hisbollah eine Hightech-Industrie darum herum aufgebaut? Oder kläfft Nasrallah nur, um von Khamenei den Gehaltsscheck zu bekommen?
Das Ziel von Politik ist es der Mehrheit der Bevölkerung Frieden und Wohlstand zu bringen, während die Hisbollah zum Ziel hat den Interessen ihrer Zahlmeister in Teheran zu dienen.
Was für ein monströser Zirkus!