Das Ziel des Palästinensertums

Worum es beim angeblichen Streben nach palästinensischer Eigenstaatlichkeit und sozialer Gerechtigkeit wirklich geht.

Richard L. Cravatts, FrontPage Mag, 8. September 2021
(Titel bei Israel National News, 9. September 2021: Palästinensertum ist Teil des neuen Antisemitismus)

Eine von Alums for Campus Fairness durchgeführte Studie („Eine wachsende Bedrohung: Antisemitismus auf College Campussen“) fragte rund 500 jüdischen College-Studenten und aktuelle Absolventen, wie ihre Wahrnehmung von Antisemitismus auf dem Campus aussieht. Die Ergebnisse der Umfrage waren beunruhigend: „Fast 100% der Befragten sagten, Antisemitismus sei/war an ihrer Universität ein Problem.“ „95% der Befragten identifizierten Antisemitismus als ein Problem an US-Universitäten, wobei drei von vier ihn als ein ‚sehr ernstes Problem‘ beschrieben.“ Fast „die Hälfte der aktuellen Studenten sagten, Antisemitismus werde an ihrer Universität schlimmer“ und „69% der Studenten und Absolventen sagen, sie haben bestimmte Orte, Veranstaltungen oderSituationen an der Schule vermieden, weil sie Juden sind“.

Jeder, der den aktuellen Zusatnd von Universitäten kennt, weiß, dass die Wurzeln eines Großteils dieser Feindseligkeit gegenüber jüdischen Studenten die anhaltende Universitätskampagne gegen Israel und den Zionismus ist und dass jüdische Studenten, wann immer sie den jüdischen Staat unterstützen oder auch nicht, regelmäßig Ziel von Hohn, Fanatismus und Verurteilung sind, einzig weil sie Juden sind.

Tatsächlich haben Recherchen sehr eindeutig gezeigt, dass Agitation gegen Israel – darunter die toxische Kampagne Boykott, De-Investitionen und Sanktionen (BDS) – durch solch zersetzende studentische Aktivisten wie Students for Peace in Palestine (SJP – Studenten für Frieden in Palästina) sowohl die Häufigkeit als auch die Intensität antisemitischen Redens und Äußerungen steigert. Z.B. deckte ein Bericht der The AMCHA Initiative, einer Campus-Beobachterorganisation zu Antisemitismus, aus dem Jahr 2019: „Der Auftrag von BDS, Programme, Zusammenarbeit, Veranstaltungen oder Äußerungen zu boykottieren oder zu unterdrücken, die für die ‚Normalisierung Israels in der globalen akademischen Welt‘ werben, sowie den akadmischen BDS-konformen ‚gesunden Menschenverstand‘ Einzelner zu kritisieren, gegen sie zu protestieren und sie zu boykottieren, wenn diese als Komplizen bei den Israel vorgeworfenen Verbrechen oder Unterstützer dieser gehalten werden, scheint enorm zu antisemitischem Verhalten zu anzuspornen“.

Ein früherer AMCHA-Bericht hatte ähnliche Verbindungen zwischen israelfeindlichem Aktivismus und dem Vorhandensein von Antisemitismus an den Universitäten mit SJP-Gruppen festgestellt. Dieser Bericht kam zu dem schockierenden Schluss, dass das „Vorhandensein von einer oder mehrerer antizionistischen Studentengruppen sehr stark mit der Gesamtzahl antisemitischer Vorfälle korreliert. 99% der Schulen mit einer oder mehreren aktiven antizionistischen Studentengruppen hatten eine oder mehr antisemitische Aktivitäten, während nujr 16% der Schulen ohne aktive antizionistische Studentengruppen Vorfälle antisemitischer Aktivitäten hatten.“ Universitäten mit SJP oder anderen antizionistischen Studentengruppen, stellte der Bericht fest, waren „sehr stark mit dem Auftreten antisemitischer Äußerungen verbunden. 91% der Schulen mit einer oder mehrerer aktiver antizionistischer Gruppen zeigten Beweise für antisemitische Äußerungen, während nur 16% der Schulen ohne aktive antizionistische Studentengruppen Beweiswe für antisemitische Äußerungen zeigten.

SJP und andere Studentengruppen sind, zusammen mit ihren Sponsoren aus dem Lehrkörper, die Fußsoldaten in der weltweiten Kampagne des Palästinensertums, aber die Ideologie, die die palästinensische Sache antreibt, ist nicht nur in den Mauern der efeubewachsenen akademischen Welt offenkundig, sondern auch in der UNO, in NGOs, dem Außenministerium, auf der arabischen Straße und in Parlamenten und Kongressen, wo die linken Intellektuellen behaupten sich für arabische Selbstbestimmung einzusetzen und scheinbar kein Problem damit haben, als Teil dieser Bemühungen wenn nötig die einzige Demokratie des Nahen Ostens zu opfern.

Im Mittelpunkt dieser Propagandakampagne zur Verankerung des Palästinensertums – in dem das Leid der Palästinenser endlich das historische Leiden und die Enteignung der Juden übertrumpft hat – steht die umfassende, bewusste Aneignung der Sprache und der Symbole der Juden durch die Feinde, die nicht nur die jüdische Vergangenheit, sondern die Existenz des jüdischen Staates ausrotten wollen. Folglich wird der tatsächliche Völkermord am europäischen Judentum während des Holocaust von der arabischen Welt entweder bagatellisiert oder bestritten, während gleichzeitig Israel beschuldigt wird über ethnische Säuberung, militärische Grausamkeit und Kriegsverbrechen einen neuen „Holocaust“ an den Palästinensern zu verüben.

Palästinenser beeichnen sich regelmäßig als in einer Diaspora zerstreut, was sie ihre „Nakba“ nennen, eine Katastrophe, so wie Juden traditionell von ihrer Zerstreuung aus ihrer Heimat nach der Zerstörung des zweiten Tempels gesprochen hatten. Während arabische Aggression und mörderische Impulse gegenüber Juden – vor und nach der Gründung Israels – unerbittlich gewesen sind, hat das Palästinensertum erfolgreich den arabischen Palästinensern die Rolle des immerwährenden Opfers jüdischen Herrenmenschentums gegeben, obwohl die irredentischen Ziele der Islamisten einen rein muslimischen Staat im historischen Palästina zu errichten genau das ist, was wiederholt lautstark als von Israel betriebene rassistische, unmenschliche, interational kriminell und moralisch inakzeptable Form der Selbstbestimmung verdammt wird.

Dass der Westen das Palästinensertum weithin akzeptiert, ist größtenteils durch die intellektuellen Eliten angeführt worden, deren eigene Neigungen gegen Isarel und die USA dazu dienen die Kampagne zur Verunglimpfung, Diffamierung und Delegitimiserung Israels zu anzutreiben und weithin zu fördern. Während die ideologischen Eskapaden israelfeindlicher Studentengruppen die sichtbarsten Aspekte der Hasst-Israel-Agenda sind, wäre dieses Ausleben und die schrille Rhetorik von Studenten inkonsequent, würde es sich nicht der vollen intellektuellen und moralischen Unterstützung dieser Bewegung durch Mitglieder der Lehrenden genießen – denen mit dem Prestige und akademischem Einfluss dem Krieg der Ideen gegen den jüdischen Staat Glaubwürdigkeit und Einfluss zu verleihen.

Die Links-Tendenz der Fakultäten an den Universitäten hat es unausweichlich gemacht, dass viele Professoren die Rechtschaffenheit des Zionismus bezweifeln, wenn sie nicht offen die Existenz Israels als moralischen Fleck der Welt brandmarken, der Araber unterdrückt und die USA als Komplizen bei dieser vermeintlichen kolonialen, militaristischen Unterdrückung teeren. Die selbstgerechten Professoren, die ununterbrochen Israel verurteilen, können eine große moralische Hingabe an die Palästinenser haben oder auch nicht.

Eigentlich ist das oft für ihr Hauptziel nebensächlich: Nicht tatsächlich mit konstruktivem, taktischem Rat und Unterstützung der palästinensischen Selbstbestimmung zu helfen – was immer bitter und sichtbar gefehlt hat – sondern die Unterstützung für Israel mit der von Israles jihadistischen Feinden geteilten ultimativen Absicht zu schwächen, um es letztlich komplett zu beseitigen. Die vorgetäuschte Rechtschaffenheit, die sie einsetzen, um sich vor Kritik zu schützen, beruhigt die, die sonst die fundamentale moralische Grausamkeit ihrer Angriffe auf Israel sehen würden. Und sie sind in ihrer Selbstgerechtigkeit auch feige eine solch lautstarke Haltung gegen Israel einzunehmen, denn das ist eine Auffassung und ein philosophischer Ansatz, die im Juden hassenden Westen keinen Mut benötigen.

Natürlich grassiert bei den Campus-Linken die Zurschaustellung eigener Tugendhaftigkeit; viele von ihnen haben das Gefühl, weil sie soziale Gerechtigkeit für die Palästinenser anstreben und versuchen das niederzustrecken, was sie als neue israelische Version der Aparthad definieren; dass alles, was sie sagen oder tun, um Israel zu delegitimieren, akzeptabel, sogar notwendig ist. Damit tyrannsieren sie Israel nicht nur, es solle seine politischen Gewohnheiten zur Beendigung palästinensischen Leidens, sondern auch, so behaupten sie, zum Wohl sowohl der Israelis als auch der Diaspora-Juden.

Diese törichten Professoren (und ihre mitlschuldigen Studenten), die nie einer ernsteren physischen Bedrohung ausgesetzt waren, als beim Schlange stehen im Starbucks angerempelten worden zu sein, sind äußerst bereit Isarel zu beschimpfen, wenn es sich gegen unaufhörliche Raketenangriffe aus dem Gazastreifen verteidigt, die israelische Zivilisten ermorden sollen. Dieselben Professoren, viele von ihnen die niederträchtigsten Kritiker, die aus Fakultäten der Geisteswissenschaften, Literatur, Anthopologie, Geschichte und Soziologie kommen, sind ohne jegliche militärischen Fachkenntnisse erpicht darauf offizielle Vertreter Israels zu Kriegsregeln zu ermahnen und brandmarken das Fehlen von „Verhältnismäßigkeit“ in Israels Bemühungen seine Bevölkerung vor jihadistischen Mördern zu verteidigen. Und sie sind derart erpicht öffentlich, ihre Rechtschaffenheit als Verteidiger der palästinensischen Sche zu behaupten, dass sie terroristische Gewalt akzeptieren und „erotisieren“ und sich bereitwillig Israels Todfeinden anschließen, die es auslöschen wollen, womit sie, wie es der Essayist David Solway so lyrisch ausdrückte: „den ammoniakartigen Hass der aktuellen Brut der Krypto-Antisemiten, die sich als Antizionisten ausgeben“ bedienen.

Diese herablassende politische Haltung, die hinterlistige Lüge der Linken, alle Kulturen seien gleich, aber einige mehr oder weniger gleich, um es mit Orwell auszudrücken, führte Liberale in eine moralsiche Falle, in der sie Israels militärische Selbstverteidigung als barbarisch, kriminell und nazihaft denunzieren (weil Israel ein mächtiger, demokratischer Staat ist) und regelmäßig den völkermörderischen arabischen Terrorismus als ein akzeptables und unvermeidliches Ergebnis eines schwachen Volks entschuldigen oder rechtfertigen, das unter westlicher Unterdrückung leidet. Gewalt seitens der Unterdrückten wird von Linken akzeptiert, weil es als Fehler der starken Staaten erachtet wird, deren Unterdrückung dieses wehrlosen Volks die Grundursache ihres gewalttätigen Widerstands ist.

Fakt ist: Wenn Israel verabscheuende linke Professoren wie der toxische Joseph Massad von der Columbia University palästinensischen Terror entschuldigen, dann rechtfertigen sie ihn mit der Charakterisierung der Existenz Israels als moralisch fehlerhaft, als auf dem seiner Ansicht nach inhärent rassistischen und imperialistischen Wesen basierend. Für ihn können Staaten, die rassistisch und imperialistisch sind, nicht einmal ihre Selbstverteidigung rechtfertigen, während die Opfer solcher Regime freie Hand haben wie sie „Widerstand“ leisten, was auf der linken Auffassung der universalen Menschenrechte gründet – aber besonders für die Schwachen gilt. „Worauf die Palästinenser letztlich bestehen, ist, dass Israel gelehrt werdne muss, dass es nicht das Recht hat seine rassissche Überlegenheit zu verteidigen“, hat Massad geschrieben, „und dass die Palästinenser das Recht haben ihre universalen Menschenrechte gegen Israels rassistische Unterdrückung zu verteidigen.“

Als Teil der leidenschatlichen Wunschs der akademischen Welt die Universitäten zu sozial idealen Schauplätzen zu machen, wo rassische und kulturelle Konflikte aufhören zu existieren, fasst das Palästinensertum als Teil der Kampagne zur Verwirklichung „sozialer Gerechtigkeit“ für marginalisierte Opfergruppen Fuß – zu denen die lange benachteiligten arabischen Palästinenser gehören, die in der Dritten Welt heutzutage die Lieblingsopfer sind.

Für die Linke ist, nach Angaben von David Horowitz, einem ehemals radikalen Linken, der sich zu Konservativen wandelte, das Konzept einer Welt, die in Unterdrücker und Unterdrückte geteilt ist“. Diejenigen, die soziale Gerechtigkeit anstreben, tun das daher mit der Intention die wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Spielfelder einzuebnen; sie streben eine Umstrukturierung der Gesellschaft auf eine Weise an, die die Mächtigen und die Eliten benachteiligt und sie, wenn nötig, stürzt – damit die Enteigneten und Schwachen gleichgestellt werden können. Mit anderen Worten: Die Linke sehnt sich nach einer utopischen Gesellschaft, die noch nicht existiert und ist bereit den bestehenden Status quo umzustrukturieren und – oft um einen furchtbaren humanitären Preis – zu stürzen, um sogenannte „Gerechtigkeit“ für diejenigen zu schaffen, die aus ihrer Sicht von der Geschichte übergangen oder missbraucht wurden. Nach Angaben von Horowitz ist dieser „Radikalismus eine Sache, deren utopische Agenden eine Ethik zur Folge haben, in der der Zweck überwiegt und letztlich die Mittel rechtfertigt“, eine Sichtweise, die bedeutet hat, dass westliche Linke dazu gekommen sind Mitgefühl für die Taktiken und die Ideologie von Jihadisten haben, die die westlichen Ideale im Streben nach einem islamischen Kalifat kippen wollen, was Horowitz als eine „unheilige Allianz“ der Linken mit den Islamisten in ihrem Streben nach sozialer Gerechtigkeit bezeichnet.

In dieser gefährlichen Allianz wird Israel ständig als rassistischer Staat verleumdet, als aggressives militaristisches Regime, das den unglücklichen Palästinensern unverhältnismäßiges Leid zufügt, womit das Argument geölt wird, diese Ungleichheit sei so inhärent und unerbittliche falsch, dass sie korrigiert und gerecht gemacht werden muss. Damit bringen solch radikale Studentengruppen wie Students for Justice in Palestina, die als ihren Kernauftrag haben, wie ihr Name impliziert, ihre eigene Vision von Gerechtigkeit in den Nahen Osten zu bringen, diese Gerechtigkeit einzig den Unterdrückten, den Palästinensern und nicht dem Unterdrücker, Israel, dessen Machtposition nur durch eine „Hierarchie von Klasse und Rasse“ möglich gemacht wurde, „die weltweit existiert“.

Für die Linke gilt soziale Gerechtigkeit einzig für die Entrechteten, die „Opfer“ ungerechter westlicher Gesellschaften, die, deren Leiden vordergründig von imperialistischen, kapitalistischen, militanten, hegemonialien Staaten verursacht wird und deren Fehler ist – Amerika und Israel an erster Stelle. Und an den Universitäten, wo linke Professoren die Rassen- und Klassen-Politik fast heilig gemacht und bestimmte Sätze bevorzugter Opfergruppen identifiziert haben, für die Gerechtigkeit angestrebt wird, hat der Kult des „Opfertums“ sogar zu verpflichtendem Unterricht für das Erreichen der Mechaniken des Erreichens von sozialer Gerechtigkeit für die Schwachen in der Gesellschaft geführt.

Diese Sicht auf den Juden oder Israel, den jüdischen Staat als politischem Destabilisator, steht natürlich auch im Mittelpunkt der Ideologie des Palästinensertums und der Vorstellung, dass die Opfer jüdischer Kraft die Entrechteten und Schwachsen sind, für die linke Akademiker angeblich Gerechtigkeit begehren. Jede Taktik, einschließlich Terror und Gewalt, wird als für die Sache der Opfer, das Joch der Unterdrückung abzuwerfen, angemessen und entschuldbar betrachtet; so sind die Palästinenser, die man eindeutig täglich unter Demütigung leiden lässt und die endlos ihrer Heimat und des Rechts auf Selbstbestimmung beraubt sind, das perfekte Beispiel des zeitgenössischen Opfer-Archetyps, des „Anderen“ aus der Dritten Welt, ein allgegenwärtiger, obdachloser, vertriebener, tragischer Flüchtling, dessen Notlage direkt auf den angeblichen Kolonialismus seitens des „Siedlerstaats“ Israel zurückverfolgt werden kann.

Diese Erklärung, dass Gewalt eine akzeptable, wenn nicht sogar willkommene Komponente des Palästinensertums ist – heißt: der inhärenten „Gewalt“ des Imperialismus, Kolonialismus oder Kapitalismus wird nicht mit derselben Gewalt begegnet wie der unterdrückte Versuch ihre Unterdrücker abzuschütteln – ist genau die Art kontraproduktiver Vernunft, die sich in diesem Zeitalter als hartnäckiger Teil des Kriegs gegen den Terror erwiesen hat. Amerika hassende und Israel hassende Akademiker haben nicht unregelmäßig den Wunsch geäußert, dass diesen Ländern Schaden durch die Hand der Opfergruppen entsteht, für die sie regelmäßig ihre Sympathien bekunden. Sie schreiben Armut und Hilflosigkeit regelmäßig und fälschlich die Tendenz zu zuTerrorismus seitens der ansonsten schwachen und unterdrückten Einzelnen zu führen. Und wie linke Apologeten revolutionärer Gewalt in früheren Beispielen für Widerstand sehen sie eine Gelegenheit den Spieß gegen die Unterdrücker zu drehen und in der sich daraus ergebenden Machtverschiebung eine ebenbürtige Verteilung des Leids herbeizuführen.

Die fast totale linke Ablehnung jeglicher Anerkennung von Gutem seitens westlicher Länder, die Kultivierung und Forderung des Palästinensertums ist, so sagt es die Kommentatorin Melanie Phillips, symptomatisch für den Glauben der Akademiker an ihre eigene moralische Überlegenheit, ein Merkmal, das ihnen, zumindest in ihrem eigenen Denken, eine echtere und prinzipienfestere Weltanschauung verleiht.

„Im Griff eines Gruppendenkens, das dafür sorgt, dass sie vor der Opfer-Kultur und dem Abbau westlicher Moral und dem Konzept der Wahrheit niederknien“, schrieb Phillips, „ist eine erschreckende Anzahl unserer vermeintlich klügsten Köpfe von Leuten, die Aufklärung verbreiten, in solche verwandelt worden, die um sich Dunkelheit ausgießen.“

Akademiker verwenden Propaganda, nicht Expertise, um auf Israel einzuprügeln

Phyllis Chesler, IPT News, 24. Mai 2021

Palästinensische Keffiyeh tragende Männer sind auf den Straßen Amerikas und Europas herumgelaufen und haben Juden verprügelt. Israel stellte man sich als sicheren Hafen für verfolgte Juden vor, die im Exil leben und heute werden in der Diaspora lebende Juden angegriffen, weil Israel nicht nur existiert, sondern es auch noch wagt sich gegen islamistische, terroristische Aggression zu verteidigen.

Zusätzlich geben Gutmenschen des interreligiösen Dialogs, feministische Akademiker und Gelehrte im Allgemeinen Unterstützungserklärungen für Palästina ab, aber nicht für Israel, das unter der umfassendsten Belagerung gestanden hat.

Eine Gruppe, die sich Palestinian Feminist Colletive nennt, startete einen „Liebesbrief an unser Volk in Palästina“, in dem es heißt: „Wieder einmal trotzen Palästinenser vom hohen Norden bis in den tiefen Süden unseres Heimatlandes den Versuchen der Siedler-Kolonialisten das Land und das Volk zu teilen…“ Schlagworte wie „Siedlergewalt“ und „ethnische Säuberung“ werden als „Teil der fortgesetzten Nakba [Katastrophe], die palästinensischen Zeit und Raum seit 1948 überspannt“ eingesetzt und verstanden.

Der Feminismus des Kollektivs ist einer, in dem „gegenderte Gewalt der Kern der kolonialen Vorgehensweise der Siedler ist. Wir stehen zu euch, während ihr dieser maskulinisierten und militärischen Kolonisation Widerstand leistet.“

Ihr Sprachgebrauch ist kommunistische Revolutionsrhetorik und ein Rückschritt in die westliche Romanze mit Che Guevara, Mao, Stalin und den amerikanischen Black Panthers.

In der Folge veröffentlichten akademische Feministen eine Erklärung „in Solidarität mit dem palästinensisch-feministischen Kollektiv“, die zu unwissenschaftlicher Standardklausel-Propaganda verlinkt, von der sich keine mit der islamischen Geschlechterapartheid beschäftigt, die arabisch-palästinensische Frauen in Israel, dem Gazastreifen und der Westbank plagt. Sie konzentrieren sich auf „Zwangsräumungen in Ostjerusalem“ ohne die Geschichte, die Rechtmäßigkeit oder das Wesen dieses Streits zu begreifen.

Die Erklärung selbst ist problematisch, aber schlimmer ist, dass sie komplette Fakultäten an Dutzenden Universitäten auflistet. Das wurde ohne das Wissen oder die Genehmigung einiger, wenn nicht vieler der Fakultätsmitglieder gemacht, die in ihnen arbeiten.

Die Genderstudien-Leute verlinken zu Fakten über die „humanitäre Lage im Gazastreifen“, die es versäumen einzuräumen, dass Israel den Gazastreifen 2005 verließ. Wie immer die Lage dort sein mag, sie ist die Folge der Gier, Korruption und terroristischen Ziele der Hamas.

Lieber Gott, wie ist es möglich zu behaupten „Palästina ist eine Sache des Feminismus“, was sie tun, ohne auch nur die Kinder-Zwangsehen, Zwangsverschleierung und Ehrenmorde zu erwähnen – indigene Bräuche – die nicht von der angeblichen israelischen Besatzung verursacht sind?

Unter der theokratischen Hamas-Herrschaft können Frauen im Gazastreifen nicht ohne Einverständnis eines männlichen Hüters reisen. Nur Tage, bevor die Hamas den letzten Krieg begann, wurde eine Reporterin in Gaza verprügelt, weil sie es wagte mit unbedecktem Kopf vor die Tür zu gehen. Gaza gehört zu den weltweit gefährlichsten Orten für Schwule und Lesben. Zu diesen Dingen haben die Genderstudien- und feministischen Akademiker nicht viel zu sagen gehabt.

Wie ist es akademischen Feministinnen möglich sich stärker um die sogenannte Besatzung und Kolonisierung eines Landes zu sorgen, das nie existierte, als um die Besatzung der realen Frauenkörper in genau dieser Region?

Diejenigen, die sich so sehr um Trigger-Warnungen und Mikroaggressionen sorgen, scheinen an dem Trauma kein Interesse zu haben innerhalb von 15 Sekunden einen Luftschutzbunker erreichen zu müssen; an dem Trauma von Raketen über dem Kopf. Das ist Israels Realität – und wurde für die Gazaner erst Realität, nachdem die Hamas Israel 2006, 2009, 2012, 2014, 2019 und 2021 angriff.

Diese feministischen Professorinnen haben nicht mit ihren eigenen, individuellen Namen unterschrieben, weil ihre gesamten Fakultäten sich dieser Erklärung verschrieben haben. Dazu gehören: Amherst, Barnard, neun Universitäten in Kalifornien, Georgetown, Georgia State, Rutgers, Standford, die University of Hawaii, Washington State, Yale sowie neun kanadische Universitäten – McMaster University, Mount Royal University, Queens University, Saint Mary’s University, St. Francis Xavier University, University of British Columbia, University of Regina, University of Waterloo und York University.

Ich habe nach dem Zufallsprinzip die Veröffentlichungen von jeweils einer Professorin von 10 Gender- und Frauenstudien sowie Sexualitätsfakultäten ausgesucht. Zu ihren Fachgebieten gehören das Studium von Testosteron und die „wechselseitigen Beziehungen zwischen Naturwissenschaften und den sozialen Hierarchien von Geschlecht, Sexualität und Rasse“; transnationale Feminismus– und Karibik-Studien, die Schwarz-radikale Tradition und Guyana; Queere Verwandtschaftsverhältnisse in Taiwan; Rasse und Technologie, weißes Herrenmenschentum und radikaler Liberalismus; Queer-Rasse und Queers of Color; Fettleibigkeit, Invitro-Befruchtungsfehlschläge und Ausdauersport wie Marathon-Schwimmen; feministische Leistung, Kulturkritik, Rassentheorie; Sexualität, Psychoanalyse, postkoloniale, Queer- und Trans-Theorien.

Lediglich eine Professorin an der University of California, Berkeley Law School hat die Frage der Ehrenmorde behandelt – aber hauptsächlich, um Präsident Trump und Ayaan Hirsi Ali wegen fehlgeleiteter Stigmatisierung eines gesamten Volkes für ein Verbrechen anzuklagen, das angeblich auch im nichtmuslimischen Westen vorkommt.

Vielleicht betrachtet man das heute als „feministische“ Arbeit. Aber keine dieser willkürlich ausgesuchten 10 haben einen höheren Abschluss in der Geschichte der Beschaffenheit des Nahen Ostens, der arabischen Welt, Islam, Judentum oder Israel. Keine gibt als Expertin Kurse in solchen Feldern. Sie nutzen ihre Experten-Referenzen lediglich um Propaganda zu unterstützen.

Die feministischen Akademikerinnen sind nicht alleine. Eine weitere Erklärung, „Palästina und Praxis: Wissenschaftler für palästinensische Freiheit“, weist 70 Seiten Unterschriften mit etwa 48 Namen auf jeder Seite auf. Das addiert sich zu ungefähr 3.150 Unterschriften und mehr. Diese Professoren lehren überall in den Vereinigten Staaten, auch an Ivy League-Universitäten, außerdem in Kanada, Frankreich, Holland, Irland, Spanien, der Schweiz, Großbritannien, Bangladesch, Ägypten, Indien, Indonesien, Jordanien, Südafrika und der Türkei.

„Als Wissenschaftler bestätigen wir den palästinensischen Kampf als indigene Befreiungsbewegung, die sich einem Siedler-Kolonialstaat stellt“, heißt es in der Erklärung. „Israel führt einmal mehr eine groß angelegte Luftangriffs-Bombardierungskampagne … Palästinensische Wissenschaftler schreiben unter der Bedrohung der Auslöschung durch Siedler-Kolonialisten und der Auferlegung von Exil… es ist zwingend nötig, dass wir ihre Ersetzung und Auslöschung nicht innerhalb unserer eigenen Forschung vornehmen… Forschung ohne Handeln normalisiert den Status quo und verstärkt Israels Straflosigkeit…“

Was ist „Praxis“? Es bedeutet „Ausüben“ oder „Handeln“. Glauben diese Professoren wirklich, dass schon die Verwendung des Wortes „Praxis“ irgendein Handeln darstellt? Wenn ja, mit welchem Ziel? Sie sagen es uns.

„Forschung ohne Handeln normalisiert den Status quo und verstärkt Israels Straflosigkeit… Forschung muss auch ethisch sein, indem sie sich auf Entkolonialisierung konzentriert und die Stimmen der palästinensischen Wissenschaftler so erhebt, dass sie Quellen von Autorität bleiben und nicht nur Studienobjekte.“

Damit fordern die Professoren Wissenschaftler auf, sich BDS – Boykott-Kampagnen – und antiisraelischem Campus-Aktivismus zu verpflichten sowie „Druck auf (ihre) Regierung auszuüben, damit sie aufhört die israelische militärische Aggression zu finanzieren“.

Diese Erklärung ist schlichtweg eine Kriegserklärung an den jüdischen Staat.

Raten Sie mal: Nur 11 der 450 Unterzeichner lehren in Nahost-, Palästina- und Arabisch-Studien.

Sowohl die feministischen Akademikerinnen als auch die „Wissenschaftler“ recyceln palästinensisch-islamistische Propaganda und versuchen das als wissenschaftliche Meinung zu verkaufen. Fallen Sie nicht darauf herein. Was beide Erklärungen sagen, ist freitags in den fundamentalistischsten Moscheen im gesamten Nahen Osten und bei den Äußerungen der Muslimbruderschaft-Außenposten wie der Muslim Student Association und dem Council on American-Islamic Relations (CAIR) zu hören.

Für sie symbolisiert „Palästina“ die heiligste Unterdrückung und den wichtigsten indigenen Wiederstand.

Wenn vermeintliche Wissenschaftler zu Fragen dozieren, die über ihr Fachgebiet hinausgehen, zu Themen, die so komplex wie diese sind, dann stellt das den Tod der Werte der Aufklärung und die Zersetzung unabhängigen Denkens dar. Es ist auf jeden Fall der Tod des echten Feminismus.

Sind gebildete Menschen antisemitischer?

Eine neue Umfrage zeigt, dass ein Gegenmittel, auf das amerikanische Juden das letzte Jahrhundert über vertraut haben, heute die Seuche verbreiten könnte.

Jay P. Greene/Alberg Cheng/Ian Kingsbury, Tablet Magazine, 30. März 2021

Ein Grundlagenprinzip im Kampf gegen Hass in Amerika ist die Überzeugung, dass Intoleranz im Allgemeinen und Antisemitismus im Besonderen Funktionen von Ignoranz sind, die über Bildung gelöst werden können. Wir sehen Beweise dafür, wo immer Sorgen wegen Intoleranz oder Antisemitismus stärker auffällig werden. Vorgeschlagene Lösungen bieten regelmäßig verbesserte Holocaust-Bildung oder ausgeweitete Diversität, Gleichheit und Inklusionstraining an. Die Profile von Antisemiten tendieren dazu aus Weißen vom Land oder städtischen Minderheiten mit niedrigem Bildungshintergrund zu bestehen. Hoch gebildete Menschen tendieren dazu sich in ihrem höheren Klassen-Status sicher zu fühlen und nehmen an, dass die Gefahren von Hass zwischen Gruppen sich andernorts konzentrieren.

Tatsächlich unterstützen weithin zitierte Antisemitismus-Studien die Überzeugung, dass er mit niedrigem Bildungsniveau einher geht. Die Umfrage Global 100 der Anti-Defamation League zu weltweitem Antisemitismus stellte zum Beispiel fest: „Unter Christen und den nicht Praktizierenden führt ein höherem Bildungsniveau zu weniger antisemitischen Einstellungen.“ Die Umfrage, die auch im Iran und der Türkei durchgeführt wurde, befand: „Bei muslimischen Befragten gilt das das Gegenteil…“ Nimmt man Schulsysteme aus, die ausdrücklich Judenhass lehren, so scheint Bildung tatsächlich Antisemitismus zu reduzieren. Nach Durchsicht mehrerer Studien kam der Soziologe Frederick Weil zu dem Schluss: „Die besser Gebildeten sind in den USA weit weniger antisemitisch als die schlechter Gebildeten und für diese Beziehung kann kein anderes Maß als der soziale Status (d.h. Einkommen, Beruf) verantwortlich sein.“

Ein großes Problem dieser weithin vertretenen Überzeugung – die seit den Tagen von Louis Brandeis die Herangehensweise der amerikanischen jüdischen Gemeinschaft an die Bekämpfung des Hasses dominiert – besteht darin, dass sie von den Fragen der Umfragen abhängt, die vermutlich versäumten den Antisemitismus unter den gut Gebildeten zu erfassen. Diese Studien messen Antisemitismus größtenteils einfach mit der Frage an die Probanden, welche Gefühle sie zu Juden haben oder indem sie fragen, ob sie unverhohlen antisemitischen Stereotypen zustimmen. Aber gebildete Menschen, die erfahren darin sind Tests zu absolvieren, wissen, dass das „falsche“ Antworten sind.

Zum Beispiel sollte eine aktuelle Umfrage Antisemitismus an Colleges beurteilen; sie basierte auf dem Niveau der Zustimmung der Befragten zu Äußerungen wie „Juden haben zu viel Macht auf internationalen Finanzmärkten“ oder „Juden kümmert es nicht, was anderem außer den ihren geschieht“. Erfahrene Befragte dürften eher entdecken, was sie gefragt werden und gesellschaftlich wünschenswertere Antworten geben, die einen nuancierteren Grad an Antisemitismus nicht offenlegen. Die Überzeugung, dass Antisemitismus mit niedrigerem Bildungsniveau verbunden ist, dürfte daher eine Funktion des „Wer wird per Umfrage erwischt“ sein statt auf einer akkuraten Beziehung zwischen Bildung und Antipathie gegen Juden zu gründen.

Um diese Hypothese zu überprüfen, entwickelten wir ein neues Umfragemaß, das auf dem gründet, was der Menschenrechtsaktivist und ehemalige Refusenik Natan Sharansky als bestimmendes Merkmal des Antisemitismus bezeichnet. Wir entwarfen zwei Versionen derselben Frage; eine wollte, dass die Befragten ein Prinzip auf ein jüdisches Beispiel, die andere, dasselbe Prinzip auf ein nichtjüdisches Beispiel anwenden. Den Probanden wurde stichprobenartig entweder die eine oder die andere Version der Frage gezeigt, so dass kein Befragter beide Versionen der Frage sieht. Da niemand beide Versionen der Frage sieht, haben gebildete Probanden keine Möglichkeit zu wissen, dass wir ihre Gefühle gegenüber Juden messen und keinen Hinweis, um mit ihren Antworten zu spielen.

Als wir diese doppelte Standards in einer landesweit repräsentativen Befragung von mehr als 1.800 Personen anwandten, unterschieden sich die Ergebnisse breitflächig von der herkömmlichen Ansicht zur Beziehung zwischen Bildung und Antisemitismus. Fakt ist, dass wir mehr hoch gebildete Menschen feststellten, die eher dazu neigten Prinzipien bei jüdischen Beispielen härter anzuwenden. Damit, dass wir verhinderten, dass die Probanden wussten, dass sie über ihre Gefühle gegenüber Juden befragt werden, entdeckten wir, dass höher gebildete Menschen in den USA dazu tendieren stärkere Antipathie gegenüber Juden zu haben es als weniger gebildete Menschen tun.

Entgegen früheren Behauptungen scheint es so, dass Bildung keinen Schutz vor Antisemitismus bietet und ihn sogar lizensiert – zum Teil dadurch, dass die Leute mit durchdachten und sozial akzeptierbaren Möglichkeiten ausgestattet werden ihn zu formulieren.

Unsere Umfrage bestand aus 29 Themen, in denen die Probanden zu einer Vielzahl von politischen Fragen und Streitfragen sowie zu demografischen und Hintergrundinformationenbefragt wurden. Wir nahmen eine größere Stichprobe an Lehrern und Professoren, um zusätzliche statistische Kraft zu erhalten, damit Schlüsse über Menschen mit höherem Bildungsniveau gezogen werden konnten. Es wurden Gewichtungen genutzt, um sicherzustellen, dass die gemeinsame Stichprobe für die USA repräsentativ ist. Eingebettet in die Umfrage waren sieben Posten, die die Probanden baten ein Prinzip entweder auf ein jüdisches oder auf ein nichtjüdisches Beispiel anzuwenden.

Aus Gründen, die wir unten erklären, konzentrierten wir uns auf vier der sieben Punkte, um unser Maß für Antisemitismus zu entwickeln. Der erste Punkt will wissen, ob „die Regierung Minimalanforderungen für das setzen sollte, was in Privatschulen gelehrt wird“, wobei als Anschauungsbeispiele orthodoxe jüdische und Montessorischulen verwendet wurden. Der zweite Punkt wollte wissen, ob „die Bindung einer Person zu einem anderen Land einen Interessenkonflikt schafft, wenn für gewisse außenpolitische Positionen der USA eingetreten wird“, wobei Israel und Mexiko als Anschauungsbeispiele angegeben werden. Der dritte Punkt will wissen, ob „dem US-Militär erlaubt werden sollte zu verbieten“, dass religiöse Kopfbedeckungen als Teil der Uniform getragen werden; eine jüdische Jarmulke und ein Sikh-Turban sind als Beispiele angegeben. Und der vierte Punkt will wissen, ob öffentlichen Versammlungen während der Pandemie „eine Bedrohung der öffentlichen Gesundheit darstellen und hätten verhindert werden sollen“, wobei orthodoxe jüdische Beerdigungen und Black Lives Matter (BLM) -Proteste als Anschauungsbeispiele genannt werden.

Die Logik dieser Doppelstandard-Punkte lautet, dass die Situationen in jüdischen und nichtjüdischen Beispielen ausreichend vergleichbar sind, dass die Befragten sie im Durchschnitt ähnlich beantworten sollten. Einige Menschen mögen mehr oder weniger Regulierung dessen bevorzugen, was in Privatschulen gelehrt wird, mehr oder weniger Sorge wegen Fragen geteilter Loyalität haben, mehr oder weniger respektvoll gegenüber Regeln militärischer Uniformen und glauben, dass öffentliche Versammlungen größere oder weniger große Bedrohung der öffentlichen Gesundheit darstellen. Ungeachtet dessen, welche Gefühle diese Zielpersonen zu jedem dieser bedeutenden Themen haben, sollten sie sie insgesamt nicht unterschiedlich beantworten, wenn es sich um jüdische oder nicht jüdische Beispiele handelt.

Für die verbleibenden drei Punkte könnten die Umstände zwischen den jüdischen und nichtjüdischen Themen ausreichend unterschiedlich gewesen sein, damit eine Person sie unterschiedlich beantworten könnte, ohne über Antipathie oder Bevorzugung gegenüber Juden nachzudenken. Der erste dieser Punkte wollte wissen, ob Israels Grundlagengesetz „diskriminiert“, wenn es sagt, dass „der Staat Israel der Nationalstaat des jüdischen Volks ist“. Die nichtjüdische Version dieses Punktes wollte etwas über die Bestimmung in der dänischen Verfassung wissen; dort heißt es: „Die evangelisch-lutherische Kirche soll die Kirche Dänemarks sein und als solche soll sie vom Staat unterstützt werden“, bzw. die Bestimmung in der jordanischen Verfassung, die besagt: „Der Islam ist die Staatsreligion und Arabisch die offizielle Sprache.“ Der zweite Punkt fragte, ob Professoren entlassen werden sollten, wenn sie den Holocaust leugnen oder Immigranten kritisieren. Bei all diesen Beispielen könnten die Situationen als ausreichend unterschiedlich betrachtet werden, dass der durchschnittliche Befragte nicht unterschiedlich damit umgeht und so klammerten wir sie aus unserem Maß für Antisemitismus aus. Dennoch werden dieselben Ergebnismuster angewandt. Unser Maß für Antisemitismus bei jeder der beiden Untergruppen ist der Unterschied zwischen dem, wie viele der jeweiligen Untergruppen die jüdische und die nichtjüdische Version in jedem Punkt beantworteten.

Wir stellten fest, dass die Befragten mit höherem Bildungsniveau wahrscheinlicher als die mit niedrigerem Bildungsniveau für Juden nachteiliges zweierlei Maß anwenden. In allen vier Punkten, in denen die jüdische und die nichtjüdische Version der Fragen am ähnlichsten schienen und bei denen die Gesamtstichprobe in etwa auf dieselbe Art beantwortetet wurden, war es bei Befragten mit College-Abschluss 5 Prozentpunkte wahrscheinlicher, dass sie ein Prinzip anwenden, das Juden gegenüber strenger ist als gegenüber Nichtjuden. Bei denen mit höheren Abschlüssen war es um 15 Prozent wahrscheinlicher, dass die Probanden bei jüdischen nachteiliger waren als bei nichtjüdischen Beispielen.

Betrachtet man diese vier Punkte getrennt, dann stellen wir Befragte mit höherem Bildungsniveau fest, die bei drei Fragen nachteiliger für Juden antworten und bei einer keinen Unterschied machen. Zur Frage der Regulierung der Inhalte bei Privatschulen, bevorzugen Menschen mit höherem Bildungsniveau mehr Regulierung durch die Regierung, scheinen dieses Prinzip aber bei orthodox jüdischen Schulen anders anzuwenden als bei einer Montessorischule.

Danach gefragt, ob „Verbundenheit mit einem anderen Land einen Interessenkonflikt schafft“, war es bei Befragten mit einer vierjährigen Universitätsausbildung um 7 Prozentpunkte und bei denen mit weitergehendem Abschluss um 13 Prozentpunkte wahrscheinlicher, dass sie diese Sorge zum Ausdruck bringen, wenn die fragliche Verbindung Israel statt Mexiko war. Bei Personen mit höheren Abschlüssen war es um 12 Prozentpunkte wahrscheinlicher, dass sie beim Militär die jüdische Jarmulke als Teil der Uniform verbieten, als dass sie es bei einem Sikh-Turban tun. Diejenigen mit vierjährigem College-Abschluss beantworteten diese Frage beim jüdischen und beim Sikh-Beispiel gleich.

Die Gesamtstichprobe war recht besorgt wegen öffentlichen Versammlungen während der Pandemie; 61% unterstützen das Verbot öffentlicher Treffen, egal ob bei einer jüdisch-orthodoxen Beerdigung oder bei BLM-Protesten. Bei denen mit einer vierjährigen College-Ausbildung war es 11 Prozentpunkte wahrscheinlicher, dass sie gegen diese öffentlichen Versammlungen für jüdische Beerdigungen sind, als es bei BLM-Protesten der Fall war. Bei Menschen mit höheren Abschlüssen war es 36 Prozent wahrscheinlicher, dass sie jüdisch-orthodoxe Beerdigungen verbieten würden als bei BLM-Protesten.

IPSOS

Unser zweifaches Standardmaß für Antisemitismus erlaubt uns nicht das absolute Niveau des Antisemitismus in den USA zu messen, da wir uns auf Punkte konzentrieren, in denen die Durchschnittsperson die jüdische und die nichtjüdische Version des Punkts vergleichbar findet. Vom Entwurf her wird das Ergebnis für die Durchschnittsperson nahe Null liegen. Aber dieser Ansatz erlaubt uns die Stichprobe nach Bildungsniveau aufzubrechen, um zu sehen, wo es relativ mehr oder weniger Antipathie gegenüber Juden gibt. Entgegen der gängigen Meinung und Recherche in der Vergangenheit schienen Menschen mit mehr Bildung Juden gegenüber weniger wohlwollend eingestellt.

Diese stärkere Feindseligkeit gegenüber Juden bei den Gebildeteren ist aus einer Reihe von Gründen beunruhigend. Erstens könnten Juden sich dazu irren, wo Bedrohungen ihrer Interessen vorherrschen. Juden könnten glauben, dass Gefahren zumeist aus fernen und unbekannten Gruppen kommen statt aus Kreisen, in denen sie leben. Zweitens tendieren gut gebildete Menschen dazu größeren Einfluss auf den Verlauf der Ereignisse zu haben, also verheißt es für Juden nichts Gutes ihnen zu missfallen. Drittens tendieren unsere Strategien zur Beschäftigung mit Intoleranz im Allgemeinen und Antisemitismus im Besonderen dazu sich um die Überzeugung zu drehen, dass Gruppenhass von Ignoranz verursacht und dass die Lösung mehr Bildung ist. Wenn aber höher gebildete Menschen gegenüber Juden feindlicher sind, dann könnten höheres Bildungsniveau und mehr Kurse und Training Vorurteile verstärken statt sie zu reduzieren.

Zumindest scheint es so, dass eine Bildung, die einfach Informationen über historische Ereignisse, bürgerliche Freiheiten und andere kulturelle Gruppen bietet, mangelhaft ist. Antisemitismus und Vorurteile allgemeiner zu behandeln mag erfordern Tugenden zu kultivieren. Insbesondere erfordert das die Bildung einer Art von Charakter, die nicht nur mit anderen Außengruppen und demokratischen Normen vertraut ist, sondern auch die Integrität hat sich auf eine Art und Weise zu verhalten, die Erwägung ihrer Interessen und Zurückhaltung im Gebrauch politischer Macht bei der Verfolgung persönlicher Interessen demonstriert.

Die Harvard-Professorin und Yiddish-Forscherin Ruth Wisse hat argumentiert, dass Antisemitismus nicht infolge von Ignoranz aufgeblüht ist, sondern wie er „Teil einer politischen Bewegung ist und als politischer Zweck dient“. Diese politischen Gründe Antisemitismus zu nutzen werden von den gut Gebildeten in diesem Land zunehmen genutzt. Dem Antisemitismus der gut Gebildeten entgegenzuwirken wird ein politischer und moralischer Kampf sein und keiner, der mit konventionellen Herangehensweisen und Bildungskonzepten angegangen werden kann.

Wie man Israel NICHT verteidigt

Elder of Ziyon, 19. März 2021

In einer Reaktion auf die Ereignisse am Middlebury College, über die ich berichtete,[1] schrieb Max Shulman-Litwin, ein Mitglied des Millebury Hillel, ein Op-ed für die College-Zeitung, in dem er erklärte, warum Juden bei den Students for Justice in Palestine unbehaglich ist.

Shulman-Litwin tappt in eine Falle, in die viele Juden geraten, wenn sie über den Nahen Osten reden – seine Argumente sind wischiwaschi und er stimmt zu, dass Israels Kritiker in gewissem Grad recht haben. Dann erwartet er, dass die Leser seinem nuancierten Denkansatz folgen eine gewundene Linie zwischen dem ziehen, von dem sie sagen, dass er es (fälschlich) für wahr hält und wo sie zu weit gehen.

Max’ Einleitung des Artikels zeigt, wie armselig sein gesamtes Op-ed ist:

Die Ortsgruppe Middlebury der Students for Justice in Palestine (SJP) hat eine Internetseite erstellt, die uns hilft das Ausmaß des Leides des palästinensischen Volks in der Gegenwart und in der Vergangenheit zu verstehen. In diesem Op-ed bestreite ich nicht den Verdienst ihrer Argumente für die Rechte des palästinensischen Volks, aber ich lenke die Aufmerksamkeit auf eine schädliche blinde Stelle ihres Aktivismus.

Er verlinkt die SJP-Internetseite, die Israel als Aparteidstaat bezeichnet! Noch bevor er anfängt Israel oder die Juden zu verteidigen, räumt er praktisch das gesamte Argument derer ein, die Israel vernichten wollen!

Max’ gesamter Artikel folgt derselben Apologetik:

Das bedeutet natürlich nicht, dass wir die Regierung des Staates Israel (an dem ich erschreckende Mängel finde) nicht kritisieren … Der Staat Israel sollte eine sichere Zuflucht bieten, in der der Juden frei von ethnischer Säuberung gedeihen können. Ich ringe jedoch damit die Worte zu finden, um meine Klagen wegen der Art und Weise auszudrücken, in der dies ausgeführt wurde; statt ein Land der Emanzipation und Chancengleichheit zu schaffen, bekämpften die, die die Juden beschützen wollten, Feuer mit Feuer, schützten das Wohlergehen der Juden auf Kosten dessen der palästinensischen Araber, die davor in der Region gelebt hatten. Die Rechte dieser nicht geflohenen palästinensischen Araber wurden auf viele Arten beeinträchtigt und diese Menschen haben Jahrzehnte lang unter unterschiedlichen israelischen Regierungen unsägliche Ungleichheit und Misshandlungen erlitten.

Palästinensischer Terrorismus, Verweigerung, Antisemitismus – sie sollen in einem Artikel nicht erwähnt werden, der den jüdischen Standpunkt des Konflikts zeigt. Nur angebliche jüdische Verbrechen.

Meine Güte, danke für deine Objektivität.

Und selbst diese Kritik an SJP wird von der Idee verringert, dass sie bestimmt nicht wirklich die Absicht hatten antisemitisch zu sein, wenn sie Israel judenrein haben wollen:

SJP behauptet, dass der Zionismus nichts weiter ist als eine kolonialistische Ideologie; dabei gehen sie so weit den Vorschlag zu erwägen, dass jüdische Staatsbürger in die Länder Osteuropas zurückkehren, deren Völker ihre jüdischen Bevölkerungen so grauenhaft abschlachteten. Ein Ergebnis dieser Selbstgefälligkeit und fehlenden Überlegung der Folgen ihrer eigenen Forderungen, selbst wenn das nicht ihre Absicht ist, reiht sich SJP schädlich bei denen ein, die hoffen weitere Unterdrückung von Juden zu verursachen.

Seine Verwässerung des SJP-Wunschs Israel zu vernichten ist unglaublich:

Wenn palästinensische Araber das das Land Israel/Palästina vor 1948 bewohnten und alle palästinensischen Araber und ihre Nachkommen in ihre ursprünglichen Heime zurückkehren sollen, wohin sollen die Juden gehen, da der Kreislauf judenfeindlicher Gewalt und Antisemitismus fortbesteht? … SJP versucht gar nicht erst diese Frage anzusprechen; ihre Absicht mag rechtschaffen und anständig sein, aber das Ergebnis der von ihnen propagierten Politik ist tolerant (oder darf ich es wagen zu sagen: ermutigend) gegenüber dem Hass, der das jüdische Volk allgemein heimgesucht hat.

Nein, Max, sie haben keine gerechten und anständigen Absichten. Der gesamte Sinn der „Rückkehr“ besteht nicht darin für Palästinenserrechte einzutreten, sondern Israel zu vernichten. Lesen Sie dises Buch oder sehen Sie sich dieses Interview an, bevor sie beschließen eine Hassgruppe wie SJP zu verteidigen.

Viele der besten Verteidiger Israels – wie Einat Wilf oder die verstorbene Petra Marquardt-Bigman – sind entschieden linksliberal. Viele von ihnen sind gegen Siedlungen. Aber sie wissen, dass diejenigen, die Israel attackieren, ihren Argumenten keine Vorbehalte und Ausreden und Unbehagen hinzufügen – sie greifen volle Pulle an. Wenn Juden und Zionisten nicht entsprechend reagieren, werden die Schaulustigen – in diesem Fall auf dem Campus von Middlesbury – natürlich zu dem Schluss kommen, dass die Antisemiten recht haben, weil die „proisraelische“ Seite der Hälfte ihrer Prämissen zustimmt.

Dieser Artikel schadet mehr, als er nutzt.

Der Campus von Middlebury sollte jemanden finden, der die Dinge wirklich begreift, um eine Antwort zu schreiben, dass SJP eine Hassgruppe ist und dass Israel ein moderner, liberaler, erstaunlicher jüdischer Staat ist, der bereitwillig Frieden anstrebt.

Israel ist nicht nur ein „Schutzort“ für Juden. Es ist die ewige jüdische Heimat. Und wenn Sie das nicht begreifen, dann spielen Sie nicht als Sprecher auf, der Israel und die Juden verteidigen kann.

[1] Drei Studentengruppen und ein Dozent missbrauchten ein Online-Netzwerk der Universität für die Weitergabe von Informationen, die dort nicht hingehörten; eine war die eines jüdischen Studenten auf die Verleumdung Israels; bestraft wurde einzig der Jude.

Selbst die wortgewandtesten Palästinenser (wie Noura Erakat) haben die idiotische Nullsummen-Mentalität, das Israel zu helfen bedeutet den Palästinensern zu schaden

Elder of Ziyon, 10. Februar 2021

Von Beginn an ist die „pro-palästinensische“ Bewegung überhaupt nicht pro-palästinensisch gewesen. Sie war immer antiisraelisch. Und ihre Anhänger, egal wie gebildet und wortgewandt, sind derart von Hass auf den jüdischen Staat verzehrt, dass sie buchstäblich den Unterschied zwischen den beiden Konzepten nicht erkennen können.

Noura Erakat, „Menschenrechts-Anwältin“ und wissenschaftliche Assistentin an der Rutgers University, schrieb ein Op-ed für NBC News, das diese grundlegende Tatsache herausschält – und damit einen wichtigen Grund offenbart, warum die Palästinenser so lange in der Luft hängen geblieben sind.

Trotz mehrerer früher Schritte, die ihn von seinem Vorgänger unterscheiden, verspricht Joe Biden Trumps Vermächtnis fortzusetzen. Es stimmt, dass die neue Administration vor hat die entscheidende humanitäre Hilfe der USA für die palästinensischen Flüchtlinge wiederherzustellen und die Vertretung der PLO in Washington DC wieder eröffnen wird. Noch am Montag kündigte sie an, dass sie dem UNO-Menschenrechtsrat wieder beitreten wird, aus dem die Administration  Trump sich aus Protest gegen seine Überprüfung Israels zurückzog.

Aber nichts von dieser Politik, so willkommen sie auch sein mag, wird den unterdrückerischen Status quo der Vereinigten Staaten angehen. Schlimmer noch: Die Administration Biden wird mehrere der schlimmsten Präzedenzfälle der Administration Trump beibehalten.

Diese Beispiele sind äußerst verräterisch:

Der neue Außenminister Antony Blinken hat deutlich gemacht, dass die Administration die US-Botschaft nicht aus Jerusalem zurück nach Tel Aviv verlegen wird; sie wird Israels Normalisierungsvereinbarungen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain, Marokko und dem Sudan beibehalten und feiern, ohne dass auch nur ein einziges Zugeständnis für die Palästinenser sichergestellt wird; und sie wird weiterhin Israel bedingungslos militärische Unterstützung in Höhe Von 3,8 Milliarden jährlich zur Verfügung stellen – ein Präzedenzfall, der von Bidens früherem Boss, Präsident Barack Obama, eingerichtet wurde.

Ende letzter Woche äußerte die Administration Biden auch „ernste Sorgen“ wegen des Versuchs des Internationalen Strafgerichtshofs, die Zuständigkeit über israelische Regierungsvertreter zur Verfolgung von Kriegsverbrechen auszuüben und sie überlegt sogar die Sanktionen der Administration Trump gegen das führende Personal des Gerichtshofs beizubehalten.

Sie bringt drei Beispiele dessen, was sie als palästinenserfeindliche Politik betrachtet: Beibehaltung der Botschaft in Jerusalem, Unterstützung von Frieden zwischen Israel und arabischen Staaten und Erhalt der Militärhilfe, die in den USA ausgegeben wird.

Nichts von dieser Politik schadet den Palästinensern. Nichts davon beeinträchtigt palästinensisches Leben, außer das von Terroristen im Gazastreifen, die israelische Zivilisten mit Raketen ermorden wollen. Nichts davon ist Geschwindigkeitsdämpfer für einen Palästinenserstaat.

Sie unterstützen Israel als souveränen Staat – was diese „Menschenrechts-Anwältin“ als „belastend“ betrachtet.

Der Rest des Artikels ist mehr davon, Beschwerden, dass eine Definition von Antisemitismus, die die Dämonisierung der puren Existenz des jüdischen Staates einschließt, irgendwie palästinenserfeindlich ist.

Erakat ist derart von Hass auf Israel erfüllt, dass sie buchstäblich weder den Unterschied zwischen „pro-Israel“ und „palästinenserfeindlich“ kennt, noch den zwischen „pro-palästinensisch“ und „israelfeindlich“. Sie unterschreibt eine Nullsummen-Mentalität, dass das, was gut für Israel ist, automatisch schlecht für die Palästinenser ist – und, noch schlimmer, dass nichts als gut für die Palästinenser gelten kann, solange es nicht auch schlecht für Israel ist.

Die VAE und Bahrain (und in gewissem Maß auch Marokko und der Sudan) haben die Nullsummenspiel-Mentalität aufgegeben. Niemand kann ihnen „Palästinenserfeindlichkeit“ nachsagen, obwohl die Golf-Araber der aktuellen Palästinenserführung verständlicherweise kritisch gegenüber stehen. Sie betrachten Israel auch nicht als einen Feind, sondern als Partner, der ihnen helfen kann Erfolg zu haben; nicht als offene jüdische Wunde im arabischen Nahen Osten, sondern als dauerhaften Bestandteil, der die Region verbessert und arabische Staaten erheben kann. Statt Nullsumme streben sie nach Win-win. Die Nullsummen-Mentalität, die sie über so viele Jahrzehnte beibehielten, half ihnen – oder den Palästinensern – kein Bisschen.

Die Nullsummen-Denkweise ist kindisch und kontraproduktiv. Wenn es eine dauerhafte Veränderung durch die Abraham-Vereinbarungen gibt, dann dass diese infantile Art des Denkens im Nahen Osten endlich im Abnehmen befindlich ist.

Solange die Palästinenser – einschließlich ihrer westlichen „Verteidiger“ – dieses Grundkonzept nicht begreifen, werden sie niemals irgendwo hingelangen.