Gewalttätiger Antisemitismus bei amerikanischen Antirassismus-Demonstrationen

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Bei mehreren Demonstrationen gegen Einschränkungen der Freiheit wegen der Corona-Pandemie in Deutschland gab es antisemitische Vorfälle. Das Eindringen von Judenhass, der nichts mit etwas Jüdischem oder Israelischem zu tun hat, ist bei westlichen Massenprotesten in den letzten Jahrzehnten eine regelmäßige Erscheinung gewesen. Jetzt ist eine noch üblere Veranschaulichung dieses Phänomens aufgetaucht: Die gewalttätige Bekundung von Antisemitismus während der antirassistischen Proteste in den Vereinigten Staaten nach dem Mord an George Floyd durch einen Polizisten in Minneapolis.

Mehrere der Demonstrationen waren von Brandstiftungen und Plünderungen begleitet. Einige der schlimmsten Gewalttaten fanden in Los Angeles statt. Verschiedene jüdische Läden im Viertel Fairfax wurden zerstört. Eine Vielzahl jüdischer Institutionen wurde beschädigt, darunter Synagogen und eine Schule. Eine Statue von Raoul Wallenberg wurde mit antisemitischen Parolen beschmiert.[1] In Richmond (Virginia) wurden der Reformgemeinde Beit Ahaba von Randalierern die Fenster eingeschlagen.[2] Synagogen anzugreifen ist eine antisemitische Tat.

Zahlreiche Kommentatoren haben Aspekte des Antisemitismus in den Demonstrationen herausgestellt. In der britischen Tageszeitung Telegraph schrieb Zoe Strimpel: „Doch an der Seite derer, die friedlich protestieren, befinden sich Kriminelle, die im Namen der sozialen Gerechtigkeit plündern. Einige davon tun es im Namen des Antirassismus – wie oben gesehen – und einige im Namen des Antifaschismus. Rädelsführer der Antifaschisten ist die widerliche Gruppe Antifa.

Während die Antifa über Juden hinaus geht, scheint es so, dass Menschen, die vorgeben ‚Antifaschisten‘ oder ‚Antirassisten‘ zu sein, über kurz oder lang anfangen sich wie die niedrigsten Kriminellen und Rüpel zu verhalten und eine Sache als Vorwand für Vandalismus und Zerstörung zu benutzen … Es ist von bemerkenswerter Ironie, dass es da, wo die Antifa sich ist, Antisemitismus gibt.“[3]

Melanie Phillips stellte die seltsame Einstellung vieler jüdischer Organisationen heraus. Sie schrieb, dass 130 Organisationen in einer Stellungnahme des Jewish Council of Public Affairs sagten, sie seien „empört von dem Tod Floyds, erklärten ‚Solidarität‘ mit den Gemeinschaft der Schwarzen und forderten ‚ein Ende‘ des ‚systematischen Rassismus‘.“ Phillips merkte an: „Sie protestieren nicht gegen die ausdrücklich gegen Synagogen und jüdische Geschäfte gerichteten Angriffe.“ Phillips bezeichnete Black Lives Matter als „antiweiße, antikapitalistische und antijüdische Hassgruppe.“[4]

Die amerikanische Bewegung Black Lives Matter will die Verfehlungen berichtigen, die in Vergangenheit und Gegenwart an afroamerikanischen Bürgern begangen wurden. Ihr 40.000 Worte starkes Manifest beschuldigt Israel an den Palästinensern Völkermord begehen, etikettiert Israel als „Apartheid-Staat“ und schloss sich mit der BDS-Bewegung in der Forderung nach totalem akademischem, kulturellen und Wirtschaftsboykott des Landes zusammen. Solche Forderungen wurden gegen keinen anderen Staat erhoben.[5]

In einem Blog der Zionist Organization of America sprach auch Daniel Greenfield die Haltung der jüdischen Organisation an; er schrieb: „Man sollte glauben, dass der hasserfüllte Vandalismus an acht jüdischen Institutionen und ein Mob, der Beleidigungen brüllte, nachdem er jüdische Geschäfte demolierte, zu einer Art aussagekräftiger Antwort führen würde. Aber das wäre die optimistische Sichtweise von Menschen, die das ungebrochene Maß an Feigheit und Beschwichtigung nicht erlebt haben, das das Leben jüdischer Institutionen auf praktisch jeder Ebene umfasst.[6]

Palästinenser und Propalästinenser sprangen ebenfalls auf die Krawalle auf. A. J. Caschetta schrieb: „In der Zeit, in der George Floyd getötet wurde … – am Montag, 25. Mai – war es unausweichlich, dass sein Tod von der BDS-Bewegung manipuliert wurde. Am nächsten Tag twitterten BDS und Palestine Solidarity-‚Arbeitsgruppe‘ der Democratic Socialists of America, dass „die Polizeigewalt, die heute in Minneapolis stattfindet, direkt aus dem IDF-Handbuch stammt … US-Polizisten trainieren in Israel.‘“[7]

Der Guardian druckte einen Artikel seines Korrespondenten Oliver Holmes unter dem Titel Palestine Lives Matter. „Dass Israel einen autistischen Mann tötete, zieht Vergleiche mit den USA an.“ Der Artikel bezog sich auf die Tötung eines unbewaffneten Palästinensers durch die israelische Polizei, die ihn irrigerweise für einen Terroristen hielt. Das führte zu einer Entschuldigung des israelischen Verteidigungsministers. Auf diese Tragödie verwiesen palästinensische, israelische und US-Aktivisten fälschlich als Beispiel dessen, was sie als ähnliche Gleichgültigkeit zum Leben von Palästinensern und Schwarzen in Israel und den USA geltend machen.“[8]

Adam Levick von CAMERA reagierte: „Holmes geht weiter als nur die zwei Vorfälle zu notieren, indem er Narrative befördert, die unter Antzionisten und Antisemiten üblich sind und nahelegen, dass der israelisch-palästinensische Konflikt einer zwischen rassistischen „Weißen“ (Israelis) und unterdrückten „Farbigen“ ist.[9]

Levick fügte hinzu, dass Holmes den israelischen Journalisten Gideon Levy zitiert und ihn als eine der prominentesten Stimmen gegen die Besatzung im Land bezeichnet. Levick kommentiert: „Levy ist aber nicht nur eine Stimme ‚gegen die Besatzung‘. Er ist ein Antizionist, der eindringlich suggeriert, der Zionismus sei ein inhärent rassistisches Unterfangen – Rhetorik, die gemäß der IHRA-Arbeitsdefinition als antisemitisch betrachtet wird. Heißt: Levy ist ein israelischer Jude, der von stramm linken Publikationen wie dem Guardian dazu benutzt wird hasserfüllte Auffassungen vom jüdischen Staat zu legitimieren.“[10]

Micha Danzic schrieb im Jewish Journal: „Unmittelbar nach dem schrecklichen Tod von George Floyd erlebten wir, dass furchtbare Bilder in zahlreichen antiisraelischen Accounts in sozialen Medien gepostet wurden, mit denen versucht wurde Israel mit seinem Tod in Verbindung zu bringen. Einige waren unverhohlene Fälschungen – so ein Bild eines chilenischen Polizisten mit seinem Knie auf dem Hals einer Person – aber einer Bildbeschreibung, die fälschlich angab, das sei ein israelischer Soldat. Andere hatten die Form von Karikaturen, die einen Soldaten mit dem allgegenwärtigen Davidstern auf dem Arm, mit dem Knie auf dem Hals eines Arabers in Keffiyeh, direkt neben dem Bild eines Polizisten wie Derek Chauvin [dem Polizisten, der Floyd tötete] mit dem Knie auf dem Hals eines Afroamerikaners.“[11]

Das Palestinian Museum in Woodbridge (Connecticut) postete eine Zeichnung des palästinensischen Künstlers Waleed Ayyoub, das das Gedenken an George Floyd ehrte und palästinensische Solidarität mit der afroamerikanischen Gemeinschaft in ihrem Kampf gegen Rassismus und Ungerechtigkeit zum Ausdruck brachte. Floyd wurde mit einer Keffiyeh vor dem  Hintergrund der palästinensischen Flagge dargestellt.[12]

Auch in der Vergangenheit ist die Tötung eines Schwarzen durch amerikanische Polizei von schwarzen Anti-Israel-Hetzern missbraucht worden. A. J. Caschetta schreibt, dass die Parallele zwischen amerikanischen Schwarzen und Palästinensern eingeführt wurde, als „Ferguson in Missouri der ‚Ground Zero‘ für Demonstrationen gegen die Polizei wurde. Die Krawalle brachen aus, nachdem der Polizist Darren Wilson aus Ferguson den Afroamerikaner Michael Brown erschoss. Nach Browns Tod gab die offizielle Internetseite der BDS-Bewegung eine Erklärung aus, in der „große Solidarität mit der afroamerikanischen Gemeinschaft in Ferguson (Missouri)“ ausgedrückt wurde.[13]

2016 nutzte die Universitätsprofessorin, Hetzerin gegen Israel und militante amerikanische Schwarzenaktivistin Angela Davis den Tod von Michael Brown für denselben Zweck. Sie veröffentlichte ein Buch mit Reden und Interviews. Obwohl der größte Teil des Buches sich mit anderen Dingen beschäftigt, gab sie ihm den Titel: Freedom is a Constant Struggle: Ferguson, Palestine and the Foundations of a Movement.[14]

Die aktuelle große Antirassismus-Debatte und -Demonstrationen stellen eine Herausforderung für jüdische Organisationen dar. Sie müssen auf einem schmalen Grad zwischen der Identifikation mit dem Kampf der schwarzen Gemeinschaft gegen Rassismus – solange er friedlich verläuft – und der Aufdeckung des Antisemitismus in der Bewegung Black Lives Matter balancieren.[15]

[1] www.jta.org/2020/06/02/united-states/los-angeles-jews-take-stock-after-george-floyd-protests-batter-local-institutions

[2] www.jpost.com/diaspora/us-antisemitism-envoy-condemns-ransacking-of-synagogues-in-la-protests-629991

[3] ebenda

[4] www.melaniephillips.com/victim-culture-tears-jewish-moral-norms6343-2/

[5] http://www.tabletmag.com/sections/news/articles/from-left-to-right-jewish-groups-condemn-repellent-black-lives-matter-claim-of-israeli-genocide

[6] https://zoa.org/2020/06/10440646-the-los-angeles-pogrom-that-no-jewish-organization-will-talk-about/

[7] www.jns.org/opinion/an-american-intifada/

[8] www.theguardian.com/world/2020/jun/01/palestinian-lives-matter-israeli-police-killing-of-autistic-man-draws-us-comparison

[9] https://camera-uk.org/2020/06/02/guardian-exploits-george-floyd-killing-to-vilify-israel/?fbclid=IwAR33hwg04_3zjQ8rWaigjGkR8Z4xNfLJu7-26OQ1nx0jm3WH23nrlN6guys

[10] ebenda

[11] https://jewishjournal.com/commentary/opinion/317074/we-should-not-have-choose-between-advocating-for-black-lives-and-fighting-against-anti-semitism/

[12] http://www.facebook.com/PalestineMuseum.US/photos/a.132412804028008/624793984789885/?type=3&theater

[13] www.jns.org/opinion/an-american-intifada/

[14] Freiheit ist ein ständiger Kampf: Ferguson, Palästina und die Gründung einer Bewegung – www.amazon.com/Freedom-Constant-Struggle-Palestine-Foundations/dp/1608465640

[15] https://jewishjournal.com/commentary/opinion/317074/we-should-not-have-choose-between-advocating-for-black-lives-and-fighting-against-anti-semitism/

Israel Apartheid Week: Die als Menschenrechts-Kampagne getarnten Verleumdungen

Paul Shindman, HonestReporting, 10. März 2020

Jedes Frühjahr schlägt das jährliche Hass-Fest „Israel Apartheid Week“ bei Studenten an Universitäten in Nordamerika und Europa auf. Im Versuch junge Studenten dahin zu bringen sich den Reihen der Kampagne Boykott, De-Investitionen und Sanktionen (BDS) gegen Israel anzuschließen, ist die Israel Apartheid Week eine einseitige Propaganda-Veranstaltung, die Israel mit dem zielgerichteten Etikett der Apartheid verleumdet.

Der Blitzkrieg der Aktivitäten und Parolen der Israel Apartheid Week beschuldigen Israel ein „Apartheid-Regime“ zu sein, das Palästinenser ausbeutet und „Kolonialismus“ sowie „ethnische Säuberung“ einsetzt. Doch obwohl sie an akademischen Campussen veranstaltet wird, betreibt die Israel Apartheid Week keine Diskussionen oder Debatten, sondern beschäftigt sich stattdessen mit dem, was die Jewish Friends of Labour in Großbritannien als „das extremste Ende antiisraelischen Aktivismus“ bezeichnet.

Israel Apartheid Week: Die Strategie

Analyse der BDS-Strategien zeigen, dass sie „historisch im Einklang mit antisemitischen Bewegungen“ sind und Taktiken einsetzten, die die palästinensische Sache  zu einem „Klassenkampf“ machen.

„Juden wird die Wahl gegeben sich entweder der Revolution für „Gerechtigkeit“ anzuschließen oder verurteilt zu ewrden, merkte Dr. Alex Joffe vom Begin-Sadat Center for Strategic Studies an.

Die Organisatoren erklären offen, dass die Israel  Apartheid Week integraler Bestandteil der Kampagne  Boykott, De-Investitionen und Sanktionen zu Delegitimierung Israels ist. Ihr Ziel besteht darin jegliche Diskussion abzuwürgen, die Israel unterstützen könnte, akademische Institutionen zu zwingen alle Kontakte mit Israel abzubrechen, einschließlich akademischen Verbindungen, ihre Investitionen aus allem mit Israel verbundenen abzuziehen und akademische Freiheiten einzuschränken, indem Professoren und Studenten sanktioniert werden, die BDS in Zweifel ziehen oder Unterstützung für den jüdischen Staat zum Ausdruck bringen.

Die Israel Apartheid Week zielt darauf ab zu Apartheid-Israel zu bilden und die Kampagne Boykott, De-Investitionen und Sanktionen aufzubauen.

Söldner tragen die Kleidung von Friedensaktivisten und die Organisatoren der Israel Apartheid Week nutzen starke Phrasendrescherei und Einschüchterung, um eine Atmosphäre zu schaffen, dass Studenten und Akademiker ohne zu Fragen zu dem Schluss kommen, Israel sei wie das alte  Südafrika unter der Apartheidherrschaft. Mit dieser Analogie werden die Konvertiten dafür rekrutiert Boykotte gegen Israel zu unterstützen, ähnlich den Boykott-Versuchen gegen das ehemalige Apartheid-Südafrika.

In seiner detaillierten Analyse der BDS stellte Dan Diker vom Jerusalem Center for Public Affairs fest, dass naive Anhänger der palästinensischen Sache von solchen Kampagnen angezogen, „im Glauben, sie seien Mainstream-Organisationen, die die Palästinenser unterstützen. Allerdings werden diese Kampagnen oft von Linksextremen, Islamisten oder anderen antiisraelischen Radikalen betrieben.“

Die von Aktivisten der Israel Apartheid Week verbreitete aufhetzerische Feindschaft geht über Israel hinaus und richtet sich gegen jüdische Studenten.

„Regelmäßig werden während der Israeli Apartheid Week und BDS-Kampagnen jüdische Studenten ausgewählt, drangsaliert und sogar angegriffen, ungeachtet ihrer Gefühle zu Israel“, sagte Tammi Rossman-Benjamin, eine Dozentin an der University of California Santa Cruz. Die intensiv antiisraelische Stimmung an ihrer Universität löste auch eine religiöse Rückwirkung aus, in der „atemberaubende 70% der jüdischen Studenten Antisemitismus erlebten“.

Trotz der Tatsachen, die eigen, dass Israel nicht wie das früher Apartheid-Südafrika ist, hat die BDS-Taktik das „Apartheid“-Mantra zu wiederholen um es wie einen Virus zu verbreiten, das Ergebnis, dass die Medien und einige Diplomaten es sowohl wissentlich als auch offenbar manchmal unwissend missbrauchen.

Die Mythen abschießen

Eine international respektierte Stimme, die den Mythos der israelischen „Apartheid“ abschoss, gehört zu Richard Goldstone, der prominente südafrikanische Richter, der später eine UN-Untersuchung des von der Terrorgruppe Hamas ausgelösten Kriegs 2009/10 leitete. Sein Abschlussbericht wurde als den palästinensischen Terror belohnend betrachtet, von Israel verurteilt und von BDS und den Organisatoren der Israel Apartheid Week als Munition verwendet. (Golstone gab später Reue wegen des Berichts Ausdruck.)

Richter Richard Goldstone

„In Israel gibt es keine Apartheid. Nichts dort kommt der Definition von Apartheid auch nur nahe“, schrieb Goldstone in der New York Times.

Goldstone stellte heraus, dass israelisches Recht, anders als Südafrika, kein Konzept von Trennung und Domination eines Volkes über ein anderes verankert. „In Israel ist Gleichberechtigung Gesetz, der Anspruch und das Ideal; Ungerechtigkeiten werden vor Gericht oft erfolgreich angefochten.“

Er stellte wortgewand heraus, dass insbesondere die Palästinenserfrage keine Apartheid ist:

Die Lage in der Westbank ist komplexer. Aber auch hier gibt es keine Absicht „ein institutionelles Regime systematischer Unterdrückung und Dominanz durch eine Rassengruppe“ beizubehalten. Das ist ein entscheidender Unterschied, auch wenn Israel sich gegenüber den Palästinensern dort aggressiv verhält. Südafrikas zwangsweise Rassentrennung sollte dauerhaft der weißen Minderheit nutzen, zum Nachteil der anderen Rassen. Im Gegensatz dazu hat Israel dem Konzept der Existenz eines Palästinenserstaats im Gazastreifen und fast der gesamten Westbank zugestimmt und forderte die Palästinenser am über die Parameter dazu zu verhandeln.

Die südafrikanische Journalistin Rolene Marks beobachtete scharfsinnig: „Selbst in den dunkelsten Tagen der Apartheid stellte NIEMAND Südafrikas Existenzrecht als Land in Frage, egal, wie viel die Welt gegen seine rassistische Politik war.“

Klima der Angst auf den Campussen

Im Gegensatz dazu besteht das Ziel von BDS nicht darin einen demokratischen Palästinenserstaat zu gründen, sondern Israel zu demontieren. Aktivisten rufen nicht zu einer Zweistaatenlösung auf und BDS hat nicht das Ziel den Konflikt zu lösen.

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau

Erstmals veranstaltet wurde die Israel Apartheid Week 2005 an einer kanadischen Universität; vom kanadischen Premierminister Justin Trudeau wurde sie wütend verurteilt; er sagte: „Die BDS-Bewegung, wie die Israeli Apartheid Week, hat an kanadischen Universitäten keinen Platz.“

… Kanadisch-jüdische Studenten an Universitäten können sich nicht länger sicher oder frei fühlen sich zu äußern und ihre politischen Ansichten auszusprechen. Jedes Mal, wenn ein kanadischer Student sich an seiner Universität wegen einer Bewegung unsicher fühlt, die ein Problem mit mir hat und das ist der Grund, warum ich Klartext rede und ich werde weiter Klartext reden die Israeli Apartheid Week und die BDS-Bewegung zu verurteilen.
Der kanadische Premierminister Justin Trudeau, 16. April 2019

Die BDS-Bewegung, wie die Israeli Apartheid Week, hat an kanadischen Universitäten keinen Platz. Als Absolvent der McGillU bin ich enttäuscht.

Auf dem Höhepunkt der Giftigkeit bezeichnete ein Organisator der Israel Apartheid Week Kanada als Apartheidstaat wie Israel. Das zog eine kräftige Rüge in den kanadischen Medien nach sich; sie verhöhnten die „Heuchler in der Bewegung ‚Israeli Apartheid Week‘“ und sagten, die Israel Apartheid Week laufe auf einen „modischen Vorwand hinaus, der von Eiferern und marginalisierten Radikalen übernommen wurde“.

Es gibt zudem Opposition gegen BDS und die Israel Apartheid Week im palästinensischen Sektor, wo Friedensaktivisten sagen, sie schaden ihren Bemühungen. Der prominente Menschenrechtsaktivist Bassam Eid sagte: „Als Palästinenser, der sich der Arbeit für den Freiden verschrieben hat … glaube ich nicht, dass die BDS-Vertreter unserer Sache helfen. Im Gegenteil, sie schaffen nur mehr Hass, Feindseligkeit und Polarisierung.“

Richter Goldstone, in Südafrika wegen seiner Rolle dabei zu helfen die Apartheid zu beseitigen und Südafrika in eine volle Demokratie zu überführen, weithin respektiert, spricht mit Autorität, wenn er die wichtigste Behauptung der BDS-Bewegung und den Grundgedanken hinter der Israel Apartheid Week abschießt:

„Der Vorwurf Israel sei ein Apartheidstaat ist ein falscher und boshafter, der Frieden und Harmonie verhindert statt dafür zu werben“, lautet Goldstones Schluss.

Der Mythos vom Arabischen Juden

Post- und Antizionisten ignorieren weiterhin, was die meisten Juden in arabischen Ländern aufgewachsene Juden sagen und fühlen, weil „Diskriminierung“ von Mizrahim als nützlicher Knüppel zum Einprügeln lauf den Zionismus dient.

Lyn Julius, Israel HaYom, 27. August 2019

Jeder, der mit dem wachsenden akademischen Feld der Mizrahi/Sephardisch-Studien (mizrahi: orientalisch, aus dem Nahen Osten; sephardisch: aus dem Spanien vor der Inquisition kommend) mithalten will, kann nicht anders als festzustellen, dass die überwiegende Mehrheit der Arbeiten sich auf angeblicher „Diskriminierung“ oder „Rassismus“ durch das aschkenasische Establishment konzentriert.

Typisch dafür ist die Arbeit einer Sarah Louden, „Israelischer Nationalismus: die Konstrukte des Zionismus und seine Auswirkungen auf interjüdischen Rassismus, Politik und radikalen Diskkurs“. Sie hat 455 Ansichten, mehr als jede andere Arbeit ihres Genres. Sie hält sich nicht mit Angriffen auf den „Rassismus“ des Zionismus zurück. Ihre Quellen sind fast ausschließlich mizrahische Antizionisten wie Ella Shohat.

Shohat ist Professorein an der New York University; sie machte sich einen Namen mit der Anwendung von Edward Saids Orientalismus-Theorie auf Israel und behauptete, dass sowohl Mizrahi-Juden als auch Araber Opfer des Westens (der Aschkenasim) sind.

Von mizrahischen Juden und Arabern wird angenommen, dass sie mehr miteinander gemeinsam haben als Juden aus dem Osten mit Juden aus dem Westen. Mizrahim, behaupten Shohat und Ihresgleichen, wurden vom Zionismus und Kolonialismus aus ihrer komfortablen „arabischen“ Umgebung gerissen und zu unfreiwilligen Feinde verwandelt.

Diese Akademiker nehmen weitgehend an, dass Mizrahi-Juden in Israel dem Likud und rechten Parteien anhängen, um sich beim von der Arbeitspartei dominierten ascheknasischen Establishment zu „revanchieren“.

Aber Louden und die andere wie sie erwähnen kaum einmal das Offensichtliche: Die unterschwellige Erinnerung an arabische und muslimische Verfolgung, die Eltern und Großeltern aus der arabischen Welt vertrieben hat.

Ist es nicht plausibel, dass Mizrahi-Juden die Raketenangriffe und Bombenanschläge, die Israel nur als letztes Kapitel einer langen Geschichte arabischen und muslimischen Antisemitismus heimsuchen, betrachten? Dass sie für den Likud stimmen, weil sie glauben, dass nur die Rechte die notwendige harte Antwort liefern kann?

Darüber hinaus verwenden westliche Akademiker fast unausweichlich den Ausdruck „arabische Juden“. Der Begriff tritt im Titel eines Buches von Prof. Sasson Somekh auf: „The Last Arab Jew“ (Der letzte arabische Jude).

Somekh starb letzte Woche. Weit links stehende Medienseiten betrauern ihn weiter als einen „arabischen Juden“.

Der 1933 in Bagdad geborene Somekh veröffentlichte zwei Autobiografien. Die erste, „Baghdad, Yesterday: The Making of an Arab Jew“ (Bagdad gestern: Die Entstehung eines arabischen Juden) behandelte sein Leben im Irak; die zweite, „Life After Baghdad: Memoirs of an Arab-Jew in Israel“ (Das Leben nach Bagdad: Memoiren eines arabischen Juden in Israel), behandelt sein Leben im jüdischen Staat.

Somekh war der Guru der Studien der Arabischen Literatur an der Universität Tel Aviv und verbrachte zwei Jahre in Kairo, wo er ein enger Freund des ägyptischen Schriftstellers und Nobelpreisträgers Naguib Mahfouz wurde, dessen Werk Somekh beansprucht einem größeren Publikum näher gebracht zu haben.

Einige der Jünger Somekhs in der Fakultät für Arabische Literatur der Universität Tel Aviv waren Antizionisten der Art von Somekh, aber Somekh betrachtete sich nie als arabischen Juden in ihren Begrifflichkeiten.

Er sagte Almog Behar, einem seiner früheren Studenten: „Die Tendenz bei führenden Mizrah-Intellektuellen der jüngeren Generation von sich als arabischen Juden zu sprechen, ist in erster Linie eine politische Position; heißt: Ihr Wunsch scharf gegen den Gefühl der Diskriminierung zu protestieren, von dem sie das Gefühl haben, sie richtet sich gegen die Mizrahim. Sie wollen tatsächlich ihre Abneigung herausstellen Teil des zionistischen Bestandes des Staates zu sein. Ich habe kein Problem mit diesen Haltungen, aber für mich ist das nicht die Art, wie die arabisch-jüdische Identität definiert wird.“

Für Somekh ist ein „arabischer Jude“ die „kulturelle Definition eines Juden, der Arabische spricht und in einem muslimischen Umfeld aufwuchs“. Er wollte betonen, dass „seine Identität aus seinem Blickwinkel als Person stammt, die in einer arabischen Kultur aufwuchs und sich weiterhin mit dieser Kultur beschäftigt“.

Der Irak war eines der wenigen arabischen Länder, in denen Juden eine führenden Rolle in der arabischen kulturellen und literarischen Renaissance der 1920-er und 1930-er Jahre einnahmen.

„Ich bin der letzte arabische Jude“, sagte Somekh. „Deshalb schrieb ich ‚Baghdfad, Yesterday‘ um das Leben eines jüdisch-arabischen Kinders zu dokumentieren. Jeder, der sich als arabische Jude definiert, um andere zu attackieren, der aber kein Arabisch spricht … zählt nicht als solcher. Ich definiere mich zwar selbst nicht als Zionisten, wenn Zionist zu sein bedeutet, dass alle Juden herkommen sollten, aber ich bin ein israelischer Patriot.“

Mit anderen Worten: Somekh betrachtete sich selbst nicht als ethnischen Araber, sondern als einen israelischen Juden mit Affinität für die arabische Kultur.

Ein weiterer Professor arabischer Herkunft, Reuven Snir von der Universität Haifa, stimmte zu: Juden, die im 20. Jahrhundert Literatur auf Arabisch schrieben, verspürten keine Notwendigkeit sich zu Arabern zu erklären, sagte er.

Eine Konferenz, die vor rund 10 Jahren von irakischen Juden veranstaltet wurde, lehnte den Ausdruck „arabischer Jude“ als Identitätskennzeichen lautstark ab. Die überwiegende Mehrheit der Juden aus der arabischen Welt hat sich historisch nicht als Araber identifiziert – sie würden sogar von einem solchen Etikett vor den Kopf gestoßen sein.

Aber post- und antizionistische Akademiker schlagen das in den Wind, was die meisten in arabischen Ländern aufgewachsenen Juden sagen und fühlen, solange „Diskriminierung“ von mizrahischen Juden als nützlicher Knüppel dient, mit dem man auf den Zionismus einprügeln kann.

Omar, Tlaib und Israels nicht existente Agentur zur Bekämpfung von Propaganda

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Die besondere Frage zu dem, was rund um den abgelehnten Besuch der US-demokratischen, antiisraelischen Kongressabgeordneten Omar Ilhan und Rashida Tlaib falsch lief, ist eine nebensächliche in einer viel größeren Sache. Die öffentliche Aufmerksamkeit rund um diesen Nichtbesuch kann nicht als eine zufällige Panne bezeichnet werden.[1] Sie ist Teil einer breiteren strukturellen Infrastruktur im Wirken der Regierung Israels.

Kein anderes demokratisches Land wird so regelmäßig attackiert wie Israel. Dazu gehören widerliche verbale Aggressionen durch demokratische Regierungen und Mainstream-Politiker dieser Länder. Angegriffene Staaten schaffen Verteidigungsorganisationen. Gegen feindliche Armeen hat Israel die Israelischen Verteidigungskräfte (IDF) aufgestellt. Es investierte mächtig in alle dazu gehörigen Aspekte. Die IDF ist heute eine der besten Armeen der Welt. Gleiches gilt für Israels drei Geheimdienste, die internationale Sicherheitsorganisation Mossad, den Inlandsgeheimdienst Schabak und den Militärgeheimdienst Aman. Cyberangriffe auf Israel brachten die Regierung dazu in ein teures Cyber-Verteidigungsprogramm zu investieren. Das macht das Land wahrscheinlich zu einem Weltführer in diesem Bereich.

Die extremen Propagandaangriffe auf Israel erfolgen seit Jahrzehnten. Trotzdem ist Israels Verteidigung dagegen weiter amateurhaft. In der Verteidigung gegen solche Aggressionen lautet die einzige erfolgreiche Regel: „Du hast mich geschlagen. Ich schlage härter zurück.“

Wirft man einen Blick auf die vergangenen Jahrzehnte, sind viele Fälle zu sehen, bei denen Israel es versäumte mit verbalen Angriffen angemessen umzugehen. Nur ein paar Beispiele: Die BDS-Kampagne begann als Ergebnis der NGO-Konferenz gegen Rassismus in Durban (Südafrika) im Jahr 2001. Das war ein antiisraelisches Hassfest.

Die akademischen Boykott-Kampagnen gegen Israel begannen 2002 ohne eine geordnete Reaktion Israels. Ohne jedes Risiko für sich selbst haben Auslands-Akademiker keine Angst gehabt ihre Namen unter offene Briefe und Petitionen zum Boykott israelischer Akademiker zu setzen oder Investitionen aus israelischen Firmen abzuziehen. Sie nehmen an einem kostenlosen antisemitischen Festessen teil.

Dabei sind Akademiker leichte Ziele für Gegenangriffe. Die Karrieren und der Ruf einiger dieser Leute können ohne große Mühe geschädigt werden. Hätte es eine israelische Gegenpropaganda-Organisation gegeben, hätte diese zum Beispiel akademische Boykotteure identifiziert, die Teile ihrer Arbeit abgeschrieben oder falsche Fußnoten in ihren Artikeln haben. Die Publikationen von ein paar wenigen Akademikern zu verifizieren ist weder schwierig noch teuer.

Die Idee ist nicht originell. 2011 wurde dem deutschen Verteidigungsminister Karl-Theodor von Guttenberg sein Doktortitel aberkannt, weil er für seine Dissertation abgeschrieben hatte. Er musste von seinem Amt zurücktreten.[2] 2013 wurde die Dissertation der deutschen Bildungsministerin Annette Schavan wegen Plagiatur für ungültig erklärt. Sie trat von ihrem Amt zurück.[3] Derzeit wird die Dissertation von Familienministerin Franziska Giffey auf Plagiate hin untersucht.[4]

Ein paar akademisch unzulängliche pro-BDS-Akademiker stark zu schädigen und ihre wichtigen professionellen Defizite zu veröffentlichen könnte einen multiplikativen Effekt haben. Wie in fast allen sozialen Bereichen sind die meisten, wenn auch nicht alle, feige. Wenn BDS zu unterstützen riskant wird, werden hauptsächlich die fanatischen antisemitischen Akademiker übrig bleiben. Ihre Anzahl ist vermutlich nicht sehr hoch.

Ein weiteres Beispiel eines Versagens der israelischen Public Relations berührt die Provokation durch die Gaza-Flottille von 2010. Zu deren führenden Organisatoren gehörte die türkische IHH, eine Gruppe, die dafür bekannt ist, dass sie Terror-Verbindungen hat. Das größte Schiff der Flottille war die türkische Mavi Marmara. Sie transportierte keine humanitäre Hilfe für den Gazastreifen, sondern nur Menschen. Mehrere der Teilnehmer auf dem Schiff waren darauf vorbereitet Waffengewalt anzuwenden. Sie griffen die israelischen Soldaten an, die das Schiff enterten. Bei dem sich daraus ergebenden Kampf wurde eine Reihe dieser Angreifer getötet. Wahrscheinlich unter dem Druck von US-Präsident Barack Obama zahlte Israel Entschädigungen an deren Familienmitglieder.

Von Vertretern verschiedener Länder und internationaler Gruppierungen wurden hastig negative Meinungen zum Ausdruck gebracht.[5] Eine Anti-Propaganda-Agentur hätte keine Probleme gehabt einigen davon eine Lektion zu erteilen und einen Teil der Fehlinterpretationen geradezurücken.

Diese früheren Fällen sind allerdings unbedeutend im Vergleich mit den Ergebnissen einer Studie, die 2011 von der Universität Bielefeld veröffentlicht wurde. Der Bericht zeigte, dass große Teile der Bevölkerung in sieben EU-Ländern der Aussage zustimmen, Israel führe einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser. Die niedrigsten Anteile der Zustimmung gab es in Italien und den Niederlanden mit rund 38%, der höchste war mit 63% in Polen.

Diese Studie und ihre potenziell gefährlichen Folgen wurden in Israel selten zur Kenntnis genommen. Dennoch demonstrierte sie, was die antiisraelische Propaganda erreicht hatte. Von der israelischen Regierung wurde absolut nichts unternommen, um das massive antiisraelische Schüren von Hass in europäischen Ländern bloßzustellen, das zu diesen Meinungen führte.

Eine Antipropaganda-Agentur würde Israels Feinde auf dem Feld der Propaganda systematisch studieren, analysieren und beobachten. Sie würde Vorgehensweisen gegen diese vorschlagen, die von der Regierung genehmigt werden müssten. Ein führender amerikanisch-jüdischer Leiter sagte mir, dass er Premierminister Benjamin Netanyahu wiederholt die Gründung einer solchen Agentur vorgeschlagen hat. (Eine detailliertere Beschreibung, wie eine solche Agentur funktionieren könnte, erfordert einen weiteren Artikel.)

Hätte es eine solche Antipropaganda-Agentur gegeben, hätte sie Vorbereitungen begonnen, sobald Omar und Tlaib ihre Besuchspläne verkündeten. Sie hätte Expertenmeinungen eingeholt, die mit Autorität geltend gemacht hätten, dass Staaten das souveräne Recht haben zu entscheiden, wer ihren Boden betritt. Zweitens hätte sie eine Sammlung der antiisraelischen Äußerungen von Omar und Tlaib vorbereitet.[6] Drittens hätte sie eine Liste von Menschen aufgestellt, denen eine Reihe demokratischer Staaten die Einreise verweigerten.[7] Zu Beispiel lehnten die USA es während des Kalten Krieges pauschal ab Kommunisten und ihre Sympathisanten einreisen zu lassen.

Die israelische Regierung hätte dann ihre durchdachte Entscheidung öffentlich machen können. Das Hin und Her wäre vermieden worden. Es ist fraglich, ob Präsident Trump es für nötig erachtet hätte die Sache zu kommentieren, wenn Israel auf diese Weise vorbereitet gewesen wäre.

Inzwischen ist das nächste erhebliche PR-Problem aufgetaucht. Der Sender HBO strahlt – in Zusammenarbeit mit dem israelischen Sender Keshet – eine Serie mit dem Titel „Unsere Jungs“ aus. Sie konzentriert sich auf den Ausnahmefall der Entführung und Ermordung eines palästinensischen Teenagers durch drei jüdische Terroristen im Sommer 2014. Das geschah nach der Entführung und Ermordung dreier israelischer Jugendlicher durch Hamas-Terroristen.

Die Entscheidung sich auf die Ermordung eines palästinensischen Jugendlichen durch drei marginalisierte Israelis zu konzentrieren, die niemanden außer sich selbst repräsentierten und die öffentlich aus allen Teilen der israelischen Gesellschaft verurteilt wurden, statt auf die Ermordung der israelischen Teenager durch eine ausgewachsene Terrororganisation, die im Gazastreifen herrscht, ist eine extrem einseitige Auswahl. Mit anderen Worten: Die Serie hat eine extreme Ausnahme in eine angebliche Regel verwandelt, während sie über ein langjähriges, mörderisches soziales Muster hinwegsieht. Es gibt viele weitere Fälle von israelischen Jugendlichen, die von palästinensischen Terroristen getötet wurden. Eltern palästinensischer Terroristen sind oft stolz auf die mörderischen Verbrechen ihrer Kinder.

Israels Reaktion auf die Serie ist bisher amateurhaft gewesen.

Dennoch hat kein Oppositionspolitiker in der Knesset das Thema des Versagens der Regierung eine Antipropaganda-Agentur einzurichten aufgebracht. Genauso wenig ist das im aktuellen Wahlkampf aufgekommen. Das radikale Versagen sich systematisch gegen die massive Hasspropaganda zu wehren, mit der Israel angegriffen wird, ist für das israelische Volk höchst demoralisierend und hat ernste negative Folgen für das Land.

[1] https://edition.cnn.com/2019/08/15/politics/aipac-ilhan-omar-rashida-tlaib-israel/index.html

[2] www.theguardian.com/world/2011/mar/01/german-defence-minister-resigns-plagiarism

[3] theguardian.com/world/2013/feb/09/german-education-minister-quits-phd-plagiarism

[4] www.dw.com/en/german-family-affairs-minister-accused-of-plagiarism/a-48597056

[5] http://jcpa.org/article/the-gaza-flotilla-facts-and-official-reactions/

[6] www.commentarymagazine.com/anti-semitism/the-case-against-ilhan-omar-and-rashida-tlaib/

[7] S. z.B.: https://besacenter.org/perspectives-papers/barring-foreign-nationals/

Ist Sklaverei schlecht? Kommt ganz drauf an

John Hinderaker, PowerLine blog, 11. Februar 2017

Von Rod Dreher kommt die Story eines linken Professors an der Georgetown University, der Sklaverei verteidigt. Das mag schockierend klingen, sollte aber nicht überraschen. Linke Akademiker überall in der Welt lehren, dass nur amerikanische (und vielleicht einige karibische und südamerikanische) Sklaverei wirklich schlimm war. Anderer Sklaverei – insbesondere afrikanische und islamische Sklaverei – war wirklich ein ziemlich guter Deal für die Sklaven. Diese linken Sohpisten argumentieren, unter anglo-amerikanischem Recht habe es keine Anerkennung der Sklaverei gegeben, daher mussten Sklaven Eigentum sein. Damit gab es „Eigentum-Sklaverei“, die angeblich viel schlimmer war als Sklaverei, wie sie überall (auf jedem Kontinent außer der Antarktis, wie Thomas Sowell oft herausgesetllt hat) praktiziert wurde.

Dreher tut das mit der Feststellung als Unsinn ab, dass es „bei Sklaverei, ob von Christen, Muslimen oder Heiden praktiziert, um den Besitz anderer Menschen geht, Punkt“.

Nun zurück zu Georgetown-Professor Jonathan Brown. Der hat den Al-Walid bin Talal-Lehrstuhl für Islamische Zivilisatino inne, was schon ein Warnhinweis ist. Brown argumentiert:

1) Sklaverei in der arabischen und türkischen Welt war ein prima Handel; „Slaven in der muslimischen Welt hatte ein ziemlich gutes Leben.“

2) In muslimischen Gesellschaften wurde Sklaverei nicht radikalisiert. Nur dass die Sklaven natürlich alle schwarz oder weiß waren und auf Arabisch Menschen mit schwarzer Haut automatisch als abeed (Sklave) bezeichnet wurden. Arabische Sklavenhändler kauften noch bis weit ins 20. Jahrhundert afrikanische Sklaven.

3) „Sklaven wurden von der Scharia geschützt“, sagt Brown. Aber die Scharia verhinderte nicht, dass Sexsklavinnen in Harems versklavt oder männliche Sklaven kastriert wurden, um sie zu Eunuchen zu machen. Ein Zyniker könnte sagen, dass die Scharia keinen sonderlichen Schutz bot! Doch Professor Brown glaubt, in einem muslimischen Land Sexsklavin zu sein sei nicht anders als eine arrangierte Ehe einzugehen. Es sei vielleicht sogar besser:

Brown fragt, worin der wirkliche Unterschied zwischen einer Sexsklavin im Islam (die von ihrem Herrn durchaus gut behandelt werden könnte) und einer mittelalterlichen Christin besteht, die einen Mann heiraten musste, den sie vielleicht nicht liebte und mit dem sie ein miserables Leben hatte.

„Der Unterschied zwischen diese Leuten ist nicht sonderlich groß“, behauptet Brown.

Ich habe den Verdacht, dass man, wenn man die betroffenen Frauen fragt, eine ziemlich andere Reaktion bekommen dürfte.

Aber Professor Brown muss sich nicht darum sorgen tatsächlich einen Streit zu gewinnen. Er ist ein unkündbarer Ordinarius und sein Lehrstuhl an der Georgetown – das einst einmal eine christliche Universität war! – ist von Al-Walid bin Talal gestiftet, einem saudischen Milliardär. Damit ist die Sache pro Sklaverei an der Georgetown für die absehbare Zukunft sicher. Mohammed selbst war Sklavenhalter – anders als, sagen wir, Jesus – also wird der Islam sich nie gegen die Sklaverei wenden wie es das Christentum mit entscheidender Wirkung im 18. und frühen 19. Jahrhundert tat.

Linke tendieren dazu ausgezeichnet mit der Sklaverei umzugehen. Nach einigen Berechnungen gibt es heute in der Welt genauso viele Sklaven wir sonst irgendwann in der Menschheitsgeschichte. Man sollte glauben, das sei für Linke ein Anliegen, aber da läge man falsch: Ihnen scheint die Sklaverei nicht die geringsten Sorgen zu bereiten, wenn sie nicht genutzt werden kann um politisch zu punkten.

Vor einigen Jahren – es ist lange genug her, dass es wahrscheinlich nicht im Internet aufbewahrt ist – trat eine Antisklaverei-Gruppe an die Organisation von Jesse Jackson heran; sie suchte nach Unterstützung für ihre Kampagne gegen Sklaverei in Afrika und den arabischen Ländern. Sie erhielten eine kalte Antwort von Jacksons Mitarbeitern: Nein danke. Sklaverei gehört nicht zu seinen Prioritäten.

Nein, natürlich nicht. Es ist Chinatown, Jake. Die Linken sind von ganz oben bis ganz unten ein einziger Schwindel.

Raum für Hass an amerikanischen Universitäten

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Vor kurzem wurde im Begin Center in Jerusalem eine amerikanische Dokumentation mit dem Titel Hate Spaces: The Politics of Intolerance (Hass-Plätze: Die Politik der Intoleranz) gezeigt. Regie führte in diesem abendfüllenden Film Regisseur Avi Goldwasser, der schon 2004 Antisemitismus und die Diskriminierung jüdischer Studenten in den Nahost-Studien an der Columbia University im Film Columbia Unbecoming. Hate Spaces (Unwürdiges Columbia: Hass-Plätze) aufdeckte. Hate Spaces wurde  von Americans for Peace and Tolerance (APT), geführt von Charles Jacobs, vorgestellt.

Diese Dokumentation schildert ein furchtbares Bild des Antisemitismus an einer Reihe amerikanischer Universitäten. Viel davon nimmt die Form von extremem Antiisraelismus an, es wird allerdings auch der erbitterte Hass auf Juden gezeigt. Unter dem Deckmantel des ersten Zusatzes der US-Verfassung, der die Einschränkung freier Meinungsäußerung nicht erlaubt, wird weitreichendes Hasstreiben gegen Juden und Israel betrieben und als freie Meinungsäußerung angesehen. In der gegenwärtigen akademischen Realität kann man diese Dokumentation nur als nonkonformistisch bezeichnen.

Dieser Film kann durch weitere Informationen ergänzt werden. Vor zehn Jahren veröffentlichte ich mein Buch Academics against Israel and the Jews (Akademiker gegen Israel und die Juden). Darin behandelte ich den Hass an Universitäten in einer Reihe von Ländern, unter denen die Vereinigten Staaten eine herausragende Stellung einnahm.[1] Im Film kann man sehen, wie sich antisemitischer Hass an einigen Universitäten ausgeweitet hat. Eine davon ist die San Francisco State University (SFSU). 2002 wurde berichtet, dass Demonstranten nach einem Treffen zum Hillel-Haus kamen und brüllten: „Kommt raus oder wir töten euch!“, und: „Hitler hat den Job nicht zu Ende gebracht.“[2]

Ein paar Jahre später erzählte uns eine studentische Praktikantin am Jerusalem Center for Public Affairs vom Antisemitismus, der an ihrer Universität im Gang ist. Sie lehnte es ab mit der Information an die Öffentlichkeit zu gehen, weil sie an die SFSU zurückkehren musste und Repressalien befürchtete. Die Universität wurde schließlich vor Gericht gebracht, hauptsächlich wegen der Störung einer Rede des Jerusalemer Bürgermeisters Nir Barkat im Jahr 2016. Unter den Rufen der Protestler war zu hören: „Vom Fluss bis zum Meer wird Palästina frei sein“, ein Ziel, das nur durch den Völkermord an den jüdischen Israelis verwirklicht werden kann.

Die Klage warf der Universitätsverwaltung vor, sie erlaubte die Fortsetzung der Störung und habe die Campus-Polizei angewiesen sich „zurückzuhalten“. Die Klage machte auch geltend, dass die SFSU lange ein für jüdische Studenten feindliches Umfeld kultiviert hat. Sie erwähnte zudem weitere Vorfälle. Zu diesen gehörte ein 3 Meter hohes Wandgemälde, das 1994 am Gebäude der Studentenvereinigung angebracht wurde und ein mit einem gelben Davidstern verflochtenes Dollarzeichen, Totenköpfe mit gekreuzten Knochen und die Worte „afrikanisches Blut“ zeigte.[3]

Eine weitere, in der Dokumentation gezeigte akademische Institution, an der weit in die Vergangenheit reichende antisemitische Hetze gezeigt wird, ist der Irvine Campus der University of California.[4] Hate Spaces entlarvt Antisemitismus an vielen weiteren Universitäten, darunter der Temple University, UC Davis und Vassar. „Tod den Juden“ riefen Protestierende am Hunter College in New York. 2012 veröffentlichte ATP ein Video zu Antisemitismus an der Northeastern University in Boston mit dem Titel Northeastern Unbecoming.[5]

Neue Hass-Phänomene tauchen ständig auf. Die Israel Apartheid Week ist inzwischen eine etablierte Veranstaltung an einer Reihe amerikanischer Universitäten. Räumungsbescheide an Wohnheimtüren jüdischer Studenten sind ein jüngeres Phänomen. Ein Campus, an dem dies vorkam, war die New York University.[6] Ein extremer Fall ereignete sich 2015 an der UCLA, als eine jüdische Kandidatin für den Vorstand des Studentengerichts befragt wurde und man sie fragte, ob sie, da sie in jüdischen Organisationen aktiv ist, in der Lage sein werde eine unvoreingenommene Sicht zu behalten.[7]

Man kann keinen ehrlichen Film über Hass am Campus machen, ohne die unverhältnismäßig große und extreme Rolle von Muslimen bei der Verbreitung von antisemitischem Hass zu zeigen. Hate Spaces belichtet daher die Rolle der Muslim Student Association. Er macht dasselbe mit Students for Justice in Palestine, einer nationalen Organisation antisemitischer Aufwiegler an College-Campussen, in denen antisemitische Muslime und Linke sich zusammentun.

Doch selbst wenn eine Universität Antisemitismus am Campus untersucht, garantiert das kein adäquates Ergebnis. 2016 schrieb die Zionist Organization of America (ZOA) einen Brief an Kanzler James B. Milliken von der CUNY und den Stiftungsrat der CUNY. Der Brief beschrieb eine lange Liste antisemitischer Vorfälle an einer Reihe von CUNY-Campussen, die hauptsächlich Aktivisten der Students for Justice in Palestine zugeschrieben wurden. Der Kanzler gab dann eine Untersuchung in Auftrag. Die beiden daran arbeitenden Anwälte zeigten wenig Verständnis von Antisemitismus und nutzten in ihrem Bericht nicht einmal eine Definition für diese Hassverbreitung. Das war einer von mehreren Gründen für die strukturelle Fehlerhaftigkeit des Berichts.[8]

Vor dem oben gezeigten Hintergrund überrascht es nicht, dass eine Untersuchung der Universität Brandeis im Jahr 2015 das Vorherrschen von Antisemitismus an amerikanischen Universitäten dokumentierte.[9] Eine frühere Studie von Barry Kosmin und Ariele Keysar vom Trinity College stellte fest, dass 54% der jüdischen Studenten berichteten während der sechs Monate von September 2013 bis März 2014 Antisemitismus auf dem Campus erfahren oder Zeuge davon geworden zu sein. Diese Studie wurde mit 1.157 jüdischen Studenten an 55 Universitäten durchgeführt.[10]

Die fehlende Toleranz an Universitäten, die diese Dokumentation aufzeigt, wirft eindeutig eine Reihe Fragen auf. Dazu gehören: Warum ist die Aufdeckung und Bekämpfung von Campus-Antisemitismus nicht zu einem vorrangigen Thema landesweit tätiger amerikanisch-jüdischer Organisationen geworden? Warum produzierte APT, eine relativ kleine Organisation, diese Dokumentation? Hätte das nicht von einer Organisation wie der Anti-Defamation League gemacht werden sollen?

Eine weitere Frage lautet: Warum hat das Bildungsministerium es versäumt gegen diesen anhaltenden Fanatismus zu intervenieren? Warum hat es den Verstoß gegen die akademische Integrität durch parteiische Lehrende an Institutionen höherer Bildung nicht untersucht? Liegt es nicht im nationalen Interesse, dass Universitätsverwaltungen einen moralischen Kompass haben? All das ist nicht nur ein jüdisches Thema, sondern auch eines, das darauf hinweist, dass da mit dem amerikanischen Universitätssystem etwas gewaltig falsch läuft.

Die Politik der geschützten Rede gestattet extremen Hass. Politisch korrekte Verwaltungen und Professoren, die einseitig parteiische Ansichten lehren, spiegeln akademische Degeneration. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass an den Universitäten viel mehr falsch läuft als einseitige Lehrer und antisemitischer Hass. Das ist umso wichtiger, als einige von ihren Lehrenden infizierte Studenten irgendwann ranghohe Positionen im Land bekleiden werden.

Wenn sich jemand in der Vergangenheit als Progressiver bezeichnet hat, war klar, welche Werte er definierte. Heutzutage muss man fragen: Ist er oder sie ein klassischer Progressiver oder ein progressiv Pervertierter? Schließlich: Dieser Film zeigt einmal mehr, dass es notwendig ist einen kritischen Blick auf den ersten amerikanischen Verfassungszusatz und wie er angewandt  wird zu werfen.

[1] http://www.jcpa.org/text/academics.pdf

[2] https://nypost.com/2002/05/14/hatefest-by-the-bay/

[3] http://www.latimes.com/local/lanow/la-me-edu-sfsu-anti-semitism-lawsuit-20170619-story.html

[4] http://www.jcpa.org/text/academics.pd

[5] http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/160347

[6] http://www.timesofisrael.com/jewish-nyu-students-served-eviction-notices/

[7] http://www.nytimes.com/2015/03/06/us/debate-on-a-jewish-student-at-ucla.html

[8] http://www.algemeiner.com/2016/12/02/revisiting-cunys-flawed-antisemitism-investigation/

[9] https://www.brandeis.edu/cmjs/pdfs/birthright/AntisemitismCampus072715.pdf

[10] http://edition.cnn.com/2015/03/10/opinions/kosmin-anti-semitism-campus/index.html